Gefühlschaos in der Fernbeziehung - nach Abreise besonders

Benutzer159537  (63)

Ist noch neu hier
Hallo,

ich habe besonders nach der Abreise meines Partners starke Gefühlsschwankungen. Wir sind seit einem Jahr zusammen. Er wohnt in der Schweiz. Ich in Deutschland. In 2 bis 2,5 Jahren will er wieder nach Deutschland zurück. Besondere Umstände zwangen ihn vor 10 Jahren dorthin zu ziehen. Er ist aber weiterhin in Deuschland gemeldet. Vor 3 Jahren hat ihn seine letzte Partnerin nach 19 Jahren verlassen. Ich weiss, dass diese starken Gefühle, besonders nach Abreise , bis in die Depression führen können, aber auch normal sein sollen. Ich hatte eine Woche viel geweint, nichts gemacht, ausser meiner Arbeit nachgegangen. Nicht mal einkaufen war ich - nur aus den Reserven im Haus geschöpft. Ich habe mir ein Buch gekauft von Dr. Peter Wendl - Gelingende Fernbeziehung. Dort ist alles genau so beschrieben inbezug auf die unterschiedlichen Situationen ( vor Abreise, am Abreisetag, danach u.sw.). Er sekbst hat jahrelang eine FB geführt und dieses Buch seiner Frau gewidmet. Nach der Woche seit seiner Abreise bin ich LANGSAM aus meiner Schockstarre erwacht. Ich lenke mich auch ab. Ständig kreisen die Gedanken um ihn. Wir passen sehr gut zusammen. Sonst hätte ich dieses Partnermodell nie mitgemacht Auch , weil er zurück kommen will. Trifft auch die Vorbereitungen schon dazu. Am Haus in Deutschland schon einiges verändert. Wer auch sowas erlebt hat oder mitten drin steckt - wird das je besser?
Ich weiss, dass das ein Prozess sein soll, den man erst einmal durchleben muss. Es soll dann besser werden - so geschrieben im Buch. Das Buch ist wirklich sehr gut.
Danke für Eure Antworten im Voraus. Erwähnen möchte ich noch, dass wir uns in der Regel alle 7 bis 8 Wochen sehen. Über Weihnachten und im Sommer für 14 Tage, ansonsten in der Regel nur 3. Wir kommen wirklich sehr gut klar.
 
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Benutzer121281  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich hab ein halbes Jahr eine Fernbeziehung Deutschland-Schweiz geführt und für mich wurde es leider nie besser. Die Zeiten nach der Abreise waren für mich immer richtig übel schlimm (er hat da deutlich weniger gelitten), was auch zu einer massiven Lethargie in meinem Leben in Deutschland führte.
Lichtblick war für mich immer die Aussicht auf das Zusammenziehen. Wir leben inzwischen gut 4.5 Jahre zusammen und wäre ich nicht in die Schweiz gezogen, wären wir definitiv nicht zusammen.

Es gibt Menschen, die können ganz wunderbar mit wenig realem Kontakt zum Partner auskommen - ich gehöre einfach nicht dazu.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Fernbeziehung ist doof. Find' ich auch. Die Band Kettcar singt da ganz treffend: "48 Stunden können allen, aber nicht uns genügen."
Meine erste Beziehung war eine Fernbeziehung über 4000 km und ich war sehr jung, aber ich habe wirklich gelitten wie ein Hund, wenn wir uns nach gemeinsamen Wochen trennen mussten. Es wurde nie besser und ich habe mich nie daran gewöhnt. Auch meine zweite Beziehung war eine Fernbeziehung, aber in dieser war es möglich, dass man sich mind. alle zwei Wochen über das Wochenende oder, wenn ich keine Uni hatte, auch mal länger gesehen hat. Das war in Ordnung, aber ich finde es definitiv schöner, wenn man in der Nähe wohnt.
Ich bin einfach ein Mensch, der seinen Partner um sich braucht. Und ich brauche auch viel Nähe.
Leider müsst ihr ja noch die nächsten zwei Jahre ausharren. Beschleunigen kann man seinen Umzug nach Deutschland nicht?
Was mir geholfen hat:
Viel telefonieren, skypen, Briefe schreiben, Chatten, wir haben uns damals sogar mehrmals am Tag angeklingelt, nur um uns zu sagen "Hey, ich denke gerade an dich!" (Waren noch andere Zeiten :grin: ).
Hier und da mal Päckchen verschicken mit Leckereien, lieben Worten und persönlichen Dingen.
Zukunftsplänge gemeinsam schmieden.
Wenn man sich sieht, "quality time" miteinander verbringen.
Die Tage zählen.
Mag vielleicht verrückt klingen, aber in meiner "krassen" Fernbeziehung habe ich sogar mal in ein Forum für Frauen von Soldaten geguckt - die führen ja auch sehr extreme Fernbeziehungen und habe mir da Tipps geben lassen, wie man mit dem Vermissen umgeht.

Alles Gute euch!
 

Benutzer157222 

Benutzer gesperrt
Guten Abend,

ohne selbst eine Fernbeziehung geführt zu haben, kann ich deine Gefühle nachempfinden.
Das Vermissen durchlebe ich derzeit selbst, wenn auch aus anderen Gründen.
Was dabei hilfeich ist, ist ein eigenes Ziel im Leben.
Etwas was nur für dich als Individuum wichtig ist.
In deinen Beruf kniest du dich ja, wie du sagst, schon rein.
Abseits davon kannst du besagte Ziele in Angriff nehmen.
Ob das nun Verwirklichung in Kreativität oder Anderweitiges ist.
Einer der vielen Vorteile dabei wäre auch, dass du dich dabei etwas ablenken kannst.

Was ebenfalls hilfreich ist, ist gemeinsam zu träumen.
Über schöne Dinge aus eurer Kindheit reden/schreiben, was oftmals für ein schönes Nostalgiegefühl für Beide sorgt.
Auch lernt man den Partner dadurch oft von einer anderen Seite kennen.
Kleine Überraschungen per Post sind auch immer sehr schön.

Wie intensiv ist das Vermissen denn bei ihm?
Leidet er ähnlich darunter?

Liebe Grüße
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Ich finde, es kann besser werden, oder eher, man kann sich arrangieren - sofern man ein Ende in Aussicht hat. Das ist tatsächlich etwas, das zumindest für mich absolut notwendig war. Wie andere hier brauche ich meinen Partner um mich herum und ich bin kein Freund von "sich selten sehen".

Mir haben Rituale geholfen, die drei Jahre Fernbeziehung durchzustehen, bis ein Zusammenziehen möglich wurde.
Wir haben jeden Abend telefoniert und uns gute Nacht gewünscht, wir haben uns so oft wie möglich gesehen - was auch hieß, dass Familie, Hobbies und Sozialleben nicht an erster Stelle standen. Ich hatte eben kaum Zeit für Hobbies. Meine Prio-Liste waren Beziehung-Familie-Arbeit-Freunde-Hobbies.
Ich habe mich bemüht, im Zug zu vorzuarbeiten was möglich und nötig war für die nächste Woche, so dass das nicht von der Zeit weggefallen ist. Wenn ich in den Ferien bei ihm war, sind wir mittags gemeinsam in die Kantine gegangen, ich war also auch bei ihm, wenn er arbeiten musste, aber ich frei hatte.
Anstrengend war es definitiv - hat sich aber letztendlich gelohnt :zwinker:

Für uns war nicht wichtig, eine möglichst "tolle" Zeit zusammen zu haben, sondern ein Gefühl von Alltag und Vertrautheit.
Ich glaube, dass das einen guten Teil dazu beigetragen hat, dass das Zusammenziehen, obwohl aus logistischen Gründen erstmal mehrere Monate in einem 1-Zimmer-Appartement, wirklich problemlos verlief.
 
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