Wissenswertes Grundsatzurteil stärkt Rechte von Kindern aus Samenspende

Benutzer123421  (30)

Sehr bekannt hier
wenn Menschen irgendwann durch Zufall erfahren, dass ihr Vater gar nicht ihr leiblicher Vater ist.
Da gehören aber die Eltern ganz böse verurteilt! Ich bin selbst Adoptiert was ja ähnlich, wenn nicht sogar krasser ist den ich kenne meine leiblichen Eltern beide nicht.
Meiner Meinung nach sollte anonyme Spender das auch bleiben. Eltern die sich für so etwas entscheiden haben die Pflicht nach meiner Sicht die Kinder von Anfang an aufzuklären.
Bei mir war das der Fall ich weiß das seit ich denken kann und es ist gut so. Ich hab mittlerweile nicht mal mehr den drang nach meinen leiblichen Eltern zu suchen. Das war kurz vor dem 18 Lebensjahr weg.

Die Kinder sollen nicht rum heulen ... Von wegen man will wissen wo die Gene herkommen. Für mich nur Bullshit.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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Ich kann mir zwar vorstellen, dass das so richtig *** ist für alle Männer, die Samen gespendet haben unter der Zusage, dass das anonym bleibt und keine weiteren Verpflichtungen bringt. Andererseits kann ich mir aber auch vorstellen, dass das für ein Kind sehr belastend sein kann, den leiblichen Vater nicht zu kennen. Dass der BGH zu Gunsten der Kinder (wobei "Kind" nicht auf das Alter bezogen gemeint ist :zwinker:) entschieden hat, finde ich da völlig ok.

EDIT: Der BGH hat übrigens nicht entschieden, dass Kinder das Recht haben, denn das hatten sie offenbar bereits. Er hat dieses Recht nur gestärkt. :zwinker:
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Seinen Vater nicht zu kennen, kann ja auch im Bezug auf diverse Erkrankungen nicht ganz unproblematisch sein.

Es bedarf in Deutschland dringend einer gesetzlichen Regelung für Samenspenden, um Unterhaltsansprüche auszuschließen. Ansonsten ist das ganze in Deutschland doch so gut wie tot.
 

Benutzer96053 

Planet-Liebe Berühmtheit
Na ja. .. enden wird das damit, dass sich nun sehr, sehr viele Kerle überlegen, ob sie wirklich zu der Samenspende gehen wollen. Im Regelfall will man ja nicht irgendwann böse überrascht werden mit "Hallo Papa, kannst du mich mal unterstützen?".
Klar kann das für die Identität wichtig sein, seinen leiblichen Vater kennenzulernen, aber Unterhalt und Erbe sollten eben ausgeschlossen werden, finde ich.
Bei jedem Kerl, der bei einem ONS ein Kind zeugt, hätte ich absolut kein Mitleid, aber ich sehe die "Schuld" der Männer nicht, die in den Glauben, sie spenden anonym ihren Samen und helfen damit kinderlosen Familien, gegen einen Obolus ihre Spermien gespendet haben. Diese Männer sind doch in einer blöden Situation, wenn sie nun eine eigene Familie und ein Häuschen, das abbezahlt werden muss, haben und plötzlich müssen Sie noch regelmäßig Unterhalt für ein oder mehrere Kinder zahlen, die nach ihnen gesucht haben. Genauso mit den Erbansprüchen. Sollte mein Vater sterben und irgendwann taucht da eine andere
Person auf, die ein Teil von Erbe will (weshalb eventuell das Geld aufgebracht werden muss, um sie ausbezahlen, damit das Haus nicht verkauft werden muss), würde ich mich übel verarscht fühlen.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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Zaniah Zaniah : Haben die betroffenen Kinder denn irgendwelche Ansprüche auf Unterhalt oder Erbschaft?
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Soweit ich weiß schon. Unterhalt und Erbansprüche kann man in Deutschland nicht so ohne weiteres vertraglich ausschließen. Was ja auch prinzipiell zum Kindesschutz erstmal Sinn macht. Verträge zum Schaden Dritter und so.

Normalerweise wird aber ja der nicht-leibliche Vater das Kind eh adoptieren/anerkennen whatever, so dass sich die Frage erstmal nicht stellt.
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wo komme ich her, wer hat mich gezeugt, wie ist mein Vater so oder meine Mutter ... die Frage kann schon früher oder später kommen - manchmal erst, wenn man läääängst erwachsen ist.

Ich wüsste auch gerne, wie meine Mutter so war, was für ein Mensch, wie sie damals ausgesehen hat und heute aussehen würde usw. Leider ist sie früh gestorben, so dass ich keinerlei Erinnerung habe. Bilder gibt es nur sehr sehr wenige, da ist sie selbst erst max 20 - da fühle ich keinen Bezug, wenn ich die anschaue.

Da fehlt irgendwie ein Stück von mir, dass mir für immer verwehrt bleibt ... ich finde das sehr schade.

Solange der (wohl nur anonym für die Paare, die den Samen in Anspruch nehmen wollen?) Samenspender aufgeklärt wird, dass es sein kann, dass die Kinder, die aus seinem Samen entstanden sind, irgendwann mal vor seiner Haustür stehen könnten, ist doch alles in Ordnung. Wenns dann gleich 20, 30 und mehr Kinder wären, ist das natürlich mit Sicherheit sehr seltsam ...
 

Benutzer147572 

Verbringt hier viel Zeit
Zaniah Zaniah : Haben die betroffenen Kinder denn irgendwelche Ansprüche auf Unterhalt oder Erbschaft?


Genau darin sehe ich ein potentielles Problem. Das kommt sicher auch noch und wenn der erste Spender dann mal finanziell ausgenommen wurde und das publik wird, ist es vorbei mit der Spenderei. So sehr ich den Wunsch der betroffenen Kinder nach dem Wissen um den Vater auch verstehen kann, ich sehe auch die mögliche Gefahr (s.o.) und ahne, dass sowas bald noch kommen wird. Wir werden sehen....
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Solange die Sache mit den nicht vorhandenen Unterhalts- und Erbschaftsansprüchen nicht 100%ig wasserdicht geregelt ist, wird doch kein Mann, der alle Tassen im Schrank hat, auf die Idee kommen, Samen zu spenden.
In sofern ist das eine sehr traurige Sache für alle Paare, die auf natürlichem Wege kein Kind bekommen können und die gerne mit einer Samenspende nachhelfen würden.
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Der Bundesgerichtshof hat entscheiden, dass Kindern aus anonymen Samenspenden das Recht haben, den Namen ihres Vaters zu erfahren.
Frankfurter Allgemeine
Wenn man Samenspenden ueberhaupt zulaesst (und das ist ja anzunehmend vom Spender anonym erwuenscht), dann sollte die Spende "doppelblind" vergeben werden. Es sollte also gar nicht moeglich sein, aufgrund der Aktenlage den Spender zu ermitteln, weil solche Akten dann gar nicht existieren. Es sei denn, der Spender wuenscht auf Anonymitaet zu verzichten.
 

Benutzer136306 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wenn man Samenspenden ueberhaupt zulaesst (und das ist ja anzunehmend vom Spender anonym erwuenscht), dann sollte die Spende "doppelblind" vergeben werden. Es sollte also gar nicht moeglich sein, aufgrund der Aktenlage den Spender zu ermitteln, weil solche Akten dann gar nicht existieren. Es sei denn, der Spender wuenscht auf Anonymitaet zu verzichten.

Eben das ist nicht möglich, weil der Auskunftsanspruch des Kindes verfassungsrechtlich abgesichert ist. Aber Auskunft ist ja nicht gleich Vaterschaft. Schweinebacke Schweinebacke hat daher völlig Recht, dass eine gesetzliche Regelung, die den Auskunftsanspruch regelt, die Vaterschaftsanfechtung aber ausschließt, her muss.
 
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