Habt ihr schon mal für eine Examensarbeit Textpassagen abgeschrieben?

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Benutzer56624  (32)

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Medien berichten, dass Verteidigungsminister zu Guttenberg mehrere Textpassagen seiner Doktorarbeit von anderen Quellen einfach abgeschrieben haben soll ohne diese mit Quellenangaben zu versehen. Sowas nennt man doch Plagiat?:eek:
Habt ihr in eurer Bachelorarbeit/Masterarbeit/Diplomarbeit/Magisterarbeit/Examensarbeit/Doktorarbeit auch heimlich fremde Textpassagen ohne Quellenangaben abgeschrieben?
 

Benutzer66279 

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für eine Literaturausarbeitung hab ich mich mal stark von einem Buch inspirieren lassen und dabei 1-2 Sätze fast komplett übernommen .. und da hatte ich schon ein schlechtes Gewissen. Achso als Quelle hab ich das Buch natürlich angegeben, aber ich hab die 2 Sätze nicht zitiert.
Aber es war halt sinnloser Scheiss und hatte nichts mit meinem Studienfach zu tun, deshalb hab ich mir da auch nicht sonderlich viel Mühe gegeben.
Beim Doktor oder so würd' ich sowas nicht verzapfen. Den kann man im Prinzip sowieso nicht verkacken.
Wie das ganze bei Jura aussieht, weiß ich allerdings nicht genau. In dieser grauen und schnöden Materie fällt es mir schwer, zu glauben, dass man da irgendwelche coolen Denkansätze so verfolgen kann, dass es einer Doktorarbeit würdig wäre.
 
S

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Nein, würde ich auch nicht machen, weil man bei uns gerade bei so wichtigen Hausarbeiten ganz genau hinsieht und sowas zum Nichtbestehen führen würde.
 

Benutzer9517  (31)

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Nein. Das ist heute zu leicht herauszufinden, und davon abgesehen fände ich in dem Fall noch keine Protektion.

An unserer Schule hätte ein solches Vergehen wohl eine "Ehrenrunde" (= um ein Jahr verschobenes Abitur) bedeutet.
 

Benutzer94944 

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Als ich noch studiert habe, da gab es noch kein Internet etc., sprich: die Recherche auf wahrheitsgetreue Zitierung war beinahe unmöglich, im Gegensatz zur heutigen Zeit.
Deshalb habe ich auch Textpassagen von Autoren übernommen und dies auch nicht kenntlich gemacht.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg

Pardon, bald nur noch:
Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg
 

Benutzer56624  (32)

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Tja, zu Guttenberg hat ja erst vor wenigen Jahren seinen Doktor gemacht. Und da gab es schon Internet :grin:
 

Benutzer94944 

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Genau, 2006 eingereicht, 2007 den Titel bzw. akad. Grad erhalten. Ich hoffe wenigstens, dass Du die Quintessenz des Beitrages verstanden hast - wobei: ich denke, eher nicht.
 

Benutzer94944 

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Nicht ganz, denn das hätte ich ja so auch schreiben können, nicht wahr?
 

Benutzer92211 

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Nein, und ich wüsste auch nicht, wozu das gut sein sollte. Zitieren ist ja schließlich erlaubt. Fremdes Gedankengut als mein eigenes auszugeben wäre mir peinlich.
 

Benutzer3277 

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Nicht direkt, aber von manch Arbeit/Buch habe ich mich etwas inspirieren lassen.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Nein, nicht wirklich. Das Thema war da aber auch denkbar ungeeignet, habe mich für meine Diplomarbeit bemühen müssen, überhaupt ordentlich Quellen und Fussnoten zusammen zu bekommen.
 

Benutzer29410 

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Bestimmt. Das herauszufinden ist schliesslich Aufgabe des Professors. *gg* Hab aber nie Ärger gekriegt, also war es wohl ok. Warten wir, bis ich Ministerin werde und irgendeiner meine alte Magisterarbeit aus der Versenkung holt und darin herumstöbert, um mir ans Bein pissen zu können. *gg*
 

Benutzer50283 

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Ne, ich hab zwar noch nix dergleichen geschrieben, aber das wäre mir zu riskant. Wir müssen, soweit ich weiß, die Examensarbeit in elektronischer Version abgeben. Da ist mir die Gefahr zu hoch, dass die den Scheiß checken.
Ne Bekannte hat gerade Examen gemacht und ebenfalls das Angeben der Quellen recht "entspannt" :zwinker: gehandhabt. Erwischt wurde sie nicht.
Off-Topic:
Bei Hausarbeiten mache ich das schon. Glauben die echt, dass ich das alle selbst schreibe? So lange ich keine vernünftigen Themen in Bereichen bekomme, die mir auch was bringen, verfahre ich nach der "so viel wie nötig, so wenig wie möglich"-Devise.
 
A

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Tja, zu Guttenberg hat ja erst vor wenigen Jahren seinen Doktor gemacht. Und da gab es schon Internet :grin:

Da er schon seit 2002 im Dt. Bundestag sitzt und 2007 erst promovierte, glaube ich ihm ja fast, dass er nicht abgeschrieben hat :eek: Aber näher mag ich da gar nicht drauf eingehen. :schuettel:

Ich selbst habe immer alles brav zitiert und die Quelle vermerkt. Warum auch nicht? Tut ja nicht weh, macht nur ein wenig Arbeit, aber das ist's wert.
 

Benutzer54457 

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ich find das schon ein bisschen arg, wie viele hier kein problem damit hätten und haben, zu plagiieren. und es ist nichts anderes als ein plagiat, wenn man zitiert, ohne die quelle anzugeben. auch wenn man das jetzt als "das angeben der quellen entspannt handhaben" euphemisiert..

ich habe eine meiner maturaarbeiten einem freund gegeben, der sie dann leicht abgeändert als seine abgegeben hat. aufgeflogen ist es nicht. wobei es in dem fall so war, dass diese schriftliche ausarbeitung nicht der kern der arbeit war, sondern nur eine quasi-freiwillige vorleistung für eine mündliche prüfung, damit der/die lehrerIn weiß, was der/die matura-kandidatIn so alles weiß.

will niemanden verurteilen, der schwierigkeiten hat, frei zu formulieren und texte zu schreiben, - was ich mir als einzigen grund vorstellen kann, warum jemand textpassagen anderer leute in die eigene arbeit aufnimmt - aber gerade dann wäre es doch wichtig, eben das zu lernen. akademiker, die keine a4-seite inhaltlich prägnanten text produzieren oder auch aliquot frei, originell sprechen können, ohne dafür stunden an vorbereitung zu brauchen, werden es in ihrem beruf schwer haben.

"das herauszufinden" ist auch nicht "aufgabe des professors" - die sind nicht dafür angestellt, plagiateure zu überführen. wer eine arbeit schreibt, steht selbst in der verantwortung, keine falschen tatsachen vorzuspiegeln. es geht da nicht direkt darum, dass es verwerflich ist, die arbeit anderer aufzugreifen und zu verwenden, sondern darum, dass diese arbeiten ja als leistung des/der studierenden beurteilt werden. und so ist es betrug, genauso wie es betrug wäre, eine/n andere/n zu einer prüfung zu schicken, der/die dann für einen die leistung erbringt. nur, weil es folgenlos bleibt, wenn der/die prüferIn einem nicht draufkommt, ist das plagiat deswegen in dem fall noch nicht "okay".

letztlich ist diese ganze sache überhaupt erst zu einem ernsten problem geworden, seit wikipedia und qualitative ausarbeitungen zu beliebigem thema leicht im internet zu finden sind. am ende des tages wird sich die art, wie leistung an der uni und sonstwo zu beurteilen ist, dem anpassen müssen anstatt dass sich rigide regelungen zu plagiaten durchsetzen werden. und das finde ich auch gut so. aber bis dahin ist es halt einfach betrug.
 

Benutzer72455 

Verbringt hier viel Zeit
Wenn jemand in einem Schulaufsatz, den man einfach nur übungshalber zu schreiben hat, den einen oder anderen Satz aus einem fremden Text einbaut, dann ist dies nicht so schlimm. Besonders wenn man gezwungen ist, in einer Fremdsprache zu schreiben, ist es verständlich, dass man sich an Vorlagen orientiert. Gegebenenfalls muss man dann halt noch nachbessern und die Quellen angeben.

Bei einer größeren Arbeit, deren Thema man im Wesentlichen selbst gewählt hat, sieht es hingegen anders aus. Hier will man ja seine eigenen Ideen einbringen und die eigenen Ansichten zum Ausdruck bringen. Indem man sich über länger Zeit hinweg eingehend mit dem Thema auseinandersetzt, erlangt man zudem die Fähigkeit, fremde Texte kritisch zu beurteilen. Die verfügbaren Texte erscheinen einem darum meist unvollkommen und man ist motiviert, selbst einen besseren Text zu verfassen. Somit ist es ziemlich merkwürdig, wenn es in einer größeren Arbeit zu einem Plagiat kommt.

Ich kann mir vorstellen, dass dieser Guttenberg seine Arbeit nicht wirklich aus wissenschaftlichem Interesse am Thema geschrieben hatte... :hmm:
 
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