Ich habe Angst davor, mich niemals zu verlieben

L

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Gast
Hallo! :smile:

Ich bin seit knapp dreieinhalb Jahren Single und normalerweise stört mich das nicht im Geringsten und ich denke eher selten darüber nach. Manchmal mache ich mir dann aber doch Gedanken darüber, weil ich schon gerne irgendwann eine Beziehung haben möchte und doch irgendwie von der großen Liebe träume.

Ich suche nicht nach einem Partner, ich habe mehr die Einstellung, dass ich gut ohne Freund zurechtkomme, ich aber nichts dagegen hätte, wenn sich doch einmal etwas ergeben würde.

Manchmal mache ich mir dann aber doch Sorgen, ob ich vielleicht gar nicht fähig sein sollte, wirklich tiefe Gefühle für einen Menschen zu entwickeln. Ich bin einmal verliebt gewesen, da war ich 14. Mit 15 bin ich dann mit meinem Exfreund zusammengekommen, mit 17 habe ich mich von ihm getrennt (geliebt habe ich ihn nie, auch wenn ich mir das nicht unbedingt eingestehen wollte) – seitdem bin ich Single.

In diesen dreieinhalb Jahren ist nichts passiert – ich habe mich nicht verliebt, habe niemanden geküsst, einfach gar nichts. Es hat in dieser Zeit sage und schreibe drei Jungen gegeben, mit denen ich mir theoretisch gesehen mehr hätte vorstellen können. Das basierte aber vermutlich eher nicht auf Gegenseitigkeit.

Um mich herum scheinen sich ständig alle zu verlieben ohne irgendetwas dagegen tun zu können. Wenn ich jemanden 'mag' und merke, dass da keine Hoffnung besteht, scheinen sich meine Gefühle gar nicht erst weiterzuentwickeln.

Oder vielleicht habe ich auch nur einfach noch nicht 'den Richtigen' getroffen?

Ich bin jetzt 20 und finde meine Unerfahrenheit nicht schlimm. Aber dreieinhalb Jahre sind nun nicht gerade ein kleiner Zeitraum... Ich denke, dass es einfach langsam 'an der Zeit ist', dass etwas passiert. Ich möchte nicht mit Mitte Zwanzig auf meine eine – im Übrigen ziemlich katastrophale – Beziehung zurückblicken und ansonsten gänzlich unerfahren sein....

Ich weiß, diese Formulierung ist ganz furchtbar, aber – findet ihr es 'normal', dass ich mich nicht verliebe? Sollte ich mir darüber Gedanken machen? Ich weiß nicht, ob es einfach an einem Mangel von Gelegenheit liegt oder an mir selbst...
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Hey Lillie,

deine ("furchtbar formulierte" :tongue:) Frage zuerst: Da ich Menschen mit den unterschiedlichsten "Vorlieben" in Bezug auf Verlieben und Nichtverlieben kenne, finde ich es normal.

Solange dich diese Tatsache nicht deprimiert und du nicht das Gefühl hast, dass dir etwas fehlt, ist doch alles in Ordnung. Ich betone hier "Gefühl", denn dass der Verstand ab und zu was anderes sagt, ist klar. Schon alleine deswegen, weil du Menschen siehst, bei denen es ganz anders läuft, muss dein Verstand gelegentlich "warum bin ich anders?" ins Spiel bringen. Das heißt aber nicht, dass (Obacht, Klischeeformulierung) deinem Herzen was fehlt.
Ich persönlich finde es sogar beneidenswert, wenn man sich "einfach nicht verliebt". Das lässt für mich viel eher auf eine gesunde Einstellung zur Liebe schließen. Es ist sicher besser, als sich ständig unglücklich zu verlieben - denn auch dann fragt man sich, ob das normal ist. Eigentlich fragt man sich das immer :zwinker:
Ich denke, irgendwann wird dich jemand absolut umhauen. Vielleicht beruht das auf Gegenseitigkeit und du lachst irgendwann darüber, dass du dir überhaupt darüber Gedanken gemacht hast, nicht normal zu sein.

Die Art und Weise, wie du dich hier ausdrückst, lässt mich vermuten, dass das da oben auf dich zutrifft. Eine andere Möglichkeit (die ich nicht in Betracht ziehe; frag mich nicht warum) wären zu hohe Ansprüche. Gerade wenn man das Gefühl der Verliebtheit nicht kennt (bzw. es lange nicht hatte und wenn, dann in "jungen Jahren"), untertreibt man vielleicht. Man findet jemanden toll, schiebt das aber aus Gewohnheit auf rein freundschaftliche Gefühle ab.

Bevor ich jetzt anfange zum Thema "Wie weiß man, dass man verliebt ist, wenn man es noch nie war?" zu philosophieren und am Ende noch eine "Henne oder Ei?"-Diskussion lostrete, wünsche ich dir einfach viel Erfolg. Lass es langsam angehen, wenn es dir damit gut geht.
Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig "beruhigen" :smile:
 

Benutzer77893 

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Ich weis ganz genau wovon du redest. Auf der anderen Seite ist es vielleicht auch besser, dass man sich nicht verliebt, denn jedesmal Liebeskummer haben, weil es nicht auf Gegenseitigkeit beruht, macht einen auch fertig.

Manchmal mache ich mir dann aber doch Sorgen, ob ich vielleicht gar nicht fähig sein sollte, wirklich tiefe Gefühle für einen Menschen zu entwickeln.

Ich finde das beschreibt die 'Angst' am besten. Klar gibt es Phasen, wo man glücklich ist Singel zu sein oder Phasen wo man tot unglücklich damit ist. Vielleicht auch mal Ängste was verpasst zu haben oder die Frage einen plagt, ob Unerfahrenheit (Beziehung technisch etc.) ein Problem ist. Aber was einen immer wieder ins Grübeln bringt ist genau die Frage, "Bin ich überhaupt fähig so tief zu lieben und oder geliebt zu werden?".

Ich möchte nicht mit Mitte Zwanzig .. zurückblicken und ansonsten gänzlich unerfahren sein....

Nun mit Mitte zwanzig sagst du dann, dass du nicht mit Ende zwanzig so sein willst u.s.w. Aber im Grunde ändert das nix, so lang es nicht wirklich mal richtig funkt...

Ich weiß, diese Formulierung ist ganz furchtbar, aber – findet ihr es 'normal', dass ich mich nicht verliebe? Sollte ich mir darüber Gedanken machen? Ich weiß nicht, ob es einfach an einem Mangel von Gelegenheit liegt oder an mir selbst...

Oh Gedanken habe ich mir viele gemacht und ja vielleicht liegt es am Mangel der Gelegenheiten. Aber ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass es an mir selber liegt. Das ich, du, wer auch immer, dazu fähig ist, richtig zu lieben und nicht nur sich zu verlieben (s.o.), daran Glaube ich feste. Ob das allerdings geschieht und ob und wie man das beeinflussen kann, daran habe ich so meine Zweifel...
 
L

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Gast
Danke für eure lieben und hilfreichen Antworten! :smile:

Die Ideen von den 'zu hohen Ansprüchen' hatte meine Mutter auch bereits in Betracht gezogen. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich habe schon hohe Ansprüche, das ja - jedoch nicht in dem Sinne, dass jemand ganz genau meinen idealisierten Ideen entsprechen muss, sondern dass ich an einen potenziellen Partner die gleichen Ansprüche stelle, die ich auch an mich selbst stelle und dass jemand schon zumindest in groben Zügen diesem Bild entsprechen müsste, damit ich tiefere Gefühle für ihn entwickle.
Im Moment gibt es da jemanden, der in mich verliebt ist. Er ist superlieb, intelligent, gibt sich so viel Mühe und würde mich in einer Beziehung vermutlich auf Händen tragen. Ich habe ihn wirklich gerne, aber ich bin nicht in ihn verliebt, auch wenn mir das so leid tut für ihn. Wenn meine Mutter uns miteinander reden hört, sagt sie oft Dinge wie: "Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du wärst verliebt." Aber so einfach ist es nunmal nicht. Nur weil ich jemanden sehr mag, bin ich doch nicht gleich verliebt.
Und jemand kann noch so lieb, zuvorkommend, lustig und hilfsbereit sein, kann noch so schöne Augen haben, ein noch so ansteckendes Lachen, kann noch so viel für mich tun - wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Sympathie oder eine gewisse Zuneigung reichen ganz einfach nicht aus.

Wenn ich so darüber nachdenke, erscheint mir die Theorie von den mangelnden Gelegenheit doch recht wahrscheinlich. Da ich eher schüchtern bin, lerne ich nicht so oft neue Leute kennen. Ich hatte also hauptsächlich Kontakt zu den Jungen in meiner Schule, und obwohl ich einen geringen Altersunterschied nicht grundsätzlich ablehne, halte ich es schon für möglich, dass ein etwas älterer Partner für mich doch anziehender wäre. Ich scheine leider gerade den Typ Mann interessant zu finden, den ich aufgrund persönlicher Umstände nicht treffe bzw. der mich aufgrund meiner anfangs meist doch sehr zurückhaltenden Art nicht interessant finden würde.

Ich denke wie gesagt oft gar nicht über dieses Thema nach und habe auch nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Andererseits genieße ich das Gefühl, umworben zu werden (auch, wenn es nicht auf Gegenseitigkeit beruht) und erfahre schon eine gewisse Sehnsucht wenn ich jemanden interessant finde, der für mich unerreichbar ist.

Ich scheine auch noch die Art von Mädchen zu sein, die man ernst näher kennenlernen muss, um sie interessant zu finden. Ich werde eigentlich nie angesprochen, aber es ist mir schon mehr als einmal passiert, dass Freunde/Bekannte Gefühle für mich entwickelt haben, nachdem sie mich länger kannten. Ich scheine also zumindest theoretisch gesehen nicht ganz chancenlos bei Männer zu sein, das ist zumindest ein kleiner Lichtblick.

Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr! ♥

Lillie
 

Benutzer77893 

Meistens hier zu finden
Und jemand kann noch so lieb, zuvorkommend, lustig und hilfsbereit sein, kann noch so schöne Augen haben, ein noch so ansteckendes Lachen, kann noch so viel für mich tun - wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Sympathie oder eine gewisse Zuneigung reichen ganz einfach nicht aus.

Eben und daran wirst du nix ändern können. Allerdings frage ich mich ob vielleicht die Zeit dabei doch eine Rolle spielt?!

Wenn ich so darüber nachdenke, erscheint mir die Theorie von den mangelnden Gelegenheit doch recht wahrscheinlich. Da ich eher schüchtern bin, lerne ich nicht so oft neue Leute kennen.

Nun daran wirst du auch nix ändern können. Du wirst immer ein eher schüchtern und zurückhaltend, sein auch wenn du es ein paar mal schaffst Leute anzusprechen.

Ich denke wie gesagt oft gar nicht über dieses Thema nach und habe auch nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt.

Mit 20 vielleicht nicht, aber ich wünsch dir das du immer so unbeschwert bleibst.


Ich scheine also zumindest theoretisch gesehen nicht ganz chancenlos bei Männer zu sein, das ist zumindest ein kleiner Lichtblick.

Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr! ♥

Nein Chancenlos ist man bestimmt nicht! Ich wünsch dir auch ein guten Start in neue Jahr!
 
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