Gedanken

Benutzer169922 

Öfter im Forum
Evtl. Trigger
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Oftmals ist mir alles zu viel.
Zu viel von außen, was auf mich einprasselt.
Zu viel in meinem Kopf, was ungelöst und ungeordnet umherrschwirrt.

Und dann ziehe ich mich zurück.
Ich werde zum Zuschauer meines eigenen Lebens.
Ich sitze in der ersten Reihe und schaue zu, obwohl ich eigentlich aufspringen will und schreien will.
Schreien, dass ich Hilfe brauche, dass mir jemand helfen soll.
Aber stattdessen schaue ich zu, ziehe mich zurück und werde still.
Meine Gefühle tief verschlossen in mir selbst.

Aber eigentlich bräuchte ich jemand, der mich in den Arm nimmt.
Der mir sagt, dass auch wieder bessere Zeiten kommen.
Aber ich kann es nicht zulassen, ich ertrage die Nähe nicht.

Die Anforderungen an mich selbst sind so hoch gesteckt, dass die selbst niemand anderes erfüllen könnte.
Aber ich erwarte, ja sogar fordere es von mir selbst.
Und ich scheitere, bin enttäuscht von mir selbst, die Leere und Wut in mir kehrt zurück.
Ich fange wieder an zu hungern, nur um das Gefühl zu bekommen, wenigstens hierüber die Kontrolle zu haben.

Und dann kommt er wieder hoch, der Schmerz der letzten Jahre, die Enttäuschung..
Um mich aus der Dissoziation raus zu nehmen verletze ich mich selbst.
Ein Schnitt, herausquellendes Blut, ich spüre mein Herz schlagen und dann bin ich ganz ruhig.
Seelenruhig.
 
5 Monat(e) später

Benutzer169922 

Öfter im Forum
Ich bin enttäuscht.
Enttäuscht von mir selbst.
Ich brauche Nähe und kann sie nicht zulassen.
Verzweifelt versuche ich dir zu sagen, dass ich dich brauche, eine Umarmung, ein Kuss auf die Stirn.
Aber meine Lippen bleiben verschlossen.
Sie formen keinerlei Worte, das Bedürfnis nach Nähe ist jedoch da.
Ich wünsche mir, dass du mir über die Wange streichst, ein Haar aus meinem Gesicht hinter mein Ohr klemmst.
Mir in die Augen schaust und sagst, dass wir das zusammen schaffen.
Dass du das Gleiche fühlst.
Dass du mich nicht alleine lässt.

Und dann kommt die Realität zurück.
Ich, eingefercht in meiner Seele, meinem kümmerlichen Ich.

Und ich kann nicht anders...
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
"Der Buddha hat gesagt: 'Kehrt auf der Insel in eurem Inneren ein. Dieses wahre Zuhause kann euch niemand wegnehmen.' Es gibt Tage, an denen einfach alles schief geht. Wenn etwas schief geht, geben wir uns mehr Mühe, und trotz oder gerade wegen unserer Bemühungen geht es weiterhin schief. Am besten hört man dann auf, sich abzumühen und kehrt bei sich selbst ein, um sich zu erholen. Man kann sich nicht einfach auf seine Begabung verlassen und weitermachen. Man muss einkehren und sich wieder aufbauen, um mehr Festigkeit, Freiheit, Frieden und Ruhe zu gewinnen, ehe man sich von neuem an die Aufgabe macht.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Einsiedelei in einem Wald, der etwa zwei Autostunden von Paris entfernt lag. Eines Morgens verließ ich meine Klause, um im Wald spazieren zu gehen. Ich verbrachte den ganzen Tag dort, übte Sitzmeditation und schrieb Gedichte. Am Morgen war wunderschönes Wetter, aber am späten Nachmittag merkte ich, dass Wolken aufzogen und der Wind auffrischte. Also machte ich mich auf den Heimweg. Als ich bei meiner Klause eintraf, herrschte dort ein wildes Durcheinander. Am Morgen hatte ich nämlich alle Fenster und Türen geöffnet, damit der Sonnenschein hineinkommen und alles austrocknen konnte. Der Wind hatte alles Papier vom Schreibtisch geweht und überall verteilt. In der Einsiedelei war es kalt und ungemütlich. Als Erstes machte ich Fenster und Türen zu. Dann zündete ich ein Feuer an. Als die Glut entfacht war, hörte ich den Wind pfeifen, und es ging mir schon viel besser. Als Drittes sammelte ich die verstreuten Blätter ein, legte sie auf den Tisch und beschwerte sie mit einem Stein. Das dauerte etwa zwanzig Minuten. Schließlich ließ ich mich neben dem Holzofen nieder und fühlte mich pudelwohl, und die Einsiedelei wurde warm und gemütlich.

Wenn Sie feststellen, dass es Ihnen schlecht geht, weil Ihre Augenfenster offen sind, weil Ihre Ohrenfenster offen sind, weil der Wind hineinbläst und Ihnen Schlimmes zugestoßen ist, was bei Ihnen zu einem Chaos in den Gefühlen, dem Körper und den Wahrnehmungen geführt hat, dann sollten Sie sich nicht zu sehr abmühen. Kehren Sie in Ihre Einsiedelei in Ihrem Inneren ein. Schließen Sie die Türen, machen Sie den Ofen an und machen Sie es sich gemütlich. Das verstehe ich unter 'Zufluchtnehmen zur Insel des Selbst'. Wenn Sie nicht in sich selbst einkehren, dann verlieren Sie sich. Sie zerstören sich selbst und die Menschen um Sie, auch wenn Sie es gut meinen und helfen wollen. Darum ist die Praxis des Einkehrens auf der Insel des Selbst so wichtig. Dieses wahre Zuhause kann Ihnen niemand nehmen."

(Thich Nhat Hanh)

 

Benutzer183558 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wenn es ein Kuss auf die Stirn ist, der dir hilft, dann wünsche ich dir, dass du ihn bekommst.
 
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