Haltet ihr euch für "was Besseres"?

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Wenn es in Threads um "Hartz IV", "die Arbeitslosen", junge Eltern, Leute ohne Abitur oder akademischen Abschluss oder Leute mit einfachen Jobs geht, kann man schon den Eindruck haben, dass sich so einige durch ihren (zukünftigen) akademischen Abschluss, ihre soziale Herkunft oder ihr Einkommen für "was Besseres" halten. So direkt sagen dies zwar nicht alle, aber in Diskussionen merkt man diese Einstellung doch manchen an. Daneben gibt es wahrscheinlich auch genug Leute, die sich für "etwas Besseres" halten, dies aber nicht sagen, weil sich sowas "nicht gehört" oder nicht politisch korrekt ist - von ihrer Überlegenheit überzeugt sind sie trotzdem.

Dazu die Umfrage:

Haltet ihr euch selber für "was Besseres"?

Warum genau glaubt ihr, "was Besseres" zu sein?

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt?

Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Haltet ihr euch selber für "was besseres"?
Jein, wobei hier die Frage ist "Besser als wer/was?" Ich halte mich grundsätzlich für recht klug und reflektiert. Ich halte meinen Freundeskreis für mindestens so klug und reflektiert wie ich es bin, tw. sogar für deutlich intelligenter oder auf anderer Ebene besser, weswegen ich jeden in meinem Freundeskreis wegen irgendwas auch besonders schätze.

Warum genau glaubt ihr, "was besseres" zu sein?
Oberflächlich gesehen halte ich mich für etwas besseres als einen Menschen, den ich nicht kenne. Ich glaube, das ist Teil meines Selbstbewusstseins. Ich bin zusätzlich recht ehrgeizig und würde ich mich nicht für ziemlich gut halten, würde in meinem Leben gar nichts mehr laufen :zwinker: Ich denke aber, dass es bei mir in einem gesunden Maß ausgeprägt ist, denn ich bin recht selbstkritisch und einfach auch von sehr vielen außerordentlich klugen Menschen umgeben, die mir meine Begrenztheit regelmäßig vor Augen führen :zwinker:

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt?
Ich fühle mich der abstrakten Masse überlegen. Das sind keine einzelnen Gruppen. Ich habe selbst als Kellnerin und als Verkäuferin gearbeitet und kenne die Leute. Meine Eltern sind keine Akademiker, ich habe viele Freunde, die keinen akademischen Abschluss haben, ich habe Freunde, die den Doktor-Titel tragen und Familienmitglieder, die Uniprofessor oder auf dem Weg dorthin sind. Intellektuell gesehen kann ich keine klaren Tendenzen feststellen. Manche sind mehr und andere weniger vergeistigt, aber das ist auch relativ unabhängig von deren (Aus)Bildung.

Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch?
Ich sage es so, wie ich es hier auch sage, aber ich denke, an dieser Sichtweise ist nichts verkehrt.
 

Benutzer15352 

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Dazu die Umfrage:

Haltet ihr euch selber für "was besseres"? Besser als was? Besser in welcher Hinsicht? Bezogen auf Studium und Sozialstatus: Nein. Ich bin zwar froh, dass mir aufgrund der Tatsache, dass ich nicht gerade doof bin, von den richtigen Leuten gefördert wurde und auch viel Glück im Leben hatte, viele Möglichkeiten offen stehen - aber deshalb fühle ich mich nicht besser als die Verkäuferin bei ALDI.

Warum genau glaubt ihr, "was besseres" zu sein? Ich fühle mich höchstens auf anderen Ebenen anderen Menschen überlegen, was jedoch nicht gleichbedeutend mit "besser" ist. Wie jeder Mensch habe ich sowohl Talente als auch Gebiete, in denen ich unterirdisch schlecht bin :grin:. Die einzigen Themen, wo ich mir vielleicht wünsche, dass mehr Leute so denken würden, sind politischer/sozialer/etc. Natur. Aber das hat eher was mit Menschlichkeit, nicht mit "besser sein" zu tun...
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache.....

Haltet ihr euch selber für "was besseres"?
Oft ja. Ich gehör' nun mal statistisch gesehen zu einer relativ kleinen Gruppe von Leuten, auch wenn einem das gar nicht so vorkommt, wenn man sich innerhalb dieser "Welt" bewegt.


Warum genau glaubt ihr, "was besseres" zu sein?
In einigen Bereichen bin ich besser gebildet als Andere. In anderen Bereichen kann ich einfach besser mit Herausforderungen umgehen, konstruktiver denken und Lösungen finden. Ich bin selbstständig und wälze die Verantwortung, die ich trage, nicht auf andere Leute oder Götter ab.

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt?
Ähnlich wie bei Lotusknospe sind es nicht Gruppen, sondern Phänomene, gegenüber denen ich mich überlegen fühle. Ja, ich gebe zu, wenn ich in der U-Bahn neben zwei Mädels sitze mit dickem Make-Up, riesen Ohrringen, Stiefelchen, die mit offenem Mund Kaugummi kauen und bei denen jedes zweite Worte "ey" ist - dann denk ich mir, gottseidank bin ich nicht so. Und ich finde das auch menschlich. Genauso fühle ich mich überlegen wenn mir etwas gelingt woran andere Leute scheitern. Ich muss mich aber auch so fühlen, denn ohne dieses befriedigende Gefühl würde sich gar nicht ausreichend Ehrgeiz entwickeln. Das Gefühl, etwas (mit Leichtigkeit) geschafft zu haben, was eben nicht jeder schafft, ist großartig. Ungefähr so, wie wenn ein Plan funktioniert :grin:


Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch?
Kommt drauf an. Ich nehme nicht wirklich ein Blatt vor den Mund, aber ich würde mich selbstverständlich niemals neben jemanden stellen und sagen "Ich bin viel besser als du!". Über sowas spreche ich nur in meinem eigenen Milieu, in dem ich ebenbürtige und mir überlegene (intellektuell) Freunde habe.
Ich fände es vermessen, zu behaupten, ich fühlte mich nicht anderen Menschen gegenüber überlegen. Manche Menschen bemitleide ich auch für ihr Schicksal. Nicht jeder hat die gleichen Kapazitäten, nicht jeder kann das selbe Ziel erreichen - das muss man einfach mal sagen. Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeiten in vielerlei Hinsicht habe.
Und das es soziale Milieus gibt, dass Menschen stratifiziert werden - das ist unbestritten.
 
K

Benutzer

Gast
ich halte mich nicht fuer was besseres, ich bin einfach zufrieden und stolz auf mich, bzw. stolz auf das was ich bisher erreicht habe.
 

Benutzer56469  (36)

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Haltet ihr euch selber für "was besseres"? Jein. Wenn ich mir meine ehemaligen "Freunde" anschaue halte ich mich für besser da ich meine Freunde nie so behandelt habe wie die mich behandelt haben und ich das bei zukünftigen Freunden nie machen würde. Wenn ich mir mein derzeitiges Leben anschaue dann nicht.

Warum genau glaubt ihr, "was besseres" zu sein? s.o

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt? Gruppen? :grin: Meine ehemaligen Freunde könnte man als Grüppchen bezeichnen ja.

Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch? Meine Familie und mein Freund wissen dass ich in Bezug dessen besser bin, jmd. anderen bind ich das nicht unbedingt auf die nase.
 

Benutzer87508 

Sorgt für Gesprächsstoff
Niemals im Leben würde ich mich für etwas Besseres halten, das ist einfach nur arrogant.
Hier schreiben viele Leute, als ob sie auf Koks wären, sie fühlen sich als Götter. Diese Menschen sind alles andere als etwas Besseres.
Wer sich so toll, überlegen und "Besser" fühlt und das auch immer versucht mitzuteilen, hatte einfach nur ein trauriges Leben, wurde nie akzeptiert und sucht sich Bestätigung im Internet.

Man könnte es vergleichen mit diesen Blagen, die in der 5, 6 ten Klasse immer mit dem Beruf des Vaters angegeben haben. In echt war nie etwas hinter diesen Aussagen und die suchten immer nur Bestätigung, wollten im Mittelpunkt stehen, weil sie nie beachtet wurden, gemobbt wurden oder weil jemand ihnen die Show stahl.

Wenn sich jemand, der so einen tollen Abschluss/Beruf/Leben und was weiss ich noch hat, mit Leuten vergleicht, die etwas oberflächlicher wirken oder einen mieseren Status haben, dann ist das einfach nur bemittleidenswert. Wofür brauchen sie denn diese Bestätigung? Bekamen sie diese nie?
 

Benutzer97191 

Meistens hier zu finden
Wenn es ... um "Hartz IV", "die Arbeitslosen", junge Eltern, Leute ohne Abitur oder akademischen Abschluss oder Leute mit einfache Jobs geht, kann man schon den Eindruck haben, dass sich so einige durch ihren (zukünftigen) akademischen Abschluss, ihre soziale Herkunft oder ihr Einkommen für "was Besseres" halten.
Off-Topic:
dass sich so einige durch ihren (zukünftigen)!!
das ist mir auch aufgefallen

ich halte mich für etwas besseres, ja. für etwas besseres, als leute, die sich o.g klientel gegenüber(wenn auch nur verdeckt) herablassend verhalten oder äussern.

ich fühle mich auch manchmal überlegen. das teilt sich aber, je nach person, in intellekt oder aber (lebens)erfahrung. mein gegenüber kann vielleicht theoretisch einen sparsamen wasserhahn entwickeln. weil er studiert hat. oder es noch tut.
ich kann seinen alten,tropfenden austauschen oder reparieren.

ich bin das "schwarze schaf" einer akademikerfamilie, meine soziale herkunft ist also ganz ok. ich habs aber weder "rausgehängt", noch hab ich es forciert mal ebendso zu werden. statt gesellschaftliche punkte hab ich lieber lebenserfahrung gesammelt. und das nicht zu knapp. :zwinker:
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich halte mich nicht generell für "was Besseres" oder "was Schlechteres". Aber ich kann meine Fähigkeiten ein wenig einschätzen, so dass ich mich einzelnen Menschen in einzelnen Dingen überlegen oder unterlegen fühle.
Und selbst wenn ich mich einem anderen Menschen gegenüber für deutlich überlegen oder unterlegen halte, heißt das nicht, dass ich diesen Menschen insgesamt mehr oder weniger schätze.
So weiß ich z.B., dass ich einem meiner besten Freunde geistig in vielerlei Hinsicht deutlich überlegen bin. Aber das ändert nichts daran, dass ich ihn als treuen Freund sehr schätze.

Allerdings verstecke ich meine Talente auch nicht, um Neid zu vermeiden, sondern zeige durchaus, was ich kann und bin auf manche Dinge auch ziemlich stolz. In meinen Spezialgebieten, in denen ich besonders gut bin, kann das evtl. für Andere aussehen, als wenn ich mich für "was Besseres" halten würde.
Das kann ich auch selbst nachvollziehen, weil ich früher teilweise dachte, ein Freund von mir sei ziemlich überheblich, bis ich erkannte, dass er nicht überheblich ist, sondern mir geistig einfach deutlich überlegen ist und seine Fähigkeiten nicht versteckt (er ist erwiesenermaßen hochintelligent und dazu auch noch rhethorisch begabt). Damals konnte ich mir meine eigene Unterlegenheit einfach nicht wirklich eingestehen. Aber aus dieser Sache habe ich gelernt, so dass ich mir meine Unterlegenheit inzwischen gut eingestehen kann.

Aber natürlich bin ich auch nicht völlig frei von Vorurteilen und betrachte manche Menschen oder manche Gruppen von Menschen etwas abschätzig. Das ist einfach auch menschlich und ich kann nur versuchen, dieses Verhalten so gut wie möglich zu vermeiden.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Haltet ihr euch selber für "was besseres"?
Nö. Es gibt genug Menschen die mehr Geld haben, besser aussehen, talentierter sind, erfolgreicher sind, cleverer sind, etc pp. Ich bin zufrieden mit meiner "Allround"-Ausstattung, aber warum ich in der Gesamtheit "besser" als xy sein sollte, ist mir nicht klar. Jeder hat eben seine Stärken und Schwächen. Was und wieviel das eine oder andere zählt liegt im Auge des Betrachters. Es gibt sicher Bereiche in denen ich mich im Vergleich zu anderen je nach Einzelfall mal als "besser" empfinde, ich würde mir aber nicht wirklich herausnehmen mich für insgesamt oder gar allgemeingültig besser als irgendjemand zu halten. Ich mag diese Vergleiche einfach nicht. Und ein "Gruppen-pauschal-über-den-Kamm-scheren" ist auch nicht mein Ding. Geld, Erfolg, Herkunft, "nachweisbare" Bildung etc sehe ich nicht als allgemeingültige Qualitätsmerkmale dafür, wie "gut" ein Mensch ist. Ich versuche mir selbst gerecht zu werden, den Vergleich mit anderen brauche ich dazu nicht wirklich.

Warum genau glaubt ihr, "was besseres" zu sein?
s.o.

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt?
s.o.

Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch?
Ich stehe für meine Meinung ein, sehe sie aber nicht zwingend als allgemeingültig richtig an. Und es gibt durchaus Dinge, auf die ich stolz bin, das bringe ich auch mal zum Ausdruck. Aber weniger in der "ich bin besser als die" Form. Das mag zwar eventuell in meinen Augen so sein, jemand anders kann das aber auch schon wieder ganz anders sehen.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Haltet ihr euch selber für "was Besseres"?
Schwer zu sagen. Rein beruflich gesehen sehe ich schon eine gewisse Hierarchie. Ich würde schon sagen, dass mein Beruf ein besserer ist, als der einer Kassiererin im Supermarkt.

Warum genau glaubt ihr, "was Besseres" zu sein?
Auf Grund der Fähigkeiten und Ausbildung, die man für meinen Beruf benötigt, weil ich weiß, dass das eben nicht jeder kann.

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt?
Hauptsächlich Berufe, die keine oder wenig Vorkenntnis und Bildung brauchen, damit man sie ausführen kann.
Andersrum empfinde ich auch Leute für "besser", die eben für ihren Beruf entsprechendes Wissen benötigen.

Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch?
Kam bisher so nie zur Sprache. Wenn man mich fragen würde, dann würde ich es sicherlich irgendwie schön umschreiben.
 
D

Benutzer

Gast
Haltet ihr euch selber für "was Besseres"?

Nein.

Ich bin nichts Besseres sondern ich bin "anders".
In meinem Leben habe ich schon vieles gemacht, von der lautesten und dreckigsten Arbeit bis hin zu Bürojobs nah am Vorstand.

Es ist meiner Erziehung zu verdanken, dass einer Klofrau der gleiche Respekt gebührt, wie einem Herrn Kohl - jeder hat auf seine Art etwas geleistet.

Ich habe meinen Stolz und weiss, zu was ich in der Lage bin, zu leisten - bzw was ich geleistet habe.
Andere Menschen zu beurteilen und sie irgendwohin zu stecken und mich und meinen Lebensweg mit ihnen zu vergleichen ist mir zuwider.

KEIN Mensch kommt ohne fremde Hilfe, ohne Mitmenschen, Förderer und Gönner dort hin, wo er ist.
Leider vergessen viele Menschen, dass sie genauso abhängig sind oder waren - um etwas zu erreichen und sich zu Entwickeln. Sei es auch "nur" ein (sozialer) Status, der einem in die Wiege gelegt wird.
Und sich dann für etwas "besseres" zu halten und über diejenigen zu stellen, auf deren Schultern ganz andere Lasten ruhen und die im Prinzip für einige wenige indirekt oder direkt einen Weg ebnen....

Wenn man hinter die Fassaden schaut, kochen ALLE nur mit Wasser, auf dem Klo sind alle Menschen gleich und jeder Haufen stinkt.

Ich verachte Menschen die aufgrund ihres Status andere reduzieren, ihnen den Stolz und die Würde absprechen, indem sie sich auf eine höhere Stufe stellen mit Nichtbeachtung.

Ich habe eben das Glück gehabt, Dinge zu bekommen und mich so zu entwickeln, die ich nicht beeinflussen kann: Gesundheit und einen einigermaßen "gesunden Menschenverstand", ich bin in einer durchaus zivilisierten Welt aufgewachsen und kann vieles in Anspruch nehmen, was anderen vorenthalten wird. Dafür mache ich diese Menschen nicht noch "verantwortlich" und strafe sie ab, indem ich mich für was Besseres halte.

Natürlich ärgern mich Menschen, die ganz offensichtlich alle Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen, denen es auch bewusst ist, dass sie sich für was Besseres halten indem sie keinen Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft leisten. Das sind durchaus nicht Menschen, die besser, intelligenter sind, sondern die auf anderer Kosten leben und keinen Beitrag leisten. Aber irgendwann fällt jeder mal, oder bekommt die Quittung für sein VErhalten. Nur, dass einige sehr tief fallen und einige weniger tief.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Warum fällt mir bloß auf, das tendentiell Leute, die tatsächlich eine höhere Bildung haben auch offen zugeben dass sie anderen Leuten überlegen sind?

Festzustellen, dass man manche Dinge sehr viel besser kann als Andere, hat nichts damit zu tun, das man andere Menschen nicht respektiert. Jeder hat seine Aufgabe und macht sie so gut wie er kann, und das finde ich toll. Aber nicht jeder kann in Physik promovieren und nicht jeder kann Unternehmen so leiten, dass der Rest der Gesellschaft davon profitiert. Das respektiere ich AUCH und akzeptiere die Überlegenheit. Ja, die sind in der Hinsicht besser als ich. :jaa:

Da fällt mir echt ein: Wer frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Habt ihr etwa noch nie jemanden getroffen - sei es einen Bettler der rumpöbelt, gewalttätige Menschen, Betrüger, Lügner - bei dem ihr dachtet - hey, ich kann das besser als der?

@Towley: Das du mich ätzend findest wusste ich ja schon vorher, aber du kannst beruhigt sein - ich lebe ein sehr schönes Leben und die Bestätigung für mein Können bekomme ich sicherlich nicht in einem Internetforum, sondern vor allem von mir selbst :grin: Ich vergleiche mich nicht absichtlich mit anderen Leuten. Aber wenn ich mir anhören soll, ich hätte ja sowieso nix getan für meinen Erfolg, dann kommt mir das Kotzen.
Mutter mit 14 gestorben, mit 16 von zu Hause rausgeschmissen worden, zerbrochenes Verhältnis mit dem Vater, drei Jahre Mobbing in der Oberstufe, klinische Depressionen, fast alles hingeworfen, und dann die Kurve gekriegt - wer auf sowas nicht stolz ist, ist mir sehr, sehr suspekt...
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Warum fällt mir bloß auf, das tendentiell Leute, die tatsächlich eine höhere Bildung haben auch offen zugeben dass sie anderen Leuten überlegen sind?

Ich sehe hier keinen Zusammenhang. Ich kenne genauso auch Menschen, die keine höhere Bildung haben, die sich für was Besseres halten. Muss ja nicht unbedingt intellektuell ausgelegt sein. Dass man sich für etwas Besseres hält, hat in meinen Augen in erster Linie etwas mit einem übersteigertem Selbstwertgefühl, mangelnder Menschenkenntnis, Arroganz und Vorurteilsbehaftung zu tun. Das soll nun kein direkter Vorwurf an dich sein, denn die meisten dieser Charaktereigenschaften sind höchstnormal und in fast jedem Menschen vorzufinden. Dennoch würde man annehmen, dass in akademischen Kreisen solche Dinge eher aufgehoben werden als dass sie forciert werden. Ist aber anscheinend nicht der Fall.

Festzustellen, dass man manche Dinge sehr viel besser kann als Andere, hat nichts damit zu tun, das man andere Menschen nicht respektiert. Jeder hat seine Aufgabe und macht sie so gut wie er kann, und das finde ich toll. Aber nicht jeder kann in Physik promovieren und nicht jeder kann Unternehmen so leiten, dass der Rest der Gesellschaft davon profitiert. Das respektiere ich AUCH und akzeptiere die Überlegenheit. Ja, die sind in der Hinsicht besser als ich. :jaa:

Ja schon, aber man kann sich ja nicht für etwas Besseres halten, bloß weil man in einem Aspekt vielleicht besser ist als andere Menschen. Dazu kommen außerdem viele andere Faktoren (z.B. Glück), die für manche besser und für andere weniger gut bestimmt sind.

Da fällt mir echt ein: Wer frei von Schuld ist, der werfe den ersten Stein. Habt ihr etwa noch nie jemanden getroffen - sei es einen Bettler der rumpöbelt, gewalttätige Menschen, Betrüger, Lügner - bei dem ihr dachtet - hey, ich kann das besser als der?

Sich für etwas Besseres zu halten als jemand anderer, hat in meinen Augen nichts mit einem Können zu tun, sondern mit einer Lebenseinstellung. Das hat etwas mit eines Skala zu tun, auf der Menschen gereiht werden. Weiter oben sind die, die mehr wert sind (die, die etwas Besseres sind), weiter unten sind die, die weniger wert sind. Es kommt auf die jeweilige Lebenseinstellung an, ob man Menschen nach der Skala einteilt oder nicht.
 

Benutzer50283 

Sehr bekannt hier
Ne, ich habe eigentlich nur Angst davor, dass alles den Bach runtergeht. Ich bin höchstens mal stolz auf einzelne "Leistungen" (Klausur in der Uni oder so), ansonsten mache ich mir eher Sorgen, dass meine Pläne nicht funktionieren. Außerdem kann ich das ohnehin nicht so bemessen. Mein Beruf wird quasi sein, etwas Tolles an jedem Menschen zu finden...
 

Benutzer67771 

Sehr bekannt hier
Ich denke nicht in Kategorien wie "besser " oder "schlechter", weil das Attribute sind, die kontextabhängiger nicht sein könnten. Dass sich Menschen in einer Gesellschaft funktional voneinander unterscheiden ist ja keine neue Erkenntnis und so spreche ich (um jetzt mal extrem plakativ[!] zu bleiben) einer Teeniemutterschafts-Aldi-Kassiererin nicht ab, mit ihrem Leben glücklich zu sein, wenn diese morgens an der Kasse und abends vor Peter Zwegat sitzt - auch wenn das Lebensentwürfe sind, die für mich persönlich niemals erfüllend wären, was aber auch mit sich bringt, dass ich in meinem Lebensentwurf vor Problemen und Komplikationen stehe, die anderen Menschen erspart bleiben.
Nicht zu vernachlässigen ist natürlich immer der individuelle Hintergrund und die Reproduktion einer Gesellschaft. Wenn also (wieder vereinfacht) ein Akademikerkind ebenfalls eine akademische Karriere hinlegt, ist das erstmal nicht sooo verwunderlich oder überraschend. Auf seine Bildung kann sich also auch nicht jeder etwas (no pun intended) einbilden.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Sich für etwas Besseres zu halten als jemand anderer, hat in meinen Augen nichts mit einem Können zu tun, sondern mit einer Lebenseinstellung. Das hat etwas mit eines Skala zu tun, auf der Menschen gereiht werden. Weiter oben sind die, die mehr wert sind (die, die etwas Besseres sind), weiter unten sind die, die weniger wert sind. Es kommt auf die jeweilige Lebenseinstellung an, ob man Menschen nach der Skala einteilt oder nicht.

Okay, dann habe ich einfach eine völlig andere Definition von "sich für was Besseres halten" als die meisten. Für mich bedeutet das einfach, dass ich akzeptiere, dass Menschen unterschiedliche Dinge leisten können und eben nicht jeder gleich schlau, gleich stark usw ist. Das hat allerdings nichts mit Wert zu tun!! :hmm:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Haltet ihr euch selber für "was Besseres"?

Das kann ich so einfach nicht beantworten. Generell für "etwas besseres" halte ich mich nicht. Ich kenne meine Stärken genauso wie meine Schwächen. Bezüglich meiner "Stärken" ist es schon so, dass ich mich anderen in gewisser Weise "überlegen" fühle.

Warum genau glaubt ihr, "was Besseres" zu sein?
Weil ich bisher ein einigermaßen "anständiges" Leben geführt habe und trotzdem nicht untergangen bin, sondern eigentlich halbwegs, das, was mir wichtig ist, erreicht habe, ohne mich irgendwie verbiegen zu müssen.....

Welche Gruppen sind es, denen gegenüber ihr euch überlegen fühlt?
Mit sozioökonomischen Gruppen hat das schonmal gar nichts zu tun. Geld und Bildungsstatus ist mir eigentlich komplett schnuppe.
Ich fühle mich z.B. diesen "Menschengruppen" überlegen: Leuten mit Standesdünkel, Leuten, die über "Leichen gehen", um sich einen Vorteil zu verschaffen, Leuten, die über Gebühr materiell orientiert sind, das schließt den Hartz IV-Empfänger, der nicht arbeiten will und trotzdem ganz scharf auf den Flat-TV ist genauso ein, wie den Broker, der sich nur dafür interessiert, seinen Gewinn zu maximieren, ohne die ethischen Kollateralschäden wenigstens mitzudenken, Leute, die bei allem vorgefertigte Meinungen haben, Leute, die extrem hedonistisch unterwegs sind, intrigante Menschen, manipulative Menschen, Egozentriker, Kulturbanausen uvm.
Ich fühle mich denen einfach darin überlegen, dass ich glaube, das "bessere" Leben zu führen....was "besser" ist, ist natürlich völlig subjektiv, aber darum gehts dabei ja.

Sagt ihr dies offen, oder behaltet ihr dies für euch?
Da es ja ein sehr subjektives Gefühl ist und ich meine Vorstellungen vom guten Leben niemandem überstülpen will, behalte ich es normalerweise für mich, wenn man mal von diesem Thread absieht.
 
S

Benutzer

Gast
Haltet ihr euch selber für "was Besseres"?
Grundsätzlich würde ich sagen: "Nein."
Allerdings mache ich mir darüber auch nie Gedanken. Wenn ich Leute sehe, denen es finanziell schlechter geht, als mir oder die einen niedrigeren Bildungsstand haben als ich, nehme ich das zur Kenntnis, überlege woran das liegen kann und was diese Leute anders gemacht haben als ich, mehr aber auch nicht. Ich denke nicht in diesem Augenblick, dass ich etwas Besseres bin.
Allerdings erlebe ich es durchaus, dass andere mich für etwas Besseres halten, was mir persönlich sehr unangenehm ist, weil man automatisch auf so eine hohe Stufe gestellt wird. Dementsprechend werden die Anforderungen und Erwartungen auch höher. Dadurch mache ich mir selbst oftmals mehr Druck, als eigentlich nötig ist.
 
M

Benutzer

Gast
Nein, weil ich der Meinung bin, ich habe nichts direkt geleistet, um besser dazustehen. Eine gewisse Intelligenz ist mir in die Wiege gelegt worden, daran habe ich wohl kaum gearbeitet. Das Geld meines Vaters und die damit verbundene Möglichkeit, einen guten Lebensstandard und meine Uni zu finanzieren, wodurch ich eine gute Ausbildung erhalte, ist ebenso nicht auf meinem Mist gewachsen.
Dass ich mich aus einer miesen Situation herausgekämpft habe, finde ich im Nachhinein durchaus eine gute Sache, da mir dadurch mehr Möglichkeiten offenstehen, aber mir ist bewusst, dass nicht jeder die Kraft und Unterstützung durch Freunde/Familie dafür hat.
Meine Kontakte zu gewissen Personen sind einfach dadurch entstanden, dass ich bin wie ich bin und meine geringen Fähigkeiten eingebracht habe.

Vielleicht würde sich die Ansicht ändern, wenn ich etwas wirkliches geleistet hätte, zB ein florierendes Geschäft, welches ich alleine aufgebaut habe.
Aber momentan bin ich nur eine kleine Studentin, die sich auf dem ein oder anderen Gebiet gut auskennt. Kein Grund, sich irgendwie für was besseres zu halten.
 
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