AMA Ich bin eine Aussteigerin

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Gab es dann eine Schule in der Gemeinde oder musstest du quasi auf eine "öffentliche" Schule gehen? Hattest du in der Zeit (vor der Uni dann) keinen Kontakt zu Leuten außerhalb der Gemeinde?

Ich war auf einer öffentlichen Schule. Es gab immer mal Wünsche von ein paar Mennoniten, Home-Schooling zu betreiben, aber das wurde in Deutschland zum Glück nie durchgesetzt (anders als in Kanada).
Es gibt auch christliche Schulen, die sich aber trotzdem an den Lehrplan halten müssen.

Ich hatte immer Kontakt zu Mitschülern außerhalb der Gemeinde, aber das hat es nicht leichter gemacht.
JEDER in der Stadt, aus der ich komme, wusste, wie ich mich zu verhalten habe. Was ich darf, was ich sagen kann, was ich glaube... es gibt viele Gemeinden und nicht zuletzt hat diese Abgrenzung von außen auch dazu geführt, dass ich nicht früher das ein oder andere hinterfragt habe.
 

Benutzer137839 

Verbringt hier viel Zeit
Wow, sehr interessant. Ich bewundere Dich, dass Du den Mut und die Kraft hast, diesen Weg zu gehen.

Ich selbst wurde sehr christlich aufgezogen und weiß selbst in dieser - im Gegensatz zu Dir - vereinfachten Situation, wie schwer es ist, sich 'aufzulehnen', dagegen zu sprechen und zu handeln.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wow, sehr interessant. Ich bewundere Dich, dass Du den Mut und die Kraft hast, diesen Weg zu gehen.

Vielen Dank. :ashamed:
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das wirklich Mut war - ich hab ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr darüber nachdenken wollen, sondern bin einfach "losgegangen". Da wusste ich auch noch nicht, wo das mal enden soll.
Heute bin ich froh, dass ich es gemacht habe - es gab allerdings immer Situationen, in denen ich verflucht habe, was ich gestartet habe. An ein Zurückgehen habe ich trotzdem nie gedacht.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Dass die Gemeinemitglieder dir positiv gegenübertreten finde ich gut. Weißt du, ob es Aussteigern ggü. auch krassere Fäll gibt bis hin zur Ächtung oder Verfolgung?
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Dass die Gemeinemitglieder dir positiv gegenübertreten finde ich gut. Weißt du, ob es Aussteigern ggü. auch krassere Fäll gibt bis hin zur Ächtung oder Verfolgung?

Also Verfolgung auf keinen Fall. Das entspricht nicht dem Glaubensgrundsatz, dass man sich aus freien Stücken für den Glauben an Gott und die Gemeinde entscheiden soll.

Zur "Ächtung"... da muss ich ausholen.
Wenn man sich nicht - wie ich - einfach dazu entscheidet, die Gemeinde zu verlassen, aber nicht nach den Regeln und Grundsätzen lebt, dann kann es sein, dass man in Gemeindezucht genommen wird.
Auch dann redet man noch grundsätzlich mit einem. Häufiger wahrscheinlich, als einem lieb ist. :zwinker: Man wird regelmäßig von Brüdern der Gemeinde besucht und es wird sowohl mit einem als auch für einen gebetet.
Gemeindezucht heißt aber auch, dass man von dem Abendmahl ausgeschlossen wird. Natürlich wird so etwas in den Gemeindestunden offen besprochen. Eine Bekannte von mir war in Gemeindezucht, nachdem ich ausgetreten bin. Sie trug hin und wieder Hosen und offene Haare und wollte sich nicht ändern. Schlussendlich wäre sie auch aus der Gemeinde ausgeschlossen worden, aber sie hat sich selber dazu entschlossen, auszutreten (nun, zwei Jahre später, hat sie auf einer Missionsveranstaltung aber Buße getan und ist wieder Gemeindemitglied).

Viele Gemeindemitglieder lassen mich immer noch grüßen und denken an mich - das heißt aber nicht, dass sie gut finden, wie ich lebe oder was ich getan habe. Das wird da stark voneinander getrennt.
Mennoniten sind zurückhaltend, aber in der Regel nett, wenn es nur irgendwie geht - von daher mach ich mir da keine Illusionen: Nur, weil sie freundlich sind, wenn ich da bin (Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen), sind wir keine Freunde mehr.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
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Dass die Gemeinemitglieder dir positiv gegenübertreten finde ich gut. Weißt du, ob es Aussteigern ggü. auch krassere Fäll gibt bis hin zur Ächtung oder Verfolgung?
Also Verfolgung auf keinen Fall. Das entspricht nicht dem Glaubensgrundsatz, dass man sich aus freien Stücken für den Glauben an Gott und die Gemeinde entscheiden soll.

Zur "Ächtung"... da muss ich ausholen.
Wenn man sich nicht - wie ich - einfach dazu entscheidet, die Gemeinde zu verlassen, aber nicht nach den Regeln und Grundsätzen lebt, dann kann es sein, dass man in Gemeindezucht genommen wird.
Auch dann redet man noch grundsätzlich mit einem. Häufiger wahrscheinlich, als einem lieb ist. :zwinker: Man wird regelmäßig von Brüdern der Gemeinde besucht und es wird sowohl mit einem als auch für einen gebetet.
Gemeindezucht heißt aber auch, dass man von dem Abendmahl ausgeschlossen wird. Natürlich wird so etwas in den Gemeindestunden offen besprochen. Eine Bekannte von mir war in Gemeindezucht, nachdem ich ausgetreten bin. Sie trug hin und wieder Hosen und offene Haare und wollte sich nicht ändern. Schlussendlich wäre sie auch aus der Gemeinde ausgeschlossen worden, aber sie hat sich selber dazu entschlossen, auszutreten (nun, zwei Jahre später, hat sie auf einer Missionsveranstaltung aber Buße getan und ist wieder Gemeindemitglied).

Viele Gemeindemitglieder lassen mich immer noch grüßen und denken an mich - das heißt aber nicht, dass sie gut finden, wie ich lebe oder was ich getan habe. Das wird da stark voneinander getrennt.
Mennoniten sind zurückhaltend, aber in der Regel nett, wenn es nur irgendwie geht - von daher mach ich mir da keine Illusionen: Nur, weil sie freundlich sind, wenn ich da bin (Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen), sind wir keine Freunde mehr.
In anderen konservativen Gemeinden kann ein Ausschluss allerdings auch zur Meidung führen, der auch zum Kontaktabbruch der Familie führen kann. Das Problem hat eine Freundin von mir, die aus einer geschlossen Versammlung aussteigen möchte. Ihre Eltern würde das wohl zähneknirschend ertragen, ihre Brüder kündigten ihr schon an, dass sie dann für sie nicht mehr existiert. Das sind seltene Extremfälle, aber es gibt sie. Ähnlich wie bei den Amischen in den USA...
In offenen Brüdergemeinden, FEG o.ä. habe ich das aber auch noch nie erlebt.
Dass die Gemeinemitglieder dir positiv gegenübertreten finde ich gut. Weißt du, ob es Aussteigern ggü. auch krassere Fäll gibt bis hin zur Ächtung oder Verfolgung?
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich sag mal so: Eine enge Freundin hat mir nach meinem Ausstieg sehr klar zu verstehen gegeben, dass sie keinen Kontakt mehr will. Sie kann es nicht ertragen, weil sie jedes Mal vor Augen hat, dass ich in die Hölle komme (und ich ihr ja viel bedeute).
WENN wir uns aber sehen, ist sie sehr nett und freundlich - so war das gemeint. Freundschaften sind schon zurückgefahren und "kaputtgegangen".
[doublepost=1478699191,1478698593][/doublepost]Übrigens weiß ich auch nicht, wie es wäre, wenn meine gesamte Familie in der Kirche wäre - da hat man dann auch mehrere Individuen. Meine Mama ist einfach eine herzensgute Frau, die ihre Kinder zu lieb hat.
Mein Vater ist nicht in der Kirche (wie ich schon sagte), meine Brüder und ihre Familien auch nicht.
 

Benutzer114808  (34)

Beiträge füllen Bücher
Wie wird das denn bei eurer kirchlichen Hochzeit? Gibt es da durch deinen Austritt Probleme - bspw. mit den Mitgliedern, die auch Gäste sind?

Wurde Verhütung dort eigentlich geduldet oder war das auch gegen Gott? (Hab den Fall bei einer entfernten Bekannten, dass Verhütung ein no-go ist und wir alle für sie hoffen, dass ihr Körper jetzt von selbst "Pause mit dem Kinderkriegen" sagt... aber frag mich bitte nicht, welche Freikirche o.ä. das ist. )
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich hake mal beim Thema Gefühle ein.
Du schreibst, dass Freundschaften / Bekanntschaften nur noch oberflächlich bestehen.
Wenn du mit deinem jetzigen Kenntnisstand und deinem jetzigen Wissen zurück blickst. Würdest du das dann überhaupt als "Freundschaften" bezeichnen? Für mich klingt das alles sehr aufgezwungen. So á la "Sei gefälligst Freundlich, sonst gibts Strafe / kommst du in die Hölle" und dann ist man freundlich und hilfsbereit und vielleicht auch freundschaftlich, aber eine Freundschaft ist es im eigentlichen Sinne gar nicht.
Wie beurteilst du also HEUTE das soziale Gefühl von DAMALS?
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wie wird das denn bei eurer kirchlichen Hochzeit? Gibt es da durch deinen Austritt Probleme - bspw. mit den Mitgliedern, die auch Gäste sind?

Wir heiraten ja katholisch, aber eben nur im Wortgottesdienst, nicht mit Messe (ich dürfte eh nicht teilnehmen).
Sie werden sicher eine Menge auszusetzen haben... immerhin trage ich ein (fast) weißes Kleid, Schleier (Zeichen für Jungfräulichkeit) und habe keinen Ausschnitt, der mit den mennonitischen Grundsätzen vereinbar wäre. Aber sonst wird sich dort niemand beschweren.

Ein großer Vorteil: Meine Verwandtschaft ist zum Großteil sehr musikalisch. Ich kann nichts weniger leiden, als so ein schleppender, träger Gesang. In der Kirche wird man früh an Gesang und Instrumente herangeführt.

Wurde Verhütung dort eigentlich geduldet oder war das auch gegen Gott? (Hab den Fall bei einer entfernten Bekannten, dass Verhütung ein no-go ist und wir alle für sie hoffen, dass ihr Körper jetzt von selbst "Pause mit dem Kinderkriegen" sagt... aber frag mich bitte nicht, welche Freikirche o.ä. das ist. )

Verhütung? Was ist das? :grin:
Offiziell wird nicht verhütet. Sex gibt es ja erst nach der Hochzeit (und der Großteil hält sich wirklich daran - die Angst vor der Sünde ist groß genug). Und vor der Hochzeit gibt es ein Eheberatungsgespräch mit den Ältesten. Dort wird einem deutlich gesagt, dass man die Kinder, die Gott einem schenken will, eben akzeptieren muss.
Allerdings können die meisten Frauen gut rechnen und Großfamilien sind tatsächlich von vielen favorisiert. Ich gehe nicht davon aus, dass es dort sehr viele wirklich ungewollte Kinder gibt.

Ach doch: Von meiner Oma weiß ich, dass sie bei ihrem letzten Kind auch schon gehofft hatte, dass es eine Fehlgeburt wird. Aber die war auch ein Spezialfall (und die letzte Tochter war auch die, die für sie bis zum Tod da war).
 

Benutzer146142 

Benutzer gesperrt
Interessanter Ausdruck: gläubige Agnostikerin :smile:

Inwiefern siehst du eine religiöse Zukunft, für dich und/oder deine Familie? Könntest du dir vorstellen, einer Glaubensgemeinschaft mit nicht ganz so strenger Regelauslegung irgendwann wieder beizutreten? Sind erlernte, religiös motivierte Praktiken, z.B. Nächstenliebe und Verzeihung, nicht ziemlich schwer abzulegen und, wenn man sie beibehält, schwer zu begründen?
 

Benutzer114808  (34)

Beiträge füllen Bücher
Sie werden sicher eine Menge auszusetzen haben... immerhin trage ich ein (fast) weißes Kleid, Schleier (Zeichen für Jungfräulichkeit) und habe keinen Ausschnitt, der mit den mennonitischen Grundsätzen vereinbar wäre. Aber sonst wird sich dort niemand beschweren.
Solange sie das an diesem Tag nicht ständig kommunizieren... oder werden sie das?

Ein großer Vorteil: Meine Verwandtschaft ist zum Großteil sehr musikalisch. Ich kann nichts weniger leiden, als so ein schleppender, träger Gesang. In der Kirche wird man früh an Gesang und Instrumente herangeführt.
Oh ja, das ist super! Wenn man beim Gesang dann niemanden hört und sich jedes Lied zieht wie Kaugummi...
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich hake mal beim Thema Gefühle ein.
Du schreibst, dass Freundschaften / Bekanntschaften nur noch oberflächlich bestehen.
Wenn du mit deinem jetzigen Kenntnisstand und deinem jetzigen Wissen zurück blickst. Würdest du das dann überhaupt als "Freundschaften" bezeichnen? Für mich klingt das alles sehr aufgezwungen. So á la "Sei gefälligst Freundlich, sonst gibts Strafe / kommst du in die Hölle" und dann ist man freundlich und hilfsbereit und vielleicht auch freundschaftlich, aber eine Freundschaft ist es im eigentlichen Sinne gar nicht.
Wie beurteilst du also HEUTE das soziale Gefühl von DAMALS?

Schwierige Frage! :grin:
Wie entstehen denn Freundschaften? Man verbringt ja mit den anderen Jugendlichen viel Zeit und aus dem Kreis der Bekannten, die man hat, wählt man die, die am Besten zu einem passen und vertraut sich gegenseitig an.
Einige der Freundschaften waren wirklich real - andere waren eben "Zweck-"Bekanntschaften. Trotzdem bricht da das gesamte Sozialve Umfeld weg und damit Menschen, die man mag, denen man vertraut hat, Freunden.
Der Kontakt zu meiner Cousine ist auch massiv zurückgegangen. Als ich dieses Jahr geheiratet habe (also standesamtlich), wusste ich nicht, ob ich sie einladen soll. Sie hat offen das Gespräch gesucht und mir mitgeteilt, dass sie verletzt ist, dass ich sie bisher nicht eingeladen hätte und sie gern dabei wäre, weil ich ihr immer noch viel bedeute. So wurde noch schnell eine weitere Einladung verschickt und es war auch für mich schön, dass sie dabei war.
[doublepost=1478701255,1478700771][/doublepost]
Inwiefern siehst du eine religiöse Zukunft, für dich und/oder deine Familie? Könntest du dir vorstellen, einer Glaubensgemeinschaft mit nicht ganz so strenger Regelauslegung irgendwann wieder beizutreten?

Ich glaube nicht, dass wir unsere Kinder (falls wir welche haben werden) besonders religiös erziehen werden. Ich werde ihnen natürlich einige Geschichten aus der Bibel erzählen und ihnen auch schon als Kinder freistellen, dass sie sich taufen lassen können, wenn sie selber wollen. Aber ich hab ja zuvor schon mehrere Gemeinden besucht und eben kein geistliches Zuhause zu finden.

Sind erlernte, religiös motivierte Praktiken, z.B. Nächstenliebe und Verzeihung, nicht ziemlich schwer abzulegen und, wenn man sie beibehält, schwer zu begründen?

Die will ich nicht ablegen. :zwinker: Ich mag mich, wie ich bin. Es ist doch schön, dass meine Mitmenschen sich auf mich verlassen können.
Meine Schwiegermama macht manchmal aus Tollpatschigkeit Dinge, die nicht schön sind. Da ärgere ich mich auch drüber. Wenn meine Schwägerin mich dann aber nach ein paar Tagen darauf anspricht und sich wundert, dass ich wieder so "normal" mit ihr umgehe, dann habe ich tatsächlich vergessen, warum ich mich geärgert habe. Ich will mich nicht an das erinnern, was nicht so nett war, ich vergebe einfach unglaublich gerne. :smile:

Solange sie das an diesem Tag nicht ständig kommunizieren... oder werden sie das?

Ne, dafür sind sie zu höflich. Sie lästern heimlich. :grin: Und ich weiß das, weil ich das früher genauso gehandhabt habe. :zwinker:
 

Benutzer146142 

Benutzer gesperrt
Ich will mich nicht an das erinnern, was nicht so nett war, ich vergebe einfach unglaublich gerne. :smile:
Das ist eine sehr positive Eigenschaft. Aber fragst du dich nicht manchmal, woher ein bestimmtes Verhalten kommt? Ich tue das oft bei mir; mal ist dann die Erziehung, mal ist das soziale Umfeld ursächlich für eine Situation. Wenn du die Ursache als kirchlich/religös motiviert erkennst, was du ja mittlerweile ablehnst, würdest du dann versuchen, dich bewusst anders zu verhalten? Nächstenliebe war dafür vielleicht ein unpassendes Beispiel. Nehmen wir Homophobie oder - allgemeiner - die Haltung deiner Kirche zu politischen Themen. Die Kurzfrage lautet wohl: inwiefern beinflusst die doch ziemlich lange religiöse Prägung von 10 bis Anfang 20 noch immer dein heutiges Verhalten?
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn du die Ursache als kirchlich/religös motiviert erkennst, was du ja mittlerweile ablehnst, würdest du dann versuchen, dich bewusst anders zu verhalten? Nächstenliebe war dafür vielleicht ein unpassendes Beispiel. Nehmen wir Homophobie oder - allgemeiner - die Haltung deiner Kirche zu politischen Themen. Die Kurzfrage lautet wohl: inwiefern beinflusst die doch ziemlich lange religiöse Prägung von 10 bis Anfang 20 noch immer dein heutiges Verhalten?

Klar kann man das erkennen. Aber ich kann ein Verhalten auch unabhängig von meiner religiösen Motivation aus gut finden. Ich habe auch früher niemals gedacht: "Wenn ich nicht vergebe, dann komme ich in die Hölle!" - ich hab es getan, weil es mir damit dann besser geht. Ich mag es nicht, mich mit Groll und Wut herumzutragen.

Und auch, wenn ich meine Kinder eben nicht in dieser strengen religiösen Gemeinschaft aufwachsen sehen wollte, bereue ich es eben nicht, dass ich ein Mitglied war. Ich habe vieles für mich gelernt und habe mich auch in gewisser Weise abgegrenzt. Aber ich lehne nicht aus Prinzip alles ab, wofür die Kirche steht. :zwinker:

Die Homophobie ist aber selbstverständlich etwas anderes. Damit habe ich andere verletzt und bin auch mir selbst im Weg gestanden.
 
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