Geschaffen fürs Alleinsein?

Benutzer97675 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo, ohne groß rum zu reden würde mich eure Meinung interessieren:
So wie es evtl. "liebe auf den ersten blick" gibt, denkt ihr es gibt auch leute, die fürs Alleine sein geboren wurden?( unabhängig ob von Partnerschaft, Freunden oder Familie)
Danke für ernsthafte Meinungen!
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick und natürlich ist auch keiner für's Alleinsein geboren. Manche entscheiden sich dafür. Andere finden nie jemanden, der zu ihnen passt. Ist wohl auch eine Sache des Zufalls bzw. der inneren Bereitschaft dazu.
 
G

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Gast
Klar gibt es das. Wenn es einem gefällt, wenn sich jemand isoliert, Misanthrop ist und mit Menschen einfach nicht klarkommt .. gibt solche Leute, so ist der Charakter, so kamen sie auf die Welt. Es gibt Kinder , die das erste mal auf dem Spielplatz nicht zu den anderen Kindern gehen und alleine spielen. Diese sind in Zukunft meist auch gern alleine.
 

Benutzer102949 

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Ein sehr interessantes Thema, welches wir im Städtebau mal kurz angeschnitten haben.

Die Gesellschaft legt sich mehr und mehr für den Idividualismus aus. Man sieht das sogar stellenweise in der Politik, in der heute im Gegensatz zu "früher" kein besonders großer Wert mehr auf Familien gelegt wird. Heute ist der Individualist gefragt, der alleine lebt, sich alleine versorgt und keine Familie zu versorgen hat. Solche gibt es immer mehr und das äußert sich auch im Städtebau. Es gibt immer mehr Aufträge für Singlewohnungen oder höchstens für 2 Personen.
Ich glaube eigentlich nicht, dass wir heute von Natur aus sehr viel mehr Menschen haben, die einfach lieber alleine leben. Eher glaube ich, dass sich unsere Gesellschaft in eine andere Richtung entwickelt, die für Singlemenschen einfacher zu bewerkstelligen ist. Wenn man sich die Arbeitswelt (zumindest in D) anschaut dann kommt man ja schnell zum Entschluss, dass eine Familie neben einem Vollzeitjob nicht einfach zu bewerkstelligen ist, nur kann man eine Familie anders nicht mehr versorgen. Hinzu kommt noch das Internet, was heute die sozialen Kontakte ersetzt, sodass sich auch hier wieder herauskristallisiert, wer "in" ist und wer weniger.
Nichtsdestotrotz gibt es wahrscheinlich immer noch genug Menschen, die als Single glücklich sind und gar nichts daran ändern wollen. Denen solle man ihr Glück gönnen, auch wenn ich mir das als Familienmensch überhaupt nicht vorstellen kann wie man so langfristig glücklich werden kann.
 

Benutzer120628 

Benutzer gesperrt
Hallo, ohne groß rum zu reden würde mich eure Meinung interessieren:
So wie es evtl. "liebe auf den ersten blick" gibt, denkt ihr es gibt auch leute, die fürs Alleine sein geboren wurden?( unabhängig ob von Partnerschaft, Freunden oder Familie)
Danke für ernsthafte Meinungen!

Liebe auf den ersten Blick gibt es. Bei meiner ersten Freundin ist es nämlich genauso gewesen, auf beiden Seiten. Ob es Menschen gibt die fürs Alleine sein geboren wurden weiss ich nicht. Ich denke aber dass es eben Menschen gibt die immer einen Partner haben, nie alleine sind und auch keine Probleme damit haben, und es gibt eben andere die sind eben nicht dafür gemacht, die haben nie die Chance einen Partner zu finden oder jemanden der sich für sie interessiert.
 

Benutzer97675 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo nochmals von mir:
Wie wir sehen gibt es also allein bei einer Floskel sofort zwei differenzierte Meinungen: Einer sagt, Liebe auf den ersten Blick gibt es (Echolot), der andere glaubt/glaubt es zu wissen, dass nicht (Lotusknospe). Das ist doch sehr interessant meiner Meinung nach. Im kleinen Kreise kann man sich also nicht einigen auf die Floskel. Ich persönlich denke darüber, dass man es solange nicht glaubt, bis es wirklich passiert ist.

Auch deinen Ansatz (littleLotte) vom Städtebau finde ich sehr interesant. Ihr habt sicherlich in solchen Single-Hochburgen wie es München z. B. sein soll große Probleme, adäquaten Wohnraum für alle zur Verfügung zu stellen. Das Problem sehe ich genau so.
Und ich sehe es auch so, dass es jedem selbst überlassen sein sollte, ob er alleine wohnen/leben will, oder nicht.
Jedoch gibt es mit Sicherheit auch eine große Anzahl Personen, die lieber mit jemanden zusammenleben wollen, dies allerdings nicht geht (es sei mal dahingestellt ob aufgrund beruflicher Gründe oder weil sie keinen passenden Partner finden).

Was haltet ihr von der These, dass es Menschen gibt, denen es quasi in die Genen gelegt ist, alleine zu sein? Also ich meine, dass sie aufgrund ihres Lebensweges immer wieder von Null anfangen müssen, auch wenn sie nichts für können? Ein Beispiel: jemand wohnt auf dem Dorf, geht dort einige Jahre in die Grundschule und wechselt dann in ein Gymnasium, die ja i. d. R. in der nächsten größeren STadt sind. Er ist wohlmöglich alleine von anfang an dort. Gleiches dann auch, wenn es ums Studium oder um die Arbeit geht oder Berufswechsel/Versetzungen. Irgendwie ist man ja doch immer alleine auf seinem Weg.
Wie bestehen solche Leute das Leben, wenn sie alle Jahre aufs Neue aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden und sich alles neu aufbauen müssen? Da ist doch keinerlei Konstanz im Leben möglich. Ebensowenig wohl auch eine funktionierende Beziehung.

Was ist eure Meinung dazu?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich persönlich denke darüber, dass man es solange nicht glaubt, bis es wirklich passiert ist.

Das finde ich ein bisschen gemein, denn das ist ja quasi ein Totschlagargument. Ich persönlich glaube an alles mögliche, z.B. auch daran, dass viele Menschen nicht einschätzen können, was Liebe ist und daher Verliebtheit, Attraktion, etc. mit Liebe auf dem ersten Blick verwechseln.

Was haltet ihr von der These, dass es Menschen gibt, denen es quasi in die Genen gelegt ist, alleine zu sein? Also ich meine, dass sie aufgrund ihres Lebensweges immer wieder von Null anfangen müssen, auch wenn sie nichts für können? Ein Beispiel: jemand wohnt auf dem Dorf, geht dort einige Jahre in die Grundschule und wechselt dann in ein Gymnasium, die ja i. d. R. in der nächsten größeren STadt sind. Er ist wohlmöglich alleine von anfang an dort. Gleiches dann auch, wenn es ums Studium oder um die Arbeit geht oder Berufswechsel/Versetzungen. Irgendwie ist man ja doch immer alleine auf seinem Weg.
Wie bestehen solche Leute das Leben, wenn sie alle Jahre aufs Neue aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden und sich alles neu aufbauen müssen? Da ist doch keinerlei Konstanz im Leben möglich. Ebensowenig wohl auch eine funktionierende Beziehung.

Was ist eure Meinung dazu?

Aber was liegt dann da in den Genen? Hätte der Mensch einen anderen Lebensweg eingeschlagen oder jemanden gefunden, der das alles auch mitmacht, dann hätte er einen Menschen an seiner Seite gehabt. Ansonsten: Man kann auch nach jedem Neubeginn jemanden neuen an seiner Seite finden, dann ist man auch nicht alleine. Ansonsten gibt es auch noch das Konzept der Fernbeziehung. Entfernung spielt in der heutigen Zeit wohl eher eine untergeordnete Rolle (und das mag in den Zeiten der Mobilität auch ein Grund für die ganzen Single-Wohnungen sein -> Zweitwohnsitze für Arbeit, Hauptwohnsitz mit Familie).
 

Benutzer3277 

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Möglich ist das schon.

Ich hätte schon gern ne Partnerin, aber das ist extrem schwierig, eine passende zu finden. Ich bin kein Typ den Frauen mögen, und auch mir gefällt an Frauen vieles nicht (rauchen, schminken, nur für den Hund da, Dominanz u.v.a.), was die Sache kompliziert macht. :unsure:
 

Benutzer36171 

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Nach meiner Definition von Liebe kann es gar keine Liebe auf den ersten Blick geben. Aber da das jeder anders definiert, gibt es für manche die Liebe auf den ersten Blick tatsächlich.

Wie bestehen solche Leute das Leben, wenn sie alle Jahre aufs Neue aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden und sich alles neu aufbauen müssen?

Aber das müssen sie doch nicht. Sie haben sich selbst für diesen Weg entschieden und könnten einen anderen Weg einschlagen.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich glaube nicht, dass Mensch "für's alleine sein geboren wird". Mensch kann im Laufe seines Lebens eine Prägung (oder gar ein Trauma) mitbekommen, die das Alleinsein mitverursacht, die Erfahrungen die er macht spielen eine große Rolle auf seinem Weg, er kann sich auch nentscheiden alleine zu bleiben, Umstände können ihn auch mal (zeitweise?) dazu zwingen - aber von Geburt steht da nicht "Für immer alleine" auf der Stirn. Bei niemandem. Ich denke in den meisten Fällen ist "alleine sein (wollen)" die Konsequenz aus einer Mischung aus Entscheidung(en) & "Schicksal" (im Sinne von gemachten Erfahrungen & Ereignissen, die man nicht beeinflussen konnte).

Und zur Liebe auf den ersten Blick: An die Glaube ich nicht. Starke Attraktion - JA. Eine Art spontane Verliebtheit? Maybe. Ein Gefühl von Verbundenheit? Auch noch möglich. Aber Liebe? So wie ich sie verstehe und fühle? Das ist für mich unvorstellbar. Die wächst mit der Zeit und fällt nicht spontan vom Himmel. Sprich - aus dem ersten Blick kann später mal Liebe werden. :grin: Von Anfang an da wird sie aber kaum sein.
 
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Benutzer78196 

Meistens hier zu finden
Pascale schrieb:
So wie es evtl. "liebe auf den ersten blick" gibt, denkt ihr es gibt auch leute, die fürs Alleine sein geboren wurden?
Im Prinzip glaube ich schon, dass es soetwas gibt - je nachdem wie genau man es mit deiner Formulierung nimmt. Dass es Menschen gibt, die sich nicht viel aus anderen machen, lieber alleine wohnen, denen Partnerschaften unwichtig sind und die sich allgemein lieber mit sich selbst beschäftigen, können hier wohl die meisten User aus Erfahrung bestätigen. (Und sie werden solche Leute vielleicht auch für wenig sympathisch oder interessant halten.) Meiner Meinung nach begründet sich dieses "Einzelgängertum" auf einer Mischung aus charakterlichen Veranlagungen und darauf basierend ungünstiger Erziehung.
Die andere Sache, die du ansprichst (Liebe auf den ersten Blick) ist in meinen Augen genauso Definitionsfrage wie die obige. Ich persönlich glaube, dass "echte" Liebe sich erst sehr spät in einer Beziehung entwickelt und halte sie nicht für "auf den ersten Blick" möglich.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Ich glaube nicht an eine genetische Veranlagung für das "Alleinsein". Eine solche Veranlagung müsste sich über Generationen hinweg in unseren Genotyp als erfolgreich verankert haben, indem es die Reproduktionschancen unserer Gene erhöht hätte. Das genaue Gegenteil ist meiner Ansicht nach der Fall, denn wenn man sich die meisten Menschenaffen anschaut, wird man stets Kolonien finden und keine Einzelgänger.

Nun gibt es aber Theorien (bspw. die Theorie von den Memen nach Dawkins) anhand derer man argumentieren kann, dass sich Evolution nicht nur auf genetischer Ebene abspielt, sondern bspw. auch auf gesellschaftlicher. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen der von uns geschaffenen "künstlichen" Umwelt und dem, was wir einmal werden bzw. was wir sind. Diese wechselseitige Prägung erlaubt Information ein anderes Medium als Gene, um sich zu reproduzieren und ich denke, dass diese Gesellschaft (sagen wir die europäische, moderne Gesellschaft), die über Generationen von unseren Ahnen geschaffen wurde, einen Selektionsdruck auf die gegenwärtige Generation ausübt, welcher Einzelgängertum begünstigt. Ob es sich dabei um unfreiwilliges Einzelgängertum handelt (was im Vergleich zur Steinzeit keine allzu lebensbedrohlichen Nachteile mehr mit sich bringt) oder freiwilliges Einzelgängertum (was für einige Menschen als vorteilhaft empfunden wird) spielt dabei keine Rolle. In dieser Umgebung gedeiht man als Einzelgänger oftmals besser, was natürlich den Konflikt zum genetischen Erbe mit sich bringt, dass unser Alleinsein bestraft. Deswegen fühlen wir uns in Familien vielleicht wohler, aber haben dafür mit "lebensfeindlicheren" Bedingungen zu kämpfen.

Zusammengefasst: Genetische Verankerung: klares Nein. Einzelgängertum ist - meiner Meinung nach - ein komplett soziales Phänomen, was sich auch sehr schnell wieder ändern könnte.

Und zu Liebe auf dem ersten Blick wurde bereits viel gesagt. Es hängt von der Definition von Liebe ab. Ich würde wie einige vor mir eher für Verliebtheit auf den ersten Blick sprechen, als für Liebe.
 
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