Gefühlschaos und ratlos...

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo,
auf der Suche nach einem Rat bezüglich verschiedener Dinge die in meiner Beziehung schief laufen bin ich auf die Community gestoßen. Ich hoffe ihr könnt mir helfen ein wenig Klarheit zu bekommen und eine Entscheidung zu treffen.

Seit fast 10 Jahren bin ich (28) jetzt schon mit meinem Mann (37) zusammen. Seit fast 3 davon sind wir verheiratet. Klar hatten wir die üblichen Höhen und Tiefen, es läuft schließlich nicht immer alles rund im Leben. Und zu Beginn unserer Beziehung hat er mir tatsächlich einen Seitensprung (den ich heute noch schwer bereue) verziehen. Wir waren miteinander eigentlich immer glücklich, lagen auf der selben Wellenlänge und hatten dieselben Pläne für die Zukunft.

In den letzten Jahren ist die Situation sehr schwierig geworden. Sicher ist auch der Alltag schuld daran, aber es ist so: Vor etwa einem dreiviertel Jahr gab es eine Phase von mind. drei Monaten in der er mich quasi ignoriert hat. Wir haben keine Gespräche mehr geführt, haben nur noch aneinander vorbei gelebt, es gab keine Form von Nähe mehr und ich hatte keine Möglichkeit irgendwie an ihn ran zu kommen. Das Ganze hat mich sehr verletzt und ich bin seit dem eher distanziert ihm gegenüber. Ich warte ab und beobachte ob von ihm noch irgendwas verwertbares kommt. Nur sein Verhalten ist recht wechselhaft...mal redet er wieder nicht mit mir, mal redet er so als sei nichts gewesen und zwischenzeitig ist er rasend eifersüchtig auf meinen besten Freund und wirft mir vor, es sei wie damals als es tatsächlich einen anderen gab.

Meinen besten Freund (ich muss ihn einfach so nennen, immerhin ist er seit langem der erste Mensch mit dem ich mich von anfang an so gut verstehe, dass wir über alles reden können) kenne ich auch erst seit einem guten halben Jahr. Er ist in meinem Alter und ich habe mit ihm auch schon über die Situation gesprochen. Es kommt einfach immer häufiger vor, dass ich mich zu ihm flüchte um einfach mal rauszukommen und zu reden. Klar er ist single, aber da zwischen uns nichts ist, finde ich nicht, dass es einen Grund für Eifersucht gibt. Nur ist es halt nicht gut, dass ich mich von ihm besser verstanden fühle als von meinem Mann.

Über meine eigenen Gefühle bin ich mir mittlerweile einfach nicht mehr sicher. Ich möchte nicht aus purer Gewohnheit an einer Beziehung festhalten, die beide nicht mehr glücklich macht. Sein Verhalten in den letzten Monaten hat mir einfach einen Stich versetzt. Wenn wir vorher gestritten haben, was ja in jeder Beziehung irgendwann mal vorkommt, konnten wir wesentlich sachlicher bleiben und haben uns nicht gegenseitig mit unseren Aussagen verletzt. Mir fehlt einfach Nähe, aber ich weiß nicht ob ich sie von ihm überhaupt noch will!

Das klingt jetzt alles sehr verworren, fühlt sich auch so an, aber hat jemand eine Idee, was ich jetzt tun soll?

Über Trennung habe ich auch schon nachgedacht, aber schaffe es auch nicht das deutlich auszusprechen, weil mir trotz allem ja noch viel an meinem Mann liegt und ich ihn nicht einfach so vor den Kopf stoßen möchte.

Ich hoffe ihr versteht mich und habt ein paar gute Ratschläge für mich.

Alessa
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Mich würde ja zunächst einmal interessieren, wie das Schweigen zu verstehen ist. Dein Mann redet dann einfach nicht mit dir und ignoriert dich? Wie lange macht er das dann? Und warum machst du das mit, anstatt einmal auf den Tisch zu hauen?

Was war denn der Anlass für diese Distanz vor ein paar Monaten? Das passiert doch in den allerwenigsten Fällen "einfach so". Redet ihr denn überhaupt noch richtig (und konstruktiv!) miteinander, arbeitet ihr noch an eurer Beziehung oder lasst ihr sie "einfach mal laufen"?

Insgesamt klingt das alles sehr lieblos für mich und nicht so, wie eine Beziehung funktionieren sollte. Ein ernsthaftes Gespräch ist hier sicherlich notwendig.
 

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
Stimmt, die Gesamtsituation ist ja nur grob umrissen...
Also das distanzierte Verhalten kam tatsächlich von heute auf morgen auf. Es ist so, dass wir mittlerweile mal wieder (hat vorher nie zu Problemen geführt) in der selben Firma arbeiten. Trotzdem sehen wir uns über den Tag selten, was heißt dass man ja ab und zu auch mal wieder Themen haben sollte über die man reden kann.
Er ist gefrustet weil er mit seinem Job nicht voran kommt. Er arbeitet in nem ganz anderen Bereich als da wo er gelernt hat...und wenn ich "auf den Tisch gehauen" habe, dann haben wir uns gegenseitig nur Vorwürfe gemacht. Das hab ich mittlerweile auch mal angesprochen. Ab und zu funktioniert es auch sachlich und konstruktiv miteinander zu reden.
Vor ein paar Tagen habe ich das tatsächlich auch nochmal versucht. Wir haben sehr ruhig miteinander geredet und ich konnte ihm sagen, was die ganze Situation bei mir auslöst. Ich hatte auch den Eindruck, dass er obgleich er selbst keine Idee hat wie wir wieder miteinander klar kommen sollen, zumindest verstanden hat worum es mir beim Gespräch ging.
Leider verhält er sich jetzt wieder so als habe es das Gespräch nicht gegeben.
Wenn wir reden ist es nur Small-Talk und ja, mittlerweile nimmt unsere Beziehung echt lieblose Formen an.
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Gut, wenn ihn sein Job frustriert, dürfte das einer der Gründe für seine allgemeine Unzufriedenheit und Distanziertheit sein, aber das erklärt den Zustand eurer Beziehung bzw. Ehe ja nun absolut nicht.

Ich habe nicht das Gefühl, dass ihr noch als eine "Einheit" funktioniert, dass ihr noch sonderlich harmoniert. Ich sehe hier viel Isolation und Ignoranz.

Vielleicht wäre eine räumliche Trennung für einen Zeitraum x eine Überlegung wert. Vielleicht ist deinem Mann auch gar nicht bewusst, dass eure Ehe scheitern kann, wenn sich nichts ändert? :hmm: Wenn er das trotz deiner Gesprächsversuche nicht begreift, musst du vielleicht einmal über die möglichen Konsequenzen reden bzw. diese dann auch einmal umsetzen, indem du bspw. für eine Weile bei Freunden/Familie unterkommst.
 

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
Genau darüber mache ich mir schon seit einer Weile oft Gedanken. Aber ob ein Zeitraum x ausreicht weiß ich nicht. Er ist der Meinung es sei ein anderer im Spiel und würde mich in dem Fall ziehen lassen weil er nicht noch einmal so einen "Kampf" wie damals mitmachen will. Das sind so kleine Äußerungen bei denen ich doch merke, dass er mich schon noch lieben muss, denn sonst könnte er gleich sagen wir trennen uns.
Letztendlich weiß ich nicht, ob ich noch genug für ihn fühle um der ganzen Sache wieder eine Wendung ins positive zu geben. Würde ich jetzt gehen, dann nicht um irgendwas neues anzufangen sondern um in Ruhe mit mir selbst und meinen Gefühlen klar zu kommen.
Als wir uns zuletzt unterhalten haben hat er auch gesagt, dass er sich gedanken macht aber solang niemand von uns zu einem Ergebnis kommt ist die Situation wie bisher und so möchte ich auf Dauer einfach nicht weiter machen. Es bringt keinem von uns etwas nach Hause zu kommen und direkt die schlechte Stimmung zu spüren.
Ich finde aber auch keinen Weg ihm das begreiflich zu machen ohne, dass wir dadurch aneinander geraten. Immerhin hatten wir ja auch wirklich schöne Zeiten in unserer Beziehung, die ich auch nicht ignorieren will.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Hi Alessa,

ich versuch' jetzt 'mal, Dir etwas zu sagen, ohne in epischer Breite über meine Beziehung zu reden...

Ja, ich kenne das, in anderer Reihenfolge, aber Deine Beschreibung könnte 1:1 auf unsere Beziehung vor einem Jahr und davor passen. Du bist zum Gück schon einen Schritt weiter und hast erkannt, dass da gewaltig etwas schief läuft. Wir haben das erst kapiert, als sie fremdgeküsst hat mit Option auf Weiteres...
Also nutz die Chance, bevor noch mehr Porzellan zerbricht und überhaupt nicht mehr kittbar ist.

Ich weiß nicht, ob ich einen Grund zu einfach sehe, aber er schreit mich geradezu an: Du bist ihm vor Jahren fremdgegangen, er hat Dir "verziehen", aber Ihr (ja, Ihr, nicht nur er!) habt es offensichtlich nicht wirklich verarbeitet. Vor einem halben Jahr hast Du 'nen neuen Typen kennengelernt. Ich nehme das jetzt einfach mal so hin, dass es für Dich wirklich rein platonisch ist und Du nicht doch "heimlich" paar rosa Träume träumst. Ich gehe mal davon aus, dass diese Freundschaft langsam gewachsen ist, ihr paar Monate brauchtet, in denen der Kontakt enger und häufiger wurde. das hat Dein Freund natürlich mitbekommen. Du wirst ihm von Deinem BF (ich benutze diese dämliche Abkürzung jetzt mal zur besseren Unterscheidung) erzählt haben. Du wirst sehr positiv erzählt haben. Einfach aus Freude, einen guten Freund gefunden zu haben. Du hast ihn immer öfter getroffen, hattest wahrscheinlich gute Laune. Wahrscheinlich gab es auch so kleine Gesten wie freudiges Lächeln, wenn eine SMS von ihm kam, längere Telefonate mit ihm mit viel Lachen usw usw.
OK, die Phase Deines Freundes begann, bevor Du Deinen BF kennengelernt hast (stimmt das auch?), aber Du hast ihn genau in die Phase hinein kennengelernt, als es mit Euch richtig sch... lief.
Versetze Dich mal bitte in Deinen Freund und überlege, was wohl in seinem Kopf vorgeht? Kann er wirklich einschätzen, was mit Dir und Deinem BF läuft bzw. nicht läuft? Ich denke, er sieht wirklich die gleiche Sch.. wie anfangs Eurer Beziehung auf sich zukommen und zieht sich deswegen zurück. "Warum sollte ich noch in unsere Beziehung investieren, wenn sie eh demnächst mit ihrem BF zusammen bist und vll jetzt schon f...?" Bist Du Dir sicher, dass nicht genau das in seinem Kopf 'rumspukt? Wenn ja, dann hast Du ein Problem, egal, ob es stimmt oder nicht.

Aber gehen wir mal einen Schritt zurück. Wie ich schon sagte, gab es dieses Problem bei uns vor ihrem Fehltritt. Wir waren auch eingeschlafen, haben den jeweiligen Partner als selbstverständlich hingenommen, haben viel zu sehr die äußeren Einflüsse in unsere Beziehung und unser Verhalten gelassen. Waren beide unzufrieden und haben den größten Fehler gemacht, den man machen kann: wir haben grundsätzlich die Schuld beim jeweils Anderen gesucht. V.A. kann ich nur von mir sprechen, dass es so war. Dann noch ihr Fehlverhalten und die Sache war klar für mich. Ich habe mich bequem hingesetzt und gewartet, dass sie etwas tut. War toll :mad:, denn sie machte das Gleiche.
Erst ein Freund von mir und eine Userin hier haben mir dann die Augen geöffnet, dass beide die Verantwortung daran tragen, wenn eine Beziehung langsam und schleichend den Bach 'runtergeht. Und dass Beide von sich aus daran arbeiten müssen, dass es wieder besser wird.
Und das ist das, was ich Dir raten möchte: bekomme den Arsch hoch und beginne selbst, etwas zu tun. Lass Dir paar schöne Sachen einfallen, die Du mit Deinem Freund machst. Gebe ihm wieder das Gefühl, dass Du ihn willst und nicht Deinen BF. Gebe ihm das Gefühl, dass es Dir wichtig ist, mit Deinem Freund schöne Sachen zu erleben.
Natürlich müssen auch viele sehr ernste und tiefgehende Gespräche folgen, Ihr solltet auch mal auskotzen ohne Rücksicht auf den Anderen. Aber gegenseitig, denn ich denke, bei Deinem Freund hat sich in den ganzen Monaten auch eine Menge angestaut. Aber viel wichtiger finde ich es, dass Ihr aus Eurem Alltag 'rauskommt. Schafft Euch Höhepunkte (damit meine ich gar nicht primär die sexuellen :zwinker:), schafft Euch wieder Wohlfühl-Nischen in Eurem Alltags-Verhalten.
Nein, Du verlierst nichts dabei, wenn Du damit beginnst, obwohl Dir absolut nicht danach ist. Du kannst nur gewinnen. Verlieren tust Du, wenn Du es so weiter laufen lässt...
Einer von Euch Beiden muss den Stillstand druchbrechen und das scheinst i.M. nur Du zu sein, denn er scheint in Fatalismus verfallen zu sein.

Klar, das ist keine Garantie, dass Ihr das schafft, dass Du ihn mitreissen kannst. Aber dann weißt Du wenigstens, dass Du Alles versucht hat und es eben nicht hat sollen sein...

Ich wünsch Dir Kraft und Glück dabei!
Mark11

PS: Achja, übrigens: ich weiß, das es klappen kann! :smile:
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Mark hat mal wieder weise Worte gesprochen. :jaa:

Ich glaube auch, dass der "verziehene" Seitensprung eine Rolle in seinem Verhalten spielt, nur bin ich nicht der Meinung, dass Alessa sich hier Vorwürfe machen sollte, denn wenn er verzeihen wollte und es aber nicht konnte, hätte er offen darüber reden müssen, damit man gemeinsam an der Lösung des Problems arbeiten kann.

Einen Fehltritt Jahre später klammheimlich noch als Ursache für distanziertes Verhalten zu nehmen, wäre doch ganz schön vermessen. :hmm:

Natürlich müssen beide aufeinander zu gehen, aber beim letzten Gesprächsversuch ist das ja ziemlich in die Hose gegangen, weil Alessas Mann eben keine rechte Beteiligung gezeigt hat.

Ich finde den Vorschlag, wieder etwas mehr Zweisamkeit und Nähe zu initiieren, sogar sehr gut, kann aber auch verstehen, wenn Alessa aufgrund des Verhaltens ihres Mannes die Motivation fehlt, um sich zu "guten Taten" zu überwinden und wieder einen Schritt auf ihn zu zu machen.

Gehen wir aber davon aus, dass er wirklich dem von Mark erwähnten Fatalismus verfallen ist (ein Aspekt, den ich bisher nicht in Betracht gezogen hatte, also danke, Mark!), wird das Androhen von Konsequenzen und/oder räumliche Trennung ihn vermutlich darin bestärken, dass er bereits "verloren" hat. Insofern würde ich zunächst einmal nur reden und dabei vielleicht nach einer gemeinsamen Unternehmung fragen.

Fakt ist, dass beide sich engagieren müssen. Doch Alessas Mann legt scheinbar lieber die Hände in den Schoß, was ich keinesfalls gut heißen kann.
 

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hi Mark,

ja die Beschreibung die du geliefert hast passt sehr gut (in fast jeder Hinsicht).
Ich habe ja bereits versucht die Routine und alles was sich da sonst eingeschlichen hat zu durchkreuzen, nur ohne jeden offensichtlichen Erfolg...und die Sache mit meinem besten Freund hab ich schon 100 mal oder so erklärt, auch mit ähnlichen Worten wie du sie hier verwendet hast. Es scheint nur nicht angekommen zu sein... Mein Mann versteht dabei nicht, dass ich nicht vorhabe ihn nochmal zu betrügen. Es geht grundsätzlich um die Situation zwischen uns.
Klar gab es auch Momente wo ich mich einfach nur riesig über jeden Kontakt zu meinem besten Freund gefreut hab. Es ist halt seine Art die ich unglaublich gut finde. Wäre ich Single wäre ich sicher empfänglich dafür und würde wahrscheinlich mehr erwarten, aber so ist es eben nicht.

Dass es funktionieren kann ist mir klar, aber irgendwie hab ichs doch schon beinahe aufgegeben.
Und so ein Vorschlag wie von Spiralnudel mit der Trennung auf Zeit kommt nicht in Frage.
On-Off-Beziehungen bringen nicht viel. Da kann man dann eher Nägel mit Köpfen machen.
Ich weiß ja nicht wie das bei euch genau war, aber ich bin mir sehr sicher, dass sich ein großer Teil meiner Gefühle für meinen Mann irgendwie verabschiedet hat. Mit jedem Tag, an dem die Stimmung so schlecht ist, er sich zurück zieht oder erst gar nicht zuhaus ist (ich vermute wirklich er will mir aus dem Weg gehen um ggf. das Unvermeidliche hinauszuzögern) wird das auch immer weniger.

Es ist halt schwer auf Trümmern wieder was aufzubauen...so kommt es mir jedenfalls vor, ein Trümmerfeld was vorher mal ne echt gute Beziehung gewesen ist.

Das Schlimmste bei der Sache ist wahrscheinlich nur, dass ich selbst zögere um nicht noch Öl ins Feuer zu gießen. Eigentlich bin ich mir schon sehr sicher, dass ich allein erstmal besser dran wäre, aber wenn man einmal geht gibt es meistens keinen Weg zurück. Und ich habs irgendwo glaub ich schonmal erwähnt: es gab ja auch wirklich viel gutes in den fast 10 Jahren. Da kann ich jetzt schlecht den Hammer kreisen lassen und so tun als hätte es das nicht gegeben...
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ja, es ist sauschwer, bei so einem Problem den Königsweg zu finden, da ein Haufen verletzter Gefühle im Spiel ist.

Ich glaube, auch Alessa ist einem gewissen Fatalismus verfallen. Beide warten, dass der jeweils Andere den eigenen Stolz überwindet und damit beginnt, wieder auf den Partner zuzugehen. Und solange ziehen sich Beide weiter in ihr Schneckenhaus zurück und finden täglich mehr Gründe, warum der jeweils Andere irgendeine Schuld hat.
Klar kann ich Alessa verstehen, wenn sie sich Gedanken über die Sinnhaftigkeit der Beziehung macht und darüber, ob es sich überhaupt noch lohnt, etwas zu investieren (wer könnte das besser verstehen als ich, der noch vor einem Jahr in dieser Gedankenfalle saß ohne zu erkennen, dass es eine Falle ist :ashamed:).
Aber Alessa ist diejenige, die etwas verändern will, also habe ich auch sie angesprochen, etwas zu tun. Selbstverständlich muss das für ihren Freund genauso gelten! Einer muss anfangen, aber nicht einer darf die ganze Last tragen müssen!

Von daher volle Zustimmung, Spiralnudel!

Mark11

--- Edit

ich schreibe immer zu langsam (jaa, mein Alter :smile:).
Auf eins warte ich noch bei Dir: was sagt er eigentlich dazu? Ihr seid 10 Jahre zusammen, Du wirkst kein bißchen dumm, also gehe ich davon aus, er ist es auch nicht. Habt Ihr in dem 3/4-Jahr denn schon einmal wirklich, so ganz richtig wirklich darüber gesprochen, warum er sich zurückzieht? Hast Du nachgebohrt, wenn er ausgewichen ist?
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich weiß ja nicht wie das bei euch genau war, aber ich bin mir sehr sicher, dass sich ein großer Teil meiner Gefühle für meinen Mann irgendwie verabschiedet hat. Mit jedem Tag, an dem die Stimmung so schlecht ist, er sich zurück zieht oder erst gar nicht zuhaus ist (ich vermute wirklich er will mir aus dem Weg gehen um ggf. das Unvermeidliche hinauszuzögern) wird das auch immer weniger.
Das wiederum klingt für mich nun wirklich nicht besonders gut und hier wüsste ich auch nicht, inwiefern es dir noch möglich ist, wieder auf deinen Mann zu zu gehen und für Nähe, Intensität und Zärtlichkeit zu sorgen.

Vielleicht weiß Mark hier einen guten Rat, aber in meinen beiden langen Beziehungen haben schwindende Gefühle und ein qualmender Trümmerhaufen mir über kurz oder lang meist das Ende signalisiert - und so kam es dann auch.

Denn wenn du ihn nicht mehr innig liebst und bereits mit deinen Gefühlen und der Beziehung so sehr haderst, wie willst du dann noch die nötige Energie finden um wieder für romantische Gefühle zu sorgen?

@Mark: Ja, wir haben unterschiedliche Methoden beleuchtet, möchten aber eigentlich auf dasselbe hinaus: sie müssen aufwachen und sich wieder aufeinander besinnen. Nach Alessas letztem Beitrag frage ich mich allerdings: wie?
 

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
@Mark
Klar habe ich nachgebohrt und versucht herauszufinden woran das alles liegt. Entweder ist sein Problem die Unzufriedenheit mit der Arbeitssituation, dann heißt es: such dir besser nen anderen, was auch schon für sich spricht...oder es ist eben diese plötzliche Eifersucht (die ja nicht da wäre wenn er selbst mit uns abgeschlossen hätte) die aber vollkommen unbegründet ist.
Alles in allem dreht sich das ständig im Kreis und das zu stoppen gelingt mir leider nicht.
@Spiralnudel
Du scheinst genau zu verstehen was ich meine. Die Beziehung mit meinem Mann ist die bisher längste die ich hatte und ich war ja auch erst 18 als wir zusammen gekommen sind. Mit der Zeit haben sich eben einige Dinge geändert, jeder hat sich weiter entwickelt und die Lebensplanung hat sich nach und nach in ihrer Form verändert.
Anscheinend hast du es auch schon erlebt, dass man sich irgendwie voneinander weg bewegt ohne was dagegen tun zu können.

Das fatale an der ganzen Sache ist: ich würde gern einfach so positiv davon ausgehen, dass wir das alles in den Griff bekommen, aber was ist dann? So wie ich die Sache momentan einschätze hält das dann nicht lange an, dann kommt wieder so ne Phase und irgendwann sind beide total frustriert und es gibt doch nur noch einen Schritt:Trennung. Ich will den Teufel ja nicht an die Wand malen, aber ich hab eben auch das Gefühl, dass keiner von uns wieder richtig glücklich werden kann wenn nicht eine eindeutige Entscheidung getroffen wird. Aber genau davor hab ich ziemlichen Bammel...auf der anderen Seite, auch wenn es egoistisch klingt, möchte ich auch mal wieder an mich denken und nicht immer nur an die Beziehung/sprobleme und würde mir wünschen dass alles sich irgendwie klärt...
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Nein, das Patentrezept habe ich auch nicht. Ich weiß, wie wir es gemacht und geschafft haben, aber ich denke nach wie vor, dass wir auch sehr viel Glück dabei hatten. Denn sooo selbstverständlich war es lange Zeit nicht, dass wir aus dem Loch und den ganzen damit verbundenen Problemen herauskämen. Aber wir hatten eine ganz ganz wichtige Klarheit von quasi Anfang an: wir Beide wollten von ganzem Herzen, dass es weiter geht und konnten es dem jeweils Anderen 100%ig glauben.

Um mehr sagen zu können, müsste man auch mehr von Euch wissen. Das Wichtigste: was war vor einem 3/4-Jahr? Und was in der Zeit davor? Was stimmte schon vor 2-3 Jahren nicht, das aber nicht so richtig von Euch wahrgenommen wurde?
Ebenso wichtig: wie läuft Eure Kommunikation ab? Viel und oft über ein Problem reden, kann extrem kontraproduktiv sein, zu selten reden aber ebenso. Das Schwierige ist, richtig zu reden. Oder auch 'mal gar nicht zu reden, sondern zu machen. Kommunikation hat in meinen Augen nur relativ wenig mit verbalem Ausdruck zu tun. Gesten, Mimik, Zärtlichkeiten, kleine Überraschungen usw nehmen einen mindestens ebenso großen Teil der Kommunikation ein. Nur wird das oft viel unterbewusster wahrgenommen.

Ich habe ja bereits versucht die Routine und alles was sich da sonst eingeschlichen hat zu durchkreuzen, nur ohne jeden offensichtlichen Erfolg..
Womit z.B.? Und wie hast Du es ihm beigebracht? Und wie hat er darauf i.Allg. reagiert?
und die Sache mit meinem besten Freund hab ich schon 100 mal oder so erklärt, auch mit ähnlichen Worten wie du sie hier verwendet hast. Es scheint nur nicht angekommen zu sein... Mein Mann versteht dabei nicht, dass ich nicht vorhabe ihn nochmal zu betrügen.
Einmal hast Du es schon getan, Und, wie ich schon sagte, ich bin mir relativ sicher, dass Ihr damals die Geschichte einfach "vergraben" habt. Ihr habt Euch nicht wirklich damit auseinander gesetzt. Aber auch ohne das: er hat schlicht Angst. Davor, dass Du Dich in einen anderen verliebst. Davor, dass Du nochmal etwas Neues willst. Vergiss nicht: Ihr seid zusammengekommen, als Du noch sehr jung warst, er ist ein gutes Stück älter als Du. (ich kann diese Gedanken bei ihm gut nachvollziehen, meine Freundin war auch 18, als wir zusammenkamen und unser Altersunterschied ist noch 'was größer als bei Euch). Und ja, du hast es ihm 100 Mal erklärt, aber wenn das erste Mal schon eine Lüge war, dann war es das 100. Mal auch eine. (das könnten seine Gedanken sein, ich unterstelle Dir keine Lüge!). Weißt Du, wenn er diese Ängste hat und sieht nur ein einzges Mal Deine Augen leuchten, wenn Du von Deinem BF erzählst, dann kannst Du Dir den Mund fusselig reden, Du kannst es zum 1000. Mal erklären, er wird Dir nicht glauben.
Ich denke, bei der Geschichte musst Du Dich viel tiefer in ihn hineindenken, als Du es bisher getan hast. Du weißt, was Du getan und nicht getan hast. Du weißt, was Du fühlst. Er weiß das nicht, er kann nicht in Deinen Kopf gucken.
Wäre ich Single wäre ich sicher empfänglich dafür und würde wahrscheinlich mehr erwarten, aber so ist es eben nicht.
Ok. Jetzt sei bitte mal ehrlich (und wenn es nur zu Dir ist): da ist sehr wohl mehr an Gefühlen, oder? Und das spürt Dein Mann. Soo blöde und gefühls-versteinert sind Männer auch nicht.
Ich weiß ja nicht wie das bei euch genau war, aber ich bin mir sehr sicher, dass sich ein großer Teil meiner Gefühle für meinen Mann irgendwie verabschiedet hat.
Das kannst nur Du beantworten, aber dazu solltest Du Dir erstmal paar Gedanken machen. Schwinden Deine Gefühle, weil er so ist, wie er gerade ist oder schwinden sie sowieso und Dein Mann merjt das intuitiv und ist deswegen so wie er momentan ist? Eine ganz wichtige Frage, für die Beantwortung solltest Du Dir viele viele Gedanken machen. Denn eigentlich hängt davon Alles ab...
es gab ja auch wirklich viel gutes in den fast 10 Jahren. Da kann ich jetzt schlecht den Hammer kreisen lassen und so tun als hätte es das nicht gegeben...
So sehr ich diesen Gedanken nachvollziehen kann, aber: er sollte keine Rolle mehr spielen. Du lebst jetzt und in der Zukunft. Das sind die Zeiträume, in denen Du Dein Glück suchen solltest. Wenn jetzt gar nichts mehr geht und Du auch keine Option mehr für die Zukunft siehst, dann solltest Du die (schöne) Vergangenheit abschliessen, so schwer es auch fällt.

Warum ich hier so schreibe, was ich schreibe? Weil ich durchaus noch eine Chance bei Euch sehe. Zumindest seid Ihr weit davon entfernt, "Alles versucht" zu haben. Deswegen.
Aber es kann auch sein, dass es mittlerweile schon zu spät ist. Dann ist es traurig, aber so etwas passiert im Leben. Oft. Und niemand, v.A. ich nicht, würde Dir daraus einen Vorwurf machen.
Aber die Entscheidung kann letztlich nur eine Person fällen: Du.

Mark11
 

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wow, das ist mal ne ganze Menge Input...
Ich versuch jetzt einfach mal mehr ins Detail zu gehen...

Um mehr sagen zu können, müsste man auch mehr von Euch wissen. Das Wichtigste: was war vor einem 3/4-Jahr? Und was in der Zeit davor? Was stimmte schon vor 2-3 Jahren nicht, das aber nicht so richtig von Euch wahrgenommen wurde.

Ich fang besser mal ganz vorn an...wir haben uns via Internet kennen gelernt und sind schon nach 6 Wochen zusammen gezogen. Innerhalb der ersten 1 1/2 Jahre kam es zu dem Seitensprung. In den kommenden Jahren war alles soweit in Ordnung zwischen uns, jeder hatte mal so seine Probleme mit der Arbeit, was ja dann auch runterzieht, aber das war alles im Rahmen. Geheiratet haben wir 2009 gefragt hat er bereits 2004/2005...wir haben das auch aufgrund der beruflichen Situation immer wieder aufgeschoben und erst ab 2008 fest geplant. Anfang letzten Jahres wars Jobmäßig bei beiden gut, es war sogar ein Zeitpunkt an dem wir uns über Familienplanung unterhalten haben. Ich hab dann im Mai die Pille abgesetzt (ein Präparat durch dass man keine Regelblutung bekommt) und wir haben quasi losgelegt. Es waren dann aber nur wenige sporadische Versuche so bis ungefähr zum Sommer. Er fühlte sich unter Druck gesetzt sobald ich auch nur annähernd erwähnt habe der Zeitpunkt sei günstig (musste ich weil ich ja wieder in den normalen Zyklus gekommen bin). Darüber haben wir dann auch in Ruhe reden können. Er hat kurz drauf seine befristete Arbeit nicht verlängert bekommen und wollte aber trotzdem weiter planen. Ich hab ihm zu Verstehen gegeben, dass ich unter den Umständen lieber noch was abwarten würde und dabei waren wir uns einig. Weil erst das Drumherum stimmen sollte. Und unabhängig davon kam dann das letzte dreiviertel Jahr, denn das Thema ist wirklich geklärt!

Was das Durchbrechen der Routine angeht, ich hab ihn natürlich auch drauf angesprochen, aber auch versucht ihn zu gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren. Da hatte er aber immer was anderes vor. Wie gesagt es kommt mir vor als würde er mir aus dem Weg gehen.

Ich denke mal das Thema Betrug kann man nie 100%ig abarbeiten. Klar ist das immernoch in seinem Kopf verankert. Aber auf der anderen Seite fehlt dann scheinbar auch Vertrauen. Würde er mir wirklich zu 100% vertrauen würde er nicht immer wieder mit ner spitzen Bemerkung ankommen...

Ok. Jetzt sei bitte mal ehrlich (und wenn es nur zu Dir ist): da ist sehr wohl mehr an Gefühlen, oder? Und das spürt Dein Mann. Soo blöde und gefühls-versteinert sind Männer auch nicht.

Naja, im Großen und Ganzen ist es einfach nur schön mit ihm über alles reden zu können. Es ist nun mal so, dass ich verheiratet bin und jeder (Mark du sicher auch) schaut ab und zu mal über den Tellerrand hinaus, weshalb ich eben ne Menge positiver Eigenschaften an ihm sehe, aber da nicht irgendwelchen Versuchungen erliegen würde...
Ich fühl mich einfach trotz Beziehung sehr allein und wenn wir reden dann fühl ich mich nicht mehr so allein wie vorher...

Was die ganze Sache mit dem Gefühl und dem Zurückziehen angeht: klar ich merke auch, dass ich mich zurückziehe und möglicherweise manchen Versuch (wenn man es denn so nennen will) einer Annäherung abblocke aber das kam eben dadurch, dass ich selbst mich von ihm einfach mies behandelt gefühlt hab. Klar ist da auch verletzter Stolz dabei und gekränkte Gefühle. Genau deshalb versuche ich schon die ganze Zeit offen zu sein um dann zu erkennen wenn er wirklich wieder einen Schritt auf mich zu geht. Ich versuche mich nicht zu vergraben habe aber bisher einfach keinen Erfolg mit der Taktik (so kann mans fast nennen) gehabt.

Du lebst jetzt und in der Zukunft. Das sind die Zeiträume, in denen Du Dein Glück suchen solltest. Wenn jetzt gar nichts mehr geht und Du auch keine Option mehr für die Zukunft siehst, dann solltest Du die (schöne) Vergangenheit abschliessen, so schwer es auch fällt.

Genau das ist es was ich vorher schon meinte. Ich möchte einfach auch glücklich sein. Nur bin ich das zur Zeit einfach nicht...

Ich hoffe mal, dass wir unsre Chance noch nutzen können...ich denke schon sooo lang nach was ich noch unternehmen kann, aber mittlerweile kreisen die Gedanken viel zu oft darum ob es nicht sinnvoller wäre allein neu anzufangen. Und das ist eben ein verdammt großer Schritt bei dem ich nicht weiß ob ich bereit bin ihn zu gehen...
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
'N Abend Alessa,
Ich hab dann im Mai die Pille abgesetzt (ein Präparat durch dass man keine Regelblutung bekommt) und wir haben quasi losgelegt. Es waren dann aber nur wenige sporadische Versuche so bis ungefähr zum Sommer. Er fühlte sich unter Druck gesetzt sobald ich auch nur annähernd erwähnt habe der Zeitpunkt sei günstig
Du wirst verstehen, dass sich diese Frage geradezu aufdrängt: hattet Ihr nur Sex wenn Du ovuliert hast? Und wenn, dann hast Du ihn quasi dazu gedrängt? Sorry, wenn ich das so sage, aber ich als Mann käme mir dann nur noch als Reproduktionshilfe vor, das hat für mich absolut Nichts mit Sex u/o Liebe zu tun. Weißt Du, auch Männer geniessen es, begehrt zu werden, dass die Paretnerin Lust auf einen hat. Wenn statt dessen kommt: "Hey, heute ist günstig, ejakulier in mir.", dann wäre bei mir aber auch toteste Hose. Und ich würde mich ernsthaft fragen, welche Rolle ich für meine Partnerin eigentlich einnehme.
Er hat kurz drauf seine befristete Arbeit nicht verlängert bekommen und wollte aber trotzdem weiter planen. Ich hab ihm zu Verstehen gegeben, dass ich unter den Umständen lieber noch was abwarten würde und dabei waren wir uns einig. Weil erst das Drumherum stimmen sollte. Und unabhängig davon kam dann das letzte dreiviertel Jahr, denn das Thema ist wirklich geklärt!
Bist Du Dir da so sicher? Du hast auch gedacht, Dein Fremdgehen damals wäre geklärt und er schmiert es Dir 10 Jahre später immer noch aufs Brot! Wessen Kinderwusch ist denn stärker? Kann es sein, dass er sich von da an völlig überflüssig vorkam? Noch nicht mal zum Kinder-machen zu gebrauchen?
Und fällt Dir nicht etwas auf? Genau dann fing seine Rückzugsphase an. Er wird mehr oder weniger arbeitslos, die eigene Frau will deswegen kein Kind mehr mit ihm.
Hey, sorry, aber das schreit Einen doch an, was ihn ihm vorgeht! Er hat Angst, Angst als Versager da zu stehen, Angst Dir nicht mehr zu genügen, Angst, weil er Deine Wünsche nicht erfüllen kann. Und zu aller Scheiße, die er eh gerade durchmacht, tanzt Du kurz später mit einem neuen BF an.
Wenn ich Dich bisher sehr gut verstehen konnte, hier kann ich Dir nur sagen: Du denkst viel zu wenig über Deinen Freund nach. Du denkst Dich nicht in ihn hinein. Ich gebe Dir völlig Recht, ein 37jähriger Mann sollte nach 10 Jahren Beziehung in der Lage sein, seiner Frau von seinen Gefühlen und Ängsten zu erzählen, anstatt sich in seine Schmoll-Ecke zurückzuziehen. Aber hier ist auch ein Punkt, wo ich sagen muss: Du machst es Dir verdammt einfach, alle Schuld nur bei ihm zu suchen. Ich glaube nämlich, ihm geht's weit dreckiger, als Du denkst.
aber auch versucht ihn zu gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren. Da hatte er aber immer was anderes vor.
Ähh, Du hast gemeinsame Aktivitäten an Tagen vorgeschlagen, an denen er schon etwas vorhatte?
Naja, im Großen und Ganzen ist es einfach nur schön mit ihm über alles reden zu können. Es ist nun mal so, dass ich verheiratet bin und jeder (Mark du sicher auch) schaut ab und zu mal über den Tellerrand hinaus, weshalb ich eben ne Menge positiver Eigenschaften an ihm sehe, aber da nicht irgendwelchen Versuchungen erliegen würde...
... es sei denn, Du bist Single. Fällt Dir der Widerspruch auf? Wieso ist er weniger attraktiv, weil Du verheiratet bist? Natürlich schaue ich nie über den Tellerrand, ich habe erst gerade heute erfahren, dass es noch andere Frauen außer meiner gibt :grin:. Nein, natürlich bin ich in der Lage, auch andere Frauen toll und attraktiv zu finden. Das mit dem Tellerrand ist eben die Sache, als wie breit man den Tellerrand ansieht. Meiner ist sehr schmal, aber ich bin auch eher die Ausnahme, dass ich noch nie fremdgegangen bin. Aber bei Dir habe ich schon so das Gefühl, dass Du hin & wieder auch an mehr als nur nett und gut reden denkst. Das ist kein Vorwurf, verstehe mich nicht falsch, aber ich denke, Du spielst das nach außen ein wenig 'runter. Auch das ist ok, auch, wenn Du sagen würdest "ja, ich bin bißchen verknallt" wäre es ok. Aber es spielt eine entscheidende Rolle bei der Einschätzung Deiner Situation.
Genau deshalb versuche ich schon die ganze Zeit offen zu sein um dann zu erkennen wenn er wirklich wieder einen Schritt auf mich zu geht.
Danke, dass Du es bestätigst :tongue:: Du willst gar nichts machen, Du sitzt da und wartest, dass er 'was macht. Das ist genau das, was ich zuvor schon schrieb: Ihr Beide sitzt in Eurer eigenen Schmoll-Ecke, gebt dem Anderen die Schuld an Allem und wartet, dass sich der andere bewegt, weil der ist ja schuld. Macht so weiter und ich gebe Euch noch 2 Monate maximal... :schuettel:
Genau das ist es was ich vorher schon meinte. Ich möchte einfach auch glücklich sein. Nur bin ich das zur Zeit einfach nicht...
Das verstehe ich. Dazu musst Du aber etwas tun, von alleine kommt Glück selten angekrochen... Was Du tust, ist Deine Entscheidung, aber tuen solltest Du etwas.

Mark11
 

Benutzer118209 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey,

kopfmäßig bin ich grad ziehmlich durch, aber ich versuch trotzdem noch zu antworten...
Vorhin, besser gesagt am Abend hatten wir nen heftigen Streit. Ich bin daraufhin raus, wollte einfach den Kopf frei bekommen und bin einfach losgelaufen. Bei dem was wir uns an den Kopf geworfen haben war eigentlich schon fast Ende!
Naja, wir haben uns darauf geeinigt später nochmal in Ruhe zu reden, wenn beide richtig runtergekommen sind.

Aber jetzt lieber Mark zu den anderen Themen:
Nein, wir hatten nicht nur Sex nach Plan. Ich wusste von Freunden die wirklich lang versucht haben ein Kind zu bekommen, dass er (und er ist ein sehr gutmütiger und geduldiger Mensch) sich total ausgenutzt vorkam weil die beiden eben immer nur zum passenden Zeitpunkt losgelegt haben. Das wollte ich meinem Mann nicht zumuten und habe wie gesagt nur ab und zu mal angedeutet, dass es gehen kann, auch wegen der Pillensache und weil sich das mit dem Zyklus ja erst wieder einpendeln musste. Dabei hab ich versucht jeglichen Druck von der Sache zu nehmen, immerhin funktioniert es bei vielen Paaren ja deshalb schlecht weil sich beide mit dem Kinderwunsch unter Druck setzen.

Das mit der Schmoll-Ecke ist ja mal so ne Sache...klar ich kann nicht nur bei ihm die Schuld für die Situation suchen. Fakt ist aber und darüber muss ich später auch mit ihm reden sobald es ruhiger ist: er erzählt mir gar nichts. Ich könnte ins blaue hinein raten was ihm grade durch den Kopf geht. Ich kann verstehen, dass ihn viele Dinge frustrieren, dass da grundsätzlich immer mehr ist, als ich sehen kann, aber er öffnet sich nicht mehr! Früher hat er das noch getan. Er hätte mich auch jederzeit darauf ansprechen können, dass ihm das mit dem Fremdgehen immer noch so sehr in der Seele brennt. Das Problem ist einfach, dass er dicht macht und sich dagegen sperrt mir das anzuvertrauen.
Und genauso sperrt er sich gegen gemeinsame Aktivitäten...nein, ich lege das nicht auf Termine an denen er nicht kann, er findet nur sobald ein Vorschlag kommt scheinbar nen Ausweg im Sinne von: ich muss aber unbedingt noch das und das...

Ihr Beide sitzt in Eurer eigenen Schmoll-Ecke, gebt dem Anderen die Schuld an Allem und wartet, dass sich der andere bewegt, weil der ist ja schuld. Macht so weiter und ich gebe Euch noch 2 Monate maximal...

Schuldzuweisungen ist auch so ein Stichwort...als ich das letzte Mal versucht habe mit meinem Mann zu reden, das war ein ruhiges Gespräch. Heute kam seine Reaktion auf das Gespräch! Niemand hat allein die Schuld daran, wenn in einer Beziehung was schief läuft. Er jedoch kam an (und deshalb ist das letztlich so aus dem Ruder gelaufen) und hat alles worüber wir geredet haben so verdreht und in sein Schema gedrückt, dass es eine einzige Schuldzuweisung in meine Richung wurde. Bin ich also allein Schuld an allem? Ich mache mir ständig Gedanken darüber was ich anstellen kann um alles irgendwie zu verbessern, verwerfe natürlich auch Ideen, setze aber so viel es geht davon um, leider ohne Erfolg.

Ich hoffe mal, dass wir wenigstens einen kleinen Fortschritt machen wenn wir nachher reden...

Danke aber erstmal für die vielen guten Denkansätze! Manchmal hilft ein objektiver Eindruck einfach die Dinge besser zu durchblicken...
 
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