Hilfe finden bei Psychischem Problem

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Also kurz zusammengefasst:

- ich, 18 Jahre alt, gehe noch zur Schule, gesetzlich versichert
- hab ein Psychisches/seelisches Problem (näheres auf Anfrage)
- mittlerweile ein akutes Problem
- brauche (meiner Meinung nach; bester Freund rät auch dazu und würde mich unterstützen) Professionelle Hilfe
- ich wohne sehr ländlich, habe ein eigens Auto, bin also mobil

allerdings weiß ich nicht an wen ich mich da jetzt wenden soll.

Vielleicht kann mir jemand von euch weiterhelfen ... wäre wirklich sehr lieb ...
 

Benutzer143952  (27)

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Entweder Zum Hausarzt gehen, dein Problem dort schildern, dieser überweist dich dann. Wenn ihr in der Schule einen Vertrauenslehrer habt, kann man auch dahin gehen. Dieser sollte einem auch weiter helfen. Oder du gehst zu einer der psychosozialen Beratungsstellen in deiner nähe. Die helfen dir auch weiter, was du tun kannst. :smile:
 
J

Benutzer

Gast
Erste Anlaufstelle ist ein Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie.Hier wird dir keiner professionell helfen können.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Du brauchst keine Überweisung vom Hausarzt für die Suche nach einem Therapeuten, sondern kannst Dir direkt einen Psychotherapeuten in der Nähe suchen. Aber ich würde dennoch mit Deinem Hausarzt sprechen, damit er Bescheid weiß. Da er der Generalist unter den Ärzten ist, würde ich allerdings, falls er Medikamente verschreibt, erstmal die Meinung eines Facharztes für Psychiatrie und Neurologie einholen. Aber bedenke bitte, dass die Wartezeit für einen Termin dort lang sein kann.

Die kassenärztliche Vereinigung Deines Bundeslandes führt eine Liste über die niedergelassenen Therapeuten. Gibt es im Internet. Richte Dich aber auch hier auf mehrere Wochen Wartezeit bis zum Beginn der Therapie ein.

Wenn es Dir sehr schlecht geht, kann Dich Dein Hausarzt in Abstimmung mit Dir in ein psychiatrischen Krankenhaus einweisen. Da viele Menschen Angst vor so einem Schritt haben (wofür es keinen Grund gibt, ich bin gerade selbst in einem), gibt es noch die vielen Ambulanzen, sei es von Krankenhäusern oder medizinischen Instituten oder Fakultäten. Dort wird man erstmal im Akutfall aufgefangen und recht gut beraten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer15049  (35)

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Demetra hat schon vieles gesagt. Ich wollte nur noch beitragen, dass ich es sehr gut finde, dass du dir Hilfe holen willst. Ich drück dir die Daumen bei der Suche!
 

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Über die Internetseite meiner Krankenkasse hab ich jetzt mal nach Therapeuten in meiner Nähe gesucht ... sind doch einige ...

Ich werde wohl erstmal zum Hausarzt gehen ... da ich aktuell nicht zur Schule gehen kann ... von dem war ich jetzt auch schon diese Woche krank geschrieben (aber wegen einem körperlichen Problem).

Ehrlich gesagt möchte ich halt nicht das meine Familie was mittbekommt ... zumindest fürs erste ...
Und da kann ich ja nicht einfach mal so ins Krankenhaus ...

Von Medikamenten halte ich grundsätzlich nichts und ich werde da eh keine nehmen ... letzt endlich ändern sie ja nicht das eigentliche Problem ...

ich hoffe das ich irgendwie noch einen Weg finde Hilfe zu bekommen ...
 

Benutzer155480 

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Wieso soll Deine Familie nichts mitbekommen? Du musst Dich für eine psychische Erkrankung genau so wenig schämen wie für eine körperliche.

Überleg Dir das mit dem Medikament auch nochmal in Ruhe. Ich habe früher auch so gedacht und nehme auch selbst keine, aber ich sehe hier sehr viele Menschen, denen Medikamente Ruhe gebracht haben, die sie brauchen, um mit neuer Kraft ihrer Krankheit zu begegnen. :smile:
 
G

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Gast
Ich möchte dir meine große Bewunderung aussprechen. Du gehst schon sehr professionell an die Sache ran.

Ich kann sehr gut verstehen, dass deine Famiile davon nichts mtibekommen soll. Menschen sind sehr unterschiedlich gestrickt und meine Familie weiß über meine psychischen Probleme auch nicht Bescheid.

Off-Topic:
Ich weiß, wie sie reagieren (ließ mit 15 mal was anklingen). Bei uns sind (tiefergehende) psychische Probleme etwas für Schwache, und Schwache haben in meiner Familie weder Respekt verdient noch haben sie etwas zu melden. Es gilt das Recht des Stärkeren bzw. Vermögenderen.


Und vielleicht gibt es an deiner Schule psychologische Beratungen, die angeboten werden? Das geht oft anonym und so müsstest du nicht sofort deine Krankenkasse (indirekt durch deinen Hausarzt) informieren. Das kann von Nachteil sein, wenn man vielleicht später eine private Krankenversicherung anstrebt.
 

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Meine Familie ist schon kaputt genug und ist schon genug mit sich selbst beschäftigt ... außerdem kann ich mir sehr gut vorstellen wie sie darauf reagieren würden ... das möchte ich nicht ...

So eine psychologische Beratung/Vertrauenslehrer/... ist mir nicht bekannt, dasss es so was an meiner Schule gibt ... und wenn müsste ich dafür ja auch in die Schule gehen ... und das kann ich in meinem momentanen Zustand einfach nicht ...

Momentan siehts so aus, dass ich morgen früh bei einer Praxis für Psychotherapie anrufen sollte, wenn die aktuelle keine Termine haben oder nicht in den nächsten Tagen, muss ich dann zum Hausarzt ... brauch ja ein Attest für die Schule ...
Ich hab aber keine Ahnung was ich den Menschen da am Telefon sagen soll ...
 

Benutzer155480 

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Richte Dich darauf ein, dass Du auf einen Termin beim Therapeuten oder Facharzt Wochen warten musst. Viele Praxen und Therapeuten gehen auch nicht ans Telefon sondern haben den Anrufbeantworter laufen. Ich wünsche Dir aber viel Glück.

Erzähl am Telefon einfach das, was Dir Dein Bauch sagt. Wenn sowas Dir aber eher Schwierigkeiten macht, mach Dir eine kleine Liste mit den wichtigsten Punkten zum Abarbeiten. (Bei mir war es: "Guten Tag, das und das ist passiert. Ich habe jetzt diese und jene Beschwerden. Mir geht es sehr schlecht und ich brauche Hilfe.")
 

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich vermute mal, besser gesagt hoffe ich darauf, dass ich schnell einen Termin bekomme ... ist ja doch eine recht kleine Stadt, es gibt einige Praxen und auch eine größere Klinik in der Nähe, vielleicht verteilt sich das dann besser ...
In der Praxis gibt es auch mehrere Psychologen und Psychotherapeuten und so mein erstes Gefühl sagt mir das ich lieber zu einer Frau möchte ... deshalb auch bisschen tricky da was zu finden.

Telefonieren fällt mir schon allgemein schwer ... das ist dann gleich nochmal doppelt so schwierig ...
Das mit der Liste werde ich mal versuchen ... hatte aber eh vor mich so knapp wie möglich zu halten ...
 

Benutzer136760 

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Du solltest dich auf eine Wartezeit von Monaten einstellen und auch, dass deine KK eim Schreiben zu dir mach Hause schickt.
 

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ohh ... das mit dem schreiben nach Hause macht nicht so viel ... nur das mit der Wartezeit ... ich weiß nicht wie das werden soll ...
 
G

Benutzer

Gast
Es gibt mit Sicherheit einen Vertrauenslehrer und/oder einen Sozialarbeiter und/oder einen Psychologen der für eure Schule zuständig ist. Würde mich wundern, wenn dem nicht so wäre. Einfach mal nachfragen.
 

Benutzer68557  (30)

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Redakteur
Erst einmal ein großes Lob, dass du es in deinem jungen Alter (darauf schließe ich mal, da du von der Schule erzählt hast) den Mut aufbringst, dir professionelle Hilfe zu suchen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, sich zu der Einsicht zu überwinden, das man Hilfe braucht.
Und dann wirklich den Hörer in die Hand zu nehmen, ist dann noch einmal richtig schwierig.

Leider musste ich damals trotz privater Versicherung im Ballungsgebiet Ruhrgebiet etwa 6 Wochen auf den Therapiebeginn warten.

Du solltest trotz allem zum Hausarzt! Vor einer Therapie wird ein Therapeut ohnehin wollen, dass du ein Blutbild machst. Für schlechte Stimmung können zB auch Schilddrüsenhormone verantwortlich sein.

Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell Hilfe findest.
 

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Also erst einmal danke für die vielen lieben Worte ... und die vielen Informationen und Erfahrungen ...

Ich schilder euch einfach mal kurz wie mein Tag so aussah und was ich erreicht habe:

1. Ganz normal ausm Haus. Aufn Parkplatz und ran ans Telefon.

2. Psychologin Nr.1 (aus Praxisgemeinschaft): telefonisch nie erreichbar, obwohl AB sagt man sie zu einer bestimmten Zeit erreichen. Habs mehrmals versucht. Dann eine E-Mail geschrieben. Kollegin aus der Praxis hat ziemlich unfreundlich klar gemacht das die nicht mehr da arbeitet ... sch**** ...

3. Beim Hausarzt angerufen. Direkt für morgen früh einen Termin bekommen.
(Hab extra vorhin noch aufgeschrieben was ich loswerden möchte, weil ich extreme Angst momentan davor habe)

4. Konnte ja noch nicht wieder nach Hause, da ich ja offiziell in der Schule war. Bin dann eine Weile mit dem Auto rumgefahren. Letztendlich dann an einem See gelandet und dort zwei Stunden rumgelaufen/nachgedacht/die Sonne genossen.

5. Wieder zu Hause. Erstmal hoffen das alle meine Geschichte glauben. Hat funktioniert. Mama mit den Kleinen zum Zahnarzt und Nachhilfe. Ich hab Zeit für mich.

6. Im Internet nochmal nach Psychologen/Psychotherapeuten gesucht. Und fündig geworden.
Übers Kontaktformular auf der Website Telefonnummer etc. hinterlassen. Kurz darauf kam die Antwort und ich werde telefonisch kontaktiert in den nächsten Tagen.

7. Und dann noch angefangen oder zumindest versucht Tagebuch zu schreiben ... könnte ja vielleicht helfen

Alles in allem ein Turbulenter Tag ... der mich ziemlich geschafft hat

PS: Und mein bester Freund hat das Plakat vom Vertrauenslehrer an unserer Schule abfotografiert und geschickt ... ohne Worte ...
 

Benutzer123446 

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Ich find es super, dass du dich da so dahinterklemmst! :smile: Was hat der Termin beim Hausarzt denn ergeben?

Eine Möglichkeit bleibt noch der SPDI. Den gibt es in vielen größeren Städten, oft sind die zumindest gut vernetzt und können dich ggf. weiter verweisen.
 

Benutzer144507 

Sorgt für Gesprächsstoff
Also der Hausarzt hat sich ziemlich viel Zeit genommen. Viele Fragen gestellt und auch alles ziemlich umfassend und verständlich erklärt. War also schon irgendwie gut.
Aber ich war echt mega aufgeregt und musste auch ein bisschen weinen und so. Und die Fragen waren teilweise echt ein bisschen komisch für mich.

Da wir Ende des Schuljahres haben, hab ich jetzt etwas bekommen damit ich wenigstens nachts schlafen kann und für die Schule fit bin.

Dann hab ich in zwei Wochen wieder einen Termin beim Hausarzt, um zu schauen ob das mit dem schlafen jetzt funktioniert und um mal Blut abzunehmen.

Außerdem habe ich eine Überweisung zum Neurologen (der auch Psychotherapeut ist) zur Mitbeurteilung bekommen.
Da hat die Arzthelferin (damit es schneller geht) gleich einen Termin für mich vereinbart. In drei Wochen muss ich dann da hin ... bin schon etwas aufgeregt deswegen ...

Da möchte der Hausarzt dann noch das Ergebnis abwarten und dann halt beraten wie es weiter geht.
Vielleicht kann ich auch evtl. mal eine Kur machen oder so, hat er gemeint.

Das ist zwar alles jetzt irgendwie echt positiv verlaufen und ich bin auch ein bisschen stolz auf mich, mich überwunden zu haben.
Allerdings habe ich echt Angst vor dem was jetzt noch so auf mich zu kommt und vor der Zeit die es eben dauern wird, bis alles wieder gut ist.
 

Benutzer155480 

Sehr bekannt hier
Das ist wirklich toll zu hören. :smile: Weiterhin alles Gute für Dich!
 
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