Gute Bekannte gestorben

Benutzer140235  (26)

Verbringt hier viel Zeit
Hey Leute,

mir gehts seit einiger Zeit nicht besonders gut und ich muss es mal loswerden...

Ich bin mehrmals in der Woche im Fitness und man lernt eben auch hin und wieder mal neue Leute kennen. Seit ungefähr 2 Monaten trainiere ich immer mit den selben Leuten, darunter auch ein 16 jähriges Mädchen. Wir sind dann alle auch mal weggegangen, haben uns so auch öfters getroffen, usw. also verstehen uns super.

Und vor genau 2 Wochen wurde sie vom Zug mitgerissen und hat es nicht überlebt. Ich hab es auch erst einen Tag später erfahren und ich war einfach nur voll schockiert... Sowas passiert so oft, aber dann ist es doch total unerwartet und ein Riesenschock, wenn sowas einer Person passiert, die man selbst gekannt hat, auch wenn es nur 2 Moante waren... Und das Ganze macht mich sehr fertig.
Einfach zu sehen, dass sie meine Nachrichten nicht mehr lesen kann (hab aber Chatverlauf auch schon gelöscht, dass ich nicht mehr zu oft darüber nachdenk), ins Fitness zu gehen ohne dass sie auch da ist, aber am Schlimmsten find ich die Kerzen, Blumen, etc. am Bahnhof. Es ist alles echt schön hergerichtet, aber es zu sehen ist jeden Tag erneut schwer...
Es lässt sich auch nicht vermeiden, dass ich da nicht mehr hinkomm, ich fahr so ziemlich jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit.

Ich wollte jetzt eigentlich nur mal fragen, wer solche Situationen kennt und wie ihr damit umgegangen seid. Wie kann man über so etwas hinwegkommen und nicht mehr oft daran denken, wenn man eigentlich sozusagen jedes Mal da vorbei läuft? Habt ihr vielleicht sonst noch Tipps?

Danke schon mal für jede Antwort :smile:
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Zunächst einmal würde ich an deiner Stelle die guten Erinnerungen an sie behalten. Mir hilft es ungemein, mir vor Augen zu halten, was die verstorbene Person mir in Situation X oder Y geraten hätte oder ich denke an unsere schönen Momente zurück.

Ich denke, alles was du brauchst ist Zeit. Es dauert bis du den Tod verkraftest. Mir geht es nach 1,5 Jahren wieder einigermaßen gut, aber es gibt trotzdem noch Momente, in denen ich sie vermisse und auch Momente, in denen ich eine von ihr geschriebene Geburtstagskarte lese. Einfach als Andenken, weil ich mich freue, so einen tollen Menschen wie sie kennengelernt zu haben. :smile:

Hast du denn Freunde, die sie auch kannten? Wenn ja, dann geht zusammen zu der Stelle an der Blumen und Kerzen stehen und trauert um sie. Erzählt von ihr und was ihr miteinander erlebt habt. Meiner Meinung nach ergeben sich daraus schöne Gespräche, die einen auch wieder helfen, sein Lachen wiederzufinden. Gleichzeitig sind solche Gespräche natürlich auch schwierig. Aber ihr seid mehrere Personen und könnt euch gegenseitig trösten und in den Arm nehmen. Das würde ich dir generell raten: wenn dich die Trauer überkommt, darfst du schwach sein und sie zulassen und dich von deinen Freunden in den Arm nehmen lassen.

Du solltest dir nicht vor Augen halten, dass die Person jetzt 'weg' ist, sondern halte dir vor Augen, dass du eine bestimmte Zeit hattest, die du mit dieser besonderen Person hattest und trage diese Erinnerung für immer in dir. Nur weil ein Mensch tot ist, vergisst man ihn nicht.
 

Benutzer140235  (26)

Verbringt hier viel Zeit
Hast du denn Freunde, die sie auch kannten? Wenn ja, dann geht zusammen zu der Stelle an der Blumen und Kerzen stehen und trauert um sie.

Ja, das machen wir auch in letzter Zeit regelmäßig :smile:
Aber es ist einfach schwierig, jeden Tag an der Stelle vorbeizugehen, das alles zu sehen und mir fällt es echt schwer damit klar zu kommen...

Nur weil ein Mensch tot ist, vergisst man ihn nicht.

Das stimmt. Schön gesagt :smile:


Danke :smile:
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Ich wollte jetzt eigentlich nur mal fragen, wer solche Situationen kennt und wie ihr damit umgegangen seid. Wie kann man über so etwas hinwegkommen und nicht mehr oft daran denken, wenn man eigentlich sozusagen jedes Mal da vorbei läuft? Habt ihr vielleicht sonst noch Tipps?
Ich wuerde Dir raten, es nicht zu verdraengen, sondern die Konfrontation zu suchen. Sowas wird Dir (so unerfreulich das ist) im Leben haeufiger passieren und wenn Du es nicht an Dich ranlaesst, schlummert das in Deinem Hirn und sucht Dich irgend wann heim. Als ich Anfang 20 war, starb meine Mutter sehr qualvoll. Ich bin heute noch traumatisiert. Mit 19 ungefaehr habe ich mal auf einer Party mit einem Maedchen "rumgemacht". Als ich das erste Mal auf den Friedhof zu meiner Mutter ging, stand ihr Grabstein (des Maedchens) zufaellig direkt daneben. Das war so "krass", dass Worte es nicht wirklich ausdruecken koennen. Ich habe aber den grossen Fehler gemacht, niemals Emotionen im Kontext zuzulassen. Das geht, aber dann schleppt man das ein Leben lang mit sich rum.
 
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