Hypothetischer Abtreibungsverzicht bei flächendeckenden, kostenlosen Krippenplätzen?

Benutzer42813 

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Bezugnehmend darauf: Abtreiben oder ein Hungerleben mit Hartz IV? - Planet-Liebe.de Forum

Würden die Abtreibungsbefürworter in der beschriebenen Situation ihre Meinung ändern, wenn es in Deutschland eine kostenlose, flächendeckende Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr gäbe, die es auch jungen, alleinerziehenden Müttern ohne familiäre Unterstützung ermöglichen würde, nach spätestens 12 Monaten wieder zu arbeiten?
 

Benutzer93180 

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin der Meinung, dass diejnigen, die Kinder wollen diese auch bekommen würden/werden, wenn es keine flächendeckende und kostenlose Kinderbetreuung (Staatserziehung ala DDR lässt grüßen) gibt und andersherum würden diejenigen, die keine Kinder wollen auch keine bekommen, wenn es eine solche Kinderbetreuung geben würde.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Kinderbetreuung würde nichts an der Situation ändern. Ich hätte ja immer noch keinen Job, kein Geld und könnte dem Kind nichts bieten.
 
M

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Ich mache meine Entscheidung ein Kind (nicht) zu bekommen nicht von finanziellen Mitteln abhaengig (die waeren naemlich da), sondern von der Tatsache, dass ich absolut keine Kinder moechte. Also wuerde ich mich auch in diesem Fall fuer die Abtreibung entscheiden.
 
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Nein, würde nichts ändern, da meine Eltern ja notfalls auch einspringen könnten, wenn ich keinen Krippenplatz hätte. Ich will einfach (noch?) kein Kind.
 

Benutzer36171 

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In meiner Situation würde sich nichts ändern. In meiner jetzigen Situation würde ich das Kind so oder so bekommen.

In einer hypothetischen Situation könnte sich vielleicht etwas ändern, aber das käme auf die Umstände an und das ist jetzt langsam etwas zu viel Spekulation. :grin:
 

Benutzer42813 

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In einer hypothetischen Situation könnte sich vielleicht etwas ändern, aber das käme auf die Umstände an und das ist jetzt langsam etwas zu viel Spekulation. :grin:

Na ja, so hypothetisch ist es nicht... Mit 22 dachte ich mal, dass ich wegen einer Verhütungspanne schwanger wäre, und war nach ewigem Hin und Her schließlich fast entschlossen, es nicht zu bekommen, hab aber tausend mal hin und her überlegt... Und sichere Krippenplätze hätten für mich als Studentin das Hin und Her ganz klar zugunsten des Kindes beendet - während ich so fast schon für eine Abtreibung entschieden hatte.

Zum Glück musste ich diese Entscheidung doch nicht treffen, weil ich meine Tage dann doch noch bekam. Aber sooooo hypothetisch ist eine solche Situation nicht... Nicht jeder hat Eltern oder Familie, die arbeitslos sind und daher die Betreuung übernehmen können! Ich hätte sie nicht gehabt.
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Selbst wenn es eine flächendeckende und kostenlose Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr geben würde wollte ich die nächsten 6-7 Jahre definitv noch kein Kind, und danach weiß ichs auch noch nicht. Ich könnte dem Kind trotzdem nicht genug Geld für den Lebensunterhalt bieten und vor allem auch wegen des Studiums nicht genug Zeit.
Würde wohl also trotzdem Abtreiben.
 
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Nicht jeder hat Eltern oder Familie, die arbeitslos sind und daher die Betreuung übernehmen können!
:ratlos: Meine Eltern sind beide nicht arbeitslos und könnten mich dennoch unterstützen. Die Formulierung finde ich irgendwie komisch.
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich glaube, es wird nicht viele Frauen geben, die bei dem beschriebenen Szenario anders denken würden, als sie es jetzt tun. Immerhin ist es mit einem bloßen Betreuungsangebot nicht getan. Ein Kind hat man mindestens 18 Jahre lang "an der Backe". Und in den letzten 20, 30 Jahren haben die verschiedenen Regierungen der Bundesrepublik Deutschland nicht gerade viel dafür getan, das früher vorhandene Vertrauen in die langfristige soziale Sicherheit zu stärken. Seit es vielfach eine Notwendigkeit geworden ist, dass beide Partner in einer Beziehung arbeiten (bei den einen rein aus finanzieller Not, bei anderen aus sozialem Konsum- und Stellungsdruck heraus), besteht bei vielen wahrscheinlich auch die Befürchtung, sie könnten in die Gruppe derjenigen reinrutschten, bei denen das der Alltag ist.

Und mal ehrlich: Wozu soll eine Frau ein Kind bekommen, wenn es andere für sie großziehen sollen/müssen? Sie gewinnt dadurch nichts. Zudem kann ich nur schwer einschätzen, was für eine Frau stressiger ist: Erwerbstätige Arbeit mit der Option des Gekündigtwerdens im Nacken oder die Ganztagsbetreuung eines Kleinkindes? Abgesehen davon, dass natürlich nach der Arbeit trotzdem das Kind was von seiner Mama will und der Stress in keiner Phase des Tages auch nur ansatzweise abnimmt.

Die Geburtenrate wird erst dann wieder merklich zunehmen, wenn Frauen die Wahl haben, ob sie arbeiten gehen (z. B. auf 400-Euro-Basis bzw. Teilzeit), und das Einkommen eines einzigen "Ernährers" wieder ausreicht und auch auf lange Sicht gesichert erscheint. Zu deutsch: Aus heutiger Sicht ist eine merkliche und nachhaltige Steigerung der Geburtenrate reine Utopie.
 

Benutzer42813 

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:ratlos: Meine Eltern sind beide nicht arbeitslos und könnten mich dennoch unterstützen. Die Formulierung finde ich irgendwie komisch.

Meine Mutter studiert und arbeitet nachts, am Wochenende oder abends, und mein Vater wohnt weit fort in einer anderen Stadt, hat eine Dreiviertelstelle, die zum Leben reicht und um mir hin und wieder was zuzustecken.

Wie soll dabei Unterstützung bei der Kinderbetreuung möglich sein? Die Frage ist nicht böse, sondern ernst gemeint.
 
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Meine Mutter studiert und arbeitet nachts, am Wochenende oder abends, und mein Vater wohnt weit fort in einer anderen Stadt, hat eine Dreiviertelstelle, die zum Leben reicht und um mir hin und wieder was zuzustecken.

Wie soll dabei Unterstützung bei der Kinderbetreuung möglich sein? Die Frage ist nicht böse, sondern ernst gemeint.

Ja, klar können nicht alle berufstätigen Eltern einem helfen, aber bei manchen ist das durchaus möglich. Für mich klang es aber so, als könnten nur arbeitslose Eltern einen unterstützen, und das finde ich gemein. :tongue:
 

Benutzer3806 

Meistens hier zu finden
Es würde sicherlich die Entscheidung beeinflussen, denn dann hätte man ja wohl doch noch die Möglichkeit, seine Berufsausbildung abzuschließen und irgendwann dann mal Geld zu verdienen. Wie Subway allerdings sagt, hätte man ja für den Alltag trotzdem noch kein Geld und könnte dem Kind nicht das bieten, was man vielleicht gerne bieten wollte. Außerdem wäre das dennoch für mich keine Idealvorstellung, das Kind von 8-18h in die KiTa zu stecken.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Bin zwar ein Mann und die sollten m.E. in Abtreibungsfragen eher die Klappe halten. Ich bin sicher auch kein Abtreibungsgegner.

Aber dieses materielle Sicherheitsdenken, das hier so aus vielen Beiträgen herausscheint, finde ich zwar nicht gänzlich unverständlich aber doch irgendwie seltsam.
Klar, wünscht sich jeder finanzielle Sicherheit bis zum Lebensende, viel Kohle für ne schöne Wohnung, Reisen usw. Aber dass man mit solchen Argumenten vor sich selbst eine Abtreibung rechtfertigen könnte, befremdet mich irgendwie. Das klingt für mich so: Oh, ich kann meinem Kind evtl. nicht ausreichend materiellen Wohlstand bieten bzw. garantieren, kein tolles Haus mit Garten, keine tollen Klamotten, keine Urlaubsreisen, kein tolles Spielzeug, keine Reit- und Musikstunden, außerdem wird es sicherlich mit 65 keine Rente bekommen......also lass ich es am besten erst gar nicht auf die Welt kommen, sondern ausschaben. Strange. Gerade wenn sie noch klein sind brauchen Kinder nicht viel "materielles" um zufrieden sein und wer weiß, was in 10 - 20 Jahren ist. Da ist vielleicht derjenige, der bei der Geburt viel Geld, Haus etc. hatte auf Hartz IV-Niveau und derjenige, der bei der Geburt nix hatte ordentlich bei Kasse.

Nur dass mich hier keiner falsch versteht, ich bin kein Abtreibungsgegner. Ich akzeptiere natürlich, wenn eine Frau sich gegen eine Geburt entscheidet. Sogar wenn sie klipp und klar und ehrlich sagt: Nein, für mich ist es zu früh Verantwortung zu übernehmen und auf mir wichtige Dinge verzichten zu müssen oder auch die Tatsache, dass man generell einfach keine Kinder haben will.
Aber die Begründung "weil ich im Moment keine Kohle habe" und sich evtl. die Ausbildung, der Berufseinstieg etwas verzögert oder erschwert kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Unabhängig davon, was hier geantwortet wird. Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass es bessere Angebote gäbe, die Alleinerziehende Frauen, aber auch junge Paare, möglichst optimal dabei unterstützen alles unter einen Hut zu bringen: Kind + beruflich Fuß zu fassen. Dazu gehören aber nicht nur "kostenlose" Krippenplätze, sondern noch viel mehr: z.B. flexible Möglichkeiten mit Kindern zu studieren, "kinderfreundliche" Arbeitgeber, die z.B. einen flexiblen Einstieg in den Job ermöglichen...also z.B. Teilzeit und dann immer mehr Stunden arbeiten, sowie natürlich gute staatliche finanzielle Unterstützungsangebote, die deutlich über - wir geben ihr Geld - hinausweisen. Z.B. könnte man ja Arbeitgeber "belohnen" die flexible Jobs oder Ausbildungsgänge kreieren, die auf Alleinerziehende zugeschnitten sind uvm.
 

Benutzer42813 

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Ja, klar können nicht alle berufstätigen Eltern einem helfen, aber bei manchen ist das durchaus möglich. Für mich klang es aber so, als könnten nur arbeitslose Eltern einen unterstützen, und das finde ich gemein. :tongue:

Mir gings jetzt um den Fall: Was, wenn die Eltern es halt nicht können? Aus was-auch-immer-für-Gründen.... So was kann ja durchaus in einer Biografie auftauchen. Auch wegen Krankheit oder Tod der Eltern...

Ich hätts schon ziemlich beschissen gefunden, wenn ich quasi meine ganze berufliche Lebensaufgabe hätte aufgeben müssen, nur weil ich mein (hypothetisches) Kind nicht töten will. Und ich hab jetzt grad eben wieder drüber nachgedacht, dass es doch eigentlich gerade im Sinn von christlichen und liberalen Parteien sein müsste, dann eben Kinderbetreuung und den ganzen anderen Kram, den Casanis nennt, zu ermöglichen - oder?

Die Liberalen müssten wollen, dass ich früh wieder in den Beruf gehe und Leistung bringe, und daher Kinderbetreuung ermöglichen, und die christlichen müssten gegen Abtreibung sein und daher eben staatliche Angebote für Kinderbetreuung schaffen?

Verkehrte Welt, finde ich, wenn die alle das nicht tun...
 

Benutzer36171 

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Na ja, so hypothetisch ist es nicht... Mit 22 dachte ich mal, dass ich wegen einer Verhütungspanne schwanger wäre, und war nach ewigem Hin und Her schließlich fast entschlossen, es nicht zu bekommen, hab aber tausend mal hin und her überlegt... Und sichere Krippenplätze hätten für mich als Studentin das Hin und Her ganz klar zugunsten des Kindes beendet - während ich so fast schon für eine Abtreibung entschieden hatte.

Zum Glück musste ich diese Entscheidung doch nicht treffen, weil ich meine Tage dann doch noch bekam. Aber sooooo hypothetisch ist eine solche Situation nicht... Nicht jeder hat Eltern oder Familie, die arbeitslos sind und daher die Betreuung übernehmen können! Ich hätte sie nicht gehabt.

Sorry, ich hatte mich falsch ausgedrückt. Für viele ist diese Diskussion ganz bestimmt nicht rein hypothetisch und könnte mir vorstellen, dass es oft ausschlaggebend sein kann.
Für mich persönlich wäre es nur weder jetzt noch in vielen anderen Situation wirklich entscheidend... Für mich fällt die Entscheidung über Abtreibung schon ganz woanders (persönliche Reife, will ich überhaupt ein Kind?, Partner, Alter, etc.).
Es gäbe sicher Situationen, in denen die Betreuungsplätze die Entscheidung auch bei mir stark beeinflussen würden, aber die waren mir in meinem Fall zu hypothetisch. Da müsste dann ersteinmal oben genanntes perfekt stimmen und dafür anderes fehlen (eklatanter Geldmangel, keinerlei Unterstützung der Eltern), was aber in meinem Leben aber wohl nicht mehr genau so zutreffen wird. Das meinte ich mit hypothetisch für mich persönlich.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Auch ohne flächendeckende, kostenlose Krippenplätze halte ich meine persönlichen Rahmenbedingungen für geeignet, um im Notfall ein Kind ordentlich durchbringen zu können (und dabei eben selbst zu Gunsten des Kindes auf Einiges zu verzichten), so dass flächendeckend kostenlose Krippenplätze keinen Einfluss auf meine Entscheidung für das Kind hätten.

Dazu ist es auch heute schon möglich, die Betreuung eines frühen, ungeplanten Kindes, den Abschluss der Berufsausbildung oder des Studiums und die folgende Berufstätigkeit geregelt zu bekommen. - Auch ohne Unterstützung durch andere Familienangehörige, o.Ä.
Das ist natürlich nicht einfach... aber dieses Argument "Wenn ich jetzt ein Kind bekomme, ist meine ganze Zukunft zerstört und ich werde lebenslang von Hartz IV abhängig sein" ist einfach bescheuert, weil es definitiv auch noch andere Möglichkeiten gibt.
 

Benutzer27629 

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Das kommt jetzt irgendwie auch auf die Konstellation der hypothetischen Umstände an und es fällt mir schwer, mich in sowas reinzudenken, weil ich so eine ganz hoffnungslose finanzielle Situation bisher nicht kenne. Zwar hatte ich im Studium auch nie viel übrig, aber irgendwie ging es immer und es standen ja bessere Zeiten, in finanzieller Hinsicht, in Aussicht. Diese Zuversicht bräuchte ich auf jeden Fall, um mich für das Kind entscheiden zu können, ich denke aber, dass ich die auch hätte. Eine Abtreibung kann ich mir für mich nur ganz schlecht vorstellen, obwohl ich nicht religiös bin und mich jetzt auch nicht bewusst zu einer Schwangerschaft entschließen würde, auf Verhütung achte usw. Ich würde es dann aber trotzdem als meine "Aufgabe" ansehen, das Kind zu bekommen. Krippenplätze wären evtl. ein Punkt auf der Pro-Kind-Seite, käme aber auf die Qualität der Betreuung an. Das ausschlaggebende Kriterium für die Entscheidung wäre aber auf jeden Fall mein Bauchgefühl und meine Zuversicht, zumindest denke ich das aus meiner jetzigen Situation heraus.
 
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