Held in Strapsstrümpfen - aber wie?

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
Oh, das sind ja mal wirklich gute Neuigkeiten! Erstmal Glückwunsch dazu :smile:.

Ich wollte jetzt schon fast fragen, wie der weitere Plan ist... aber ich glaube das ist erstmal gar nicht so wichtig. Das wichtigste ist dass du jetzt eine Vertraute hast, mit der du offen darüber reden kannst. Du hast die Gewissheit dass deine Freundin trotzdem zu dir steht. Das ist ein riesiger Schritt, und für den Moment mehr als genug. Halte uns trotzdem auf dem Laufenden!

Danke :grin:
Ja das ist vor allem eine riesige Erleichterung. Ich muss mir nicht mehr etwas ausdenken, wenn sie mich fragt, was ich den Tag über so gemacht habe. Ich kann jetzt (hoffentlich) vollkommen offen mit ihr über alles reden. (Das wird die Zeit zeigen)

Ich habe auch ganz offen mir ihr über Analsex geredet und ich habe ihr erzählt, dass ich das schon eine ganze Weile heimlich mache. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich beim gemeinsamen AV gerne der Passive wäre. Sie hat mich erstmal total verdutzt angeschaut, aber dann hat sie (echt) gelächelt und gemeint "warum nicht." Also habe ich auch die Hoffnung, dass das irgendwann nicht mehr nur in meinem Kopf spielen muss. :smile:

Und ja, der weitere Plan.... Das ist bei mir irgendwie ein allgemeines Problem, dass ich weder einen wirklichen Plan machen kann, noch mich wirklich entscheiden kann. Ich hänge irgendwo zwischen den Geschlechtern, mal eher die eine, mal eher die andere Richtung.
Aber teilweise habe ich schon einen Plan:
Ich werde mich nicht mehr verstellen (zumindest meiner Freundin gegenüber). Und dann werde ich einfach schauen, was passiert und ob ich mich irgendwann endgültig für die eine oder die andere Seite entscheiden kann/will/werde.

Wenn ihr das wollt, werde ich euch natürlich auf dem Laufenden halten. :grin:
Ihr seid einfach die Besten, dass ihrs wisst! :grin:

*ggggggggggg* <- Ich, die Grinsekatze :tongue:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wie gesagt, halte ich den großen Plan für's erste gar nicht für wichtig. Hauptsache du musst dich jetzt nicht mehr verstellen, dann kannst du dir nach und nach klarer über vieles werden. Eine so wichtige Entscheidung wie die, die du womöglich vor dir trägst, solltest du mit viel Bedacht treffen.
 

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
(verdammt mir fallen keine neue, tolle Postanfänge ein)

Hallo zusammen,
Es passiert so viel. Und alles auf einmal. Also hier mal ein kurzes Update:

Wir hatten gestern wieder Sex. Es war einfach nur toll. Meine Freundin hat von sich aus gefragt, ob sie mir einen Plug reinmachen soll. Ich war einfach nur baff im ersten Moment. Aber dann hab ich einfach mal "Ja" gesagt und es war einfach nur toll!
Sie war einfach ganz sanft und mit ein wenig Anleitung von mir, hat sie es alleine gemacht. Und scheinbar hat es nicht nur mir Spaß gemacht.... :grin:

Und die Sexhäufigkeit haben wir auch gesteigert: von einmal im Monat auf jetzt immerhin schon 2 mal in einer Woche.

Ich hoffe so sehr, dass es so weitergeht.
Jetzt haben wir erstmal beschlossen, dass wir neue Plugs (wir haben nur Billigdinger zum ersten ausprobieren) und einen Vibrator brauchen, damit sie nicht mehr die einzige mit Vibrationsalarm ist. :tongue: (Die Idee dazu kam von ihr!)

Und damit bewahrheitet sich mal wieder der Spruch:
"Erstens kommt es anders und zweitens als du denkst!" :grin:

Mein Studium hat diese Woche auch endlich angefangen und es läuft auch da viel besser, als ich erwartet hatte.

So ich denke, das "bisschen" war erstmal alles. :grin:
 
1 Monat(e) später

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
Hallöchen,

Ich melde mich auch mal wieder mit einem Update (für alle die es interessiert - und auch für die die es nicht interessiert). Ich habe es endlich geschafft auch darüber zu reden: Diese Woche war ich bei meiner Psychologin und meiner Psychiaterin und ich habe ihnen (mehr oder weniger) direkt heraus gesagt, dass ich mich mehr als Frau fühle. Der Gesichtsausdruck meiner Psychiaterin war genial!!

Meine Psychologin hat nur gegrinst und mir erzählt, dass sie einen Trans*jungen als Psychotherapeuting betreut. Und dann gingen natürlich die Fragen los: "Seit wann hast du das Gefühl? Wie stark ist das Gefühl? Wie weit willst du gehen?" Komischerweise (oder auch nicht komischerweise) konnte ich ganz offen dadrüber reden und habe mich dabei sogar wohlgefühlt - zumindest als sich mein Puls dann beruhigt hatte. (Am Abend davor ging es mir ähnlich.) Aber so befreit habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Es ist doch etwas Tolles mit jemand "Außenstehendem" darüber reden zu können, wie die Freundin das verkraftet (bisher noch kein Zusammenbruch -> gut), wie die Eltern das verkraften würden (ziemlich konservativ, aber irgendwie trotzdem offen -> KEINE AHNUNG) und wie es jetzt weitergehen soll.

Mit der Psychologin zu reden hat seit Jahren endlich mal wieder Spaß gemacht und ich war mehr als traurig, als sie mir gesagt hat, dass ich jetzt, da ich 21 bin, keine Psychologengespräche mehr bekomme (zumindest nicht für mein ADS). Aber sie hat mir empfohlen, mich an eine andere Psychotherapeutin zu wenden und weiterhin mit jemand Professionellem drüber zu reden. Das werde ich wohl auch machen, denn alleine werde ich das auf gar keinen Fall schaffen! Und meine Freundin kann mir bei gewissen Sachen auch nicht so richtig helfen, weil sie selbst Angst hat, dass ich mich zu sehr verändern könnte. (Sie will nicht, dass ich anders rieche, weil sie meinen Geruch so gern mag <- ich finde das ist eine wunderschöne Liebeserklärung :grin: )

Außerdem habe ich Angst das Ganze in der Uni umzusetzen. Die Maschinenbauer sind zwar so insgesamt ziemlich in Ordnung, ABER es gibt immer irgendwelche schwarzen Schafe. Und der Campus gehört ja nicht nur den Maschinenbauern, sondern da ist die gesamte Technische Fakultät. Und mittendrin ein großer, offener Platz über den man dauernd muss: Perfekt für einen wunderbar zermürbenden Spießrutenlauf! Da brauche ich also auf jeden Fall Hilfe. (Von Festivals will ich jetzt mal gar nicht erst anfangen: Es gibt nichts schlimmeres als besoffene Menschen!!)

Und es gibt noch etwas neues:
Meine Damenkleidung vor über einem Jahr (die ich dann in den Müll geschmissen habe, weil ich dachte, dass es damit aufhört) war so richtig typisch "Mann" zusammengestellt: Trägerloses Minikleid, Strapse, High Heels, Neckholder-Top und viel zu kleine Hose (sie muss ja gaaaanz eng anliegen). Die eine Hälfte der Sachen war mir zu groß, die andere zu klein und nichts hat wirklich zusammengepasst. :grin:

Seit gestern bin ich jetzt auch endlich wieder stolze(r) Besitzer(in) einer Hose, eines Tops, eines Shirts, eines Rock und Leggings. :grin: (Strapsen, etc sind bei mir kein Thema mehr). Nur den BH muss ich mir bei meiner Freundin klauen (das ist ihr kleinster, den sie das letzte mal vor ca 2 Jahren anhatte). Es fühlt sich einfach nur toll an, sich endlich so zu kleiden, wie man sich das immer gewünscht hat. Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich die Kleidung diesmal danach ausgesucht, dass sie alltagstauglich ist und ich damit nicht aussehe, als wäre ich auf dem Strich oder auf dem Weg dahin. (Wenn ihr wollt, kann ich mal ein Bild machen :grin: )

Und ganz wichtig:
Ich habe vorher mit meiner Freundin darüber geredet! Nur vom BH-Klauen weiß sie nichts, weil ich mich nicht getraut habe sie zu fragen (Mach ich aber in sehr naher Zukunft). Sie hat die Sachen aber bisher nur kurz gesehen, da ich die erstmal gewaschen habe (habe ich letztes Mal auch nicht gemacht :argh: ). Vielleicht werde ich sie ihr heute mal zeigen - vor allem auch mal an mir zeigen. Dazu müsste ich sie dann auf jeden Fall fragen, ob ich mir einer ihrer BHs ausleihen darf, da ich ohne wirklich nur wie ein Mann in Frauenkleidern aussehe :cry: Ok irgendwie bin ich das auch, aber eben nur körperlich - und teilweise vom Verhalten her. Ich durfte ja nie lernen, wie eine Frau sich bewegt, redet, sitzt, die Nase putzt, etc. Ja diese ganzen Details sind neben dem körperlichen Aussehen auch enorm wichtig.

Ich will, wenn ich es irgendwie schaffe, auch körperlich eine Frau werden! Das ist mir auf jeden Fall klar geworden im letzten Monat. Das schafft zwar mehr Probleme als es löst, aber wenn man die Gesamtgröße betrachtet, sind die Probleme um ein vielfaches kleiner.

So das war erstmal wieder das Neuste von mir.

Viele Grüße
Chrissi
 

Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Danke fürs Update und alles Gute auf deinem Weg!
 

Benutzer124396 

Benutzer gesperrt
Deine Männlichkeit hängt zwischen deinen Beinen, egal was du anhast. Und wenn du gerne mal im Rock oder Kleid rausgehen möchstest, dann mach es doch. Ich trage gerne einen Rock, auch draußen.
 

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
Deine Männlichkeit hängt zwischen deinen Beinen, egal was du anhast. Und wenn du gerne mal im Rock oder Kleid rausgehen möchstest, dann mach es doch. Ich trage gerne einen Rock, auch draußen.

Ähm ja ok was genau soll mir das jetzt sagen?

Ich versuche mal darauf einzugehen, soweit ich verstehe, was du meinst:
Ich habe mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Ich fühle mich nicht als Mann. Was bringt mir dann also diese Männlichkeit zwischen den Beinen, wenn es sich falsch anfühlt?
Es geht mir nicht darum einfach Frauenkleider zu tragen, sondern ich will eine Frau sein. Und nicht nur eine gespielte, sondern eine echte (so echt es halt geht).
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ok, also etwas, das ich nie verstanden habe - und ich bin offen gegenüber allen möglichen Trans*-/-Sachen, also damit hab ich kein Problem -: Wie kann man sich als Mann oder als Frau fühlen? Wie bewegt man sich wie ein Mann oder wie eine Frau? Ich persönlich bin eine Frau, aber man sagt mir nach, dass ich wie ein Mann denke und handle. Außerdem bewege ich mich in der Öffentlichkeit jetzt nicht besonders weiblich und schminke mich auch nicht und ziehe mich in der Regel sportlich neutral an. Ich putz mir ganz normal die Nase, sitze wie jeder andere Mensch auch (es sei denn, ich hab ein Kleid an) und gehe auch normal (es sei denn, ich hab High Heels an). Ich würde behaupten, wenn ich nicht so klein wäre, wenn ich keinen langen Haare hätte und keinen weiblichen Hintern, dann würde man von hinten von meinen Bewegungen her nicht erkennen, ob ich Frau oder Mann bin. Wie muss ich das also verstehen, dass du das alles lernen willst, weil es wichtig ist? Wieso ist es wichtig? Reicht es nicht, sich einfach so zu fühlen, wie man selbst ist, und sich so zu verhalten, wie man eben ist? Muss man sich da selbst in eine Mann/Frau-Schublade stecken?

Das alles frage ich aus reinem Interesse und nicht, weil ich dich angreifen will. Aber das waren immer die Sachen, die ich bei der ganzen Transgender-Geschichte nie verstanden habe.
 

Benutzer96466 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich will, wenn ich es irgendwie schaffe, auch körperlich eine Frau werden! Das ist mir auf jeden Fall klar geworden im letzten Monat. Das schafft zwar mehr Probleme als es löst, aber wenn man die Gesamtgröße betrachtet, sind die Probleme um ein vielfaches kleiner.

Hallo Chrissi (falls das aus deinem Realnamen abgeleitet ist haben dir deine Eltern ja einen trans*kompatiblen Namen gegeben; sehr vorausschauend:cool: ),
ich finde es sehr wichtig, das du das tatsächlich mit deiner Freundin besprichst. Du hast eine tolle Freundin, die dich annimmt, wie du bist.

Habt ihr euer Stressproblem (sie hat Arbeitsstress, so das ihr euch kaum "richtig" seht) angegangen, oder hat sich das aufgelöst?

Off-Topic:
...übrigens steigen als Frau deine Chancen als Maschbauerin vermutlich stark, weil du nach Gleichstellungsgesetz bevorzugt eingestellt werden wirst, da weibliche Maschbauer immer noch eine große Minderheit sind ;-)

...und was Festivals angeht: geht halt aufs M'era oder WGT statt nach Wacken. Wacken ist eh zu groß geworden, mit zuvielen besoffenen Assis.

Außerdem spricht der Neid aus mir; hab keine Wacken-Karte bekommen.

Ich würde die schwarze Szene schon als Tolerant ansehen; such dir doch darüber neue Bekanntschaften.

 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Reicht es nicht, sich einfach so zu fühlen, wie man selbst ist, und sich so zu verhalten, wie man eben ist? Muss man sich da selbst in eine Mann/Frau-Schublade stecken?
Das frage ich mich auch. Kann ich nicht einfach Mensch sein?
Ich bin lange Zeit mehr für ein Mädchen gehalten worden als für einen Jungen, auch jetzt kommen noch Verwechslungen vor. Aber mich hat das nicht etwa verletzt weil ich mich "als Mann fühle", und nicht "als Frau". Sondern weil ich fühlte dass man mich ums Ver... in eine Schublade stecken musste, und dass ich mich in dieser falschen Schublade dann sehr ausgestellt vor kam.

Ich habe Respekt und Verständnis für Menschen, die ihren Körper dem "gefühlten" Geschlecht anpassen möchten. Aber gäbe es nicht auch einen dritten Weg? nämlich die Geschlechter weniger "dichotomisch" zu sehen? Um es ganz konkret zu sagen ->eine Frau werden ohne auf den Penis verzichten zu müssen. Was heisst das Symbolische on Körpermerkmalen ein wenig herunter zu fahren? So dass "die Männlichkeit" nicht mehr "zwischen den Beinen hängt".
 

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
Also gleich mal im Voraus: Das ist alles etwas schwierig zu erklären.
Ok, also etwas, das ich nie verstanden habe - und ich bin offen gegenüber allen möglichen Trans*-/-Sachen, also damit hab ich kein Problem -: Wie kann man sich als Mann oder als Frau fühlen?


Das ist nunmal so eine Sache mit den Gefühlen. Woher weißt du, was Liebe ist? Einfach aus Erfahrung? Weil es dir andere Leute erklärt haben? Es ist eine Mischung aus vielem, die einem das Gefühl gibt. Ich habe beispielsweise das Gefühl, überhaupt nicht in die Männerwelt zu passen. Ok ich mag schnelle Autos und Technik statt Fingernageldesign und momentaner Mode. Ich kann dir genau sagen, wer In der Rallyemeisterschaft gerade führt, aber ich kann dir nicht sagen, welches Sternchen jetzt wieder was gemacht hat (das war jetzt nur beispielhaft und geht bestimmt auch einigen Biofrauen so). Aber trotzdem fühle ich einfach, dass mein Körper nicht zu dem passt, was in mir drin ist.


Wie bewegt man sich wie ein Mann oder wie eine Frau? Ich persönlich bin eine Frau, aber man sagt mir nach, dass ich wie ein Mann denke und handle. Außerdem bewege ich mich in der Öffentlichkeit jetzt nicht besonders weiblich und schminke mich auch nicht und ziehe mich in der Regel sportlich neutral an. Ich putz mir ganz normal die Nase, sitze wie jeder andere Mensch auch (es sei denn, ich hab ein Kleid an) und gehe auch normal (es sei denn, ich hab High Heels an). Ich würde behaupten, wenn ich nicht so klein wäre, wenn ich keinen langen Haare hätte und keinen weiblichen Hintern, dann würde man von hinten von meinen Bewegungen her nicht erkennen, ob ich Frau oder Mann bin.


Ich kann dir sagen, es hat lange gedauert bis ich den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Bewegungen verstanden hatte. Nur mal so ein paar Beispiele (Ich gehe jetzt mal wie beim Formulieren von Regeln normal, vom Durchschnitt aus) :
  • Das Stehen: Betrachtet mal einen Mann und eine Frau beim Stehen. Da fällt vor allem mal auf, dass Männer eher breitbeinig stehen, während Frauen die Füße meist nahe "beieinanderhalten" (scheiß Ausdruck, aber mir fällt grad nix besseres ein).
  • Das gleiche gilt für das Laufen, wenn man einen Mann oder eine Frau von hinten beobachtet. Frauen setzen die Füße – auch wenn sie keinen Catwalk machen – eher auf einer Linie als Männer. Männer laufen meist mit nach außen gestellten Füßen und etwas breitbeinig.
  • Sprechen: Hier wird der Unterschied zwischen Frauen und Männern noch um einiges deutlicher. Um es mit Jürgen von der Lippes Worten zu sagen: „Männer sind sprachliche Kraftmeier.“ (An dieser Stelle möchte ich euch das Video „Kommunikation von Männern und Frauen“ von Jürgen von der Lippe an Hez legen. Hier wird das ganze sehr schön beschrieben.)
Also Frauen bewegen sich runder, weicher. Männer dagegen eher kraftvoll. Man(n) muss ja zeigen, dass man(n) kein Schlappschwanz ist....


Wie muss ich das also verstehen, dass du das alles lernen willst, weil es wichtig ist? Wieso ist es wichtig? Reicht es nicht, sich einfach so zu fühlen, wie man selbst ist, und sich so zu verhalten, wie man eben ist? Muss man sich da selbst in eine Mann/Frau-Schublade stecken?


Das alles frage ich aus reinem Interesse und nicht, weil ich dich angreifen will. Aber das waren immer die Sachen, die ich bei der ganzen Transgender-Geschichte nie verstanden habe.

Ich fühle mich als Frau. Aber wenn ich jetzt Frauenkleider trage, wie jede andere Frau auch, aber mich wie ein Mann bewege und spreche, dann empfinde ich mich nicht als Frau, sondern als Mann der Frau spielt. Um auch im Alltag Frau sein zu können, geht es besonders ums Passing. Eben das Verhalten wie im empfundenen Geschlecht.

Ich hoffe ich konnte dir das ein wenig erklären. Danke auf jeden Fall mal für deine Fragen und dein Interesse :grin: . Die haben mich nochmal sehr zum nachdenken angeregt. (Ich hoffe ich habe da jetzt nicht zu lehrmeisterlich geklungen – das passiert mir leider dauernd)

Hallo Chrissi (falls das aus deinem Realnamen abgeleitet ist haben dir deine Eltern ja einen trans*kompatiblen Namen gegeben; sehr vorausschauend:cool: ),
ich finde es sehr wichtig, das du das tatsächlich mit deiner Freundin besprichst. Du hast eine tolle Freundin, die dich annimmt, wie du bist.

Habt ihr euer Stressproblem (sie hat Arbeitsstress, so das ihr euch kaum "richtig" seht) angegangen, oder hat sich das aufgelöst?
Ja meine Freundin nimmt mich bis jetzt an, wie ich bin. Und seit ich ihr von meinem "Problemchen" erzählt habe, ist unsere Beziehung so harmonisch wie noch nie - mal abgesehen von der Tatsache, dass ich für ihre Begriffe zu oft gute Laune habe. :grin: Aber dazu später mehr.

Off-Topic:
...übrigens steigen als Frau deine Chancen als Maschbauerin vermutlich stark, weil du nach Gleichstellungsgesetz bevorzugt eingestellt werden wirst, da weibliche Maschbauer immer noch eine große Minderheit sind ;-)

...und was Festivals angeht: geht halt aufs M'era oder WGT statt nach Wacken. Wacken ist eh zu groß geworden, mit zuvielen besoffenen Assis.

Außerdem spricht der Neid aus mir; hab keine Wacken-Karte bekommen.

Ich würde die schwarze Szene schon als Tolerant ansehen; such dir doch darüber neue Bekanntschaften.

Also ich finde das gar nicht Off-Topic. Das ist ein sehr wichtiger Teil der Anpassung für mich, da die Musik mir oft Halt gibt und mir beim Ausdrücken meiner Gefühle hilft. (Da ich die Texte in Liedern nur sehr schlecht verstehe, weil ich sehr große Probleme habe mit der Tonfilterung, beurteile ich Musik fast nur nach der Melodie.) Und Maschinenbau ist für mich eindeutig mein Betätigungsfeld. Genau das will ich machen.

Die Chancen habe ich noch gar nicht betrachtet. Die sind zum einen besser, zum andern schlechter. Besser zwecks Gleichstellung, etc, aber: "was weiß denn bitte schon eine Frau von Technik". Wer diesen Satz nicht kennt, geht mal in eine Autowerkstatt und hört sich dort mal einen Tag lang die Gespräche der Kundenbetreuer mit den Kunden/Kundinnen an. Naja ich habe ja das Glück, dass ich relativ gut bin. :grin:


Du hast Recht ujoujo, die schwarze Szene - im besonderen die Gothic-Szene - ist, was TG betrifft, die wohl toleranteste. Auch meine Freundin hat schon gemeint, dass ich schon jetzt als Frau aufs M'era Luna und WGT gehen könnte, ohne wirklich aufzufallen. Ich würde auch gerne mal hingehen, wenn ich die Zeit und das Geld dazu hätte. (Wackenkarten hab ich geschenkt bekommen).
Wacken und co sind dann halt doch mehr diese "Mainstream-Hardcore-Metaler", sprich Biersäufer bis es überläuft, die auch gerne mal rumpöbeln und nur da hinfahren, "um mal wieder richtig die Sau raus zu lassen". (Ich mochte solche Leute noch nie).

Das frage ich mich auch. Kann ich nicht einfach Mensch sein?
Ich bin lange Zeit mehr für ein Mädchen gehalten worden als für einen Jungen, auch jetzt kommen noch Verwechslungen vor. Aber mich hat das nicht etwa verletzt weil ich mich "als Mann fühle", und nicht "als Frau". Sondern weil ich fühlte dass man mich ums Ver... in eine Schublade stecken musste, und dass ich mich in dieser falschen Schublade dann sehr ausgestellt vor kam.

Ich habe Respekt und Verständnis für Menschen, die ihren Körper dem "gefühlten" Geschlecht anpassen möchten. Aber gäbe es nicht auch einen dritten Weg? nämlich die Geschlechter weniger "dichotomisch" zu sehen? Um es ganz konkret zu sagen ->eine Frau werden ohne auf den Penis verzichten zu müssen. Was heisst das Symbolische on Körpermerkmalen ein wenig herunter zu fahren? So dass "die Männlichkeit" nicht mehr "zwischen den Beinen hängt".

Und warum meinst du, dass eine Trans*Frau auf den Penis verzichten "muss"?
Hast du mal eine Bio-Frau mit Penis gesehen?
Warum sollte dann eine Trans*Frau ihren behalten?
Eine Trans*Frau ist eine Frau. Nur halt eine Frau, die fälschlicherweise in dem Körper eines Mannes geboren wurde.
Es gibt Trans*Frauen, die nur Hormone nehmen, die Geschlechtsangleichende OP aber nicht anstreben. Seit einigen Jahren ist das in Deutschland auch endlich zulässig. Davor war es wirklich so, dass eine Trans*Frau erst dann als Frau im Melderegister stand, wenn sie ihre Geschlechtsangleichende OP hatte.

Dazu habe ich einen Vergleich, der das vielleicht etwas besser verdeutlicht:
Stelle dir mal vor, du wohnst alleine in einer Wohung, in der du dich nicht wohlfühlst. Dir passt weder die Lage, noch die Zimmeraufteilung, noch die Farbe. Reicht es dann, um dich wohl zu fühlen, einfach die Wände in der Farbe zu streichen, die du magst?
Oder in eine vollkommen baugleiche Wohnung in einer Lage zu ziehen, die dir gefällt?
Du fühlst dich dann dort vielleicht wohler, aber es bleibt für dich immernoch ein Makel.
Und jedesmal, wenn jemand zu Besuch kommt, sagt er dir, dass die Zimmeraufteilung scheiße ist.

Mir geht es so ähnlich. Ich "wohne" in einem Körper, dessen Lage (Umfeld des gleichen körperlichen Geschlechts), innere Zimmeraufteilung (Körperbau) und Anstrich (Erscheinungsbild) mir überhaupt nicht gefällt. Ich fühle mich da einfach nicht wohl. Ich weiß, niemand fühlt sich vollkommen wohl in seinem Körper, aber meistens fühlt man sich dort doch irgendwie zuhause. Bei mir ist das nicht wirklich der Fall. Dieser Körper gehört zwar zu mir, aber wirklich zuhause fühle ich mich dort nicht.

Ich will mich nicht nur als Frau fühlen, sondern auch als solche wahrgenommen werden. Ich will so empfinden wie es auch jede andere Frau kann. Eben einfach eine Frau sein.

So jetzt kommt erstmal eine Generalentschuldigung von mir, weil ich garantiert mal wieder irgendwo übers Ziel hinausgeschossen bin und irgendjemand sich verletzt oder angegriffen fühlt. Das tut mir Leid. Ich habe versucht so gut wie möglich zu antworten und euch meine Lage so gut es geht zu erklären.


Da der Roman noch nicht lang genug ist, kommt hier direkt noch ein Kapitel:
Seit gestern mag mich meine Freundin nicht mehr.
Naja ok eigentlich mag sie mich schon noch, sie ist nur neidisch auf mich. :grin:
Ich habe mich gestern endlich mal getraut, mich ihr als Chrissi zu zeigen. Also richtig mit meiner neuen Hose, dem Top und meinem neuen Shirt (und ausgestopftem BH von ihr). Sie hat gemeint, dass ich als Frau einfach nur beneidenswert schlank bin (1,80m groß bei Größe 36/38 :tongue: ) und anders als sie erwartet hatte, habe ich sogar eine Figur, die ohne Probleme als weiblich durchgeht.
Nur meine Taille könnte schmaler sein und die Hüfte nicht ganz so schmal - das wusste ich aber beides schon. (Die Problemzonen einer Frau eben. :grin: )
So gut wie in diesen 3 Stunden habe ich mich noch nie gefühlt. Einfach in ihrer Gegenwart auch äußerlich Ich sein. Das war einfach so ein tolles Gefühl. Ich habe mich richtig frei gefühlt.

Abends hat sie mich dann gefragt, wann und wie ich meinen Eltern und Bekannten beibringen will, dass ich eine Frau bin. Aber darüber will ich mir im Moment noch keine Gedanken machen, sondern erst, wenn ich wirklich muss. Jetzt will ich mich erstmal auf mein Studium konzentrieren. Und nebenbei schaue ich einfach mal, wie sich alles weiter entwickelt.

Liebe Grüße
Chrissi
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Danke, dass du auf die Fragen antwortest! Das find ich wirklich nett :smile: Ich muss aber trotzdem noch einmal nachhaken.

Du schreibst so, dass man als Leser das Gefühl bekommt, Frauen wären von ihrer Geburt an anders als Männer und würden sich immer als Frauen fühlen und spüren, dass sie Frau sind. Ich persönlich bin da ehrlich gesagt ziemlich anderer Meinung. Ich meine, ja, ich bin als Frau geboren. Aber ich habe es gelernt, mich mit meiner gesellschaftlichen (!) Rollen anzufreunden und die Nach- und Vorteile, die das Frau-Sein gesellschaftlich und biologisch mit sich bringen, zu akzeptieren. Ich denke, wäre ich als Junge geboren, wäre ich ebenso glücklich oder unglücklich mit der Rolle, die ich dann hätte.

Und ja, es gibt Dinge, die machen Frauen anders.

Das ist nunmal so eine Sache mit den Gefühlen. Woher weißt du, was Liebe ist? Einfach aus Erfahrung? Weil es dir andere Leute erklärt haben? Es ist eine Mischung aus vielem, die einem das Gefühl gibt. Ich habe beispielsweise das Gefühl, überhaupt nicht in die Männerwelt zu passen. Ok ich mag schnelle Autos und Technik statt Fingernageldesign und momentaner Mode. Ich kann dir genau sagen, wer In der Rallyemeisterschaft gerade führt, aber ich kann dir nicht sagen, welches Sternchen jetzt wieder was gemacht hat (das war jetzt nur beispielhaft und geht bestimmt auch einigen Biofrauen so). Aber trotzdem fühle ich einfach, dass mein Körper nicht zu dem passt, was in mir drin ist.

Genau, es gibt eben auch viele "männliche" Frauen. Aber offenbar verbindest du dich nicht mit denen. Es gibt viele Frauen, die Frauen bleiben, aber trotzdem ein androgynes oder sogar männliches Auftreten haben. Genauso wie es Männer gibt, die keine breitbeinigen Cowboys sind und trotzdem Männer bleiben. Du hast immer ein sehr klischeehaft weibliches Bild im Kopf, das wohl auf einige Frauen zutrifft, aber das längst nicht in der Definition der Frau manifestiert ist. Und seit wir die Aufteilung in "Gender" und "Sex" haben, ist doch dieses ganze Klischeedenken komplett aufgeweicht worden.

Ich kann dir sagen, es hat lange gedauert bis ich den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Bewegungen verstanden hatte. Nur mal so ein paar Beispiele (Ich gehe jetzt mal wie beim Formulieren von Regeln normal, vom Durchschnitt aus) :
  • Das Stehen: Betrachtet mal einen Mann und eine Frau beim Stehen. Da fällt vor allem mal auf, dass Männer eher breitbeinig stehen, während Frauen die Füße meist nahe "beieinanderhalten" (scheiß Ausdruck, aber mir fällt grad nix besseres ein).
  • Das gleiche gilt für das Laufen, wenn man einen Mann oder eine Frau von hinten beobachtet. Frauen setzen die Füße – auch wenn sie keinen Catwalk machen – eher auf einer Linie als Männer. Männer laufen meist mit nach außen gestellten Füßen und etwas breitbeinig.
  • Sprechen: Hier wird der Unterschied zwischen Frauen und Männern noch um einiges deutlicher. Um es mit Jürgen von der Lippes Worten zu sagen: „Männer sind sprachliche Kraftmeier.“ (An dieser Stelle möchte ich euch das Video „Kommunikation von Männern und Frauen“ von Jürgen von der Lippe an Hez legen. Hier wird das ganze sehr schön beschrieben.)
Also Frauen bewegen sich runder, weicher. Männer dagegen eher kraftvoll. Man(n) muss ja zeigen, dass man(n) kein Schlappschwanz ist....

Das alles sind anerzogene Dinge. Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Mutter mir immer gesagt hat, dass ich die Beine zusammen stellen soll, wenn ich sitze. Ich sollte doch niemanden "einladen", hat sie gemeint :rolleyes: Letztendlich beherrsche ich dieses "Frau-Sein" auch, und zwar ziemlich gut. Aber es hat doch lange gebraucht und es gibt so viele Frauen, die es nicht beherrschen "weiblich" zu sein und sich "weiblich" zu bewegen. Das ist doch alles nur gesellschaftlich manifestiert. Ich verstehe daher nicht, wieso man das lernen will, wenn es eigentlich nicht notwendig ist. Es ist doch schön, wenn man sich so bewegen kann, wie man eigentlich will und wie es einem natürlich vorkommt.
 

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
Danke, dass du auf die Fragen antwortest! Das find ich wirklich nett :smile: Ich muss aber trotzdem noch einmal nachhaken.

Du schreibst so, dass man als Leser das Gefühl bekommt, Frauen wären von ihrer Geburt an anders als Männer und würden sich immer als Frauen fühlen und spüren, dass sie Frau sind. Ich persönlich bin da ehrlich gesagt ziemlich anderer Meinung. Ich meine, ja, ich bin als Frau geboren. Aber ich habe es gelernt, mich mit meiner gesellschaftlichen (!) Rollen anzufreunden und die Nach- und Vorteile, die das Frau-Sein gesellschaftlich und biologisch mit sich bringen, zu akzeptieren. Ich denke, wäre ich als Junge geboren, wäre ich ebenso glücklich oder unglücklich mit der Rolle, die ich dann hätte.

Und ja, es gibt Dinge, die machen Frauen anders.

Puuuhhhh langsam werden eure Fragen aber wirklich schwierig. :grin:
Ich persönlich glaube tatsächlich, dass Frauen von Geburt an anders sind als Männer. Auch wenn das nur einen sehr kleinen Anteil des späteren Verhaltens und Empfindens ausmacht.
Ich gehe bei meiner gesamten Argumentation jetzt von dem aus, was mir anerzogen wurde und was ich einfach durch Erfahrung gelernt habe. Und daraus resultiert für mich, dass Frauen ein anderes Verhalten und eine andere Denkweise an den Tag legen als Männer. Ob das jetzt von Natur aus so ist, oder erst durch Erziehung, das kann ich nicht sagen.
Ich glaube, ein Soziobiologe könnte das alles wissenschaftlich korrekt erklären. Ich kann es aber leider nicht.

Genau, es gibt eben auch viele "männliche" Frauen. Aber offenbar verbindest du dich nicht mit denen. Es gibt viele Frauen, die Frauen bleiben, aber trotzdem ein androgynes oder sogar männliches Auftreten haben. Genauso wie es Männer gibt, die keine breitbeinigen Cowboys sind und trotzdem Männer bleiben. Du hast immer ein sehr klischeehaft weibliches Bild im Kopf, das wohl auf einige Frauen zutrifft, aber das längst nicht in der Definition der Frau manifestiert ist. Und seit wir die Aufteilung in "Gender" und "Sex" haben, ist doch dieses ganze Klischeedenken komplett aufgeweicht worden.

Ich meinte auch nicht, dass jede Frau, die größtenteils männliche Züge, automatisch lieber Mann sein will. Genausowenig wie ein "weiblicher" Mann automatisch eine Frau sein will, oder sich als solche empfindet.
Ich weiß, dass mein Frauenbild teilweise ziemlich klischeehaft ist. Wenn ich mich aber mal bei mir an der Uni umschaue, dann erfüllt der Großteil der Frauen diese Klischees mehr oder weniger. Genauso sieht es bei den Männern aus. Es gibt natürlich immer Ausreißer, aber ansonsten unterliegt die Verteilung - meiner Meinung nach - der Gaußverteilung. Aus der Gaußverteilung folgt auch, dass sich der Mittelwert immer mit dem Großteil bewegt.
Wenn du willst, kann ich dazu mal ein gutes Beispiel ausarbeiten (mit Graphen und allem)

Du hast recht, das Klischeedenken wurde aufgeweicht. Das bedeutet aber meiner Erfahrung nach nur, dass mehr Ausreßer aus der Norm akzeptiert werden. Die Verteilungskurve wurde also breiter. Damit hat sich vielleicht auch die Norm verändert, aber das alte Klischee ist immernoch in der neuen Verteilung enthalten.

Das alles sind anerzogene Dinge. Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Mutter mir immer gesagt hat, dass ich die Beine zusammen stellen soll, wenn ich sitze. Ich sollte doch niemanden "einladen", hat sie gemeint :rolleyes: Letztendlich beherrsche ich dieses "Frau-Sein" auch, und zwar ziemlich gut. Aber es hat doch lange gebraucht und es gibt so viele Frauen, die es nicht beherrschen "weiblich" zu sein und sich "weiblich" zu bewegen. Das ist doch alles nur gesellschaftlich manifestiert. Ich verstehe daher nicht, wieso man das lernen will, wenn es eigentlich nicht notwendig ist. Es ist doch schön, wenn man sich so bewegen kann, wie man eigentlich will und wie es einem natürlich vorkommt.
Achtung jetzt wirds philosophisch:
Ja, ich weiß, dass das alles nur von der Gesellschaft so vorgegeben wird. Aber was wären wir ohne die Gesellschaft?
Jeder muss auf ein kleines bisschen Individualität verzichten, damit wir alle zusammen in einer funktionierenden Gesellschaft leben können. Ohne die Gesellschaft wären wir alle nur Egoisten, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, weil jeder denkt/sagt, dass er der einzige Richtige ist und als einziger Recht hat. (Siehe Konflikte, die durch Religionen hervorgerufen werden)
Aber jeder von uns ist auch die Gesellschaft und kann damit die Norm verändern. Wenn der Großteil sich in eine Richtung verändert, dann verändert sich damit auch die Norm in diese Richtung. Oder nicht?

Wenn du willst könnten wir hier auf Planet Liebe mal eine Umfrage starten und die hier vorherrschende Norm bestimmen.

Was ich jetzt mit dem Ganzen sagen will, ist:
Wenn ich mich in einigen Punkten der Norm unterwerfen muss, um so sein zu können, wie ich will (wie es mir natürlich vorkommt), dann tue ich das gerne.

Ich hoffe, das war irgendwie verständlich :grin:
Ich tue mir etwas schwer im Erklären.

Liebe Grüße
Chrissi
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
@ Lotusknospe Lotusknospe : Ich verstehe dein Unverständnis sehr gut, mir selbst fällt es manchmal schwer, da Erklärungen zu finden. Ich bin ja z.B. ein Mensch der wenig davon hält sich an irgendwelchen "männlichen" Rollenbildern zu orientieren, und tatsächlich sagt man mir manchmal eine feminine Ader nach. Konsequent nach meiner Sichtweise müsste mir das egal sein. Ist es aber nicht... es fasziniert mich auf eine Weise, die ich nicht genau benennen kann, wenn Leute mich so sehen :zwinker:.

Und ich komme letzten Endes zu dem Schluss, dass er Unterschied Mann-Frau (auf Gender-Ebene, nicht biologisch gesehen) in einer idealen Welt vielleicht tatsächlich egal wäre. Ist er aber nicht, und wird er wohl auch nie sein. Ich kann mir das nicht denken. Viel ist anerzogen, aber es gibt ja auch Punkte, wo sich das soziale Geschlechterbild und das biologische Geschlechterbild berühren. Ganz offensichtlich: Frauen können Kinder kriegen, Männer nicht. Das macht einen einschneidenden Unterschied in der Rolle in der Gesellschaft. Eine Frau steht vor dem Dilemma "Karriere oder Familie", ein Mann nicht, oder jedenfalls nicht in der gleichen einschneidenden Weise. Genau so sind Männer biologisch bedingt im Schnitt muskulöser, was auch wiederum die Rolle im Arbeitsleben beeinflusst. Beides Faktoren, die in der heutigen Gesellschaft deutlich an Stellenwert verloren haben (vor allem zweiteres), und ich glaube nicht dass es ein Zufall ist, dass gerade in unserer heutigen Zeit die Geschlechterrollen deutlich an Relevanz verlieren :zwinker:. Dennoch bleibt es immer noch ein Stück weit bestehen, vor allem die Sache mit dem Kinder kriegen. Es gibt ja noch weitere Unterschiede, wie z.B. Hormone die das Verhalten beeinflussen.

Biologisches und soziales Geschlecht lassen sich also niemals zu 100% entkoppeln. Ich denke alle die von mir genannten Punkte können auf individueller Ebene völlig irrelevant sein. Nicht jede Frau wird zur Zicke, wenn sie ihre Tage hat :zwinker:. Nicht jede Frau will Kinder. Und es können auch Frauen gute Handwerkerinnen sein, genau so wie Männer gute Erzieher sein können. Das alles sind Felder wo unsere Gesellschaft große Fortschritte gemacht hat, und wo noch mehr Fortschritte gemacht werden können. Aber wenn du es über die große Masse betrachtest, wirst du immer noch statistische Unterschiede bemerken können und ich glaube nicht, dass diese irgendwann ganz verschwinden. Und daraus speisen sich soziale Rollenbilder für Mann und Frau. Ob man das für sinnvoll hält, ist eine ganz andere Sache, aber die Bilder sind und bleiben da, und daraus kann - so vermute ich jedenfalls - der Wunsch entstehen, sich der Gruppe zuzuordnen in der man sich als treffender eingestuft fühlt.

EDIT: Interessant, während ich geschrieben habe hat Ego Umbraticus den gleichen Gedanken bzgl. der statistischen Unterschiede gehabt :zwinker:.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich hoffe, das war irgendwie verständlich :grin:
Ich tue mir etwas schwer im Erklären.

Neinnein, du machst das schon gut! :smile: Ich weiß auch, dass ich fiese Fragen stelle :zwinker: Es ist nur so, dass ich das immer als Paradoxon wahrgenommen habe: Auf der einen Seite möchten wir das soziale Geschlecht aufweichen und von Höhlentheorien wegkommen, wonach Frauen x machen und Männer y. Auf der anderen Seite gibt es diesen Transgender-Gedanken, wo man sich im Körper des falschen Geschlechts fühlt. Ich glaube, mein Unverständnis liegt einfach darin, dass ich selbst das nicht kenne: Dieses Gefühl einem Geschlecht zuzugehören und entweder im richtigen oder im falschen Körper geboren worden zu sein. Deswegen kann ich diesen Transgender-Gedanken wohl einfach auch nicht verstehen. Aber das heißt natürlich nicht, dass es ihn nicht gibt :smile:[DOUBLEPOST=1370349142,1370348806][/DOUBLEPOST]
@Lotusknospe: ...

Ja, schon schon schon. Trotzdem: Ich bin zwar ne Frau, aber ich werde nie Pamela Anderson aus den 90ern sein. Niemals. Ich bin keine Bombshell. Und ich bin keine weibliche Frau. Ich denke halt, dass ein statistisches Bild nicht besonders viel bringt, wenn man sich individuelle Schicksale ansieht. Und das Transgender-Gefühl ist immer ein individuelles Schicksal. Ich könnte im Prinzip ja auch argumentieren, dass ich den falschen Körper habe. Ich weiß halt nicht, wo man da die Grenze setzen soll. Bloß weil etwas medizinisch möglich ist, ist das ja nicht unbedingt deswegen auch "erstrebenswert" im weitesten Sinne.
 
R

Benutzer

Gast
Lieber TS, schön, dass du dich mal wieder meldest und, dass es dir so gut geht :zwinker: Allerdings bin ich doch ein bisschen überrumpelt von all den Ereignissen. Therapie, Freundin, Kleidung Geschlechtsumwandlung?! Als du angefangen hast uns zu schreiben klang das für mich so, als wärst du dir noch ziemlich unsicher, in dem was du bist. Korrigiere mich, wenn ich mich falsch erinnere, aber du fühltest dich eher zwischen den Stühlen, als im falschen Körper, oder?
Jetzt scheinst du dir ja ziemlich sicher zu sein, dass du eigentlich weiblich sein möchtest. Wo kommt denn die Gewissheit her? Bitte versteh das jetzt nicht falsch, ich finds gut, wenn du deinen Weg findest, aber so schnell?
Was du in den letzten Beiträgen beschrieben hast strotzte ja wirklich vor Klischees. Es klang zimlich nach dem, was man auch in den Medien mitbekommt, wenn es um Transsexualität geht. Es kann natürlich sein, dass es dort einfach gut beschrieben wird und du dich einfach ähnlich fühlst. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es anders ist. Was wenn das jetzt nur eine weitere Rolle ist, in der du dich zurechtzufinden versuchst? Lass mich das an einem (hoffentlich nicht zu plumpen) Beispiel erklären. Viele transsexuelle Frauen (als vorher Männer), outen sich erstmal als schwul, weil das Bild eines schwulen Mannes besser zu dem zu passen scheint, wie sie sich selbst sehen. Sie leben eine Weile so und merken dann irgendwann, dass das doch noch nicht alles war und dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Das Coming-Out war dann nur ein Schritt auf dem Selbstfindungsweg. Eine Rolle die von der Gesellschaft einigermaßen akzeptiert wird und die erstmal besser gepasst hat, aber nicht richtig.
Inzwischen ist auch das Bild eines Mannes der zu einer "richtigen" Frau wird einigermaßen anerkannt. Psychologen, Freunde und Verwandte werden allle schonmal mitbekommen haben, dass es soetwas gibt. Du kommst dann einfach in eine neue Schublade und alle gewöhnen sich daran. Das ist ja auch schön und gut, aber was, wenn das dann immernoch nicht du bist? Ich will dir jetzt gar nichts unterstellen oder dich in eine Richtung drängen. Was ich sagen will ist: Denk wirklich gründlich darüber nach was du möchtest. Der ganze Prozess ist bestimmt nicht einfach, aber es lohnt sich auch nicht auf der Hälfte stehen zu bleiben. Hör erst dann auf, dich zu hinterfragen, wenn du wirklich glücklich bist mit dem was du findest...
so das war dann auch schon mein Wort zum Sonntag...ist etwas patetischer geworden als geplant :zwinker: ich hoffe du kannst was damit anfgangen...
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ja, schon schon schon. Trotzdem: Ich bin zwar ne Frau, aber ich werde nie Pamela Anderson aus den 90ern sein. Niemals. Ich bin keine Bombshell. Und ich bin keine weibliche Frau. Ich denke halt, dass ein statistisches Bild nicht besonders viel bringt, wenn man sich individuelle Schicksale ansieht. Und das Transgender-Gefühl ist immer ein individuelles Schicksal. Ich könnte im Prinzip ja auch argumentieren, dass ich den falschen Körper habe. Ich weiß halt nicht, wo man da die Grenze setzen soll. Bloß weil etwas medizinisch möglich ist, ist das ja nicht unbedingt deswegen auch "erstrebenswert" im weitesten Sinne.
Ja, du kannst damit Leben biologisch Frau zu sein, und sozial gesehen... nun ja jedenfalls nicht so ganz weiblich zu sein. Weil dir die soziale Zuschreibung wenig bedeutet, weil es dir egal ist, ob man dich an Hand von Klischees beurteilt. Für andere Menschen mag es schwerer sein, sich mit den nicht-passenden Klischees rum zu schlagen und sie entscheiden - wie eben in diesem Fall Ego Umbraticus - dass sie glücklicher in der anderen sozialen Geschlechterrolle aufgehoben sind.

Man sollte natürlich nicht vergessen, dass die Grenzen des sozialen Geschlechts für Frauen bereits deutlich aufgeweicht sind, während sie bei Männern noch sehr viel rigider gesteckt sind. Daher ist die Wahl für dich eh die leichtere :zwinker:. Von Männerseite müsste da eigentlich mal der gleiche jahrzehntelange Kampf gegen ihre soziale Rolle statt finden, den Frauen bereits ausgefochten haben. Ich weiß aber nicht ob das je statt finden wird, da Männer insgesamt nicht den Leidensdruck als das benachteiligte Geschlecht haben, den Frauen hatten, und da Emanzipation für viele Männer als etwas bedrohliches wahrgenommen wird.
 

Benutzer129605  (29)

Ist noch neu hier
Und ich komme letzten Endes zu dem Schluss, dass er Unterschied Mann-Frau (auf Gender-Ebene, nicht biologisch gesehen) in einer idealen Welt vielleicht tatsächlich egal wäre. Ist er aber nicht, und wird er wohl auch nie sein. Ich kann mir das nicht denken. Viel ist anerzogen, aber es gibt ja auch Punkte, wo sich das soziale Geschlechterbild und das biologische Geschlechterbild berühren. Ganz offensichtlich: Frauen können Kinder kriegen, Männer nicht. Das macht einen einschneidenden Unterschied in der Rolle in der Gesellschaft. Eine Frau steht vor dem Dilemma "Karriere oder Familie", ein Mann nicht, oder jedenfalls nicht in der gleichen einschneidenden Weise. Genau so sind Männer biologisch bedingt im Schnitt muskulöser, was auch wiederum die Rolle im Arbeitsleben beeinflusst. Beides Faktoren, die in der heutigen Gesellschaft deutlich an Stellenwert verloren haben (vor allem zweiteres), und ich glaube nicht dass es ein Zufall ist, dass gerade in unserer heutigen Zeit die Geschlechterrollen deutlich an Relevanz verlieren :zwinker:. Dennoch bleibt es immer noch ein Stück weit bestehen, vor allem die Sache mit dem Kinder kriegen. Es gibt ja noch weitere Unterschiede, wie z.B. Hormone die das Verhalten beeinflussen.

Biologisches und soziales Geschlecht lassen sich also niemals zu 100% entkoppeln. Ich denke alle die von mir genannten Punkte können auf individueller Ebene völlig irrelevant sein. Nicht jede Frau wird zur Zicke, wenn sie ihre Tage hat :zwinker:. Nicht jede Frau will Kinder. Und es können auch Frauen gute Handwerkerinnen sein, genau so wie Männer gute Erzieher sein können. Das alles sind Felder wo unsere Gesellschaft große Fortschritte gemacht hat, und wo noch mehr Fortschritte gemacht werden können. Aber wenn du es über die große Masse betrachtest, wirst du immer noch statistische Unterschiede bemerken können und ich glaube nicht, dass diese irgendwann ganz verschwinden. Und daraus speisen sich soziale Rollenbilder für Mann und Frau. Ob man das für sinnvoll hält, ist eine ganz andere Sache, aber die Bilder sind und bleiben da, und daraus kann - so vermute ich jedenfalls - der Wunsch entstehen, sich der Gruppe zuzuordnen in der man sich als treffender eingestuft fühlt.

Danke genau das habe ich gemeint. Du triffst den Nagel auf den Kopf.
Ich tue mir nur sehr schwer etwas zu erklären, ohne dass ich Formeln hernehmen kann. Deswegen habe ich nur den statistischen Teil erklärt. :grin:

Lieber TS, schön, dass du dich mal wieder meldest und, dass es dir so gut geht :zwinker: Allerdings bin ich doch ein bisschen überrumpelt von all den Ereignissen. Therapie, Freundin, Kleidung Geschlechtsumwandlung?! Als du angefangen hast uns zu schreiben klang das für mich so, als wärst du dir noch ziemlich unsicher, in dem was du bist. Korrigiere mich, wenn ich mich falsch erinnere, aber du fühltest dich eher zwischen den Stühlen, als im falschen Körper, oder?
Jetzt scheinst du dir ja ziemlich sicher zu sein, dass du eigentlich weiblich sein möchtest. Wo kommt denn die Gewissheit her? Bitte versteh das jetzt nicht falsch, ich finds gut, wenn du deinen Weg findest, aber so schnell?
Was du in den letzten Beiträgen beschrieben hast strotzte ja wirklich vor Klischees. Es klang zimlich nach dem, was man auch in den Medien mitbekommt, wenn es um Transsexualität geht. Es kann natürlich sein, dass es dort einfach gut beschrieben wird und du dich einfach ähnlich fühlst. Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es anders ist. Was wenn das jetzt nur eine weitere Rolle ist, in der du dich zurechtzufinden versuchst? Lass mich das an einem (hoffentlich nicht zu plumpen) Beispiel erklären. Viele transsexuelle Frauen (als vorher Männer), outen sich erstmal als schwul, weil das Bild eines schwulen Mannes besser zu dem zu passen scheint, wie sie sich selbst sehen. Sie leben eine Weile so und merken dann irgendwann, dass das doch noch nicht alles war und dass sie eigentlich etwas anderes möchten. Das Coming-Out war dann nur ein Schritt auf dem Selbstfindungsweg. Eine Rolle die von der Gesellschaft einigermaßen akzeptiert wird und die erstmal besser gepasst hat, aber nicht richtig.
Inzwischen ist auch das Bild eines Mannes der zu einer "richtigen" Frau wird einigermaßen anerkannt. Psychologen, Freunde und Verwandte werden allle schonmal mitbekommen haben, dass es soetwas gibt. Du kommst dann einfach in eine neue Schublade und alle gewöhnen sich daran. Das ist ja auch schön und gut, aber was, wenn das dann immernoch nicht du bist? Ich will dir jetzt gar nichts unterstellen oder dich in eine Richtung drängen. Was ich sagen will ist: Denk wirklich gründlich darüber nach was du möchtest. Der ganze Prozess ist bestimmt nicht einfach, aber es lohnt sich auch nicht auf der Hälfte stehen zu bleiben. Hör erst dann auf, dich zu hinterfragen, wenn du wirklich glücklich bist mit dem was du findest...
so das war dann auch schon mein Wort zum Sonntag...ist etwas patetischer geworden als geplant :zwinker: ich hoffe du kannst was damit anfgangen...

Hi Rotkäppchen,
bald haben wir die alte Runde von vor fast 2 Monaten zusammen. :grin:
Ich weiß schon sehr lang, dass ich mich als Frau empfinde. Ich wollte es nur nie wahrhaben, weil ich dachte, dass ich nicht so sein darf. In den letzten 2 Monaten habe ich mich ziemlich intensiv mit dem ganzen Thema auseinandergesetzt, ohne meine innere Blockade zu haben. Ich habe einfach das, was schon immer in mir drin ist, raus gelassen.
Um dich etwas zu beruhigen kann ich dir sagen, dass vor einer Geschlechtsangleichenden OP (von der ich nichtmal weiß, ob ich die überhaupt machen wollen würde) eine 18 monatige Testphase kommt, in der ich 24/7 als Frau leben muss. Dazu kommt über die gesamte Dauer eine Psychotherapie und zwei unabhängige psychologische Gutachten. Und das ganze kostet eine Menge Geld. Mehr als ich habe. Also werde ich mir das sehr gut überlegen, ob ich das ganz durchziehe.

Aber ich habe hier in den letzten Posts nur von dem geredet, was sicher in mir drin ist. Ich weiß natürlich auch, dass das alles ziemlich klischeebehaftet war, aber sind wir das nicht alle irgendwie? Und Transgender sind halt alle irgendwie ähnlich, weil alle ein ähnliches Problem haben. Außerdem muss eine Trans*Frau überweiblich sein, da sie sonst nicht als Frau akzeptiert wird.
Desn Schritt über das als-schwul-outen werde ich wohl kaum gehen können, weil ich Männer überhaupt nicht anziehend finde (ein paar ganz wenige Ausnahmen bestätigen die Regel) und meine Freundin einfach zu sehr liebe. :grin:

Man sollte natürlich nicht vergessen, dass die Grenzen des sozialen Geschlechts für Frauen bereits deutlich aufgeweicht sind, während sie bei Männern noch sehr viel rigider gesteckt sind. Daher ist die Wahl für dich eh die leichtere :zwinker:. Von Männerseite müsste da eigentlich mal der gleiche jahrzehntelange Kampf gegen ihre soziale Rolle statt finden, den Frauen bereits ausgefochten haben. Ich weiß aber nicht ob das je statt finden wird, da Männer insgesamt nicht den Leidensdruck als das benachteiligte Geschlecht haben, den Frauen hatten, und da Emanzipation für viele Männer als etwas bedrohliches wahrgenommen wird.
Danke du sprichst mir erneut aus der Seele.
Diesen Leidensdruck, von dem du sprichst, haben dann halt nur solche wie ich.
Ich könnte vielleicht auch meinen männlichen Körper behalten und einfach meine starke weibliche Seite rauslassen, aber dann würde ich wohl ziemlich alleine dastehen und wäre die Zielscheibe für die anderen Männer. Dann ist es doch leichter, den Körper dem Geist anzupassen und befreit leben zu können.

@ Lotusknospe: Ist es so vielleicht auch für dich etwas besser verständlich?
Ich bewundere dich, dass du dich als "geschlechtslos" empfindest und mit deinem weiblichen Körper zufrieden bist.
Ich komme mit meinem Körper und der damit verbundenen (gesellschaftlich geforderten) Rolle überhaupt nicht zurecht.

Liebe Grüße
Chrisse
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
@ Lotusknospe: Ist es so vielleicht auch für dich etwas besser verständlich?

Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass Frauen es heutzutage (oder vielleicht auch immer schon?) leichter gehabt haben, in die andere Rolle zu schlüpfen. Was in dem Zusammenhang ganz interessant ist, sind die "Sworn Virgins":

http://www.slate.com/blogs/behold/2..._women_who_live_as_men_in_albania_photos.html


Ich bewundere dich, dass du dich als "geschlechtslos" empfindest und mit deinem weiblichen Körper zufrieden bist.
Ich komme mit meinem Körper und der damit verbundenen (gesellschaftlich geforderten) Rolle überhaupt nicht zurecht.


Ich war nicht immer zufrieden :grin: Früher wollte ich immer ein Junge sein. Ich würde sagen, ich war ein klassischer "Tomboy"
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Ich finde es bedauerlich, dass dem Wechsel des Geschlechts amtliche Hindernisse in den Weg gelegt werden. "Geschlechtsangleichende Operationen" zu verlangen find ich sogar ausgesprochen barbarisch; letztlich nicht besser als körperverletzende religiöse Rituale. Das müssen Relikte aus früherer Zeit sein, als die beiden Geschlechter noch unterschiedliche Rechte hatten. Heute muss man im Wahllokal keinen Penis mehr vorweisen. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Einteilung der Menschen in zwei Geschleichter im Recht abzuschaffen. Sie schafft nur Ärger.

Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass Frauen es heutzutage (oder vielleicht auch immer schon?) leichter gehabt haben, in die andere Rolle zu schlüpfen.
Off-Topic:
Das fängt früh an. In dir ist ein Junge verlorengegangen - bekam meine Schwester als kleines Mädchen oft genug zu hören. Man stelle sich das Gegenteil vor: ein Junge müsste hören, in dir ist ein Mädchen verlorengegangen! So jenseitig, dass es die Redensart gar nicht gibt... Kommt dazu, dass kleine Mädchen heute weitgehend Jungenkleidung tragen; bloß die niedlichen Applikationen und rosa Herzchen erinnern daran, dass man ein Mädchen vor sich hat. Jungen in Röckchen sieht man dagegen relativ selten... Männer haben auch praktisch keine Chance in den "typischen" Frauenberufen - im Gegenteil: in ehemaligen Männerberufen wie Lehrer werden sie mehr und mehr zu Exoten.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren