AMA Ich bin Freikirchlerin

Benutzer107106 

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Hallo ihr Lieben,
es stimmt nicht ganz. Momentan bin ich es nicht, sondern Mitglied der Landeskirche. Zu Studentenzeiten war ich Mitglied der SMD (Studentenmission Deutschland), eine Studentengemeindeinitative, die sich aus Freikirchen gegründet hat. Mein Mann ist in einer konservativen Freikirche aufgewachsen, meine Schwiegerfamilie und viele meiner Freunde sind Mitglieder verschiedener Freikirchen: Von erzkonservativ (Unterordnung der Frau, kein Sex vor der Ehe, Kopftücher) bis mega liberal (Hochzeit von Homosexuellen, Frauen als Predigerinnen, etc).

In anderen Threads fiel mir auf, wie viele Missverständnisse und Vorurteile ("Alles Sekten!") beim Thema Freikirche besteht.
Ich sehe wirklich nicht alle Freikirchen als Positiv an und es gibt einen Grund, weswegen ich in einer Landeskirche Mitglied bin, aber ich hoffe, das eine oder andere Vorurteil aus dem Weg räumen zu können und Dinge einfach richtig stellen zu können. Vielleicht besteht ja Interesse :smile:

LG
Lulu
 
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Benutzer77547 

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Du schreibst ja selbst, dass Freikirchen sich in ihrer Ausrichtung sehr unterscheiden. Das macht das Fragen etwas schwer ;-).

Generell stelle ich mir aber schon die Frage: Gibt es etwas, worin sich Freikirchen GENERELL von den evangelischen Landeskirchen unterscheiden? Also sowas wie einen kleinsten gemeinsamen Nenner, der einen Unterschied zu den Landeskirchen ausmacht?

Dahinter steckt natürlich die Frage: Warum wird man Mitglied einer Freikirche? Was findet man dort, was man in den evangelischen Landeskirchen oder in der katholischen Kirche nicht findet?
 
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Benutzer127320 

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Ohje, eine richtige Frage habe ich nicht dazu, allerdings eine Geschichte, die meine Vorurteile erklärt.

Ich war zwei Jahre mit einer Freikirchlerin in einer Klasse (9. und 10.). Ganz klassisch, immer mit Rock und unglaublich langem Zopf. Zu Hause keinen Fernseher und nur ein Radio, unglaublich fleißig und deshalb immer beste Noten.
Nuja... da ich der ganzen Sache mit dem Glauben extrem kritisch gegenüber stehe und meistens meine Klappe nicht halten kann sind wir hier und da mal aneinander geraten.
Soviel zur Vorgeschichte, das war vor 8 Jahren.

Eine sehr gute Freundin von mir versteht sich sehr gut mit ihr und war auch auf ihrer Hochzeit am letzten Samstag. Sie hat mir die Kennenlerngeschichte von ihr und ihrem jetzigen Mann erzählt:

Vor etwa einem Jahr gab es ein großes Treffen... irgendwie nach außen hin etwas getarnt, die Mitglieder wussten aber, dass es eigentlich darum ging, dass sich Töchter und Söhne aus dem Kreis finden, die Heiraten können. Sie hat dort jemanden kennen gelernt und sich nur mit ihm unterhalten. Dann wurden Mails geschrieben, und beim nächsten Treffen folgte der Antrag und die erste Berührung: Händchen halten. Und dabei blieb es auch bis zur Hochzeit. Die Hochzeit lief wohl relativ normal, außer, dass die Frauen bei so etwas wie den Fürbitten die Klappe zu halten hatten und nur die Männer quasi für das Paar laut "beten" durften.

Dazu kommt, dass sie es, wenn man sich mal irgendwo trifft, nicht lassen kann, das Thema Gott und Glaube immer anzureißen und zu missionieren. Beim letzten mal bin ich einfach gegangen weil ich ihr sonst so etwas wie "Ich saufe und ficke wie ich Lust habe, bin Maßlos und scheiße auf all die Gottverdammten Sünden vor denen du so Panik schiebst. Lass mich mit dem Scheißdreck in Ruhe!" vor den Latz geknallt hätte.

Grundsätzlich frage ich mich, wie man als intelligente Person nach solchen Grundsätzen leben kann. Klar, jeder soll glauben und beten wie er möchte, sobald der Glaube jedoch eine Gesellschaft und ihr Verhalten (Kleidung, Unterordnung der Frau, Verbote von vorehelichem Sex usw., vielleicht kannst du LULU1234 LULU1234 die Liste noch etwas ergänzen) beeinflusst, ist es einfach zu viel.
Wie kann man, in Bezug auf die Hochzeit, in der heutigen Zeit noch so "die Katz' im Sack kaufen"?
 

Benutzer113006 

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Moderator
Unabhängig von den Werten würde mich interessieren, wie in deiner Gemeinde Gottesdienste zelebriert werden? Früher verkehrte ich auch in ein paar freikirchlichen Gruppen (kann heute aber nicht mehr viel mit der Religion anfangen) und fand damals die Gestaltung der Gottesdienste einfach super. Es waren Gottesdienste, in denen gelacht und gesungen wurde. Und zwar englische christliche Rocksongs, z.B. Während dieser Lieder wurde getanzt mit geschlossenen Augen und man konnte Gott spüren. Man mag das Konzept albern finden, aber auf jeden Fall ansprechender als ein trockener Gottesdienst mit einem erzkonservativem alten Pfarrer. Nichtsdestotrotz waren die Anhänger dort relativ konservativ (kein Sex vor der Ehe, wenig Alkohol, einhalten der Fastenzeit, frühe Hochzeit).

Ansonsten gibt es in der Gegend, aus der ich komme, noch weitere solcher (Splitter-) Gemeinden, die dem ähneln, was SoulOfCinder SoulOfCinder berichtet. Frauen tragen nur lange Röcke, lange Haare und nichts Aufreizendes in irgendeiner Form. Magie und Fantasie wird abgelehnt, wie z.B. Harry Potter in der Schule lesen oder aber den Zauberlehrling auswendig lernen.

Gerade das würde mich auch interessieren, LULU1234 LULU1234 . Lehnt man Magie und Fantasie in deiner Gemeinde ab? Soweit ich weiß, liest du durchaus Harry Potter, aber vielleicht kannst du die Hintergründe für solch eine Ablehnung erläutern, falls sie dir bekannt sind.

Generell scheint es, dass Freikirchen strikter sind als die evang. Landeskirche. Weißt du, woran das liegt?
 

Benutzer135918 

Sehr bekannt hier
Wie steht es den mit diesen Bibelkreisen ? Wird da auch oft etwas als liebrral verkauft was eigentlich gar nicht so ist ?

Wie steht es um die Finanzierung den nur die Großkirchen bekommen ihren teil aus der Kirchensteuer.
 

Benutzer107106 

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Du schreibst ja selbst, dass Freikirchen sich in ihrer Ausrichtung sehr unterscheiden. Das macht das Fragen etwas schwer ;-).

Generell stelle ich mir aber schon die Frage: Gibt es etwas, worin sich Freikirchen GENERELL von den evangelischen Landeskirchen unterscheiden? Also sowas wie einen kleinsten gemeinsamen Nenner, der einen Unterschied zu den Landeskirchen ausmacht?

Dahinter steckt natürlich die Frage: Warum wird man Mitglied einer Freikirche? Was findet man dort, was man in den evangelischen Landeskirchen oder in der katholischen Kirche nicht findet?
Es sind in 99% der Fälle zwei (-drei) Grundlegende Dinge:
1) Freie Kirchen finden es wichtig, dass es eine lebendige, im Alltag zu finde, im ganzen Leben wiederspiegeldne Beziehung zu Gott und Jesus gibt. Der mensch muss sich, um sich Christ nennen zu können, seiner Schule bewusst gewesen sein und um die Vergebung der Sünden im Gebet gebeten haben. Erst ab dem Punkt, nicht durch Erziehung, nicht durch Taufe oder sonstige Riten ist man ein wiedergeborener Christ. Das Leben soll ab dem Punkt möglichst biblisch geführt werden. (Darunter versteht natürlich jeder etwas anderes. 10 Gebote sind das Minimum.)
2) Daraus resultiert die Bekenntnistaufe. In den allermeisten Freikirchen ist die Kindstaufe verpönt. (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das bedeutet, dass frühestens Teenager, meistens nach einer Zeit des Unterrichts, ähnlich dem Konfi-Unterricht, getauft werden. Mit der Taufe geht meistens einher, dass man vor der ganzen Gemeinde seine persönliche Geschichte erzählt. In den meisten Freikirchen gibt es Ganzkörpertaufen. Man geht also in ein Becken, dass meistens im Altarraum unter Paneelen versteckt ist, welches nur zu Taufgottesdiensten aufgedeckt wird. Dort wird man, meist in weißer Kleidung, getauft.
Natürlich gibt es auch Freikirchen die nur "symbolisch" Taufen, wie man es aus den Landeskirchen gewohnt ist.
3) Freikirchen sind *trommelwirbel" frei. :grin: Das bedeutet, dass sie in ihrer Theologie, inneren Ordnung, etc nicht an etwas oder jemanden gebunden sind. Es gibt keinen Pabst, keinen Bischof und die Gemeinde entscheidet selbst, welche Haltung sie zu welchem Thema (Stellung der Frau, Homosexualität, etc) hat. Natürlich gibt es, rein aus juristischer und finanzieller Ebene "Vereine" (= Zusammenschlüsse), in denen größere kleine Gemeiden unterstützen, etc.

Der Grund weswegen ich Freikirchen häufig schöner finde, als Landeskirche ist einfach: Sie sind häufig lebendiger, gemeinschaftlicher, familiärer: Kein Haufen alter Rentner, die alle 7 Tagen in die Kirche gehen, sondern eine gesunde Mischung aus alt und jung, Kinderräume im Kirchschiff, Kindergottesdienste, Gemeinschaftsaktivitäten und gelebter und nicht versteckter Glaube.
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Wie steht es den mit diesen Bibelkreisen ? Wird da auch oft etwas als liebrral verkauft was eigentlich gar nicht so ist ?

Wie steht es um die Finanzierung den nur die Großkirchen bekommen ihren teil aus der Kirchensteuer.
Was meinst du mit Bibelkreisen?
Viele Gemeinden haben 1x die Woche Bibelstunden, die man auch Hauskreise nennt. Dort wird gemeinsam in der Bibel gelesen und darüber diskutiert. Zu welchen Ergebnissen man dabei kommt, liegt an der Runde der Menschen. :zwinker:

Finanzieren tun sich die Gemeinden durch sich selbst. Kirchensteuer gibt es nicht. Viele Mitglieder geben ca 10% ihres Gehalts an die Gemeinde. Kleinere Gemeinden erhalten Unterstützung von größeren.
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Ohje, eine richtige Frage habe ich nicht dazu, allerdings eine Geschichte, die meine Vorurteile erklärt.

Ich war zwei Jahre mit einer Freikirchlerin in einer Klasse (9. und 10.). Ganz klassisch, immer mit Rock und unglaublich langem Zopf. Zu Hause keinen Fernseher und nur ein Radio, unglaublich fleißig und deshalb immer beste Noten.
Nuja... da ich der ganzen Sache mit dem Glauben extrem kritisch gegenüber stehe und meistens meine Klappe nicht halten kann sind wir hier und da mal aneinander geraten.
Soviel zur Vorgeschichte, das war vor 8 Jahren.

Eine sehr gute Freundin von mir versteht sich sehr gut mit ihr und war auch auf ihrer Hochzeit am letzten Samstag. Sie hat mir die Kennenlerngeschichte von ihr und ihrem jetzigen Mann erzählt:

Vor etwa einem Jahr gab es ein großes Treffen... irgendwie nach außen hin etwas getarnt, die Mitglieder wussten aber, dass es eigentlich darum ging, dass sich Töchter und Söhne aus dem Kreis finden, die Heiraten können. Sie hat dort jemanden kennen gelernt und sich nur mit ihm unterhalten. Dann wurden Mails geschrieben, und beim nächsten Treffen folgte der Antrag und die erste Berührung: Händchen halten. Und dabei blieb es auch bis zur Hochzeit. Die Hochzeit lief wohl relativ normal, außer, dass die Frauen bei so etwas wie den Fürbitten die Klappe zu halten hatten und nur die Männer quasi für das Paar laut "beten" durften.

Dazu kommt, dass sie es, wenn man sich mal irgendwo trifft, nicht lassen kann, das Thema Gott und Glaube immer anzureißen und zu missionieren. Beim letzten mal bin ich einfach gegangen weil ich ihr sonst so etwas wie "Ich saufe und ficke wie ich Lust habe, bin Maßlos und scheiße auf all die Gottverdammten Sünden vor denen du so Panik schiebst. Lass mich mit dem Scheißdreck in Ruhe!" vor den Latz geknallt hätte.

Grundsätzlich frage ich mich, wie man als intelligente Person nach solchen Grundsätzen leben kann. Klar, jeder soll glauben und beten wie er möchte, sobald der Glaube jedoch eine Gesellschaft und ihr Verhalten (Kleidung, Unterordnung der Frau, Verbote von vorehelichem Sex usw., vielleicht kannst du LULU1234 LULU1234 die Liste noch etwas ergänzen) beeinflusst, ist es einfach zu viel.
Wie kann man, in Bezug auf die Hochzeit, in der heutigen Zeit noch so "die Katz' im Sack kaufen"?
Dies ist die konservativste Ecke, wahrscheinlich Mennoniten oder geschlossene Brüder, die es in Deutschland gibt. Konservativer geht es wirklich nicht mehr.
Ja, da ist so etwas tatsächlich üblich. Und ja, ich finde ich es ganz, ganz schrecklich. Und ja, die Frage stellt sich mir auch.
Allerdings haben diese Mädchen ihr Leben lang diese Denkweise eingetrichtert bekommen und eine Lösung aus der Gemeinde, würde mitunter eine Lösung des gesamten sozialen Umfeld, inkl. Familie bedeuten. In manchen Fällen wird man sogar verstoßen. Da, wo Gemeinden etwas so handhaben, fängt meiner Auffassung der Übergang zur Sekte an. Viele Freikirchen sind aber nicht so! Dort wird ein verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität gelehrt. In meinem Freundeskreis hatte ich alle Facetten: Kein Sex vor der Ehe, heimlicher Sex vor der Ehe, "offener" Sex vor der Ehe.
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Unabhängig von den Werten würde mich interessieren, wie in deiner Gemeinde Gottesdienste zelebriert werden? Früher verkehrte ich auch in ein paar freikirchlichen Gruppen (kann heute aber nicht mehr viel mit der Religion anfangen) und fand damals die Gestaltung der Gottesdienste einfach super. Es waren Gottesdienste, in denen gelacht und gesungen wurde. Und zwar englische christliche Rocksongs, z.B. Während dieser Lieder wurde getanzt mit geschlossenen Augen und man konnte Gott spüren. Man mag das Konzept albern finden, aber auf jeden Fall ansprechender als ein trockener Gottesdienst mit einem erzkonservativem alten Pfarrer. Nichtsdestotrotz waren die Anhänger dort relativ konservativ (kein Sex vor der Ehe, wenig Alkohol, einhalten der Fastenzeit, frühe Hochzeit).

Ansonsten gibt es in der Gegend, aus der ich komme, noch weitere solcher (Splitter-) Gemeinden, die dem ähneln, was SoulOfCinder SoulOfCinder berichtet. Frauen tragen nur lange Röcke, lange Haare und nichts Aufreizendes in irgendeiner Form. Magie und Fantasie wird abgelehnt, wie z.B. Harry Potter in der Schule lesen oder aber den Zauberlehrling auswendig lernen.

Gerade das würde mich auch interessieren, LULU1234 LULU1234 . Lehnt man Magie und Fantasie in deiner Gemeinde ab? Soweit ich weiß, liest du durchaus Harry Potter, aber vielleicht kannst du die Hintergründe für solch eine Ablehnung erläutern, falls sie dir bekannt sind.

Generell scheint es, dass Freikirchen strikter sind als die evang. Landeskirche. Weißt du, woran das liegt?
Ich kann dir zwei beispiele zur GoDi-gestaltung geben:
Große FEG (Freie evang. Gemeinde, liberal), mit an die 150 Besucher am Sonntag: Lobpreisband mit Schlagzeug. Der GoDi dauerte etwa 90 Minuten. Vor der Predigt sang man für die älteren Mitglieder eher ältere Lieder, am Klavier begleitet. Dann gab es Gebet (Vater unser), Gedichte, Kleine Theatersequenzen, Neuigkeiten von Missionaren, etc, etc. Dann folgte die Predigt, meist abwechselnd von einem angestellten Pastor und Mitgliedern der Gemeinde (auch Frauen!). Nach der Predigt gab es Lobpreiszeit: Lieder mit band, auf deutsch und englisch, freie Gebete, Klatschen, singen, tanzen. Ankündigungen, Bitten für Gebet (Krankheit, Todesfälle, etc), Abschluss. Parallel fand IMMER Kindergottesdienste (Gruppen für Kleinkinder, Grundschüler und Teenys) statt und es gab ein "Aquarium" im Raum: Einen Glaskasten der schallisoliert ist, in dem Eltern mit Kleinkindern den GoDi verfolgen können, aber nicht stören. Im Anschluss: Kaffee und Kuchen, gemeinsames Mittagessen.

Kleine Brüdergemeinde (40-50 Besucher): 1. Stunde: 60 Minuten Lieder, Gebete (frei) und Abendmahl. Pause. 2. Stunde: Lieder, Gebet, Predigt, Lieder, Abschluss. Das ganze war deutlich dröger, langatmiger und dauerte im Schnitt 2,5 Stunden.

Die Gemeinde meine Schwiegereltern lehnt Magie grundsätzlich ab. Insgeheim schauen aber viele Harry Potter, die Mädchen dürfen sich als Fee verkleiden, etc. Es gibt aber die Hardliner, die auch das kleine Gespenst u.ä. gänzlich verbieten. Dabei ist die Angst vor Okkultismus groß. Tarotkarten, Horoskope, Wahrsagerei wird von eigentlich allen Kirchen (frei, katholisch, oder ev.) abgelehnt. Es ist ganz ausdrücklich von Jesus verboten worden. Die Ablehnung sämtlicher (fantastischer) Magie, wird von dem Bibelzitat "Wer mit dem Feuer spielt, der wird sich verbrennen" abgeleitet, weswegen man diese krasse Einstellung fährt. Die Freikirchen, in die ich gehen würde, wären sie nicht 20-30 Min Fahrtweg entfernt, haben kein Problem mit Twilight (von einer Mormonin geschrieben!) oder Harry Potter. Ich persönlich habe mit Büchern und Filmen kein Problem und liebe Harry Potter. Okkultismus lehne ich strikt ab.

Generell sind Freikirchen schlicht und ergreifend bibeltreuer. Es gibt es viele klare Aussagen der Bibel, die in Landeskirchen und der katholischen Kirche schlicht ignoriert werden oder nicht mehr diskutiert werden. Andererseits werden Dinge in Freikirchen seeehr wörtlich genommen und werden in keinen kulturellen oder zeitlichen Kontext gesetzt. Es gibt heiße Eisen und die darf man nicht fallen lassen, sondern sollte man schon diskutieren: Homosexualität, Marien- und Heiligenverehrung, Ehescheidung, Schlagen von Kindern, Stellung der Frau, Kleidung von Männern und Frauen, Umgang mit anderen Religionen, etc, etc.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
In deinem letzten Satz schreibst Du "Umgang mit anderen Religionen". Was meinst du damit? Gibt es eine typische Haltung zu den anderen christlichen Konfessionen, dem Islam und dem Judentum?
 

Benutzer127320 

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Off-Topic:
Ich möchte allen gern meine "kleine" Verhaltensbibel ans Herz legen. Wenn ihr Zeit habt, lest doch einfach mal das wirklich lustige Buch "Gott Bewahre". Darin gibt es genau ein einziges Gebot, das der Welt von Gott gegeben wurde: Seid lieb.


Danke für die Antwort LULU1234 LULU1234 :smile:
 

Benutzer114808  (34)

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Kommt @Zaniah nicht auch aus einer Freikirche oder irre ich mich da? Vielleicht magst du dich ja äußern.

Wenn dein Mann aus einer eher konservativen Freikirche kommt - wie lebt ihr da miteinander? Du hast bisher auf mich nicht den super konservativen Eindruck hier gemacht...
 

Benutzer107106 

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In deinem letzten Satz schreibst Du "Umgang mit anderen Religionen". Was meinst du damit? Gibt es eine typische Haltung zu den anderen christlichen Konfessionen, dem Islam und dem Judentum?
Das Thema hat zwei Seiten:
1) Die innere Logik, bzw. der theologische Aspekt: Glaube ich an einen Gott, der allmächtig ist, Himmel und Erde und jedes Lebewesen geschaffen hat (egal ob in 7 Tagen, oder durch anstupsen der Evolution, oder was weiß ich), dann kann ich einfach nicht an die Existenz anderer Götter glauben. Das ist total sinnlos. Damit fallen Religionen die Vielgötterei betreiben schon mal "raus". Das das Christentum eine Weiterentwicklung des Judentums ist, ist natürlich allen klar. Natürlich fühlt man sich den Juden theologisch nahe, natürlich glauben wir an den selben Gott (Vater). Der große Unterschied ist nur, dass sie Jesus Christus als Gottes Sohn, als Vergeber der Sünden nicht kennen. Aber gerade das macht den Kern des Christentums aus. Christentum ohne Jesus funktioniert nicht. Und daher ist die Beziehung zu Juden etwas ambivalent. Der Islam hat sieht Jesus nur als Prophet und nimmt für sich in Anspruch, dass die Bibel (AT wie NT) verfälscht worden sei und nur der Koran das Gott geschrieben Buch sei. Also ist auch hier ein Konsens schwierig. Soweit sehe ich das auch.
2) Der soziale Aspekt: Ich kann andere Lebensstile, Religionen ernst nehmen, achten, mich an ihre Regeln halten, wenn ich zu Gast bin und ich kann sie würdigen. In einer Moschee trage ich auf Bitten ein Kopftuch, in einer katholischen Kirche knie ich, wenn dies alle tun, ich biete Muslimen kein Schweinefleisch und Alkohol an, etc. Ich kann mit Ehrlichkeit meiner muslimischen Freundin schöne Feiertage zum Opferfest wünschen, etc, etc: Das sind Zeichen des Respekts. Und diese lassen in Freikirchen manchmal - sicherlich nicht immer! - zu wünschen übrig. Teilweise schon bei anderen Konfessionen, vor allem gegenüber von Katholiken. (Die allerdings ganz offiziell ja auch mit Protestanten, vor allem Freikirchlern, nicht das Brot brechen dürfen. Ist also eine Gegenseitige Hassliebe...)
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Kommt @Zaniah nicht auch aus einer Freikirche oder irre ich mich da? Vielleicht magst du dich ja äußern.

Wenn dein Mann aus einer eher konservativen Freikirche kommt - wie lebt ihr da miteinander? Du hast bisher auf mich nicht den super konservativen Eindruck hier gemacht...
Kurz bevor wir uns kennen lernten, begann mein Mann zu zweifeln. Nicht an Gott, aber an der Art der Gemeindeführung. Wir kamen zusammen und ich liberaler Satansbraten machte das Ganze jetzt nicht besser. Der Umzug in meine Stadt/ seine Unistadt war dann ein guter Anlass die erzkonservative Gemeinde zu verlassen. Mein Mann und ich sind heute auf einer sehr ähnlichen Wellenlänge. Ja, er ist konservativer geprägt, aber er weiß auch, was das bedeutet. Beim Thema Sexualität, Homosexualität, Selbstbestimmung, Rolle der Frau, etc sind wir beide ziemlich emanzipiert und liberal. :zwinker:
Woran man merken kann, dass uns der Glaube aber wichtig, bzw. wir dem Plan Gottes vertrauen, ist z.B. dass wir mit Anfang 20 geheiratet haben, in dem sicheren Wissen, das es dir richtige Entscheidung ist. Bis heute glaube ich daran, dass das für uns wirklich richtig war. Ist jetzt auch schon 5 Jahre her.
 

Benutzer102673 

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Hi LULU, danke für Deine Offenheit.
Plumpe und vielleicht zu private Frage: Wenn Du in der Landeskirche bist und zeitgleich aber Mitglied in einer Freikirche....ist das dann nicht relativ teuer - Kirchensteuer und gleichzeitig die Gaben für die freie Gemeinde?
 

Benutzer107106 

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Hi LULU, danke für Deine Offenheit.
Plumpe und vielleicht zu private Frage: Wenn Du in der Landeskirche bist und zeitgleich aber Mitglied in einer Freikirche....ist das dann nicht relativ teuer - Kirchensteuer und gleichzeitig die Gaben für die freie Gemeinde?
Ich bin nicht (und mein mann auch nicht) Mitglied einer Freikirche. Der Grund ist simpel: Die, die mir gefallen sind zu weit weg. Aber ich war es eben und würde es auch wieder werden, wenn ich recht nah an einer dran wohnen würde. Also zahle ich nur Kirchsteuer :zwinker:. Habe eben auch echt viel mit Freikirchen zu tun.
 

Benutzer102673 

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Ach so :confused: oh sorry. Ich hab nicht aufmerksam gelesen.
Off-Topic:
Ich suche auch etwas Passendes für mich. Bislang waren mir wenigen freien Gemeinden in meinem Umkreis nicht ansprechend und die gewisse, finanzielle Exklusivität (gesamtgesellschaftlich gesehen) schreckt mich ab, und die Landeskirche schläft gemeindemäßig bei uns den Schlaf der Gerechten :rolleyes:
 

Benutzer114808  (34)

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Hab auch noch eine unschönes Beispiel im weitesten Bekanntenkreis aus der Freikirche:

Scheint auch erzkonservativ zu sein, denn Verhütung ist nicht. Nun hat sie bereits drei Kinder und das vierte ist unterwegs. Ihr Referendariat wird sie vermutlich nie zu Ende machen, er hat auch nicht den besten Job und finanziell sieht es entsprechend böse aus. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und ihr wünschen, dass der Körper langsam einen Riegel vorschiebt.

LULU1234 LULU1234 Wirklich interessant bei euch. Wie kommt seine Familie mit seinem Austritt und mit dir klar?
 

Benutzer107106 

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Hab auch noch eine unschönes Beispiel im weitesten Bekanntenkreis aus der Freikirche:

Scheint auch erzkonservativ zu sein, denn Verhütung ist nicht. Nun hat sie bereits drei Kinder und das vierte ist unterwegs. Ihr Referendariat wird sie vermutlich nie zu Ende machen, er hat auch nicht den besten Job und finanziell sieht es entsprechend böse aus. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und ihr wünschen, dass der Körper langsam einen Riegel vorschiebt.

LULU1234 LULU1234 Wirklich interessant bei euch. Wie kommt seine Familie mit seinem Austritt und mit dir klar?
Das ist leider die Konsequenz in konservativen Kreisen: Frühe Ehe, damit man vor der Ehe keinen Sex hat + keine Verhütung. Aber vor allem letzteres ist wirklich nur in den seltensten Gemeinden der Fall. Nur gerade die fallen eben am meisten auf, vor allem dann wenn sich die Frauen so auffällig kleiden. Die "normalen" Freikirchler sieht ja keiner.´, weil sie aussehen wie jeder andere auch. In meinem Freundeskreis kenne ich niemanden der nicht verhütet hat: Pille, Kondome, NFP, Nuvaring: Alles war dabei.

Das Verhältnis ist leicht angespannt, vor allem früher. Ich habe ihn verdorben :zwinker: Alles andere ungern öffentlich.
 
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Benutzer114808  (34)

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Das ist leider die Konsequenz in konservativen Kreisen: Frühe Ehe, damit man vor der Ehe keinen Sex hat + keine Verhütung. Aber vor allem letzteres ist wirklich nur in den seltensten Gemeinden Fall.
Irgendwie beruhigend. Für mich hatte es in dem Fall schon etwas sektenähnliches - vor allem, weil es zu Lasten der Gesundheit etc. geht.

Ist ein "Ausstieg" eigentlich problematisch? Und ein "Wiedereinstieg"? Oder geht das ansich so unkompliziert wie aus der Landeskirche?
 

Benutzer107106 

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Irgendwie beruhigend. Für mich hatte es in dem Fall schon etwas sektenähnliches - vor allem, weil es zu Lasten der Gesundheit etc. geht.

Ist ein "Ausstieg" eigentlich problematisch? Und ein "Wiedereinstieg"? Oder geht das ansich so unkompliziert wie aus der Landeskirche?
Der Ausstieg ist
... einfach: weil du einfach nicht mehr hingehst und kein Geld mehr spendest. Du musst nicht zu einem Amt und irgendetwas beantragen.
... schwierig: weil du dadurch häufig Kontakt zu vielen Menschen verlierst.

Einstieg:
Kommt auf die Gemeinde an: In geschlossenen Brüdergemeinden ist das schwer, daher ja auch der Name "geschlossen". Wobei die Frage ist, bist du wegen Umzug. o.ä,. ausgestiegen, oder wolltest du mit denen nichts mehr am Hut haben? Wobei du natürlich im GoDi dabei sein darfst. Aber du darfst nicht am Abendmahl teilnehmen, etc. In eine FEG gehst du halt einfach rein. Da fragt auch keiner groß nach. Rechtlich gesehen sind die meisten Freikirchen Vereine.
 

Benutzer123832  (26)

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Wann würdest du sagen, fängt eine Sekte an und wann ist es einfach "nur" eine freie Gemeinde?
 

Benutzer107106 

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Wann würdest du sagen, fängt eine Sekte an und wann ist es einfach "nur" eine freie Gemeinde?
Puh...
Da wo man nicht mehr über sein geld verfügen darf, kleidervorschriften vorliegen, andersdenken bestraft wird und nicht diskutiert wird. Exklusivität: nur man selbst ist der einzige wahre weg zu gott. Und damit meine ich nicht in bezug auf andere religionen, sondern azf andere konfessionen innerhalb des christlichen spektrums.
Glaubt man, dass katholiken und frauen mit kürzeren haaren als bis zum ellenbogen der himmel verwehrt wird, der ist mmn der sekte seeehr nahe.
Diese form von religionsausübung hat viel mit angstmacherei, mit sünde, tid und teufel zu tun und wenig mit liebe, vergebung und ewigem leben.
 

Benutzer15352 

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Hi LULU1234 LULU1234 : Du hast ja ein Kind (aka Böhnchen :herz:), wie und wo wird das in den "religiösen Alltag" integriert? Wenn Freikirchen erst so spät taufen, werden die Kinder dann auch erst später mit der Kirche konfrontiert?

Oh und noch was: Ich persönlich habe mit der Kirche nichts am Hut, bin nicht getauft und würde mein Kind auch "atheistisch" erziehen, aber würde trotzdem wollen, dass es tolerant gegenüber Gläubigen ist. Nur erlebe ich es leider oft, dass umgekehrt viel missioniert wird. Eine gute Freundin von mir ist sehr gläubig und will mich immer dazu drängen, in die Kirche zu gehen und auf der Straße wurde ich neulich von jungen Freikirchlern in ein Gespräch verwickelt, was mich sehr...getroffen hat :hmm:. Man fühlt sich als "Ungläubiger" gleich wie der Teufel höchstpersönlich. Und dass man auch ohne Gottesglaube ein guter Mensch sein kann, wird angezweifelt. Wie stehst du dazu? Sind Ungläubige in deinen Augen alle "verdammt"? Böse? Bemitleidest du sie? Fühlst du dich ihnen überlegen? Willst du sie missionieren?

Würde mich echt interessieren :smile:.
 
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