Gender Disappointment

M
Benutzer203725  (30) Öfter im Forum
  • #1
Hallo an alle Forumsmitglieder,

Meine Frau und ich erwarten Ende Mai unser erstes Kind. Wir waren heute zur Feindiagnostik während des 2. Trimesters und haben nun das Geschlecht unseres Babys erfahren. Man muss sagen, dass meine Frau und ich uns schon sehr ein Mädchen gewünscht haben, es aber jetzt ein Junge wird.

Der Threadtitel ist sicher sehr überspitzt gewählt, dennoch möchte ich gerne mit Eltern ins Gespräch kommen, die vielleicht ebenfalls zunächst Probleme hatten, dass ihr Baby nicht das Wunschgeschlecht hatte.

Ich muss noch dazu sagen, dass ich mich gerade schon sehr mit der Situation anfreunden kann, meine Frau hat allerdings gerade sehr daran zu knabbern. Vor allem da sie auch ein schlechtes Gewissen plagt.

Ich will noch sagen, dass wir uns beide unheimlich auf das Baby freuen, so mal lange Zeit gar nicht klar war, ob es auf natürlichem Weg für uns möglich ist. Und wir sind zudem vor allem heilfroh darüber, dass es dem Kleinen augenscheinlich sehr gut geht und alles soweit gut entwickelt ist.

Ich freue mich über den Austausch.
 
housedrache
Benutzer192233  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #2
Mir ging es ganz genauso!!! Wir hatten schon einen Sohn & wünschten uns sehnlichst eine kleine Schwester - es wurden dann Zwillinge & als ich dann beim Feinultraschall erfuhr, dass es definitiv nochmal 2 Jungs werden, habe ich vor Enttäuschung geheult. Mein Gynäkologe hat mich dann richtiggehend angeschnauzt, dass es da überhaupt nichts zu heulen gäbe, er säße hier oft mit werdenden Eltern, denen er den Tod oder aber schwerste Beeinträchtigungen ihres Fötus mitteilen müsste…..ich war trotzdem zutiefst enttäuscht, mein Mann, der sich zwar auch eigentlich ein Mädchen gewünscht hatte, war wesentlich entspannter….

Aber: das vergeht alles, allerspätestens wenn man sie nach der Geburt im Arm hält! Mittlerweile sind unsere Zwillinge 19 Jahre alt, und um nichts in der Welt würde ich sie gegen Mädels eintauschen wollen! Jungs machen so viel Spaß und bringen jede Menge Leben ins Haus! Auch diese Mutter - Tochter - Konflikte, die ich ganz schlimm mit meiner Mutter erlebt habe, blieben mir erspart, keiner hat mir Klamotten und Kosmetik gemopst & ich liebe es, 4 Männer um mich rum zu haben! Ich wurde begeisterte Soccer - Mom, habe gelernt, mich für Baustellen und sämtliche Fahrzeuge zu begeistern. Und wenn ich in meinem Umfeld sehe, wieviel mehr Angst Mädcheneltern haben, wenn die Kinder im Teenageralter anfangen, um die Häuser zu ziehen, bin ich froh, dass wenigstens diese Ängste uns erspart bleiben - Mädchen sind einfach vulnerabler und gefährdeter, wenn sie abends allein unterwegs sind. Jungs lässt man mal im dunklen noch mit dem Rad heimfahren, Mädchen eher nicht (so ist es zumindest in unserem Umfeld). Also, freut euch auf euren Burschen!
 
J
Benutzer186595  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #3
Dann probiert es doch einfach so bald wie möglich nochmal 😉
 
M
Benutzer193947  (34) Verbringt hier viel Zeit
  • #4
Ich kann nur teilweise "mitfühlen" (hab auch nicht mein Wunschgeschlecht beim Kind bekommen, aber hab damit dann nicht gehadert), aber vielleicht kann ich trotzdem einen Tipp geben:
Versucht mal zu hinterfragen, woher der Wunsch nach einem Mädchen kommt bzw wo für euch der Unterschied liegt. Habt ihr eine Traumvorstellung von der kleinen Prinzessin, Zöpfe flechten, was auch immer?
Und dann überlegt mal, was davon vielleicht sowieso anders kommen kann als gedacht: Ein Mädchen kann auch wild sein und Hoodies einem Kleid vorziehen, ein Junge kann auch lange Haare haben wollen, usw.
Am Ende ist es euer Kind und auch deine Frau wird sich spätestens mit der Geburt schnell "daran gewöhnen" und extrem verliebt in euren Sohn sein. Keine Sorge :smile:
 
M
Benutzer203725  (30) Öfter im Forum
  • Themenstarter
  • #5
Mir ging es ganz genauso!!! Wir hatten schon einen Sohn & wünschten uns sehnlichst eine kleine Schwester - es wurden dann Zwillinge & als ich dann beim Feinultraschall erfuhr, dass es definitiv nochmal 2 Jungs werden, habe ich vor Enttäuschung geheult. Mein Gynäkologe hat mich dann richtiggehend angeschnauzt, dass es da überhaupt nichts zu heulen gäbe, er säße hier oft mit werdenden Eltern, denen er den Tod oder aber schwerste Beeinträchtigungen ihres Fötus mitteilen müsste…..ich war trotzdem zutiefst enttäuscht, mein Mann, der sich zwar auch eigentlich ein Mädchen gewünscht hatte, war wesentlich entspannter….

Aber: das vergeht alles, allerspätestens wenn man sie nach der Geburt im Arm hält! Mittlerweile sind unsere Zwillinge 19 Jahre alt, und um nichts in der Welt würde ich sie gegen Mädels eintauschen wollen! Jungs machen so viel Spaß und bringen jede Menge Leben ins Haus! Auch diese Mutter - Tochter - Konflikte, die ich ganz schlimm mit meiner Mutter erlebt habe, blieben mir erspart, keiner hat mir Klamotten und Kosmetik gemopst & ich liebe es, 4 Männer um mich rum zu haben! Ich wurde begeisterte Soccer - Mom, habe gelernt, mich für Baustellen und sämtliche Fahrzeuge zu begeistern. Und wenn ich in meinem Umfeld sehe, wieviel mehr Angst Mädcheneltern haben, wenn die Kinder im Teenageralter anfangen, um die Häuser zu ziehen, bin ich froh, dass wenigstens diese Ängste uns erspart bleiben - Mädchen sind einfach vulnerabler und gefährdeter, wenn sie abends allein unterwegs sind. Jungs lässt man mal im dunklen noch mit dem Rad heimfahren, Mädchen eher nicht (so ist es zumindest in unserem Umfeld). Also, freut euch auf euren Burschen!
Danke für den detaillierten Einblick. Ich denke daraus können wir sehr viel mitnehmen.
Im Netz lässt sich ja auch einiges zu dem Thema finden und der Tenor ist eigentlich überall, dass ein gewisses Maß an Enttäuschung unf auch Traurigkeit völlig normal ist.
 
M
Benutzer203725  (30) Öfter im Forum
  • Themenstarter
  • #6
Ich kann nur teilweise "mitfühlen" (hab auch nicht mein Wunschgeschlecht beim Kind bekommen, aber hab damit dann nicht gehadert), aber vielleicht kann ich trotzdem einen Tipp geben:
Versucht mal zu hinterfragen, woher der Wunsch nach einem Mädchen kommt bzw wo für euch der Unterschied liegt. Habt ihr eine Traumvorstellung von der kleinen Prinzessin, Zöpfe flechten, was auch immer?
Und dann überlegt mal, was davon vielleicht sowieso anders kommen kann als gedacht: Ein Mädchen kann auch wild sein und Hoodies einem Kleid vorziehen, ein Junge kann auch lange Haare haben wollen, usw.
Am Ende ist es euer Kind und auch deine Frau wird sich spätestens mit der Geburt schnell "daran gewöhnen" und extrem verliebt in euren Sohn sein. Keine Sorge :smile:
Danke für diesen Tipp. Damit werde ich mich auseinandersetzen.
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (40) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #7
Die Ex meines Mannes war sehr enttäuscht darüber, keine Tochter zu haben. Sie hat sich eben immer eine Miniversion von sich selbst gewünscht. Nach dem zweiten Sohn hätte sie es schon gern noch ein drittes Mal versuchen wollen, aber nicht mit meinem Mann. Letztlich hat sie dann um die nie geborene Tochter getrauert und akzeptiert. Sie liebt ihre Söhne deshalb auch nicht weniger. 🙂

Ich persönlich hätte am liebsten nur Jungs gehabt, ich finde Jungs so viel einfacher als Mädchen. Oder zumindest sind die Jungs in meiner Familie einfacher als die Mädchen, was mein Mann natürlich auf mich schiebt. 🙃😁

Ich hatte aber auch nie diese Vorstellung von einer kleinen Prinzessin, ich bin selbst ja überhaupt nicht girly. 🤷🏻‍♀️

Grundsätzlich ist es aber sicherlich normal, enttäuscht zu sein, wenn man sich ein bestimmtes Geschlecht wünscht. Ob man diesen Wunsch dann weiter verfolgt… Nachbarn meiner Eltern haben es versucht, nach drei Töchtern hat man auf einen Sohn gehofft, und es kamen Zwillingsmädchen. 🙃 Der Nachbar zu meinem Vater: "Wenn ich schon mit sechs Frauen unter einem Dach leben muss, will ich zumindest mein eigenes Klo haben." Daraufhin hat er ein kleines viertes Bad einbauen lassen.
 
T
Benutzer228096  (39) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #8
Dass Eltern sich ein Mädchen wünschen ist ja heute im Bildungsbürgertum normal. Keiner hat Bock auf Jungs^^

Nun mein Tipp: Ganz schnell generell die Erwartungshaltung senken. Kinder sind nicht planbar. Das fängt beim Geschlecht an, aber das setzt sich nahtlos fort. Ihr habt keine Ahnung welche Eigenheiten euer Baby mit sich mitbringen wird. Und die wird es haben! Das Geschlecht ist da noch der kleinste Faktor bei. Kinder muss man so nehmen wie es eben kommt - und dann versucht man eben das beste gemeinsam mit dem Kind daraus zu machen - was auch oftmals klappt, weil man die kleinen Dinger einfach unglaublich liebt und nur das Beste für sie will.
 
Schweinebacke
Benutzer78484  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #9
T
Benutzer228096  (39) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #10
Hauptsache mal einen unangenehmen Spruch rausgehauen, wat? :tentakel:
Was ist für dich unangenehm an den Spruch? Ich hatte den eher als flapsige Aufmunterung für den TE gemeint, dass er eben nicht alleine damit ist.

Ich kenne in meinem Umfeld kaum jemanden, der sich beim ersten Kind einen Jungen gewünscht hat und den Titel "Gender Disappointment" hat der TE sich ja nicht aus den Fingern gesogen. Das kannst du googeln und dann wird in den Artikeln thematisiert, dass Eltern sich heutzutage eben eher Mädchen wünschen.
 
Schnecke106
Benutzer85763  (43) Beiträge füllen Bücher
  • #11
Ich glaube, es wurde mal irgendwann in einem der Kugelbauch-Threads gesagt: Vielleicht ist immer auch ein wenig Trauer normal, weil man eben nur eines der beiden Geschlechter haben kann und automatisch um das andere trauert und ja irgendwie jede Kombination toll ist: 2 Mädchen, 2 Jungs, Großer Bruder und kleine Schwester oder anders herum. Egal wie es kommt, die anderen Möglichkeiten sind dann weg.

Ich glaube auch, dass man bei Eintritt der Schwangerschaft schnell eine geistige Vorstellung der Familie hat, egal ob das nun Junge oder Mädchen ist und dann erstmal Enttäuschung verarbeiten muss, weil es dann plötzlich anders ist.
 
caotica
Benutzer68775  (41) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #12
Meine Mama meinte immer, sie weiß gar nicht, was sie gemacht hätte, wäre ich kein Mädchen gewesen... sie hat aber auch nicht immer ihren unkomplizierten Traum bekommen :zwinker: Durch die Teenagerzeit musste sie durch, aber dafür sind wir jetzt richtig gute Freundinnen.

Ein Punkt, der dazu zählt, keine Kinder zu bekommen war für mich aber immer, dass ich mir nicht aussuchen kann, dass es ein Mädchen wird, und ich absolut keinen Jungen wollte. Ohne irgendeinen Traum dahinter, aber ich kann mit kleinen Jungs einfach nichts anfangen. Ich bin auch ne super schlechte Jungstante.
Natürlich kann man auch kleine Mädchen haben, die Bagger toll finden und Fussball spielen :grin: aber die Wahrscheinlichkeit ist doch eher geringer, nach meinen Beobachtungen im Familien- und Freundeskreis.

Ich hatte auch Freundinnen, die zuerst enttäuscht waren, mal vom einen, dann vom andern Geschlecht, weil die Wünsche andere waren, aber bei allen war es verflogen, als sie ihr gesundes Baby im Arm hatten :zwinker:
 
Zuletzt bearbeitet:
N
Benutzer206632  (45) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #13
Ich hatte mich auch sehr auf ein Mädchen eingestellt bzw auf die Wunschvorstellung davon, das hat mir in der Schwangerschaft auch etwas zu schaffen gemacht aber ab Geburt war das schlagartig vorbei. Weil man ja sowieso das tollste, beste, schönste Kind der Welt hat.
Und jetzt bin ich sehr froh, dass er kein Mädchen ist. Ich glaube mit Mädchen würde ich mir später noch viel mehr Sorgen machen und zum Glück kann sich meiner auch für Glitzer begeistern und mit mir Nägeln lackieren. Und danach wird dann über Dinos und Autos geredet.
 
reed
Benutzer116134  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #14
Eine Freundin sagte mir auch vor ein paar Tagen recht offen, dass sie da schon enttäuscht waren.

Man muss ja auch sagen - über viele Dinge in unserer Art von Leben haben wir Kontrolle. Ich kriege nicht random Job A oder B. Die Zusage kann ich vielleicht nicht kontrollieren, aber ich stimme dem Job schon aktiv zu. Selten gibts Momente, wo es nur begrenzte Optionen gibt, und man sich das selbst so gar nicht aussuchen kann.
 
M
Benutzer203725  (30) Öfter im Forum
  • Themenstarter
  • #15
Danke für eure netten Beiträge bis hier hin. Ich bin für jeden sehr dankbar. Hab auch schon einige Antworten meiner Frau gezeigt. Ich denke das wird ihr sehr helfen.

Deswegen mag ich dieses Forum so sehr. Ich dachte durchaus, hier wird es direkt auch totales Unverständnis hageln bei so einem Thema. Aber auf euch ist da echt Verlass, dass man sich mit seinen Bedenken nicht zu verstecken braucht.
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
B
Benutzer65313  Toto-Champ 2008 & 2017
  • #18
Ich war bei unserem zweiten Kind auch enttäuscht - nicht, weil ich keinen Jungen wollte, sondern weil es beinahe sicher war, dass es das letzte Kind ist und ich einfach nur eines von beidem haben konnte. Wie Schnecke106 Schnecke106 geschrieben hat, ich glaube, ich wäre von jedem Geschlecht enttäuscht gewesen. Dabei ist unsere Große ja ein Mädchen und wir haben für viele den Jackpot gezogen mit einem "Päärle". Trotzdem war ich enttäuscht, denn ich wusste, dieses zweite Mädchen werde ich niemals haben. Ich habe um das Mädchen getrauert, das sogar schon einen Namen gehabt hätte, das eine wunderbare kleine Schwester geworden wäre, ein Mädchen, das ich niemals kannte und niemals kennen werde, aber das in meinem Kopf existiert hat.
Genauso hätte ich vermutlich um einen Jungen getrauert.

Man DARF enttäuscht sein über das Geschlecht, so lange es das Kind nicht zu spüren bekommt, und das kann ich euch zu 99,9 Prozent sagen: Das wird es nicht, denn sobald es da ist, wird euch das Geschlecht egal sein. Ihr habt jetzt noch ein wenig Zeit, euch mit der Nachricht anzufreunden und auch euch darauf zu freuen.
Genderstereotype sind heute natürlich auch aufbrechbar, aber dennoch gibt es nun einmal Dinge, die bei Frauen und Männern bzw Mädchen und Jungs immer anders sein werden. Frauen fühlen sich Mädchen oft näher weil sie es kennen, deshalb wünschen sich ja viele Schwangere ein Mädchen. Die erste Periode, die Möglichtkeit, irgendwann eventuell einmal eine Schwangerschaft als Oma zu begleiten - klar, das ist alles super weit weg, aber es gibt Dinge, die werden mit Jungs nicht passieren bzw umgekehrt nicht mit Mädchen, und es ist okay, darum zu trauern.
Unser Junge ist ein Kind, das rosa sehr mag, gerne Kleider trägt und lange Haare hat, genauso liebt er aber alles, wirklich alles was mit Autos und Baggern zu tun hat und seine Lieblingsfarbe ist blau. Er ist viel gechillter als seine große Schwester und manchmal so gar nicht "typisch Junge", ,manchmal aber absolut. Und trotzdem ist er ganz eindeutig ein Junge, auch, wenn er mal mit seinem gestreiften Kleid und Skye im Arm durchs Haus huscht und seine Haare hinter ihm herwehen. Das alles hätte ich mir damals so gar nicht vorstellen können, und ich liebe ihn für das, was er ist und wie er ist. Das Mädchen, das er hätte sein können, ist ganz, ganz weit nach hinten gerückt. Manchmal, ganz selten, denke ich noch daran, aber meinen Kleinen dafür hergeben? Nie im Leben. Und ich bin mir beinahe sicher, dass es euch auch irgendwann so gehen wird.
Trauert, lasst es zu, schämt euch nicht dafür. Und dann habt ihr sicher die Möglichkeit, nach vorne zu schauen!
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #21
Wir waren, aufgrund von Fehlgeburten, eigentlich einfach nur froh, dass es gesund war...
Ich denke die Frage, die man sich stellen sollte ist, warum ist man enttäuscht?
"Ent-täuscht" sein heißt ja, dass man sich vorher getäuscht hat, nur womit? Was sind die Vorstellungen dahinter?
Fakt ist: Kinder sind für sich eigentständige Menschen und so so viel komplizierter als "Junge (tm)" oder "Mädchen (tm)". Es ist natürlich völlig OK zu fühlen was man fühlt, aber man sollte sich auch nicht in diesen Gefühlen baden ohne jemals den Grund dafür zu ergründen, ansonsten erfindet man sonst welche. Kinder werden am Ende ohnehin nicht, wie man sich das vorstellt. Es wird niemals ein "Mini-me" geben. Es wird immer ein "Mini-them" sein mit Dingen die sie von einem übernehmen und Dingen die sie von woanders aufschnappen und Dingen, die sie sich selbst überlegen. Das wichtigste dabei ist, sich zu entspannen, eine Familie zu sein, Wärme zu geben, aber auch zu erhalten und Sicherheit zu bieten. Der Rest wird schon irgendwie.
 
V
Benutzer163532  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #22
Ich glaube, ich habe mit meinen Töchtern, vor allem noch mit der ersten, versucht, etwas in mir zu "heilen", das in meiner eigenen Kindheit Wunden hinterlassen hatte. Vermutlich war ich deshalb auch zunächst erleichtert, Töchter zu haben, auch wenn mir das Geschlecht prinzipiell egal war.
"Ich weiß, wie Töchter sind, ich war ja selbst eine." Nein. 'Nen Scheiß weiß ich :grin:...
Sie sind beide komplett anders als ich es war. Deshalb ist auch das Geschlecht letztlich völlig egal. Ich denke von ihnen im Allgemeinen nicht als "Mädchen". Sie sind meine Kinder.
Die Ältere kann mit all dem Kram, den ich geliebt habe, kaum oder nichts anfangen. Barbies, Polly Pocket, Playmobil, Lego... Alles eher so naaaja.
Und kann es nicht leiden, wenn ich ihr Frisuren machen will. 😐:grin:

Meine Jüngere ist voll der Papa. Sieht aus wie er, ist charakterlich total der Papa. Ich war da genetisch offenbar gar nicht beteiligt.
🤷🏻‍♀️
Weiter weg von mir könnte sie nicht sein. Und ich liebe den Knödel wie verrückt 🥰.

Das, was Schnecke106 Schnecke106 beschrieb, hatte ich auch: Ich hatte mir immer einen erwachsenen Sohn vorgestellt, der uns später mal besuchen kommt und mit uns Kuchen isst. Keine Ahnung, wieso ich diese feste Vorstellung hatte. Aber ich war schon ein wenig "traurig", dass es diesen Sohn nie geben wird. Obwohl es mir egal war. Das ist für mich auch kein Widerspruch.
 
Rory
Benutzer65998  Sehr bekannt hier
  • #32
Ich fand, in dem Moment, in dem man das Geschlecht erfährt, wird dieses Kind, das man erwartet, ohnehin plötzlich viel konkreter als zuvor. Mag anderen anders gehen, aber für mich wandelte sich da eine Idee, ein abstraktes Bild im Ultraschall, in ein wirkliches Werden. Ich hatte ab da erste Bilder im Kopf, die nichts mehr mit einem geschlechtslosen Gummibärchen zu tun hatten, sondern mit einem richtigen Kind. Und da ist das Geschlecht nur eines der Puzzleteile, die man sacken lassen muss. Es gibt Meilensteine in der Schwangerschaft, in denen das Bewusstsein darüber, was einen zukünftig erwarten könnte, ziemlich überrollt und das war für mich einer. Das muss man ganz unabhängig vom Geschlecht erst einmal verarbeiten.

Beim ersten Kind hatten wir alle um mich herum ein unerklärliches Jungsgefühl. Als es dann ein Mädchen wurde, war es kurz merkwürdig, aber Enttäuschung war das zum Glück überhaupt nicht. Beim zweiten Kind fühlte ich dann das, was B Bria beschreibt: Da wusste ich vorher schon, dass ich egal bei welchem Szenario auch Trauer empfinden würde, Trauer um den "Verlust" aller der Geschwisterkonstellationen, die es nun eben nicht geworden sind. Da habe ich tatsächlich ein paar Tage gebraucht, bis ich diese Gedanken komplett beiseite schieben konnte. Das ist aber letztlich völlig egal. Eine Schwangerschaft dauert viele Monate, und die braucht man bei bestimmten Themen unter Umständen auch, damit Kopf- und Bauchgefühl gut hinterherkommen. Da braucht man überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben.
 
Zaniah
Benutzer96053  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #42
Ich wollte immer gerne "beides" haben, einen Jungen und ein Mädchen. Beim ersten Jungen war ich also sehr froh, obwohl mir die Reihenfolge egal war. Er war das liebste und einfachste Anfängerbaby, ein superanstrengendes Kleinkind und nun ein witziger, schlauer, herzlicher 5-Jähriger. Den hätte ich mir nicht besser backen können, auch wenn er mich manchmal zur Verzweiflung bringt. Er liebt Schach, Technik, malt gerne und toll, liebt Autos, das Rechnen, hat so viel Fantasie und konstruiert die coolsten Maschinen. Er tanzt so gerne und liebt es, wenn man mit ihm eingekuschelt Geschichten liest.
Dann wurde ich wieder schwanger und Kind zwei kam. Es war klar, dass es das letzte Kind wird, zwei Kinder waren der Plan, mehr wollen wir nicht. Und im Ultraschall in der 10. Woche konnte selbst ich eindeutig den Penis sehen. Da gab es also keine Zweifel mehr. Und ich war enttäuscht und habe mich schlecht gefühlt deswegen. Lange konnte ich nicht sagen, warum ich so enttäuscht war, aber es war eben genau das: Ich wollte ein Mädchen und einen Jungen und nun habe ich das eben nicht bekommen.
Aber auch der zweite ist so ein toller kleiner Kerl, war schon vom ersten Tag ein ganz anderes Kind, mit eigenen Interessen, Vorlieben. Er ist so lieb, so freundlich, so redselig und verkuschelt, aber trotzdem ein kleiner Dickkopf.

Bei zwei Kindern desselben Geschlechts hatte ich Angst vor dem Konkurrenzkampf, bei zwei Jungen, dass so viele körperliche Spiele, Raufereien und Tobereien dazukommen, bei zwei Mädchen hatte ich Angst vor üblem Gezicke. Natürlich speisten sich diese Vorstellungen aus meinen Erfahrungen, meine zwei Nichten haben mich das Fürchten vor zwei Mädchen gelehrt, meine Brüder das Fürchten vor zwei Jungen.

Wir haben keinen Konkurrenzkampf bisher, aber hier wird viel getobt, fangen gespielt... und es ist okay. Ich mag es nicht, wenn einer weint, aber solange das Spiel friedlich ist, macht es mir sogar Spaß, auch mitzugeben und den beiden zuzuschauen. Und am Ende des Tages liegen sie kuschelnd in unserem Bett und sind einfach unsere tollen Kinder, ganz egal welchen Geschlechts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Milk&Apple
Benutzer200985  Öfter im Forum
  • #46
Übrigens gibt es auch die Fälle, wo das Gender Disappointment anhält. Meine Schwester hätte bis heute lieber eine Tochter gehabt, weil sie mit Jungs einfach nicht so viel anfangen kann und einen besseren Zugang zu Mädchen hat. Sie hat auch einen richtigen "Klischee"-Jungen, trotz geschlechterneutraler Erziehung. Das heißt nicht, dass sie ihren Sohn nicht liebt, aber die Enttäuschung über das Geschlecht war nicht wie weggeblasen, als das Kind geboren wurde. Sie spielt bis heute den meisten Kram nicht gerne mit ihm. Das sag ich nicht, um den TS zu beunruhigen (muss bei ihm ja absolut nicht so kommen), aber es sollte ähnlich wie Regretting Motherhood kein Tabu sein, daher erwähne ich es. Es muss nicht so laufen wie hier im Thread, dass das Geschlecht nach der Geburt absolut keine Rolle mehr gespielt hat.
 
LULU1234
Benutzer107106  Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
  • #51
Ich habe vor Jahren Mal im Bus eine Frau mit zwei kleinen, braungelockten Mädchen gesehen und dachte mir "so werden meine Kinder aussehen, wie der Papa!"
Es kam aber anders. Die Gene meines Mannes haben sich überhauptnicht durchgesetzt und ich habe mich mit meinen glatten blonden Haaren mehr oder weniger zweimal geklont. Meine Idee vor 15 Jahren im Bus hat einfach 0,0 mit meinem Leben heute zu tun.

Das Familienbild was man in einer Schwangerschaft zeichnet, ist einfach nicht die Realität, es ist ein Traum, ein Gedanke und nicht mehr.

Ich wollte immer ein Geschwisterpaar und war trotzdem wegen des Jungen nachdem wir ein Mädchen hatten kurz enttäuscht, vor allem, weil ich so wohl niemals den Namen miner Oma einem Kind geben werde.

Jetzt, bald 10 Jahre später merke ich, dass die Geschlechter meiner Kinder nur einen geringen Anteil an der "Nähe" zu ihnen haben. Gender hat seinen Anteil am Charakter, er ist nicht der einzige Faktor.

Als Eltern will man in der Schwangerschaft sein Kind Kennenlernen. Und die einzigen Infos die man erhält, sind einige Daten auf einem kriseligen Ultraschall. Und neben Femurlänge und Kopfumfang ist da eben das Geschlecht und deshalb wirkt diese Info so groß. Deshalb nennt man Gewicht und Größe bei der Geburt, weil man keine andere Möglichkeiten hat das Baby zu beschreiben. Aber mit den Jahren kommen sooo, sooo viele weitere Infos zu diesem Kind zusammen. Und aus KU, Gewicht Größe und Geschlecht werden Lieblingsessen, Fußballverein, Elsa und Bluey, eine Vorliebe für Tüllröcke und den ÖPNV. Wir werden erfahren ob das Kind laut oder leise, Coachpotatoe oder hyperaktiv ist, schüchtern oder allem aufgeschlossen. Es wird viele Insidejokes und Spitznamen geben, gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse, Sommerurlaube und Weihnachten. Ihr werdet stolz beim ersten Weihnachtskonzert in der Schule klatschen und mit Tränen in den Augen den 18. Geburtstag feiern.

Ach ja, die meisten Söhne in meinem Umfeld sind den Mamas deutlich, deutlich näher als die Töchter. (Nein, natürlich nicht alle). Die kuscheln mehr, die rufen die Mama eher an und brauchen ihre Mama auch länger. Die Töchter sind oft früher emotional und sozial selbstständiger.
 
M
Benutzer203725  (30) Öfter im Forum
  • Themenstarter
  • #52
Ich kann euch heute auf jeden Fall mit Freude mitteilen, dass es mir und vor allem meiner Frau heute schon sehr viel besser geht als es in den letzten Tagen der Fall war. Dazu haben die vielen tollen Kommentare hier erheblich beigetragen. Bis zur Geburt ist es zum Glück noch ein bisschen hin, sodass wir uns immer mehr auf die Realität einstellen werden können.

Die ersten Klamotten wurden soeben bestellt. :jaa:
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
V
Benutzer163532  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #60
Und was sind dann die, die beides haben? 😁
Off-Topic:

Männer, die sich das Kind in sich bewahrt haben :zwinker:.


Mich hat vor dem ersten Kind die Aussage total gestört, mein Mann wäre vom Wesen "ein Mädchenpapa". Jo. Wurde ja dann auch zwei Mal ein Mädchen. Wenn's Jungs geworden wären, hätte ich dann einen neuen gebraucht oder wie 😅?
Sind so unbedachte Aussagen. Die hat mich irgendwie echt geärgert, auch wenn keine böse Absicht dahinter steckte.
 
cr4nberry
Benutzer68557  (35) Sehr bekannt hier
Redakteur
  • #63
Dass Eltern sich ein Mädchen wünschen ist ja heute im Bildungsbürgertum normal. Keiner hat Bock auf Jungs^^
Ich habe mir sehr einen Jungen gewünscht (und bekommen) :tentakel: Augenscheinlich nicht bildungsbürgerlich genug
 
G
Benutzer226102  (40) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #65
B
Benutzer65313  Toto-Champ 2008 & 2017
  • #66
Off-Topic:

Es muss niemand witzig finden. Den Begriff gibt es aber nun mal.
Der Begriff ist nun mal aber auch gelinde gesagt unterirdisch:
Das Wort "Bixn" bezeichnet in Bayern mundartlich allgemein eine Frau. Sprachwissenschaftler geben zu bedenken, dass dabei stets die Reduktion auf das weibliche Geschlechtsteil (Büchse = Vagina) mitschwingt und der Begriff deshalb durchaus als Pejorativum (Abwertung) zu verstehen ist.
 
N
Benutzer164344  (51) Verbringt hier viel Zeit
  • #67
Off-Topic:


Der Begriff ist nun mal aber auch gelinde gesagt unterirdisch:

Als "Betroffener" wie gesagt, vier Töchter - kann ich dem, der mich als Büchsenmacher bezeichnen sollte, nur sagen: "Da spricht doch nur der Neid! Erst mal selber was zu Wege bringen!"
Und wie gesagt: Ich bin stolz auf meine Mädels!
 
B
Benutzer65313  Toto-Champ 2008 & 2017
  • #68
Off-Topic:


Als "Betroffener" wie gesagt, vier Töchter - kann ich dem, der mich als Büchsenmacher bezeichnen sollte, nur sagen: "Da spricht doch nur der Neid! Erst mal selber was zu Wege bringen!"
Und wie gesagt: Ich bin stolz auf meine Mädels!
Das ist super! Ich als Frau höre so etwas aber gar nicht gerne, bzw finde das auf gut deutsch zum kotzen :ninja: Ich bin so viel mehr als meine Vagina...
 
M
Benutzer30735  Sehr bekannt hier
  • #69
Und ich meine, ganz generell -außer seinem Orgasmus mit der DNA- trägt der Mann genau was dazu bei?
Es klingt hier so als wär das jetzt irgendeine "Leistung" ein bestimmtes Geschlecht zu "machen".
 
G
Benutzer226102  (40) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #70
Off-Topic:



Das ist super! Ich als Frau höre so etwas aber gar nicht gerne, bzw finde das auf gut deutsch zum kotzen :ninja: Ich bin so viel mehr als meine Vagina...

Off-Topic:

Naja - zumal bei diesen abwertenden Benennungen ja auch immer quasi die Benutzbarkeit mitschwingt.

Also ich finds gruselig, wenn sich ein Mann, dem eine Frau Töchter gemacht und geboren hat, gern als "Vaginamacher" bezeichnen lässt.
 
Damian
Benutzer6428  Doctor How
  • #71
Ich ähm...würde vorschlagen, das anderswo auszutragen....das passt hier nicht ganz so gut zu den werdenden Eltern...

Es freut mich jedenfalls zu lesen, dass es euch besser geht. Das wird auf jeden Fall ein aufregender Ritt die nächsten 20 Jahre oder so :grin:
Ich bin noch mittendrin und ich gebe zu, ab und zu würde ich gerne mal ne Pause haben, weil das ganz schön anstrengend werden kann, aber es ist doch schon ziemlich schön. So zärtlich und so ehrlich wird man selbst umarmt und angehimmelt. Das ist die Welt für mich.
 
S
Benutzer233084  (33) Ist noch neu hier
  • #72
Ganz ehrlich, ich finde es (entschuldige meine Wortwahl) blöd, sich ein bestimmtes Geschlecht beim Kind zu wünschen. Man hat sowieso keinen Einfluss darauf. Das ist auch unfair dem Kind gegenüber. Ich finde, man sollte sich immer auf beide Situationen vorbereiten.
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #73
Man hat sowieso keinen Einfluss darauf.
Genauso wenig wie darauf, einen Wunsch zu haben.
ich finde es (entschuldige meine Wortwahl) blöd, sich ein bestimmtes Geschlecht beim Kind zu wünschen.
Ich finde es blöd, in einem Thread, in dem es auch darum geht, dass Betroffene mit einem schlechten Gewissen und Sorgen kämpfen, so unsensibel zu sein. Da hilft auch die Pseudo-Entschuldigung für die Wortwahl nicht.
 
Kokiri
Benutzer157013  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #74
1) offtopic beenden.
2) bitte achtet bei so sensiblen Themen wieder etwas mehr auf eure Wortwahl.
 
Es gibt 36 weitere Beiträge im Thema "Gender Disappointment", die aktuell nicht angezeigt werden. Bitte logge Dich ein, um diese ebenfalls anzuzeigen.
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren