Gegen die Frauenquote für alle

Benutzer20579  (37)

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Du redest hier von Ergebnisgleichheit. Ich rede rede von Chancengeichheit. Das ist ein Unterschied.
Es ist egal, an welchem Begriff du das festmachst, da ich ja schon schrieb, dass beides nicht gegeben ist.

Sorry, aber ich habe keine Ahnung was Du mir sagen willst.
Sorry, aber das merkt man. Mag daran liegen, dass du nur liest, was du lesen möchtest und dich eher an Begriffen festklebst, was nun Frage und was Aussage ist, anstatt den Inhalt eines Punktes erfassen zu wollen. Auf Seite 1 schreibst du, Frauen bekämen Jobs nur aufgrund der Quote und nicht aufgrund ihrer Qualfikation. Auf Seite 3 schreibst du, dass Frauen mit gleicher Qualifikation schon jetzt gleiche Chancen haben und deshalb die Quote nicht brauchen. Das unterscheidet sich einfach insoweit, als dass es auf Seite 1 noch so klingt, als würde eine Frauenquote unabhängig von der Qualifikation sein - und das ist sie eben nicht.


Und ich meine das ist Quatsch, da Frauen nicht generell benachteiligt werden.
Wie war das noch damit, dass ständige Wiederholung die Sache nicht besser macht? Erkläre mir doch mal, wieso in vielen Führungspositionen keine Frauen sitzen. Weil sie nun doch schlechter qualifiziert sind? Weil sie sich vom Geschlecht her nicht eignen? Woran liegt denn das von Shiny Flame beschriebene Problem, welches du nun seit mehreren Postings leugnest und immer wieder neu fragst, wie sie darauf kommt? Was hat man davon, wenn man bei einer Diskussion Antworten auf Fragen ignoriert und ständig neu fragt und so tut, als würde das Gegenüber die Frage nicht beantworten können?

In meinen Augen sieht es einfach so aus, dass Frauen und Männer häufig die gleiche Ausbildung genießen. Es gibt also keinen sachlichen Grund, wieso nicht gleich viele männliche und weibliche Absolventen in bestimmten Jobs eingestellt werden sollten -jedenfalls in der Quote, in der es Absolventen gibt. Dass dies häufig nicht geschieht, ist schlicht und ergreifend diskriminierend - egal, ob du das nun als Unsinn empfindest. Und so lange das so gemacht wird, finde ich Quotenregelungen sinnvoll. Wenn diese Quoten nun auch für andere Personengruppen eingeführt werden, würde ich das auch für sinnvoll halten. Da ich aber denke, dass Frauen einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen und es Regelungen für chronisch Kranke und Behinderungen bereits gibt, denke ich aber schon, dass das wichtig wäre.
 
S

Benutzer

Gast
Das ist nur Spekulation. Würden Männer aber grundsätzlich bevorzugt eingestellt, sähe die Quote sicher anders aus.

Das ist doch keine Spekulation! Natürlich sind mehr Männer arbeitslos gemeldet, weil Frauen sich auch in alternative Betätigungsfelder wie "Hausfrau" zurückziehen können und dem Arbeitsmarkt (erstmal) nicht mehr zur Verfügung stehen. Sicher steht dies auch Männern zu, es ist aber nunmal Fakt, dass mehr Frauen diesen Weg einschlagen.
 

Benutzer94944 

Meistens hier zu finden
Frauen mit fachlichen und persönlichen Kompetenzen brauchen keine Frauenquote, um das zu erreichen, was sie möchten.
Diese Diskussionen um das Thema sind mit verblendeten Sichtweisen von Machos, Feministinnen und Feministen, Wirtschaftsfachleuten etc. überholt und müßig.
 

Benutzer101996 

Benutzer gesperrt
Für mich heißt das: Ich als Arbeitgeber habe an den potenziellen neuen Mitarbeiter bestimmte Anforderungen, und es gibt zwei oder mehr Kandidaten, die diese Anforderungen erfüllen. Sowas kann ja ganz geschlechtsunabhängig im Bewerbungsprozess immer passieren - und wenn man dann eben anforderungsmäßig noch weiter ins Detail geht und z. B. merkt, dass Kandidat A noch irgendein Sahnehäubchen anzubieten hat, das Kandidat B nicht hat (eine Extraqualifikation, eine Fremdsprache mehr etc.), dann ist es völlig legitim, sich für Kandidat A zu entscheiden; sich aber für Kandidat A zu entscheiden, weil Kandidat B Brüste hat, ist m. E. kein Entscheidungskriterium, das sinnvoll oder unterstützenswert wäre.

Aber was ändert sich dann mit einer Quote? Das führt auch wieder dazu, dass das entscheidende Kriterium für die Einstellung eines Bewerbers wieder das Geschlecht ist und nicht die persönliche Eignung.
 

Benutzer44981 

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Es gibt bereits eine Regelung, die besagt, dass bei gleicher Qualifikation behinderte Bewerber den Vorzug erhalten - wenn's da klappt, warum sollte das in Bezug auf das Geschlecht plötzlich extrem schwierig sein oder Klagewellen nach sich ziehen?
Weil der Anteil behinderter Menschen an der Gesamtbevölkerung, die auch noch von der Qualifikation her mit nicht behinderten Bewerbern konkurrieren können, sehr viel kleiner ist als der Anteil an Frauen an der Gesamtbevölkerung.

In der Situation, zwischen mehreren Bewerbern eine Entscheidung treffen zu müssen, befinden sich Arbeitgeber doch ständig; und alles, was gewünscht wird, ist, dass es dabei keine Rolle spielt, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt. Ist das echt zu viel verlangt?
Das ist prinzipiell nicht zu viel verlangt, sofern das Geschlecht keine direkten Auswirkungen auf die jeweilige Arbeit hat.
Aber durch die Frauenquote wird das Geschlecht der Bewerber ja wieder sehr wichtig.

Der Markt als abstraktes Gebilde nicht, die Teilnehmer, die diesen Markt bilden, schon - und über diese Teilnehmer reden wir (oder ich zumindest :zwinker:) .
Und du glaubst wirklich, dass alle Teilnehmer am Markt, bzw. in diesem Fall die Personalverantwortlichen einen Pakt geschlossen haben, Männer zu bevorzugen?

[Polemik]Gut, wenn die Tatsache, dass wir Kinder zur Welt bringen können, uns Frauen automatisch arbeitstechnisch disqualifiziert, dann verabschieden wir uns am besten gleich von dem Gedanken, einen auch nur irgendwie verantwortungsvollen Job zu machen und gehen alle zurück an den Herd ... [/Polemik]
So etwas habe ich nie behauptet. Aber trotzdem ist es nun mal einfach ein gewisses Risiko für den Arbeitgeber, dass eine Frau durch Schwangerschaft und Kinderkriegen für einige Zeit ausfällt - und dieses Risiko besteht bei Männern nun mal nicht.
Das lässt sich nun mal auch einfach nicht ändern.

Ich komme aus den Geisteswissenschaften, und da lässt sich z. B. beobachten, dass inzwischen mehr Frauen als Männer promovieren. Die Lehrstühle bekommen dann aber trotzdem die Männer.
Das möchte ich auch gar nicht bezweifeln. - Aber es gibt eben auch Beispiele für Bereiche, in denen es anders läuft und in denen es nicht möglich ist, eine geeignete Kandidatin für eine Professur zu finden, obwohl man liebend gerne wenigstens eine einzige Professorin im Fachbereich hätte.

Mag auf einige Frauen durchaus zutreffen (wie auch sicher auf einige Männer). Als generalisierte Aussage über "Frauen an sich" halte ich das für einen definitiv zu simplen Erklärungsversuch für ein deutlich komplexeres Thema.
Ich habe das auch nicht als alleinige Erklärung hingestellt, sondern nur als einen Teilaspekt dieser komplexen Thematik.

Ob ein paar Ewiggestrige auf meiner Stirn "Quotenfrau" stehen sehen, kann mir doch eigentlich egal sein - was zählt ist, ob ich meine Arbeit gut mache; und wenn ich sie gut mache, gibt es keinen Grund, mich als Kollegin nicht zu respektieren oder meine Stellung anzuzweifeln (es sei denn, man ist tatsächlich ein sexistisches Arschloch). Und wie viele Männer haben ihren Job heutzutage nicht, weil sie ach so qualifiziert wären, sondern vielmehr durch Vitamin B und Co. - die Möglichkeit, dass auf deren Stirn Entsprechendes stünde, scheint niemandem groß den Nachtschlaf zu rauben.
Diese Vitamin B - Geschichten halte ich auch nicht für sonderlich sinnvoll... aber warum sollte es Frauen nicht genau so möglich sein, Beziehungen zu knüpfen?
Gerade was die sozialen Fähigkeiten anbelangt, gelten Frauen den Männern gegenüber doch eher als überlegen. (um mal wieder ein Vorurteil auszupacken, an dem meiner Meinung nach aber durchaus was dran ist)

Im übrigen frage ich mich auch, warum man als Frau in der Bringschuld sein soll, zu beweisen, dass man "genauso viel kann". Das ist für mich eine Denkart, die besagt: Männer haben's automatisch drauf, sind die Könner, setzen den (Leistungs-)Standard, an dem Frauen sich dann messen müssen.
So etwas habe ich auch niemals behauptet. - Ich behaupte nur, dass Frauen, die ohne den Quotenfrau-Beigeschmack etwas erreichen, bei "Ewiggestrigen" (die nun mal oft die entsprechenden Personalentscheidungen treffen) einen nachhatigeren Eindruck hinterlassen als Frauen mit Quotenfrau-Beigeschmack.

Im Übrigen müsste man den Frauen das Kinderkriegen auch nicht mehr vorwerfen, wenn mit Kindern nicht automatisch ein Karriereknick einherginge und man Elternzeiten auch für Männer attraktiver machen würde. Es gibt nämlich auch genügend väterfeindliche Jobs, wo ein Mann mit Elternzeit nicht mehr befördert wird.
Da stimme ich dir in sofern zu, dass es auch für Männer deutlich attraktiver sein sollte, eine Auszeit für das Kind zu nehmen, um damit jede mögliche Form der Arbeitsteilung zu ermöglichen (Von "Mama/Papa kümmert sich voll ums Kind, weil sie/er es so will" bis "Beide teilen sich die Sache 50/50"). Da halte ich eine deutlich größere Flexibilität für dringend nötig.
Trotzdem bleibt der Nachteil der Frauen (bezogen auf das Berufsleben), dass nur sie schwanger sein und ein Kind gebähren können und dass auch nur sie stillen können (was viele Frauen ihrem Kind verständlicherweise nicht vorenthalten wollen).

Man sollte mal bedenken, dass die Medaille immer zwei Seiten hat: Durch die ständige Verneinung von der Fähigkeit von Frauen, auch in Führungspositionen einen vollwertigen Job zu machen, bringt man auch mehr Männer in Zugzwang, dass sie irgendwann dort landen müssen. Welcher Mann kann schon sagen, dass ihm ein Teilzeitjob bei einer kommunalen Behörde reicht, weil er dann mehr Zeit für die Kinder hat, ohne belächelt zu werden? Bei Frauen ist sowas immer noch normal. Mehr Freiheiten für Frauen würde auch bedeuten, dass die Männer mehr Freiheiten haben, sich andere Jobs zu suchen und nicht mehr im Zugzwang zu stehen, auf jeden Fall etwas zu erreichen - aber bis das in den Köpfen ankommt, wird es wohl noch eine Weile brauchen.
Da stimme ich dir wieder voll und ganz zu.
Meine persönliche Idealvorstellung ist, dass sowohl meine Partnerin, als auch ich unsere Arbeitszeit reduzieren, um uns um unser(e) Kind(er) kümmern zu können und dabei jeweils nur einen kleineren Karriereknick haben. Aber ich fürchte, dass das in dieser Arbeitswelt nicht möglich ist, obwohl ich gar keine großen Karrierepläne bis hin zur Führungsetage habe, sondern nur ein wenig aufsteigen will (z.B. zum Abteilungsleiter, o.Ä.).

Die Mädels sind inzwischen auch alle in Lohn und Brot. Aber ihre Chancen waren durch ihre Titten sogar in einem Frauenberuf wie meinem schlechter und nicht besser als die des Mannes.
Ich würde gerade in deinem Fall als Lehrerin nicht "sogar in einem Frauenberuf", sondern "gerade in einem Frauenberuf" sagen, weil man eben gerne auch wenigstens ein paar Männer im Kollegium hat, die dann eine der wenigen männlichen Bezugspersonen für Kinder darstellen können, denen es an männlichen Bezugspersonen mangelt.
Oder was ist z.B. damit, dass ein Lehrer auf so manchen Schüler mit Migrationshintergrund, der ein patriarchalisches Bild vermittelt bekommt, einen anderen Einfluss hat als eine Lehrerin?

Dafür gibt es aber auch gewisse Männerdomänen, in denen eine Frau gern gesehen ist. (So wie z.B. in der bereits angesprochenen Mathe-Fakultät oder allgemein im MINT-Bereich, den man doch gerne für Frauen attraktiver machen würde und da sicherlich gerne die eine oder andere Professorin hätte, die den Mädels zeigt, dass dieser Bereich eben keine reine Männerdomäne ist und dass man auch als Frau eine Chance hat.)

Aber sicherlich gibt es auch Frauenberufe, in denen Männer überhaupt nicht gern gesehen werden (z.B. Geburtshelfer / Hebammen) und Männerberufe, in denen Frauen wirklich benachteiligt werden. Das möchte ich überhaupt nicht abstreiten und da herrscht sicherlich auch ein gewisser Nachholbedarf.
Aber Selbiger herrscht eben längst nicht überall - und gerade wenn ich von einem Geschlecht dominierten Bereichen von innen heraus aus eigenem Interesse das andere Geschlecht bevorzugt wird, ist das teilweise sicherlich keine schlechte Sache.
Wenn in deiner Firma unabhängig vom Geschlecht eingestellt wird, dann ist doch alles gut und ihr habt von einer gesetzlichen Frauenquotenregeulung eh nichts zu fürchten?
Eine Frauenquote verhindert, sofern sie vom Unternehmen nicht erfüllt wird, doch gerade das Einstellen völlig unabhängig vom Geschlecht, weil bei (nach welchen Regeln auch immer) vergleichbarer Qualifikation die Bewerberin eingestellt werden muss - selbst wenn dem Personalverantwortlichen der Bewerber aus irgendwelchen, nach den gültigen Regeln irrelevanten Gründen der Bewerber lieber wäre.
 

Benutzer29410 

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Ich sag dazu nur: Kindergärtner?, Grundschullehrer?, Horterzieher?, ... Im sozialen Bereich überwiegen imho auch die Frauen in den Führungspositionen (Schulleiterinnen, Heimleitungen, ...)

....Männer werden in solchen Berufen händeringend gesucht, aber welcher Mann ist schon so blöd und arbeitet für die schlechte Bezahlung, die in Deutschland diesen Berufen zugestanden wird.

Warum sollten Männer als Geburtshelfer nicht gern gesehen sein? Männer sind doch auch hervorragende Gynäkologen, gynäkologische Chirurgen und Schönheitschirurgen.
Aber da wäre ja noch dieses Dingens mit der Bezahlung, welcher Mann tut sich schon den Stress für die Bezahlung an. Was das angeht, sind Männer wirklich schlauer als Frauen.

Das ist eine Unterstellung. Die Person die am besten geeignet ist, soll den Job bekommen.

Genau, und weil das in Deutschland so usus ist, führt ja die geringe Frauenzahl in den Vorständen zu dem notwendigen Rückschluss, dass Frauen von Natur aus dümmer, unfähiger und weniger ehrgeizig als Männer sind.

So einfach ist das nicht, nehmen wir an beide sind 30. Da hat der Betrieb bei der Frau in den nächsten Jahren zu befürchten, dass sie einmal oder sogar mehrfach schwanger wird, das sind enorme Kosten. Also wird der Betrieb den Mann einstellen, auch wenn er ein klein wenig schlechter ist.

Wie man dem entgegenwirken kann wüsste ich nur leider nicht.

Bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, flexiblere Firmenstrukturen und vor allem Umdenken. Den Begriff "Rabenmutter" für eine Frau, die nicht 24/7 mit ihrem Kind zusammen ist, gibt es nur in der deutschen Sprache. Und nur in Deutschland glaubt man, dass Frauen ewig und drei Tage zu Hause bleiben müssen, damit aus den Kindern was wird. PISA sagt was anderes, aber gut....

Das Denken ist schon bei den ganz jungen Mädchen fest im Kopf, dass Beruf oder gar "Karriere" und Kind nicht zusammengehen. Fleissige Einserschülerinnen machen Praktika in Kindergärten und Grundschulen ("Ich hab kleine Kinder ja sooooo gern!"), maulfaule Dreierschüler in hochkarätigen Ingenieurbüros, Computerfirmen und Anwaltskanzleien, das sieht man schon bei den 15jährigen.

Eine Quote fände ich schon gut, aber noch besser fände ich, wenn Frauen sich nicht selber ins Aus schiessen.
Mit ü 30 kann man an seinen Freundinnen schon sehen, was das Leben für einen bereithält, und ich muss sagen, dass ich überdurchschnittlich viele sehr erfolgreiche Freundinnen und Bekannte habe, die fleissig die Karriereleiter hochklettern, als Ärztinnen, Rechtsanwältinnen, Personalerinnen und Studienrätinnen. Die haben aber auch mit Mitte 30 noch keine Kinder. Ihre Konkurrenten häufig schon, nebst einer Frau die ihnen den Rücken freihält.

Wenn ich manche Arztehepaare mit Kindern in meinem Bekannten- und Freundeskreis so sehe, kommer ich schon ins Grübeln. Die Frau stagniert irgendwo in der Ausbildung zur Fachärztin und zieht die Kinder groß, während der Mann den Facharzt längst in der Tasche hat und nach Chefarztstellen äugt, dabei haben beide gleichzeitig angefangen zu studieren und gleich gute Noten. In keinem Paar hat man die Kinderbetreuungszeit aufgeteilt.
 
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Benutzer20579  (37)

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Trotzdem bleibt der Nachteil der Frauen (bezogen auf das Berufsleben), dass nur sie schwanger sein und ein Kind gebähren können und dass auch nur sie stillen können (was viele Frauen ihrem Kind verständlicherweise nicht vorenthalten wollen).
Das sind aber biologische Unterschiede, die auch im Berufsleben kein Nachteil sein dürften. Es ist einfach völlig widersinnig, wenn eine Gesellschaft ihre eigene Fortpflanzung als Nachteil ansieht. Die Pausen, die durch Geburten entstehen, müssten einfach salonfähiger werden, es müsste mehr Möglichkeiten geben, flexible Lösungen zu finden.

Eine Freundin von mir hat z.B. mit vier anderen Müttern ein Rotationssystem entwickelt, wo jeder einen Tag in der Woche alle Kinder betreut - während die anderen zumindest halbtags ihrem Job nachgehen können. Ich finde das eine clevere Lösung. Und bei ihrem Job ist es auch kein Problem, Teilbereiche in Heimarbeit zu lösen, schnell versetzt zu werden und kindergartenfreundliche Arbeitszeiten zu bekommen. Und sie dürfte mehr leisten, als einige der alteingessenen Beamten, die vielerorts immer noch die Behörden blockieren.

So etwas habe ich auch niemals behauptet. - Ich behaupte nur, dass Frauen, die ohne den Quotenfrau-Beigeschmack etwas erreichen, bei "Ewiggestrigen" (die nun mal oft die entsprechenden Personalentscheidungen treffen) einen nachhatigeren Eindruck hinterlassen als Frauen mit Quotenfrau-Beigeschmack.
Würde man mal voraussetzen, dass die Leute begreifen, das eine Quotenfrau die gleiche Qualifikation wie andere Bewerber hatte, dann wäre der Beigeschmack hinfällig. Von mir aus wäre es aber völlig in Ordnung, wenn dieser Beigeschmack eben für ein paar Jahre bliebe, bis in den Köpfen ankommt, dass die Leute auch von sich aus gute Arbeit leisten (können). Ob da nun irgendwer weiterhin denkt, dass da jemand nur wegen der Quote sitzt, kann man doch vernachlässigen - jedenfalls wären die Jobs mit verschiedenen Geschlechtern besetzt, so dass eine Veränderung möglich ist. Auch wenn sie zunächst nur aufgezwungen ist.

Und du glaubst wirklich, dass alle Teilnehmer am Markt, bzw. in diesem Fall die Personalverantwortlichen einen Pakt geschlossen haben, Männer zu bevorzugen?
Da kann ich gerne die Fragen weiterreichen, die ich auch schon RitterLanze gestellt habe: Wie ist es sonst zu erklären, dass momentan in bestimmten Positionen keine Frauen sitzen, wenn nicht dadurch, dass Männer bevorzugt eingestellt werden? Man kann doch davon ausgehen, dass es auch jetzt schon gleich qualifizierte Bewerber gibt. Wieso bleiben dann in bestimmten Jobs die Männer und diese stellen weiter Männer ein? Ich glaube einfach, dass zahlreiche Vorurteile, die man auch hier im Thread prima lesen kann, dazu führen, dass man Frauen aus solchen Jobs fernhält. Sie sind nicht durchsetzungsfähig, nicht belastbar, weniger selbstbewusst und kriegen Kinder. Und die Frauen, die anders sind und solche Jobs haben wollen, gelten schnell als "Kampflesben" oder werden sonst als bösartig betitelt.

Eine Frauenquote verhindert, sofern sie vom Unternehmen nicht erfüllt wird, doch gerade das Einstellen völlig unabhängig vom Geschlecht, weil bei (nach welchen Regeln auch immer) vergleichbarer Qualifikation die Bewerberin eingestellt werden muss - selbst wenn dem Personalverantwortlichen der Bewerber aus irgendwelchen, nach den gültigen Regeln irrelevanten Gründen der Bewerber lieber wäre.
Ich würde von daher eben meinen, dass man keine 50/50 Quoten einführt, damit man auf jeden Fall noch freie Hand bei weiteren Einstellungen hat und der Druck nicht so groß ist, eine bestimmte Bewerberin zu nehmen.

Ich denke aber, dass bei vielen Personalchefs die von dir genannten "irgendwelchen, irrelevanten Gründe" auch gerne das Geschlecht ist. Und bis man das aus den Köpfen raus hat, wäre es in meinen Augen keine schlechte Idee, mittels einer Frauenquote zumindest die Möglichkeit einzuräumen, dass auch Frauen in diese Jobs kommen.

Davon abgesehen lassen sich auch bei gleicher Qualifkation andere Gesichtspunkte derart objektivieren, dass man extrem unsympathische Bewerber, die nicht ins Team passen würden, auch so aussortiert bekommt. Trotzdem könnte man durch eine Quote, die beispielsweise innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu erfüllen ist, sicherstellen, dass man sich zumindest für ein oder zwei Bewerberinnen entscheiden muss - und dann wäre das Ziel, dass Frauen in diesen Jobs ankommen, doch erreicht.
 

Benutzer89539 

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Moderator
Davon abgesehen lassen sich auch bei gleicher Qualifkation andere Gesichtspunkte derart objektivieren, dass man extrem unsympathische Bewerber, die nicht ins Team passen würden, auch so aussortiert bekommt. Trotzdem könnte man durch eine Quote, die beispielsweise innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu erfüllen ist, sicherstellen, dass man sich zumindest für ein oder zwei Bewerberinnen entscheiden muss - und dann wäre das Ziel, dass Frauen in diesen Jobs ankommen, doch erreicht.
Gerade Faktoren wie "unsympathisch" lassen sich wohl per definitonem nicht objektivieren. Wenn so subjektive Gründe zugelassen wären, würde das ja alle geschlechterspezifischen Sonderregeln unterlaufen, weil man dann halt die Frauen, die man nicht will, als "unsympathisch" aussortieren könnte.
 

Benutzer54399 

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Das sind aber biologische Unterschiede, die auch im Berufsleben kein Nachteil sein dürften. Es ist einfach völlig widersinnig, wenn eine Gesellschaft ihre eigene Fortpflanzung als Nachteil ansieht. Die Pausen, die durch Geburten entstehen, müssten einfach salonfähiger werden, es müsste mehr Möglichkeiten geben, flexible Lösungen zu finden.
Objektiv gesehen ist es halt ein Nachteil für den Beruf, wenn ich diesen nur noch beschränkt ausüben kann. Als Arbeitgeber, der die wirtschaftlichen Dinge betrachtet, ist die Fortpflanzung seiner Angestellten kein Vorteil, wenn diese dafür längere Zeit ausfallen.

Würde man mal voraussetzen, dass die Leute begreifen, das eine Quotenfrau die gleiche Qualifikation wie andere Bewerber hatte, dann wäre der Beigeschmack hinfällig.
Hat sie denn die gleichen Qualifikationen? Dafür kenne ich jetzt die Regelungen zu wenig, was passiert denn, wenn eine Frau eingestellt werden muss, weil sonst die Quote nicht erfüllt ist, und der Betrieb einfach niemand passenden findet?
Ich bin z.B. in der IT-Branche zu Hause, da ist es oft schon schwer genug überhaupt einen qualifizierten Mitarbeiter zu finden, wenn der dann noch weiblich sein muss, weil es sonst eine Strafe gibt, dann aber gute Nacht.

Kurz gesagt gibt es für mich einfach Berufe, in denen es mehr qualifizierte Männer oder Frauen gibt, einfach weil das Berufsbild Männer (z.B. IT) oder Frauen (z.B. soziales) mehr interessiert und es dementsprechend auch mehr und qualifiziertere Arbeitskräfte gibt.
 

Benutzer42813 

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Hat sie denn die gleichen Qualifikationen? Dafür kenne ich jetzt die Regelungen zu wenig, was passiert denn, wenn eine Frau eingestellt werden muss, weil sonst die Quote nicht erfüllt ist, und der Betrieb einfach niemand passenden findet?

Es ist das gleiche wie mit dieser Schwerbehindertenklausel in vielen Ausschreibungen im öffentlichen Dienst: "Bei ansonsten gleicher Qualifikation werden schwerbehinderte Bewerber bevorzugt eingestellt".

Wenn sich aber kein Schwerbehinderter bewirbt, dann geht die Stelle natürlich an einen anderen Bewerber. Und wenn der Schwerbehinderte eine Abschlussnote von 3,6 und der andere Bewerber von 1,7 hat, dann wird auch der andere Bewerber eingestellt. Und dann ist auch alles rechtlich einwandfrei und niemand wurde bevorzugt.

Dass Frauen mit einer schlechteren Qualifikation (abgesehen vielleicht von einer Berufsunterbrechung durch Baby-Pause) eingestellt werden sollen... Das wäre ja noch schöner! Wenn es je so weit käme, wäre ich auch gegen eine Frauenquote. Aber hast du das Beispiel mit der Professorin gelesen, das weiter oben verlinkt war? Die hatte die Ausschreibungskriterien besser erfüllt als ihr Mitbewerber, hatte mehr Lehrpraxis und mehr Veröffentlichungen - aber der Mitbewerber war ein Freund von einem aus der Auswahlkommission und wurde daher genommen.

Gegen solche Aktionen richtet sich die Empörung. Schlechter qualifizierte Leute, die aufgrund von Küngelei und Geschlecht eben Vorteile genießen. Genau das, was man den Quotenfrauen anscheinend unterstellt - und was eben in Wahrheit auf der anderen Seite, der Seite der nicht quotierten Männer, viel häufiger passiert. Ob Quoten da die Antwort sind, weiß ich nicht - aber ich finde es dann schon frech, wenn Leute behaupten, dass es keine Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt gibt.

Das umgekehrte Beispiel mit dem Mann, der Geburtshelfer werden wollte, aber überhaupt keine Chance in diesem frauendominierten Beruf fand, finde ich vergleichbar. Auch hier würde eine Quotierung im Sinne von Gerechtigkeit Sinn machen.

***

Weißt du, wie Arbeitgeber früher begründet haben, dass sie nur Männer und keine Frauen einstellen? Nicht wegen der Babypause, nicht wegen schlechterer Qualifikationen - sondern weil sie mit einem angestellten Mann gleichzeitig eben auch seine Frau und seine Kinder mitversorgen, dass das Geld aus der Stelle also mehreren Menschen zugute kommt, während eine alleinstehende Frau ja nur sich selbst versorgt. (an kranke Angehörige dachte man dabei allerdings nicht). Zu den Zeiten war es also ein Zeichen sozialen Denkens, nur Männer einzustellen.

In Zeiten alleinerziehender Frauen und langzeit-unverpartnerten Männern ohne Kinderwunsch gilt das heute natürlich nicht mehr so wie vor hundert Jahren...
 
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Benutzer20579  (37)

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Dafür kenne ich jetzt die Regelungen zu wenig, was passiert denn, wenn eine Frau eingestellt werden muss, weil sonst die Quote nicht erfüllt ist, und der Betrieb einfach niemand passenden findet?
Dann gibt es eben keine gleich qualifizierte Frau. Stellen unbesetzt zu lassen, nur weil sich niemand findet, wäre ja nun alles andere als wirtschaftlich - und ich glaube auch nicht, dass das jemand ernsthaft fordert.

Objektiv gesehen ist es halt ein Nachteil für den Beruf, wenn ich diesen nur noch beschränkt ausüben kann.
Objektiv gesehen müsste aber Kinderkriegen kein Nachteil sein, wenn er nicht dazu gemacht werden würde. Wenn man natürlich keine adäquaten Angebote für Kinderbetreuung anbietet und Männer-Frauen-Stereotype fährt, ist es doch klar, dass das an den Frauen hängenbleibt. In dem Moment wo Frauen durch eine Frauenquote in allen Jobs vertreten wären, müsste man sich mit der Frage der Familienplanung eben flächendeckender auseinandersetzen. Das halte ich nun für keinen Nachteil. Wenn nun also Frau X Elternzeit als Vorstand nimmt, dann könnte das auch Mann Y machen - sowas würde dann eben salonfähiger werden und die Strukturen verändern. So lange dort nur Männer sitzen, denen ihre Frauen den Rücken freihalten, so lange wird sich daran auch nichts ändern.

Im Übrigen mag es ja sein, dass Familienplanung für eine bestimmte Firma wirtschaftliche Risiken birgt. Dann müsste man aber auch jeden älteren Mitarbeiter, jeden Raucher und jeden Übergewichtigen gar nicht erst einstellen. Wie viele übergewichtige, ältere Chefs sieht man aber überall rumsitzen, und das seit Jahren? Beim Kinderkriegen hat man offensichtlich weniger Bedenken, dies als "Privatvergnügen" abzutun - und das sind Dinge, die dringend abgeschafft werden sollten.
 

Benutzer54399 

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Dann gibt es eben keine gleich qualifizierte Frau. Stellen unbesetzt zu lassen, nur weil sich niemand findet, wäre ja nun alles andere als wirtschaftlich - und ich glaube auch nicht, dass das jemand ernsthaft fordert.
Wie gesagt, ich kenne die Regelung nicht. Je nach Strafe kann es dann vielleicht wirtschaftlicher sein eine schlechter qualifizierte Frau einzustellen anstatt den besser qualifizierten Mann. Genau dann hätte das System in meinen Augen versagt. Da müsste schon ein standardisiertes Bewertungssystem auftauchen, damit man Bewerber auch objektiv vergleichen kann... was es natürlich nie geben wird.

Objektiv gesehen müsste aber Kinderkriegen kein Nachteil sein, wenn er nicht dazu gemacht werden würde. Wenn man natürlich keine adäquaten Angebote für Kinderbetreuung anbietet und Männer-Frauen-Stereotype fährt, ist es doch klar, dass das an den Frauen hängenbleibt.
Als ich das letzte mal nachgesehen habe, konnten nur die Frauen die Kinder kriegen. :zwinker:
Auch ist die Quote der Frauen (das ist jetzt eine reine Behauptung von mir), die nach der Geburt beim Kind bleiben wollen höher als bei Männern.

In dem Moment wo Frauen durch eine Frauenquote in allen Jobs vertreten wären, müsste man sich mit der Frage der Familienplanung eben flächendeckender auseinandersetzen. Das halte ich nun für keinen Nachteil. Wenn nun also Frau X Elternzeit als Vorstand nimmt, dann könnte das auch Mann Y machen - sowas würde dann eben salonfähiger werden und die Strukturen verändern. So lange dort nur Männer sitzen, denen ihre Frauen den Rücken freihalten, so lange wird sich daran auch nichts ändern.
Hier kann ich nur meine subjektive Sicht wiedergeben, aber bei uns (zwei Firmen) ist es eigentlich doch recht häufig passiert, dass der Mann in Elternzeit ging.

Im Übrigen mag es ja sein, dass Familienplanung für eine bestimmte Firma wirtschaftliche Risiken birgt. Dann müsste man aber auch jeden älteren Mitarbeiter, jeden Raucher und jeden Übergewichtigen gar nicht erst einstellen. Wie viele übergewichtige, ältere Chefs sieht man aber überall rumsitzen, und das seit Jahren? Beim Kinderkriegen hat man offensichtlich weniger Bedenken, dies als "Privatvergnügen" abzutun - und das sind Dinge, die dringend abgeschafft werden sollten.
Ältere Menschen haben es ja auch nicht wirklich einfach auf dem Arbeitsmarkt, Raucher müssen in vielen Firmen ausstechen, wenn sie rauchen gehen und je nach Berufsfeld wird man auch weniger Übergewichtige finden.[DOUBLEPOST=1347960468,1347960305][/DOUBLEPOST]
Dass Frauen mit einer schlechteren Qualifikation (abgesehen vielleicht von einer Berufsunterbrechung durch Baby-Pause) eingestellt werden sollen... Das wäre ja noch schöner! Wenn es je so weit käme, wäre ich auch gegen eine Frauenquote. Aber hast du das Beispiel mit der Professorin gelesen, das weiter oben verlinkt war? Die hatte die Ausschreibungskriterien besser erfüllt als ihr Mitbewerber, hatte mehr Lehrpraxis und mehr Veröffentlichungen - aber der Mitbewerber war ein Freund von einem aus der Auswahlkommission und wurde daher genommen.
Das hat aber ja nichts mit Frau oder Mann zu tun, sondern mit Vitamin-B. Wäre die Professorin ein Mann gewesen, dann hätte ja trotzdem der Kumpel von einem aus der Auswahlkommission den Job bekommen.

Ich brauch hier irgendwie mehr Zahlen und Fakten.
 

Benutzer89539 

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Moderator
Dann gibt es eben keine gleich qualifizierte Frau. Stellen unbesetzt zu lassen, nur weil sich niemand findet, wäre ja nun alles andere als wirtschaftlich - und ich glaube auch nicht, dass das jemand ernsthaft fordert.
Naja, je nach Tätigkeitsprofil ist es nicht sinnvoll, eine unqualifizierte Person einzustellen. Wenn die Person weniger erwirtschaftet, als sie das Unternehmen an Lohn- und Nebenkosten kostet, lohnt sich die Einstellung nicht. Schlimmer noch: Wenn die Person im Job mehr Schaden anrichtet, als dass sie bringt (z.B. weil man Kunden verliert, oder weil die Arbeit einer Person immer von jemandem anders nachgebessert werden muss), dann ist es Harakiri, lieber irgendwen als niemanden einzustellen. Zudem läuft man mit Kündigungsschutz und so Gefahr, die Stelle dauerhaft zu blockieren, falls sich doch jemand Geeigneteres findet.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
....Männer werden in solchen Berufen händeringend gesucht, aber welcher Mann ist schon so blöd und arbeitet für die schlechte Bezahlung, die in Deutschland diesen Berufen zugestanden wird.
Neben der schlechten Bezahlung gibt es im Bereich Grundschule und Kindergarten noch zwei weitere Probleme:
Einerseits werden Männer in solchen Berufen gerne mal belächelt und andererseits werden sie als potentielle Kinderschänder kritisch beäugt.

Das sind aber biologische Unterschiede, die auch im Berufsleben kein Nachteil sein dürften. Es ist einfach völlig widersinnig, wenn eine Gesellschaft ihre eigene Fortpflanzung als Nachteil ansieht. Die Pausen, die durch Geburten entstehen, müssten einfach salonfähiger werden, es müsste mehr Möglichkeiten geben, flexible Lösungen zu finden.

Eine Freundin von mir hat z.B. mit vier anderen Müttern ein Rotationssystem entwickelt, wo jeder einen Tag in der Woche alle Kinder betreut - während die anderen zumindest halbtags ihrem Job nachgehen können. Ich finde das eine clevere Lösung. Und bei ihrem Job ist es auch kein Problem, Teilbereiche in Heimarbeit zu lösen, schnell versetzt zu werden und kindergartenfreundliche Arbeitszeiten zu bekommen. Und sie dürfte mehr leisten, als einige der alteingessenen Beamten, die vielerorts immer noch die Behörden blockieren.
Selbstverständlich besteht was die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf anbelangt, noch ein sehr großes Verbesserungspotential und es gibt viele Möglichkeiten (wie z.B. das Rotationssystem), wie man hier Einiges verbessern kann.
Trotzdem bleibt es dabei, dass Frauen einfach durch Schwangerschaft und Geburt eine Weile weniger leistungsfähig sind (Beschwerden in der Schwangerschaft, geringere körperliche Belastbarkeit, Umgang mit verschiedenen Chemikalien in der Schwangerschaft verboten, usw.) und dass sie einige Zeit ausfallen. - Diese Einschränkungen bleiben selbst bei den besten Kinderbetreuungs-Möglichkeiten, den flexibelsten Arbeitszeitmodellen, usw. immer alleine bei den Frauen.

Da kann ich gerne die Fragen weiterreichen, die ich auch schon RitterLanze gestellt habe: Wie ist es sonst zu erklären, dass momentan in bestimmten Positionen keine Frauen sitzen, wenn nicht dadurch, dass Männer bevorzugt eingestellt werden? Man kann doch davon ausgehen, dass es auch jetzt schon gleich qualifizierte Bewerber gibt. Wieso bleiben dann in bestimmten Jobs die Männer und diese stellen weiter Männer ein? Ich glaube einfach, dass zahlreiche Vorurteile, die man auch hier im Thread prima lesen kann, dazu führen, dass man Frauen aus solchen Jobs fernhält. Sie sind nicht durchsetzungsfähig, nicht belastbar, weniger selbstbewusst und kriegen Kinder. Und die Frauen, die anders sind und solche Jobs haben wollen, gelten schnell als "Kampflesben" oder werden sonst als bösartig betitelt.
Sicherlich gibt es zumindest in gewissen Bereichen eine Bevorzugung von Männern bei gleicher oder ähnlicher Qualifikation, gewisse Vorbehalte gegenüber Frauen in bestimmten Bereiche, usw. - Aber das ist eben längst nicht der einzige Grund dafür, dass Frauen in einigen Bereichen unterrepräsentiert sind. Mal ein paar Beispiele:
- Vorurteile, was ein typischer Frauen- oder Männerjob ist und sonstige Rollenbilder (Mathematik ist was für Jungs, usw.)
- Schlechte Vereinbarkeit von Job und Familie und Abwälzen vieler Aufgaben auf die Mutter
- Anerzogenes, weniger selbstbewusstes Auftreten

Und ich weiß nicht, was eine Frauenquote daran großartig ändern soll.

Ich würde von daher eben meinen, dass man keine 50/50 Quoten einführt, damit man auf jeden Fall noch freie Hand bei weiteren Einstellungen hat und der Druck nicht so groß ist, eine bestimmte Bewerberin zu nehmen.
Selbst wenn es z.B. nur eine 30%-Quote gibt, besteht das Problem, bis Selbige erreicht ist.

Davon abgesehen lassen sich auch bei gleicher Qualifkation andere Gesichtspunkte derart objektivieren, dass man extrem unsympathische Bewerber, die nicht ins Team passen würden, auch so aussortiert bekommt. Trotzdem könnte man durch eine Quote, die beispielsweise innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu erfüllen ist, sicherstellen, dass man sich zumindest für ein oder zwei Bewerberinnen entscheiden muss - und dann wäre das Ziel, dass Frauen in diesen Jobs ankommen, doch erreicht.
Und was ist, wenn sich für die Jobs im entsprechenden Bereich zu wenig Frauen bewerben un die wenigen formal ausreichend qualifizierten Bewerberinnen unsympathische Schreckschrauben sind?

Und wenn man es noch irgendwie schaffen kann, Sympathie in die Beurteilung der Qualifikation einfließen zu lassen und das von Gerichten akzeptiert wird, ist die Geschichte mit der Frauenquote sowieso Makulatur, weil ein Personalchef, der keine Frau einstellen will, dann nach wie vor keine Frau einstellen muss.

Gegen solche Aktionen richtet sich die Empörung. Schlechter qualifizierte Leute, die aufgrund von Küngelei und Geschlecht eben Vorteile genießen. Genau das, was man den Quotenfrauen anscheinend unterstellt - und was eben in Wahrheit auf der anderen Seite, der Seite der nicht quotierten Männer, viel häufiger passiert. Ob Quoten da die Antwort sind, weiß ich nicht - aber ich finde es dann schon frech, wenn Leute behaupten, dass es keine Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt gibt.
In wiefern ist bei der Professoren-Geschichte das Geschlecht der Bewerber überhaupt relevant? - Mit vertauschten Geschlechtern hätte das gneau so gut passieren können, wenn eben die schlechter qualifizierte Bewerberin eine Freundin des Vorsitzenden der Berufungskomission ist.
Oder es hätte sich genau so gut auch um zwei Männer oder zwei Frauen handeln können, bie denen für die besetzung der Stelle die Freundschaft mit dem Entscheidungsträger entscheidender war als die Qualifikation.

Im Übrigen mag es ja sein, dass Familienplanung für eine bestimmte Firma wirtschaftliche Risiken birgt. Dann müsste man aber auch jeden älteren Mitarbeiter, jeden Raucher und jeden Übergewichtigen gar nicht erst einstellen. Wie viele übergewichtige, ältere Chefs sieht man aber überall rumsitzen, und das seit Jahren? Beim Kinderkriegen hat man offensichtlich weniger Bedenken, dies als "Privatvergnügen" abzutun - und das sind Dinge, die dringend abgeschafft werden sollten.
Die dicken, Alten wurden vielleicht schon eingestellt, als sie noch jung und dynamisch waren...
Und wenn ich die Wahl zwischen einem jungen, fitten, gesunden Bewerber und einem älteren, übergewichtigen Bewerber hätte, der schon nach 2 Stockwerken Treppensteigen anfängt, zu keuchen, würde ich bei ansonsten gleicher Qualifikation selbstverständlich den fitten, gesunden Bewerber selbst dann einstellen, wenn körperliche Fitness für den Job gar nicht relevant ist. - Einfach, weil ich bei ihm mit weniger krankheitsbedingten Ausfällen rechnen muss.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Naja, je nach Tätigkeitsprofil ist es nicht sinnvoll, eine unqualifizierte Person einzustellen.
Ich glaube, du missverstehst mich. Ich meinte, dass man dann eben keine gleich qualifizierte Frau hat und entsprechend einen Mann einstellt.

Das hat aber ja nichts mit Frau oder Mann zu tun, sondern mit Vitamin-B.
Also ich habe z.B. schon häufig gelesen, dass Männer-Seilschaften bei solchen Themen eben sehr gut funktionieren und auch schwächere Männer mitziehen. Das ist eben über Jahrzehnte so gewachsen. Da kommt man mit dem eigenen Vitamin-B nicht weiter, wenn der Vorteil schon auf einem "Der ist ein Mann wie ich, damit kann ich mich identifizieren" beruht.[DOUBLEPOST=1347964804,1347964234][/DOUBLEPOST]
Sicherlich gibt es zumindest in gewissen Bereichen eine Bevorzugung von Männern bei gleicher oder ähnlicher Qualifikation, gewisse Vorbehalte gegenüber Frauen in bestimmten Bereiche, usw. - Aber das ist eben längst nicht der einzige Grund dafür, dass Frauen in einigen Bereichen unterrepräsentiert sind. Mal ein paar Beispiele:
- Vorurteile, was ein typischer Frauen- oder Männerjob ist und sonstige Rollenbilder (Mathematik ist was für Jungs, usw.)
- Schlechte Vereinbarkeit von Job und Familie und Abwälzen vieler Aufgaben auf die Mutter
- Anerzogenes, weniger selbstbewusstes Auftreten
Die drei von dir genannten Punkte sind doch alle Resultat einer Bevorzugung der Männer und sind deshalb immer noch keine objektiven Kriterien dafür, wieso eine gleich qualifizierte Frau schlechter geeignet sein sollte und deswegen nicht schon heute diese Jobs genauso bekleiden kann, wie ein Mann.

Trotzdem bleibt es dabei, dass Frauen einfach durch Schwangerschaft und Geburt eine Weile weniger leistungsfähig sind (Beschwerden in der Schwangerschaft, geringere körperliche Belastbarkeit, Umgang mit verschiedenen Chemikalien in der Schwangerschaft verboten, usw.) und dass sie einige Zeit ausfallen. - Diese Einschränkungen bleiben selbst bei den besten Kinderbetreuungs-Möglichkeiten, den flexibelsten Arbeitszeitmodellen, usw. immer alleine bei den Frauen.
Wie gesagt, das sind biologische Umstände, über die man nicht ernsthaft diskutieren kann. Man kann sie nicht wegreden, sie sind definitiv vorhanden. Die Frage ist doch nur, ob man daraus Konsequenzen für den Arbeitsmarkt ziehen kann und darf. Das macht man bei bestimmten Behinderungen und Erkrankungen auch nicht - und eine Schwangerschaft ist nun beileibe keine Krankheit.

Letztendlich erinnern mich diese Aussagen doch stark daran, dass Frauen einfach biologisch nicht für diese Jobs geeignet sein sollen. Dabei geht es doch gerade darum, jemanden nicht allein aufgrund von biologischen Umständen zu diskriminieren. Eben wie man keine Männer in sozialen Berufen benachteiligen sollte, nur weil sie einen Penis haben.

Und was ist, wenn sich für die Jobs im entsprechenden Bereich zu wenig Frauen bewerben un die wenigen formal ausreichend qualifizierten Bewerberinnen unsympathische Schreckschrauben sind?
Für mich ist die Frage doch eher, ob nicht viele Männer ausreichend qualifzierte Bewerberinnen schon automatisch als unsympathische Schreckschrauben wahrnehmen. Womit man dann wieder beim Ausgangsproblem wäre. Für Frauen in höheren Positionen gibt es einfach viel mehr negative Assoziationen, als für Männer in diesen Jobs. Wo ein Mann durchsetzungsstark ist, ist eine Frau verzickt.

Einfach, weil ich bei ihm mit weniger krankheitsbedingten Ausfällen rechnen muss.
Wenn man danach geht, dürften Frauen ihr Schwangerschaftsmanko deutlich aufwiegen können, da sie gesünder und länger leben und weniger krank werden. In meiner letzten Arbeitsstelle hatten die älteren Kollegen soviel Krankenstand, so lange kann keine Frau schwanger sein.
 
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Benutzer89539 

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Im Ernst? Wie kommst du darauf? Empfinde ich gar nicht so, meiner Meinung nach gibt es auf dem Bildschirm noch genügend weibliche Dachlatten...
Das ist natürlich nur subjektive Wahrnehmung. Evtl. empfindet man das auch je nach Geschlecht anders und vor allem die Eindrücke, bei denen man sich auf den Schlips getreten fühlt, bleiben hängen. Allerdings finde ich, wenn ein Mann mal gegenüber der Frau in der überlegenen Position ist, dann als Macho/Unterdrücker/Täter, nicht einfach als derjenige, der besser ist. Wie gesagt, nur ein subjektiver Eindruck, wissenschaftliche Untersuchungen dazu habe ich keine gemacht :zwinker:.
 

Benutzer29410 

Beiträge füllen Bücher
Off-Topic:
Wahre Gleichheit bestünde ohnehin erst, wenn in jedem 6. Chefsessel eine inkompetente, ungeeignete, korrupte und größenwahnsinnige Frau säße.:tongue:

Wenn man sich mal die männliche Politiker- und Managergarde so anschaut, die sich derzeit einer nach dem anderen selber aus ihren Positionen kicken.

.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Also ich habe z.B. schon häufig gelesen, dass Männer-Seilschaften bei solchen Themen eben sehr gut funktionieren und auch schwächere Männer mitziehen. Das ist eben über Jahrzehnte so gewachsen. Da kommt man mit dem eigenen Vitamin-B nicht weiter, wenn der Vorteil schon auf einem "Der ist ein Mann wie ich, damit kann ich mich identifizieren" beruht.
Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Möglicherweise haben Männer es in irgendwelchen Männerdomänen auch in den entsprechenden Seilschaften, Bekanntenkreisen, usw. einfacher als Frauen. Aber ich möchte es doch sehr stark bezweifeln, dass es für Frauen nahezu unmöglich ist, entsprechende Beziehungen zu knüpfen.
Es gibt doch genügend Personen, die mit beiden Geschlechtern Freundschaften und Bekanntschaften pflegen. Warum sollte eine Frau so keine Beziehungen zu irgendwelchen hohen Tieren aufbauen können, die ihr dann auf dem Weg nach oben behilflich sind?

Die drei von dir genannten Punkte sind doch alle Resultat einer Bevorzugung der Männer und sind deshalb immer noch keine objektiven Kriterien dafür, wieso eine gleich qualifizierte Frau schlechter geeignet sein sollte und deswegen nicht schon heute diese Jobs genauso bekleiden kann, wie ein Mann.
Das sind mögliche Gründe dafür, dass Frauen für gewisse Stellen weniger gut geeignet sind als Männer oder gar nicht erst einen Job in einem entsprechenden Bereich anstreben, so dass es in diesem Bereich nur sehr wenige Frauen gibt.
Dass Männer möglicherweise bevorzugt Männer einstellen (möglicherweise selbst wenn sie etwas schlechter qualifiziert sind als sich ebenfalls bewerbende Frauen) ist also längst nicht der einzige denkbare Grund dafür, dass Frauen in gewissen Jobs eine Seltenheit sind.

Und an diesen Dingen kann eine Frauenquote auch nicht all zu viel ändern.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Und an diesen Dingen kann eine Frauenquote auch nicht all zu viel ändern.
Natürlich kann eine Frauenquote was an Vorurteilen ändern. Mit Sicherheit hätte es auch einen Einfluss auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn Frauen solche Jobs auch mit Familienplanung erhielten, da eine Quote sie unterstützt. Zuletzt sind Jobs in Führungspositionen mit Sicherheit auch zuträglich fürs Selbstbewusstsein, wenn einem klar wird, dass man überall hin kann. Deswegen sind die von dir genannten Gründe keine solchen, die gegen eine Frauenquote sprechen. Es ist doch traurig genug, dass man Vorurteile gegen Frauen als Grund gegen eine Einstellung in Führungspositionen anführt. Genau dagegen soll eine Frauenquote doch helfen, von daher ist das für mich kein inhaltlich trennbarer Grund.

Warum sollte eine Frau so keine Beziehungen zu irgendwelchen hohen Tieren aufbauen können, die ihr dann auf dem Weg nach oben behilflich sind?
Ich sage nicht, dass sie es nicht können, ich glaube nur, dass es schwieriger ist. Zumal Frauen gerne unterstellt wird, sie hätten sich hochgeschlafen, der Verdacht wird bei Männern nicht geäußert.
 

Benutzer101996 

Benutzer gesperrt
Kann mir mal jemand erklären, was ihr unter gleicher Qualifikation versteht? Beurteilt ihr als Qualifikation nur die Noten auf dem letzten Abschlusszeugnis oder auch die ganze Persönlichkeit eines Bewerbers, die ihn für den Beruf qualifiziert?
 
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