Habt ihr schon mal von Reborn Puppen gehört und was denkt ihr darüber?

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Eine Puppe ist halt auch kein Baby, so einfach ist das. Ein Gegenstand. Ich halte nichts davon, Gegenstände zu personifizieren (oder auch Tiere, das finde ich auch merkwürdig).
 

Benutzer123446 

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Wie soll man psychisch denn auch auf der Höhe sein, wenn man als Frau einen Kinderwunsch hat, aber keine bekommen kann :confused:
Ich persönlich habe ja absolut keinen, aber ich kann mir das so belastend vorstellen, dass es mich absolut nicht wundert, dass man darunter massiv leidet.
Das stellt ja dein ganzen Dasein als Frau in Frage. Man kommt sich nutzlos vor, fühlt sich als Versager, dem Partner nicht gut genug zu sein.
Der Wunsch geht ja nicht einfach weg, das ist etwas, das kann man nicht einfach akzeptieren.

Ich stimme dir in dem, was du schreibst, grundsätzlich zu. Ich glaube aber, dass so eine Puppe höchstens in SEHR schweren Fällen im Rahmen einer Therapie (und NUR da) Einsatz finden darf.
Ebenso nach stillen Geburten. Meiner Erfahrung von Anderen und meines Wissens nach ist es unabdingbar, sich mit dem gestorbenen Kind auseinander zu setzen und nicht zu versuchen, es in eine Puppe zu verwandeln. Ich glaube, das festigt das Problem anstatt es zu lösen. Vor allem, wenn man es im Alltag nutzt und nicht, wie gesagt, in einem sehr festgelegten therapeutischen Rahmen.

Ich kenne zwei ähnliche Fälle. Meine frühere (als ich Kind war) Nachbarin war ungewollt kinderlos. Sie hatte das ganze Haus voller Puppen, ich fand das als Kind schon sehr befremdlich. Und an meinem früheren Wohnort gab es eine psychisch kranke Frau, die stets ihren kleinen Hund im KiWa spazieren fuhr. Sie nahm ihn mit ins Café, ließ ihn dort von ihrem Teller essen usw. Und da finde ich Puppen als leblose Objekte noch ne Stufe härter.

Nein. Ich würde niemanden verurteilen, der das für sich als Trauerbewältigung nutzt. Ich denke aber, dass man sehr, sehr achtsam sein muss, damit dieser Weg, sich zu helfen, nicht selbst therapiert werden muss.
 
G

Benutzer

Gast
Es ist halt ein sehr kindliches Verhalten.

Wir Mädchen hatten doch alle unsere Puppen früher. Wir haben sie gefüttert, gestillt, essen gemacht. Mein Babyborn konnte sogar Pinkeln. Ich hab’s im Kinderwagen durch die Gehend geschoben, überall mit hingenommen. Ich war ja schließlich seine Mama...
Das stellt niemand als bedenklich hin.
[doublepost=1592594868,1592594620][/doublepost]Wenn man mal googelt, warum Kinder mit Puppen spielen, kommt das bei raus:

Das Kind begreift sich in diesem Alter mehr und mehr als eigene Persönlichkeit. Dies stellt einen Ablösungsprozess von der Mutter dar. Bei diesem Prozess hilft die Puppe oder das Kuscheltier als vertrautes „Weseen“ in Momenten, wenn die Mutter – oder der Vater – nicht da ist.

Die allerersten Puppen, Kuscheltiere und Schmusetücher werden in der Psychoanalyse Übergangsobjekte genannt. Sie sind ein Symbol für die mütterliche Anwesenheit, auch wenn die Mutter gerade nicht da ist. Das Übergangsobjekt erleichtert die allmähliche Ablösung von der Mutter in einem Stadium, in dem das Kind sie als eigenständige Person wahrnimmt. In diesem schmerzhaften Prozess braucht es etwas zum Anschmiegen und Liebhaben. Die Puppe bekommt einen Namen, wird bemuttert und spielt vielleicht die allerwichtigste Rolle im Leben des Kindes. Sie trägt ein Stück seiner Seele in sich. Und sie wird um ihrer selbst willen geliebt, so wie auch das Kind geliebt werden möchte. Diese Puppen sind Kinder. Sie repräsentieren nichts, was das Kind noch nicht hat oder kann und stehen als sein zweites Selbst dafür, was es in seinem Innersten bewegt. Kuscheltiere erfüllen in diesem Sinne die gleiche Funktion wie Puppen – vor allem bei Jungen. Dennoch halte ich es für wichtig, dass Jungen mit Puppen spielen. Schließlich werden sie später ja auch nicht Väter von Schlappohrhasen und Zottelbären.

Wenn man das gedanklich weiterspinnt...macht das in der Therapie für mich schon Sinn...
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Es ist halt ein sehr kindliches Verhalten.

Wir Mädchen hatten doch alle unsere Puppen früher. Wir haben sie gefüttert, gestillt, essen gemacht. Mein Babyborn konnte sogar Pinkeln. Ich hab’s im Kinderwagen durch die Gehend geschoben, überall mit hingenommen. Ich war ja schließlich seine Mama...
Das stellt niemand als bedenklich hin.
Ein erwachsener Mensch sollte sich erwachsen benehmen. Meine Tochter setzt sich neben die Katzen und streichelt sie, weil wir das machen. Sie streckt ihren Brüdern die Zunge raus, weil die das machen. Sie wird vermutlich eine Puppe im geerbten Puppenwagen umherschieben, wenn ich ihr Geschwisterchen umherschiebe. Das ist normales gesundes Verhalten, Kinder imitieren andere Kinder und Erwachsene. Das kann man doch nicht vergleichen.
 

Benutzer167087  (28)

Öfters im Forum
Ich glaube das kommt aber auch immer ein bisschen drauf an, wie man erwachsen definiert und wie sehr man noch Kind ist. Ich kuschel manchmal ehrlich gesagt auch noch mit Kuscheltieren und ich personifiziere sie auch ein bisschen aber bei weitem nicht exzessiv :grin: Wenn das den ganzen Lebensinhalt bestimmt und man irgendwie den Bezug zur Realität verliert also zum Beispiel sagt "Ich muss jetzt dringend nach Hause und mein Baby füttern" obwohl es eine Puppe ist sehe ich das auch schon eher als schädlich an.
 

Benutzer159029  (29)

Öfters im Forum
Ich weiß nicht ob es wirklich hier reinpasst, aber ich habe schon öfters Dokus gesehen über erwachsene Frauen die sich sogenannte Reborn Puppen kaufen und sie behandeln als wären sie echte Babys. Reborn Puppen sehen sehr lebensecht aus, sind aus Silikon und einige haben auch Stimmen von echten Babys. Erstmal ist es irgendwie merkwürdig, wenn sie die wickeln, umziehen und baden, aber irgendwie finde ich es auch schön, wenn man einsam ist oder selbst keine Kinder haben kann so eine Möglichkeit hat. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das nicht unbedingt überall akzeptiert wird und Frauen die mit 50 oder so mit diesen Puppen spielen sicher komisch beäugt werden.

Was denkt ihr dazu? Glaubt ihr da steckt immer irgendwie ein psychisches Problem hinter und könntet ihr das in eurem Umfeld akzeptieren?

Ich fände das schon sehr komisch, denn die meisten Frauen können ja theoretisch Kinder bekommen. Frauen, denen das nicht möglich ist, die könnten Eizellen einfrieren lassen und sich eine Leihmutter suchen oder, wenn es dazu finanziell nicht reicht, eben ein Kind adoptieren. Sollte die Frau Single sein, dann könnte sie sich noch immer ein Haustier zulegen. Ich fände das in meinem Bekanntenkreis sehr befremdlich.
 
G

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Gast
Ich fände das schon sehr komisch, denn die meisten Frauen können ja theoretisch Kinder bekommen. Frauen, denen das nicht möglich ist, die könnten Eizellen einfrieren lassen und sich eine Leihmutter suchen oder, wenn es dazu finanziell nicht reicht, eben ein Kind adoptieren. Sollte die Frau Single sein, dann könnte sie sich noch immer ein Haustier zulegen. Ich fände das in meinem Bekanntenkreis sehr befremdlich.
Ähm... es liegt ja nicht immer an der Frau. Der Mann spielt ja auch eine Rolle.
Eine Adoption kommt für einige nicht in Frage und nicht jeder darf auch adoptieren.
Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten.
Meine Bekannte arbeitet in einer Kinderwunschklinik. So einfach und vorallem günstig ist das nicht.
Ich finde es eher befremdlich zu sagen, dann schafft man sich halt nen Hund an.
 

Benutzer149155 

Sehr bekannt hier
Ich finde: Es schränkt mich in meinem Leben nicht ein und andere in aller Regel auch nicht, also spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, solange es der Betroffenen gut damit geht. Wenn nicht, sieht die Situation anders aus.
 

Benutzer177622 

Verbringt hier viel Zeit
Wer bei Facebook ist: Frau TV hat heute die gleiche Diskussion gestartet.
 

Benutzer167777 

Verbringt hier viel Zeit
Ich finde das schon relativ gruselig. Da gab es mal eine Reportage, da hatten sich Paare wahlweise um die Puppe gekümmert oder ihr Sternenkind "originalgetreu" nachbilden lassen und in einer Vitrine gehortet :cautious:

Irgendwie finde ich es genauso gruselig wie ein Haustier ausstopfen zu lassen und es ins Wohnzimmer zu stellen.

Ich kann mir auch sehr schwer vorstellen, dass das einen "loslass-Prozess" unterstützt. Wir haben als Kinder einige "Haus-"Tiere zu Grabe getragen. Von Molch über Fisch, Vögelchen, Igel, Meerschwein, Kaninchen usw. bis Hund. Danach kamen "Omas" und "Opas". Eigene oder die, die man von Freunden kannte. Etwas später die ersten Eltern, dann junge Menschen durch Unfall, Krankheit oder ähnliches. Schwer gefunden habe ich es immer. Und der ein oder andere fehlt auch viele Jahre später immer wieder in bestimmten Situationen. Persönlich würde ich keinen "Nachbau" eines geliebten Menschen oder Tieres haben wollen.
 

Benutzer174969  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Was denkt ihr dazu?
Creepy as fuck. Ich finde Puppen schrecklich, besonders lebensechte oder porzellan Puppen. Ist definitiv nichts für mich.

Glaubt ihr da steckt immer irgendwie ein psychisches Problem hinter und könntet ihr das in eurem Umfeld akzeptieren?
Ob da eine psychische Krankheit hinter steckt? Weiß ich nicht, solang sie ihr Leben weiterhin eigenständig leben kann, ist das alles ja okay.

Ja ich könnte es akzeptieren, solang sie mich nicht bittet mich um das Ding zu kümmern. Es schränkt mich ja nicht ein und es geht mich grundsätzlich nichts an. Solang sie ihr Leben bewältigen kann, kann sie soviel Fake-Mutter spielen, wie sie mag. Zumal sie der Puppe ja auch nicht damit schadet.

(Wahlweise kann sie auch ein er sein. Ist ja prinzipiell egal ob Mann oder Frau)
 
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