Gibt es überhaupt noch treue Menschen?

Benutzer123635  (31)

Ist noch neu hier
Mittlerweile frage ich mich echt, ob es noch Monogamie gibt, das soll jetzt nicht heißen, lebenslang nur einen Partner zu haben, sondern der einen/dem einen treu zubleiben.
Bekomme immer öfter mit wie sich Menschen, wo man dachte das diese miteinander harmonieren, sich belügen,betrügen und es richtig kracht in der Beziehung.
Ich selber wurde auch ersetzt von meinem Ex Freund und kann es daher nachempfinden, dieses Gefühl von einer Person von der man dachte, die meint es ernst.verarscht zu werden
Wart ihr bisher immer treu?

Ja war ich. Und ich werde es auch immer sein.
Aber ich habe mal eine Frau zum fremdgehen verführt. Darauf bin ich nicht stolz und ich hab mir im Nachhinen meine Gedanken dazu gemacht. Ganz so einfach war das aber auch nicht da spielten viele große Dinge eine Rolle.

Ich stelle mir diese Frage oft. Auch im Bezug auf generelle Ehrlichkeit. Ich kann mich nicht erinnern meine Partner schonmal angelogen zu haben, vorallem nicht um es mir in irgendeiner Hinsicht leichter zu machen oder Konsequenzen aus dem Weg zu gehen.
Dieses Privileg habe ich selbst leider noch nie genießen dürfen :frown: Obwohl ich das Gefühl zu vermitteln versuche, dass ich jemand bin mit dem über alles, und vorallem die schwierigen Dinge, sprechen kann.

Ich war immer und absolut treu. ALLE meine bisherigen Partnerinnen sind - bis auf eine Ausnahme - fremdgegangen während wir zusammen waren.

.
Ich fühl mit dir man ;|

Hat seine Aufmerksamkeit nachgelassen und war nicht wieder zu erwecken, werte ich das als Desinteresse an meiner Person und sehe keinen Grund und keinen Anspruch mich an sexuelle Treue zu halten. Von daher bin ich in der Vergangenheit meinen Expartnern schon öfter fremd gegangen, bevor ich Schluss machte.

Jeder untreue Mensch wird seine Untreue irgendwie für sich rechtfertigen können. Warum hast du die Beziehung nicht erst beendet?
 
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Benutzer92087 

Meistens hier zu finden
Nein war ich nicht immer. Aber ich habe daraus gelernt und bin meinem jetzigen Freund absolut treu.
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Das klingt ja beinahe, als sei die offene Beziehung die durch und durch bessere Weiterentwicklung der primitiven Monogamie. :hmm:

Klär mich auf, inwiefern ich das hier auch nur mit einem Wort gesagt habe.
Ich habe nur genau damit ein Problem
Jeder Mensch ist anders und daher passt auch nicht für jeden dasselbe Beziehungsmodell
- die Monogamie soll aber für alle passen. Anstatt dass man mal den Kopf frei macht für Alternativen und sich bewusst für das eigene Modell entscheidet, nachdem man sich damit auseinander gesetzt hat, wird viel zu häufig ohne Hinterfragen die Monogamie-Schiene gefahren. Ich bin sicher, eine ganze Reihe der Seitensprünge würden wegfallen, wenn man ehrlich mit sich selbst wäre und sich auch selbstkritische Gedanken über seinen Umgang mit Beziehungen und dem jeweiligen Partner machen würde. Denn dann würde man entweder a) eine offene Beziehung leben oder b) sich um die Beziehung bereits bemühen, bevor es so weit kommt anstatt zu verdrängen oder c) sich vorher trennen.

In meinen Augen ist nicht die Monogamie an sich das Problem, mich stört vielmehr das Dogma dahinter.
Ich könnte heutzutage niemals so offen eine polygame Beziehung leben wie eine Monogame. Denn selbst wenn diese deutlich glücklicher wäre, würde die monogame Beziehung als die bessere gelten und die polyamore Beziehung abgewertet. Das finde ich hochgradig engstirnig und in meinen Augen erschwert es das menschliche Miteinander und die individuelle Werteentwicklung sehr.
Resultat? Menschen wie Blackmirror, die sich durch Kleinigkeiten in diese Richtung angegriffen fühlen :zwinker: anstatt es als das anzusehen, was es ist: Das Bestreben nach mehr Offenheit und Freiheit für jeden (und Freiheit ist auch die Freiheit, streng monogam zu leben, wenn ich es wünsche), seine Beziehung zu leben, wie er und alle Beziehungspartner es wünschen. Auch sehr häufig anzutreffen ist die serielle Monogamie. Oder Seitensprünge ohne Absprache, die zu einem massiven Vertrauensverlust führen, wenn sie herauskommen (weil man sich nicht traut zu sagen "Du, ich hab Lust auf fremde Haut" oder sich einzugestehen "Ich bin nicht glücklich in dieser Beziehung, ich muss was daran tun").
Würden wir aber die polyamore Beziehung als Nonplusultra für alle Menschen anpreisen, hätten wir andere unangenehme Resultate. Beispielsweise Menschen, die sich zu Sex mit anderem als dem Geliebten zwingen, sich dabei aber nicht wohl fühlen.
Ein Dogma der polyamoren Beziehung fände ich daher genauso unangebracht.



EDIT: Ich habe es mal offtopic gesetzt.
 
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Benutzer

Gast
In meinen Augen ist nicht die Monogamie an sich das Problem, mich stört vielmehr das Dogma dahinter.
Ich könnte heutzutage niemals so offen eine polygame Beziehung leben wie eine Monogame. Denn selbst wenn diese deutlich glücklicher wäre, würde die monogame Beziehung als die bessere gelten und die polyamore Beziehung abgewertet. Das finde ich hochgradig engstirnig und in meinen Augen erschwert es das menschliche Miteinander und die individuelle Werteentwicklung sehr.

Das stimmt absolut, wenn ich in einer Runde (enge Freunde jetzt nicht mitgezählt) erwähne, dass ich in einer offenen Beziehung bin, gelte ich sofort als schwanzgeile Frau, die sich jede Woche einen Anderen holt und regelmäßig in Swingerclubs geht.
Wenn ich dann sage, dass ich noch nie in einem Swingerclub war und in fünf Jahren offener Beziehung noch keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt habe, sind alle komplett verwirrt.
Mir ist es auch schon passiert, dass ich das mit der offenen Beziehung einem Freund erzählt habe, woraufhin er mich sofort überall angegrabscht hat, weil ich ja dann wohl ein leichtes Mächen bin. Die Freundschaft war dann schnell vorbei...
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Jeder untreue Mensch wird seine Untreue irgendwie für sich rechtfertigen können. Warum hast du die Beziehung nicht erst beendet?

Warum hat er die Beziehung nicht beendet, als ich ihn nicht mehr so sehr interessierte?
Wer wurde unserer Beziehung, also auch mir zuerst, "untreu"?

Für mich fängt "Untreue" nicht zwangsläufig mit außerhäusigem Sex an, sondern damit, dass ein Partner seine Prioritäten langsam aber sicher von mir weg verlagert - OHNE mit mir darüber zu reden und so der Beziehung überhaupt eine Chance zu lassen.

Und wenn ich mich trotzdem bemühe und um die Beziehung kämpfe und absolut nichts zurückkommt außer Desinteresse (so nach dem Motto, Dich hab ich ja, was muss ich mich kümmern und bemühen) dann gehe auch ich eigene Wege. Und die können durchaus in ein fremdes Bett führen - da hab ich gar kein schlechtes Gewissen.
 

Benutzer111070 

Team-Alumni
Off-Topic:
Offenheit und Freiheit für jeden (und Freiheit ist auch die Freiheit, streng monogam zu leben, wenn ich es wünsche)

Ist ja nicht so, dass ich genau das - auf mich persönlich bezogen - geschrieben habe, abgesehen davon weiß ich gerade auch nicht, wie du auf die Idee kommst, ich fühlte mich angegriffen, aber nun gut. :confused:

Außerdem gehe ich durchaus davon aus, dass jeder Mensch, der in der Lage ist, eine Beziehung zu führen, auch dazu imstande ist, darüber nachzudenken, wieso die Monogamie für ihn oder sie das richtige Beziehungsmodell ist oder eben nicht. Und dann entsprechende Konsequenzen zu ziehen.
Wer in einem Beziehungsmodell lebt, für das er nicht geschaffen ist, nur weil die Gesellschaft damit womöglich ein Problem hat, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch dem Partner, und dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.
Das mag aber auch daran liegen, dass ich persönlich absolut nicht das Gefühl habe, es hier mit einem "Dogma" zu tun zu haben. Der Sex in meiner Beziehung ist so oder so Privatsache, daran würde sich auch nichts ändern, wenn ich ihn ab und an auch mit anderen hätte, "die Gesellschaft" bekäme davon sowieso nichts mit und die Freunde, mit denen man eventuell über so was redet, werten einen ja wohl hoffentlich nicht aufgrund des Beziehungsmodells ab (beziehungsweise sollten in diesem Falle sowieso aussortiert werden). :hmm:

Eigentlich habe ich sowieso manchmal das Gefühl, dass der "Trend" eher in Richtung offene Beziehung geht (und ich rede hier nicht von PL), aber das ist ja wieder ein ganz anderes Thema.
 
1 Woche(n) später

Benutzer123843 

Klickt sich gerne rein
Auf jedenfall! Beziehung heißt Arbeit aber gemeinsame. Wenn man sich irgendwann so fremd wird sollte man ehrlich sein und Schluss machen, fremd gehen bedeutet nur einen schwachen Charakter, kein rückrad und das man die betrogene Person nicht wirklich liebt. Ich bin meine Beziehung erst eingegangen als ich mir dachte das ich keinen anderen will und bin saumäßig Happy :tongue:
 

Benutzer97891 

Öfters im Forum
Ich war immer treu und immer ehrlich. Zu treu sein, zählt für mich jegliche Art von Vertrauensbruch.

Ich habe aber in letzter Zeit auch das Gefühl gehabt, dass gerade Männer immer mehr darauf verzichten. Wahrscheinlich liegt das auch eher daran, dass ich bis vor kurzem mit einem sehr unehrlichen und mit Sicherheit sehr untreuen Partner zusammen war und dahingehend viele Vertrauensbrüche erlebt habe (verzeiht deswegen bitte mein etwas zu emotionalen Beitrag :grin: ).

In meinem Bekanntenkreis höre ich auch immer viele Geschichten von den Männern, was sie ihren Frauen so alles verheimlichen und mit wem sie sich nebenbei treffen. Von Freunden meines Expartners wurde ich zudem auch öfters ziemlich angegraben oder war Zeuge, wie sie andere angemacht haben, obwohl diese alle in festen, scheinbar glücklichen, Händen waren.
Das waren alles sehr gutaussehende charismatische Männer. Irgendwie hab ich aus diesem Grund für diese spezielle Art von Mann (besonders das Merkmal Redegewandtheit gepaart mit gutem Aussehen) in letzter Zeit bei mir eine tiefe Abscheu und Ekel entdeckt :sick:

Die treuen aus dem Bekanntenkreis sind alle eher schüchtern und/oder nicht besonders attraktiv. Da hab ich also eher das Gefühl, sie sind treu, weil sie alternativlos sind. Zumindest nicht die Frauen "abkriegen" könnten, die sie selber anziehend(er als die Partnerin) finden.

Einen charismatischen, gutaussehenden Mann, der dementsprechende Avancen von Frauen bekommt, aber aufgrund von Prinzipien und einem starken Rückgrat treu bleibt kenne ich leider keinen einzigen. Das macht mich irgendwie sehr traurig. Hoffentlich verkehre ich einfach nur in den falschen Kreisen...

Hat zufällig jemand die Mini-Serie American Horror Story gesehen? Der Mann hat mich dermaßen aufgeregt, mit seiner "Schwäche". Erbärmlich so was.

Puh, Sorry. Musste einfach raus.
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Kommt sehr auf die Definition an. Ich war meinen Freundinnen immer treu, habe aber auch das ein oder andere Mal mit Frauen geschlafen, die in anderweitigen Beziehungen waren. Definitionssache.
 

Benutzer96466 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
So wie "früher" eine Beziehung als "ein Mann, eine Frau" angesehen wurde, wird jetzt eine Beziehung als "zwei Partner" angesehen. Polyamore Leute fallen da noch etwas raus.

Aber genauso wenig wie homosexuelle Beziehungen meine heterosexuelle Beziehung abwerten, werten polyamore Beziehungen meine monoamore Beziehung ab.

Ich seh allerdings leider öfter bei polys (nicht hier im Forum, sondern RL), das sie die "verklemmten, spießigen" Leute abwerten, die "noch" der Monogamie "verhaftet" sind. Und genau wie es keine Mono- oder Heteronormativität geben sollte, sollte es keine poly-/homonormativität geben. Jeder wie er will, bei voller Akzeptanz und Wertschätzung der frei gewählten* Beziehungsform der anderen.

* frei gewählt impliziert auch "informed consent", d.h. derDie einwilligende muss verstehen, in was erSie da einwilligt.


Ich war bisher immer treu, und werde das auch so halten, wobei Treu dann "sich an Absprachen halten" bedeutet.
 
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