Gynäkomastie-OP: Erfahrungsbericht

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Benutzer103508 

Sorgt für Gesprächsstoff
Tag,

Also ich wurde am Montag operriert.
Gynäkomastie=Vergrößerung der Brustdrüsen (glaub ich)
Ich weiß nicht mehr genau wann welche daten waren
Also:

Juli 2010
Ich bin mit meiner Mutter zu meinen Kinderarzt gegangen und der hat mich untersucht und zu einen Krankenhaus mit Kinderchirugie geschickt.
Ich habe dann ungefähr 2 Monate später dort ein Termin bekommen.
Als ich im September 2010 da war hat man mir dann für den Dezember(!) also 3 Monate später einen neuen Termin bekommen, denn ich aber nicht wahr genommen hab, sondern zum Endokrinologen gegangen bin. Als wir dann so circa im November 2010 dort waren wurde mir Blut abgenommen und ich wurde erneut untersucht.
Der Arzt hat nichts besonderes Festgestellt und so bin ich im Januar 2011 wieder zum Krankenhaus gegangen. Da wurde ich erneut untersucht und die haben dann die OP geplant (also das datum festgelegt) und die Anfrage zur Kostenübernahme an die Krankenkasse geschickt. Dann wurde ich am Rosenmontag (März 2011) zum Arzt wegen der Kostenübernahme geschickt. Die wurde angenommen und ich habe ein Termin im Krankenhaus wegen dem Nakosegespräch bekommen so am Anfang April 2011.
Dort habe ich dann ungelogen 2 Stunden gewartet. Hätte ich nicht einen Chefarzt angesprochen wie lange das noch dauern soll, weil wir solten eine nummer ziehen und wurden dann nicht mehr wahrgenommen, weil da niemand war, hätten wir bestimmt noch ein paar stunden gewartet.
Ich hatte am Sontag ein Gefühl im Bauch als ob dies mein letzer Tag ist. Ich hätte fast die Op abgesagt wegen diesen Bauchgefühl.
Ich war eigentlich fest davon überzeugt das ich morgen sterbe. Das Gefühl war Berichtigt.
Am nächsten morgen um 8 uhr war ich im Krankenhaus in der Kinderchirugie. ich wurde ein letzes mal untersucht und durfte dann mein "Kleid" und diese "Unterhose" (Achtung Sakasmus) die ja alles schützt und total undurchsichtig ist (Sakasmus aus).
Ich hatte noch immer dieses Gefühl: Mach das nicht! Du stirbst.
Ich hab einen Scheißegal saft bekommen aber das Gefühl war so stark, dass dieser starke saft mir nicht das Gefühlt rauben konnte.
Ich wurde in einen Raum geschoben und, wo nur noch eine person dabei sein konnte. Ich habe so viel dumme sachen gelabert. z.b. ich wurde einen Aufzug runtergefahren ca. 1 Meter und meine Eltern mussten eine Treppe von ca. 5 Stufen runterlaufen und ich frage ob sie sich verlaufen haben^^
Ich bin dann als ich meine Augen zugemacht habe, eingeschlafen, weil ich so Müde war.
Das war das letzte woran ich mich erinnern kann.
Dann das nächste das ich in meinen Zimmer war.
Meine Mutter hat mir dann erzählt das ich wieder Scherze gemacht hab, nachdem ich aufgewacht bin und habe mir ein Schlauch aus der Brust rausgerissen. Dieser wurde wieder dran gemacht. Ich hatte nur alle 2 stunden leichte schmerzen die aber nicht schlimm waren.
Ich hatte 2 Beutel (so kleine kanister ca. 6 cm groß) an meinen Brusten hängen, indem das Blut ablaufen SOLLTE. Diese kanister hängen durch Spritzen in meinen brüsten die an einen Schlauch fest sind, der bis an meinen Bauch hänt und dann kommen die Kanister.
Die erste nacht hab ich nur 2 stunden geschlafen weil die kanister mich gestört haben und ich angst hatte das diese kaputt gehen.
In der nacht hab ich mit meinen Ipod gespielt. Ich wollte kein tv gucken weil ein 5 Jähriger schlafen soll. Die mutter war immer dabei, war aber nicht schlimm. Eher besser weil der junge alle 30 minuten geschrien hat wegen der infusion. Die tat ihn sehr weh. Ich hatte keine. Nur eine Spritze in meiner Hand, die ich aber nie gemerkt habe. Durch der Spritze hab ich dann Kochsalz mischungen bekommen den ich aber nicht gemerkt habe. Ich habe dann in der nächste nacht gut geschlafen weil ich die Kanister immer aus den weg geschickt habe. Ich kann nämlich nur auf der Seite schlafen.
um 7 uhr aufstehen.
8 uhr frühstück: 1 brötchen, 25g nutella, butter und kakao+pudding
12:30 mittag: unterschliedlich.
17:30 abend: 2 graubrot scheiben+ käse+ pudding+nutella
Ich wurde am Montag operriert und durfte am Mittwoch mittag wieder gehen. Ich hab ein in meinen Alter Jungen auf meinen Zimmer bekommen, mit den ich sehr sehr viel scheiße gebaut habe.
z.b um 23:55 haben wir noch am dienstag einen Film geguckt. Die Schwester kam rein und wir haben gesagt das wir den film noch zu ende gucken und dann im bett gehen. Der Flim lief aber noch gute 130 minuten xD.
Dann am Mittwoch bei der Visite durfe ich dann gehen. Mir wurden die Verbände abgenommen und alle spritzen usw.
Als ich zu hause war bekam ich ein ganz ganz schlechtes Gefühl.
Ich konnte nichts essen für 1 tag. Ich habe die OP bereut. Ich habe das alte Gefühl vermisst und wollte meine alte brust. Hätte ich doch nur auf das Gefühl gehört und nicht die OP gemacht, hab ich mir gedacht.
Aber jetzt denke ich, dass ich kurz auch wenn nur für 10 minuten in die Vergangenheit zurückreisen könnte, ich mich freuen würde. Ich war fest davon überzeugt, dass ich sterbe. Irgendwie krank.
Diese Op hat wie ich denke mein komplettes Leben verändert.
Ich darf jetzt eine woche lang nicht duschen. Also hab ich dann wenn ich wieder dusche 11 tage lang nicht geduscht! Unvorstellbar.
Ich kann nun wieder normal essen und bin froh das ich die op gemacht habe. Aber ich würde trotzdem gerne für 10 minuten in die Vergangenheit reisen und wieder nach hier.
Ich habe bestimmt irgendetwas vergessen, aber es ist schon spät und ich habe jetzt keine lust mehr den ganzen text durchzulesen.
Bei Fragen unten schreiben

Liebe Grüße
Marc
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Hallo Marc

Ich hoffe du hast die Operation die dich ganz schön beschäftigt hat, gut überstanden und bist mit dem Ergebnis zufrieden.

Hast du dich mit dem neuen Zustand gut abgefunden? Das ist es nämlich wovor ich Angst hatte als ich vor der Frage stand Operation ja oder nein. Die Angst auf einmal anders auszusehen als die Jahre vorher. Nicht der Eingriff an sich.

Toi toi toi :jaa:
 
10 Jahr(e) später

Benutzer183978  (40)

Ist noch neu hier
Hallo,
ich bin männlich und Ende 20 und litt seit meiner Pubertät unter meinen "Männer-Brüsten". Unter einem T-Shirt oder Pullover zeichnete sich diese Form immer ab. Freundin, Freunde und Bekannte sahen das zwar als "nicht so schlimm", aber mein eigenes Empfinden war ganz anders. Ständig ein hautenges Unterhemd tragen zu müssen sollte der Vergangenheit angehören. Nach langer Recherche im Internet als auch einigen Beratungsterminen bei meinem Hausarzt kam für mich nur eine OP in Frage. Als erstes hat mich mein Hausarzt über die Risiken informiert und mir eine Vielzahl an notwendigen Dokumenten/Berichten genannt, welche jeder plastische Chirurg vor der OP benötigt und welche eventuell für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse notwendig sind. Normalerweise bekommt man die benötigten Dokumente/Berichte im Erstgespräch mit dem Chirurgen mittgeteilt, allerdings wollte ich die Zeit bis zu diesem Erstgespräch nutzen. Im Anschluss daran habe ich mich auf die Suche nach geeigneten Chirugen auf Jameda sowie Google gemacht und Termine zum Erstgespräch vereinbart. Mir war es wichtig drei verschiedene Meinungen/Angebote einzuholen. Diese Erstgespräche haben eine Vorlaufzeit von ca. 3-4 Monaten. Demnach genug Zeit die benötigten Berichte zu besorgen:zwinker: Folgende Dokumente waren erforderlich:

Chirurg 1: nett; sympatisch; OP mit Vollnarkose 3.400€ / OP ohne Vollnarkose 2.600€ (All-In); beides ist möglich;
Chirurg 2: mega arrogant und eingebildet; OP nur mit Vollnarkose möglich 4.500€ (exkl. Mider, Schmerzmittel etc.)
Chirurg 3: super nett; sympatisch und hat sich, gefühlt, mehr Zeit genommen; OP ohne Vollnarkose 2.500€ (All-In)

Ich war direkt von Chirurg Nr. 3 überzeugt. Ja Chirurg Nr. 3 ist der günstigste, aber für mich war die Sympathie das entscheidende Kriterium und nicht der Preis, da ich bis dato immer noch auf eine Kostenübernahme der Krankenkasse hoffte.

Ca. 6 Wochen nach meinem Erstgespräch hatte ich meinen OP-Termin. Da ich mich gegen die Vollnarkose entschieden habe, musste es auch kein Zweitgespräch mit der Anästisitin geben. Daher bin ich am OP-Termin pünktlich in der Praxis erschienen. Direkt zu Beginn gab es eine Schmerztablette und eine Beruhigungstablette. Ca. 45 Minuten später habe ich meine letzten Fragen dem Chirurgen gestellt und mich im Anschluss in den OP begeben. Auf dem OP Tisch habe ich meine Kopfhöhrer reingesteckt und wurde von der OP-Schwester mit Folie abgedeckt und es wurde ein Sichtschutz angebracht. Damit ich nicht alles sehen muss:zwinker: Zu allererst wurde eine Betäubung entlange der Brustwarze gesetzt. Das tat am meisten weh, war allerdings auch auszuhalten. Im Anschluss daran wurde eine Lösung in die Brust gespritzt, um das Fettgewebe zu lösen, und dann wurde mit den Absaugungen begonnen. Es ist wohl auch üblich, dass das Brustdrüsengewebe labortechnisch untersucht wird, wofür ca. 60 min nach dem Absaugen eine entsprechende Probe entnommen wurde, um diese anschließend einzuschicken. Am Schluss wurde die Wunde noch genäht. Alles in allem keine großen Schmerzen. Ja es ist unangenehm, aber wirklich im Rahmen und aushaltbar. Nach der OP half mir der Chirurg aufzustehen. Er zeigte mir, wie ich den Mider anziehe, half mir dabei und legte mir noch einen Druckverband (wie ein Beckengurt vom Motorradfahren nur weiter oben) an. Sowie ein Druckverband (wie ein Beckengurt vom Motorradfahren nur weiter oben) angelegt. Am Ende bekamm ich noch eine Magentablette und einige Schmerztabletten für Zuhause mit und es wurde ein Kontrolltermin für den Folgetag vereinbart. Der ganze Nachmittag als auch Abend verlief ohne große Scherzen, war allerdings mit etwas Schwindel und Müdigkeit verbunden.

Am Tag nach der OP war ich zur Kontrolle in der Praxis und durfte zum ersten mal das Ergebnis sehen......Ich war überglücklich. Wahnsinn!! Es war noch etwas rot und geschwollen, aber es sah jetzt schon so viel besser aus als vorher. Ich hätte es schon viel früher angehen sollen. Die Furcht vor den eventuellen Schmerzen, haben mich warten lassen. Aber es wir wirklich nicht so schlimm. Und auch der Chirurg war sehr zufrieden. Nachdem mir der Mider und der Druckverband wieder angelegt wurden, durfte ich, mit einem weiteren Kontrolltermin in 3 Tagen in der Tasche, auch schon wieder nach Hause.

An Tag 4 wurden wieder der Druckverband und der Mider abgenommen und nochmal die Wundheilung kontrolliert, sowie die Pflaster ausgetauscht. Ich muss wirklich sagen, dass das Pflaster abziehen das scherzhafteste der ganze OP war :zwinker: Wenn ihr also auch eine OP vor euch habt, kann ich euch nur empfehlen die Brust vorher zu rasieren (Fragt am besten vorher nach). Den Druckverband muss ich ab jetzt nicht mehr tragen. Der Mider ist ausreichend.

An Tag 10 war ich zum nächsten Kontrolltermin in der Praxis. Die Wundheilung wurde überprüft und für sehr gut befunden. Demnach wurden nun die Fäden gezogen und die Pflaster gewechselt. Diese darf ich an Tag 17 nun entgültig entfernen und an Tag 20 wieder in der Praxis erscheinen. Der Mider darf nun auch für einige Stunden mal abgenommen werden. Obwohl mich die kleinen Narben neben der Brustwarze nicht wirklich störten, kaufte ich eine Anti-Narben-Creme und trug sie immer fleißig auf.

Auch an Tag 20 war alles ok und ich sollte erst in 6 Monaten wieder zur Nachkontrolle vorbei kommen.

Nun ist die OP schon einige Monate her. Ich bin nach wie vor total glücklich und war auch schon wieder Sport machen und im Schwimmbad. Alles top verheilt. Wenn ihr über eine OP nachdenkt, kann ich euch nur empfehlen euch ausreichend darüber zu informieren und dies nur bei einem Arzt zu tun, bei dem ihr ein gutes Gefühl habt. Schließlich ist es ein Eingriff, der mit Schamgefühl behaftet ist. Meiner Meinung nach ist Vertrauen gegenüber dem Chirurg nicht nur sehr wichtig, da dieser den eigenen Körper verändern wird, sondern vor allem auch um alle Fragen, seien sie auch noch so unangenehm, stellen zu können. Das beruhigt sehr. Schließlich ist es ja schon eine krasse aber, zumindest für mich persönlich, eine tolle Veränderung.
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
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T Ted , der Fragesteller, M Marc_Vs_S04 war seit 10 Jahren nicht mehr online. Falls es mehr Bedarf zum Austausch gibt, bitte neuen Thread erstellen.
 
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