Haben es Single-Männer schwerer als Single-Frauen?

Benutzer89539 

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Aber was nützt es dir, wenn dich diejenigen attraktiv finden, die du nicht attraktiv findest? Ich sehe darin keinen echten Nährwert.


Ah, darum geht's dir. Aber brauchst du tatsächlich jemanden, der dir zeigt, dass du interessant bist? Wieso ist dein Ego nicht auch so groß genug, sodass du keinen Push von außen brauchst?

Das ist imho ein Weg zum Selbstbewusstsein, aber nicht der einzige und beste. Weil er einfach an äußerem Input hängt. Echtes Selbstbewusstsein braucht das nicht. So eine gesunde Scheissdraufeinstellung kann man auch selber trainieren. Fake it till you make it und so :grin:
Ich halte es ehrlich gesagt für ziemlich üneridealisiert und weltfremd, dass Ego NUR aus einem selbst kommt. Natürlich ist man selbst für sein Ego verantwortlich, und jemand der sowohl Erfolge als auch Misserfolge hat, und sich selbst gut findet hat sicher ein robusteres Selbstvertrauen als jemand, dem immer alles zufliegt und der nie gelernt hat, mit Rückschlägen umzugehen. Aber dass man, wenn es NIE läuft, ein großes Selbstvertrauen nur aus sich selbst heraus aufbauen kann, stelle ich mir sehr sehr schwer vor. Vielleicht können das manche, aber ich denke die meisten werden daran scheitern.

Ich selbst würde sagen, ich brumme derzeit vor Selbstbewusstsein wie noch nie zuvor in meinem Leben. Aber Selbstbewusstsein heißt eben auch, sich nicht einfach nur pauschal toll zu finden, sondern sich eben auch bewusst zu sein, worauf das baut. Mein Ego basiert auf Stolz auf mich selbst, aber es baut eben auch darauf auf, dass ich das entsprechende Feedback kriege. Etwas anderes zu glauben fände ich illusorisch. Ich finde mich toll weil ich ein paar gewaltige Hürden genommen habe, aber es ist eben auch im Großen und Ganzen sehr gut gelaufen. Aber ich verdanke es auch meinem Umfeld das hilft, unterstützt, akzeptiert (darunter auch einige Menschen aus dem Forum und u.a. auch ihr zwei), wofür ich dankbar bin. Auf die Dating-Situation übertragen: Hin und wieder muss einem auch mal widergespiegelt werden "ja, du hast es in/an dir". Wenn das der Fall ist, kann man auch ein Ego entwickeln dass sich nicht daran beißt wenn man auch einen Haufen schlechte Erfahrungen macht. Aber wenn die Erfolgserlebnisse gleich null sind?

Davon abgesehen finde ich, dass Jammern und Selbstmitleid vielleicht verständlich sind, aber einen genau nirgendwo hin führen. Weiter probieren, sich nicht unterkriegen lassen, nicht an dem offensichtlich fruchtlosen Weg festklammern sondern auch mal was anderes versuchen, aus der Komfortzone heraus gehen, nicht in Bedauern leben über vertane Chancen in der Vergangenheit sondern nach vorne zu schauen - das ist die beste Chance, mit Misserfolg umzugehen. Und natürlich macht Jammern unattraktiv.
 

Benutzer163532  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Mein Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht stärkte ein fetter Korb :grin:.
Ich bin halt eher der zurückhaltende Typ Mensch, ziemlich flirtbehindert und leider nicht so attraktiv, dass mir die Herren zu Füßen liegen :zwinker:. Trotzdem hat es mir geholfen, in die Offensive zu gehen, ahnend, dass es heftig schief gehen würde. Ging es auch :zwinker:. Und es war schlimm, immerhin war ich heftigst verknallt :seenoevil:. Aber irgendwie war es nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte und ich wurde danach mutiger, ich flirtete z.B. gelegentlich. Auf meine schräge Art :grin:. Meinen Mann lernte ich kurz darauf kennen - auf meine Initiative hin.

Ich bilde mir nichts ein: Wäre ich Single, hätte ich es wohl schwer, jemanden zu finden. Mir laufen die Männer nun mal nicht einfach so zu. Am ehesten konnte ich Leuten näher kommen, mit denen ich schon eine gemeinsame Basis (Schule, Uni, Freundeskreis) hatte. Jemanden komplett Fremdes abends beim Weggehen kennenlernen - das ist bei mir praktisch ausgeschlossen, dazu bin ich nicht offen genug.
 
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Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
ja, ich kann die pizzazutaten auch einfach in den mixer schmeissen anstatt den teig gehen zu lassen, sie kunstvoll zu belegen und sie dann zu backen. nährwert dürfte identisch sein, im magen siehts dann eh gleich aus, es schmeckt nur halt nicht :tongue:

bei mir jedenfalls entwickelt sich das interesse erst beim flirten, und vorher könnte ich garnicht mehr sagen als "eventuell, unter umständen, könnte ich interesse an dir haben - ich kann es aktuell jedenfalls nicht zu 100% ausschliessen." - aber selbst das würde schon so nen krampf reinbringen, dass mein spaß an der sache in dem moment vorbei wäre.
Das! Und ergänzend dazu gibt es sehr viele nonverbale Kanäle, für die man feine Antennen haben muss. Und auch, wenn das jetzt hart klingen mag, aber das ist auch einfach ein Stück weit Frühauslese. Denn wenn ein Mann schon nicht bemerkt, wenn frau einen Flirt initiiert, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass derselbe Kerl dann in der Beziehung merkt, wenn die Stimmung kippt? Wenn Frau grade gestresst, ärgerlich, verletzt, unwohl, unzufrieden... ist. Auch das verbalisiert nicht jeder mit dem Holzhammer, die meisten versuchen, das in sich reinzufressen, eben um den Partner nicht damit zu belasten. Trotzdem ist es schön, wenn der Mann das dann merkt und entsprechend gegensteuern kann.

Ja, für die einen mag dies "Gedanken lesen" sein, was natürlich keiner kann. Aber viele Menschen haben da auch einfach nur Antennen, die fein genug sind, das zu merken.
 

Benutzer72433 

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Trotzdem ist es schön, wenn der Mann das dann merkt und entsprechend gegensteuern kann.
meinetwegen muss er nichtmal gegensteuern (ist ja auch nicht immer möglich), aber allein der fakt dass mein kerl es bemerkt wenn es mir schlecht geht, sich dadrum kümmert, versucht mich aufzuheitern oder mir zu helfen, das ist verdammt viel wert.
die aufmerksamkeit und anteilnahme, die kommt, ohne dass ich sie mit dem holzhammer und direkten worten einfordere - die geschenkt wird. einfach nur weil er mich kennt, es bemerkt wenn meine stimmung kippt und er will dass es mir gut geht. ich würds nicht missen wollen.
 

Benutzer140332  (33)

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Aber dass man, wenn es NIE läuft, ein großes Selbstvertrauen nur aus sich selbst heraus aufbauen kann, stelle ich mir sehr sehr schwer vor.
Was ist denn die Alternative? Rumjammern? Sorry, wenn ich das so drastisch formuliere: aber wenn man nie oder nur wenig die Bestätigung von außen bekommt, wieso wäre es ratsam, diese zu suchen oder darauf zu warten? Was soll das bringen? Macht es nicht mehr Sinn, an sich zu arbeiten und 'raus aus der Komfortzone kommen?

Es ist meiner Meinung nicht hilfreich, sein Selbstbewusstsein von anderen abhängig zu machen, wenn bisher im Leben (und wir reden ja hier auch von Leuten um die 30), nie oder kaum eine gute Reaktion kam.
Das ist einfach nicht zielführend. Da würde ich meine Strategie ändern.
Positive Reaktionen, Erfolge kommen immer erst dann, wenn man sich traut und aktiv wird. Und das geht auch immer einher mit Misserfolgen. Dafür muss man sich wappnen. Und wenn man nicht das Selbstbewusstsein oder auch das Vertrauen hat, woher nehmen? So tun als ob und dann 'rein ins kalte Wasser.

Es kann natürlich auch so klappen, dass der Mensch vorbei kommt, der genau zu einem passt und den ersten Schritt macht.
Aber darauf würde ich mich eben nicht verlassen. Es sei denn, es wäre mir egal.

Und selbst wenn das passiert - man muss diesen Menschen auch im Gespräch/Kennen lernen halten können. Selbstbewusstsein ist einfach nie verkehrt und wie genau es entstanden ist, interessiert nacher auch keine Sau.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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Was ist denn die Alternative? Rumjammern? Sorry, wenn ich das so drastisch formuliere: aber wenn man nie oder nur wenig die Bestätigung von außen bekommt, wieso wäre es ratsam, diese zu suchen oder darauf zu warten? Was soll das bringen? Macht es nicht mehr Sinn, an sich zu arbeiten und 'raus aus der Komfortzone kommen?

Es ist meiner Meinung nicht hilfreich, sein Selbstbewusstsein von anderen abhängig zu machen, wenn bisher im Leben (und wir reden ja hier auch von Leuten um die 30), nie oder kaum eine gute Reaktion kam.
Das ist einfach nicht zielführend. Da würde ich meine Strategie ändern.
Positive Reaktionen, Erfolge kommen immer erst dann, wenn man sich traut und aktiv wird. Und das geht auch immer einher mit Misserfolgen. Dafür muss man sich wappnen. Und wenn man nicht das Selbstbewusstsein oder auch das Vertrauen hat, woher nehmen? So tun als ob und dann 'rein ins kalte Wasser.

Es kann natürlich auch so klappen, dass der Mensch vorbei kommt, der genau zu einem passt und den ersten Schritt macht.
Aber darauf würde ich mich eben nicht verlassen. Es sei denn, es wäre mir egal.

Und selbst wenn das passiert - man muss diesen Menschen auch im Gespräch/Kennen lernen halten können. Selbstbewusstsein ist einfach nie verkehrt und wie genau es entstanden ist, interessiert nacher auch keine Sau.
Was den "Ausweg" angeht sehe ich es genauso: Rein ins kalte Wasser, und sich darauf einstellen dass Fehlschläge nun mal dazu gehören. Oft macht man auch objektiv gar nix falsch, sondern es hat einfach in dem Moment nicht gepasst. Trotzdem: Einfach probieren. Solange man keine Grenzen überschreitet sondern nur den Korb riskiert ist alles gut. Und andere Sachen probieren: Wer immer gleich aufs Ganze geht und dann auf die Klappe fliegt sollte sich mehr Zeit lassen. Und wer immer ewig Rumplänkelt und dann nur in der Freundschaftsschiene landet sollte auch mal früher Initiative ergreifen. Kann alles trotzdem schief gehen, aber wenn die bisherige Strategie nicht klappt sollte man sie ändern, anstatt den Kopf in den Sand zu stecken.

Trotzdem kann ich verstehen, dass manche Leute da einfach wenig Selbstbewusstsein haben und auch nicht wissen, woher sie das nehmen sollen. Aber vielleicht sollte man sich da gar nicht so sehr an Selbstbewusstsein als Konzept aufhängen: Am Ende ist das was einen ausmacht die Summe vieler einzelner Dinge. Und wenn man sich auch allgemein nicht für selbstbewusst hält, kann man trotzdem für eine einzelne Aktion über den eigenen Schatten springen, und in dem Augenblick mutig agieren. Und wenn es dann floppt, sich nicht selbst fertig machen, sondern sich beglückwünschen dass man es trotzdem versucht hat.

Also was das "rein ins kalte Wasser" angeht, sind wir glaube ich einer Meinung. Und nach meiner Erfahrung wird das auch leichter mit der Zeit. Die größte Hürde ist nicht das kalte Wasser an sich, sondern die Zeit wenn man ängstlich am Beckenrand steht und sich nicht zu springen traut.
 

Benutzer98820 

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Denn wenn ein Mann schon nicht bemerkt, wenn frau einen Flirt initiiert, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass derselbe Kerl dann in der Beziehung merkt, wenn die Stimmung kippt?
Wieso "dann"? Das hat doch recht wenig miteinander zu tun. Einmal "initiierst" du einen Flirt, indem du höchst subtil lächelst, während ich dich vielleicht gar nicht bemerke oder dich zwar bemerke, aber mir nicht mehr dabei denke, das andere Mal bin ich mit dir seit einem Jahr zusammen, kenne dich viel besser als am Anfang und habe täglich Umgang mit dir... ich würde ja fast darauf tippen, daß ich im letzteren Fall viel mehr von diesem nonverbalen Kram mitbekomme.
[doublepost=1533115110,1533114482][/doublepost]Jaja, seht das ruhig mal anders.

Frage ich halt mal zurück: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand nach einer gewissen Zeit in einer Beziehung rein gar nichts über seinen Partner gelernt hat, was ihn in die Lage versetzen würde, dessen "Stimmung" zu erspüren?

Falls ihr da von einer hohen Wahrscheinlichkeit ausgeht, so hieße das ja wieder, daß man da auch nichts dazulernt. Da kann man also nix machen. Komischerweise wird aber genau diese Einstellung sonst nicht akzeptiert? Ist das nicht völlig widersprüchlich?
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Ich finde ja diese Probleme mit dem Ansprechen/Flirten haben schon was von einer Phobie und letztlich helfen da genau dieselben Lösungsansätze. Und leider ist es auch wie bei einer Phobie nicht einfach. Man muss sich schrittweise rantasten und selbst diese Schritte sind kein Selbstläufer, wenn man Angst hat. Ich bin mit ~20 jahrelang in dieselbe Disko gegangen und es war jedes mal diese eine Frau da, die ich heiß fand. Ich habe es NIE geschafft sie anzusprechen :grin:
Das erste Mal eine Frau in der Disko explizit anzusprechen hat mega Überwindung und Alkohol gekostet (inkl. dem überteuerten VodkaBull den ich dann ausgegeben habe), ich hatte am Ende die Telefonnummer, sie hat sich aber nicht mehr gemeldet :upsidedown:
War trotzdem ein gutes Gefühl sich mal überwunden zu haben.

H Heatpipe Da bin ich auch eher mit dir, das mit den nonverbalen Signalen würde ich in einer Beziehung jetzt als nicht so kritisch sind. Vor allem, weil Menschen ihre Gefühlslage eh sehr unterschiedlich ausdrücken.
In der Disko oder so sind nonverbale Signale aber ja auch kein Hexenwerk. Die guckt zu dir herüber und lächelt oder erwiedert dein Lächeln. Repeat. Nicht zu lange warten, irgendwann ist doch klar, dass man zumindest mal ein paar nette Worte wechseln kann.
 

Benutzer72433 

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Jaja, seht das ruhig mal anders.

Frage ich halt mal zurück: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand nach einer gewissen Zeit in einer Beziehung rein gar nichts über seinen Partner gelernt hat, was ihn in die Lage versetzen würde, dessen "Stimmung" zu erspüren?
ich versteh schon was du meinst, und sicher kann man besser reagieren, wenn man partner/in mit der zeit besser kennt - also "dazulernen" halte ich für selbstverständlich.

nur halt: ein gewisses talent setze ich tatsächlich voraus. eine grundbegabung quasi, auch ein gewisses grundsätzliches zusammenpassen.

wenn ich mich als beispiel nehme - ich habe meine partner ja fast ausschliesslich online kennengelernt. wer da nicht in der lage war, meine stimmung auch schriftlich angemessen wahrzunehmen - und dabei rede ich nicht von offensivem einsatz von smylies! sondern von dezenten formulierungen - sowie angemessen zu reagieren, auch zu flirten... der wurde halt nie interessant.
sinnvollerweise, denn auch in der beziehung unterhalte ich mich viel und gerne schriftlich, und wenn das nicht klappt taugt es mir nicht.

insofern, lass mich das was du so kritisierst nochmal anders formulieren: entweder, es passt von anfang an halbwegs - und dazu zählt auch die nonverbale kommunikation - oder es macht halt einfach keinen sinn. wo keine basis ist kann auch nichts aufgebaut werden.
dass immer ein wenig zufall mit reinspielt - wem man begegnet, was man mitbekommt, in welcher stimmung man grade ist - ist ein anderes thema, aber das ist halt einfach so.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Frage ich halt mal zurück: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand nach einer gewissen Zeit in einer Beziehung rein gar nichts über seinen Partner gelernt hat, was ihn in die Lage versetzen würde, dessen "Stimmung" zu erspüren?
Nevery hat es schon richtig gesagt, lass es mich mal an einem anderen Beispiel auch nochmal plakativ ausführen: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich im Laufe der Beziehung lerne, dass mein Partner gesteigerten Wert auf Körperhygiene und adrettes Erscheinungsbild legt? Das werden wohl auch sehr viele früher oder später mitkriegen, selbst wenn der Partner das nicht ganz ausdrücklich verbalisiert.
Deshalb sucht sich so eine Person dann aber trotzdem nicht die picklige Nerdin mit fettigen Haaren und Schlabberpulli, um sie anzusprechen, sondern jemanden, der von Anfang an eben in dieses Bild passt.

Und wenn ich als Frau großen Wert darauf lege, dass mein potentieller Partner die kleinen Zeichen auch lesen kann - wozu halt auch Flirtzeichen gehören - dann such ich mir auch von anfang an einen, der das kann, und versuch nicht erst lange, mir da den perfekten Mann zu backen und ihm das beizubringen, weil er es ja vielleicht, vielleicht aber auch nicht lernen könnte.
 

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
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...ein Stück weit Frühauslese. Denn wenn ein Mann schon nicht bemerkt, wenn frau einen Flirt initiiert, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass derselbe Kerl dann in der Beziehung merkt, wenn die Stimmung kippt? Wenn Frau grade gestresst, ärgerlich, verletzt, unwohl, unzufrieden... ist. Auch das verbalisiert nicht jeder mit dem Holzhammer, die meisten versuchen, das in sich reinzufressen, eben um den Partner nicht damit zu belasten. Trotzdem ist es schön, wenn der Mann das dann merkt und entsprechend gegensteuern kann.

Sorry, aber das finde ich doch eine sehr gewagte These.
Nur weil jemand vielleicht aus eigener Unsicherheit, Schüchternheit, Introvertiertheit (meinetwegen auch Verpeiltheit :zwinker: ) mehr oder weniger eindeutige Flirtsignale nicht erkennt heißt das noch lange nicht, dass er (später) in Beziehungen absolut empathielos und ohne Einfühlungsvermögen ist. Das sind meiner Meinung nach zwei paar Schuhe. Bei Flirterei, die auf eine potentielle Partnerschaft abzielt, ist man doch wesentlich unsicherer (und entsprechend in Punkto Ego und Selbstvertrauen verletzbarer) als wenn man bereits in einer, vielleicht sogar langjährigen, Partnerschaft ist und entsprechend das Gegenüber und dessen Reaktionen kennt.

Ich gehe bei dieser Argumentation mal von meiner eigenen Sichtweise und Erfahrung aus: ich gehöre auch zu der Fraktion, die subtile Flirtsignale nicht oder nur schwer wahrnimmt. Meine erste Freundin musste sich mir in der Kennenlernphase schon fast nackt auf den Kopf setzen, damit ich verstanden hatte, das sie was von mir wollte :grin: Bei der gleichen Person habe ich später, nach einigen Monaten Beziehung, ganz genau gemerkt, wie sie drauf ist, was sie fühlt, wie sie reagiert, ...
 

Benutzer2610 

Meistens hier zu finden
Bei Flirterei, die auf eine potentielle Partnerschaft abzielt, ist man doch wesentlich unsicherer (und entsprechend in Punkto Ego und Selbstvertrauen verletzbarer) als wenn man bereits in einer, vielleicht sogar langjährigen, Partnerschaft ist und entsprechend das Gegenüber und dessen Reaktionen kennt.
Ich denke man kann das schwer verallgemeinern. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit kann man schon davon ausgehen dass jemandem, dem es während des Kennenlernprozesses nur schwer bis gar nicht gelingt Signale zu erkennen bzw. richtig zu interpretieren, wohl auch in einer evtl. späteren Beziehung schwerer fallen wird solche zu erkennen als jemandem der damit keine Probleme hat.
Natürlich lernt man im Laufe einer Beziehung den Partner kennen, nimmt unterschwellige Signale besser wahr, etc. - aber eben ausgehend von dem zu Beginn existierenden Niveau.
Ich z.B. habe auch nach 10 Jahren mitunter große Schwierigkeiten gehabt zu erkennen wenn mir meine Frau etwas non-verbal zu kommunizieren versuchte. Zwar habe ich (entgegen dem Anfang der Beziehung) gelernt zu erkennen dass da ein Signal ist (und nicht nur eine Veränderung des Rauschens) - was das aber bedeuten sollte blieb vielfach unklar bis ich halt einfach nachgefragt habe was Sie möchte (und daraufhin mitunter keine Antwort erhalten habe weil das ja offensichtlich gewesen sei ... wenn es das gewesen wäre hätte ich aber nicht nachgefragt :zwinker:).
 
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Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das verleugne ich gar nicht. Aber wer schüchtern, introvertiert und wenig empfänglich für Flirtsignale ist, der sollte sich überlegen, ob es wirklich die richtige Strategie ist, in einer Disco, einem Cafe oder beim zufälligen Vorbeigehen eine Partnerin auftun zu wollen, oben drein noch eine völlig fremde, mit der man sonst bis dahin keine Berührungspunkte hat.
Denn an diesen Orten tummeln sich die noch vor wenigen Seiten beschworenen "doppelt so viel Kerle wie Frauen", die eben genau das drauf haben und damit natürlich viel eher Punkten.
Woher zum Geier soll denn eine Frau wissen, ob der Typ interessant ist und ob sie ihm eine Chance geben oder ihn selber aktiv ansprechen sollte, weil er eigentlich gutes Beziehungsmaterial ist, wenn sie ihn bis dahin gar nicht kennt? Da bleibt doch einzig und allein der Weg übrig, zu gucken "kann er so kommunizieren, wie ich mir das wünsche?", und das schließt eben auch nonverbale Kommunikation mit ein.

Allein deshalb finde ich es schon sehr blauäugig, ausgerechnet auf der Straße oder in der Disco die Frau fürs Leben zu suchen. Im erweiterten Bekanntenkreis, im Verein, in der selben Vorlesung/auf Arbeit, beim gemeinsamen Hobby ist die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu finden, der tatsächlich zu einem passt und nicht nach wenigen Wochen schreiend die Flucht ergreift, ist bedeutend höher - und die Notwendigkeit, auf subtile Flirtsignale korrekt zu reagieren, bedeutend kleiner.
 

Benutzer161012 

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Oh, dünnes Eis, auf das man sich als Mann da begibt: "die kleinen Zeichen lesen" und auch noch angemessen darauf reagieren. Nicht gerade die Spezialität von uns Männern, die ja in der Mehrheit eine klare Kommunikation bevorzugen und nicht rumrätseln wollen oder gar Gedanken lesen. :zwinker: Insofern ist es beim ersten Flirt, glaube ich, kaum ein guter Indikator für seine spätere Beziehungsreife.

Zwei Verhaltensweisen, und deren Interpretationsmöglichkeiten:
A 1. Er liest (scheinbar) die kleinen Zeichen der Frau. Warum? Als Mann ist man besonders am Beginn einer möglichen Beziehung extrem aufmerksam, will keine Fehler machen, strengt sich an, um ans Ziel zu kommen. Und mit der Zeit lässt diese Aufmerksamkeit in der Beziehung dennoch nach - Job erledigt, Frau gesichert, so die Denke. Bis zur von ihr initiierten Trennung.
A 2. Er liest (scheinbar) die kleinen Zeichen der Frau. Warum? Er ist ein Flirt-Profi und kann sich wunderbar auf die jeweilige Frau einstellen. Nur leider macht er dies mit jeder anderen, die ihm gefällt, genau so.
B 1. Er reagiert (scheinbar) nicht auf die kleinen Zeichen der Frau. Warum? Er ist besonders interessiert, möchte nichts falsch machen und nicht als unseriöser Anmacher gelten. Er respektiert die Frau und wartet eben noch - ganz Mann der neuen #metoo-Schule - auf klare und eindeutige Signale der Frau. In einer Beziehung wäre er besonders rücksichtsvoll und aufmerksam.
B 2. Er reagiert (scheinbar) nicht auf die kleinen Zeichen der Frau. Warum? Er findet diese kleinen Zeichen gar nicht mal so klein sondern eher aufdringlich. Er ist sehr sensibel für Signale, möchte aber lieber ein anderes Tempo gehen.

Und noch ein nicht unwesentlicher Punkt: eine Frau mit häufigen Stimmungswechseln, für ihn nicht nachvollziehbar weil nicht erklärt, nervt jeden Mann. Auch beim Kennenlernen ist dies nicht wirklich ein Attraktivitäts-Booster. Ich plädiere für mehr Klarheit seitens der Frau. Nein heißt nein, aber bitte auch "ja heißt ja".
 

Benutzer2610 

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Im erweiterten Bekanntenkreis, im Verein, in der selben Vorlesung/auf Arbeit, beim gemeinsamen Hobby ist die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu finden [...] bedeutend höher
Das sicherlich, setzt aber voraus dass man all das bzw. zumindest einen Teil davon auch hat; wer keinen erweiterten Bekanntenkreis hat, in keinem Verein aktiv ist, keine Vorlesungen besucht und keinem Hobby nachgeht bei dem man mit anderen Menschen in Kontakt kommt hat hat es da ggf. schwieriger - gilt vmtl. insbesondere für Männer die tendenziell weniger Sozialkontakte haben als Frauen.
 

Benutzer131884 

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Das sicherlich, setzt aber voraus dass man all das bzw. zumindest einen Teil davon auch hat; wer keinen erweiterten Bekanntenkreis hat, in keinem Verein aktiv ist, keine Vorlesungen besucht und keinem Hobby nachgeht bei dem man mit anderen Menschen in Kontakt kommt hat hat es da ggf. schwieriger - gilt vmtl. insbesondere für Männer die tendenziell weniger Sozialkontakte haben als Frauen.
Wenn man(n) mit dem Bus fahren will, dann sind Bushaltestellen eine sehr gute Idee. Den Plan dort zu lesen steigert die Wahrscheinlichkeit in den richtigen Bus einzusteigen und tatsächlich da anzukommen, wo man hin will.

Ich hab schon Menschen erlebt die sich bitterlich beschwert haben, dass in ihrer Strasse nie ein Bus fahren würde. Auf den Hinweis, dass die Strasse weder eine Bushaltestelle hätte, noch an einer Buslinie liegen würde, waren sie sehr erbost und haben sich dann beschwert, weil man ihre Strasse nicht anfahren würde.

Willst du Bus fahren, dann geh dahin wo er fährt. Man kann natürlich auch ein Taxi nehmen, aber den Preis/Unterschied brauche ich wohl nicht zu erklären ...
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
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Das sicherlich, setzt aber voraus dass man all das bzw. zumindest einen Teil davon auch hat; wer keinen erweiterten Bekanntenkreis hat, in keinem Verein aktiv ist, keine Vorlesungen besucht und keinem Hobby nachgeht bei dem man mit anderen Menschen in Kontakt kommt hat hat es da ggf. schwieriger - gilt vmtl. insbesondere für Männer die tendenziell weniger Sozialkontakte haben als Frauen.
Irgendwo ist halt auch der Punkt erreicht, wo man erstmal an einer anderen Stellschraube drehen muss, um Chancen zu haben.
 

Benutzer2610 

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Ich hab schon Menschen erlebt die sich bitterlich beschwert haben, dass in ihrer Strasse nie ein Bus fahren würde. Auf den Hinweis, dass die Strasse weder eine Bushaltestelle hätte, noch an einer Buslinie liegen würde, waren sie sehr erbost und haben sich dann beschwert, weil man ihre Strasse nicht anfahren würde.
Menschen die darauf angewiesen sind den (vielfach nicht existenten) ÖPNV zu nutzen sind zu bemitleiden, insofern kann ich die Beschwerde absolut nachvollziehen - ginge mir genauso wenn ich das müsste.
 

Benutzer131884 

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Off-Topic:


Menschen die darauf angewiesen sind den (vielfach nicht existenten) ÖPNV zu nutzen sind zu bemitleiden, insofern kann ich die Beschwerde absolut nachvollziehen - ginge mir genauso wenn ich das müsste.
Entweder Du willst die Metapher nicht verstehen, oder Du setzt noch einen drauf ... im Zusammenhang mir Sex und Frauen fahr ich lieber mit einem Bus (Frau), als dass ich selbst fahre (...).
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Beim Flirten geht's aber eben mitunter genau darum. Da möchte man eben nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern eben das Spiel genießen. Was im Übrigen auch genug Menschen verschreckt, wenn man zu direkt ist.:zwinker:
Ja. Natürlich. Aber auch verbal muss man nicht unbedingt mit der Tür ins Haus fallen, sondern kann vorsichtiger vorgehen. - Und ich glaube, das würde ich viel eher verstehen, als irgendwelche nonverbalen Signale, die entweder unbemerkt an mir vorbei gehen, oder die mich - wenn ich sie denn doch bemerke - verunsichern, weil mir ihre Interpretation schwer fällt.

Ich möchte dich mal sehen, völlig ungeübt im Flirten und dann hau' ich nach 2 Minuten 'raus, dass ich dich jetzt gerne da gegen die Wand drücken und dich vernaschen will. Darauf antworte mal souverän. Ist nicht so, als hätte ich noch nicht so geflirtet, aber die meisten haben gedacht, ich veräpple sie.:grin:
Da würde ich wohl auch ungefähr so aus der Wäsche schauen: :eek:

Ist ja jetzt nicht so, als wären die meisten Frauen da viel souveräner als die Männer. Dieses Blicke zuwerfen ist doch für beide Seiten, wenn man jetzt nicht super das riesige Ego hat, auch ein ganz guter Check um zu schauen, ob da überhaupt irgendwie was geht.
Hm... ich weiß nicht. Ich glaube, mich würde das eher verunsichern.

Als Physiker haut man doch auch irgendwo einfach mal die Messsonde rein auf gut Glück und Gefühl. So sind einige Nobelpreise entstanden :grin:
Es reisst einem doch wirklich selten jemand für einen miesen Flirtversuch den Kopf ab. Gerade wenn man sich da etwas unbeholfen anstellt wie du vermutlich. Selbst wenn das Mädel dich unattraktiv findet wirds nicht mehr als einen lieben Korb geben. Du suchst dir ja hoffentlich dafür dann auch nicht irgendwelche Asiperlen aus...machst du sicher nicht :grin:
Hm... nach so mancher Debatte aus der letzten Zeit bin ich mir da alles andere, als sicher und sehe das Risiko, dass mich jeder beliebig kleine Fauxpas und jeder Versuch, der nicht auf Gegenliebe stößt, gleich zum furchtbar bösen, übergriffigen Arschloch machen kann.

Ach Banane. Flirten findet doch nicht nur auf einer nonverbalen Ebene statt. Flirten bedeutet auch, sich zu unterhalten, Scherze zu machen, sich zu necken, locker miteinander zu kommunizieren.
Aber wenn ein Flirt oft auf der nonverbalen Ebene beginnt, ist er dann genau so oft bei mir auch gleich wieder vorbei, bevor er richtig angefangen hat.

Das! Und ergänzend dazu gibt es sehr viele nonverbale Kanäle, für die man feine Antennen haben muss. Und auch, wenn das jetzt hart klingen mag, aber das ist auch einfach ein Stück weit Frühauslese. Denn wenn ein Mann schon nicht bemerkt, wenn frau einen Flirt initiiert, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass derselbe Kerl dann in der Beziehung merkt, wenn die Stimmung kippt? Wenn Frau grade gestresst, ärgerlich, verletzt, unwohl, unzufrieden... ist. Auch das verbalisiert nicht jeder mit dem Holzhammer, die meisten versuchen, das in sich reinzufressen, eben um den Partner nicht damit zu belasten. Trotzdem ist es schön, wenn der Mann das dann merkt und entsprechend gegensteuern kann.
Bei Menschen, die ich gut und lange kenne, kann ich die Stimmung auch erkennen, wenn sie nicht klar und deutlich verbal kommuniziert wird. Aber das beruht dann eben auch auf einer Menge Erfahrung im Umgang mit genau dieser Person.
Wie das bei Menschen funktionieren soll, die ich kaum oder überhaupt nicht kenne, ist mir aber wirklich schleierhaft, weil ich nicht den Einduck habe, dass ich das, was ich z.B. bei einer guten Freundin erkenne, irgendwie extrapolieren und auf andere Menschen übertragen könnte.

meinetwegen muss er nichtmal gegensteuern (ist ja auch nicht immer möglich), aber allein der fakt dass mein kerl es bemerkt wenn es mir schlecht geht, sich dadrum kümmert, versucht mich aufzuheitern oder mir zu helfen, das ist verdammt viel wert.
die aufmerksamkeit und anteilnahme, die kommt, ohne dass ich sie mit dem holzhammer und direkten worten einfordere - die geschenkt wird. einfach nur weil er mich kennt, es bemerkt wenn meine stimmung kippt und er will dass es mir gut geht. ich würds nicht missen wollen.
Im Umgang mit einer vertrauten Person, wie z.B. der Partnerin, wenn man nicht erst seit kurzem zusammen ist, würde ich mir all das auch durchaus zutrauen. Aber bei einer wildfremden Frau in einer Flirtsituation?!? - Wie das funktionieren soll, ist mir wirklich schleierhaft.

[...] Und wenn man nicht das Selbstbewusstsein oder auch das Vertrauen hat, woher nehmen? So tun als ob und dann 'rein ins kalte Wasser.
Um so zu tun, als ob, benötigt man aber schon ein gewisses schauspielerisches Talent - und über dieses Talent verfügt nun wirklich nicht jeder.

Was den "Ausweg" angeht sehe ich es genauso: Rein ins kalte Wasser, und sich darauf einstellen dass Fehlschläge nun mal dazu gehören. Oft macht man auch objektiv gar nix falsch, sondern es hat einfach in dem Moment nicht gepasst. Trotzdem: Einfach probieren. Solange man keine Grenzen überschreitet sondern nur den Korb riskiert ist alles gut.
Da diese grenzen, die man überschreiten könnte, eine sehr individuelle Sache sind, besteht aber gerade für Menschen, die nicht über die Fähigkeit verfügen, nonverbale Signale und Kommunikation "zwischen den Zeilen" zuverlässig zu erkennen und zu interpretieren, immer die nicht unerhebliche Gefahr, solche Grenzen zu überschreiten, ohne es zu wollen.
Und da bin ich dann einfach zu nett und respektvoll, um mir zu sagen "Scheiß drauf, dann überschreite ich halt mal die eine oder andere Grenze." - Einfach, weil ich nicht aus reiner Ahnungslosigkeit heraus ungewollt das Arschloch sein will, das auf den Gefühlen anderer Leute herumtrampelt und Grenzen überschreitet.

wenn ich mich als beispiel nehme - ich habe meine partner ja fast ausschliesslich online kennengelernt. wer da nicht in der lage war, meine stimmung auch schriftlich angemessen wahrzunehmen - und dabei rede ich nicht von offensivem einsatz von smylies! sondern von dezenten formulierungen - sowie angemessen zu reagieren, auch zu flirten... der wurde halt nie interessant.
sinnvollerweise, denn auch in der beziehung unterhalte ich mich viel und gerne schriftlich, und wenn das nicht klappt taugt es mir nicht.
Die Stimmung einer guten Freundin, mit der ich früher überwiegend per ICQ Kontakt hatte, konnte ich auch sehr gut und zuverlässig aus wenigen geschriebenen Worten rauslesen. Teilweise war das schon irgendwie unheimlich, wenn nach wenigen Worten von ihr bei mir bereits das ungute Gefühl aufkam, dass bei ihr gerade irgendwas nicht stimmt. Ich habe Nachrichten von ihr bekommen, die mir die Tränen in die Augen getriebe haben (was bei mir nun wirklich schwer zu bewerkstelligen ist, da ich so gut wie nie weine), weil ich ganz genau wusste, wie sehr sie gerade leidet, obwohl sie diese Gefühle keineswegs explizit beschrieben hat.
Und auch sie hat es z.B. geschafft, mit nur ganz wenigen geschriebenen Worten zu meiner wichtigsten Stütze zu werden, als ich um meinen Opa getrauert habe, weil sie genau wusste, wie es mir gerade geht und was ich brauche, obwohl ich ihr nur wenige, nicht wirklich emotionale Zeilen geschrieben habe.
Aber das alles hat nur funktioniert, weil wir uns so gut kannten und über tausende von Nachrichten ein Gespür für die Gefühle des jeweils anderen entwickelt haben.

Bei einer Frau, mit der ich z.B. über irgendeine Online-Dating-Plattform ein paar Nachrichten gewechselt habe, würde das so niemals funktionieren.

Und genau so geht es mir eben auch bei allen anderen Formen und Kanälen der Kommunikation: Personen, die ich gut kenne, kann ich auch gut einschätzen. Ich kann ihre Gefühle erkennen und auf sie eingehen.
Bei Personen, die ich nicht so gut und lange kenne, kann ich das dagegen allerhöchstens ganz rudimentär, indem ich z.B. nach oben zeigende von nach unten hängenden Mundwinkeln unterscheiden kann und vielleicht noch ein extrem gequältes Lächeln von einem unterscheiden kann, das von Herzen kommt.

Allein deshalb finde ich es schon sehr blauäugig, ausgerechnet auf der Straße oder in der Disco die Frau fürs Leben zu suchen. Im erweiterten Bekanntenkreis, im Verein, in der selben Vorlesung/auf Arbeit, beim gemeinsamen Hobby ist die Wahrscheinlichkeit, jemanden zu finden, der tatsächlich zu einem passt und nicht nach wenigen Wochen schreiend die Flucht ergreift, ist bedeutend höher - und die Notwendigkeit, auf subtile Flirtsignale korrekt zu reagieren, bedeutend kleiner.
Das alles ist zumindest mir absolut klar und genau so praktiziere ich es auch.
Aber gerade weil ich ein eher zurückhaltender und ein wenig introvertirerter Mensch bin, habe ich eben keinen großen Freundeskreis, über den ich dann auch noch ständig neue Leute (Freunde von Freunden) kennenlerne, sondern einige wenige Freunde, mit denen ich dann überwiegen Dinge unternehme, bei denen ich ihre anderen (oft auch nur wenigen) Freunde nicht kennenlerne.
Und wenn man dann noch das Pech hat, sich Hobbys und Vereine auszusuchen, in denen es entweder nur wenige Frauen gibt, die auch nur ansatzweise (z.B. von der Altersklasse her) passen könnten, oder in denen die Frauen zu ca. 99% längst vergeben sind, passiert auf diesen Wegen eben auch nicht viel.
 
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