Gymnasiast + Hauptschüler?

Benutzer36699 

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Die erworbene Bildung ist an sich nur ein Zertifikat. Es gibt ganz bestimmt auch viele intelligente und lebenskluge Menschen, ohne dass sie das zertifiziert bekommen haben.

Aber die Threadstarterin hat nicht über die Ausnahme von der Regel geschrieben. Mir geht es ähnlich. Ich kenne über meinen Sportverein viele Menschen unterschiedlichster Bildungsgrade und ich finde die meisten unabhängig davon sympathisch. Ich möchte damit sagen, dass ich durchaus Gefühle für Menschen haben kann, mit denen ich gedanklich nicht auf einer Wellenlänge liege.

Aber in einer Beziehung muss man einander verstehen, und zwar kommunikativ. Man sollte sich gleichberechtigt fühlen, emotional und gedanklich. In Beziehungen wo einer dem anderen unterlegen ist, sind die Machtverhältnisse nicht in der Balance.

Wenn man Gefühle für jemanden hat, sollte man es wegen seiner Bildung (hoch oder niedrig) nicht kategorisch ablehnen, es zu versuchen, aber es wird ganz sicher Probleme im Miteinander geben.

btw... Wissen ist sexy :tongue:
 
W

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Gast
einsam schrieb:
Als Angehoeriger der daenischen Minderheit, fuehle ich mich abermals ueber die gaengigen Vorurteile ueber Deutsche bestaetigt. Hierarchisches, ja fast faschistisches Denken, starr, arrogant und RESPEKTLOS - hm...ob das mit der DEUTSCHEN GESCHICHTE ZU TUN HAT??????????????????????

Man merkt ja, wie tolerant, respektvoll, geistig beweglich und liberal du bist :rolleyes2 Ich finde es eine ziemliche Unverschämtheit, was du schreibst.

Es ist natürlich klar, dass es Ausnahmen gibt. Aber: Man könnte doch sagen, dass es normalerweise einen Unterschied zwischen Abiturienten und Hauptschülern gibt. Wenn jemand hier sagt, er mag keine Leute, die sich nicht pflegen, schreien ja auch nicht gleich alle auf, was für ein Schwein er ist. Ich finde es etwas komisch, was hier im Thread abgeht.

Ich denke, ob jemand anders für einen geeignet ist, findet man am besten im Gespräch heraus. Dann merkt man schon, ob das zusammenpasst, ob einem das Niveau zu niedrig ist oder wie auch immer. Der Schulabschluss ist dann nebensächlich.
 

Benutzer38281 

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Wanci... warum hast du nicht den Absatz darunter mitzitiert? Ich hab in meinem Beitrag geschrieben dass ich diese Vorurteile genauso schwachsinnig finde wie jene gegen Schueler und Menschen bestimmter Schulausbildung!

@Nata! Zustimmung - Wissen ist wirklich SEXY! Gepart mit Arroganz und sozialer Dummheit leider nur abturnend! Das es aufgrund unterschiedlicher Schulbildung "ganz sicher zu Problemen fuehrt" ist Quatsch!

Wenn Du mir die Quelle fuer eine Studie gibst die dieses repraesentativ untersucht hat - ok, aber das so kategorisch zu behaupten lehne ich ab!
 

Benutzer15848 

Meistens hier zu finden
Zu dieser ganzen Diskussion (mit einigen Lichtblicken) fällt mir irgendwie immer eins ein:

Jeder Dackel ist ein Hund.
Aber nicht jeder Hund ist ein Dackel...
 
B

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Duschgel ist besser als Seife und Abitur besser als Mittlere Reife. :eek4:

Ich habe mit einem Hauptschulabschluss angefangen.

Es ist nicht so, das ich meine Chancen nicht wahrgenommen habe, sondern so das sie mir verwährt wurden.
 
W

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einsam schrieb:
Wanci... warum hast du nicht den Absatz darunter mitzitiert? Ich hab in meinem Beitrag geschrieben dass ich diese Vorurteile genauso schwachsinnig finde wie jene gegen Schueler und Menschen bestimmter Schulausbildung!

Wenn das wirklich nur Sarkasmus war, dann muss ich mich entschuldigen. Kam aber für mich leider gar nicht so rüber...
 

Benutzer6276  (37)

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ich lese nun nicht alle seiten, aber ich muss dazu sagen, dass man eigentlich gerade als abiturient so intelligent sein sollte, um zu wissen, dass bildung nicht alles ist!!

schade eigentlich, dass es immernoch so leute gibt, die so denken.

da uss es einem ja fast peinlich sein, dass man studiert
 
B

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thesunnyone schrieb:
Jeder Dackel ist ein Hund.
Aber nicht jeder Hund ist ein Dackel...

lustich^^ :schuechte


Meine Rechtschreibfehler sind ein Apell an die neue deutsche Rechtschreibung die alles einfacher macht.

Aber das ist doch alles Majonäse auch Mayonnaise^^
 

Benutzer38124  (48)

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Spätzle_mit_Soß schrieb:
@Perrin, nein hast du nicht.

Du wirst jetzt sicher sagen: "ÄÄÄhh.... du bist genau das Klischee einer vorurteilsbehafteten Gymnasiastin; du arrogante Tussie"!

-Kannst du gerne tun, aber es ist schon alleine eine Kunst, Leute denken zu Lassen, was sie meinen denken zu Müssen!
Sowas kann man u.A. auf dem Gymnasium lernen ;-)

Ich lasse gerne jeden gerne denken, was er meint denken zu müssen.
Schliesslich haben wir ja hier (noch) freie Meinungsäusserung.

Wollte nur wissen, ob der Text ernstgemeint war.
 

Benutzer38281 

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wanci! Kaum gehe ich nach DK, bekomme ich genau diese schwachsinnigen Vorurteile an den Kopf, da ich in DK immer der Deutsche bin und in Deutschland immer der Daene.

Es war Sarkasmus gepart mit etwas Frust ueber den doch ziemlich eingeschraenkten Horizont gepart mit fehlender Menschenkenntnis und Lebenserfahrung mancher Gymnasiasten und Akademiker.

Mal ein Beispiel: Viele die direkt Abitur machen und danach sofort auf die Uni gehen, haben von der rein praktischen Berufswelt ueberhaupt keine Ahnung - oft werden diese die so oft zitierten Fachidoten, sie haben einen eingeschraenkten, rein theoretischen Horizont "auf hohem Niveau"(mit Zertifikat *lol*).

Viele die ERST eine normale Berufsausbildung gewaehlt haben und dann spaeter eine Hochschulausbildung vollendet haben, haben einen wesentlich erweiterten Erfahrungs-Bildungs-Horizont - mit solchen Menschen kann ich z.B. oft mehr anfangen als mit diesen (achtung Vorurteil) versnoppten, verwoehnten Abitur-Einzelkindern die von ihren Eltern alles in den Ar... geschoben bekommen und dann noch meinen sie koennten ueber Hauptschueler urteilen! Pah!

Im uebrigen ist eine Bekannte von mir (Medizinstudentin) seit 2 Jahren mit einem Maurer zusammen! Die beiden lieben sich innig! Was ihr an praxis fehlt, fehlt ihm vielliecht hier und da an theorie - eine wunderbare Ergaenzung!

Wir haben ALLE mehr Gemeinsamkeiten als Dinge die uns trennen! Wenn jemand aber unbedingt UNTERSCHIEDE machen will (Abitur vs. Hauptschule, Deutsch vs. Auslaender, Gesund vs. Krank usw.) um von seiner eigenen Fehlbarkeit abzulenken und sich selbst "auf ein hoeheres Niveau" zu heben, ist es fuer mich einfach nur ein Armutszeugnis!

Ein-Sam.
 

Benutzer29951  (34)

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vorneweg muss ich erstmal sagen, dass ich net die ganzen Beiträge gelesen hab, also sorry, wenn ich irgendwas wiederhole

Ich finde es total schwachsinnig jemand nach seinem Schulabschluss zu beurteilen. Dazu zwei einfache Beispiele:

Meine Freundin ist genauso wie ich auf dem Gymnasium, aber ohne sie beleidigen zu wollen so wahnsinnig intelligent ist sie deswegen auch nicht und philosophieren kann man mit ihr auch nicht, abgesehen von irgendwelchen Kerlen sind die Themen bei ihr ziemlich begrenzt. (bevor die Frage kommt, ja sie ist auch 18)

Zweites Beispiel mein Bruder. Der hat seinen Hauptschulabschluss damals gemacht und selbst der war ziemlich schlecht, aber einfach nur weil er faul war und nicht weil er dumm ist oder sonst was. Gut jetzt wird jeder sagen, dass ich das faul sein als Ausrede nehme, stimmt aber nicht. Er ist jetzt 23 und macht grade sein Fachabi nach und siehe da, er lernt und tut was für die Schule und ist jetzt Klassenbester und hat außer einem Fach nur Einser.

So viel zum Thema Hauptschüler und Gymnasiast.

Bildung lässt sich ja nicht nur durch das definieren was man in der Schule lernt, sondern auch durch selbst angeeignetes Wissen und so weiter und die Interessen haben meist nicht unmittelbar was mit dem bildungsgrad zu tun.
Ist zumindest meien Erfahrung und von dahe rfinde ich ziemlich herablassend, einen Menschen aufgrund seiner Ausbildung zu beurteilen..

Bye June
 
W

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Gast
Wobei man ja irgendwie auch Unterschiede machen muss, anders geht es doch gar nicht. Du magst doch wahrscheinlich auch nicht alle Menschen gleich gerne? Du kannst doch bestimmt auch Sachen an anderen Menschen sagen, die dir gut gefallen. Klar, Verallgemeinerungen sind gegenüber einer einzelnen Person immer unfair, aber ich glaube nicht, dass man ohne sie auskommt.

Und diese Verallgemeinerungen basieren auf den eigenen Erfahrungen, bzw. dem, was man von anderen erzählt bekommen hat. Wenn jemand z.B. sich in seinem Leben mit 50 Hauptschülern unterhalten hat, die ihm alle etwas beschränkt vorkamen, wird dieser Mensch wohl zwangsweise den Eindruck haben, dass die meisten eben so sind. Und das macht wiederum die Klssifizierung von fremden Personen einfacher.

Das Ideal wäre natürlich, jeden als totales Individuum zu sehen, das er wohl auch ist, aber ich glaube nicht, dass man soweit kommen kann.

Insofern finde ich es auch etwas paradox, dass manche Unterschiede so intensiv diskutiert werden und manche gar nicht. Das Wichtigste ist doch, dass man einen anderen nicht wegen seinem Schulabschluss diskriminiert, ob man eine Beziehung mit ihm eingehen will ist doch jedem selber überlassen.

Und ich glaube auch, dass Hauptschule oder Gymnasium auch bei vielen Leuten mehr vom Ehrgeiz als von der Intelligenz abhängt. Vielleicht kann man daraus auch rückschließen, dass die Threaderstellerin vielleicht Ehrgeiz gerne mag - was plötzlich nicht mehr so brisant klingt.
 
B

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Gast
einsam schrieb:
Wir haben ALLE mehr Gemeinsamkeiten als Dinge die uns trennen! Wenn jemand aber unbedingt UNTERSCHIEDE machen will (Abitur vs. Hauptschule, Deutsch vs. Auslaender, Gesund vs. Krank usw.) um von seiner eigenen Fehlbarkeit abzulenken und sich selbst "auf ein hoeheres Niveau" zu heben, ist es fuer mich einfach nur ein Armutszeugnis!

Ein-Sam.
Schön gesagt kann ich mich nur anschliessen :bier:

Hey Keep :cool: Ich fühle eine Aura von negativen Schwingungen hier :anbeten:
Was bringt´s wen man sich aufregt?
Glaubst du wirklich das du einige hier zum "umdenken" bringst? :zwinker:

Ich füge hinzu:

Menschen die wirklich intelligent sind, haben weniger Vorurteile.

Off-Topic:
Quelle: Zitat eines Hrinforschers aus der Zeitschrift PM
 

Benutzer30177  (34)

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@ Dilara-Zoé

Hi!

Ich wollt dir eigendlich nur sagen das du aufpassen sollst das diese Arroganz nicht weiter Oberhand bei dir gewinnt! Diese Einstellung die du da dem Jungen gegenüber hast ist absolut falsch!!!

Denn...
1.) Menschen steckt man nicht einfach so in irgendwelche Schubladen!
2.) ER kann nichts dafür das er zu Hauptschule gegangen ist - das waren seine Eltern!

Ich war selber Anfangs auf der Hauptschule und hab mich jetzt zum Studenten gemausert. Die Hauptschule war ein Horror. Das Potential was viele Kinder in dem Alter haben wird an solchen Schulen wenig gefördert. Sie werden oft zur Dummheit erzogen. Und ohne Ansporn bleibt man einfach auf dem Level... warum soll man auch weitermachen?
Hauptschüler = dumme Leute welche später die Jobs machen für die sich die höhere Klasse zu fein ist.
Tja tolle Einstellung die uns da eingebrannt wurde. Aber leider sehen das fast alle so. Besonders die Lehrer. Sie haben nur diesen Rohklotz "Kind" vor sich den sie in die vorgegenben Form pressen so gut es geht und dann in die Welt entlassen... (daher kommen auch manche Rechtschreibschwächen!)

Naja, aber wie gesagt pass auf zu was du wirst. Schnapp dir den Jungen wenn du ihn gut findest und motivier ihn was aus sich zu machen.

Schönen Gruß
BlastedFox

P.S. Als Abiturientin müsstes du auch das Buch Brave new world gelesen haben...
 

Benutzer36699 

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einsam schrieb:
@Nata! Zustimmung - Wissen ist wirklich SEXY! Gepart mit Arroganz und sozialer Dummheit leider nur abturnend! Das es aufgrund unterschiedlicher Schulbildung "ganz sicher zu Problemen fuehrt" ist Quatsch!

Wenn Du mir die Quelle fuer eine Studie gibst die dieses repraesentativ untersucht hat - ok, aber das so kategorisch zu behaupten lehne ich ab!

Ich habe geschrieben, dass es aufgrund unterschiedlicher "Bildung" zu Problemen kommt, Zertifikate sind nur Titel, die erworben werden und die Abwesenheit derselben kann nicht mit Dummheit gleichgesetzt werden.

Ich finde es bedauerlich, dass viele bei einer Diskussion über Bildung gleich affektuell handeln und Leute, die meinen es mache einen Unterschied, mit negativen Bewertungen wie arrogant etc in Verbindung bringen.

Es mag ja Leute geben, die in einer Beziehung fast nur Körperflüssigkeiten tauschen, aber falls man mehr will, nämlich miteinander "leben", wird es im allgemeinen Probleme geben, wenn die Bildungsunterschiede (wohlgemerkt nicht der Bildungsgrad, obwohl der natürlich meist richtungsweisend ist) dazu führen, dass man einander nicht versteht oder einfach damit zusammenhängende Vorstellungen nicht teilt.
[subjektiv empfundene, nicht getestete Behauptung meinerseits]

Analog könnte man über Sportlichkeit/Unsportlichkeit, groß/klein, dick/dünn diskutieren. Alles Unterschiede, die existieren und wo niemand auf den Gedanken käme, jemand für arrogant zu halten, bloß weil er befürchtet beispielsweise keine sportlichen Aktivitäten mit seinem unsportlicheren Partner teilen zu können.

Für mich sind das einfach Variablenausprägungen, die nunmal existieren und die beim Match mit dem Partner eine Rolle spielen. Zu sagen, wenn man bestimmte Merkmale ablehnt, sei man diskriminierend gegenüber Menschen, die diese besitzen, halte ich für Stuss.

Bei der Partnersuche hat jeder Vorstellungen über gewisse Variablenbündel, die er sucht. Nur weil ein junger Mensch sich vielleicht nicht mit einer 50jährigen verabreden will, weil er annimmt, dass sei von vornherein kein gutes Match für ihn, diskriminiert er keine alten Menschen.


Die Probleme, die ich ansprach, waren auf den geschilderten Fall der Threadstarterin bezogen, was ich aber nicht deutlich genug kenntlich gemacht habe, sorry. So wie geschildert treffen da einfach verschiedene Erfahrungswelten aufeinander, und ich finde es eher fortschrittlich gedacht von mir, wenn ich Gefühle als höher einstufe, aber auch rational kalkuliert sage, dass dieses Match von vornherein nicht perfekt ist.

btw... ich bin selber sicher nicht das tollste "Variablenbündel" (körperbehindert), aber deswegen rede ich dieses Konzept nicht nichtig und besinne mich auf meine Stärken. Die Liebe geht sowieso entgegen jeglicher Rationalität ihre eigenen Wege.

@blastedfox

Ich bin auch sehr für Motivation und optimale Förderung von Potential. Das die Eltern den Lebensweg implizit bestimmen, stimmt auch. Wenn meine Mutter nicht dafür gekämpft hätte, dass ich auf eine normale Schule gehe, könnte ich dies hier kaum derart schreiben.
Schön, dass Dir Potentialförderung selbst so gut geglückt ist, aber sicher kann es keine generelle Handlungsanweisung sein zu sagen, man könne aus einem Menschen im jungen Erwachsenalter derart viel herausholen. Das kostet immens viel Kraft und Selbstdisziplin und ist auch sehr spät.
Entschuldige, falls Dich das jetzt ärgert, ich halte es in den Ausmaßen für utopisch, was wirklich nur exemplarisch wie bei Dir gelingt. Ich würde das nur versuchen, wenn mein Herz für den anderen in Flammen steht.
 

Benutzer29951  (34)

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Natürlich mag ich nicht jeden Menschen, das wäre auch ziemlich komisch, aber jetzt abgesehen von naja ich nenne sie jetzt mal "rechtsextremen Grüppchen" verurteile ich keine Menschengruppen im Voraus.

Also von daher find ich sollte man den Mensch selber nehmen und versuchen so vorurteilsfrei wie möglich mit ihm umzugehen wobei ich dabei persönliche Sympathie auschließen möchte. Das gibt es eben, dass man einen Menschen sieht und irgendwie nicht leiden kann, auch wenn er total nett ist, aber jemand zu sehen und zu sagen:" Hey eigentlich find ich ihn richtig klasse, aber er ist nur Hauptschüler und jetzt will ich nimmer." Find ich einfach nur herablassend.
Sorry ist halt meine Meinung
 

Benutzer10752 

Beiträge füllen Bücher
Ich gebe zu, normalerweise lese ich immer fast alles, bevor ich in eine Diskussion eingreife, diesmal habe ich einige Texte der Länge wegen nur überflogen.

Aber:

Ich wundere mich doch ziemlich, wie hier einige aufeinander losgehen.

Ich finde, wir können doch mal zwei Dinge festhalten:

1.) Ein Schulabschluss sagt nicht unbedingt etwas über die Intelligenz aus. Immerhin haben wir einen Bundeskanzler, der ursprünglich auch kein Abi gemacht hat.

2.) Ein eingeschlagener BERUF sagt aber sehr viel über die Interessen aus. Und gemeinsame Interessen sind einer der wichtigsten Bausteine einer funktionierenden Beziehung.

Heißt also: Wenn du sagst, es ist dir wichtig, über Literatur, Philosophie und Geschichte zu diskutieren, und dein derzeitiger "Traumpartner" ein eher handwerklich orientierter Mensch ist, der (und ich sage das jetzt völlig neutral) schlichtweg keine Lust hat, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen, dann kann aus der Beziehung nichts werden. Denn dann fehlen euch ja bereits die grundlegenden Themen für Gespräche.

Ich finde es auch hochgradig albern, so etwas als "arrogant" zu bezeichnen. Die Liebe fällt nicht einfach irgendwo hin, und ist dann da und alle schreien juhuu, da ist meine große Liebe. Liebe und Partnerschaft muss auf irgend etwas basieren.

Für mich wäre es in einer Partnerschaft wichtig, dass ich mit meiner Partnerin auch über Politik und Literatur diskutieren kann. Und das sind keine hochgeistig-arroganten Überlegungen, sondern völlig handfeste: Wenn ich morgens ausführlich Zeitung lesen will, und sie das nicht interessiert, dann wird sie sich langweilen.

Das ist genauso, wie es sportliche Leute gibt, die sagen, sie könnten es auf Dauer nicht mit einer unsportlichen Couch-Potatoe aushalten, weil Sport etwas Wichtiges für ihren Alltag ist, und sie diesen Alltag mit ihrem/ihrer Partner/in teilen wollen. Fertig, aus.

Wenn du also sagst, dass du einen gewissen "Bildungsgrad" voraussetzt, dann ist das letztlich unpräzise: Was du voraussetzt, ist nicht der Bildungsgrad, sondern die gemeinsamen Interessen/Weltanschauungen.

Und das ist nicht arrogant, sondern schlichtweg logisch. Wenn man sich in irgend jemanden "verknallt", lohnt es sich ja manchmal durchaus auch mal nachzudenken, ob das jetzt eine rein chemische Reaktion ist, die da gerade abläuft, oder ob mich der Mensch wirklich als "Mensch" interessiert.
 

Benutzer38281 

Verbringt hier viel Zeit
wanci schrieb:
Das Ideal wäre natürlich, jeden als totales Individuum zu sehen, das er wohl auch ist, aber ich glaube nicht, dass man soweit kommen kann.

Ich denke schon das man soweit kommen kann, wenn man naemlich seine soziale Intelligenz dafuer anstrengen wuerde oder es am besten daheim schon gelernt hat!

Viele Menschen leben ja schon in Elternhaeusern wo Intolleranz gelebt und zelebriert wird! Denn wir sind ja soooooo anders und viiieel besser als die anderen, gell! (Sarkasmus)

Wanci, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber von Entwicklungspsychologie scheinst Du keinen blassen Schimmer zu haben!

Haupschule ist nur ein kleines Indiz dafuer dass die betreffenden Personen temporaer einen anderen Ausbildungsweg nimmt, aber noch lange kein Ausdruck fuer Dummheit, Beziehungsunfaehigkeit(mit Abiturienten) bzw. einem vorprogrammiertem scheitern im Leben.

Diese Formel ist schoen einfach - aber sie ist zu einfach und mich erschuettert es dass gerade Gymnasiasten diese Formel anbeten!

Anders herum, nur weil jemand Abi oder ein akademisches Diplom hat, hat er dadurch noch lange nicht bewiesen dass er auf der "Langstrecke" durchhaelt, Krisen wie den Verlust der Eltern, oder der Arbeit (ja es gibt auch Arbeitslose Akademiker), der Frau, der Kinder, oder Krisen durch Sucht, Krankheit etc. also die Dinge auf die es WIRKLICH im Leben ankommt, meistert.

Man soll die Dinge so einfach sehen wie moeglich, aber NICHT EINFACHER!

In Kategorien denken ist schoen einfach(weil es eine vermeintliche Uebersicht/Orientierung gibt), aber es ist zu einfach und es vernachlaessigt das Individuum! Das sage ich Dir nun als Paedagoge!
 
W

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einsam schrieb:
Wanci, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, aber von Entwicklungspsychologie scheinst Du keinen blassen Schimmer zu haben!

Haupschule ist nur ein kleines Indiz dafuer dass die betreffenden Personen temporaer einen anderen Ausbildungsweg nimmt, aber noch lange kein Ausdruck fuer Dummheit, Beziehungsunfaehigkeit(mit Abiturienten) bzw. einem vorprogrammiertem scheitern im Leben.

Ich habe von Entwicklungspsychologie wirklich keinen blassen schimmer - das waren alles nur meine Gedanken, die mir dazu durch den Kopf gingen.

Aber vielleicht solltest du dann Texte etwas genauer lesen, denn das, was du da behauptest, habe ich NICHT gesagt und möchte mich davon auch distanzieren.
 
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