Geschmacksstörung nach Corona-Infektion

Benutzer85637 

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Hallo liebe Forengemeinde,

ich hatte im September letzten Jahres eine Durchbruchsinfektion knapp 3 Monate nach meiner zweiten Impfung. Die akute Infektion habe ich recht gut überstanden, nach 2 Wochen war ich wieder einigermaßen gesund. In der subakuten Phase in den Wochen danach hatte ich noch lange verstopfte Nebenhöhlen und Kurzatmigkeit. Die verstopften Nebenhöhlen sind dann innerhalb von ein paar Wochen besser geworden. Mit der Besserung kam jedoch eine Geruchs- und Geschmacksstörung, die jetzt auch nach Ende der subakuten Phase bestehen geblieben ist (ebenso die Kurzatmigkeit, obwohl laut Lungenfunktionstest mein Lungenvolumen nicht gelitten hat, deswegen wurde meine Asthmamedikation umgestellt). Die Geruchs- und Geschmacksstörung hat leider dazu geführt, dass ich viele Lebensmittel nicht mehr essen kann (was größtenteils an den Lebensmitteln selbst oder der Zubereitungsweise liegt), d.h. ich habe meinen Geschmackssinn nicht verloren, Sachen riechen und schmecken jedoch nicht mehr so wie vorher. Aufgrund der negativen Erfahrungen in den letzten Wochen, ist meine Motivation zur Essenszubereitung etc. massiv gesunken, die meisten Tage überstehe ich nur mit einigen Snacks über den Tag verteilt.

Einerseits interessiert es mich, ob es hier vielleicht noch jemandem so geht (oder jemand auch an anderen Long-Covid-Symptomen leidet)?

Andererseits frage ich mich, ob es hier vielleicht Ideen für Lebensmittelkombinationen und Zubereitungsweisen gibt, die ich umsetzen und essen könnte? Ich gehe momentan auch nicht gerne einkaufen, da mir die Geruchsstörung häufig Übelkeit bereitet und es mich belastet, Dinge zu sehen, die ich eigentlich sehr gerne mag, aber momentan nicht einmal runterwürgen kann.


Was ich auf keinen Fall essen/trinken kann:
  • Getreideprodukte (ins. jede Art von Brot, Nudeln)
  • Fleisch & Wurst (Schwein, Hühnchen, Rind, Lamm)
  • Knoblauch, Zwiebeln
  • Fett (ins. Öl und Butter)
  • Apfel, Birne, Erdbeeren etc. (ich bin gegen sehr viele Obstsorten sowieso allergisch)
  • Kohlrabi, Paprika, Bohnen, Kohl, Aubergine
  • Säfte
  • Käse
  • Suppen
  • (Malz-)Bier
  • Schokolade, Kakao, Kaffee
Was ich bisher erfolgreich essen/trinken konnte:
  • Rohkost: (nicht bittere) Möhren, Gurken, Salat, Tomaten, Champignons
  • ~Hummus (geht einigermaßen)
  • ~Milch (geht einigermaßen)
  • Reis (pur)
  • Kartoffeln (pur)
  • Feta
  • ~Mozzarella (geht einigermaßen)
  • Ei (Rührei, Spiegelei ohne Fett geht einigermaßen)
  • Walnüsse
  • süße Melonen, Litschi, Himbeeren
  • (Trauben-)Zucker, Salz, Chili
  • Räucherschinken
  • Avocado
  • Weißwein
  • Raffaello, Weingummi
Möchte ich demnächst testen:
  • Tofu
  • Ohne Fett gegartes Gemüse (Möhren, Zucchini, Mais, Pilze)
  • Erdnüsse
  • Nudeln aus Nichtgetreide, Tomatensoße
  • Cornflakes
  • Fisch

Eins meiner Probleme ist leider, dass mir inzwischen der Gedanke an Essen bereits Übelkeit bereitet, da die meisten Lebensmittel den gleichen Geruch haben wie z.B. Kot und (kalter) Schweiß. Ich könnte vom Geruch her nicht unterscheiden, ob in einem Raum jemand gerade isst oder in die Ecke gekackt hat – beides riecht nicht wie es eigentlich riechen sollte. Gleichzeitig schmecken die Lebensmittel auch so wie sie riechen – widerlich. Meine letzte „richtige“ Mahlzeit ist 5 Tage her und die habe ich mir auch nur runtergewürgt, da ich es auf einer Beerdigung als unhöflich empfunden und mein Kreislauf nicht länger ohne was zu essen mitgemacht hätte. Meistens warte ich nur darauf, dass der Tag endlich vorbei ist und ich ins Bett gehen kann. Inzwischen mag ich auch nicht mehr Sachen ausprobieren, da ich in den letzten Wochen so häufig Lebensmittel nach den ersten zwei Bissen oder bereits bei der Zubereitung weggeschmissen habe, weil ich den Geruch/Geschmack nicht ertragen konnte. Darüber hinaus bin ich inzwischen volle Kanne in eine depressive Phase gerutscht, ich habe gefühlt nicht mal mehr die Energie, mir was zu essen zu machen.

Die Geschmacksstörung war nicht von Anfang an so extrem, sie hat sich in den letzten Wochen immer weiter gesteigert, sodass Lebensmittel, die ich im November noch irgendwie essen konnte, inzwischen in die „auf keinen Fall“ Kategorie gerutscht sind. Gestern saß ich einfach heulend am Frühstückstisch.

Ich will mich hier auch einfach mal auskotzen. Leider nehmen einen Menschen auch nicht so richtig ernst damit, stattdessen wird mir gesagt „Ist doch toll, dass du schon ein paar Kilo abgenommen hast“… Danke, ich wäre lieber weiterhin übergewichtig und kann dafür essen, was ich will. Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Monate überstehen soll. Meine absolute Horrorvorstellung ist, dass es langfristig so bleiben könnte :frown:
 

Benutzer172636 

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Ich hatte Corona wohl bevor es die Impfung gab und auch bei mir war es ein wirklich milder Verlauf. Ich lag flach und es ging mir zwei Wochen dreckig, aber das ging alles irgendwie. Bei mir hat es jedoch anderthalb Jahre gedauert, bis der Geruchssinn zu 95% zurückkam. Nach der Impfung wurde es besser, keine Ahnung, ob es damit zusammenhing. Ich hatte anderthalb Wochen massive Schmerzen in der Nase, danach wurde es nochmal besser, vorher war ich bei 70-80% von zuvor.
Was mich nervt, ist, dass ich seitdem durch die Nase deutlich weniger Luft bekomme als vorher und immernoch schnell kurzatmig bin. Beim ersten Mal laufen nach der Infektion (ging erst ca. ein Jahr später) habe ich leider Blut hervorgehustet.
Also alles in allem eine leichte Infektion, aber ärgerlich im Nachgang und das mit der Atemlosigkeit, den Nasenproblemen begleitet mich leider immernoch -.- Ich hoffe, dass das irgendwann verschwindet, aber die Hoffnung habe ich nach bald zwei Jahren nicht mehr.
 

Benutzer133456  (50)

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Ein Kollege von mir wäre beinahe an Covid gestorben, ziemlich am Anfang der Pandemie. Heute geht es ihm wieder gut, aber ihm fehlte auch eineinhalb Jahre lang der Geschmackssinn, und der Geruchssinn.

Ich kann leider nur diese weitere Geschichte bieten, aber es bedeutet wohl, dass man sich erholen kann.
 

Benutzer72433 

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parosmie ist leider eine keineswegs seltene folge von covid - habe darüber mittlerweile viel gelesen und das ist teils echt krass. hier steht noch was zu der potentiellen dauer: Parosmia After COVID-19: Causes, Duration, Treatment & More
Generally speaking, parosmia after COVID-19 can gradually fade with time. However, it may take weeks or months to see an improvement.

For example, in the survey studyTrusted Source covered above, 49.3 percent of people reported that their parosmia improved within 3 months. The remaining 50.7 percent said their parosmia lasted over 3 months.

A May 2021 studyTrusted Source found that participants reported parosmia that lasted anywhere between 9 days and 6 months. The average duration of parosmia was 3.4 months.
weiter unten steht auch noch was zu geruchstraining, womit man das wohl teilweise in den griff bekommen oder zumindest bessern kann und so anmerkungen, dass warme lebensmittel den effekt wohl verstärken können, würde das mal komplett lesen.

ich drück dir die daumen, dass das bald wieder wird!
 

Benutzer123832  (26)

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In der SZ vom Wochenende war ein Artikel genau darüber. Die Forschung ist leider noch nicht so weit, Corona hat den ganzen aber neuen Schwung gegeben.

Wie Nevery Nevery schon sagte, sollen Geruchstrainings recht wirksam sein. Hast du vielleicht auch die Möglichkeit zu einem Experten zu gehen?
 

Benutzer174652 

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Hallo liebe Forengemeinde,

ich hatte im September letzten Jahres eine Durchbruchsinfektion knapp 3 Monate nach meiner zweiten Impfung. Die akute Infektion habe ich recht gut überstanden, nach 2 Wochen war ich wieder einigermaßen gesund. In der subakuten Phase in den Wochen danach hatte ich noch lange verstopfte Nebenhöhlen und Kurzatmigkeit. Die verstopften Nebenhöhlen sind dann innerhalb von ein paar Wochen besser geworden. Mit der Besserung kam jedoch eine Geruchs- und Geschmacksstörung, die jetzt auch nach Ende der subakuten Phase bestehen geblieben ist (ebenso die Kurzatmigkeit, obwohl laut Lungenfunktionstest mein Lungenvolumen nicht gelitten hat, deswegen wurde meine Asthmamedikation umgestellt). Die Geruchs- und Geschmacksstörung hat leider dazu geführt, dass ich viele Lebensmittel nicht mehr essen kann (was größtenteils an den Lebensmitteln selbst oder der Zubereitungsweise liegt), d.h. ich habe meinen Geschmackssinn nicht verloren, Sachen riechen und schmecken jedoch nicht mehr so wie vorher. Aufgrund der negativen Erfahrungen in den letzten Wochen, ist meine Motivation zur Essenszubereitung etc. massiv gesunken, die meisten Tage überstehe ich nur mit einigen Snacks über den Tag verteilt.

Einerseits interessiert es mich, ob es hier vielleicht noch jemandem so geht (oder jemand auch an anderen Long-Covid-Symptomen leidet)?

Andererseits frage ich mich, ob es hier vielleicht Ideen für Lebensmittelkombinationen und Zubereitungsweisen gibt, die ich umsetzen und essen könnte? Ich gehe momentan auch nicht gerne einkaufen, da mir die Geruchsstörung häufig Übelkeit bereitet und es mich belastet, Dinge zu sehen, die ich eigentlich sehr gerne mag, aber momentan nicht einmal runterwürgen kann.


Was ich auf keinen Fall essen/trinken kann:
  • Getreideprodukte (ins. jede Art von Brot, Nudeln)
  • Fleisch & Wurst (Schwein, Hühnchen, Rind, Lamm)
  • Knoblauch, Zwiebeln
  • Fett (ins. Öl und Butter)
  • Apfel, Birne, Erdbeeren etc. (ich bin gegen sehr viele Obstsorten sowieso allergisch)
  • Kohlrabi, Paprika, Bohnen, Kohl, Aubergine
  • Säfte
  • Käse
  • Suppen
  • (Malz-)Bier
  • Schokolade, Kakao, Kaffee
Was ich bisher erfolgreich essen/trinken konnte:
  • Rohkost: (nicht bittere) Möhren, Gurken, Salat, Tomaten, Champignons
  • ~Hummus (geht einigermaßen)
  • ~Milch (geht einigermaßen)
  • Reis (pur)
  • Kartoffeln (pur)
  • Feta
  • ~Mozzarella (geht einigermaßen)
  • Ei (Rührei, Spiegelei ohne Fett geht einigermaßen)
  • Walnüsse
  • süße Melonen, Litschi, Himbeeren
  • (Trauben-)Zucker, Salz, Chili
  • Räucherschinken
  • Avocado
  • Weißwein
  • Raffaello, Weingummi
Möchte ich demnächst testen:
  • Tofu
  • Ohne Fett gegartes Gemüse (Möhren, Zucchini, Mais, Pilze)
  • Erdnüsse
  • Nudeln aus Nichtgetreide, Tomatensoße
  • Cornflakes
  • Fisch

Eins meiner Probleme ist leider, dass mir inzwischen der Gedanke an Essen bereits Übelkeit bereitet, da die meisten Lebensmittel den gleichen Geruch haben wie z.B. Kot und (kalter) Schweiß. Ich könnte vom Geruch her nicht unterscheiden, ob in einem Raum jemand gerade isst oder in die Ecke gekackt hat – beides riecht nicht wie es eigentlich riechen sollte. Gleichzeitig schmecken die Lebensmittel auch so wie sie riechen – widerlich. Meine letzte „richtige“ Mahlzeit ist 5 Tage her und die habe ich mir auch nur runtergewürgt, da ich es auf einer Beerdigung als unhöflich empfunden und mein Kreislauf nicht länger ohne was zu essen mitgemacht hätte. Meistens warte ich nur darauf, dass der Tag endlich vorbei ist und ich ins Bett gehen kann. Inzwischen mag ich auch nicht mehr Sachen ausprobieren, da ich in den letzten Wochen so häufig Lebensmittel nach den ersten zwei Bissen oder bereits bei der Zubereitung weggeschmissen habe, weil ich den Geruch/Geschmack nicht ertragen konnte. Darüber hinaus bin ich inzwischen volle Kanne in eine depressive Phase gerutscht, ich habe gefühlt nicht mal mehr die Energie, mir was zu essen zu machen.

Die Geschmacksstörung war nicht von Anfang an so extrem, sie hat sich in den letzten Wochen immer weiter gesteigert, sodass Lebensmittel, die ich im November noch irgendwie essen konnte, inzwischen in die „auf keinen Fall“ Kategorie gerutscht sind. Gestern saß ich einfach heulend am Frühstückstisch.

Ich will mich hier auch einfach mal auskotzen. Leider nehmen einen Menschen auch nicht so richtig ernst damit, stattdessen wird mir gesagt „Ist doch toll, dass du schon ein paar Kilo abgenommen hast“… Danke, ich wäre lieber weiterhin übergewichtig und kann dafür essen, was ich will. Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Monate überstehen soll. Meine absolute Horrorvorstellung ist, dass es langfristig so bleiben könnte :frown:

ich würde mich diesbezüglich mit anderen long-covid-betroffenen austauschen - gibt da in ö und wohl auch in d eine selbsthilfe-community ...
 

Benutzer72433 

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Benutzer85637 

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anmerkungen, dass warme lebensmittel den effekt wohl verstärken können
Danke für den Hinweis! Ich dachte bisher, dass allgemein gegarte Lebensmittel das stärker auslösen, aber dass es auch an der Temperatur liegen kann, war mir gar nicht bewusst. Ich werde auf jeden Fall kalt und warm ausprobieren, im Nachhinein kommt mir das richtig offensichtlich vor.

Die Hinweise zum "Riechtraining" haben mir gerade in Erinnerung gerufen, dass Zimt momentan zu den wenigen Sachen gehört, die gut riechen. Ich habe mir jetzt die empfohlenen Gerüche als Riechöle bestellt und werde das auf jeden Fall ausprobieren. Ich rieche auch immer an allen Lebensmitteln, die ich esse/probiere (weil es auch einen guten Hinweis darauf gibt, wie schlimm es schmecken könnte).

Ich habe in Erwägung gezogen, mal bei der Corona-Ambulanz für Langzeitfolgen nach einem Termin zu fragen. Bisher hatte ich immer noch die Hoffnung, dass es bald besser wird oder der Booster auch helfen könnte, aber der Booster hat mich nur 2 Tage flachliegen lassen. Außerdem bin ich erst vor kurzem aus der subakuten Phase raus, deswegen war ich nicht sicher, ob es bisher sinnvoll war, sich dahin zu wenden.
 

Benutzer72433 

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Ich habe in Erwägung gezogen, mal bei der Corona-Ambulanz für Langzeitfolgen nach einem Termin zu fragen. Bisher hatte ich immer noch die Hoffnung, dass es bald besser wird oder der Booster auch helfen könnte, aber der Booster hat mich nur 2 Tage flachliegen lassen. Außerdem bin ich erst vor kurzem aus der subakuten Phase raus, deswegen war ich nicht sicher, ob es bisher sinnvoll war, sich dahin zu wenden.
auf jeden fall wäre es sicher gut, wenn man mit solchen beschwerden wahrgenommen wird. diese elende fixierung auf die mortalität ist imho eines der größten probleme, wie gruselig parosmie sein muss kann ich mir nur entfernt vorstellen (ich hatte mal eine nahrungskombination, nach der eine kippe nach fauler zwiebel schmeckte, reproduzierbar - das war schon übel, aber das konnte ich ja einfach sein lassen!) - helmholtz spricht von 70% betroffenen, und das wollen wir grade allen kindern zumuten.

also selbst wenn sie dir nicht helfen können (und ich hoffe, sie können es irgendwie) - ich persönlich sehe jede wahrgenomme langzeitfolge nach der akuten infektion als wertvoll an.
 

Benutzer152906  (44)

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Bist Du in ärztlicher Behandlung? Denn wenn Du mittlerweile schon Kreislaufprobleme bekommst, ist ja schon “Holland oder in Not”.
 

Benutzer172636 

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Wie Nevery Nevery Nevery Nevery schon sagte, sollen Geruchstrainings recht wirksam sein. Hast du vielleicht auch die Möglichkeit zu einem Experten zu gehen?
Ich habe recht häufig so eine Art von Geruchstraining (ich arbeite gelegentlich mit meinem Geruchssinn), von daher kann ich recht genau sagen, wie viel es besser oder schlechter geworden ist. Bei 100% bin ich leider noch nicht angekommen. Die "Trainings" finden ein bis zweimal im Monat statt mit verschiedenen "Schwerpunkten. Die Ambulanz klingt eigentlich sinnvoll, das schwere Atmen durch die Nase verstärkt das Schnarchen leider extrem, was auch nicht gut ist :/
 

Benutzer123832  (26)

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Die "Trainings" finden ein bis zweimal im Monat statt mit verschiedenen "Schwerpunkten.
Wenn ich mich richtig an den Artikel erinnere, stand dort, dass man so ein Training mehrmals täglich absolvieren muss, um eine Verbesserung zu erzielen. Außerdem werden auch immer dieselben Gerüche genommen. Aber warum, weiß ich nicht 🤷‍♀️
 

Benutzer85637 

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Bist Du in ärztlicher Behandlung? Denn wenn Du mittlerweile schon Kreislaufprobleme bekommst, ist ja schon “Holland oder in Not”.
Wegen der Parosmie bisher nicht. Kreislaufprobleme habe ich schon immer, wenn ich über mehrere Stunden nichts esse (es ist leider auch ein extremer Migränetrigger).

Die Kommentare in dem Interview von Nevery Nevery helfen mir gerade so sehr, mir nicht selber total bescheuert vorzukommen. Und es scheinen bei so vielen Betroffenen insbesondere Fleisch, Kaffee und Backwaren zu den schlimmsten Auslösern zu gehören. Das ist bei mir einfach ganz genauso, wenn jemand einen Kaffee trinkt, kann ich mich nichtmal im selben Raum aufhalten:cry:
 

Benutzer107106 

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Redakteur
Eine Bekannte von mir leidet stark unter Phantomgerüchen. Shampoo riecht nach Gyros, Nivea nach Katzenklo, Zahnpasta nach Hasenstall, Milchreis wie Schnitzel. Harmlose Gerüche werden bei ihr durch intensive, aber eben falsche Gerüche ersetzt. Und färbt dann auch den Geschmack ab.
Ihr half es wohl besonders fade Sachen zu essen: Hafermilch mit Haferflocken oder so, Brot mit einem milden Frischkäse, Nudeln ohne alles, gedünstetes Gemüse. Da wurden die Trigger nicht so gezogen.
Ganz schlimm war die Phase, in der sie nachts aufwachte und es nach Qualm gerochen hat. Sie hat jetzt in jedem Raum zwei Rauchmelder und einen C02-Messer, weil sie sich einfach null auf ihre Nase verlassen kann.
 

Benutzer72433 

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was mir vielleicht noch einfallen würde - schnupfen sorgt ja auch gerne dafür, dass man kaum noch was "schmeckt", eben weil der geruchssinn dabei stark beteiligt ist. vielleicht hilft es, sich die nase zuzuhalten beim essen, um den eindruck abzumildern?

es besteht ja die annahme, dass der virus über die geruchsnerven ins gehirn wandert, wenn letztlich nur oder vor allem die betroffen sein sollten und weniger die geschmacksnerven... nur so ein gedanke.
 

Benutzer177271  (22)

Öfter im Forum
Ich hatte Januar letzten Jahres Corona. Ab dem 3. Tag ca. habe ich auch meinen Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Wirklich 100% ist er auch noch nicht zurück. Ich kann zb keine gekochten Eier essen (Rührei erst seit kurzem wieder) und sowas wie Gurke ist auch eklig geworden.
Den einzigen Tipp, den ich habe, ist einfach immer wieder Sachen zu probieren, auch wenn es am Anfang eklig ist. Mit viel Geduld wurde es bei mir besser.
Das einzige, was ich wirklich schlimm finde, ist dass ich den Geruch von Zwiebeln und Knoblauch viel stärker wahrnehme und er auch viel ekliger ist.
 

Benutzer172046 

Sehr bekannt hier
Meine Oma ist vor einem halben Jahr an Corona erkrankt, und wir können von Glück reden, dass sie es ohne Krankenhausaufenthalt überstanden hat, aber sie schmeckt seitdem auch nichts mehr und hat deshalb auch Schwierigkeiten mit dem Essen.
Nach über einem halben Jahr schmeckt sie allmählich wieder etwas, wenn sie rohe Zwiebel isst, also es wird besser, nur eben sehr, sehr langsam, was sicher auch teilweise einfach ihrem Alter und ihren Vorerkrankungen geschuldet ist.
Es klingt also insgesamt so, als könnte sich der Bereich auch wieder erholen.

Ich habe selbst oft Phasen, wo mir nicht nach Essen ist, und nachdem ich selbst letzten Monat aus anderen Gründen mit Essen experimentieren "durfte", habe ich auch erstmal wenig Lust auf Neues... ich kann dich echt gut verstehen. Mir ginge es in deiner Lage sicher nicht anders. Ein paar Ideen:

Wäre es möglich, Lebensmittel online einzukaufen? Dann müsstest du beim Einkaufen nicht in diese Wand aus ekligen Gerüchen laufen und hättest vielleicht auch wieder mehr Appetit.

Ich finde Snacks eine wirklich gute Idee, um was runterzukriegen, vielleicht dürfen es für dich gerade einfach keine "ganzen" Mahlzeiten sein. Snacks bieten auch die Möglichkeit, sich durchzuprobieren, ohne gleich einen riesen Berg davon vor sich zu haben, wenn es nicht schmeckt, und sich langsam an Dinge heranzutasten.
Zum Testen von Gewürzen und süßen Sachen sind vielleicht auch Tees ganz hilfreich, dann kann man selbst bestimmen, wie intensiv Geruch und Geschmack sind und wirft nicht gleich eine riesige Menge weg, wenn es gerade nicht funktioniert. Es gibt auch einige Tees gegen Übelkeit, vielleicht kannst du davon etwas ab.
Abgesehen davon wird mir schneller übel, wenn ich Hunger habe, ich könnte mir also gut vorstellen, dass sich das Phänomen bei dir auch "bessert" (im Sinne von nicht verschlimmert wird), wenn du eine entsprechende Grundlage im Magen hast.

Was ich mich auch frage: Schmecken die Dinge wie sie riechen, weil dein Geruchssinn so dominant ist, oder sind tatsächlich auch die Geschmacksnerven selbst "verwirrt"?
Ansonsten könntest du versuchen, Dinge aus Dosen zu essen, ich habe jedenfalls öfter gehört, dass Getränke aus Dosen besser bzw. anders schmecken, weil man sie nicht riecht. Dann gingen vielleicht auch diese Shakes, die Mahlzeiten ersetzen sollen, in Ordnung, wenn du sie umfüllst. Oder Nase zuhalten, wie Nevery Nevery vorgeschlagen hat.

Mir fällt ansonsten essenstechnisch Folgendes ein (sorry, falls du das schon durch hast):
- Tortillachips (aus reinem Maismehl)
- Reiswaffeln (mit Zimtpaste, wenn es Geschmack haben soll)
- Müsliriegel aus Reis
- Joghurt mit Haferflocken vielleicht?
- Sahnesaucen (fettarm mit wenig Gewürz)
- Wenn es wirklich am Geruch liegt, könntest du Quetschobst probieren, falls du das verträgst und magst, ansonsten fällt das raus
- Kartoffelsalat mit entsprechendem Gemüse, das für dich funktioniert, etwas Ei und einem Dip aus saurer Sahne oder Joghurt, falls das geht
- vegetarisches Sushi (geht auch ohne Seetang): Tomate, Avocado, Gurke, irgendetwas zum Bestreichen (vielleicht Frischkäse, gibt es auch vegan) und was du sonst so magst
- Produkte aus Kokos (wenn du das Fett darin abkannst)
- Vorsicht, abgewandelte Formen von Getreide: Couscous oder Babybrei
Die Kleinkindabteilung deiner bevorzugten Drogerie ist vielleicht keine schlechte Idee, Sachen für Kleinkinder sind ja oft auch milder gewürzt und eignen sich von der Größe her ganz gut als Snack.

Für den Kreislauf an sich hilft an schlechten Tagen bei mir Salz essen, Brühe trinken ist auch eine Option, wenn man es denn ertragen mag, man müsste eine Version ohne Zwiebel finden. Gekochte Eier mit Salz lassen sich schnell zubereiten, man muss nur Wasser in einen Topf packen, ein Ei reinlegen und die Uhr stellen, das finde ich an stressigen Tagen auch eine passable Lösung, falls dir das schmeckt.

Ich hoffe, da war irgendetwas dabei und wünsche dir, dass Essen bald keine Odyssee mehr für dich ist.
 

Benutzer186417  (45)

Sorgt für Gesprächsstoff
Die Theorien gehen immer mehr in die Richtung, dass es gar nicht unbedingt die Geschmacksnerven sind, die beschädigt werden, sondern die entsprechenden Hirnregionen.
Und je nach Grösse des geschädigten Bereichs kann die Fähigkeit wieder erlernt werden, oder eben nicht mehr.
Ist bitter, wenn das zutrifft, aber man sollte Corona genau deswegen immer noch nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich schützen.

Long Covid und Folgeschäden werden gezielt nicht ernst genommen in der a Politik, denn würde man sie ernst nehmen, bräuchte es konsequenterweise noch viel aggressivere Massnahmen.

(Wobei gerade die lockeren Massnahmen und die Ignoranz die Pandemie natürlich bedeuten. Wäre Covid 19 so tödlich wie Ebola, und ansonsten gleich, wären wir schon lange durch, mit viel weniger Toten.)
 
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