Gen Schuld am Single-Dasein

Benutzer20345 

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Das vermuten zumindest chinesische Forscher, die ein Gen entdeckt haben, welches die Wahrscheinlichkeit eines Single-Daseins um 20 Prozent erhöht.

T-Online
 

Benutzer4590 

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Dies bestätigt auch die chinesische Studie: 60 Prozent der Probanden mit der hormonhemmenden Version des Gens waren Single. Unter den Teilnehmern mit der C-Version des Gens waren es nur 50 Prozent. Nach Einschätzung der Forscher ist dies ein deutliches Ergebnis.

Gut, ich bin kein Wissenschaftler, aber 60 % vs. 50 % reißt mich jetzt nicht grade vom Hocker.

Das ist mal wieder die Art Forschung, wo ich mich ernsthaft frage, was der Sinn dabei ist. Was fängt der Einzelne mit der Info an, dass es evtl. ein Gen gibt, das die Wahrscheinlichkeit des Single-Seins um soundsoviel Prozent erhöht? Damit haben dann frustrierte Leute, die zu faul sind, an sich zu arbeiten, eine willkommene Ausrede, und das war's auch schon wieder mit dem Nutzen.
 

Benutzer135804 

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ich frag mich bei sowas ja vor allem eins:wieso wirds immer so dargestellt,als sei single-sein überhaupt etwas negatives?!ich find diese denkweise nur lächerlich,sorry.wer mit sich selbst nicht glücklich ist,wird durch eine beziehung auch nicht glücklich ne...
 

Benutzer76250 

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Natürlich ist ein Gen dafür verantwortlich.

Es ist das Nicht-Aus-Sich-Heraus-Gen. :rolleyes:
 

Benutzer109947 

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Najaaa... :rolleyes:

Das ist schon eine ziemlich einseitige Darstellung und ohne die Studie genauer gelesen zu haben, würde ich diesen Befunde zumindest einmal hinterfragen :confused:

Wenn man da mal ein wenig weiter recherchiert, dann findet man Berichte, die besagen, dass nicht nur dieses Gen alleine für das Singledasein verantwortlich ist, sondern dass dieses Gen nur ein Teil eines Gesamtkonstrukts ist, das evtl. Persönlichkeitsmerkmale oder Charaktereigenschaften erklären könnte...

http://www.welt.de/gesundheit/psych.../Das-Single-Gen-ist-schuld-am-Alleinsein.html

Also, nicht unbedingt alles glauben was wahr ist :zwinker:
 

Benutzer116134 

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Wenn man da mal ein wenig weiter recherchiert, dann findet man Berichte, die besagen, dass nicht nur dieses Gen alleine für das Singledasein verantwortlich ist, sondern dass dieses Gen nur ein Teil eines Gesamtkonstrukts ist, das evtl. Persönlichkeitsmerkmale oder Charaktereigenschaften erklären könnte...
Was ich eigentlich recht spannend finde, gehen doch ziemlich viele davon aus, dass fast alles nur erlernt, anerzogen etc. ist.
 

Benutzer109947 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Was ich eigentlich recht spannend finde, gehen doch ziemlich viele davon aus, dass fast alles nur erlernt, anerzogen etc. ist.
Ja, das ist eine interessante Frage, die letztendlich nur schwer zu beantworten sein dürfte. Erziehung, Lernen, Erfahrungen, etc.. das sind ja im Endeffekt auch nur Teile dieses Gesamtkonstrukts, die sich gegenseitig beeinflussen dürften.

Der Artikel oben sagt ja, dass dieses eine bestimmte Gen Schuld ist am Single-Dasein. Das ist dahingehend schon nicht falsch, aber letztendlich zu allgemein und zu oberflächlich, da eben zu "isoliert" gedacht. Freilich mag dieses Gen beispielsweise den Serotonin-Level und folglich die Psyche oder den Gemütszustand beeinflussen, was wiederum Einfluss auf eine evtl. Partnerschaft bzw. die Partnersuche hat. Aber diesen Einfluss üben andere Faktoren, wie z.B. das soziale Milieu, Erfahrungen, Vorwissen oder die Erziehung, auch aus...
 

Benutzer44981 

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ich frag mich bei sowas ja vor allem eins:wieso wirds immer so dargestellt,als sei single-sein überhaupt etwas negatives?!ich find diese denkweise nur lächerlich,sorry.wer mit sich selbst nicht glücklich ist,wird durch eine beziehung auch nicht glücklich ne...
Es soll Leute geben, die als Single völlig glücklich und zufrieden sind, während sich andere Leute nun mal nach einer Beziehung sehnen und dementsprechend als Single nicht sonderlich glücklich sind - selbst wenn der Rest des Lebens absolut perfekt läuft.
So etwas lässt sich einfach nicht verallgemeinern.
 

Benutzer10855 

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Wo liegt das Gen denn? Auf dem Y-Chromosom? :grin:


Ich finde die Argumentation nicht völlig unschlüssig. Auf einem rein biologischen Level werden die Funktionen der Liebe größtenteils über Hormone gesteuert, die dafür sorgen, dass wir emotionale Bindungen aufbauen, geil werden oder jemanden schmerzlich vermissen. Eine Person, deren Hormonhaushalt aufgrund einer genetischen Disposition schlechter reagiert, wird es eben "schwerer" haben, dauerhafte Partnerschaften aufzubauen. Das heißt ja nicht, dass es unmöglich ist und es heißt auch nicht, dass diese Personen es nicht wollen würden. Und natürlich hat man unter den Singles auch Leute ohne Disposition, die aktiv ihr Liebesleben sabotieren oder sich vielleicht bewusst dazu entschlossen haben, überhaupt keine Beziehung führen zu wollen. Im Endeffekt mittelt sich das dann aber raus: unter den Leuten mit Gendisposition tauchen mehr Singles auf als im Rest. Wie stark man deshalb auf eine Kausalität schließen sollte, bleibt aber auch offen - da finde ich das ganze schon etwas voreilig. Habe die Studie jetzt aber nicht direkt gelesen und kann nicht sagen, ob der übliche Korrelation vs. Kausalitäts-fehler begangen wurde.

Was ich bei der Studie ebenfalls als eher bedenklich empfinde ist, dass man sich hier auf 600 chinesische Studenten als Testsubjekte beschränkt hat. Chinesischer Student zu sein ist schon eine recht spezielle Situation, auch wenn es darum geht, die Liebe zu finden. Dementsprechend würde ich die Erkenntnisse der Studie nicht unbedingt gleich auf die ganze Menschheit in allen Lebenslagen verallgemeinern oder da jetzt voreilige Schlüsse ziehen.
 
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Benutzer94422 

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Hmm... kann schon sein die Geschichte mit dem Gen. Dann hab ich wohl auch so eins. Was in dem Artikel aber nicht steht, dass ich dann wohl noch ein weiteres Gen habe, dass mich zu dem Schluss bringt, Singlesein ist schöner als in einer Partnerschaft zu leben
 

Benutzer133729  (29)

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Ich halte das für schwachsinn, wenn das so wäre müssten ja auch mehrere aus meiner Familie lange Zeit single gewesen sein, irgendwie aber war nur ih der spätzünder :tongue:
 

Benutzer146423 

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Nicht mal ne vernünftige Quellenangabe - danke T-Offline! :grin:

Ziemlich alberne Kausalität, aber so kriegt man Aufmerksamkeit (und mehr?). :rolleyes:
 
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2 Woche(n) später
B

Benutzer

Gast
Hm, uninteressant ists ja nicht. Ich frage mich nur, warum diese Schlagzeile gewählt wurde, ist doch eine Gen, das unser Glücksempfinden steuert für Dinge verantwortlich, die von grösserer Relevanz wären. Zudem gebe ich Felicia80 Recht - warum muss ein Singledasein unbedingt negativ bewertet werden? Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass sich eben viele depressive Menschen in einer unerfüllten Beziehung befinden, weil sie sich davon Halt versprechen... Und die Studie wurde an Studenten durchgeführt, da sind ja viele darunter, die aus pragmatischen Gründen Single bleiben. Sei es nun Zeitmangel oder Überangebot :tongue:
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Zudem gebe ich Felicia80 Recht - warum muss ein Singledasein unbedingt negativ bewertet werden?
Vermutlich weil viele Menschen es einfach als eine Art "Lebensziel" sehen, einen Partner zu finden und mit ihm zusammen glücklich alt zu werden, mit oder ohne Kindern. Das heißt ja nicht, dass es jeder so handhaben muss, aber ich kann schon verstehen, dass viele Menschen ein (sehr lang dauerndes) Single-Dasein als negativ empfinden und das deswegen auch so in den Medien dargestellt wird.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
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Ich frag mich ja, wie das Signifikanzniveau dieses Gens ist, wenn man das ganze mal auf eine Reihe verschiedener denkbarer Einflussfaktoren testet. Kann mir nämlich vorstellen, dass sich das ziemlich schnell rausrechnet, wenn man ein paar Faktoren mehr in die Rechnung nimmt.
 

Benutzer149315 

Öfter im Forum
Naja der Bericht stammt von T-Online und die Studie an sich scheint ja nicht bekannt zu sein.
Sehr warscheinlich wurde also das Abstract als Vorlage verwendet und für den Laien bisschen aufgepeppt.

Dann muss man auch sagen, dass es nur eine Studie ist. Die Aussagekraft einer Studie im Bezug auf so eine aussergewöhnliche Behauptung ist natürlich zu hinterfragen.

Alles in Allem ist die Nachricht nicht wirklich was wert und dient wohl eher wieder dazu Halbwissen zu verbreiten.


So ist zu lesen:
60 Prozent der Probanden mit der hormonhemmenden Version des Gens waren Single. Unter den Teilnehmern mit der C-Version des Gens waren es nur 50 Prozent. Nach Einschätzung der Forscher ist dies ein deutliches Ergebnis.

Was das genau zu bedeuten hat, bleibt unklar. War einfach das Ergebnis signifikant?
Wenn man den Blick Artikel liest, ist dies wohl die Aussage (http://www.blick.ch/news/5-hta1-macht-uns-einsam-single-sein-liegt-in-den-genen-id3294235.html).

Letztendlich ist die Aussagekraft dieser einzelnen Studie für irgendwas weltbewegendens wohl einfach nicht da und scheint einfach ein typischer Bauernfänger zu sein.
 

Benutzer146423 

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Wieso findest du denn die Kausalität albern?
Da dieser Thread ja offensichtlich immernoch lebt, habe ich mir gestern Abend mal die Mühe gemacht und die in Rede stehende (kleine) Publikation mit dem wunderschönen Titel "The association between romantic relationship status and 5-HT1A gene in young adults" ausfindig zu machen und mir anzuschauen.

Grundsätzlich ist ja lange bekannt und unstrittig, dass Abweichungen im Serotoninhaushalt (bzgl. Wirkung als Neurotransmitter) auch Auswirkungen auf der emotional-affektiven Ebene haben können...
Allerdings spielen dabei auch noch eine Reihe weiterer Gene sowie völlig andere Faktoren eine Rolle - von den Hormonen ganz zu schweigen. Serotonin hat darüber hinaus ohnehin keinen direkten Einfluss aus Sexualfunktionen, Libido, oder Bindungsverhalten. Insofern ist die Aussage, die die Autoren treffen - auch ungeachtet der Frage, ob die untersuchte Personengruppe besonders geeignet ist oder nicht - bestimmt zulässig, aber einen direkten Bezug herzustellen finde ich ein wenig dünn, vorsichtig ausgedrückt. :grin:

Außerdem relativieren die Autoren ihre Aussage ja (erwartungsgemäß) in der Diskussion:
It may be the case that under certain circumstances, the genetic contribution to romantic relationship formation could be overshadowed by other factors. Nevertheless, our results demonstrate the importance of 5-HT1A C-1019G in individual differences on romantic relationship formation, thereby providing evidence for the genetic contribution to complex social relationships in certain contexts.

Vermutlich könnte man auch herausfinden, dass Personen aus der betroffenen Gruppe häufiger grundlos über schlechten Stuhlgang o.ä. klagen, als Personen der Kontrollgruppe. :grin:

Um eine breitere Aufmerksamkeit zu erlangen solle man sich aber vll anderen Themen widmen und zB mal die "Auswirkungen des Paarungsverhaltens mitteleuropäischer Grauhörnchen auf die Globale Erwärmung" untersuchen. :tongue:
 
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