Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des ersten Sexes und einer sich daraus ergebenden Beziehung?

Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #1
Weil es in anderen Threads jetzt öfter von einigen Leuten suggeriert wurde:

Seht ihr einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des ersten Sexes und einer sich daraus ergebenden Beziehung?
(also z.B.. schneller oder weniger schnell ist besser, weil XXX etc.)

Ich kann bei mir keinen erkennen, es kam immer beim ersten, zweiten, in einem Fall dritten Treffen dazu, egal, was später folgte. Persönlich war mir sofort oder nach zwei Tagen schonmal zu viel, das wollte ich dann nicht oder fand, es hätte etwas gemächlicher ablaufen können, aber ansonsten nicht.
Als ich sehr jung war gab es mal eine eher dramatische Geschichte, bei der es nach längerer Zeit dazu kam, die wegen ihres Auf-und-Ab-Charakters aber nicht wirklich einen Schluss erlaubt, jedenfalls keinen positiven; ähnlich verhält es sich mit zwei Freundinnen, mit denen ich nach einiger Zeit was hatte, weil daraus keine Beziehung wurde.

Für die, die einen Zusammenhang sehen: Welchen? Warum ist das für euch so?
Und die anderen können gerne schreiben, warum das nicht der Fall ist.
Antworten wie 'alles kann, nicht muss', sind natürlich auch erlaubt, wenn auch für die Frage ev. weniger hilfreich.
 
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Florence Blackwell
Benutzer205991  (66) Öfter im Forum
  • #2
Nik Traverse Nik Traverse
Ich verstehe nicht recht was Du genau meinst
 
G
Benutzer Gast
  • #3
Ich würde sagen, dass das auf einen ganz persönlich ankommt.

Ich bin zwar nicht Single, aber wenn ich es wäre, dann würde ich niemals mit einem Mann schon in der Datingphase schlafen. Erst wenn man dann zusammen ist. Es gibt natürlich auch bei einer Beziehung niemals die Garantie, dass man für immer zusammen ist, aber in der Datingphase kann ja alles quasi von einen auf den anderen Tag vorbei sein. Ich wäre mir dafür dann zu schade.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #4
Nik Traverse Nik Traverse
Ich verstehe nicht recht was Du genau meinst
In anderen Threads gab es einige, die z.B. meinten, sie würden mit Sex in Beziehungsanbahnungssituationen (es lebe der deutsche Bandwurmsatz) eher warten, manche ein bisschen, manche sehr lange, manche sogar, bis eine Beziehung aufgebaut ist. Andere sahen es eher nach dem Motto 'the proof is in the pudding' (Probieren geht über Studieren). Ich gehöre zur letzteren Gruppe, wenn auch nicht aus Prinzip; es war einfach immer so. Kam es nicht allerspätestens beim dritten Treffen zum Sex, kam es auch später nicht dazu. (eher fragwürdige Ausnahmen hab ich oben genannt.) Zu einer Beziehung kam es ggfs. so nach und nach deutlich später (nach wenigen oder ein paar Monaten).
Darum interessiert mich, wie das bei anderen ist, und warum. (letztres auch, weil ich die Gründe insb. bei der ersten, der "abwartenden" Gruppe, nicht wirklich verstehe.)
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #5
Ne, da gab es bei mir nie einen Zusammenhang.
Im Normalfall habe ich auch sehr früh Sex, keinesfalls würde ich warten, bis schon eine Beziehung besteht, was, wenn der Sex dann nicht passt?
Ich verstehe aber auch den Ansatz des "sich Aufsparens" oder des "sich zu schade sein" nicht. Als würde man beim Sex nur was geben, aber nicht selbst etwas bekommen?

Die Beziehungen, die nach längerem Kennen ohne Sex entstanden sind, haben sich jedenfalls in nichts darauf zurückzuführendem unterschieden.
Meine aktuelle, längste und beste Beziehung entstand aus einem ONS, erster Sex ca. zwei Stunden nach der ersten Begegnung.
 
Lollypoppy
Benutzer71335  (58) Planet-Liebe ist Startseite
  • #6
Je schneller es zu ersten Sex kam, umso länger die Beziehung.
Aber ich glaube kaum das meine Erfahrungen wissenschaftlich haltbar ist.
 
G
Benutzer Gast
  • #7
Ne, da gab es bei mir nie einen Zusammenhang.
Im Normalfall habe ich auch sehr früh Sex, keinesfalls würde ich warten, bis schon eine Beziehung besteht, was, wenn der Sex dann nicht passt?
Ich verstehe aber auch den Ansatz des "sich Aufsparens" oder des "sich zu schade sein" nicht. Als würde man beim Sex nur was geben, aber nicht selbst etwas bekommen?

Die Beziehungen, die nach längerem Kennen ohne Sex entstanden sind, haben sich jedenfalls in nichts darauf zurückzuführendem unterschieden.
Meine aktuelle, längste und beste Beziehung entstand aus einem ONS, erster Sex ca. zwei Stunden nach der ersten Begegnung.

Ich wäre mir zu schade mit jedem Mann zu schlafen, den ich mal gerade erst kennengelernt habe. Ich habe schon von Freunden, Bekannten usw. gehört, dass sie teilweise mehrere Datingphase pro Jahr haben, weil es dann letztendlich doch nicht so gepasst hat. Die Anzahl der Sexpartner würde ja dann immer höher und höher werden. Das muss aber auch jeder für sich entscheiden.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich da aus einer anderen Perspektive spreche. Ich hatte in meinem Leben ein einziges Date.
 
Florence Blackwell
Benutzer205991  (66) Öfter im Forum
  • #8
Nik Traverse Nik Traverse
Danke für die Erläuterung
Also ich kann drei Beziehungen vorweisen.. mit der letzten bin ich seit über 31 Jahren zusammen und 25 Jahre verheiratet und ja wir haben immer noch Sex.
Alle drei Beziehungen bahnten sich nach dem gleichen Prinzip an :Treffen und Langes Telefonat danach war klar man ist in einer Beziehung Sex kam dann zeitnah ganz von selbst.
Das klingt ungewöhnlich aber ich hatte da das richtige Bauchgefühl.
Bei der ersten Beziehung war es umgekehrt: ein zufälliges Telefonat sich verabredet zum Ausgehen dann war klar wir probieren das miteinander.
 
Mirella
Benutzer136760  Beiträge füllen Bücher
  • #9
Darum interessiert mich, wie das bei anderen ist, und warum. (letztres auch, weil ich die Gründe insb. bei der ersten, der "abwartenden" Gruppe, nicht wirklich verstehe.)
Die Gründe können sehr vielfältig sein.
Man kann sich beispielsweise wegen Unerfahrenheit Zeit lassen wollen oder einfach, weil man nicht der Typ ist für "schnelle Nummern".
Oder weil man mit schnellem Sex in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Oder ganz simpel aufgrund von Prägungen oder einem gewissen gesellschaftlichen Druck. Im Extremfall war das "kein Sex vor der Ehe".
Etc. pp.
 
Florence Blackwell
Benutzer205991  (66) Öfter im Forum
  • #10
Spiralnudel
Benutzer83901  (41) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #11
Ich hatte immer beim ersten oder zweiten Date Sex. 😃 Also auch bei meinen Beziehungen.

Allerdings: einmal erst viel später, das war dann aber auch ziemlicher Käse, aus verschiedenen Gründen. Und hat mich wieder darin bestärkt, so schnell wie möglich Sex zu haben. 🙂
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #12
Ich wäre mir zu schade mit jedem Mann zu schlafen..
Das hilft mir nicht, zu verstehen, was das denn konkret heißen soll. Zu schade für was? Wieso schade?
Wenn ich einen Menschen treffe, mit dem ich gerne Sex möchte, weiß ich mit dem "zu schade" echt nichts anzufangen.

Dass man Sex nur mit Gefühlen möchte, nur mit vertrauten Menschen, nur exklusiv usw.- kann ich alles nachvollziehen, da empfinden Menschen einfach unterschiedlich. Aber zu schade? Quasi zu wertvoll, um Sex mit jemandem zu haben?
Erschließt sich mir nicht.

Vielleicht stört mich aber zusätzlich der (vielleicht? logischerweise?) zugrundeliegende Gedanke, man (oder eher Frau) sei weniger wert, wenn sie einfach gerne unverbindlich Sex hat.
 
Caelyn
Benutzer87573  (37) Sehr bekannt hier
  • #13
Hm, ich hatte bisher außer in meiner ersten Beziehung immer nach dem ersten bis dritten "Date" (war oft nicht so deklariert) Sex. Die Beziehungen die daraus hervorgingen gingen zwischen 2 und 9 Jahren.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #14
Ich wäre mir zu schade mit jedem Mann zu schlafen, den ich mal gerade erst kennengelernt habe. Ich habe schon von Freunden, Bekannten usw. gehört, dass sie teilweise mehrere Datingphase pro Jahr haben, weil es dann letztendlich doch nicht so gepasst hat. Die Anzahl der Sexpartner würde ja dann immer höher und höher werden.
Daraus, schnell mit denen Sex gehabt zu haben, mit denen mehr daraus wurde, folgt im Umkehrschluss allerdings nicht notwendig, dass man mit all den anderen, die man z.B. datet, überhaupt Sex hat. Zumindest meiner Erfahrung nach.
Man kann sich beispielsweise wegen Unerfahrenheit Zeit lassen wollen
Das stimmt. Ich hab mir allerdings im Gegenteil aus Unerfahrenheit damals viell. auch deshalb keine Zeit gelassen, weil ich - nicht zu Unrecht - befürchtete, dass es dann gar nicht dazu kommen würde, und darauf mit Ü20 keine Lust mehr hatte.
Ein wenig geht es mir bis heute so: Ich hab mir manchmal Zeit gelassen. Auch monatelang. Dann gab es nur nie Sex. D.h. wenn ich Lust darauf habe, erscheint mir warten rein aus individueller Erfahrung nicht so ratsam. Kann natürlich ein Fehlschluss sein.
 
G
Benutzer Gast
  • #15
Das hilft mir nicht, zu verstehen, was das denn konkret heißen soll. Zu schade für was? Wieso schade?
Wenn ich einen Menschen treffe, mit dem ich gerne Sex möchte, weiß ich mit dem "zu schade" echt nichts anzufangen.

Dass man Sex nur mit Gefühlen möchte, nur mit vertrauten Menschen, nur exklusiv usw.- kann ich alles nachvollziehen, da empfinden Menschen einfach unterschiedlich. Aber zu schade? Quasi zu wertvoll, um Sex mit jemandem zu haben?
Erschließt sich mir nicht.

Vielleicht stört mich aber zusätzlich der (vielleicht? logischerweise?) zugrundeliegende Gedanke, man (oder eher Frau) sei weniger wert, wenn sie einfach gerne unverbindlich Sex hat.

Das muss, wie gesagt, jeder selber entscheiden. Und wenn man das anders sieht, dann kann man sich gegenseitig vielleicht nicht so gut verstehen oder die jeweils andere Meinung nicht nachvollziehen.

Ich möchte nicht Sexpartner, wie Briefmarken sammeln. Ich möchte nicht die sein, die jeder haben kann, der nett ist und vielleicht gut aussieht. Was anderes kann es ja nicht sein, weil man sich beim ersten oder zweiten Date nicht kennt. Das sind dann quasi Fremde. Ich wüsste über diesen Mann dann genau so viel, wie über meinen Nachbarn oder den Postboten, mit dem ich mich ein paar Mal unterhalten habe. Ich würde auch niemals ein ONS haben. Es gehört für mich dann schon mehr dazu, als nur den Namen und zwei drei Details aus dem Leben zu kennen. Und genau für diese Art von Sex bin ich mir zu schade.

Es ist mir aber auch noch nie passiert, dass ich einen Mann zum ersten Mal gesehen habe, kurz geredet habe und direkt dachte, dass ich mit ihm unbedingt schlafen will.
 
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Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #29
Interessant. Ich war bereits verheiratet und hatte mehrere Beziehungen und dennoch ist mir nicht bekannt wann Dating aufhört und die Beziehung anfängt.
Ich hab mir den Tag des Kennenlernens und des ersten Sexes ein paar Tage später gemerkt. Den haben meine Ex-Partnerin und ich zwei Jahrzehnte lang zelebriert. Einen genauen Beginn der Beziehung hätten wir nicht angeben können. In anderen Fällen genauso.
Äußerst involviert war ich teils schon vorher, mit meiner letzten Ex schon mindestens einen Monat vor dem ersten Treffen.
Aber über Beziehungsdefinitionen oder Zukunftsvorstellungen haben wir erst in den Monaten danach gesprochen. Ich wüsste auch nicht so richtig, wie das anders gehen soll. Ich weiß das doch am Anfang noch nicht.
Das könnte übrigens einer der Knackpunkte in der Frage sein: Die einen folgen der Anziehung, die Form folgt später. Die anderen machen es umgekehrt. Und sicherlich vieles dazwischen und quer dazu.
edit: ich seh i.Ü. schon auch Nachteile meines (bisherigen) Vorgehens. Eine gewisse Mystifizierung sexueller Anziehung, die kein Garant einer guten menschlichen Dynamik ist. Aber was ist schon einer? Ich hab es ohne diese nicht wiederholbare sexuelle Passung versucht. Daraus folgten im besten Fall platonische Freundschaften. Nichts gegen diese. Aber wäre ich gut beraten, nach Monaten noch immer auf den Funken zu warten?
 
Zuletzt bearbeitet:
Buenosaurus
Benutzer186761  (52) Öfter im Forum
  • #44
Ich hab mir manchmal Zeit gelassen. Auch monatelang. Dann gab es nur nie Sex. D.h. wenn ich Lust darauf habe, erscheint mir warten rein aus individueller Erfahrung nicht so ratsam.
Irgendwann muss dann ja in einem Internet-Forum jemand daherkommen und die Standard-Aufforderung stellen: "Definiere 'Sex'!" 😄

Ja, ich war schon in Beziehungen, die mit Sex¹ beim ersten oder zweiten Date begonnen haben.

Ja, ich war auch schon in Beziehungen, in denen wir wochen- oder monatelang auf den ersten "Sex" (wie soll ich das definieren?) gewartet haben: da ging es dann meistens um ungeklärte Fragen der Verhütung² oder um das Warten auf Testergebnisse.³

Trotzdem ist es auch bei den Beziehungen, bei denen erstmal kein Sex¹ stattfand, trotzdem zu jeder Menge körperlicher Interaktion gekommen: wir haben vom ersten oder zweiten Date an heftig geküsst, geknutscht, uns alsbald gegenseitig ausgezogen und wechselseitig befriedigt. Zählt das als "Sex"? Für mich schon.

Weil: allen meinen Dates hat immer das Prinzip der gegenseitigen körperlichen Anziehung zu Grunde gelegen. Ohne dieses gegenseitige Verständnis von "sie will mich, ich will sie" hätten wir uns nicht getroffen und wären auch nicht in eine Beziehung eingetreten. - All dies waren freilich Real-Life-Dates; wie es Online funktionieren kann, kann ich mangels Erfahrung nicht ermessen.

Was ich mir nicht vorstellen kann, das wäre ein erstes Date ohne diesen Funken der gegenseitigen körperlichen Anziehung, bei dem ich dann weiterdate in der Hoffnung, dass das ja vielleicht irgendwann noch kommen könnte.

Noch ein Wort zu den Jahrestagen, weil alle meine Partnerinnen das irgendwann lächelnd mit mir diskutiert haben: der Tag, als ich ihr zum ersten Mal aufgefallen bin, und sie dachte: "Den will ich haben!" Der Tag, als sie mir zum ersten Mal aufgefallen ist, und ich dachte: "Die will ich haben!" Der Tag, als ich den ersten von ihr lange herbeigehofften move gemacht habe (meistens etwas in der Art von: einen Vorwand zum Austausch von Telefonnummern finden). Schließlich: der Tag des ersten Dates (mit Küssen, weil: wechselseitige körperliche Anziehung).

¹ Penetrativ.
² Frau mit Latex-Allergie; lange auf die bestellten Latex-freien Kondome gewartet und dann festgestellt, dass die sich wie Butterbrot-Papiertüten anfühlen und für beide echte Lustkiller waren.
³ In Berlin musste man damals für einen AIDS-Test zum Institut für Tropenmedizin gehen. Das fand ich amüsant.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #47
Irgendwann muss dann ja in einem Internet-Forum jemand daherkommen und die Standard-Aufforderung stellen: "Definiere 'Sex'!" 😄
Gut, dass Du das ansprichst. Ich hab einfach jede sexuelle Aktivität gemeint, weil ich da nicht so unterscheiden würde. Also ob ich jetzt z.B. mit jemandem manuell rummache oder AV habe, ist für mich eher zweitrangig. Aber für andere viell. nicht, also gebührt Dir Lob, dass Du den Punkt ansprichst.
Ja, ich war auch schon in Beziehungen, in denen wir wochen- oder monatelang auf den ersten "Sex" (wie soll ich das definieren?) gewartet haben: da ging es dann meistens um ungeklärte Fragen der Verhütung² oder um das Warten auf Testergebnisse.³
Das mit den Tests hat MoniBonboni MoniBonboni auch erwähnt. Ich teste ja regelmäßig, aber gezielt vor dem ersten sexuellen Kontakt mit jemandem? Warum? Oder gab es davor Risikokontakte?
In der Tropenmedizin hätten wir uns übrigens treffen können. Da war ich auch mal mit ner Freundin, dort wurde mir dann der Hausarzt vermittelt, der seitdem alle STI gratis testet.
Trotzdem ist es auch bei den Beziehungen, bei denen erstmal kein Sex¹ stattfand, trotzdem zu jeder Menge körperlicher Interaktion gekommen: wir haben vom ersten oder zweiten Date an heftig geküsst, geknutscht, uns alsbald gegenseitig ausgezogen und wechselseitig befriedigt. Zählt das als "Sex"? Für mich schon.
Auf jeden Fall.
In ca. der Hälfte der Fälle war das bei mir auch so, in der anderen auch mit GV/AV.
Weil: allen meinen Dates hat immer das Prinzip der gegenseitigen körperlichen Anziehung zu Grunde gelegen. Ohne dieses gegenseitige Verständnis von "sie will mich, ich will sie" hätten wir uns nicht getroffen und wären auch nicht in eine Beziehung eingetreten. - All dies waren freilich Real-Life-Dates; wie es Online funktionieren kann, kann ich mangels Erfahrung nicht ermessen.
War bei mir genauso.
Online war es in meinem Fall nicht völlig anders, in einem dauerte es etwas länger mit dem Treffen (7 Wochen) wegen räumlicher Distanz, aber die körperliche Anziehung war spätestens beim ersten Videochat klar.
Was ich mir nicht vorstellen kann, das wäre ein erstes Date ohne diesen Funken der gegenseitigen körperlichen Anziehung, bei dem ich dann weiterdate in der Hoffnung, dass das ja vielleicht irgendwann noch kommen könnte.
Wobei es bei mir auch auch noch die gibt, bei denen die Art des Funkens nicht völlig klar ist. Die hab ich dann schon weiter getroffen, auch monatelang. Es kam dann aber nie zum Sex, aber sonst war es super. Hätte ich aber am Anfang nicht so klar sagen können.
 
G
Benutzer Gast
  • #48
Natürlich nicht, aber ohne ist der Rest wenig wert. Demnach muss sie vorhanden sein, um die Möglichkeit einer Beziehung überhaupt in Erwägung zu ziehen. Und es verhält sich mit der Anziehung halt keineswegs so unterkomplex, wie du hier skizzierst. Ich wäre froh drum, wenn es so wäre.

Der ausschlaggebende Punkt, warum ich persönlich kein OD betreibe. Die Suche danach, wäre mir schlichtweg zu anstrengend, weil es so selten ist.

Wenn du jemand bist, die da mehr Sicherheit im Vorfeld braucht, ist das ja vollkommen legitim. Aber das hat wenig mit hohen oder niedrigen Ansprüchen zu tun, nur weil du dich mit einem Menschen vertraut machen willst, bevor du mit ihm intim wirst.

Zumal wie definiert man hoch oder niedrig in dem Kontext ? Ich bin mir sicher, dass wenn sich einige Menschen hier deine Beziehung und deinen Partner anschauen würden, zu dem Schluss kämen, dass der Mann für sie nichts wäre. Bedeutet das dann im Umkehrschluss, dass du niedrige Ansprüche an einen Mann stellst? Nein, natürlich nicht. Du hast nur andere, das ist alles.

Es ging mir nicht darum, dass man generell niedrige Ansprüche hat, sondern darum, dass diese am Anfang ja noch gar nicht so bekannt sind. Das stellt sich ja erst nach jedem Treffen etc. immer mehr heraus. Und daher könnte ich nicht direkt mit einem Mann schlafen, weil ich vorher quasi alles über ihn wissen will. Ich wüsste nicht, woher ich das alles schon am Anfang nach wenigen Gespräche wissen kann.

Was macht er im Leben? Wie stellt er sich die Zukunft vor? Wie war seine Kindheit? Was hat er im Leben schon so erlebt? Welche Wünsche, Träume und Ziele hat er. Was sind seine tiefsten Emotionen, Gedanken, Gefühle? Gibt es vielleicht auch irgendwelche Sorgen und Ängste? Hat er irgendwelche Macken oder komischen Angewohnheiten? Wie gestaltet er seinen Alltag? Wie verhält er sich gegenüber anderen? Fremden? Freunden? Familie?

Ich könnte noch viel mehr aufzählen, aber hoffe man versteht, wieso ich nicht direkt mit einem Mann schlafen würde. Und was ich meinte mit wenig Ansprüchen. Das alles kann man ja nicht direkt am Anfang wissen.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #70
habe ich eben auch dieses beschleichende Gefühl, dass ein Mann sich von mir abwenden könnte, nachdem wir früh so intim waren. Und dass das eben besonders wehtut, wenn ich mir eine Beziehung mit diesem gewünscht habe.
sehe aber einen gefühlten Zusammenhang zwischen schnell Sex haben und als Nicht-Beziehungsmaterial abgestempelt werden. Eventuell ist das auch eine Angst von mir.
Ich verstehe das vor dem Hintergrund Deiner Erfahrungen ganz gut.

Eine Frage, die ich mir stelle - jetzt nicht nur an Dich speziell, sondern generell und an Alle: Hat eigentlich niemand Sorge, dass jemand sich abwenden könnte, wenn es nicht früh zu Sex kommt? Sieht also einen gefühlten Zusammenhang zwischen nicht schnell Sex haben und als für eine Beziehung nicht in Frage kommend (bitte nicht Material!) abgestempelt zu werden?

Eine, mit der ich erst beim dritten Date Sex hatte, pflegte später zu erzählen, sie habe sich deshalb schon sehr gefragt, ob ich nicht nur an einer Freundschaft interessiert bin (Fun Fact: Tatsächlich war ich mir nicht ganz sicher). Also ich hätte die Sorge definitiv.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #73
Das tatsächlich nicht. Wenn die Anziehung da ist, ist sie da, egal wann es zum Sex kommt. Wenn die verschwindet, nur weils nicht schnell genug zum Sex kam, dann war sie nie relevant groß.
Das ist die Frage. Ich rätsle da noch. Zur Auswahl im Rahmen des Experiments meines Lebens stehen bisher a) sie verschwindet nicht, sondern wird sublimiert oder kompensiert, denn es gibt andere Gründe, warum es später nicht mehr zum Sex kommt (zu kompliziert, gefährdet die Freundschaft z.B.), b) sie verschwindet (zumindest langsam), weil stabile sexuelle Anziehung (zumindest bei mir) wesentlich aus der sexuellen Praxis folgt, während rein imaginäre Anziehung flüchtiger ist, c) sie verschwindet bei einer Person (was z.B. in meinem Fall damit zusammenhängen könnte, dass ich ziemlich gut begeistern kann, aber dies zu einem späteren Zeitpunkt offensichtlich eher auf anderen Ebenen), d) sie verschwindet nicht, aber die Fähigkeit zu ihrer Umsetzung verschwindet, weil die Spontaneität nicht mehr da ist, der Kopf sich in der Weg stellt etc., e) man kann das gar nicht wissen, weil es nie in einem Fall zugleich früh dazu kommen und nicht früh dazu kommen kann, und im Bereich Sex kein Fall mit dem anderen vergleichbar ist, womit sich alle möglichen Annahmen immer selbst bestätigen.
Ist tatsächlich nicht nur lustig gemeint. Es ist mir wirklich ein Rätsel, warum Sex zu einem späteren Zeitpunkt nicht zu meinem Repertoire gehört (und damit meine ich nicht nur Fähigkeiten, sondern auch Möglichkeiten).
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #75
Siehst Du das für Dich denn als Einschränkung in Deinem Leben Nick?
Warum?
Hast Du Angst dadurch etwas zu verlieren oder nicht zu bekommen?
Nein, ich bekomm ja eh nichts Relevantes derzeit. Insofern ja, Einschränkung in höchstem Maße, aber ich glaub nicht dadurch.
Bin nur erstaunt, weil ich auch in jüngster Vergangenheit in ein, zwei Fällen schon über Monate Leute traf, bei denen es - in einem Fall deutliche - Anziehung gab, ohne dass je irgendwas sexuell Relevantes passierte. Wenn etwas passierte, dann war es immer sehr schnell und oft überraschend.
Meinst Du,Du verlierst das Gespür für die richtige Zeit?(Ich weiss gar nicht,ob es das überhaupt gibt).
🙃
Wie gesagt, ich bin fast immer überrascht, wenn es zu einer Annäherung kommt. Habe keine Ahnung, warum das manchmal so schnell so ist und sonst nicht. Das passiert wohl meist vorrational. Oder eben nicht. Daraus kann man jetzt schließen, dass ich das absolute Gespür habe. Oder überhaupt keines.

Bezüglich der liebevoll von mir aufgestellten Hypothesen gibt es i.Ü. noch eine einfache Lösung, f) bei großer Anziehung warte ich nie und sonst gibt es sie nicht, sodass der Fall 'große Anziehung + Warten' nie eintritt, eben aufgrund der großen Anziehung. Aber das wäre viell. etwas zu banal.
 
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Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #104
Sehr interessante Frage. Hast du denn diese Angst?
Ich hatte sie zumindest schon. Weil es ja meine Erfahrung ist. Später hieß immer nie.
Also ich habe die umgekehrte Angst deutlich stärker. Dass jemand mit mir Sex haben möchte und ich dann "zu schnell" mich ihm hingebe und er sich dann abwendet und mich "alleine lässt". Denn ich glaube, ich wäre viel weniger verletzt, wenn ich mit der Person keinen Sex gehabt hätte und sie sich dann abwendet. Ausserdem halte ich es für unwahrscheinlicher. Jemanden der mich zum Sex drängt, oder nur das von mir will, ich es ihm aber nicht gebe, der ist ja kein Verlust für mich.
Hältst Du es für möglich, dass das etwas zu tun hat mit a) wer hier wen drängt und wer sich "hingibt"? Also was wäre z.B., wenn Du drängst und der andere sich hingibt? Oder ist das eine undenkbare Konstellation? Warum? und b) was an sich man als verletztlich ansieht: ich z.B. meinen Körper in sexueller Hinsicht eher nicht. Ich will keinen schlechten Sex haben, aber das hat m.E. nichts damit zu tun, wann man den hat. Verletzlich bin ich in anderen Hinsichten, das hat aber wenig mit Sex zu tun. Insofern gute Gründe, jemanden nicht gleich menschlich an mich ranzulassen, aber sexuell spricht nichts dagegen. Du hast vielleicht andere Verletzlichkeiten.
Während jemand, der sich tiefergehend für mich und nicht nur meinen Körper interessiert, sicher kein so grosses Problem damit hätte, etwas zu warten.
Ich hätte kein Problem zu warten, wenn ich mich tiefergehend für Dich interessieren würde. Es würde nur nie zum Sex kommen. Ich würde auch nicht auf Sex warten, sondern ihn vergessen, weil ich mich ja tiefergehend für Dich interessiere und mich das zu sehr in Anspruch nimmt. Am Ende würde ich mich wahrscheinlich weiter tiefergehend für Dich interessieren, nur nicht für Deinen Körper.
Dazu kommt noch die Frage, über welchen Zeitraum wir hier reden? Ist es für euch denn "spät" wenn man "erst" beim 5. Date oder so Sex hat?
Das ist sehr spät, später als 3. noch nie und das auch nur einmal.
So mit 20 gab es zwei Ausnahmen, weil eine, in die ich verliebt war, sie aber nicht in mich, mich nach einem Jahr trotzdem verführt hat (nur um tags darauf mit meinem besten Freund ins Bett zu steigen), und ich mit meiner besten Freundin aus der Schulzeit später mal bisschen Sex ausprobiert habe, was aber letztlich nicht so richtig gepasst hat (und vergeben war sie auch).
Du wirst verstehen, dass das (mal abgesehen davon, dass es ewig her ist) nicht so positive Gegenbeispiele sind.
Manche haben ja die Regel, erst nach 3 Monaten Sex zu haben, was sogar ich recht spät fände.
Woher kommt die denn?
Irgendwann ist ja dann schliesslich auch der Spannungsbogen ausgeleiert oder?
Klar, einen richtigen Zeitpunkt gibt es nicht für sowas, aber man geniesst doch auch etwas die Spannung, bevor es geschieht oder nicht?
Für manche ist die wichtiger als für andere. Ich komm eher in Fahrt, wenn die Spannung vorbei ist und es mal an die Umsetzung geht, sie selbst gibt mir vergleichsweise wenig. Andere finden die das beste. Wie lang der Bogen zum Pfeil geht, bevor er bricht - oder so ähnlich -, das weiß ich nicht. Bei mir geht der dann eh wieder weg, wenn nichts passiert. Ist auch besser so, sonst würde es mich nerven.
Ausnahme: Meine letzte Ex. 7 Wochen vor dem ersten Date. Der Sex ging drei Tage. War fantastisch, aber ehrlich gesagt wünsch ich mir derzeit eher was Ruhigeres mit weniger Spannung.
 
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Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #152
Aber da mich Nik Traverse Nik Traverse s urspruengliche Threadfrage schon auch sehr interessiert...(vielleicht haettest du eine Umfrage starten sollen?)
Hab ich überlegt, aber was würde die am Ende aussagen? So finde ich es differenzierter.
Also kurz und knapp: meine Devise fuer die Zukunft lautet:Warten! Und warten ist in dem Fall der Beziehungssuche eine Win Win Situation.
Für Dich passt es sicher gut so. Und ich kann es jetzt noch besser verstehen.
(auch wenn mir zu denken gibt, dass Du von einem Bekannten und eben nicht einem Unvertrauten spricht - wenn Du davon denn überhaupt sprechen willst, sonst lösche ich den Teil wieder.)

Warum es für mich keine win-win-Situation ist, habe ich ja gesagt: Wenn ich Lust auf Sex mit wem habe und warte, dann kommt es nicht dazu. Das ist, sofern die Person megainteressant ist, vielleicht egal, aber nicht win-win.
Außerdem fände ich es auch nicht so prickelnd, auf etwas zu warten, das dann nicht gut ist, weil ich dann schon mehr involviert wäre und darum nicht so entspannt damit.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #212
Was hat denn die Aussage für eine Wertung, dass lange trauern ein Hinweis auf superbe Person ist? Eine positive, demnach ist kurz leiden = war eher kein Verlust.
Das sagt mir halt mein Hausmannverstand. :zwinker: Ernsthaft, ich sprach doch über meine Ex, das weiß ich dann doch. Davon, dass der Satz sich umkehren lässt, war nicht die Rede.
Wie geht das? Du musst das patentieren, damit wirst du sehr reich. Ob ich leide kann ich wahrlich nicht beeinflussen, wie lange, das kann ich schon tun.
Wirklich? Man nennt es produktive Verdrängung. Ohne die wäre ich nicht alltagstauglich und bei weitem weniger fröhlich. I.a.W.: Dass ich trauere komplett zu verdrängen, wäre in meinen Augen ungesund, wann ich es tue zu beeinflussen ist Ausdruck von Lebensbewältigungskompetenz.
Definiere bitte schnell.
Für mich wäre schnell nach einem Monat und dagegen langsam nach 1-2 Jahren. Pauschal gesprochen, in konkretem Fall spielt noch eine Rolle wie war die Beziehung gegen Ende. Wenn sie hässlich war, habe ich einen Teil der Verabschiedung bereits in der Beziehung geleistet.
Ja, das erstere ist tatsächlich undenkbar für mich. Selbst wenn es wenige Monate waren und nicht so richtig super, brauche ich länger. 1-2 Jahre sind nichts. Aber es hängt natürlich schon auch von der Bindung, Intensität und Dauer ab. Verabschiedung in Deinem Sinne hatte ich nicht sehr ausgeprägt, so hässlich war es nicht, aber Gründe für eine Trennung. Die Trauer hat das nicht abgekürzt.
Ich finde es übrigens auch nicht unbeeindruckend, wie manche das anders machen. Mein frisch getrennter Freund hat schon die nächste am Haken, meine Schwester ging vom einen zum anderen. Ich wäre schon froh, nach 2,5 Jahren wen zur fröhlichen Ablenkung zu haben.
Für mich persönlich ist es nachweislich schlechter, wenn ich länger leide. Finde nichts gutes an sehr lange leiden.
Ja sicher. Aber kurz unsäglich trauern und über längere Dauer immer mal wieder ein bisschen, das nimmt sich nichts.
Ich verstehe immer noch nicht, was das mit dem Intellekt zu tun hat. Evtl. bin ich zu doof um das zu verstehen.
:upsidedown: So wird es sein. Ich bin von der Art, wie ich denke, eher Optimist. (sonst auch, aber Intellekt betrifft das Denken.)
Dafür gibt es keinen zureichenden Grund, aber es geht einem besser und ich denke, es beeinflusst auch das Handeln positiv.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #213
Und wie beeinflusst man das?
Indem man seinen Fokus auf sein eigenes Leben verschiebt und nicht in der Vergangenheit feststeckt. Wenn die nämlicher schöner ist, als das eigene gegenwärtige Leben, dann ist das das eigentliche Thema.
Aus meiner Sicht sagt langes Leiden nichts über die Qualität der Person von der wir uns getrennt haben, dafür aber viel über unsere eigene Kompetenz Leid zu verarbeiten und darüber wie sehr unsere Bewältigungskompezenz ausgeprägt ist.
Absolut 👍 es kommt darauf an, was ein Mensch aus dem Verlust macht und nicht, ob es für ihn überhaupt ein Verlust ist.

ICh muss ja nicht gleich wieder nach einem Ersatz dafür suchen - in welcher Form auch immer - nur weil ich nichts mit mir und meinem Leben anzufangen weiß.

Stattdessen könnte man ja auch einfach seinen Fokus auf andere Lebensbereiche richten: die Beziehung zur Familie und Freunden intensivieren, mehr quality time mit seinen Kindern verbringen, beruflich sich weiterentwickeln, oder anderweitige Projekte angehen, die man schon immer angehen wollte.

Gestern mit Kolleginnen privat getroffen und eine davon befindet sich mitten in der Scheidung. Sie hat sich einen Traum erfüllt, ist an einen wunderschönen Kurort gezogen und macht gerade ihren Bootsführerschein, weil sie das Gewässer vor der Tür hat. Die ersten Trips wurden gestern schon geplant und damit schafft sie ja wieder sehr schöne Erinnerungen für ihr eigenes Leben.

Sie bleibt nicht stehen - Menschen, die lange leiden aber eben schon.

Die Bandbreite ist ja groß und erfüllende Bindungen kommen nicht nur im Gewand einer romantischen Beziehung daher. Am Ende kann der Verlust rückblickend sogar noch eine positive Komponente gehabt haben, sofern man die Chancen darin für sich sehen kann.
 
Nevery
Benutzer72433  Planet-Liebe ist Startseite
  • #214
Sie bleibt nicht stehen - Menschen, die lange leiden aber eben schon.
Nö, nicht zwingend. Man kann auch mit Leid vorwärtsgehen. Besonders wenn man das Talent hat, eben nicht durchgehend hilflos zu leiden.

Vielleicht denken Menschen, die eher kurz und heftig leiden, dass Menschen, die lange leiden, permanent in diesem Zustand verharren. Dem ist nicht so. Ich kenne beide Varianten, weil ich "damit leben, ohne sich davon betäuben zu lassen" erst lernen musste. Leid, Schmerz, Trauer, das hat alles seinen Raum, aber ich entscheide, wann genau.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #215
Ja sicher. Aber kurz unsäglich trauern und über längere Dauer immer mal wieder ein bisschen, das nimmt sich nichts
Nehme immer lieber kurz und unsäglich. Immer!
Da ich noch nicht gelernt habe, wie ich Leiden in die Zeit terminiere in die es besser passt, das zu können wünsche ich mir schon, kenne offline keinen aus meinem Freundeskreis der das kann. Also dann tausend Mal lieber unpassed (es passt eh nie!), heftig und kurz.
So behandle ich alles in meinem Leben: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Das was dir gut tut, macht mich kaputt.

Dein Freund der binnen einer Woche eine neue hat verarbeitet noch nichts, das ist die Verdrängungstrategie und kommt mit voller Wucht zurück.
🫠
Indem man seinen Fokus auf sein eigenes Leben verschiebt und nicht in der Vergangenheit feststeckt. Wenn die nämlicher schöner ist, als das eigene gegenwärtige Leben, dann ist das das eigentliche Thema.
👍da wären wir bei "was ich persönlich tun kann".
Absolut 👍 es kommt darauf an, was ein Mensch aus dem Verlust macht und nicht, ob es für ihn überhaupt ein Verlust ist
👍
geplant und damit schafft sie ja wieder sehr schöne Erinnerungen für ihr eigenes Leben
Das. Es muss neue Erlebnisse, Eindrücke und Empfindungen geben, sonst liegt zwischen mir und dem Kummer nichts.🙈
Sie bleibt nicht stehen - Menschen, die lange leiden aber eben schon.
Kann ich aus meinem Umfeld bestätigen. Mein bester Freund: niemand hat so geliebt wie er, niemand hat diesen Schmerz je gefühlt, yada yada. Wir können es alle nicht mehr hören. Schade, den so vergeudet er sein eigenes Leben und hält sich seit Jahren in der Emotion und Erinnerung fest.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #216
Indem man seinen Fokus auf sein eigenes Leben verschiebt und nicht in der Vergangenheit feststeckt. Wenn die nämlicher schöner ist, als das eigene gegenwärtige Leben, dann ist das das eigentliche Thema.
Das sehe ich genauso.
Hier ging es aber um Trauer, nicht um Nostalgie. Trauer ist Lösung und Verarbeitung, also das Gegenteil von Feststecken.
Stattdessen könnte man ja auch einfach seinen Fokus auf andere Lebensbereiche richten: die Beziehung zur Familie und Freunden intensivieren, mehr quality time mit seinen Kindern verbringen, beruflich sich weiterentwickeln, oder anderweitige Projekte angehen, die man schon immer angehen wollte.
Auch das sehe und mache ich genauso.
Die Trauer ist deshalb nicht weg.
Die Bandbreite ist ja groß und erfüllende Bindungen kommen nicht nur im Gewand einer romantischen Beziehung daher.
Exakt!

Wir sind übrigens immer noch im falschen Thread, egal.
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #217
Nehme immer lieber kurz und unsäglich. Immer!
Da ich noch nicht gelernt habe, wie ich Leiden in die Zeit terminiere in die es besser passt, das zu können wünsche ich mir schon, kenne offline keinen aus meinem Freundeskreis der das kann. Also dann tausend Mal lieber unpassed (es passt eh nie!), heftig und kurz.
So behandle ich alles in meinem Leben: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Ich bewundere das auch ein wenig. Aber meine Leidenschaften sind zu stark, als dass ich sie ganz ohne Regie lassen möchte. Eine starke Regie, die braucht es. Ich weiß aber nicht, ob ich das generell empfehlen würde. Es lebt sich damit wie auf dem Rücken eines Tigers, den man zügelt.
Dein Freund der binnen einer Woche eine neue hat verarbeitet noch nichts, das ist die Verdrängungstrategie und kommt mit voller Wucht zurück.
Der hat keine Neue, nur schon wieder eine Interessierte zur Ablenkung. Faszinierend, das können manche. Ist mir völlig unverständlich. Wo kommen die immer plötzlich her in solchen Situationen?
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #218
Aber meine Leidenschaften sind zu stark, als dass ich sie ganz ohne Regie lassen möchte
Stark kann ich bestätigen. Ich zerfiel gefühlt fünf Mal täglich in tausende Stücke. Ganze Nächte weinend wach, das volle Programm.
Eine starke Regie, die braucht es. Ich weiß aber nicht, ob ich das generell empfehlen würde
Auch wenn du das empfehlen würdest, ich kann es nicht.
Wo kommen die immer plötzlich her in solchen Situationen
😅
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #219
Hier ging es aber um Trauer, nicht um Nostalgie. Trauer ist Lösung und Verarbeitung, also das Gegenteil von Feststecken.
Sorry, aber du redest dahinghend ziemlichen Unsinn. In der klinischen Psychologie würde man alles, was über 12 Monate an Trauer überschreitet, als Trauerstörung diagnostizieren und schauen, woran es liegt.

Und wie du bei meinen Schilderungen auf Nostalgie kommst, erschließt sich mir auch nicht.



Aber meine Leidenschaften sind zu stark, als dass ich sie ganz ohne Regie lassen möchte.
Wenn du dich von deinen Gefühlen überflutet fühlst, dann hat das nicht ausschließlich etwas mit der Intensität zu tun, sondern auch mit fehlenden Ressourcen im Umgang damit.

In einem "idealen Trauerprozess" gibt es auch eine Vorwärtsbewegung und eine Neustrukturierung der eigenen Identität, trotz des Schmerzes über den Verlust.

Schließlich muss man alles begraben, was man sich mit diesem Menschen aufgebaut hat und was da hätte noch kommen können. Das ist die Trauer. Wer die nicht richtig zulassen kann, bleibt länger darin, als die Menschen, die sich dem stellen.




Stark kann ich bestätigen. Ich zerfiel gefühlt fünf Mal täglich in tausende Stücke. Ganze Nächte weinend wach, das volle Programm
Ja, das ist eben diese akute Trauerreaktion, die man aber auch durchlaufen muss, um so eine Art emotionale Entgiftung zu erfahren. 👍
 
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #220
Sorry, aber du redest dahinghend ziemlichen Unsinn. In der klinischen Psychologie würde man alles, was über 12 Monate an Trauer überschreitet, als Trauerstörung diagnostizieren und schauen, woran es liegt.
Ich weiß nicht genau, was es in der insgesamt für Positionen dazu gibt. Die beiden klinischen Psychologinnen in meinem engeren Umfeld sehen das nicht so. Mir ist es ehrlich gesagt auch egal. Was ändert es, das als 'Störung' zu labeln?
edit: "Um die Diagnose "anhaltende Trauerstörung" stellen zu können, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein: Der Tod einer nahestehenden Person muss mindestens sechs Monate zurückliegen, es besteht ein starkes Verlangen nach der oder dem Verstorbenen oder eine anhaltende Beschäftigung mit der verstorbenen Person, begleitet von starken Gefühlen wie zum Beispiel Trauer, Schuldgefühlen, Wut oder emotionaler Taubheit. Betroffene haben Schwierigkeiten, den Verlust zu akzeptieren, mit anderen sozial zu interagieren oder anderen Aktivitäten nachzugehen. Durch die anhaltende Trauerstörung sind die Betroffenen deutlich beeinträchtigt in persönlichen und beruflichen Lebensbereichen." Trauerstörung (nach ICD-11 6B42) Das ist für Todesfälle und es wird mitunter ein Vergleich mit Trennungen gezogen; eine klinische Diagnostik speziell für letztere gibt es nicht oder ich habe sie nicht gefunden.
Und wie du bei meinen Schilderungen auf Nostalgie kommst, erschließt sich mir auch nicht.
Das war an MoniBonboni MoniBonboni gerichtet, weil ich den Eindruck hatte, sie denkt (in meinem Fall) an Verklärung. Die ist aber bei Trauer nicht notwendig impliziert.
Wenn du dich von deinen Gefühlen überflutet fühlst, dann hat das nicht ausschließlich etwas mit der Intensität zu tun, sondern auch mit fehlenden Ressourcen im Umgang damit.
In einem "idealen Trauerprozess" gibt es auch eine Vorwärtsbewegung und eine Neustrukturierung der eigenen Identität, trotz des Schmerzes über den Verlust.
Schließlich muss man alles begraben, was man sich mit diesem Menschen aufgebaut hat und was da hätte noch kommen können. Das ist die Trauer. Wer die nicht richtig zulassen kann, bleibt länger darin, als die Menschen, die sich dem stellen.
Ja, das denke ich auch. Darum geht es, die Trauer bewusst Stück für Stück zulassen, und damit weiterzukommen/sich neu zu strukturieren. Das zeugt nicht von fehlenden, sondern von guten Ressourcen im Umgang damit, die mich manchmal selbst überraschen
Ja, das ist eben diese akute Trauerreaktion, die man aber auch durchlaufen muss, um so eine Art emotionale Entgiftung zu erfahren. 👍
Eben. Und die Geschwindigkeiten und Umgangsweisen unterscheiden sich hier.
 
Zuletzt bearbeitet:
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #221
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #222
Das war die Fehlinterpretation😉.
Allerdings. Mein Gedächtnis hat mich nämlich getrogen, warum auch immer.
Anna1309 schrieb:
Indem man seinen Fokus auf sein eigenes Leben verschiebt und nicht in der Vergangenheit feststeckt. Wenn die nämlicher schöner ist, als das eigene gegenwärtige Leben, dann ist das das eigentliche Thema.
Und das klingt nach Nostalgie, von der ich als (zu?) sehr auf die Gegenwart fokussierter Mensch nicht sprach.
Wobei ich schon konzediere, dass die Vergangenheit mit zunehmendem Alter mehr Gewicht bekommt, einfach weil man eine hat.

Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass wir diese Diskussion hier führen und nicht hier Trennung verarbeiten - Wie lange trauert ihr in der Regel nach einer Trennung?, ob wir die Mod's bitten sollten, dazu verschieben?
 
Tu me manques
Benutzer99399  Beiträge füllen Bücher
  • #223
Ob ich leide kann ich wahrlich nicht beeinflussen, wie lange, das kann ich schon tun.
Wie? Klar kann ich mich nach einer Weile wieder aufraffen, aber die Trauer ist deswegen ja nicht weg.
Sie bleibt nicht stehen - Menschen, die lange leiden aber eben schon.
Sehe ich anders.
Ich kann beides. Weiter machen, mich weiter entwickeln, Neues ausprobieren und parallel dazu um den geliebten Menschen und die Beziehung trauern. Das schließt sich doch nicht aus.
Auch das sehe und mache ich genauso.
Die Trauer ist deshalb nicht weg.
This!
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #224
Wie? Klar kann ich mich nach einer Weile wieder aufraffen, aber die Trauer ist deswegen ja nicht weg.
Je mehr ich mich dem Schmerz offen stelle und nicht ausweiche, desto besser klappt es mit der Verarbeitung und Annahme. Schmerz dem ich mich zwei Jahre nicht gestellt habe - Verlust einer sehr nahen Person - hat mich buchstäblich 5 Jahre leiden lassen. Ich gehe seit dem cold turkey, so verarbeite ich es wesentlich schneller. Egal ob Scheidung, Tod oder ich oder geliebte Person erkrankt unheilbar.
 
Tu me manques
Benutzer99399  Beiträge füllen Bücher
  • #225
MoniBonboni MoniBonboni Und wie machst du das genau? Tagelang weinen und suhlen? Traurige Musik hören?
Ich denke eigentlich schon, dass ich Trauer auch zulasse. Aber irgendwann will man ja auch wieder normal leben.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #226
MoniBonboni MoniBonboni Und wie machst du das genau? Tagelang weinen und suhlen? Traurige Musik hören?
Ich denke eigentlich schon, dass ich Trauer auch zulasse. Aber irgendwann will man ja auch wieder normal leben.
Je nach Gefühlslage wochenlang - gerade bei Tod wären Tage komplett unrealistisch - den Schmerz zulassen. Ja, ich gehe weiter arbeiten und funktioniere, nur nicht mit der Maske "alles ist gut", wenn eigentlich nichts gut ist. Die Energie die ich verwenden würde um meinen Zustand zu verbergen, nutze ich lieber um Schmerz zu verarbeiten.
Ich muss nicht die Fassade aufrecht erhalten, denn ich wusste nicht wozu soll ich. Ich bin dann traurig, in mich gekehrt und nicht für die anderen da wie sonst, das darf die Welt ruhig wahrnehmen.
Wie Trauerarbeit aussieht ist sehr individuell, ich kann das in einem Post nicht beschreiben.
Ich habe viel in der Therapie gelernt, als es mir sehr schlecht ging und ich üben musste alles zuzulassen. Ich weine eher selten, je mehr ich leide, desto weniger weine ich. Evtl. liegt der Unterschied zwischen Nik und mir, dass er in der Lage ist zu bestimmen wann Schmerz sein darf, ich kann das nicht. Und wenn ich es könnte, würde ich es hinausschieben, denn wann passt der Schmerz überhaupt einem?
Für mich wäre es den Schmerz zuzulassen, anstatt sich abzulenken.
 
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