Gefühl von Geborgenheit fehlt..

Benutzer87893 

Verbringt hier viel Zeit
Hey Leute.
Ich hatte gerade mal wieder eine nächtliche Fressattacke und habe mal endlich gründlich darüber nachgedacht, woher das denn kommt.
Also Ende November habe ich mich nach fast 2Jahren von meinem Freund getrennt.
Zum einen, weil alles sehr alltäglich war und zum anderen, weil ich jemand neues kennengelernt habe.
Mein Ex war ein super Freund, er hat mir alles gegeben, was ich brauchte, sehr viel Liebe und sehr viel Geborgenheit, nur irgendwie war die Anziehung am Ende nicht mehr so da..
Na ja jedenfalls bin ich ziemlich unmittelbar danach mit meinem Neuen zusammengekommen.
Das war vor 2 Monaten, zu der Zeit habe ich 49kg gewogen und war damit auch mehr als zufrieden!
Jedenfalls fing es mit meinem neuen Freund dann an, dass ich ziemlich viel Schokolade und all sowas gegessen habe, vorher hatte ich eine ziemlich disziplinierte Esshaltung, habe auch nur selten nach 17Uhr gegessen und war ziemlich zufrieden mit meinem Körper.
Was mir aufgefallen ist, ist dass ich ziemlich oft anfange zu fressen, wenn ich das Gefühl habe nicht die Geborgenheit von meinem neuen Freund zu bekommen, die ich von meinem Ex bekam, also immer dann, wenn es nicht ganz so läuft, wie ich es mir eben vorstelle.
Ich habe in solchen Situationen auch öfters mal meinem Ex geschrieben und mich schon 3mal mit ihm getroffen, von einem mal weiß mein Freund.
Jedenfalls komm ich mit dieser Fresserei einfach nicht zurecht! Das macht mich einfach total fertig und ich bin komplett verzweifelt.
Schlussfolgerung meinerseits ist, dass ich mit der Fresserei versuche diese Gefühle zu kompensieren.
Und ich verbinde eben mit meinem Gewicht von vor 2Monaten die Beziehung zu meinem Ex, in der ich so selbstbewusst, durchhaltefähig und diszipliniert war.
Jedes mal, wenn ich schwach werde, vermisse ich ihn und denke es liegt an meinem neuen Freund..
Was ist denn nur mit mir?!:schuettel:
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Welche Art von Geborgenheit fehlt dir denn?
Gibt es da irgendwelche Handlungen oder Worte, die dir fehlen?
Sprichst du mit deinem Freund darüber?
 

Benutzer87893 

Verbringt hier viel Zeit
Ich meine dieses Gefühl, dass man für jemanden der wichtigste Mensch ist und man beinahe wie von der Mama bedingungslos geliebt wird, der beste Freund mit dem man alles teilt und dem man alles sagen kann..Ich bin mir schon darüber bewusst, dass sich sowas erst im Laufe einer Beziehung entwickelt und das Gefühl kam bei meinem Ex-Freund natürlich auch erst nach längerer Zeit, aber mir scheint es im Moment so, als würde ich damit gar nicht zurecht kommen, dass dieses Gefühl fehlt.
Ich spreche mit meinem Freund nicht darüber, weil ich auch gar nicht wüsste, wie ich ihm das erklären soll. Hört sich ja nun auch nicht alles ganz normal an..
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Dass du alle möglichen Gefühle (gute und schlechte) mit Essen und deinem Gewicht verbindest, finde ich in der Tat nicht so normal, bzw. gesund. Dass dir Geborgenheit fehlt ist die eine Sache, aber dass du das alles nur übers Essen kompensieren kannst, bzw. das Essen eine fast noch größere Bedeutung in diesem Thema besitzt, als das eigentliche (?) Problem mit deinem Freund, scheint ja offensichtlich der falsche Weg zu sein, wie du selbst bemerkst. Das Erste also, was ich dir raten würde, wäre mal mit deinem Freund zu reden. Normalerweise ist man nämlich nach 2 Monaten noch sehr glücklich und verliebt und fühlt sich auch geborgen, wenn auch auf eine andere Art und Weise als nach einer Jahre langen Beziehung. Da das bei dir nicht der Fall ist, musst du herausfinden, woran es liegt. Hast du zu wenige Gefühle für ihn? Passt er einfach nicht zu dir? Hängst du noch an deinem Ex? Oder bist du einfach zu schnell mit ihm zusammengekommen? Das sind so Fragen, die du dir ehrlich beantworten solltest...

Und ich weiß ja nicht, wie groß du bist, aber allgemein klingen 49 Kilo immer sehr wenig und auch, dass du wohl ziemlich fixiert auf dein Gewicht bist und sich alles darum dreht, finde ich bedenklich und da würde ich dir unter Umständen raten, aufzupassen, dass sich das nicht in eine falsche Richtung entwickelt.
(Übrigens hab ich bis heute nicht verstanden, was genau es bringen soll, wenn man nach 17 Uhr nichts mehr isst, obwohl man eigentlich vielleicht Hunger hat. :hmm:)
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Ich sehe es als problematisch an, dass Du diese 'Geborgenheit' nur von Außen holst. Du solltest Dich in Dir und mit Dir so 'geborgen' und wohl fühlen, dass Du nichts kompensieren musst. Dafür ist nicht Dein Partner zuständig...das ist Deine Verantwortung.

Was ich mir an Deiner Stelle auch bewusst machen würde: Letzten Endes wurde Dein Ex doch gerade wegen dieser bedingungslosen Liebe uninteressant für Dich. Das war also nicht das Richtige für Dich. Und jetzt fehlt es Dir und Du hast Probleme deswegen - allein das zeigt schon, dass es nicht gut für Dich wäre, wieder darauf hinzuarbeiten, dass Du mit bedingungsloser Liebe von Außen mit Dir ins Reine kommst.
Es ist doch viel besser, wenn Du Dich selbst so sehr magst, dass Dein Freund Dich gar nicht oder zumindest viel weniger verunsichern kann. Ich bring mal ein Beispiel: Sagen wir, Du bist mit Deinen Brüsten total zufrieden. Dann wird es Dich auch nicht im Entferntesten kratzen, wenn Dein Freund darüber einen Spruch reisst, weil Du fest überzeugt von ihnen bist. Bist Du allerdings irgendwie unzufrieden damit, wird es Dich treffen.

Was jetzt nicht heißen soll, dass Du Dich zu Unrecht mit manchen Situationen unwohl fühlst.
immer dann, wenn es nicht ganz so läuft, wie ich es mir eben vorstelle.
Hast Du schonmal darüber nachgedacht, was es bräuchte, damit es so läuft, wie Du es Dir vorstellst? War Dein Partner wirklich verletzend/ unfair /nachlässig /wasauchimmer? Dann sprich mit ihm darüber und tu Deine Bedürfnisse kund (er kann ja keine Gedanken lesen). Oder hat er sich ganz normal verhalten, und es hat Dich bloß gestört, weil Du Dir nicht genug bestätigt vorkamst? Sprich, weil Du Dir etwas von ihm erhofft hast, was in Dir selbst fehlt? Dann behellige ihn nicht damit, und versuche Dein fehlendes Selbstwertgefühl anzugehen, indem Du Dir klar machst, dass er es nicht böse gemeint hat, Du liebenswert bist...und all das.
Ich weiß nicht, ob ich das jetzt gut genug rüber bringe. Aber ich sehe es halt so: Wie ich mich in der Beziehung fühle, ist größtenteils meine Verantwortung.

Vielleicht kann ich mit einem Beispiel verdeutlichen, was ich meine: Ich fühlte mich diese Woche etwas von meinem jungen Herrn vernachlässigt. Aber eigentlich vernachlässigt er mich nicht, er ist halt schwer im Unistress. Doch er meldet sich, so oft er kann. Nur halt weniger als zuvor - gezwungenermaßen. Und das erste Gefühl der Vernachlässigung resultierte eigentlich nur daraus, dass ich ihn vermisse. Aber was soll er mehr machen, als das, was er zur Zeit tut? Geht gar nicht. Zumal er ja auch mal ein Päuschen für sich allein oder Zeit mit Freunden braucht und nicht seine komplette Freizeit nur um mich herumscharwenzeln kann.
Und wenn ich mir das bewusst mache, dann ist das Vermissen nur noch halb so schlimm, ich bin viel entspannter...und ich kann viel mehr geniessen, wenn er sich wieder Zeit für mich freischaufelt. Weil ich die Verantwortung für meine Gefühle übernommen habe, anstatt sie ihm aufzuerlegen. Und für diese entspannte, vorwurfsfreie Partnerin schaufelt er sich dann auch viel lieber ein extra Stündchen frei, als wenn ich jammern und ihn unter Druck setzen würde.
Vorgestern etwa hat er einfach sein Nickerchen bei mir eingelegt anstatt bei ihm, nur damit ich wenigstens ein bisschen was von ihm habe :zwinker:

Übrigens kenne ich das Bedürfnis, sich diese Bestätigung von dem Ex holen zu wollen. Meiner war da auch immer sehr bedingungslos liebevoll. Aber es keine Lösung, dann wieder zum Ex zu rennen, wenn einem an dem Neuen etwas nicht passt. Denn das Problem mit dem Neuen ist dann immernoch nicht gelöst, nur verschoben. Und zudem ist diese 'Flucht' wirklich unfair gegenüber dem neuen Partner. Wie würdest Du Dich an seiner Stelle fühlen, wenn er dasselbe mit Dir abzöge? Nicht gut, oder?
Sieh das jetzt doch als Gelegenheit, über Dich selbst hinaus zu wachsen. Du kannst zwei Wichtige Dinge für Dich selbst lernen: Dich selbst zu mögen auch ohne Bestätigung von außen. Und Probleme fair und mit der Person anzugehen, die sie betreffen (sprich mit Dir oder Deinem Partner).

Ich bin sicher, wenn Du das schaffst, wird das auch mit den Essattacken besser.
 
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