Gibt es „im Alter“ noch echte Liebe / verliebt sein?

Benutzer136035 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich sehe das eher so: Man verliebt sich nicht so oft so richtig heftig mit allem drum und dran im Leben. In jungen Jahren unter 20 passiert einem das noch leichter, vielleicht sogar öfter. Später wird es weniger, weniger einfach, weniger häufig. Trotzdem lernt man Leute kennen und mag sie, verliebt sich vielleicht "ein bisschen" und geht dann hin und wieder auch eine Beziehung ein. Ich glaube, wildes Verliebtsein ist einfach nicht die einzige (und vielleicht auch nicht die beste) Basis für eine Beziehung.
Aber es hört nicht im Alter auf, es tritt nur viel viel weniger häufig auf.

Ich war schon wirklich gefühlt unsterblich verliebt in der Grundschule, und mit 14 verliebt und auch mit 16 sowieso ganz, ganz wahnsinnig, und auch mit 18 noch einmal ein bisschen. Aber dann irgendwie nicht mehr soo sehr. Ein bisschen immer wieder mal. Beziehungen hatte ich trotzdem jahrelange, nur halt ohne Wahnsinns-Schmetterlinge am Beginn.
Aber plötzlich 10 Jahre später gab es wieder ein richtiges Bumm ohne Rücksicht auf Verluste, so dass ich im Nachhinein gedacht habe: Wieso hatte ich in den letzten 10 Jahren eigentlich trotzdem eine Beziehung, wie bin ich denn ohne diese Gefühle überhaupt auf die Idee gekommen?
Aber es ist nicht Bequemlichkeit, es ist einfach Leben und man kann lieben und mögen und Leben teilen, ohne dass einen die Emotionen innerlich schon zerfetzt haben :-D

Eine Freundin von mir ist über 50 und ihr geht es auch so. Da liegen aber eben andere Abstände dazwischen als früher - nicht Monate oder Jahre, sondern Jahrzehnte.
 
H

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Benutzer146682 

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Manchmal muss sich Liebe auch erst entwickeln. Was ist daran verkehrt?
Ich hab neulich einen Ausspruch gehört, der zu deinem Beschriebenen hier passt, aber ich fand ihn irgendwie schön:

"Ich will gar keinen anderen Kerl. Ich hab mich so an dich gewöhnt, es wäre mir viel zu anstrengend, mich auf jemand neuen genauso einstellen zu müssen."

Der Spruch kam von einer >60jährigen, die schon lang mit ihrem Partner verheiratet ist. Sie hat ihn auch keineswegs emotionslos vor sich hingesagt, es war definitiv eine Liebeserklärung an ihren Mann. Es war halt ihre Art, sich auszudrücken, wenns auch für manche sicherlich negativ ankommt, dass da jemand nicht von Schmetterlingen im Bauch, sondern von Gewöhnung (=Vertrautheit?) spricht.

Verliebtheit mit Schmetterlingen & Co. aufrecht zu erhalten, ist glaube ich viel zu aufwendig und auch nicht gerade sinnvoll. Es gibt sicher etliche Beziehungen, die sich im Nachhinein nicht als sonderlich belastbar herausstellen, vielleicht auch nicht wirklich als gut. In lang haltenden Beziehungen ist, denke ich, Harmonie und gutes Teamwork wichtiger als Kribbeln im Bauch. Man hat gemeinsam was entwickelt, möglicherweise sind Kinder da, eventuell das eine oder andere gemeinsame Lebensprojekt (Haus, Geschäft, o.ä.). Wenn man darüner hinaus gut funktioniert, sowohl auf sexueller als auch auf freundschaftlicher Ebene, ist das vielleicht jene Gewöhnung von der die Dame sprach, man ist für einander da, ergänzt und unterstützt sich sehr gut, harmoniert miteinander. Und ab und an, da bin ich sicher, gibts auch immer mal die Schmetterlinge.. aber dafür müssen beide was dran tun. :smile:
 

Benutzer151301 

Öfters im Forum
"Ich will gar keinen anderen Kerl. Ich hab mich so an dich gewöhnt, es wäre mir viel zu anstrengend, mich auf jemand neuen genauso einstellen zu müssen."

Das erinnert mich an eine Aussage von Dr. Eckart von Hirschhausen zum Thema Beziehung.

Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten. Und in der heutigen Welt versuchen viele, den "perfekten Traumpartner" zu finden - nur gibt es diesen Märchenprinzen nie. Eine Beziehung ist immer sehr harte Arbeit, ob mans will oder nicht. Und wenn man dann einmal eine Person gefunden hat, mit der es auf Augenhöhe geht, mit der man kommunizieren kann, dann ist es gut möglich, dass diese Person die "richtige" ist. Bei anderen müsste man einfach noch viel zu viel neue Arbeit reinstecken - dieses Vertrauen klappt dann bei keinem anderen mehr.

Ich bin noch jung, kann also nicht beurteilen, ob meine Situation/Meinung in 50 Jahren immer noch so ist, aber im Moment stimme ich dem voll zu.

Ich kann mir schon vorstellen, dass man in späteren Jahren eine tiefe Beziehung zum Partner aufgebaut hat, die das, was wir heutzutage als junge Hüpfer unter Verliebtheit kennen, auf eine ganz andere Art pübertrumpft ... viel tiefer und völlig unvergleichlich ist. Und ich kann mir auch vorstellen, dass man dabei immer noch Schübe von Verlangen nach dem Partner und so BÄM Effekte haben kann ... wenn man an der Beziehung weiter und weiter arbeitet und sich nicht auf dem Satus Quo ausruht.

EDIT: Ach ja; und Verliebtheit/Verlangen ist ja erst mal Oberflächlich. Das kann zu Liebe werden, muss es aber nicht. Und wenn Liebe da ist, muss man was dafür tun, dass das (sexuelle) Verlangen bleibt. Da gibts n schönes TEDVideo zu.
 

Benutzer130131 

Benutzer gesperrt
Also ich finde es hatt immer einen bestimmten Grund was dich dazu bewegt über Haupt so weit voraus zu denken, was Beziehung der anderen angeht das sowiso erst mal, es gibt ja verschiedene Charakter Typen die man auf der Strassen trifft und ein Paar sind, ich würde es also nie für unmöglich haltend as es nicht ein zweckvollen Sinn hätte eine Partnerschaft zu machen wenn es gerade dan sehr knistert zwischen 2 liebe Herzen. Würd die Hoffnung nie aufgeben um zu finden was dir gefällt, was man von Leben einer Partnertschaft erhofft.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Mir ist es einfach unbegreiflich, warum Menschen einfach aus Bequemlichkeit zusammen bleiben, wenn zwischen ihnen keine Romantik bzw. dieses gewisse Etwas, das ich mit verliebt sein umschreibe, mehr besteht...
Ich denke das hat damit zu tun man im Leben noch andere Ziele hat als das Knistern und Funken. Und irgend einmal findet man es schön dass man mit einem andern Menschen zusammenpasst, ohne dass die Funken auf blitzen müssen. Wie in der Technik, da ist eine Steckverbindung bei der kein Blitz auftritt, irgendwie eleganter :grin:

Man kann das bedauern, manchmal denke ich auch gern an die unruhige Zeit zurück, als mein Sex-Leben noch so unruhig und Funken schlagend war und ich Liebeskummer hatte. Ich habe das damals genossen und grossartig süsse Qualen gelitten. Eine schöne Erinnerung, aber auf die Dauer wäre das neben dem Beruf zu stressig........
Und langweilig ist die Liebe wirklich nicht geworden.

Off-Topic:
Wenn ich nicht Abstinent wäre, dann hätte ich mit dem schäumenden gärenden Most argumentiert, der sich zum klaren lagerfähigen Wein läutert :tongue:
 

Benutzer146682 

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Andere Frage. Wieso solltest du dich trennen, wenn die Verliebtheit abgelöst worden ist duch ein noch größeres Gefühl?
Sie muss btw. nicht 100% weg sein und du kannst auch in 20 Jahren noch Schmetterlinge im Bauch haben. Aber du hast dann eine ganz andere Lebenseinstellung bekommen, das macht es etwas schwieriger.

Als ich meinen Freund kennenlernte waren wir beide total aufgeregt wie das Treffen laufen wird (ich bin 40, er 46). Es gab verschiedene Gespräche vorher über Wünsche und Erwartungen, Ansichten in Bezug auf eine Beziehung, und so weiter und so fort. Mit dem, was wir mitbrachten, stimmten wir nicht unbedingt völlig überein, wollten uns aber trotzdem kennen lernen. Jedoch war abgemacht, es auf der freundschaftlichen Ebene zu halten. Und dann?

Irgendwann kams zum Kuss. Er, der eigentlich körperliche Nähe und emotionale Distanz gewollt hat, hat es initiiert, und ich hab so deutlich wie nie gemerkt dass er es nicht aus Berechnung tat oder weil er auf unsere Verabredung scheißt, um seine eigenen Ziele umzusetzen. Es überkam ihn und er konnte in dem Moment nichts anderes tun als dem nachzugeben. Sofort danach hat er sich umgedreht und sich etliche Male dafür entschuldigt, dass er sein Wort gebrochen hat.

Der weitere Verlauf ist zeitweise kompliziert, aber im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, es gibt auch Verliebtheit in fortgeschrittenen Lebensjahren. Sie hält nur eventuell nicht ganz so lange an und es wird schwieriger, sich mit den unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Einstellungen auf den anderen einzulassen und etwas gemeinsames daraus zu entwickeln. Ich finde nicht, dass letzteres etwas mit Bequemlichkeit zu tun hat. Im Gegenteil... es ist eher ein Zeichen dafür, dass man nicht bereit ist, den Partner aufzugeben, dass er oder sie es wert ist, gemeinsam Hürden zu überwinden und die Beziehung zu stabilisieren.
 

Benutzer146682 

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Du hast eine eigenartige Einstellung zu Kompromissen. Es soll auch welche geben, mit denen beide glücklich sein können.
Und du machst es dir, finde ich, ein bisschen leicht zu sagen "Wenn ich auf Hindernisse stoße, lass ichs bleiben und such mir jemand anderen." Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Hindernisse die Gefühle überwiegen würden, oder?
Ich zitiere mal meinen Freund: "Ich weiß genau, welchen Schatz ich an dir habe." Mir geht es zufällig ähnlich, und das rechtfertigt es für mich, noch so manche Hürde in Kauf zu nehmen. Ich frag dich auch: Liest sich die Aussage für dich wie "Weil es eben so ist"? Wenn ja, dann denk ich dass du wahrscheinlich nicht langfristig mit jemandem glücklich wirst. Ist ja auch okay, ich hoffe nur dass du deinen Partnerinnen das auch genauso sagst.
 

Benutzer97282  (39)

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Ich sags einmal so - wenn man veriebt ist zählt der Partner - wenn man "liebt" zählt die Beziehung.
Also mir wäre es lieber, dass man füreinander das wichtigste ist, und nicht das was man miteinander hat.

Sehe ich ganz anders, trotz fast 12 Jahren Ehe. Für mich zählt sehr wohl der Partner und natürlich auch die Kinder., Über den Zustand Beziehung machen wir uns überhaupt keine Gedanken. Schmetterlinge im Bauch bekomme ich immer noch, bin immer noch Aufgeregt wenn ich sie länger nicht gesehen hab weil ich z.B. im Ausland arbeiten musste.
Kompromisse muß jeder irgendwo eingehen, 2 Menschen können nie ganz gleich sein. Wer zusammen leben will muß mit Kompromissen leben, wer das nicht kann wird schwer eine Beziehung führen können, weil es utopisch ist jemanden zu finden der genau gleich ist (zumal mir wäre das auch viel zu langweilig).
Bei der Verliebtheit muß man ja auch schon eventuell kompromisse eingehen.
Wir sind nicht aus Gewohnheit zusammen, ich will auch nicht mit jemanden anderes zusammen sein und denke sollte unsere Ehe vielleicht doch irgendwann scheitern würde ich Probleme haben jemanden wieder zu finden den ich so aufrichtig liebe wie sie. So ist meine Momentane Sicht, kann sich alles ändern wer weiß.
Nehmen wir heute Abend: heute koche ich, mache den Tisch mit Kerzen fertig während sie sich in der badewanne räkeln darf :smile:. Warum mache ich das? Für sie, nicht für die Beziehung und auch bestimmt nicht weil ich einen Gegenwert dafür haben will. So etwas kommt öfter vor, ich bringe mal was mit. Wir fahren spontan weg oder wie auch immer, von aneinander gewöhnt und eigentlich nur so zusammen kann da keine rede sein. Die Funken sind da, auch wenn wir uns nicht wie verliebte Teenager benehmen, das wäre mir aber auch einfach zu albern und würde für mich eher aufgesetzt wirken.
 

Benutzer58449  (31)

Planet-Liebe ist Startseite
Das mag jetzt furchtbar verbittert klingen aber ich halte es für naiv sich eine Beziehung zu wünschen in der man die nächsten 60 Jahre jeden Tag total verknallt ist und volle Kanne Feuerwerk erlebt.
Das ist einfach unrealistisch.

Nach der Verknalltheit und den Schmetterlingen festigt sich eine Beziehung. Man kennt die Schwächen des Anderen, aber auch dessen Stärken und weiß im besten Fall das man ein gutes Team ist, sich vertraut und man ein gemeinsames Ziel hat.
Es ist einfach unmöglich auf ewig frisch verliebt zu sein.
 

Benutzer106075 

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Off-Topic:

Ist es bei euch immer so herum? Also Mann muss arbeiten damit Frau es sich gut gehen lassen kann und ihn später vielleich dafür "belohnt"?!
Das schweift zwar wieder vom Thema ab, aber das ist etwas anderes, was ich viel zu häufig miterlebe, dass Die Frau denkt, alles was sie für die Beziehung machen muss, ist ihn mit Sex zu "belohnen" - Diese Partnerschaften sind dann für meinen Geschmack besonders schlimm, da es kein Gleichgewicht mehr gibt. - bzw käme für mich keine Freundin in Frage, die in Sex nicht mehr als eine Art der Bezahlung sieht...

Ich war zwar nicht angesprochen, aber bei uns ist das definitiv nicht so. Und auch in keiner der Beziehungen, die ich sonst mitbekomme.
 

Benutzer136609 

Beiträge füllen Bücher
Ist es bei euch immer so herum? Also Mann muss arbeiten damit Frau es sich gut gehen lassen kann und ihn später vielleich dafür "belohnt"?!
Das schweift zwar wieder vom Thema ab, aber das ist etwas anderes, was ich viel zu häufig miterlebe, dass Die Frau denkt, alles was sie für die Beziehung machen muss, ist ihn mit Sex zu "belohnen" - Diese Partnerschaften sind dann für meinen Geschmack besonders schlimm, da es kein Gleichgewicht mehr gibt. - bzw käme für mich keine Freundin in Frage, die in Sex nicht mehr als eine Art der Bezahlung sieht...

Aber ich denke, ich interpretiere da wieder viel zu viel hinein, der rest von dem was du schreibst klingt nämlich nicht danach

Ich bin zwar nicht gefragt aber nirgends in seinen Beitrag steht das er Sex erwartet oder sie ihn dann mit Sex belohnt..das ist doch vollkommen aus der Luft gegriffen.
 

Benutzer97282  (39)

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@ DerDuke1982 Dann bist du wohl eine große Ausname und ich wünsche such dass das bei noch lange/für immer so bleibt :zwinker:

Leider sehe ich das halt nicht in meinem näheren, aber auch entfernteren Umfeld... Dort steht irgendwie nur die Logik im Vordergrund wenn es um Beziehungen geht
Könnte auch am Umfeld liegen, ich kenne beides. Ich kenne Paare die da ähnlich sind wie wir (schon bei meinen Eltern angefangen), dann Paare die eigentlich eher wie Gewohnheitstiere sind und Paare wo man sich fragt warum die überhaupt zusammen sind :smile:.

Ist es bei euch immer so herum? Also Mann muss arbeiten damit Frau es sich gut gehen lassen kann und ihn später vielleich dafür "belohnt"?!
Das schweift zwar wieder vom Thema ab, aber das ist etwas anderes, was ich viel zu häufig miterlebe, dass Die Frau denkt, alles was sie für die Beziehung machen muss, ist ihn mit Sex zu "belohnen" - Diese Partnerschaften sind dann für meinen Geschmack besonders schlimm, da es kein Gleichgewicht mehr gibt. - bzw käme für mich keine Freundin in Frage, die in Sex nicht mehr als eine Art der Bezahlung sieht...

Aber ich denke, ich interpretiere da wieder viel zu viel hinein, der rest von dem was du schreibst klingt nämlich nicht danach
Off-Topic:
Nein, nein es ist nicht immer so, ich hab nur öfter mal lust drauf ihr was gutes zu tun. Sie ist da aber auch sehr fürsorglich. Das passiert genauso anders rum. Sie bringt mir was mit über das ich mich freue oder ich komme ins Esszimmer er ist alles schick gemacht und mein Lieblingsessen ist fertig. Passiert ja nicht jeden Tag , kann auch gar nicht.
Mit Sex würde sie sich ja quasi mit belohnen :grin:. Sie brauch mich da auch nicht belohnen weil wir ein ziemlich gesundes Sexualleben haben und sie Sex genauso gerne hat wie ich. Das ist auch ein Punkt der uns wichtig in einer Beziehung ist. Sex als Druckmittel oder Belohnung kommt bei uns nicht in Frage.


Zusätzlich kann ich nur sagen das das verliebtsein zwar auch eine schöne Sache war, ich aber heute deutlich glücklicher bin. Ich finde die Liebe inniger und weniger oberflächlich und genieße das.
 
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