Gibt es das Böse?

Benutzer26195  (52)

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Meine Frage:
Gibt es für Dich das Böse?
Wenn Du dir z.B. eine Person, wie Hitler, Stalin etc. anschaust, wie bewertest Du die Motive/Beweggründe ihrer Handlungen?
 
T

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Gast
hm, ich weiß nicht, Gut und Böse liegt im Auge des Betrachters, definieren was Gut und Böse ist, kann man (mMn) nicht
 

Benutzer28726  (31)

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Zu Hitler:
Ich finde Hitler war eine bemerkenswerte Person. Er war ein größenwahnsinniges Genie. Doch der Größenwahnsinn brach ihm das Genick.
Er war sehr schlau. Genau wie Stalin, auch er war nicht von grundauf böse.

Wenn es das Böse gibt ist es in mir. Ich spüre es. :zwinker:

:bandit:
 

Benutzer31959 

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Hitler selbst hat nicht die vielen Toten direkt zu verantworten. Es war doch mehr die Schuld seiner Anhänger, derer Leute, die in ihm die Leitperson gefunden hatten, die sie selber für sich nicht sein konnten, weil sie vielleicht zu schwach waren.

Meiner Meinung nach ist das "Böse" nicht so einfach zu definieren. Vielleicht solltest du das mal genauer versuchen, damit man besser auf deine Frage antworten kann.
Ich würde es mal knapp so beschreiben: Böse sind diejenigen Menschen, deren vorsätzliches und eigennütziges Handeln sich in negativer Weise auf einen bzw. mehrere Menschen auswirkt.

Also steckt diese Bösartigkeit in jedem von uns, die Frage ist nur, was sie bei manchen Leuten zum Vorschein kommen lässt und bei anderen nicht. Möglicher Grund wäre Geisteskrankheit, aber auch Erziehung, soziales Umfeld...viele Ursachen, die man von Person zu Person differenzieren muss.
 

Benutzer23365 

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@Solarfighter:
Ein interesantes Thema nach dem anderen von Dir. :bier:

Zum Thema:
Für mich gibt DAS Böse an sich nicht. In jeden steckt etwas 'böses',
einer ist schlimmer als der andere könnte ich auch sagen.
Mit anderen Worten der Diktator ist 'böser' als der 'Unterstützer',
der Unterstützer 'böser' als der Verbrecher,
der Verbrecher 'böser' als ich,
ich bin 'böser' als ein Samariter.

Das 'Böse' existiert neben dem Guten, wenn es kein Böses mehr gibt, gibt es
auch das 'Gute' nicht. Denn nur durch den Vergleich kann man den unterschied erkennen und benennen.

Und wer weiß, wenn ich in anderen "Umwelt" bedienungen aufgewachsen wäre, wäre ich noch 'böser/gut(er)'.

YingYang ist denke ich ein gutes Stichwort.

Allerdings wäre es schöner, wenn die Schere nicht soweit auseinander klaffen würde, wie sie es derzeit auf Erden ist.

mfg ß
 

Benutzer6665  (50)

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ich denke das Böse steckt in jedem. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass es oftmals einfacher ist dem Bösen nachzugeben, als das Gute zu tun.

Für mich ist sowieso jeder Mensch im Grunde schlecht. Es ist sooo viel anstrengender gut zu sein, als schlecht.
 

Benutzer9364 

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Ich stimme da mal in groben Zügen Galotta zu.

Böse war der Typ, der uns gestern Handys, Brieftaschen usw. geklaut hatte.
Als wir das arme Würstchen dann geschnappt hatten, war er nicht mehr Böse. Da konnte einem dieses jämmerliche von Drogen- und Alkoholmissbrauch gezeichnete Persönchen fast Leid tun. (War übrigens eine Glatze.)

Und Hitler ist auch kein besonders gutes Beispiel.
Wenn du im Dritten Reich jemanden gefragt hättest, ob Hitler böse ist, hätte der mit Sicherheit nicht "JA" geschrien. Und wenn Deutschland den Krieg gewonnen hätte, bzw. Hitler nicht ganz so größenwahnsinnig gewesen wäre, würde man ihn heute als Helden feiern.
Aber so ist das nun mal. Der Gewinner schreibt die Geschichte... Da gab es einen netten Spruch:
Im Krieg ist es nicht wichtig, wer Recht hat. Es ist nur wichtig, wer ihn überlebt.
 

Benutzer472 

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Äh...? Natürlich war Hitler weder ein Genie noch ist er nicht für die vielen, vielen Toten verantwortlich...!

Für mich hat jeder Mensch die Veranlagung zum Bösen (nach "unserer" Definition), aber es kommt bei ihm nur situationsbedingt zur Anwendung, d.h. niemand ist nur böse.
 

Benutzer11128 

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Ohne, dass es etwas "Böses" gibt, gibt es auch nichts "Gutes".
Denn alles ist relativ und braucht einen Bezugspunkt.
Aber mit Sicherheit gibt es nicht DAS Böse, genausowenig, wie es nur DAS Gute gibt. Weil jede Münze 2 Seiten hat ...
 

Benutzer26195  (52)

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MoonaLisa schrieb:
Meiner Meinung nach ist das "Böse" nicht so einfach zu definieren. Vielleicht solltest du das mal genauer versuchen, damit man besser auf deine Frage antworten kann.
Ich würde es mal knapp so beschreiben: Böse sind diejenigen Menschen, deren vorsätzliches und eigennütziges Handeln sich in negativer Weise auf einen bzw. mehrere Menschen auswirkt.
Ich habe den Begriff „Böse“ extra nicht versucht zu definieren,
da ich dann nur meine Interpretation zur Diskussion stellen würde. :smile:

Ich finde deine Beschreibung wohl überlegt, aber problematisch:

1.) Die meisten Handlungen sind vorsätzlich und auch eigennützig.

2.) Viele Handlungen wirken sich auch in negativer Weise auf andere Menschen aus. Beispiel: Schnäppchenjäger. Wenn Du einer anderen Person den letzten Artikel vor der Nase wegschnappst, bewirkt Du bei dieser eine Frustration. (Negative Auswirkung.) Bist Du dann böse?

3.) Bewusstsein der Konsequenzen. Bei Dir steht nicht, ob dem Menschen überhaupt die negativen Auswirkungen seiner Taten bewusst sein müssen.
Wäre der Mercedes-Testfahrer, der damals die Frau mit ihrem Kind in den Graben geschickt hat, böse? :ratlos:

Zu guter Letzt, gibt es noch immer den Spruch:
The road to hell is paved with good intentions.

Galotta schrieb:
@Solarfighter:
Ein interesantes Thema nach dem anderen von Dir. :bier:
Danke, vielleicht schaffe ich ja mal noch den Highscore. :bier: :bier: :bier:

Galotta schrieb:
Zum Thema:
Für mich gibt DAS Böse an sich nicht. In jeden steckt etwas 'böses',
einer ist schlimmer als der andere könnte ich auch sagen.
Mit anderen Worten der Diktator ist 'böser' als der 'Unterstützer',
der Unterstützer 'böser' als der Verbrecher,
der Verbrecher 'böser' als ich,
ich bin 'böser' als ein Samariter.
Ich denke mit diesem Ranking machst Du es dir zu einfach. :frown:
1.) Beispiel 3. Reich. Als Unterstützer könnte man schon die Personen bezeichnen, die damals in der Partei gewesen sind, bzw. diese gewählt haben. Sind diese böser, als die Personen, die damals Kriegs- oder andere Kapitalverbrechen begangen haben? Oder als ein Marc Dutroux?

2.) Solche Ketten führen immer zu einer Verantwortungsentlastung, bzw. Verantwortungsbelastung, die meiner Meinung nach, so nicht gerechtfertigt ist. Hitler z.B. ist nicht für alles verantwortlich zu machen, was damals gelaufen ist. Viele haben damals ihr eigenes Süppchen gekocht oder den „Willen des Führers“ auf ihre eigene Weise interpretiert. Direkte Anweisungen gab es, meiner Kenntnis nach, eher weniger. Jeder war/ist, im Rahmen seiner Möglichkeiten und seinem Kenntnisstand der Rahmenbedingungen, für seine Handlungen selber verantwortlich.

Galotta schrieb:
Das 'Böse' existiert neben dem Guten, wenn es kein Böses mehr gibt, gibt es
auch das 'Gute' nicht. Denn nur durch den Vergleich kann man den unterschied erkennen und benennen.
Ich persönlich hätte kein Problem damit, dass viel Gutes zur Selbstverständlichkeit werden würde. :grin:

Quote repariert.
Serenity
 

Benutzer30700 

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also erstmal: DAS böse, wie viele andere schon gesagt ham, gibs für mich nich, also ich hab da keine assoziationen zum teufel oder so...

woran ich eher gedacht hab als an hitler sind zb mörder oder vergewaltiger... da sieht man ganz häufig die ursache, die ich auch oben angekreuzt hab: erziehung bzw sozialisation. diese menschen kommen doch oft aus einem schlechten elternhaus, aus einer niedrigen sozialen "schicht" und sind in der gesellschaft nicht akzeptiert. aus diesem "missstand" heraus entwicklen sich dann diese verhaltensmuster.... um daraus irgendwie auszubrechen....das entwickelt sich bei solchen eben nur in die flache richtung, zum "bösen" hin. will das jezz nich verallgemeinern, klar gibs auch viele andere gründe wieso menschen morden, vergewaltigen usw....aber ich denke die erziehung hat n sehr großen einfluss darauf....

bei hitler wras doch genauso....unglücklich schon als kind, eltern gestorben, nicht gut in der schule, von den mitschülern nicht akzeptiert... in der rolle als reichskanzler konnte er nun endlich eine machtposition einnehmen...
 

Benutzer23485  (53)

Chauvinist
Na klar..... aber ich kann leider nicht überall gleichzeitig sein :link:
 
T

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Gast
Kleine_Nelli schrieb:
woran ich eher gedacht hab als an hitler sind zb mörder oder vergewaltiger... da sieht man ganz häufig die ursache, die ich auch oben angekreuzt hab: erziehung bzw sozialisation. diese menschen kommen doch oft aus einem schlechten elternhaus, aus einer niedrigen sozialen "schicht" und sind in der gesellschaft nicht akzeptiert. aus diesem "missstand" heraus entwicklen sich dann diese verhaltensmuster.... um daraus irgendwie auszubrechen....das entwickelt sich bei solchen eben nur in die flache richtung, zum "bösen" hin. will das jezz nich verallgemeinern, klar gibs auch viele andere gründe wieso menschen morden, vergewaltigen usw....aber ich denke die erziehung hat n sehr großen einfluss darauf....

hm, diese Theorie halt ich für sehr fragwürdig. auch Kinder aus dem größten Ghetto die jeden Tag 3mal geschlagen wurden, wurden/werden gute Mitbürger, ergo KANN es nicht an der Erziehung liegen, sondern doch nur an der Persönlichkeit.......

Ich komme mal auf Freud

Freud hat die menschl. Psyche in 3 Teile aufgeteilt

dem "Es" (Triebe usw), das keine moralische Instanz hat und weder gut noch böse kennt, sondern eben nur dem Wunsch nach etwas (pädophil sein z.b. (der Wunsch nach Sex mit Kindern))

dann kommt das "Über-Ich" - die moralische Instanz, d.h. auf gut Deutsch einfach das Gewissen

und als Vermittler zwischen beiden dient das "Ich", also das was du bewusst bist, das "ich" kann aber wiederum dem "Es" nix verbieten, sondern sucht nur nach Kompromissen zw. dem "Über-Ich" und dem "Es"

die Schlussfolgerung ist also, kann das "ich" nicht mehr für ein Gleichgewicht zw "Es" und "Über-Ich" sorgen, sprich fehlen dem "ich" Lösungsmöglichkeiten, kommt es zum ausleben dieser Triebe d.h. aber noch lange nicht, das der Mensch böse ist
 
M

Benutzer

Gast
Ich wollte es ja eigentlich nicht preisgeben, aber ich bin der Teufel. Ich bin das abgrundtief Böse in Person!
 

Benutzer3277 

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Ich sehe das als Krankheit, und zwar Größenwahn. Und da sich aus Angst niemand traut, diesen Leuten eine Therapie vorzuschlagen, werden sie auch nie geheilt. :eek:
 

Benutzer17051  (32)

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ich hab mir die anderen kommentare nicht durchgelesen, waren mir zu viele. bin jedenfalls der meinung dass es kein gut und böse gibt. ich denke dass das eine festlegung der menschen ist. sie unterscheiden ziwschen gut und böse....meine meinung...
 

Benutzer8944 

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Thomaxx schrieb:
[...]dem "Es" (Triebe usw), das keine moralische Instanz hat und weder gut noch böse kennt, sondern eben nur dem Wunsch nach etwas (pädophil sein z.b. (der Wunsch nach Sex mit Kindern))
[...]

Wobei hier die Wortwahl "moralische Instanz" vll. etwas ungenau ist, denn das ES ist eine Instanz im psychischen Apparat, der ja laut Freud und seinem Stufenmodell aus 3 Instanzen besteht. Das ES ist im Grunde auch die angeborene, früheste Instanz.


Thomaxx schrieb:
[...]dann kommt das "Über-Ich" - die moralische Instanz, d.h. auf gut Deutsch einfach das Gewissen[...]

Das ÜBER-ICH beinhaltet tatsächlich moralische Wertvorstellungen, vermittelt durch das Elternhaus und die Erziehung, sowie die nächsten Bezugspersonen.
In gewissem Maße ist das ÜBER-ICH der Nachfolger der Eltern.
Dennoch kann es durch Fehlentwicklungen passieren, dass das ÜBER-ICH sehr schwach ausgebildet ist, oder praktisch fehlt. Dadurch fehlt natürlich auch die Kontrollinstanz, denn laut Freud ist das menschliche Dasein ein Kräftespiel von Trieb und Kontrolle. Hierduch kann bei fehlentwickelten Menschen diese notwendige Kontrolle fehlen und der Mensch lebt nach dem Lustprinzip, sprich: Alles ist auf die Triebe und deren Befriedigung ausgerichtet.

Thomaxx schrieb:
[...]und als Vermittler zwischen beiden dient das "Ich", also das was du bewusst bist, das "ich" kann aber wiederum dem "Es" nix verbieten, sondern sucht nur nach Kompromissen zw. dem "Über-Ich" und dem "Es"[...]

Das ICH ist nicht nur Vermittler zwischen ES und ÜBER-ICH, sondern auch den äußeren Gegebenheiten, sprich der Umwelt. Es muss also zwischen diesen Anforderungen vermitteln und Lösungen/Kompromisse finden.
Und wie du bereits sagtest, kann auch das ICH schwach sein und als Vermittlungsinstanz zwischen dem starken ES und ÜBER-ICH regelrecht "verbogen" und verzogen werden.

---

Meiner Meinung nach könnte das "Böse" durchaus in jedem von uns stecken, sozusagen in der dunklen Seite des Menschen. Diese besteht aus den Trieben, Instinkten, Impulsen, die in unserer Gesellschaft und Kultur unterdrückt bzw. eingeschränkt werden, woraus laut Freud auch Neurosen/Psychosen entstehen können. Fallen aber nun zivilisierte Règlements, moralische und ethische Wertvorstellungen ab, kommt die dunkle Seite des Menschens zum Vorschein.

Ein recht interessantes Buch zu diesem Thema wäre Lord of the flies, dessen Idee und Theorie ich in großen Teilen zustimme.
 
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