Google Chrome Datenkrake will alle Rechte an Inhalten, die durch den Browser gehen

Benutzer55230 

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Erste negative Schlagzeilen gibt es über Googles neuen Browser Chrome zu vermelden. Es klingt wie ein schlechter Scherz, doch Google sieht in den Nutzungsbedingungen des Browsers tatsächlich vor, dass sie sämtliche, weltweite, unbefristete Nutzungsrechte erhalten an allen Informationen, die durch den Browser laufen.


Immerhin sollen diese Rechte nicht-exklusiv gewährt werden. Problematisch, eigentlich unmöglich aber, wird des für die Nutzer durch eine weitere Passage in den Klauseln der Nutzungsbedingung (Sektion 11.4). Dort nämlich soll man versichern, dass man über die alle Rechte verfügt, um den Nutzungsbedingungen zustimmen zu können. Würde man sich daran halten wollen, dann könnte man ausschließlich Webseiten besuchen, die man als Urheber ausschließlich selbst gemacht hat, oder dessen Nutzungsrechte man besitzt. Das ist nicht nur absurd, sondern in der Praxis völlig unmöglich.

Noch pikanter wird es dadurch, dass in der besagten Klausel 11.1, die das Nutzungsrecht gegenüber Google regelt, Google sich tatsächlich das Recht einräumt, die Inhalte, die durch den Browser laufen, zu übersetzten, zu ändern oder weiter zu verbreiten. Klingt größenwahnsinnig? Man darf gespannt sein, welche Proteste nun folgen. Laut Register gab es eine ähnlich unrealistisch klingende Nutzungsbedingung beim Microsoft Messenger und beim AOL AIM Messenger, bis jedoch die Revolte im Netz zu intensiv wurde und die Bedingungen dadurch geändert wurden. Etwas Ähnliches müsste jetzt auch bei Google Chrome passieren, es sei denn, man möchte wirklich ein Unternehmen haben, dass ein Monopol auf so gut wie alle Resourcen hat, die es im Internet gibt. Auch soll es bereits erste Administratoren geben, die den Zugriff von Chrome-Browser aus dem eigenen Netzwerk sperren.(020200)

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Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Über solche Klauseln kann ich nur lächeln. Denn ein Chrome-User kann keine Rechte abtreten, die er nicht besitzt, folglich kann Google sie auch nicht erwerben. Die Klausel ist nach deutschem Recht schon mal nichtig. Nutzt Google diese Daten dennoch, setzen die sich ins Unrecht, und sobald ein Rechteinhaber diesen Strang beweisen kann, hat Google das Problem. Zumindest solange, wie Google nicht alle Möglichkeiten ausschöpft, um die Verbreitung von Chrome nach Deutschland zu verhindern und den Zugriff auf Webseiten zu unterbinden, für die der User nicht die Weiterverbreitungsrechte besitzt.

Allerdings wird's extrem lustig - für Google -, wenn einer darauf kommt, dass Google in seinen Nutzungsbedingungen nicht explizit darauf hinweist, dass nur Seiten aufgerufen werden dürfen, für deren Inhalte man die Weiterverbreitungsrechte besitzt. So ähnlich wie mit dem heißen Kaffee im Restaurant. Da der Download des Installationspaketes von einem US-Server stattfindet (nämlich über den Installer von Chrome), können die USA als Gerichtsstandort herangezogen werden, und da wird eine Urheberrechtsklage nach obigem Muster um ein Vielfaches teurer.
 

Benutzer55230 

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Wie auch immer, das Ding wird meine Platte niemals sehen... Das Internet ist zu klein für noch einen Browser. Und erst recht für so einen Datensammler.
 

Benutzer24257 

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Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird:
http://www.golem.de/0809/62201.html

Ich tippe mal darauf, dass auch die deutsche Formulierung bald umgestellt ist.

Die Tatsache, daß diese Formulierung bei Google Docs drin ist, ist fast noch schlimmer in meinen Augen. Hallo??? Die wollen alle meine Dokumente nutzen, die ich mit Google Docs erstelle und anzeige???? Und dann wollen sie im Unternehmensumfeld fußfassen? Ich glaubs auch
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Und welche Daten überträgt der, wenn der mit dem Mozilla-Update-Server abgleicht? :zwinker:
 

Benutzer55230 

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Die Frage ist nur: Soll ich einen Browser eines Herstellers nehmen, der sowieso schon ständig in den Schlagzeilen und Newsgroups zum Thema Datenschutzproblemen steht, oder einen von einer Firma, die nicht ständig auffällt.
Wenn der Firefox meine Daten wirklich so unauffällig übermitteln kann, dass sich keiner beschwert... tja, dann hat er es verdient, dennoch meine Wahl zu bleiben^^
Vielleicht ist es wirklich nur der Ruf von Google, aber ich sehe einfach keinen Nutzen darin, zu wechseln.
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Du weißt schon, dass der Etat der Mozilla Foundation zu knapp 90% von Google finanziert wird - und das unter Garantie nicht ohne Gegenleistung (die garantiert nicht im Quellcode besteht, immerhin ist der ja frei...).

Abgesehen davon: Über Google beschwert sich (oft zurecht) die halbe Welt - über Microsoft, Payback, HappyDigits, Schäuble und Bosbach kaum eine Sau, obwohl die es teilweise weitaus schlimmer treiben. Uuuuuuh, bööööööööses Google - vor 10 Jahren nix als 'ne Idee gewesen, jetzt ein Riesenkonzern, Datenkrake blablubb. Die Leute regen sich auf, dass Google ihr Surfverhalten analysieren will - aber wenn Schäuble das will, sind die Ohren auf Durchzug? Verstehe ich nicht, immerhin will Google einen nur mit passender Werbung vollmüllen und besitzt ansonsten begrenzte Macht, während die Bundesschnüffelschergen Bewegungs- und Surfprofile anlegen, jeden unter terroristischen Generalverdacht stellen (und dank vernetzter Datenbanken könnte ein nur geringer, selbst konstruierter Zusammenhang mit den USA für einen unbegrenzten Urlaub mit Animationsprogramm in Camp Delta im Golf von Mexiko sorgen) und nebenbei dank bevorstehender Einführung von Bundeswehreinsätzen im Inland im krassesten Falle für den Machterhalt der politischen Elite sorgen, wenn die Armut weiter voranschreitet und die Verzweiflung sich so verbreitert, dass Konflikte mit Staatsorganen nicht mehr gewaltfrei ausgefochten werden (siehe Frankreich). Sagt da auch nur irgend jemand etwas? Nein. Warum? Weil sich sowas wie Hitler oder Honecker nicht wiederholen kann? Da lache ich aber - die einzigen Parteien, bei denen es Rück- und Austritte wegen Interviews mit faschistischen Zeitungen und Auftritten auf nationalistischen Events gab, sind CDU und CSU (Stichwort Homann), und am anderen Rand ist die Linkspartei auf dem Vormarsch. Sorry, aber dagegen sind die von Google fast heilig - die wollen nur unter gegebenen Voraussetzungen, mögen sie aussehen, wie sie wollen, Geld machen, aber sie verfolgen keine politischen Ziele.

Nicht, dass das die Nutzungsbedingungen, Datensammlungen etc. besser machen würde. Nur: Wenn man sich darüber aufregt, dann auch konsequent über alle! Alles andere ist entweder Verblendung oder Doppelmoral.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Wer Windows benutzt sollte sich wirklich nicht über Google auslassen. Wirklich nicht.
 

Benutzer30855  (35)

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Die Tatsache, daß diese Formulierung bei Google Docs drin ist, ist fast noch schlimmer in meinen Augen. Hallo??? Die wollen alle meine Dokumente nutzen, die ich mit Google Docs erstelle und anzeige???? Und dann wollen sie im Unternehmensumfeld fußfassen? Ich glaubs auch
Allein schon die Annahme im Internet Dokumente zu erstellen und diese dann auch noch als vollständig sicher zu erachten finde ich gefährlich. Die AGB von Google Docs sind schon länger bekannt, wer da trotz allem seine "wichtigen" Schriftstücke hinterlegt ist selber schuld.
 

Benutzer24257 

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Allein schon die Annahme im Internet Dokumente zu erstellen und diese dann auch noch als vollständig sicher zu erachten finde ich gefährlich. Die AGB von Google Docs sind schon länger bekannt, wer da trotz allem seine "wichtigen" Schriftstücke hinterlegt ist selber schuld.

Sicher ist die Person selbt schuld, AAAABER Google weiß ganz genau, wie nachlässig Leute mit dem lesen von Lizenzvereinbarungen sind und sie nutzen das schamlos aus. Die Tatsache, daß man Google vielleicht vermeiden kann, macht das Geschäftsgebaren dieses Unternehmens um keinen Deut besser.
 

Benutzer30855  (35)

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Was ist denn das für eine Argumentation?

Weil die Nutzer zu faul/blöd sind sich die AGB durchzulesen, ist Google die böse Firma?
 

Benutzer24257 

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Was ist denn das für eine Argumentation?

Weil die Nutzer zu faul/blöd sind sich die AGB durchzulesen, ist Google die böse Firma?

Nein, weil Google "böse" AGB schreibt, sind sie eine böse Firma.
Daß der Nutzer das "Angebot" nicht nutzen muß, ist davon völlig unabhängig.

Zumal ich als Laie es zumindest sehr fragwürdig, daß diese "AGB" vor einem deutschen Gericht Bestand hätten. Stichwort: überraschende Klausel oder so.
 

Benutzer55230 

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Ach, und Leute, wir haben wohl einen Google-Fanboy oder sogar Mitarbeiter unter uns, der gerne Bewertungen austeilt. Nur mal so am Rande...
Soviel zum Thema: Meinung sagen.
 

Benutzer55230 

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Stimmt, der würde "Googel" wenigstens richtig schreiben...
 
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