Gehaltserhöhungen. Wieviel Prozent ist normal?

Benutzer106891 

Öfters im Forum
Ich möchte ein Gehaltsgespräch mit meinem Arbeitgeber. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, um wieviel man da pokern darf (Anmerkung: in meiner Branche gibt es in dem Sinne keine Bonis oder Umsatzbeteiligung).
Was ist vernünftig: 1%, 5%, 10% mehr? Als ich gelesen habe, dass die Bundestagsabgeordneten nur 290€ mehr bekommen bei einem Gehalt von 7800 (oder so), war ich etwas desillusioniert (das sind ja nicht mal 3%). Ich wollte eigentlich 10% mehr haben. :ashamed:
 

Benutzer103898 

Benutzer gesperrt
In welcher Branche bist Du, was machst Du da, mit welcher Qualifikation?
Wie groß ist der Betrieb, ist er tarifgebunden?
Wie lange arbeitest Du da schon, wann war die letzte Gehaltserhöhung?

Und am wichtigsten: Warum willst Du mehr bzw. warum meinst Du, dass Du Deinem Arbeitgeber mehr wert sein solltest???? Hast Du in der letzten Zeit besondere Leistungen erbracht, hast Du woanders einen besser bezahlten Job in Aussicht?
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Der Durcschnittsangestellte kann zwischen 200 und 500 Euro mehr verlangen.
 

Benutzer12216 

Sehr bekannt hier
Der Durcschnittsangestellte kann zwischen 200 und 500 Euro mehr verlangen.

über diese pauschale aussage darf ich ja wohl mal recht herzlichst lachen? dir ist schon bewusst in deutschland die letztwn jahre reallohnverluste an der tagesordnung sind?
 
V

Benutzer

Gast
Wichtiger als die Summe ist vor allem, wie du die Erhöhung vor deinem Chef rechtfertigen möchtest.

Arbeitest du mehr als noch vor einigen Jahren?
Übernimmst du Arbeiten, die nicht in deinem Arbeitsvertrag stehen?
Ist deine Verantwortung gewachsen (z.B. dadurch, dass du eine leitende Position eingenommen hast)?
Arbeitest du effizienter als noch vor einigen Jahren? Wenn ja, wodurch?

Diese Fragen brauchst du natürlich nicht mir zu beantworten, sondern die musst du vor allem für dich selbst beantworten können.

Aus meinem Freundeskreis bekomme ich derzeit mit, dass 10% eher die Ausnahme sind, meist beläuft sich die Erhöhung auf 3-5%, seltener mal auf bis zu 7%, wobei es sicherlich auch von Branche zu Branche Unterschiede gibt und es auch abhängig davon ist, wie lange du schon für den Betrieb/die Firma arbeitest.
 

Benutzer64931 

Verbringt hier viel Zeit
Es ist natürlich auch sinnvoll online nachzuschauen, was man nach x Jahren Berufserfahrung verdient.

Wenn du quasi noch ein Gehalt für "Berufseinsteiger" hast, aber nun schon mehrere Jahre Berufserfahrung, dann rechtfertigt das eine Gehaltserhöhung. Um wieviel ist Branchenabhängig.

Beispiel aus der IT Branche: Als Software-Entwickler kann man nach 5 Jahren Berufserfahrung ca. 5000€ mehr pro Jahr "verlangen". Bei einem Einstiegsgehalt von sagen wir 40000€ auf 45000€ sind das aber auch keine 10%.
Aber man kann das sowieso nicht pauschalisieren, weil neben dem Branchendurchschnitt auch deine Firma (wie gut geht es der Firma?) und deine Leistung (auch im Vergleich zu Kollegen) zählt.

Wenn es der Firma momentan nicht gut geht, sollte man auf starke Lohnsteigerung verzichten und lieber jetzt weniger nehmen und dann dafür nochmal kommen wenn es der Firma besser geht.
 

Benutzer26398 

Beiträge füllen Bücher
Der Durcschnittsangestellte kann zwischen 200 und 500 Euro mehr verlangen.
was ist den das für eine blödsinnige Aussage ohne jegliches Hintergrundwissen bzgl. der Situation des Threadstarters?:ratlos:

Wichtiger als die Summe in Euro ist die prozentuale Erhöhung - da ist die vormalige Lohnsumme als Grundlage nämlich egal... Jemand der nur 900,- Euro netto verdient wird wohl kaum mal 500,- mehr rausschlagen können - ein "Großverdiener" etc. kann sicher mehr als die erwähnten 500,- Euro rausschlagen...

Kommt sicher drauf an womit der Threadstarter eine mögliche Gehaltserhöhung rechtfertigt! Sinnvoll ist es die "Löhne" der Branche zu kennen bzw. die der Arbeitskollegen - ist natürlich immer ein heikles Thema. Kommt auch drauf an wie "wertvoll" man für die Firma ist - ob sie es sich erlauben kann dich ziehen zu lassen bzw. ob du es dir erlauben kannst bei ablehnender Haltung zu kündigen.

Die Frage über die Höhe lässt sich somit kaum pauschal beantworten. Im Zweifelsfalls würde ich etwas mehr ansetzten als ich mir eigentlich vorstelle - somit wäre noch Spielraum nach unten und trotzdem hätte man sein Wunschergebnis bei gutem Gelingen. Allerdings besteht eben auch die Gefahr das man zu hoch pokert bzw. auf der anderen Seite zu konservativ in seinen Forderungen ist und der Chef sich ins Fäustchen lacht...
 

Benutzer70314  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Meine Gehaltserhöhung für nächstes Jahr liegt bei 1,5 % und ist noch höher als der Durchschnitt in der Firma.
Setz aber ruhig etwas mehr an, als du wirklich willst, dann hast du noch die Möglichkeit dem Arbeitgeber entgegen zu kommen.
Und: schön Argumente sammeln, warum du das verdient hast (das das Leben verdammt teuer geworden ist wird deinen Chef kaum interessieren)....
 

Benutzer106891 

Öfters im Forum
Danke für eure Kommentare. Also, zunächst sollte man ja mindestens eine Gehahltserhöhung haben, die die Inflationsrate berücksichtigt. Danach geht es mir v.a. darum ,dass ich jetzt 2 Jahre in dem Betrieb bin, mehr Berufserfahrung habe (insgesamt 8 Jahre), und demensprechend auch effektiver arbeite und mehr Umsatz mache. Andererseits gibt es Leute in meinem Betrieb, die 7 Jahre älter sind und dem Betrieb wahrscheinlich mindestens genauso wichtig sind, und die "nur" 1000€ mehr brutto im Monat bekommen. D.h., wenn ich jetzt eine Erhöhung um 400-500€/Monat möchte, denkt sich der Chef wohl, dass ich wenn ich so weiter fordere, in 8 Jahren unbezahlbar werde....
 

Benutzer62315  (50)

Verbringt hier viel Zeit
Warum sollte Dir Dein Chef mal eben 400 odergar 500 mehr bezahlen. Meiner würde mich fragen wovon ich träume.
Wenn ich nächstes Frühjahr 75 mehr kriege kann ich froh sein, überhaupt was zu bekommen.
 

Benutzer106891 

Öfters im Forum
Wenn ich nächstes Frühjahr 75 mehr kriege kann ich froh sein, überhaupt was zu bekommen.

Das macht dann nach Steuer.... :cry: Für die paar Euro netto gehe ich nicht zum Chef, dann suche ich mir eher langfristig eine andere Stelle.


Läßt sich das durch Zahlen belegen oder ist das dein Empfinden ?

Ja, das lässt sich durch Zahlen belegen. Der Chef kann natürlich immer behaupten, dass ich in den ersten 2 Jahren im Betrieb ich noch in der Kennenlernphase war und ich erst jetzt das erwartete Potential erreicht habe. Was BS ist, wenn ich mich mit anderen vergleiche.
Ich weiß auch nicht, in wieweit Vergleiche mit Kollegen "ich arbeite doch mindestens genauso viel und gut wie X..." oder so, gut und sinnvoll sind, oder eher schaden.
 

Benutzer103898 

Benutzer gesperrt
Für die paar Euro netto gehe ich nicht zum Chef, dann suche ich mir eher langfristig eine andere Stelle.
Wenn Du einen deutlich bessr bezahlten Job findest, dann ist Dein Marktwert in der Tat höher, das wäre eine Grundlage, um "Bleibeverhandlungen" zu führen.
Ja, das lässt sich durch Zahlen belegen.
Es geht aber nicht nur um meh Umsatz sondern vorrangig um mehr Gewinn. Allein mehr Umsatz zu machen nutzt einem Unternehmen nicht viel.
Von mehr Umsatz allein lässt sich kein höheres Gehalt zahlen, dafür müßte schon mehr übrig bleiben, um auch entsprechende Mehreinnahmen für das "Mehr" an Gehalt zu haben.

Ich weiß auch nicht, in wieweit Vergleiche mit Kollegen "ich arbeite doch mindestens genauso viel und gut wie X..." oder so, gut und sinnvoll sind, oder eher schaden.

Niemals! Es geht nicht darum, wieviel Du im Vergleich zu Deinen Kollegen verdienst oder ob Deine Kollegen über- bzw unterbezahlt sind. Es geht einzig und allein darum, in welchem Verhältnis Dein Gehalt zu Deiner Leistung und Deinem Nutzen bzw. Wert für das Unternehmen steht.
 

Benutzer3277 

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Gehaltserhöhung? Ich bin schon froh, wenn mein Gehalt nicht weiter sinkt! Und dass mein Arbeitsplatz überhaupt weiter erhalten wird! :schuettel:
 

Benutzer106891 

Öfters im Forum
Von mehr Umsatz allein lässt sich kein höheres Gehalt zahlen, dafür müßte schon mehr übrig bleiben, um auch entsprechende Mehreinnahmen für das "Mehr" an Gehalt zu haben.

OK, das sehe ich ein. Aber ich mache nunmal mehr Umsatz, aber der Chef investiert leider auch viel in neue Geräte und neues Personal. Wir sind in den letzten 2 Jahren von 90 auf 120 Mitarbeitern angewachsen. Ist doch nicht meine Schuld, wenn er das Geld, was ich erarbeite ausgiebt/verschwendet :rolleyes:

Niemals! Es geht nicht darum, wieviel Du im Vergleich zu Deinen Kollegen verdienst oder ob Deine Kollegen über- bzw unterbezahlt sind. Es geht einzig und allein darum, in welchem Verhältnis Dein Gehalt zu Deiner Leistung und Deinem Nutzen bzw. Wert für das Unternehmen steht.

Ich habe nunmal eine Spezialistenausbildung, die meine Kollegen nicht haben und mit denen der Chef auf der homepage u.a. werben kann, aber dennoch werde ich nicht höher bezahlt, als sie. Das wäre ja schonmal Punkt 1. Schliesslich war diese Zusatzqualifikation kein Zuckerschlecken. Ich weiss, dass ich sofort eine andere, neue Stelle bekommen würde, aber ich möchte eigentlich nicht dauernd wechseln, da ich in den letzten Jahren nach dem Studium schon so oft u.a. wegen der Spezialausbildung gewechselt habe. Ich möchte eigentlich langsam sesshaft werden...
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Off-Topic:
Wichtiger als die Summe in Euro ist die prozentuale Erhöhung - da ist die vormalige Lohnsumme als Grundlage nämlich egal... Jemand der nur 900,- Euro netto verdient wird wohl kaum mal 500,- mehr rausschlagen können - ein "Großverdiener" etc. kann sicher mehr als die erwähnten 500,- Euro rausschlagen...
Man, war das Durchschnitt in Durchschnittsangestellter wirklich so schwer zu lesen? Im Durchschnitt verdient man keine 900.
 

Benutzer105995 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich habe nunmal eine Spezialistenausbildung, die meine Kollegen nicht haben und mit denen der Chef auf der homepage u.a. werben kann, aber dennoch werde ich nicht höher bezahlt, als sie.

Das ist doch schon einmal etwas. Eine gute Argumentation baut immer genau auf solche Benefits für den AG auf. Allemal besser, als mit den Gehältern von Kollegen zu winken und unrealistische Forderungen aufzumachen. :zwinker:

Wichtig ist, dass du (regelmäßig) das Gespräch suchst! Ob für EUR 75 oder 500 ist dabei erst einmal egal. Gehaltserhöhungen wollen IMMER verhandelt werden. Wie immer bei Verhandlungen sollte man nicht unvorbereitet in die Gespräche gehen. Schreibe die wichtigsten Argumente zusammen, recherchiere Vergleichsgehälter der Branche in deiner Region und vereinbare einen Termin mit deinem Vorgesetzten. Fühle vor, wie er deine Leistungen bewertet und was er mit dir so die nächsten Jahre vor hat.

Vielleicht hast du die Chance weiter aufzusteigen, zusätzliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten übertragen zu bekommen oder oder oder. Nur so erreichst du über die Jahre auch große Gehaltssprünge. In diese Richtung würde ich auch argumentieren, wenn die klassische "was haben sie sich den vorgestellt"-Frage kommt.

Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ich habe letztes Jahr 11% weniger als im Vorjahr verdient. :zwinker:

Viel Erfolg!
 

Benutzer26398 

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Off-Topic:
Off-Topic:

Man, war das Durchschnitt in Durchschnittsangestellter wirklich so schwer zu lesen? Im Durchschnitt verdient man keine 900.
dennoch ist deine Aussage schlichtweg falsch (bzw. liegen zwischen 200,- und 500,- Euro unglaubliche 150% Unterschied!) und einfach mal schnell "hingeklatscht" ohne wirklich auf den Threadstarter einzugehen - lies dir mal die anderen wesentlich gehaltvolleren Posts durch - oder frag den Threadstarter ob er mit deinem hingeklatschten Post groß was anfangen konnte...
 

Benutzer105121 

Benutzer gesperrt
Off-Topic:

Man, war das Durchschnitt in Durchschnittsangestellter wirklich so schwer zu lesen? Im Durchschnitt verdient man keine 900.

Wenn man nichts zu sagen hat, dann...:zwinker:

@TE: ich würde sagen eine jährliche Lohnerhöhung im Angestelltenbereich hängt von sehr vielen Faktoren ab. Generell um etwas zu pauschalisieren sollte es mindestens die Infaltion ausgleichen und natürlich auch etwas mehr werden. Das heißt verdienst du dieses Jahr 4000 Euro Brutto/Monat solltest du nächstes Jahr bei 5% mehr ca. 4200 Euro/Monat bekommen. Natürlich auch berücksichten wie hoch man schon ist, normal ist bei Angestellten bei ca. 100.000 Euro Brutto im Jahr ersteinmal Schluss. Hast du das mit 40 Jahren schon erreicht, bleibt dir nur noch AT.
 

Benutzer106891 

Öfters im Forum
Wichtig ist, dass du (regelmäßig) das Gespräch suchst! Ob für EUR 75 oder 500 ist dabei erst einmal egal.

Vielen Dank an alle erstmal.

Meinst du mit "regelmäßig" dass ich vielleicht lieber alle 4-6 Monate um 75+ € kämpfen soll, statt alle 24 Monate um 500€?
 
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