Habt ihr schon mal mit Eurer Geschlechterrolle gehadert?

Habt Ihr schon mal mit Eurer Geschlechterrolle gehadert?

  • w: Ja, schon öfter.

    Stimmen: 6 9,7%
  • w: Ja, gelegentlich.

    Stimmen: 6 9,7%
  • w: Nein, noch nie.

    Stimmen: 19 30,6%
  • m: Ja, schon öfter.

    Stimmen: 6 9,7%
  • m: Ja, gelegentlich.

    Stimmen: 9 14,5%
  • m: Nein, noch nie.

    Stimmen: 16 25,8%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    62
M

Benutzer

Gast
Die Diskussion hat sich daran entzündet, dass du angabst, in der Kita würden die Kinder unangemessen in Rollen gepresst werden. Ich habe das so nicht mitbekommen.
Bitte zitiere das, sonst macht das keinen Sinn, denn das habe ich so nie geschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer161456 

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Bitte zitiere das, sonst macht das keinen Sinn, denn das habe ich so nie geschrieben.

Nein hast du nicht explizit, aber du hast auf meinen Bericht über die Kita unserer Kinder geantwortet und dadurch die Rollendiskussion in Gang gebracht.
Daher habe ich natürlich angenommen du beziehst dich auch da drauf.:smile:
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was ich mich übrigens gerade frage: Gibt es eigentlich noch sowas wie klare Geschlechterstereotypen wirklich? Und wie sehen die eigentlich aus?

Die Gesellschaft ist heute ja sehr ausdifferenziert und das bezieht sich doch auch auf Erwartungen wie Frauen und Männer so sein sollten. Diese Rollenerwartungen sind aber doch nicht homogen innerhalb der Gesellschaft, sondern unterscheiden sich stark nach Altersgruppen, Regionen, Stadt/Land, Milieus, "politischer" Ausrichtung usw.

Die Geschlechterrollenerwartungen (=Stereotype) in Berlin-Prenzlauer Berg und im Münchner Glockenbachviertel dürften doch ziemlich anders aussehen als in einem Dorf in Niederbayern. Und selbt im Dorf in Niederbayern dürfte es nochmals Unterschiede zwischen den Jungen und Alten, den CSU- und den Grünen-Wählern (ja, die gibts gar nicht so selten in bayrischen Dörfern) geben. Die Geschlechtsrollenstereotype einer türkischen Migrantenfamilie in Neu-Kölln dürfte sich nochmal davon unterscheiden. ALLES das ist Realität in Deutschland.

Was ist aber denn dann eigentlich das derzeit dominierende Geschlechterrollenstereotyp? Ich könnte es gar nicht sagen. Dass ein Mann stark und eine Frau vor allem hübsch sein muss? Dass ein Mann als Krankenpfleger fehl am Platz ist und eine Frau als Ingenieurin? Ich glaube ich kenne in meinem persönlichen Umfeld (akademisch, eher links-liberal-grün, mittelalt) NIEMANDEN, der dem zustimmen würde und nicht mit dem Kopf schütteln. Wieso sollte das Stereotyp dann noch für mich wirklich relevant sein?
Bei einem Menschen, der in einem konservativen Umfeld von AfD-Wählern und "Genderwahn-Bekämpfungs-Aktivisten" lebt, könnte es natürlich komplett anders aussehen.

In den 50er Jahren dürfte das in Deutschland noch deutlich homogener gewesen sein als heute und deswegen natürlich viel wirkmächtiger und schwerer zu "entrinnen". Natürlich ist diese Änderung einer der Erfolge des Feminismus, sowie der Ausdifferenzierung von Subkulturen und Milieus insgesamt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer161456 

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ass ich offenbar nicht als weiblich wahrgenommen werde, weil ich dem Rollenbild nicht entspreche, obwohl ich mich durch und durch als Frau fühle und es auch bin, wie wäre denn jetzt dieses Hindernis anzugehen und auszuräumen? Indem ich mich anpasse und das tue, was von mir erwartet wird?

Ja aber das ganze Leben spielt sich doch zwischen Menschen auch auf einer gewissen Erwartungshaltung ab. Nennen wir es mal Klischees. ... Rollenbilder sind hier ein ganz wichtiger Faktor.
Das kann man im gesunden Maßstab weder ändern noch jemandem vorhalten.
Das ist einfach menschliche Natur.

Nehmen wir dein Beispiel auf:
Du gibst dich im dem Beispiel nicht weiblich, erwartest aber, dass andere dich trotzdem als weibliches Wesen erkennen.

Wie soll das funktionieren? Woher soll der andere wissen, wie du gesehen werden willst?
Der Gegenüber kann doch nur die Signale empfangen, die du auch aussendest, egal welche.
...sonst gibt es event. noch Missverständnisse und größere Kränkungen.
Rollen dienen ja auch als nonverbaler Kommunikationsweg und ist Gemeinschaftsbildend. Egal, ob im sexuellen Kontext oder im Sozialen, oder im Beruf.

Wenn du (....jetzt wegen dem Beispiel bzw. jemand) trotz allgemein anerkannter Kulturerwartung alternativ agierst, ...bist du da nicht erst mal in der Pflicht, den anderen eine Möglichkeit einzuräumen, dich so sehen können, wie du es eigentlich wünschst?

Erst wenn der andere dich dann trotzdem und wider besseren Wissens nicht so annimmt, dann beginnt es problematisch (bzw. wie du meinst unfrei) zu werden.

Verbessere mich, wenn ich dich falsch verstanden habe...:smile:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer91095 

Team-Alumni
Die Gesellschaft ist heute ja sehr ausdifferenziert und das bezieht sich doch auch auf Erwartungen wie Frauen und Männer so sein sollten. Diese Rollenerwartungen sind aber doch nicht homogen innerhalb der Gesellschaft, sondern unterscheiden sich stark nach Altersgruppen, Regionen, Stadt/Land, Milieus, "politischer" Ausrichtung usw.

Schon. Trotzdem gibt es wohl innerhalb einer Gruppe häufig recht klare Stereotype und wenig Auswahl. Und du wächst halt in eine bestimmte Gruppe rein und bist dann den Stereotypen dieser Gruppe "ausgeliefert". Zusätzlich gibt es über die Medien auch nur ein recht eingeschränktes Angebot.
 

Benutzer166918  (32)

Öfters im Forum
Ja.
Meine Eltern waren gänzlich offen. Ich durfte mich entfalten, wie ich wollte. Als Kind bekam ich Spielzeuge aller Art und später kaum Verhaltensvorgaben.
Mittlerweile passe ich recht gut ins Frauenbild der DDR und bin hadere in keinem Punkt mit meiner Geschlechterrolle.
Als Jugendliche fühlte ich mich jedoch häufig zu unweiblich und hätte mir mehr Mädchenhaftigkeit von mir selbst gewünscht.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Schon. Trotzdem gibt es wohl innerhalb einer Gruppe häufig recht klare Stereotype und wenig Auswahl. Und du wächst halt in eine bestimmte Gruppe rein und bist dann den Stereotypen dieser Gruppe "ausgeliefert". Zusätzlich gibt es über die Medien auch nur ein recht eingeschränktes Angebot.

Ja klar. Ich wollte damit ja auch nicht aussagen, dass Geschlechterstereotype heute bedeutungslos sind. Ich stelle mir nur die Frage, welches eigentlich wirklich das dominante ist und ob wirklich die meisten der heute in D aufwachsenden Kinder und Jugendlichen in Milieus aufwachsen, in denen eine klassische Rollenerwartung vermittelt wird. Das ist übrigens keine Suggestivfrage bzw. ich habe selbst da keine Antwort parat.

Und Du hast natürlich auch Recht: Die Medien spielen da nochmal eine wichtige Rolle und nicht nur das direkte Umfeld.
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Und Du hast natürlich auch Recht: Die Medien spielen da nochmal eine wichtige Rolle und nicht nur das direkte Umfeld.

Durchlässige Rollenbilder haben in einer Kulturgemeinschaft eine wichtige Funktion.
Sie strukturieren das soziale Zusammenleben und geben vielen Menschen halt.
Übersteigerte Rollenbilder machen in der Tat unfrei und sind gefährlich.
...Ich sag nur Dsds und Gntm.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ja klar. Ich wollte damit ja auch nicht aussagen, dass Geschlechterstereotype heute bedeutungslos sind. Ich stelle mir nur die Frage, welches eigentlich wirklich das dominante ist und ob wirklich die meisten der heute in D aufwachsenden Kinder und Jugendlichen in Milieus aufwachsen, in denen eine klassische Rollenerwartung vermittelt wird. Das ist übrigens keine Suggestivfrage bzw. ich habe selbst da keine Antwort parat.

Und Du hast natürlich auch Recht: Die Medien spielen da nochmal eine wichtige Rolle und nicht nur das direkte Umfeld.

Nicht zu vergessen, die Peergroup und was da gerade in ist (und das ist wiederum stark von den Medien beeinflusst). Wenn ich bedenke, dass Leute wie Rihanna&Co. die Vorbilder von jungen Frauen sind, würde ich meinen, dass Booty-Shaken, über Jungs weinen und genug Geld haben/bekommen/verdienen um regelmäßig shoppen zu gehen die Dinge sind, die für die junge Generation zum Mädchen/Frauenstereotyp dazugehören :grin:

Überspitzt ausgedrückt natürlich :zwinker: Und ich kann mich aber auch irren. Bzw. ich irre mich hoffentlich.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Übrigens finde ich es schon fast wieder lustig, dass ich, als das Prekariat, als die Unterschicht (die noch zudem niemals irgendeine Krabbelgruppe, Kita-Gruppe oder was auch immer von innen gesehen hat) immer mal wieder in irgendeine "abgehobene elitäre Boheme" geschoben werde, weil ich über Rollenverteilungen u.a. nachdenke. Da musste ich schon manchmal lachen hier in meinem Proletenghetto.
Off-Topic:
nun ja...denen,die zur unterschicht gehören (ich übrigens auch),wird ja gern nachgesagt,dumm und ungebildet zu sein.und dazu gehört nun mal kein kritisches denken...das macht ja das bild vom pöbel total kaputt,wenn leute wie wir zu sowas fähig sind...xD

[doublepost=1503520397,1503520238][/doublepost]
Es ist leider meistens so, dass sich für diejenigen, für die eine Ist-Situation gut ist oder auf jeden Fall nicht schlecht erscheint, kein Handlungsbedarf erschließt, insbesondere da diese dann häufig für sich selbst eine Verschlechterung befürchten, dass ihnen etwas weggenommen werden soll.
wie sich hier mal wieder zeigt,denn ich hab ja nun jetzt wirklich oft darauf hingewiesen,welche folgen geschlechterrollen hatten und noch haben...wurde wohl nicht verstanden.*seufz*
[doublepost=1503520495][/doublepost]
Aber genau darum geht es doch, dass Rollen, in die man gepresst wird, nicht FREI, sondern UNFREI machen.
eben.aber die botschaft kommt wohl nicht mehr an...
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ja aber das ganze Leben spielt sich doch zwischen Menschen auch auf einer gewissen Erwartungshaltung ab. Nennen wir es mal Klischees. ... Rollenbilder sind hier ein ganz wichtiger Faktor.
Das kann man im gesunden Maßstab weder ändern noch jemandem vorhalten.
Das ist einfach menschliche Natur.
sehe und empfinde ich nicht so.ich habe nicht einfach so irgendjemanden gegenüber erwartungen (es sei denn,man hat zb einen termin beim arzt,da erwartet man ja nun mal das,was ein arzt so tut,klar) im alltag gegenüber fremden.und selbst wenn ich zb jemanden besser kennenlerne und mich mit ihm anfreunde,habe ich nicht einfach bestimmte erwartungen,die ich an ihn richte - sondern ich spreche mit ihm darüber,was ich unter freundschaft verstehe und wenn sich unsere vorstellungen decken,erst dann erwarte ich zb,dass er als freund für mich da ist,wenn es mir mies geht.aber doch nicht fremden menschen gegenüber?!

Du gibst dich im dem Beispiel nicht weiblich, erwartest aber, dass andere dich trotzdem als weibliches Wesen erkennen.
ich weiß,du meinst damit nicht mich,aber...ich bin auch biologisch eine frau,verhalte mich aber meist eher nicht so,wie es viele eben vom rollenbild einer frau ausgehend erwartet.und nein,ich erwarte nicht,dass mich jemand als weibliches wesen erkennt - denn das ist für mich völlig bedeutungslos,da ich eben nicht in solchen stereotypen denke.wenn es für mich nix weibliches oder männliches abseits der biologischen fakten gibt,kann man mich nicht auf andere art und weise (eben zb aufgrund meines verhaltens) als weibliches wesen erkennen,weils nix zu erkennen gibt.mein verhalten,meine vorlieben,hobbies,überzeugungen etc etc etc haben allesamt nix damit zu tun,dass ich zufällig als frau geboren wurde.

ich wäre schon mehr als froh,wenn die meisten menschen in der lage wären,andere lebewesen als fühlende individuen zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Rollen dienen ja auch als nonverbaler Kommunikationsweg und ist Gemeinschaftsbildend. Egal, ob im sexuellen Kontext oder im Sozialen, oder im Beruf.
funktioniert ja anscheinend super,bei so vielen missveständnissen und problemen,die durch sie zustande kommen...*ironie off* zudem sind sie unnötig.auch ohne rollenbilder gibts nonverbale und verbale kommunikation,bei letztgenannter gibts auch weniger missverständnisse,weil nichts erwartet wird,sondern ausgesprochen.und um gemeinschaft zu bilden,braucht es sie auch nicht - zumal ich gern kontrolle darüber habe,mit wem ich freiwillig eine gemeinschaft bilden möchte (und das trifft nur auf die wenigsten menschen zu).

Wenn du (....jetzt wegen dem Beispiel bzw. jemand) trotz allgemein anerkannter Kulturerwartung alternativ agierst, ...bist du da nicht erst mal in der Pflicht, den anderen eine Möglichkeit einzuräumen, dich so sehen können, wie du es eigentlich wünschst?
wieso sollte man selbst anderen gegenüber zu irgendwas verpflichtet sein,nur weil die in ihrem stereotypem denken festhängen und einen eingeschränkten horizont haben?es steht ihnen ja frei,die scheuklappen mal abzunehmen und freidenkend zu werden.so á la kant "sapere aude"...

casanis casanis interessante frage,die du da aufwirfst.evtl gibts dazu ja sogar schon studien zu.
 
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