Ich habe meinen Therapeuten tief verletzt (?)

C

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Gast
Das wird sich dann entscheiden, wenn ich da bin...

Aber wahrscheinlich eher nicht.
 

Benutzer3015 

Verbringt hier viel Zeit
Céleste schrieb:
Das wird sich dann entscheiden, wenn ich da bin...

Aber wahrscheinlich eher nicht.

das denke ich mir doch...weil, irgendwo ist da von nun an ein knacks in dem patienten-arzt-verhältnis...

auch wenn er sich entschuldigt...ich persönlich würde mir trotzdem einen neuen therapeuten suchen...vielleicht kann dir sogar deine neurologin weiterhelfen....
 

Benutzer11128 

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Zunächst mal sollte man sich allgemein davon verabschieden, dass Therapeuten "Götter und allwissend" sind. Sie sind nur Menschen.
Aber auch Menschen mit einer guten Ausbildung, die den Patienten nützen sollen.
Dein Thera soll nicht vor dir "auf die Knie fallen", das ist Quatsch. Dann hätte er auch keine Authorität mehr, die er zu deiner Behandlung braucht.
Er sollte aber einfach so weitermachen, wie er es vor dem "Vorfall" getan hat.
Tut er das OBJEKTIV nicht (also wenn du immer noch BEGRÜNDETE Hinweise hast, dass er es nicht tut, nicht nur "so ein Gefühl"), dann ist er schlicht und ergreifend ein schlechter Therapeut.
Und selbst dann solltest du dir überlegen, ob es Sinn macht zu wechseln. Denn eine neue Thera muss - fast wieder - von vorne anfangen. Abgesehen von den Zahlungen der Krankenkasse.
Ich persönlich würde zwar schnellstmöglichst wechseln, aber die Entscheidung kannst du nur selbst treffen. Und bitte nur nach reiflichem Nachdenken !!!
Sinngemäßes Zitat aus dem "STERN":
Wäre Psychotherapie ein Medikament, würde sie keine Zulassung bekommen.
Denn ein Heilungserfolg ist bis heute nicht empirisch nachzuweisen ...
 

Benutzer17430  (41)

Verbringt hier viel Zeit
Ich habe mir jetzt nicht die Mühe gemacht - sorry es ist Sonntag - alle Quotes zu lesen. Da ich, als Sohn einer Psychotherapeutin, noch immer die daraus folgenden Spätfolgen zu verarbeiten habe, fühle ich mich jetzt mal dazu berufen, meinen Senf auch so dazu zu geben, auch wenn ich deine KG nicht kenne.

1. Es ist dein absolutes Recht, noch andere Ärzte zu Rate zu ziehen. Diese Haltung, ICH bin dein GOTT in weiss, mach mich gerade agressiv...Gerade so schwierige Belange, wie Therapie und der Verschreibung von Psychopharmaka sind extreme Gefühlssache. Studium, Ausbildung und Erfahrung hin oder her. Das ist keine Natur- sondern Geisteswissenschaft. Es spricht gegen die therapeutischen Qualitäten deines Arztes, wenn er sich derart gekränkt und in seiner Ehre/ Integrität verletzt fühlt. Auch ein Therapeut kann und darf nur ein Steinchen unter vielen sein, die zum Erfolg führen. Wenn er das mit seiner Reaktioner sichtlich Verkennt, hat er seine Aufgabe noch nicht verstanden.

2. Ich verstehe deinen Arzt in zwei Punkten. Es gibt im Bereich der Psychiatrie und Psychologie viele (selbstberufene) Scharlatane. Er hat also recht, wenn er dich zur Vorsicht mahnt. Es ist jetzt vielleicht komplett aus der Luft gegriffen (ich spekuliere also einfach mal) aber vielleicht ist eine gewisse Ungeduld gerade Teil deines Problems und ihr habt die Tatsache, dass andere Medis nicht gewirkt haben und die Reaktion darauf bereits besprochen. Dann hätte er natürlich recht, wenn er mit dir schimpft. Allerdings sollte das nicht wie in diesem Fall zum Dauerzustand avancieren. Zudem hat er recht damit, dass die Medikamention zentralisiert oder zumindest koordiniert werden sollte; Thema Nebenwirkungen mit anderen Mitteln etc. In diesem Sinne hätte die Neurologin ihm kurz anrufen müssen. Meine Mama macht das immer, wenn noch Haus- und andere Ärzte mit von der Partie sind. Sie fragt den Patienten/ die Patientin natürlich (muss sie von Gesetztes wegen) ob sie sich kurzschliessen darf und vervollständigt so ihr Bild.

3. Damit komme ich auch zum dritten und letzten Punkt. Es gibt in der Psychotherapie verschiedene Richtungen. Ich kenne die Unterschiede nicht genau. Aber ein Jung-ianer (C.G. Jung) hat eine ganz andere Auffassungen bezüglich Therapie als ein Jünger von Sigmund Freund oder ein Daseinsanalytiker (nach Heidegger).
Gemäss meiner Auffassung (und der meiner geliebten Mutter, die deswegen immer mal Diskussionen mit ihren Ausbildnern hatte) geht sollte es in der Psychitherapie eigentlich mehr um pragmatische Hilfe gehen , denn um ein rein philosophisches Verständniss der Situation des Patienen (wenn wir das Problem und deren Ursache verstünden, wäre es (((ev.))) schon beinahe gelöst). Leider teilen viele Therapeuten die Zweite Theorie und verlangen, dass ihnen die Patienten folgen können und verlieren deren Bedürfnisse volkommen aus den Augen.
Seine plötzliche, totale Abgrenzung dir gegenüber mag da begründet sein, ist aber völlig deplaziert.

Mein Rat: grundsätzlich finde ich Sitzungen alle drei Woche viel zu wenig, gerade bei einer Deppression, obschon ich deren Stärke nicht kenne. Entgegen aller Lehrmeinung muss eine gewisse Beziehung und Nähe und Vertrautheit zwischen der behandelnden Person und dem Patienten entstehen (auf professioneller Ebene natürlich, nicht körperlich oder so...!!). Dies ist leider nicht möglich. Ich erwartete eigentlich von deinem Arzt, dass er sich da stärker bei der Kasse für dich einsetzt und stark macht.

Ich frage mich, ob du mit dieser Therapie noch auf einen gründen Zwei kommst. Wenn dein Arzt dir gegenüber tatsächlich so abgelöscht ist, dann bringt dir das nix!! Du stehst im Zentrum, nicht dein Arzt. Du musst ich wohl fühlen da, sonst kann dir auch da nicht geholfen werden. Wenn er dir hierauf keine befriedigenden Antworten geben kann, solltest du dir einen Wechsel ernsthaft überlegen. Sprich ihn auch darauf an.

Um in Zukunft solche Vorfälle zu vermeiden, solltest du einen behandelnden Arzt immer vorher informieren, bevor du einen weiteren Arzt aufsuchst. Somit kann er dazu Stellung beziehen und fühlt sich auch nicht so "hintergangen".

Viel Glück bei deiner Therapie!

q:
 
C

Benutzer

Gast
Tja....
Natürlich soll mein Therapeut nicht vor mir "auf die Knie fallen". Das war ja auch von mir nicht ganz ernst gemeint. :smile:
Ich erwarte aber, bevor ich mich von ihm verabschiede und woanders hingehe, eine klare Stellungnahme seinerseits.
Es ist mir ganz egal, ob dabei etwas gutes oder eher negatives herauskommt. Doch Fakt ist: Ich möchte mit dieser Geschichte innerlich abschließen, da sie mich schon ziemlich mitnimmt. Und dazu finde ich es wichtig, ihm die "Pistole auf die Brust zu setzen", damit er sich endlich einmal zu dem Thema äußert und nicht weiterhin ausweicht, wie er es bisher getan hat.

Danach muss ich selber für mich herausfinden, ob ich überhaupt noch mit einem guten Gefühl in diese Therapie gehen kann. Und da es mir ohnehin grundsätzlich schwer fällt, einem Menschen zu vertrauen, wird es wohl so ausgehen, dass ich meine Neurologin darum bitte, mich an einen guten Therapeuten/ eine Therapeutin zu überweisen.
Mein jetziger Therapeut ist übrigens der erste, bei dem ich überhaupt war. Da ich auch nicht glaube, ein hoffnungsloser Fall zu sein, kann es ja vielleicht auch sein, dass dabei ein für mich viel geeigneter Therapeut " herausspringt". Vielleicht habe ich ja Glück... :smile:

Ich finde es übrigens gar nicht so wichtig, ob es "empirisch nachgewiesen" ist oder nicht, dass eine Therapie einem Menschen helfen kann.
Ob etwas für einen gut ist oder eher nicht, hängt längst nicht nur von Statistischen Untersuchungen ab!
1. sind Statistiken immer ungenau und betrachten nur einen einzigen von vielen Aspekten. Sie berücksichtigen keine positiven Einzelerfahrungen sondern richten sich nach der "Masse"
2. Kann man auch nicht wissenschaftlich nachweisen, dass es einen Gott gibt, aber Millionen Menschen hilft der religiöse Glaube.
3. gibt es keine Standartlösung für psychische Krankheiten. Es ist vielmehr ein langer Weg, den man größtenteils (aktiv) alleine beschreiten muss, bei dem einen ein guter Therapeut allerdings hervorragend zur Seite stehen kann!
Mir persönlich hat diese Therapie bisher eine Menge gebracht und jetzt, wo ich anfange, große Fortschritte zu machen, möchte ich sie ungerne beenden.




Aber das sind ja nun wieder ganz andere Themen...



Céleste
 
4 Woche(n) später

Benutzer26811 

Verbringt hier viel Zeit
Es wurde zwar schon alles gesagt, aber ich geb mal noch meinen zusammenfasenden Senf dazu:

Mein Eindruck ist, das Arzt-Patientenverhältnis bei Euch ist zu persönlich, zu wenig professionell, was sich in deinen Sorgen über den Arzt äußert. Das Ziel der Therapie ist: Du fühlst Dich gut! Alles andere ist irrelevant. Richtige Reaktion des Arztes wäre z.B. gewesen: "Oh, super. Sie haben sich anderweitig erfolgreich gekümmert und fühlen sich besser. Das ist ein großer Fortschritt in unsrer Zusammenarbeit."


Meine Meinung: Arzt wechseln! :eckig:
 

Benutzer17864  (38)

Verbringt hier viel Zeit
Ich würde gar nicht mehr zu dem hingehen. Verschwende doch nicht meine Therapiestunden bei einem der sich nicht richtig Verhält. Zu dem du auch noch so wenig Stunden verordnet bekommen hast.

Bin selbst in einer Therapie.

Es gibt noch tausend andere Ärzte :zwinker:

greetz
 
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