Haftstrafe, weil sie Freundin vor Vergewaltigung schützen wollte?

Benutzer20345 

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Vier Jahre Jugendhaft für eine 16-jährige, die ihre Freundin vor einer Vergewaltigung schützen wollte, so entschied das Landgericht Essen.

Beide waren in einer Imbissbude als Aushilfe tätig und hatten einvernehmlich sexuellen Kontakt mit dem Besitzer. Die Situation eskalierte, als laut Aussage der 16-jährigen der Besitzer versuchte die 14-jährige Freundin zu vergewaltigen.

Die Mädchen versuchten mittels Pfefferspray den Mann außer Gefecht zu setzen. Gleichzeitig verletzte die Ältere den Imbissbuden-Besitzer mit einem Messer.

Obwohl die Situation geklärt schien, stach die 16-jährige erneut auf den Mann ein und verletzte ihn tödlich. Während die beiden Mädchen den Imbiss verließen, um Hilfe zu holen, verblutete er.


Quelle:
www.focus.de
 

Benutzer57618  (29)

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Was soll man dazu sagen? Wieder ein schwachsinniges Urteil, andererseits kennen wir nicht alles. Also Beweislage, Aussagen etc. Trotzdem traurig.
 

Benutzer74823  (30)

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Aus meiner Sicht hat der Richter oder die Richterin falsch entschieden.

Laut §32 StGB ist es zur Notwehr gestattet jemanden mit einer Waffe anzugreifen, falls man selbst mit einer Waffe angegriffen oder ähnlich in eine lebensbedrohliche Situation gebracht wird.
Man darf also solange mit z.B. einem Messer zustechen, wie die Situation lebensgefährlich besteht bzw. der Angreifer den anschein macht ein weiteres Mal anzugreifen.

Da der Angreifer (Imbissbudenbesitzer) die Kraft hatte, ein weiteres Mal anzugreifen, nach dem er schon (grundlos?) ausgetickt ist, bestand weiterhin die lebensgefährliche Situation, auch wenn es geklärt schien, d.h. das Mädchen durfte zustechen, da man den Imbissbudenbesitzer (schon aufgrund der Tatsache, dass er mit MINDERJÄHRIGEN Sex hatte) als nicht zurechnungsfähig einstufen kann.


Hier die Auszüge vom §32 StGB:

Die Leitsätze
1. Bei der Notwehr darf der Einsatz lebensgefährlicher Mittel nur das letzte Mittel der
Verteidigung sein. Der Angegriffene muss jedoch nicht auf weniger gefährliche
Verteidigungsmittel zurückgreifen, wenn zweifelhaft ist, ob durch sie die Gefahr sofort und
endgültig beseitigt werden kann.

2. Kann ein Abwehrmittel auf verschiedene Weise eingesetzt werden, so hat der Verteidiger
nur dann die für den Angreifer am wenigsten gefährliche Einsatzmöglichkeit zu wählen, wenn
ihm Zeit zum Überlegen zur Verfügung steht und der Angriff durch die weniger gefährliche
Abwehr ebenso zweifelsfrei endgültig beendet wird.


4 Jahre sind aus meiner Sicht eindeutig zu viel, dafür, dass man sich verteidigen wollte. Außerdem hatte der Imbissbudenbesitzer eh nen schuß, mit seinem Charakter wäre er vll noch öfters wegen Vergewaltigung auffällig geworden, und was wäre dann passiert? NIX.
Sry, aber: Gut das er tot ist.
 

Benutzer26398 

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Obwohl die Situation geklärt schien, stach die 16-jährige erneut auf den Mann ein und verletzte ihn tödlich. Während die beiden Mädchen den Imbiss verließen, um Hilfe zu holen, verblutete er.
Das hört sich nicht mehr nur nach Notwehr an - v.a. wiegt wohl schwer das die beiden keine Hilfe holten.:ratlos:
Ich denke aus den wenigen Sätzen kann man kaum beurteilen ob das Straßmaß für "Ottonormalverbraucher" "gerechtfertigt" ist oder nicht.:kopfschue

Jedenfalls eine Geschichte mit äußerst dramatischen Folgen - für alle Beteiligten...:geknickt:
 

Benutzer15933 

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Obwohl die Situation geklärt schien, stach die 16-jährige erneut auf den Mann ein und verletzte ihn tödlich. Während die beiden Mädchen den Imbiss verließen, um Hilfe zu holen, verblutete er.

Genau da liegt der Knackpunkt. Das war keine Notwehr mehr, sondern ein unnötiger Angriff auf den Mann. Deshalb die Jugendstrafe, welche durchaus gerecht ist.
 

Benutzer31418 

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Das hört sich nicht mehr nur nach Notwehr an
Seh ich auch so. Unser Politiklehrer hat das mal so schön bildlich ausgedrückt: Man darf einen Angriff zwar mit dem Messer abwehren. Aber wenn der andere danach hilflos am Boden liegt, darf man sich nicht über ihn knieen und weiter reinstechen. ;-)

Wobei man jetzt ja keine Ahnung hat, was diese Bemerkung dass die "Situation geklärt schien" genau bedeutet, wie gefährlich der Typ den Mächen immer noch erschien etc.
 

Benutzer30569 

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14 und 16 jährige Mädchen ... :cry:

Was für ein Wurstbudenbesitzer :kopfschue . Zum Glück hat sich sein Leben zum positiven Gewandelt :engel:

Eine gute Bekannte ist von ihren Bruder vergewaltigt worden. Sie geht zum Psychiater, er geht nun wieder zu Familienfeiern :mad:

Das Leben ist hart und oft ungerecht :cry:
 
F

Benutzer

Gast
Genau da liegt der Knackpunkt. Das war keine Notwehr mehr, sondern ein unnötiger Angriff auf den Mann. Deshalb die Jugendstrafe, welche durchaus gerecht ist.
Naja, du kannst von den beiden nicht erwarten in so einer Lage die Situation richtig einzuschätzen und rational zu handeln.

Focus.de schrieb:
Erst als sich das Geschehen in einen Nebenraum verlagerte, versetzte das Mädchen dem Imbiss-Besitzer die tödlichen Stiche in die Brust. Die Messerattacke war nach Auffassung des Gerichts zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr nötig. Die Mädchen hätten zum Beispiel einfach weggehen können, sagte der Sprecher.
Klingt als wäre es ein längerer Kampf gewesen, da hätte ich mein eigenes Leben auch über das von dem Kerl gestellt.

Letzendendes können wir kein Urteil darüber fällen, da wohl keiner von uns bei der Verhandlung dabei war. Außerdem sind anscheinend die einzigen Zeugen die zwei Mädchen, also weiß kein anderer wie es wirklich war...
 

Benutzer44823 

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Man darf also solange mit z.B. einem Messer zustechen, wie die Situation lebensgefährlich besteht bzw. der Angreifer den anschein macht ein weiteres Mal anzugreifen.

Da der Angreifer (Imbissbudenbesitzer) die Kraft hatte, ein weiteres Mal anzugreifen, nach dem er schon (grundlos?) ausgetickt ist, bestand weiterhin die lebensgefährliche Situation, auch wenn es geklärt schien, d.h. das Mädchen durfte zustechen, da man den Imbissbudenbesitzer (schon aufgrund der Tatsache, dass er mit MINDERJÄHRIGEN Sex hatte) als nicht zurechnungsfähig einstufen kann.
Woher hast du die Info, dass die Mädels in Lebensgefahr waren? Hast du noch was anderes zu dem Thema gelesen? Hier im Eingangspost steht nämlich nicht, was darauf auch nur hindeuten würde.
Da steht auch nicht, dass er eine Waffe gehabt hätte, oder ähnliches. Auch war er ja schon verletzt, bevor das Mädel dann noch weiter auf ihn eingestochen hat: Und trotz seiner Verletzung soll er noch eine lebensbedrohliche Gefahr für die Mädels dargestellt haben?

Und seit wann ist man unzurechnungsfähig, wenn man mit Minderjährigen Sex hat? Dass es rechtswidrig ist, und der Kerl ein gestörter widerwärtiger Typ war (wie jeder Vergewaltiger) steht außer Frage.

Ich würde mal sagen, wir kennen viel zu wenige Details, als das wir uns ein Urteil über den Richterspruch erlauben könnten.
 

Benutzer63135  (31)

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Genau da liegt der Knackpunkt. Das war keine Notwehr mehr, sondern ein unnötiger Angriff auf den Mann. Deshalb die Jugendstrafe, welche durchaus gerecht ist.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Mädchen aus Affekt und/ oder Angst gehandelt hat. Klar hätte sie weggehen können, aber wenn die Angst den Körper beherrscht, wüsste ich nicht ob ich es könnte.
Das Problem ist wieder einmal: sie hatte ein paar Milisekunden Zeit um zu entscheiden was sie macht, womöglich hat sie noch nicht einmal alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen können. Der Richter hat jetzt monatelang Zeit um jedes noch so kleinste Detail am Tatvorgang auseinander zu nehmen :wuerg:
 

Benutzer15933 

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Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Mädchen aus Affekt und/ oder Angst gehandelt hat.
Eindeutig nicht mehr, zumindest nicht der Formulierung nach. Affekt/Angst gelten nicht mehr, wenn die Situation sich schon beruhigt hat.

Das Problem ist wieder einmal: sie hatte ein paar Milisekunden Zeit um zu entscheiden was sie macht, womöglich hat sie noch nicht einmal alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen können. Der Richter hat jetzt monatelang Zeit um jedes noch so kleinste Detail am Tatvorgang auseinander zu nehmen :wuerg:
So klingt das nicht, wenn nach Zeugen die Lage unter Kontrolle war, waren es nicht ein paar Millisekunden, bis sie den Mann Angriff, sondern genug Zeit für eine rationale Entscheidung.
 

Benutzer81313 

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Ob nun ein Notwehrexzess vorlag, der durch Furcht und Schrecken entschuldbar war oder eben nicht, kann man aus der Ferne und ohne genaue Kenntnis der Situation nicht beurteilen. Vielleicht hat die 16jährige beim zweiten Mal nicht in Panik zugestochen, sondern ist nochmal voller Wut in den Imbiß zurückgelaufen, um den Mann "fertigzumachen", nachdem sie schon draußen in Sicherheit war ? Keine Ahnung. Hoffentlich geht ihr Anwalt in Revision, falls das Urteil ungerecht war.
 

Benutzer53832 

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Ich habe den Fall intensiv verfolgt... Und bin über den Threadtitel echt verwundert.
Notwehr/Notstand war das im Leben nicht...
Und eigentlich stand da ja auch mal ein Raub zur Debatte...
 

Benutzer44823 

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Ich habe den Fall intensiv verfolgt... Und bin über den Threadtitel echt verwundert.
Notwehr/Notstand war das im Leben nicht...
Und eigentlich stand da ja auch mal ein Raub zur Debatte...
Oha.
Na da sieht man mal, welche Macht die Medien haben.
Ein paar Informationen unterschlagen und schon erscheint alles in einem anderen Licht und die Leute ereifern sich völlig grundlos...
 

Benutzer7157 

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Ob nun ein Notwehrexzess vorlag, der durch Furcht und Schrecken entschuldbar war oder eben nicht, kann man aus der Ferne und ohne genaue Kenntnis der Situation nicht beurteilen. .
Wäre doch eh ein extensiver Notwehrexzess, der nach der h.M. nicht unter § 33 fällt. Allerdings weiß ich grad nicht, ob zu der h.M. auch die Rspr. gehört, aber ich vermute mal fast.

Soweit wie ich das verfolgt habe, ist das Urteil rechtlich einwandfrei.

@ myspecialname: Das ist kein "Auszug aus § 32", das sind die Leitsätze eines Urteils.
 

Benutzer65427 

Benutzer gesperrt
hm, das urteil mag rechtlich einwandfrei sein, moralisch is es bedenklich, allerdings wenn ich das nich falsch verstanden hab hatten die beiden einvernehmliche sexuelle kontakte zu dem opfer.
 

Benutzer26398 

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Ich würde mal sagen, wir kennen viel zu wenige Details, als das wir uns ein Urteil über den Richterspruch erlauben könnten.
So schaut es aus!

Finde den Thread bzw. den Artikel eigentlich auch absolut unsachlich und ungeeignet um darüber unvoreingenommen diskutieren zu können!
 

Benutzer73678 

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Der Fall wurde hier in den lokalen Medien natürlich ziemlich breit getreten. Zunächst war auch von Notwehr die Rede. Nach und nach sollen aber wohl andere Details ans Licht gekommen sein. Zum einen war von den Mädchen wohl ein Raub angekündigt worden sein. Gegenüber einer Freundin soll der Satz "Heute Nacht ziehen wir den Dönermann ab" gefallen sein. Wie gesagt, viel Spekulation aber nur von Notwehr zu sprechen und das Urteil dann anzuprangern ist hier der falsche Weg!
 
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