Homosexuelle dürfen kein Blut spenden - Diskriminierung?

Benutzer82248  (42)

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Also, ich sag es gerne noch mal, warum ich es diskriminierend finde. Mich stört einfach, dass sie gleich alle über einen Kamm scheren, sich dann auf der anderen Seite aber wundern, dass zu wenig Leute Blut spenden gehen (mit dem Geld, das man dafür kriegt, hat das denke ich wenig zu tun, entweder man ist so eingestellt, dass man etwas für die Allgemeinheit tun will oder eben nicht)

Wenn ich sowas höre, da vergeht mir doch schon gleich die Lust, noch irgendwas für andere zu tun. Selbst wenn ich da hingehen würde, hieße das ja soviel wie "Dein Blut ist weniger wert, das wollen wir nicht!" Tut mir Leid, aber das sind für mich Methoden wie im Mittelalter...

Die Leute, die hien meinen, dass es nicht diskriminierend wär, dann nur, weil sie selber nicht betroffen sind. Dann ist es leicht, sowas einfach hinzunehmen. Wenn man sich aber täglich anhören muss, dass irgendwo Gleichgesinnte, nur weil sie zufällig den falschen Menschen lieben, umgebracht werden, dann fängt man langsam an zu merken, dass die Welt anscheinend doch noch nicht bereit zu sein scheint, das Andersartige zu akzeptieren und nicht ständig auf solchen vermeindlichen Unterschieden rumzuhacken! Auch wenn es nur um so ein harmloses Thema wie Blutspenden geht, es heißt ja "Steter Tropfen höhlt den Stein" irgendwann fängt man dann eben an, auch hinter so scheinbar lächerlichen Dingen eine generelle Ablehnung zu sehen.

Ich versteh Deinen Standpunkt schon, muss aber auf der anderen Seite sagen, dass es eben nur um Statistik geht. Es geht nicht darum, schwule irgendwie auszugrenzen, oder zu beleidigen oder sonst irgendwie als unehrenhaft hinzustellen.

Wohlgemerkt, es geht auch nicht um Homosexuelle als Gesamtgruppe, sondern "nur" um homosexuelle Männer. es ist nunmal Fakt, dass diese "Personengruppe" den Löwenanteil der HIV-infizierten ausmacht. Das ist doch nicht wegzudiskutieren.

Irgendwo finde ich es auch bezeichnend, dass Magazine wie "Queer" etc. mit schöner Regelmäßigkeit dieses Thema auspacken, wenn irgendwie ebbe in der sonstigen Berichterstattung ist. Da wird dann so herrlich die Diskriminierungskeule ausgepackt - und man knallt den bösen Heten, die die gesetze gemacht haben eine vor den Latz. mit ist klar, dass "Queer" und andere Lobbyarbeit betreiben, aber Homosexuelle (egal ob schwul oder lesbisch) haben in diesem Land immer noch ganz andere und viel wichtigere Probleme als das "Aussortiert-werden" bei Blutspenden. Mir fallen viel schlimmere und viel diskriminierendere Dinge ein als diese "Kleinigkeit".

UNd wenn mans mal wirklich nüchtern und nur auf das Thema betrachtet: Durch meinen Beruf habe ich sehr viele schwule Freunde (war eine ganze Zeit lang in einem Theater sogar die "Quotenhete"), von denen hat sich bislang noch keiner durch die Blutspende-Regelung angegriffen oder gar beleidigt gefühlt. Zumindest hatten wir uns da vor einiger Zeit drüber unterhalten - und da hieß es auch: "Ist halt so - und fertig." Die Gründe sind nachvollziehbar und stoßen auf Akzeptanz. Und Sicherheit ist nunmal bei der Blutspende das A und O.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Natürlich ist das Diskriminierung, ich wüsste nicht, als was ich es sonst bezeichnen soll. :ratlos:
 

Benutzer82248  (42)

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Natürlich ist das Diskriminierung, ich wüsste nicht, als was ich es sonst bezeichnen soll. :ratlos:

...versuchs doch mal mit: "Notwendige Einschränkung im Sinne der allgemeinen Gesundheitsvorsorge." Wenn Du schon eine genaue Definition haben musst.
 
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Wenn man sich aber täglich anhören muss, dass irgendwo Gleichgesinnte, nur weil sie zufällig den falschen Menschen lieben, umgebracht werden...

Zum Thema unglaublich passend, wann kommt der obligatorische Rassismus Vergleich ?

Um es nochmal zu sagen: Dies ist keine Diskriminierung sondern ein rein Mathematisch-Statistisches Mittel zur Reduktion möglicher Gefahren. Oder glaubst du wirklich weil z.b eine Zeit lang längere Aufenthalte in GB oder Bürgern aus GB das Spenden verweigert wurde, dies rassistische Hintergründe hat? Nein es war dasselbe statistische Mittel um mögliche Verseuchte Blutkonserven zu minimieren.
 
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Zum Thema unglaublich passend, wann kommt der obligatorische Rassismus Vergleich ?

Um es nochmal zu sagen: Dies ist keine Diskriminierung sondern ein rein Mathematisch-Statistisches Mittel zur Reduktion möglicher Gefahren. Oder glaubst du wirklich weil z.b eine Zeit lang längere Aufenthalte in GB oder Bürgern aus GB das Spenden verweigert wurde, dies rassistische Hintergründe hat? Nein es war dasselbe statistische Mittel um mögliche Verseuchte Blutkonserven zu minimieren.

Mit dem einzigen Unterschied, dass Englandreisende im Normalfall kein Opfer von genereller Ablehnung sind und zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte massenhaft umgebracht wurden... aber lassen wir das...

Eigentlich sollte man doch immer vom besten Fall ausgehen, wenn man sich einen Menschen betrachtet, und der beste Fall wäre hier die Gesundheit. Bei Schwulen gehen sie aber von vornherein aus, dass sie krank sind, das finde ich nicht gerecht!

Off-Topic:
Aber was reg ich mich hier eigentlich noch auf, ich komm ja sowieso in die Hölle...
 
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Mit dem einzigen Unterschied, dass Englandreisende im Normalfall kein Opfer von genereller Ablehnung sind und zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte massenhaft umgebracht wurden... aber lassen wir das...
Ich verstehe zwar deine Emotionen dabei, doch jetzt kommen wir in den stark übertriebenen Bereich bei dieser Thematik.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Off-Topic:
...versuchs doch mal mit: "Notwendige Einschränkung im Sinne der allgemeinen Gesundheitsvorsorge." Wenn Du schon eine genaue Definition haben musst.

Das Gefühl von Diskriminierung überwiegt doch das Verständnis über notwendige Einschränkungen ...
 
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Und es geht auch nicht darum, ob Homosexualität akzeptiert wird oder nicht, es geht einfach nur darum, dass man ein gesundheitliches Risiko für einen schwer kranken Menschen nicht aufgrund politischer Korrektheit eingehen kann und wird.
Ich bin übrigens eher sowas in Richtung bisexuell und führe eine offene Beziehung. Heißt, ich schlafe nicht nur mit meinem Freund. Entsprechend ist bei all meinem angewandten Wissen über safer Sex mein Risiko eben erhöht. Und ich gehe deshalb nicht mehr zur Blutspende, ich darf es nämlich nicht. Und das "nur" weil meine sexuelle Orientierung chaotisch und mein Verständnis von Treue anders ist?
Nein. Sondern "nur", weil ich ein erhöhtes Risiko habe, Krankheiten zu übertragen.
Und dieses Risiko trage dann eben nicht und müssen nicht andere auch tragen.

Sie suggereiren einem doch immer, dass man so wahnsinnig sozial ist, wenn man Blut spendet, in dem Fall sehen sie einen doch auch als Menschen an und nich nur als "Blutquelle".
 
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Sie suggereiren einem doch immer, dass man so wahnsinnig sozial ist, wenn man Blut spendet, in dem Fall sehen sie einen doch auch als Menschen an und nich nur als "Blutquelle".

Doch genau das bist du als Spender, mehr nicht. Es geht um Zahlen, nicht um persönliche Geschichten. Das was persönlich abgefragt wird dient ebenso nur der Statistik zur Verminderung von verseuchten Einheiten. Und genau bei dieser Einschränkung von Homosexuellen geht es nur um Zahlen, um rein garnichts persönliches.
 
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Off-Topic:
Okay, nach erneutem Durchlesens des Artiekls bei Wikipedia bin ich jetzt endgültig ausgeschlossen, weil ich 0,5kg zu wenig wiege. Nicht dass ich jemals vorgehabt hätte, Blut zu spenden, aber jetzt fühl ich mich doch weniger diskriminiert.
 

Benutzer82248  (42)

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Entschuldigung, aber mir wird gerade schlecht.

Es kann und darf nicht die Wahrheit sein, dass man hier, wenn man für eine minimale Einschränkung im Entfaltungsrecht einer bestimmten Personengruppe (ich drück das ganz bewusst so neutral aus) spricht, gleichgesetzt wird mit Mördern, Nazis etc. also mit Menschen, die ich mit einer Kneifzange nicht anfassen würde.

Nochmal der Reihe nach, es gibt mathematisch-statistische Erhebungen, die besagen, dass das Risiko, sich mit einer Blutkonserve, die von einem homosexuellen Mann stammt, an HIV zu infizieren ungleich höher ist, als das Risiko, wenn diese Konserve von einem heterosexuellen Mann ist. Das ist Fakt.

Und dann geht hier eine, von einschlägigen Lobby-Medien offenbar auch angeleierte, Diskussion los. In der alle, aber auch alle Klischees bis hin zum absolut geschmacksfreien Nazi- bzw. Holocoust-Vergleich, rethorischen Totschlag-Keulen bedient werden.

Gehts noch ?!?

Wir sprechen hier von Blutbeuteln, die haben nichts aber auch gar nichts mit der Person des Spendes zu tun, ausser, dass er seinen Arm dafür hingehalten hat. Sonst nichts. Es geht hier nicht darum, dass man homosexuelle Männer über einen Kamm schert, sondern lediglich um Sicherheit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nehmt Euch dochmal ein Bisschen zurück. Irgendwie ist es für die Lobby-Arbeit der Schwulen und Lesben auch nicht von Vorteil, ständig bei allem und jedem zu klagen,d ass diese Entscheidungen nur getroffe werden, weil die betroffene Person schwul oder lesbisch oder bi oder was auch immer ist.

Ein jeder soll so glücklich werden, wie er möchte, nur schaden darf er damit keinem... Soviel dazu, aber Einschränkungen sind im Sinne einer Sicherheit der Allgemeinheit wichtig. Und sollten auch im Sinne der gesunden Homosexuellen sein. Denn ich glaube, dass sich kaum jemadn gerne mit HIV, Hep oder wie die ganzen lustigen kleinen Tierchen auch immer heißen, infizieren mag. Egal ob Hete, Lesbe, Schwuler, Fußfeti oder was auch immer...

Off-Topic:
Okay, nach erneutem Durchlesens des Artiekls bei Wikipedia bin ich jetzt endgültig ausgeschlossen, weil ich 0,5kg zu wenig wiege. Nicht dass ich jemals vorgehabt hätte, Blut zu spenden, aber jetzt fühl ich mich doch weniger diskriminiert.

Enschuldige bitte, aber damit nimmst Du Dir vollends die Glaubwürdigkeit. Übrigens bist Du sonst auch gar nicht ausgeschlossen, oder bist Du ein homosexueller Mann und hast hier in Deinem Profil angegeben, dass Du ein Mädel bist ?!?
 
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Übrigens bist Du sonst auch gar nicht ausgeschlossen, oder bist Du ein homosexueller Mann und hast hier in Deinem Profil angegeben, dass Du ein Mädel bist ?!?

Nein, ich bin kein homosexueller Mann, aber deswegen darf ich mich doch trotzdem aufregen, oder?

Ich finds ja eigentlich alles total einleuchtend, das einzige, was mich an der Sache stört, ist das hier:

Von der Blutspende ausgeschlossen sind insbesondere in Deutschland und der Schweiz homosexuelle und bisexuelle Männer unabhängig von etwaigem Risikoverhalten, da die Quote HIV-positiver Personen unter homosexuellen Männern erhöht ist.

Das heißt, nur weil einige weniger (und nicht etwa der Großteil aller, wie das hier anscheinend dargestellt wird) Schwule infiziert sind, gleich alle irgendwie darunter zu leiden haben. Das ist so, als würde ich sagen, jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger, weil es mehr männliche Vergewaltiger gibt als weibliche (auch wenn ich für den Vergleich jetzt wieder gehauen werde...)
 
A

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Nee, das ist so, wie wenn ich sage: Beim trampen steige ich nur bei Frauen ein, weil da die Wahrscheinlichkeit, dass mir was passiert geringer ist.
Damit sage ich dann nämlich auch nicht, dass alle Männer böse sind und mir was tun und alle Frauen nett und lieb sind, sondern nur: Die Wahrscheinlichkeit sieht so für die Situation besser aus.

Ich würde sagen, um bei dem Beispiel zu bleiben, dass es genau umgekehrt bist. In deinem Beispiel hast du nämlich selber die Entscheidung, bei wem du einsteigst. Um zum Thema zurückzukommen, wäre es eher so, dass ein Mann nur von einem anderen Mann mitgenommen werden würde, da sich Frauen (wegen besagtem Risiko) nicht trauen würden. Es geht darum, dass man selbst in der passiven Rolle ist und andere über einen entscheiden, so rum. Das Auto symbolisiert in deinem Beispiel die Typies, die diese Gesetze aufstellen, der Anhalter den Spender.

Off-Topic:
Nur blöd, wenn der Typ in dem Auto dann schwul ist... :grin:
 
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Es ist eben der Punkt, den man nicht vergessen sollte: Es geht nicht um den Spender als Person.
Ob er übergewichtig, untergewichtig, homosexuell, polygam, gerade erkältet ist oder sonstwas interessiert nur, weil es einen Einfluss auf die Gesundheit haben kann.
Und wenn man dort mit Namen angesprochen wird und gefragt wird, wie es einem denn geht, dann hat das auch nichts damit zu tun, dass es irgendwen interessieren würde. Die wollen nur, dass man gerade keinen Schnupfen hat und dass man sich bei ihnen wohlfühlt, damit man wieder kommt und wieder spendet.
Es geht da nicht um Personen, oder ob man ihre Lebenseinstellung, sexuelle Präferenzen oder Lieblingsurlaubsziele nun wissen will oder irgendeine Meinung dazu hat. Es geht nur um völlig unpersönliche Statistiken und darum, das Risiko gering zu halten. Im Sinne aller Beteiligten.

Aber ganau das ist doch der Punkt! Einige scheinen hier Ursache und Wirkung zu verwechseln. Der eigentliche Grund, warum man Schwule ausschließt ist ja nur, weil sie von Klischee her eher polygam als monogam sind, sprich mit jedem neuen Geschlechtspartner die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie sich früher oder später infizieren. Das "Problem", weswegen man sich also ausschließen sollte, ist nicht ihre Homosexualität, sondern die Tatsache, dass sie einen polygamen Lebensstil haben. Da Leute mit häufig wechselnden Partnern schon vorher im Artikel ausgeschlossen wurden, finde ich den Zusatz zu den Schwulen unnütz, da die risikoträchtigen schon oben beeinhaltet sind!
 
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