AMA Ich bin homosexuell - AMA <3

Benutzer150418 

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Servus :winkwink:

Da ich vermute, es gibt bzgl. Homosexualität noch so viele Vorurteile, Unkenntnis, Unwissen... möcht ich hiermit die Chance geben, Abhilfe zu schaffen.

Ich bekomme schließlich auch ziemlich oft PN in denen mir mit oder ohne Kontext diverse Fragen wegen meiner Homosexualität gestellt werden. :seenoevil: Gehe also schon davon aus, es besteht Bedarf.

Ich stell mich zur Verfügung für jegliche Anliegen. :smile:
 

Benutzer96776 

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Hallo Mondi,

dann fangen wir doch mal mit den Basics an: Wann und wie hat sich deine Homosexualität erstmals bemerkbar gemacht?

Entsprichst du dem typischen "Klischee" eines Schwulen (hierbei wäre natürlich interessant, wie du persönlich dieses Klischee überhaupt definieren würdest?)
 
A

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Gast
Haha, dann pack ich mal eine blöde Frage aus! Also ich stehe ja z.B. auf Männer - wenn ich schwule Szenen im Fernsehen oder z.B. Schwulenpornos sehe, dann finde ich das ziemlich gut :grin: Wirst du auch von heterosexuellen Szenen erregt? Immerhin ist da ja auch ein Mann im Spiel. Oder ist das aufgrund von der anwesenden Frau dann zunichte gemacht?
 

Benutzer102673 

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Gibt es wirklich diesen krassen Unterschied von "in der Szene", wo man ...ich sag mal: wild in der Gegend herumpoppt und "nicht in der Szene", wo monogam und den Klischeevorstellungen von hetero-Pärchen entsprechend - also "normal und unauffällig", unspektakulär, vielleicht auch mit Familienwunsch, gelebt wird?
 
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Ach, das finde ich jetzt mal einen guten AMA.
Wie geht Dir das mit dem heterosexuellen-Männer-Spruch: "Ich habe ja nix gegen Schwule, solange sie unter sich bleiben."
Also ich bekomme da regelmäßig PMS und habe schon so manche nervenaufzehrende Diskussion geführt! Weiß eigentlich irgend jemand wo genau sich dieses "untersich" befindet? Wie sollen homosexuelle Männer denn genau dieses Ansinnen erfüllen?
Auf Nachfragen bezieht sich das dann häufig aufs anbaggern, wohingegen ein Nachhaken ob diese Herren denn schon mal entsprechend abgebaggert wurden beantwortet werden mit: "Nein, aber falls ..." Heterosexuelle und homosexuelle Frauen müssen doch auch damit leben evtl. angesprochen zu werden obwohl sie es nicht möchten, da verstehe ich einfach den Anspruch homosexuelle Männer sollen nur in Schwulenbars o.ä. auf Partnersuche gehen einfach nicht.
Wie ist das: bin ich da zu empfindlich und Du selbst nimmst sowas recht locker oder trifft Dich das und Du fühlst Dich da nicht gerecht behandelt?
 

Benutzer150418 

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Ach, wie schön dass Interesse besteht. Das freut mich. :seenoevil:

seit wann bist du verlobt? :eek::thumbsup:
Das will ich jetzt auch wissen! :eek:
Kriegen wir Details im entsprechenden Thread? :smile:
:seenoevil::ashamed:
Noch nicht lange. Seit wenigen Wochen. Die Umstände sind sehr, sehr persönlich, weil Mondi Krankenhaus. :seenoevil: War deswegen etwas vorsichtig mit Details, weil unschöne Details so sehr neben schönen Details stehen und ich die Story nicht erzählen kann ohne auch ersteres zu erwähnen. Aber... mh... ich denk drüber nach über den entsprechenden Thread. Ich werds euch bei Gelegenheit erzählen. :smile:

Wann und wie hat sich deine Homosexualität erstmals bemerkbar gemacht?
Eigentlich immer schon, also bereits im Kindergarten. Ich hab mich nie für Mädchen interessiert und Pornohefte fand ich eher anatomisch interessant, aber konnte nicht verstehen, warum Jungs immer so verrückt darauf waren nackte Mädchen und Frauen zu sehen (im Schwimmbad z. B.) - ich hab eher den Männern auf die Badehose geguckt, weil sich das richtiger angefühlt hat. Damals hatte ich jedoch noch keine Hintergedanken. Ich fing aber schon bereits zu dieser Zeit an immer wieder für Männer im Bekanntenkreis zu schwärmen und ihre Nähe zu suchen, wollte von ihnen wahrgenommen werden, so wie Männer normalerweise Frauen wahrnehmen. :seenoevil:
Bei so Kinderspielen (Mutter, Vater, Kind :tongue:) hatte ich nichts dagegen, die Frau zu sein, im Gegenteil, ich bin total darin aufgegangen "meinen Mann" dann zu verwöhnen und mich um ihn zu kümmern und in Mädchensachen gesteckt zu werden. Die Mädchensachen fand ich zwar blöd, aber es hat mir geholfen von Jungs so wahrgenommen zu werden wie ich mir das unterbewusst schon damals gewünscht hab.
Ich hab für Schauspieler und Musiker bereits ganz früh schon auf eine andere Weise geschwärmt als andere Jungen in meinem Alter. Das hatte schon einen romantischen Background. Ich hab eifersüchtig und traurig reagiert, wenn männliche Freunde von mir dann irgendwann mit Mädchen gegangen sind. Als ein Grundschulfreund von mir dann mit einem Mädchen ständig Doktorspiele gemacht hat (wir waren zwischen 5 und 7) war ich tief verletzt, weil er nicht mich dafür haben wollte... also das waren schon klare Anzeichen.
Aber da ich ein totaler Spätzünder war, ist mir die Bedeutung nicht klar gewesen. Selbst als es dann irgendwann (so zwischen 10 und 12) zu erstem Kopfkino kam in dem nur Männer eine Rolle gespielt haben, hab ich mir noch nichts dabei gedacht. Auch weil es in meinem Umfeld nicht so erwünscht war schwul zu sein und ichs deswegen so lang es nur möglich war, verdrängt hab.

Entsprichst du dem typischen "Klischee" eines Schwulen (hierbei wäre natürlich interessant, wie du persönlich dieses Klischee überhaupt definieren würdest?)
Na, ich hoffe doch nicht, dass ich diesem "Klischee" entspreche. :seenoevil: Ich würde sagen, Nein. Ich finde es auch immer etwas dämlich von "Klischee" zu sprechen (obwohl ichs selbst schon ab und zu mal tue :tongue:), weil ich eigentlich niemanden kenne, der zu 100% diesem Klischee entspricht und dass man in einigen Punkten mal die Erwartungen trifft, das kann selbstverständlich passieren - so wie eben auch Beamte, Frauen, Polizisten etc. auf die Schippe genommen werden. Klischees sind eigentlich reine Selbstironie mMn. Egal ob bewusst unter unterbewusst.
Das Klischee wirft in den Medien immer alles zusammen, was man sich unter "schwul" so verstellen kann und macht da auch keine Unterschiede zwischen transsexuell, rosa, merkwürdigem Gang... :seenoevil: Bei Bauer sucht Frau war vor Ewigkeiten mal ein Typ, der diesem Klischee weitgehend entsprochen hat, solche Jungs und Männer kenne ich auch persönlich und meistens komme ich nicht mit ihnen klar, weil sie empfindlicher und zickiger sind als Klischee-Frauen. :grin:
Ich entspreche diesem Klischee absolut nicht und wenn mir jemand mal so einen Spruch an die Rübe haut "Haha, voll das Klischee.", kotzt mich das ehrlich gesagt ziemlich an, weil ich mit Schubladendenken nicht klar komme und nicht einseh warum ich ein Klischee erfülle, wenn ich z. B. meinen Schatz bekoche und ihm das Essen für die Arbeit richte und Spaß dran habe Kuchen zu backen. Es gibt auch Heteros die das machen und da kommt eher kaum jemand auf die Idee ihnen zu unterstellen, sie wären klischeeschwul. :X3:

Wirst du auch von heterosexuellen Szenen erregt? Immerhin ist da ja auch ein Mann im Spiel. Oder ist das aufgrund von der anwesenden Frau dann zunichte gemacht?
Eigentlich wollte ich jetzt gleich heftig verneinen... :seenoevil:
Aber es gibt durchaus auch Ausnahmen. Ich unterscheide da zwischen "heterosexuelle Szene" und "Porno". In einem Porno bin ich abgeturnt bis verstört. Weibliche Genitalien lösen in mir negative Gefühle aus (um es mal vorsichtig auszudrücken). Vor allem wenn dann noch Cunnilingus praktiziert wird, würde ich traumatisiert meinen Schokoriegel weg legen. Ein Mann, der im Porno eine Frau begehrt, sichtlich heiß auf sie ist, in sie eindringt, ist für mich als Mann komplett uninteressant. Da tut sich nix mehr. Egal wie schön und attraktiv dieser Mann ist. (Wenn ich in der Öffentlichkeit eine Erektion vermeiden möchte, muss ich mir nur meinen Partner mit einer Frau vorstellen und das, obwohl ich sonst schon erregt bin wenn ich ihn nur oben ohne sehe.) Heterosexualität ist für mich so ein heftiges k. o. Kriterium als wäre der Mann ein Politiker, der nur von Politik quatscht oder der einem anderen Beruf nachgeht mit dem ich nicht klar komme. Ich könnte mich von einem Metzger, der Fleisch anfasst und sich in den Mund steckt genauso wenig anfassen und küssen lassen wie von einem Mann der Sex mit Frauen hat. Und das spiegelt sich dann auch in meiner Reaktion auf solche Szenen.
Gilt aber nur für Pornos.
Szenen in Filmen können mich durchaus erregen. Ich bin nämlich auch Brüsten normalerweise nicht abgeneigt und diese Hochzeitsnacht-Szene in Twilight :seenoevil: gefiel mir sehr. Lustigerweise aber wegen Bella. Und weil das einfach so realistisch und schön umgesetzt war, wie ich Sex selbst gerne mag. :ashamed: Also... es passiert manchmal. Es kommt auch vor, dass mich zwei Frauen erregen können - solang sie nur küssen und ihre Brüste berühren. Obwohl... nein, in Queer as Folk macht das Pärchen mehr als nur das und die Szenen haben mich immer fasziniert bis erregt. Das gilt aber ganz sicher für die meisten Schwulen nicht. Das ist bei mir individuell aus Gründen, die ich nicht unbedingt verstehe aber ich freu mich drüber nicht dem Klischee zu entsprechen, weg zu rennen, sobald ich eine nackte Frau sehe.

Gibt es wirklich diesen krassen Unterschied von "in der Szene", wo man ...ich sag mal: wild in der Gegend herumpoppt und "nicht in der Szene", wo monogam und den Klischeevorstellungen von hetero-Pärchen entsprechend - also "normal und unauffällig", unspektakulär, vielleicht auch mit Familienwunsch, gelebt wird?
Also diesen krassen Unterschied gibt es durchaus - aber nicht zwischen Szene und außerhalb der Szene. Es gibt auch Szene-Gänger die nach dem Richtigen suchen und den Wunsch auf Familie haben, aber das Sich Ausleben sich einfach erstmal richtiger anfühlt.
Ich kenne hinreichend Männer, die nicht in der Szene sind, aber trotzdem wild durch die Gegend poppen und nichts anderes im Kopf haben als sich über Gayromeo für jeden freien Abend einen anderen Typen anzulachen. Auf Gedanken an Monogamie, Familie etc. reagieren diese Männer empfindlich, weil sie das Hetero (Klischee) Leben so stark ablehnen und damit nicht in Verbindung gebracht werden wollen.
Man kann mMn eigentlich auf jeden Fall dieses Verhalten mit Heteros vergleichen die sich nur durch die Gegend vögeln - genau betrachtet gibt es bei Heteros diese "Szene" nämlich auch. Auf die Mehrheit der schwulen Männer trifft es jedoch nicht zu.
Die Szene ist mM und Erfahrung nach eigentlich vor allem auch dazu da, Männer außerhalb des Internets kennen zu lernen und durchaus auch in vielen Fällen für eine feste Beziehung. Ich kann da allerdings nur für meinen Bekanntenkreis sprechen.
Ich hab das nie anders empfunden als es bei Heteros auch der Fall ist. Notorischen Party- und Discogängern würde man ja auch nicht unbedingt unterstellen, sie suchen da jemanden fürs Leben. Und trotzdem finden sie ggf. jemanden oder suchen später danach. So ist es mit den Schwulen auch.

Ach, das finde ich jetzt mal einen guten AMA.
Wie geht Dir das mit dem heterosexuellen-Männer-Spruch: "Ich habe ja nix gegen Schwule, solange sie unter sich bleiben."
Also ich bekomme da regelmäßig PMS und habe schon so manche nervenaufzehrende Diskussion geführt! Weiß eigentlich irgend jemand wo genau sich dieses "untersich" befindet? Wie sollen homosexuelle Männer denn genau dieses Ansinnen erfüllen?
Auf Nachfragen bezieht sich das dann häufig aufs anbaggern, wohingegen ein Nachhaken ob diese Herren denn schon mal entsprechend abgebaggert wurden beantwortet werden mit: "Nein, aber falls ..." Heterosexuelle und homosexuelle Frauen müssen doch auch damit leben evtl. angesprochen zu werden obwohl sie es nicht möchten, da verstehe ich einfach den Anspruch homosexuelle Männer sollen nur in Schwulenbars o.ä. auf Partnersuche gehen einfach nicht.
Wie ist das: bin ich da zu empfindlich und Du selbst nimmst sowas recht locker oder trifft Dich das und Du fühlst Dich da nicht gerecht behandelt?
Puh... schwierige Frage - weil mich das natürlich auch emotional sehr beschäftigt.
Ich würde da erstmal unterscheiden zwischen "unter sich bleiben" und "mich in Ruhe lassen". Ich kenne eher die Formulierung "...solang sie mich in Ruhe lassen." Darauf reagiere ich je nach Tagesform mit einem müden Lächeln, rollenden Augen oder aber auch mal Wut und Unverständnis. Es nervt einfach wenn man es immer wieder hört und ich mag es nicht wenn mir mit solchen Aussagen unterstellt wird, ich könnte als Schwuler meine Finger nicht bei mir behalten und würde jeden halbwegs attraktiven Kerl sofort bespringen wollen.
Gleichzeitig ist mir aber klar, das ist nur eine dumme Floskel und man denkt sich nichts dabei - ich könnte ja im Prinzip das gleiche über Frauen sagen. Ich finde Vaginas auch ganz toll und praktisch - solang ich damit nicht konfrontiert werde. Ich finde Frauen super - solang sie mich nicht angrabbeln. So red ich aber nicht. Weil ich selbst in der Situation bin und weiß wie sich der halb ausgesprochene Vorwurf anfühlt. Menschen die nicht in so einer Situation sind fehlt das Einfühlungsvermögen aber das bedeutet noch nicht, dass es böse gemeint ist.
Ich hab jedenfalls durchaus viel Verständnis dafür, dass ein Hetero keinen Bock hat von mir angebaggert zu werden. Frauen gefällt das ja schließlich auch nicht, wenn sie von Männern angemacht werden die absolut nicht ihrem Beuteschema entsprechen. Und bei Heteros zeigt sich dann bei einer Anmache wahrscheinlich das Kopfkino dass der Homosexuelle ihn in den Po ficken will und ich kann sehr gut verstehen, dass manch ein Macho damit nicht konfrontiert werden will.
Selbst mein Partner findet sowas extrem unangenehm und hasst es angemacht zu werden - von anderen Männern. Der Gedanke jemand will ihm an den Hintern verstört ihn (nur ich darf das :grin:) und er würde auch jedem Kerl der ihn anmacht unterstellen er will sofort und auf der Stelle Schweinkram mit ihm anstellen. Wenn ich selbst so einen Mann zu Hause hab, kann ich mich eigentlich nicht über Heteros aufregen... :grin:
Ich hab auch schon von Frauen die nicht dem Schönheitsideal entsprechen unschöne Geschichten gehört, wie fies sie von Männern runter gemacht worden sind, wenn sie die Initiative ergriffen haben. Das ist in meinen Augen das gleiche. Es passt auf jedes "Handicap".
Das "unter sich bleiben" dagegen finde ich richtig übel - hab ich auch schön gehört, wenn auch glücklicherweise seltener. Für mich klingt das danach, als würde man sich für Schwule ein Ghetto wünschen. Aber ich glaube auch hier, mindestens die Hälfte der Leute die so einen Spruch bringen meinen es nicht so wie es klingt. Wie du schon sagst - wenn es nur aufs Anbaggern bezogen ist, gehe ich weitgehend locker damit damit.
Aber wenn es tatsächlich so gemeint ist, dass Schwule sozial nicht erwünscht sind, dann geht mir das sehr nah und stürzt mich wieder in Selbstzweifel und den Wunsch mich zu verkriechen und nie wieder jemanden mit meiner Existenz zu belästigen. Es war und ist für mich auch nicht immer leicht, mich so zu akzeptieren.

Ich bin bei sowas auch ein bisschen vorbelastet und kann nicht immer locker mit Generalverdacht umgehen. Bis vor knapp zwei Jahren hatte ich einen Freund der mit seiner Partnerin ein Kind hatte. Er selbst kannte mich gut und wollte oft, dass ich auf den Jungen aufpasse, hat sich nichts dabei gedacht, wenn er auf meinem Schoß sitzen wollte, weil er so besser an meinen Ohrringen spielen konnte, mich besser umarmen konnte etc.... :grin: Aber seine Freundin ist da immer ausgerastet und wollte auch auf keinen Fall dass ich mit dem Jungen alleine bin. Ein Teil von mir hat sich eingeredet "Sie ist seine Mutter, sie darf das, ich kann das verstehen."
Aber in Wirklichkeit fand ichs furchtbar wie ein Sexualstraftäter behandelt zu werden. Allein schon dass man mir sowas zutraut hat mich sehr verletzt und sowas begegnet einem als Schwuler eben schon häufig. Sollten mein Partner und ich uns ein Kind adoptieren irgendwann, dann auf gar keinen Fall einen Jungen. Das wäre nicht auszuhalten. :frown:
Das sind dann eben solche Dinge, die mich wirklich treffen und verletzen.

Dafür nicht angemacht werden zu wollen kann niemand was. Aber dafür, so zu denken, Schwulen solche Sachen zu unterstellen, Schwule am liebsten in einem Ghetto unter sich sehen zu wollen, dafür kann man was... wobei ich da auch schon so fair bin zu sagen, dass es okay ist, solang man den Willen zeigt etwas an seinem Unwissen zu ändern. Wenn man Ängste hat, handelt man nicht immer rational. Grad wenn jm. wirklich mal schlechte Erfahrungen mit Schwulen gemacht hat kann ich es gut verstehen, wenn Ängste dann zu Vorurteilen und Hass führen. Das ist menschlich und ich habe selbst meine eigenen Dämonen auf anderen Baustellen und ich erwarte nichts von anderen was ich selbst nicht erfüllen kann. :smile:
 

Benutzer89539 

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Falls ihr ein Mädchen adoptieren solltet, würdet ihr dann eine Freundin bitten, die Aufklärung etc. zu übernehmen?
 

Benutzer71015 

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Falls ihr ein Mädchen adoptieren solltet, würdet ihr dann eine Freundin bitten, die Aufklärung etc. zu übernehmen?
Ich muss da einfach mal einhaken, sorry... Bei wie vielen Jungen wird bitte danach gefragt, wenn sie von alleinerziehenden Müttern und ausschließlich weiblichen Lehrkräften aufgeklärt werden? Ich glaube, ein Mädchen hat es sehr viel leichter, eine gleichgeschlechtliche Bezugsperson für die Aufklärung zu finden, als ein Junge.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
Off-Topic:

Ich muss da einfach mal einhaken, sorry... Bei wie vielen Jungen wird bitte danach gefragt, wenn sie von alleinerziehenden Müttern und ausschließlich weiblichen Lehrkräften aufgeklärt werden? Ich glaube, ein Mädchen hat es sehr viel leichter, eine gleichgeschlechtliche Bezugsperson für die Aufklärung zu finden, als ein Junge.
Ich weiß, ich wurde ja auch von meiner Mutter aufgeklärt. Aber man sieht das manchmal in Filmen und Serien, daher frag ich nach.
 

Benutzer150418 

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Falls ihr ein Mädchen adoptieren solltet, würdet ihr dann eine Freundin bitten, die Aufklärung etc. zu übernehmen?
Gute Frage. :grin: Darüber hab ich noch nie nachgedacht.
Das würde sich zeigen, mit den Jahren. Also wie weit der Vertrauensverhältnis geht, ob sie von selbst auf uns oder einen von uns zukäme mit solchen Fragen, ob sie sich uns von sich aus öffnet. Ich halte es schon für sehr wichtig, dass das Mädchen auch eine weibliche Bezugsperson hätte und wahrscheinlich würden wir dann auch zusätzlich eine Freundin darum bitten das zu übernehmen, damit das Mädchen sich einfach wohler und verstandener fühlt. Ich könnte mich mit bestimmten Fragen auch nicht an eine Frau wenden weils einfach manchmal schon das eigene Geschlecht sein muss und ich maße mir nicht an, dass ich pädagogisch der richtige Ansprechpartner für so etwas intimes bin.
Aber prinzipiell könnte ich persönlich mir gut vorstellen meinen Beitrag dazu auch selbst zu leisten.
Allerdings spielt da psychologisch auch viel mehr eine Rolle und ich weiß nicht wie gut das mit einem Mädchen funktionieren würde. Das Kindeswohl hat schließlich oberste Priorität und ich möchte mir dann nicht irgendwann Vorwürfe machen und Schuldgefühle haben, weil wir mit unseren "egoistischen" Wünschen diesem Kind die Chance auf eine Mutter genommen haben. Was natürlich auch auf einen Jungen zuträfe...
Bei einem Mädchen sehe ich das Problem auch vor allem in der Pubertät - ich hätte Angst davor sie emotional irgendwie zu "schädigen" oder zu verletzen, weil ich nun einmal keine Mutter ersetzen und vllt. Erwartungen nicht erfüllen könnte.
Mädchen kommen meines Wissens nach ja irgendwann in das Alter, in dem sie sich vor der Vaterfigur/vor Männern schämen. Ich weiß nicht ob das bei schwulen Männern anders wäre und was man mit der Erziehung beeinflussen kann. Aber Scham und Unbehagen weil sie mit zwei Männern unter einem Dach leben muss, wäre ihr nicht zuzumuten...

Ich denke, man merkt hier an meiner Antwort auch klar, wie sehr ich selbst von Vorurteilen geprägt bin und wie unsicher deswegen. Und wie viel Angst ich eigentlich auch vor der intoleranten Gesellschaft oftmals noch habe. :unsure:
 

Benutzer28811  (32)

Meistens hier zu finden
Hallo Mondfinsternis :winkwink:

mich würde interessieren, ob es in eurer Beziehung (herzlichen Glückwunsch zur Verlobung übrigens:love:) eine Art Rollenverteilung gibt oder ist das eher ein Klischee?

Liebe Grüße
 

Benutzer71015 

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Off-Topic:
Aber man sieht das manchmal in Filmen und Serien, daher frag ich nach.
Weil das, so wie ich das sehe, wieder so ein unterstelltes Schwulenklischee ist. Der Schwule kann das nicht allein, bei der Mutter interessiert es aber keinen. Sicher ist in allen Fällen eine gleichgeschlechtliche Bezugsperson hilfreich (nicht zwingend), aber dass hier in der gesellschaftlichen Betrachtungsweise ein Unterschied gemacht wird, finde ich schon wieder hochgradig nervig.
 

Benutzer150418 

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Hallo Mondfinsternis :winkwink:

mich würde interessieren, ob es in eurer Beziehung (herzlichen Glückwunsch zur Verlobung übrigens:love:) eine Art Rollenverteilung gibt oder ist das eher ein Klischee?

Liebe Grüße
Danke. :ashamed:

Also das mit der Rollenverteilung ist kein Klischee, sondern bei der Mehrheit der homosexuellen Männer die ich kenne trifft es tatsächlich zu, dass sie für ihre Beziehung eine feste Rollenverteilung (mit oder ohne Ausnahmen) anstreben.
Unterscheiden würde ich da auch die Rollenverteilung in Sex und Alltag.
Beim Sex mögen die meisten das eine oder das andere lieber.
Im Alltag käme ich z. B. nicht mit einer Rollenverteilung klar. Dass mein Partner nichts mit Kochen etc. anfangen kann halte ich eher für Zufall. Er interessiert sich dafür eben nicht. Tut auch nicht jede Frau. Dafür weiß er aber wie man Fenster putzt, den Abwasch macht, die Betten... er kennt sich in der Küche ebenso gut aus wie ich und hat nicht diese Klischee-Männerprobleme wie Klamotten rumliegen lassen und dergleichen. Er wäscht, bügelt und putzt das Klo ohne dass man ihn darum bitten muss. Wer grad Zeit hat und Arbeit herum liegen sieht, der kümmert sich drum. Meist "streiten" wir uns sogar drum, wer was erledigen "darf" weil wir es beide nicht dem Geliebten zumuten wollen. :grin: Vieles wird auch einfach gemeinsam erledigt, weil man dann mehr Zeit füreinander hat. Sofern er zu Hause ist, lässt er mich nicht alleine in der Küche stehen und ich kann durchaus auch Auto waschen und Reifen wechseln, wenn er keine Zeit dafür hat. (Wäre allerdings gut, er zieht dann nochmal die Schrauben nach...:seenoevil:)

Beim Sex dagegen ordne ich mich ganz klar lieber unter. Ich wollte schon immer beschützt, dominiert und "besessen" werden, einem starken Mann gehören... :ashamed:
Aber ich kann trotzdem auch hin und wieder, manchmal phasenweise sogar sehr verstärkt, die aktive Rolle genießen. Mit einem Mann der das nicht zulassen möchte, würde ich nicht dauerhaft klar kommen und mich gedemütigt und "reduziert" fühlen.

Dennoch bin ich in dieser Beziehung Omega. :seenoevil: Egal wie es manchmal auch sein und wirken mag.
Ich wage auch zu behaupten dass es in jeder Beziehung Alpha und Omega gibt, sonst würde das nicht funktionieren. Ich verwende gerne diese Alpha/Omega begriffe, genau wie Yin und Yang. Ein Paar muss mMn immer diese Einheit bilden, was die "Rollenverteilung" impliziert, egal ob Hetero oder Homo - und man erkennt es auch nicht immer auf den ersten Blick. Auch nicht bei Hetero-Beziehungen.
 
A

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Gast
Das mit dem Anbaggern anderer Männer ist ja schon besprochen worden und auch die traurige Anekdote mit dem Kind. Aber wie viel Anfeindung erlebst du denn eigentlich so im Alltag? Das hat wahrscheinlich auch sehr viel damit zu tun, wie offen du mit deinem Partner in der Öffentlichkeit bist, aber bei meinem Pessimismus Menschen gegenüber, wird es wohl nicht immer ganz so glatt laufen, wenn du denn mal sagst, dass du schwul bist, oder?
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in den meisten Filmen/Serien (so wie in Please like me) es sehr viel normaler und akzeptierter dargestellt ist, als es tatsächlich in der Realität funktioniert. Ich muss da nur mal an meine extrem homophobe Schwägerin denken...
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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Weil das, so wie ich das sehe, wieder so ein unterstelltes Schwulenklischee ist. Der Schwule kann das nicht allein, bei der Mutter interessiert es aber keinen. Sicher ist in allen Fällen eine gleichgeschlechtliche Bezugsperson hilfreich (nicht zwingend), aber dass hier in der gesellschaftlichen Betrachtungsweise ein Unterschied gemacht wird, finde ich schon wieder hochgradig nervig.
Könnte ja sein, dass ein homosexuelles Paar nicht den Hetero-Aspekt der Aufklärung vermitteln will oder es sich nicht zutraut. Wobei sich natürlich die Frage stellt, inwiefern Hetero-Eltern den gleichgeschlechtlichen Aspekt der Aufklärung kompetent übernehmen können (obwohl der ja leider oft eh zu kurz kommt).

Eigentlich sollten Eltern m.E. unabhängig von ihrer eigenen sexuellen Orientierung zumindest die grundlegende Aufklärung für gleich- und gegengeschlechtlichen Sex übernehmen können. Aber leider sieht das nicht jeder so.
 

Benutzer72433 

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Bei einem Mädchen sehe ich das Problem auch vor allem in der Pubertät - ich hätte Angst davor sie emotional irgendwie zu "schädigen" oder zu verletzen, weil ich nun einmal keine Mutter ersetzen und vllt. Erwartungen nicht erfüllen könnte.
hättest du umgekehrt auch sorge, schwer damit umgehen zu können, wenn sie beispielsweise ihre periode bekommt und dann benutzte binden oder tampons im badmülleimer vorzufinden?
in heterosexuellen beziehungen "kennt" der mann das ja tendenziell auch von seiner partnerin, du bist vermutlich nie damit in berührung gekommen, oder?

und... angenommen ihr würdet einen jungen adoptieren, würdet ihr euch dann vielleicht - so er auch schwul wird und deswegen soziale probleme bekommt - vorwürfe machen, dass ihr schuld wäret durch das vorleben? das hört man ja manchmal von heterosexuellen eltern, dass sie sich fragen was sie "verkehrt gemacht haben" wenn sohn oder tochter homosexuell sind (völliger unfug in meinen augen).

btw. - auch von mir gratulation zur verlobung, viel erfolg und glück euch beiden :zwinker:
 

Benutzer150418 

Verbringt hier viel Zeit
Aber wie viel Anfeindung erlebst du denn eigentlich so im Alltag? Das hat wahrscheinlich auch sehr viel damit zu tun, wie offen du mit deinem Partner in der Öffentlichkeit bist, aber bei meinem Pessimismus Menschen gegenüber, wird es wohl nicht immer ganz so glatt laufen, wenn du denn mal sagst, dass du schwul bist, oder?
Offene Anfeindung im Alltag erlebe ich aktuell kaum. Es handelt sich überwiegend um Blicke, Tuscheln, Albernheiten, dumme Sprüche aus sicherer Entfernung. Mehr als Händchen halten (was schon verdammt viel ist) und (wenn wir uns unbeobachtet fühlen) ein kleiner Kuss (ohne Zunge) tauschen wir in der Öffentlichkeit auch nicht aus. Zungenküsse und halb Petting finde ich generell in der Öffentlichkeit unangebracht, egal ob Hetero oder Homo. Mein Partner und ich haben vor etwa zwei Wochen auch in der Stadt ein Paar gesehen (wirkte sozial sehr auffällig :X3:) das sich mitten in der Fußgängerzone ordentlich abgeleckt und befummelt hat. Das war ziemlich eklig anzusehen. Auch nicht nur für uns. Viele Leute haben sich umgedreht und vor sich hin geschimpft. (Neben diesen beiden sind wir händchenhaltend gar nicht mehr aufgefallen. :grin:) Ich empfinde es also nicht einmal als diskriminierend wenn ein schwules Paar sich in so ner Situation die Zunge in den Hals steckt und Passanten das weniger toll finden. Ab einem gewissen Punkt ist es eben Erregung öffentlichen Ärgernisses. :grin:
Das schlimmste sind eigentlich nur die Blicke. Es gibt immer ein paar Idioten die es kommentieren müssen, wenn ich seine Hand halte, aber wenn man sich die Leute dann mal so anguckt die sich dazu äußern müssen... naja, dann ist das kein Verlust. Ich persönliche fürchte dann immer viel eher dass Menschen mit gesundem Verstand sich von sowas anstecken lassen.
Trotzdem reagiere ich aber auch oft auf die Blicke empfindlich und fühle mich sehr unwohl. Ich hasse es aufzufallen und auf so ne Weise in den Mittelpunkt zu rücken. Es fühlt sich schlecht an, angesehen zu werden als wäre man Quasimodo, der gerade den Glockenturm zum ersten Mal verlässt. :sorry: Denn so ist es oft bzw. fühlt sich zumindest so an. Man kann den Leuten ja nicht in den Kopf gucken, vielleicht ist die Ursache des Starrens nur Neugier. Trotzdem verletzt und beschämt es. Ich starre ja auch keine Farbigen, Behinderten oder sonstig wie auffälligen Personen an.
Anfeindungen selbst erlebe ich eher, wenn ich jemanden damit konfrontiere schwul zu sein, was sich nicht immer vermeiden lässt. Da kommen schon oft sehr angewiderte Blicke und verletzende Kommentare - Standart ist immer, dass sowas doch nicht normal sei, dass Gott gewollt hat, dass Mann und Frau zusammen sind, dass das was wir machen doch nichts natürliches sei, wie eklig es sei, sich in den Arsch zu ficken gegenseitig, ob ich wirklich alles versucht hätte normal zu sein, es gäbe doch so viele hübsche Mädchen... :geknickt: Vor allem gibt es auch eine Menge Äußerungen die sexuell ziemlich unter die Gürtellinie gehen. Mein Partner wurde nicht nur einmal damit konfrontiert, dass abgewiesene Verehrerinnen von ihm wissen wollten, warum er jemanden wie mich *** wenn er doch auch eine Frau haben könnte. Nicht schön sowas. :sorry: Diese Dinge sind beinahe das was mich am meisten verletzt.
Inzwischen ist mir das aber schon weitgehend egal - steht mir ja frei mich mit solchen Leuten abzugeben und ich schaue auch wie ich sowas vermeiden kann. Als ich jetzt nach Arbeit gesucht hatte, hab ichs z. B. gleich beim Vorstellungsgespräch gesagt in passendem Kontext - ich will nicht für jemanden arbeiten der mit Schwulen nicht klar kommt und kläre dieses "Problem" daher auch gerne im Vorfeld bevor ich Kontakt zu jemandem herstelle. Mir ist wichtig dass sich die Leute gleich selbst aussortieren, die eine Gefahr für meinen Seelenfrieden darstellen.
Ich hab mit meinen Eltern und durch das Mobbing in der Schule und früheren Arbeitsstellen auch schon so viel Schlechtes erlebt, dass ich mich heute davor schütze so gut ich kann.
Ich verachte Leute die dumme und grausame Dinge über Schwule sagen und weine ihrer verlorenen Gunst keine Träne nach. Im Gegenteil. :smile: Jeder von ihnen dessen Meinung mir erspart bleibt indem ich die Karten gleich auf den Tisch lege ist eine Befreiung.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in den meisten Filmen/Serien (so wie in Please like me) es sehr viel normaler und akzeptierter dargestellt ist, als es tatsächlich in der Realität funktioniert. Ich muss da nur mal an meine extrem homophobe Schwägerin denken...
Ja, das ist leider so... das kann ich bestätigen. Ich finde es auch immer unverständlich wenn viele Leute sich beschweren es sei überdramatsiert, wenn thematisiert wird, wie homosexuelle Jugendliche gemobbt werden und sich mit Suizid beschäftigen, ihre Freunde verlieren, von ihren Eltern im Stich gelassen werden... das entspricht für mich eher der Realität vieler Betroffener. Ich empfinde das einfach als völlig ignorant. Als würde die Gesellschaft glauben wollen, dass es in jedem Fall für Homosexuelle einfach ist und dass das Umfeld viel eher unter ihrer Homosexualität zu leiden hätte. Ich finde es auch extrem unangebracht, dass häufig die Rolle der Eltern in solchen Filmen in den Vordergrund gespielt wird - als würde die arme, bedauernswerte Mutter viel schlimmer unter den fehlenden Enkeln und dem Spott der Nachbarn leiden. :X3:

Ich möchte aber nicht leugnen, dass es inzwischen auch viele Homosexuelle gibt, die in einem toleranten Umfeld aufwachsen und wundervolle Eltern und Freunde haben. Ich habe schon viele Schwule kennen gelernt, wo die Eltern super reagiert haben, aber auch schon mindestens genauso viele wo das nicht der Fall war. Verprügelt und raus geworfen wurde zwar niemand, aber das Verhältnis zu den Eltern blieb unterkühlt, schwierig und frostig.
Alle meine Partner hatten auch ein schwieriges Verhältnis zu ihren Eltern, keiner wurde da mit offenen Armen empfangen, im Gegenteil.
Ich gehe davon aus, das hat wohl viel mit emotionaler Intelligenz zu tun und seelischem Entwicklungsstand. Ich habe komischerweise bei älteren Generationen bisher schon sehr viel mehr Toleranz und Offenheit gefunden als z. B. bei Jugendlichen. Die Schule psychisch und emotional zu überleben ist für einen Schwulen die größte Herausforderung, schätze ich.

hättest du umgekehrt auch sorge, schwer damit umgehen zu können, wenn sie beispielsweise ihre periode bekommt und dann benutzte binden oder tampons im badmülleimer vorzufinden?
Nein, gar nicht. Da hab ich keine Berührungsängste und schon gar keine "Kontaktallergie". Ich fände es nur nicht gut, würde sie es offen herum liegen lassen. :grin: Ich freu mich ja auch nicht drüber, wenn Gäste die Klospülung nicht benutzen oder putze das Waschbecken nach dem Rasieren etc. - aber sowas ist ja eine Frage der Erziehung.

Meine größte Sorge würde eigentlich einfach nur der Tatsache gelten dass sie in der Schule Probleme bekommt und deswegen gemobbt wird. Dass sie auf ihrem Lebensweg wegen ihrer familiären Situation verletzt wird. Damit könnte ich nicht umgehen.

in heterosexuellen beziehungen "kennt" der mann das ja tendenziell auch von seiner partnerin, du bist vermutlich nie damit in berührung gekommen, oder?
Doch, ich bin damit in Berührung gekommen. Meine Mutter ist mit dem Wegräumen nicht ganz so gewissenhaft gewesen wie ich meiner "Tochter" beibringen würde. Blutspritzer auf der Klobrille und herum liegende Binden und Tampons (auch am Arbeitsplatz :X3: ) sind mir leider nicht fremd. Der Anblick bringt mich nicht um, aber muss ich nicht haben. Liegt nicht am benutzten Tampon sondern daran, dass mir Hygiene und Sauberkeit einfach verdammt wichtig sind und ich Diskretion daher schön fände.
Ich hätte auch kein Problem damit, den Mülleimer täglich zu leeren, sollte sie das nicht von sich aus tun. :zwinker: Hauptsache das Badezimmer ist am Ende sauber und benutzte Hygieneartikel stehen dann nicht 8 Wochen unbemerkt herum.

und... angenommen ihr würdet einen jungen adoptieren, würdet ihr euch dann vielleicht - so er auch schwul wird und deswegen soziale probleme bekommt - vorwürfe machen, dass ihr schuld wäret durch das vorleben? das hört man ja manchmal von heterosexuellen eltern, dass sie sich fragen was sie "verkehrt gemacht haben" wenn sohn oder tochter homosexuell sind (völliger unfug in meinen augen).
Nein, gar nicht. Schließlich wissen wir ja eigentlich besser als jeder andere, dass sowas nicht am Vorleben liegt und man so geboren wird, ohne dass das soziale Umfeld auf die Entwicklung der Sexualität Einfluss nehmen könnte. Sollte sich heraus stellen, dass er auch schwul ist, wäre das ja nur großartig für ihn, weil er sich den Stress mit dem Coming Out gegenüber den "Eltern" sparen kann. Wäre für meinen Partner und mich wahrscheinlich nur nicht so toll - wer weiß was dann für abartige Gerüchte in die Welt gesetzt werden.

Off-Topic:
btw. - auch von mir gratulation zur verlobung, viel erfolg und glück euch beiden :zwinker:
Ganz herzlichen Glückwunsch von mir! Ich freu mich so für euch beide :smile:
Vielen Dank. :seenoevil::ashamed: Das ist lieb von euch.
 
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