Ich bin zu still ...

Benutzer153159  (32)

Ist noch neu hier
Hallo zusammen,

ich glaube ich brauche einen Rat.

Ich bin seit einem halben Jahr in einer Beziehung und würde mal behaupten dass wir gut harmonieren und ansonsten auch alles in Ordnung ist.
Wir sind relativ schnell zusammengezogen und ich bin mir sicher dass er der Mann fürs Leben ist. Ich denke auch dass er mich liebt und für ihn auch alles prima ist.

Allerdings lässt er häufig verlauten, dass ich nicht viel Rede und er manchmal nicht weiß was in mir vorgeht. Wenn wir beispielsweise zusammen Essen gehen, beobachte ich gerne was so um mich herum geschieht und merke manchmal gar nicht, dass wir uns die letzten 15 min. nicht unterhalten haben. Auch wenn wir im gemeinsamen Auto sitzen rede ich wohl nicht wirklich viel ...
Er meint zwar immer es stört ihn nicht wirklich, aber ich habe Angst dass ich ihn langweile und dass er es auf Dauer nicht aushält, der Alleinunterhalter zu sein ...
Ich weiß aber nicht wie ich das Problem in den Griff bekommen soll geschweige denn was ich so erzählen soll ... Generell bin ich einfach ein sehr stiller Mensch, in mich gekehrt und mache all meine Probleme irgendwie selbst mit mir aus.
Wir haben ein gemeinsames Hobby - Brettspiele. Aber auch da fallen mir selten Themen ein die ich als Gesprächseinstieg nutzen könnte.
Über die Arbeit kann ich auch selten spannendes erzählen. Irgendwie habe ich wirklich Angst ihn zu verlieren und dass er sich nicht vorstellen kann mich ewig so still zu ertragen.
Kennt ihr Ähnliches oder seid ihr vielleicht auch eher ein stillerer Zeitgenosse?
Über ein paar Tipps und Erzählungen würde ich mich wirklich freuen!
 

Benutzer95143 

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Über die Arbeit kann ich auch selten spannendes erzählen.
Es muss vermutlich auch gar nichts spannendes sein. Allein dass du ihm was erzählst vermittelt ihm wahrscheinlich das Gefühl, dass du ihn an deinem Leben teilhaben lässt. Dadurch fühlt man sich dem Partner einfach näher.

Führst du das Gespräch mit ihm denn weiter, wenn er eins beginnt oder hörst du ihm dann nur zu?
 

Benutzer1515  (41)

Previously MrX
D dandelion.lady
Ich denke, jeder muss seinen Partner nehmen so wie er/sie ist. Du bist so wie du bist und dich jetzt für deinen Partner zu verbiegen wäre der falsche Weg!
Du kannst ihn allerdings einfach nochmal drauf ansprechen, wenn ihr in Ruhe zusammen sitzt und ihm von deinen Sorgen erzählen. Gute Kommunikation (ich meine damit die Qualität und nicht die Quantiät) ist nämlich sehr wichtig in einer guten Partnerschaft. Ihr solltet über alles reden können.
Wenn es dir Sorgen macht, dann rede mit ihm drüber. Was genau mag er nicht? Was denkt er wenn du nichts sagst? usw.
Wenn er sowas erwähnt, ist das nämlich SEIN Problem und nicht deins. Natürlich solltest du es deswegen nicht einfach ignorieren, aber ändere dich nicht, nur weil ER sich UNWOHL fühlt. Dir geht es doch gut mit dem Schweigen, oder? Also! :zwinker:

Rede mit ihm. Höre dir dazu seine Sorgen an. Ich bin mir sicher ihr findet eine Lösung. :smile:
 

Benutzer154017  (28)

Verbringt hier viel Zeit
D dandelion.lady

Wenn er sowas erwähnt, ist das nämlich SEIN Problem und nicht deins. Natürlich solltest du es deswegen nicht einfach ignorieren, aber ändere dich nicht, nur weil ER sich UNWOHL fühlt.

Whoa dasn bisschen hart finde ich. Sie soll hier nichts machen was gegen ihren Willen ist oder sonnstiges das hat nichts mit verbiegen für den Partner zutun, eher Entwickung für die Beziehung.

zu TE:

Kann das vollkommen nachvollziehen, meine Freundin ist auch ruhig vorallem beim Autofahren da muss ich sie auch öfters drauf ansprechen. Ich umgehe das indem ich einfach viel Frage, wie ihr Tag war oder die Arbeit und und.

Du schreibst du beobachtest beim Essengehen deine Umgebung, beziehe ihn doch mit ein und teile mit ihm was du Wahrnimmst und tratscht bzw lästert ein wenig. Oder beim Autofahren kannst du deine Gedanken mit ihm teilen, über Nachrichten oder die Lieder sprechen die gerade laufen, Singen oder einfach über deinen Tag sprechen, egal wie langweilig es war es geht hier nur um die Konversation selbst.

Hoffe das ist jetz nicht zuwirr...
 

Benutzer140686  (32)

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Ich bin auch ein sehr stiller Mensch, der sehr in sich gekehrt ist.
Früher hielt ich das auch für ein "Problem". Mittlerweile hat sich meine Sicht aber geändert.
Wenn ich dann nämlich mal etwas zu sagen habe, dann wird mir auch zugehört.

Und ehe man den ganzen Tag irgendwelche Sachen von sich gibt die für andere völlig irrelevant sind sollte man vielleicht lieber mal schweigen.

Beispiel: Meine Schwägerin.
Wenn wir bei unseren Familientreffen gemeinsam grillen etc. und am Tisch sitzen und uns unterhalten ist sie immer diejenige, die am meisten erzählt. Meistens über ihre Arbeit und was da in den letzten Wochen wieder alles negatives passiert ist. Da kann sie sich stundenlang drüber aufregen. Ob es jemanden interessiert oder nicht. Wenn das passiert verziehe ich mich meistens ganz schnell.

Sie es also bitte nicht als "Problem". Ich hasse diese Wort.
An deiner Stelle würde ich es als Herausforderung betrachten. Versuche öfters darüber zu reden wie du dich fühlst und was in dir vorgeht. Er will sicher einfach nur ab und zu eine ehrliche Rückmeldung :smile:
 

Benutzer79820 

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Allerdings lässt er häufig verlauten, dass ich nicht viel Rede und er manchmal nicht weiß was in mir vorgeht. Er meint zwar immer es stört ihn nicht wirklich, aber ich habe Angst dass ich ihn langweile und dass er es auf Dauer nicht aushält, der Alleinunterhalter zu sein ...

Er sagt doch selbst, dass es ihn nicht wirklich stört, außerdem warst Du bestimmt schon so, als ihr zusammengekommen seit, weswegen er Dich mit deiner Persönlichkeit mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auch lieben gelernt hat.

wir gut harmonieren und ansonsten auch alles in Ordnung ist.

Siehst Du, ansonsten scheint zwischen euch alles in Ordnung zu sein. Was Du aber machen kannst ist, ihm deine grundsätzlichen Ängste mal mitzuteilen, damit er weiß, was in Dir vorgeht. Vielleicht lösen sich dadurch die Ängste auf.

Whoa dasn bisschen hart finde ich. Sie soll hier nichts machen was gegen ihren Willen ist oder sonnstiges das hat nichts mit verbiegen für den Partner zutun, eher Entwickung für die Beziehung.

Wenn sie nichts gegen ihren Willen machen soll, warum soll sie dann ihre grundsätzliche Natur eines stillen Typ als Mensch ändern? Was ist denn so falsch daran? Müssen alle Menschen gleich sein oder wie? Genauso gut, könnte doch ihr Partner ruhiger und stiller werden, würdest Du das dann auch mit dem Argument der Entwicklung in einer Beziehung beantworten?

Sie soll sich doch schließlich nicht verändern oder verbiegen, aus der Angst heraus, ihren Partner mit ihrer eigentlich Art deswegen verlieren zu können... Möglicherweise kann sie an der einen oder anderen Sache arbeiten, aber da die beiden eine Beziehung führen, ist das genauso auch seine Aufgabe, dies ebenfalls zutun. Und dazu gehört auch gegenseitiger Respekt, so sein zu dürfen, wie man ist und dem anderen die freie Persönlichkeitsentfaltung zu überlassen. Ich schätze mal, dass es das ist, was hiccups hiccups zum Ausdruck bringen wollte. Im übrigen, empfinde ich persönlich seine Worte nicht als zu hart.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer101597  (64)

Sehr bekannt hier
Du sagst du sitzt gerne rum un beobachtest das was um dich herum geschieht. Du könntest ihm erzählen wie du das wahrnimmst. Wenn er weltbewegende Worte haben wollte würde er hochtrabende Literatur lesen. Aber er möchte lieber hören was in dir vorgeht. Das wichtige dabei bist Du, nicht die Worte.
 

Benutzer68742 

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Off-Topic:
Ich bin auch ein sehr stiller Mensch, der sehr in sich gekehrt ist.
Früher hielt ich das auch für ein "Problem". Mittlerweile hat sich meine Sicht aber geändert.
Wenn ich dann nämlich mal etwas zu sagen habe, dann wird mir auch zugehört.

Und ehe man den ganzen Tag irgendwelche Sachen von sich gibt die für andere völlig irrelevant sind sollte man vielleicht lieber mal schweigen.

Beispiel: Meine Schwägerin.
Wenn wir bei unseren Familientreffen gemeinsam grillen etc. und am Tisch sitzen und uns unterhalten ist sie immer diejenige, die am meisten erzählt. Meistens über ihre Arbeit und was da in den letzten Wochen wieder alles negatives passiert ist. Da kann sie sich stundenlang drüber aufregen. Ob es jemanden interessiert oder nicht. Wenn das passiert verziehe ich mich meistens ganz schnell.

Sie es also bitte nicht als "Problem". Ich hasse diese Wort.
An deiner Stelle würde ich es als Herausforderung betrachten. Versuche öfters darüber zu reden wie du dich fühlst und was in dir vorgeht. Er will sicher einfach nur ab und zu eine ehrliche Rückmeldung :smile:
Mir ist es in der Vergangenheit schon oft so vorgekommen, als wären Männer, die überwiegend herumsitzen und schweigen eher die "coolen, geheimnisvollen" Typen, während Frauen, die sich ebenso verhalten, dann irgendwie als "graue, zurückhaltende Mäuschen" gelten... :confused:


Liebe TS, mir geht es da ähnlich wie dir. Bzw. ging, denn inzwischen komme ich damit klar und alle um mich herum zum Glück auch. Bei meinem Freund habe ich mir angewöhnt, einfach immer das auszusprechen, was mir gerade durch den Kopf geht. Auch wenn es vielleicht blöd oder peinlich oder uninteressant ist. :grin: Ich trage sozusagen meinen inneren Dialog, was ich über Dinge denke, die ich gerade sehe, nach außen. Er macht das auch so und da kommen dann manchmal ganz schön absurde Gespräche zustande, aber es ist auch sehr lustig. :zwinker:

Bei Freunden- oder Familientreffen höre ich auch gerne mal zu, da haben sich inzwischen alle dran gewöhnt. Am Anfang wurde noch gefragt, ob alles okay ist, aber mittlerweile wisssen sie's. Ich sag dann halt nur was zu Themen, die mich interessieren bzw. wo ich dann z.B. ne andere Meinung zu habe oder einen Gedanken, der noch nicht geäußert wurde. Aber das geht nicht auf Krampf. Entweder passiert es oder eben nicht.
Solange man sich mit sich selbst wohlfühlt, sehe ich da auch überhaupt keinen Grund, sich zu etwas zu zwingen, wobei man sich nicht wohl fühlt.
 
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