Gleichberechtigung in der Beziehung?

Benutzer49550  (37)

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Ich würde sagen wir sind meist gleichberechtigt, ich verdiene das Geld - sie gibt es aus, ich geh arbeiten, sie passt auf unsren Zwerg auf ...
Quatsch beiseite. An sowas wie Einkommen kann mans nicht festlegen. Ich wär auch zur Kindeserziehung daheimgeblieben wenn meine Frau mehr als ich verdient hätte. So haben wir halt die "klassische" Aufteilung.
Ansonsten hat bei uns jeder gleichviel zu sagen. "Kleine" Anschaffungen entscheidet jeder alleine, Grosse (neues Auto etc) natürlich gemeinsam, betrifft ja auch jeden wenn auf einmal ein grosser Batzen fehlt.
Jedoch mache den Papierkram, Kontoführung etc ich alleine da sie absolut kein Interesse daran hat (leider!).
Ich bin mir sicher sie hat keine Ahnung was wir im Moment auf der hohen Kante haben und was nicht..
 

Benutzer86779  (36)

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Meine Meinung zählt selbstverständlich mehr! Absolut! Ich kann immer ganz wunderbar diesen ganzen Quatsch von wegen gleichberechtigt herunterlabern, und das so überzeugend, das jeder mir glaubt - aber es stimmt einfach nicht. Ich kann besser mir Wörtern, ich kann besser argumentieren, ich kann besser manipulieren, ich habe mehr Wissen darüber, wie Menschen ticken und welche Knöpfe man drücken kann...

Ich wünsche mir eine gleichberechtigte Beziehung, also sorge ich dafür, dass wir sie haben - aber ich bin es, die dafür sorgt. Ich bestimme gerne. Ich manipuliere gut. Nein, Führungspersönlichkeit bin ich eher nicht, ich hasse den Begriff der Naturdominanz. Mir ist Gleichberechtigung sehr wichtig.

Aber ich bin es, die dafür sorgt, dass wir sie haben. Ich bin es, die sich Mühe gibt, seine Meinung einzuholen, herauszufinden, was ihm wichtig ist und es gleichwertig neben meinen Wünschen in unser Miteinander einfließen zu lassen, die eine Vorstellung von einer guten und kommunikativ gelingenden Beziehung immer wieder umzusetzen versucht. Ich könnte es niemals ohne ihn. Und dennoch - im Ernstfall passiert das, was ich will und für richtig halte, ganz von alleine, und es tut keinem von uns beiden weh. Und das nicht, weil ich mehr Geld verdiene, älter bin oder mehr Lebenserfahrung habe - sondern es passiert einfach. Er passt sich an, ich treffe die Entscheidung so, wie sie hoffentlcih für uns beide gut ist, und er steht hinter mir und deckt mir den Rücken. Jeder, den man von außen fragt, wird bestätigen, dass ich in unserer Beziehung ein klares Alpha-Weib bin.

Also. Unsere Beziehung ist nicht gleichberechtigt. Wunderschön, liebevoll, harmonisch, voller sexueller Spannung, voller gegenseitigem gelingendem Bemühen um Respekt - aber ich bin ganz klar die Führfrau.

Ach ja, und wenn ich einkaufen will, brauch ich jedes Mal seine Erlaubnis, was vom Haushaltsgeld auszugeben. Und den Hausputz muss ich auch mehr oder weniger alleine machen (gut, er übernimmt die Dinge draußen). Und seine Hemden bügele ich auch und entfussele sie, bevor ich sie in den Schrank hänge. Und wenn er schmollt, bricht der Himmel über meinem Kopf zusammen und ich versuche alles, um ihm wieder gute Laune anzuzaubern. So ist das halt als Alpha-Weibchen. Ich hab trotzdem die Führung, klar?

***

Wer Ironie findet, darf sie behalten. Je mehr ich über Dominanz, Gleichberechtigung, Führung von oben und Führung von unten nachdenke, desto weniger begreife ich, wer von uns beiden jetzt eigentlich das Heft in der Hand hat, ob es überhaupt jemand hat oder ob eine Beziehungsstrukturierung als emergentes System nicht doch die sinnvollste Variante ist - nur, dass ohne konkrete Absprachen zur Machtverteilung wieder der ganze BDSM-Krams so kompliziert wird und es als Ergebnis davon vielleicht weniger Sex gibt...

guter post. klar sagen wir alle "wir entscheiden zusammen und sind gleichberechtigt", aber in realität gibt es so etwas wie eine gemeinsame entscheidung fast nie. in der regel gibt doch einer die richtung vor und der andere nimmt die position an. oder er war von vornerein der gleichen meinung.

klar kann diese rolle abwechseln und so im statistisch eine gleichberechtigung da sein, aber normalerweise gibt es in den meisten situationen einen der führt. das muss auch garnicht verbal sein, oftmals findet das auf unterbewusster ebene statt und keiner der beiden merkt das.

Ich denke aber, dass es in der realität schon so ist, dass einer der beiden partner öfter die führung übernimmt.

Ich glaube so manches "wir entscheiden alles zusammen und sind absolut gleichberechtigt paar" wäre überrascht wie sehr doch einer dominiert, wenn man mal einen monat lang jede einzelne situation analysiert.

trotzdem sollte nat. das ziel sein, dass die dominanz nicht zu groß wird und beide ihre wünsche erfüllt bekommen. aber in der realität sieht es eben doch oft anders aus. gerade die wichtigen entscheidungen (wo wohnt man, wer bleibt zuhause, bekommt man kinder, wie oft hat man sex...) werden am ende doch von einer person entschieden. klar kann es sein, dass man da zufällig die gleiche meinung hat, aber wenn dem nicht so wäre würde trotzdem eine person entscheiden.

wenn der mann sagt ich habe nen neuen job in münchen, wird die frau oftmals einfach mitgehen. und umgekehrt wenn die frau nur einmal die woche sex will muss der mann das halt akzeptieren. bei solchen dingen gibt es keine gemeinsame entscheidung-und das ist oft auch gut so. 2 individuen können nicht immer eine gemeinsame linie finden, oft heißt es einfach entweder du oder ich. alles andere wäre ja selbstaufgabe.
 

Benutzer67627  (51)

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ich "darf" arbeiten gehen..
ich "darf" mein geld selbst verwalten...
ich "darf" mein kind erziehen, so wie ich es will...

ja...ich denke, wir führen eine gleichberechtigte beziehung :zwinker:

und dabei verdient er weit mehr als ich....:cautious:
 

Benutzer115862 

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Wir sind in allen Lebensbereichen unabhängig, daher klappt's auch gut mit der Gleichberechtigung. Wen kümmert's dann noch, dass ich mehr verdiene, seit ich fertig studiert habe. :tongue: Dagegen hatte er über die Jahre mehr Geld auf die Seite legen können und konnte so problemlos auch unsere Hochzeit finanzieren. Ersparnisse und wichtige Ausgaben laufen auf beiden Namen und darüber wird auch gemeinsam entschieden. Daneben haben wir noch, um möglichen Stress von vornerein aus dem Weg zu gehen auch je ein seperates Konto für Eigenbedarf, so hat jeder im Monat sein "Taschengeld" zum Ausgeben.

Den Haushalt teilen wir uns gleich auf, jeder macht den Part, den der Andere am wenigsten mag und was keiner von uns beiden leiden mag, teilen wir so auf, dass beide mal ran müssen. Hier bin ich es aber, der öfter mal ein auf Pascha macht und er sich dann genötig fühlt mir zu verklickern, dass er ebenso wenig Bock auf den Haushalt hat, wie ich, aber es eben getan werden MUSS.

Im Großen und Ganzen überlässt mein Mann mir die Führung in der Beziehung, was nicht heißt, dass er seine Bedürfnisse hinten anstellt. Wenn ihm was wichtig ist, dann kämpft er auch dafür und weiß sehr genau sich durchzusetzen. Meistens ist es ihm aber relativ egal bzw. vertraut darauf, dass ich es schon richtig machen werde und ich bin stets daran interessiert die richige Entscheidung für uns beide zu treffen. Außer ich verrenne mich gerade, dann steht er in der Pflicht mich wieder auf den rechten Weg zu führen. :grin:

Wir sind also gleichberechtigt, weil wir unabhängig sind, uns gegenseitig wertschätzen, respektieren, einander vertrauen, helfen, offen kommunizieren und auch aufeinander aufpassen, wenn mal wieder jemand (meist ich) Blödsinn machen will. Und mit das Wichtigste, jeder ist in der Lage seine (Macht-)Kämpfe auszutragen.
 

Benutzer29290 

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Wir haben unterschiedliche Staerken und jeder macht das, was ihm besser liegt. Mein Mann verdient momentan mehr, weil ich nach meinem Doktor eine Firma gegruendet habe. Wir arbeiten aber beide viel und bis spaet (mein Mann ist vor ein paar Monaten Teilzeit neben seinem Forschungsjob in meine Firma eingestiegen und ich arbeite auch noch einige Stunden an der Uni) und der Haushalt hat fuer keinen von uns eine hohe Prioritaet. Wenn wir mal kochen machen wir das zusammen, bzw. mein Mann schneidet Gemuese und waescht ab waehrend ich koche. Die Waesche mache meist ich und mein Mann macht meist den Rest im Haushalt. Ich bin fuer alles Organistorische und fuer die Finanzen zustaendig und mein Mann ist mehr fuer technische Problemloesungen zustaendig. Wichtige Entscheidungen treffen wir zusammen und versuchen eine Loesung zu finden, mit der wir beide zufrieden sind. Ich wuerde sagen, dass wir uns beide gleichberechtigt fuehlen. Auf jeden Fall sind wir beide gluecklich so wie es ist.:smile:
 
L

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Gast
Ich denke über Gleichberechtigung gar nicht nach, wir tragen beide unseren Teil zum Leben bei und jeder tut was er kann.
Finanziell trägt er mehr dazu bei und ich im Haushalt, aber wir rechnen nicht auf.
 

Benutzer29410 

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gerade die wichtigen entscheidungen (wo wohnt man, wer bleibt zuhause, bekommt man kinder, wie oft hat man sex...) werden am ende doch von einer person entschieden

Also keine einzige gerade dieser Entscheidungen würde ich einem anderen überlassen bzw. diese Entscheidung im Alleingang treffen wollen, vielleicht noch gegen den Willen des anderen.

wenn der mann sagt ich habe nen neuen job in münchen, wird die frau oftmals einfach mitgehen.

Käme bei uns überhaupt nicht in die Tüte, wäre auch gar nicht möglich. "Einfach" so kann wohl keine Frau, die einen anspruchsvollen, qualifizierten Beruf ausübt, mit dem Mann "mitgehen", wenn sie mehr verdient als ein kleines Familienzubrot. Andererseits kann ich auch nicht einfach meinen Traum, drei Jahre mit Kind und Kegel im Ausland zu arbeiten, umsetzen, weil mein Mann nicht mitkommen könnte.

Und wenn die Frau nur einmal in der Woche Sex will, und der Mann geht in der Zeit auf dem Zahnfleisch, sehe ich da schon Möglichkeiten, aufeinander zuzugehen und auch von der Frauenseite her Kompromisse einzugehen.

Gerade bei diesen genannten Dingen fände ich es schrecklich, "die Führung" zu übernehmen oder meinem Mann zu überlassen.
 
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Benutzer29290 

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aber in der realität sieht es eben doch oft anders aus. gerade die wichtigen entscheidungen (wo wohnt man, wer bleibt zuhause, bekommt man kinder, wie oft hat man sex...) werden am ende doch von einer person entschieden. klar kann es sein, dass man da zufällig die gleiche meinung hat, aber wenn dem nicht so wäre würde trotzdem eine person entscheiden.

wenn der mann sagt ich habe nen neuen job in münchen, wird die frau oftmals einfach mitgehen. und umgekehrt wenn die frau nur einmal die woche sex will muss der mann das halt akzeptieren. bei solchen dingen gibt es keine gemeinsame entscheidung-und das ist oft auch gut so. 2 individuen können nicht immer eine gemeinsame linie finden, oft heißt es einfach entweder du oder ich. alles andere wäre ja selbstaufgabe.
Ich sehe das wie Piratin. Das sind alles Dinge, bei denen ich es unvorstellbar finde, dass ein Partner allein die Entscheidung trifft. Wenn z.B. nur ein Partner Kinder will oder bestimmt wo man lebt ist das fuer mich keine Grundlage fuer eine Beziehung oder Ehe. Ich haette niemals einen Mann geheiratet, der einfach irgendwo einen Job annimmt und erwartet, dass ich mitkomme oder der entschieden haette, er will drei Kinder haben und ich soll dann zu Hause bleiben. Gerade wichtige Dinge muessen gemeinsam entschieden werden, damit beide hinter der Entscheidung stehen koennen und zufrieden sind, auch wenn beide zu einem gewissen Grad Kompromisse eingehen muessen.
 

Benutzer36171 

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wenn der mann sagt ich habe nen neuen job in münchen, wird die frau oftmals einfach mitgehen. und umgekehrt wenn die frau nur einmal die woche sex will muss der mann das halt akzeptieren. bei solchen dingen gibt es keine gemeinsame entscheidung-und das ist oft auch gut so. 2 individuen können nicht immer eine gemeinsame linie finden, oft heißt es einfach entweder du oder ich. alles andere wäre ja selbstaufgabe.

Ich stimme dir ja zu, dass bei kleinen (!) Dingen öfter mal einer die Führung übernimmt, aber gerade bei großen Entscheidungen wäre es doch eine absolute Katastrophe, würde einer von beiden einfach den Ausgang festlegen. :eek: Jedenfalls ist das das Gegenteil, was ich mir von einer funktionierenden Beziehung vorstelle!

Meiner Meinung nach ist es kein Zufall, wenn zwei Partner einer Meinung sind, sondern einer der Gründe, warum man überhaupt (seit längerer Zeit) zusammen ist. Denkt man zu unterschiedlich, wird die Beziehung zwangsläufig scheitern - ob durch eine Trennung oder der eine sich für den anderen komplett aufgibt, für mich ist beides Scheitern. Bei wichtigen Sachen reden und diskutieren wir so lange, bis es eine Lösung gibt, die für beide in Ordnung ist. Da kann es auch einmal krachen, aber das nehme ich gerne in Kauf. :smile:

Würde mein Freund einfach so einen Job annehmen, würde ich ihn für verrückt erklären!
 

Benutzer73266 

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Das Thema Gleichberechtigung wird meines Erachtens nach überbewertet. Auch wenn es da keine gibt, muss das ja kein Problem darstellen.

Wie ich das für meine Beziehung bezeichnen würde... keine Ahnung. Funktioniert jedenfalls.
Ja, so seh ich das auch!:thumbsup:
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Grundsätzlich sind wir vermutlich gleichberechtigt in unserer Beziehung - verdienen ähnlich, investieren ähnlich, kümmern uns ähnlich um Haushalt & Co.

Aber letzten Endes habe ich die Hosen an, damit das mal klar ist. :grin:
Mag ich im Bett auch gerne devot sein, im Alltag bin ich definitiv das Gegenteil. Ich lasse mich nicht herum kommandieren, ich kommandiere herum. :zwinker:
(Mut zur Übertreibung, Anm. d. Verf.)

Es bleibt dabei, ich bin eher dominant und habe auch gerne das letzte Wort. Aber das kompensiere ich eben auch mit Fürsorge, Zärtlichkeit und der Wertschätzung, wenn mein Partner mir seine starke Schulter zum Anlehnen leiht. :smile:
 

Benutzer110436  (36)

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Es bleibt dabei, ich bin eher dominant und habe auch gerne das letzte Wort. Aber das kompensiere ich eben auch mit Fürsorge, Zärtlichkeit und der Wertschätzung, wenn mein Partner mir seine starke Schulter zum Anlehnen leiht. :smile:
Zuckerbrot und Peitsche :grin:

Aber letzten Endes habe ich die Hosen an, damit das mal klar ist. :grin:
Jaja, und heute abend lässt du dich von deinem Partner übers Knie legen :zwinker: Zwischen verlieren und gewinnen lassen liegen Welten. Und das weiß dein Kerl auch :zwinker:

(Mut zur Übertreibung, Anm. d. Verf.)
Richtig so, nicht dass er das hier noch liest :tongue:
 
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