Fernbeziehung Gedanken und um Zukunft?!

Benutzer187067  (35)

Ist noch neu hier
Hallo liebes Forum,

ich habe mich hier neu angemeldet, um diesen Threat zu eröffnen. Ich weiß gar nicht, was ich mir davon verspreche, aber ich lege ersteinmal los.
Ich versuche mal eine Kurzfassung:
Ich habe mich letzten Dezember nach 14 Jahren von meinem Partner (R.) getrennt. Rückblickend könnte man diese Beziehung als toxisch beschreiben. Sie war allerdings absolut nicht durch und durch schlecht! Aber es gab viele Momente, die meine Liebe zu R. auf lange Sicht zerstörten. Nichtsdestotrotz gingen aus den guten Zeiten zwei Kinder hervor (heute 4 und 7 Jahre alt) für die ich lange Zeit versuchte, das Familienleben aufrecht zu erhalten, auch wenn ich mir immer mehr eingestehen musste, dass die Partnerschaft nicht zufriedenstellend war, so sehr ich es auch wollte (Wahrscheinlich war ein zu starkes Wollen von Anfang an das Problem rückblickend ...)
Anstoß, dass ich wirklich etwas ändern möchte, gaben mir die aufkeimenden Gefühle für T., den ich etwa seit meinem 15. Lebensjahr kenne – allerdings fast ausschließlich digital vom Chatten. Wir hielten über die ganzen Jahre Kontakt, er war für mich schon immer ein faszinierender Mensch. Anderen fällt er nicht auf in seiner leisen, schrägen Art, aber ich fand genau das immer so liebenswert an ihm. Und irgendwann musste ich mir eingestehen, dass nach all den Jahren irgendwas in mir wuchs, was ich nicht mehr verdrängen konnte.
Es stellte sich heraus, dass auch er für mich so einiges übrig hatte, auch wenn er das niemals in der Form zeigte (den Kontakt über 18 Jahre lang aufrecht zu halten sagt ja schon mal aus, das man sich grundlegend sympathisch findet, aber das ist ja nicht alles ...). Wir schrieben viel, was das nun bedeutet, weil es noch immer einen großen Punkt gab: er wohnt über 2,5h von mir entfernt und wir kennen uns seit über 18 Jahre fast ausschließlich nur digital.
Nach einigen Wochen konnte ich nicht mehr, mich zerriss es innerlich, R. roch natürlich Lunte, sprach mich an und dann brach es heraus: kaum noch Gefühle, keine Glaube an eine gemeinsame Perspektive und dann die bösen Worte „Es gibt da jemanden ...“. Dann ging alles sehr schnell – R. verstand, zog schweren Herzens aus.
Viel zu früh für Außenstehende und für uns 18 Jahre zu spät fuhr ich dann im Januar an einem Wochenende zu T. (Kinder sind eine Woche bei mir und eine Woche bei R.). Tja, was soll ich sagen: Bäääääm! Diese Dinge, die ich von ihm kannte, waren alle real. Er ist genau dieser Mensch, den ich mir immer vorstellte. Es ist so harmonisch mit ihm. Vor ein paar Jahren hätte ich es niemals für möglich gehalten, nochmal solche Gefühle für jemanden zu entwickeln. Ich sehe ihn an und alles kribbelt in mir. Schon nach dem 4. Wochenende platzte mir ein „Ich liebe dich“ heraus und seither könnte ich es ständig sagen. Er macht mich unfassbar glücklich und er (der, der Angst hatte, weil er mit seinen 37 Jahren kaum Beziehungserfahrungen in jeglicher Hinsicht aufweisen konnte) zeigt mir, wie wundervoll leicht die Liebe sein kann. Die ersten Monate waren wirklich wie ein Taumeln. Wenn ich ihn anschaute, dachte ich immer und immer wieder: das ist T.! Den du so lang kennst und immer schon mochtest! Du liegst in seinen Armen, du schaust ihm in die Augen!
Ich könnte jetzt noch weiter schwärmen, aber ich glaube, ihr versteht, wie ich mich fühle :smile:

Aber, wenn die Geschichte hier enden würde, dann stände sie nicht in diesem Forum ...
An alle, die auch eine Fernbeziehung führen oder führten: wie zur Hölle haltet ihr das aus??
Ich jammere auf einem verdammt hohen Niveau, ich weiß... Seitdem Corona in Deutschland Einzug hielt, arbeitet T. im Homeoffice, was bedeutet, dass wir uns seit einigen Monaten jede zweite Woche sehen. Da arbeitet er von mir aus, wenn die Kids beim Papa sind. Jeden Sonntag heißt es dann Abschied nehmen. Kennt jeder, hasst wahrscheinlich auch jeder. Am Montag kommen die Kinder. Es gab auch schon zwei Treffen zwischen T. (der ewiger Junggeselle ohne Kleinkinder im direkten Umfeld muss man sagen) und den Kids. Also auch da tasten wir uns langsam heran.
Ich bin ein Mensch, der gern einen Plan oder eine Richtschnur hat. Ich liebe Spontanität, aber eben in einem Rahmen, der mir Sicherheit gibt. Ich weiß gern, was so ganz grob in etwa in 5 Jahren ist. Aber das ist das Ding: ich kann aus Gründen hier nicht weg. Punkt. Das klingt hart, aber T. versteht es und sieht es genauso. Er hat einen sehr guten Job bei sich und in seinem Metier gibt es bei mir einfach keine oder kaum äquivalenten Stellen, so weit ich weiß. Wenn wir also irgendwann unsere Leben vereinen wollen, hängt es an ihm, alles aufzugeben. Job, Freunde, Bekannte. Er ist seit über 10 Jahren nun in seiner Stadt und hat sich natürlich ein Leben dort aufgebaut. Mich erschlagen die Gedanken daran, dass er das irgendwann für mich aufgibt. Diese Verantwortung kann ich kaum tragen. Was ist, wenn er hier nicht glücklich werden kann? Freundschaften bilden sich, finde ich, mit zunehmenden Alter immer schwerer, er ist dann „allein“ hier. Ob es mit uns und den Kids klappt, möchte ich gar nicht in Frage stellen, aber auch da besteht Potential, das es scheitern könnte – Wer auch das Prinzip Patchwork lebt, kennt das sicher.
Es ist so schizophren: ich will ihn unbedingt bei mir haben. Ich vermisse ihn in so vielen Situationen. Ja, wir skypen jeden Abend fast eine Stunde und haben auch tagsüber Kontakt und wissen, was jetzt gerade so abgeht. Aber das ist anders, das brauche ich Fernbeziehungsmenschen nicht weiter erklären. Andererseits fühle ich mich „schlecht“, dass er für mich/uns irgendwann eventuell sein Leben aufgibt, es aber auch absolut nicht absehbar ist, wann das sein könnte. Das sagt er ganz offen, dass er nicht weiß, wie und wann usw. Das reißt mir den Boden unten den Füßen weg. Ich weiß nicht, wie ich noch – keine Ahnung – drei, vier Jahre diese Sehnsucht nach ihm aushalten soll. Ich weiß, dass er es absolut Wert ist. Lieber habe ich ihn bis ans Ende meines Lebens so als mir einen „Kompromiss“ für jeden Tag hier zu suchen. Ich habe viele Menschen in meinem Leben getroffen, die ich mochte, die toll waren, aber er ist ein Unikat.
Ich fühle mich wie in zwei Welten: einmal mit den Kids, dann Abschied nehmen und dann meine Welt mit ihm. Nach einer Woche wieder Abschied nehmen. Wöchentlich heißt es auf wiedersehen sagen. Ich fühle mich, als sei man immer nur Gast. Ich bei ihm oder er bei mir. Oder bin ich noch zu verwöhnt, weil ich aus einer 14-jährigen Beziehung komme und da natürlich eine ganz andere Vertrautheit herrschte?
Es fühlt sich so an, als würde man sich von Woche zu Woche hangeln. Immer dieser Sonntag als magische Grenze... Dazu kommt, dass wir uns zwar nur eine Woche lang nicht sehen, ich aber ab Mittwoch oder Donnerstag oft eine Art emotionale Distanz zwischen uns merke, die von ihm ausgeht. Die hält manchmal sogar an, wenn er wieder bei mir ist. Dann sind wir erst ab Mittwoch wieder absolut innig. Oftmals ist es aber ab seiner Ankunft alles wie immer. Kennt ihr sowas? Wie geht ihr damit um, dieses Gefühl in der Entwicklung der Beziehung ständig zurück geworfen zu werden? Man baut sich Stück für Stück etwas auf, wenn man sich sieht und in der Phase des Nichts-Sehens wird das wieder zum Teil abgetragen ...

Wie ich meinen Threat schon eröffnete: ich habe keine Ahnung, was ich überhaupt für Antworten lesen möchte. Aber vielleicht ist da jemand, der mir Mut zusprechen kann. Dass man diese Sehnsucht aushalten lernt? Wie schaffe ich es, nicht ständig die Gedanken darum kreisen zu lassen, wie es sei, wenn er hier wäre? Ich bin ein absoluter Tagträumer. Schon immer konnte ich mich in meinen Gedanken verlieren. Das ist dahingehend nicht sehr förderlich. :smile:
Kennt jemand das Problem mit der beschriebene Verantwortung, die ich nicht zu tragen wage? Wie geht/gingt ihr damit um?

Danke :smile:
 

Benutzer186759  (34)

Sorgt für Gesprächsstoff
Erstmal Willkommen im Forum!

Also ich hatte bei meiner ersten, richtigen Beziehung eine Fernbeziehung. Nach 6 Monaten hielten wir das beide nicht mehr aus und ich habe meine Heimat verlassen und bin fast 500km weg zu ihr gezogen. Hielt dann gut 4 Jahre, bevor sie dann weitere ~400km von mir wegzog und mich hat sitzen lassen.
Dann wieder sein neues Leben abzubrechen und ins "alte" Leben zurück, ging nicht. Also das Beste drauß machen.
Heute geht's mir gut, rückblickend war das aber ziemlich naiv von mir.

Eine Garantie gibt es nie. Wenn ihr beide das Gefühl habt "DAS ist es!", dann ist das eine gute Vorraussetzung, aber es kann eben trotzdem in die Binsen gehen, steckt man halt nicht drin.
Du erwähnst jetzt keine Gründe, warum du nicht zu ihm könntest, daher kann ich dazu auch nicht wirklich was sagen. Aber wo ist denn das Problem, dass ihr einen Kompromiss findet und eventuell einfach in der Mitte trefft? Dann müsst ihr beide "ein Opfer bringen" und keiner muss ein schlechtes Gewissen haben, dass man dem andern was aufbürdet, weil ihr beide in der selben Situation wärt.
Außerdem wäre es dann für euch beide eben ein Neuanfang, eine neue Chance. Ich selbst finde es sehr schwer, vom andern "zu verlangen", dass er alles stehen und liegen lässt, weil man selbst meint, man könnte das nicht tun, weil es ja sooooo gravierende Gründe dafür gibt.

Aktuell sehe ich meine Freundin wegen Arbeit und Entfernung (~70km) auch meist nur 1x die Woche, das bekommen wir aber gut hin. Wir genießen die gemeinsame Zeit und haben auch in den Tagen, in denen wir uns nicht sehen, keine derartigen "Gefühlsrückentwicklungen" wie du sie bei euch beschreibst, kann ich also nichts zu sagen. Wir skypen/telefonieren aber auch nicht/kaum (mögen wir beide nicht sonderlich), sondern halten eben Kontakt über whatsapp. Da man dafür auch nicht 24/7 Zeit hat, gehen uns dann eben auch nicht die Themen aus, wenn wir uns sehen, passt also alles.
Wenn er, wie du so schön sagst, eine "leise, schräge Art" an sich hat, eventuell ist ihm dann das tägliche skypen ect auch einfach ein wenig viel und er hat dann nach ein paar Tagen das Gefühl, er ist etwas überfordert und wirkt deswegen etwas distanziert? Schon mal mit ihm drüber geredet, wenn dich das stört/du dir Gedanken machst?

Da ihr euch schon ewig kennt, ist es schwer zu sagen, dass deine unermessliche Sehnsucht normal für die Honeymoon-Phase ist und sich das legt. Mag sein, dass du jetzt erstmal die rosarote Brille trägst, weil du dich so viel besser fühlst, als in deiner vorherigen Beziehung und du deshalb so fühlst (Sehnsucht, es nicht aushalten ihn nicht zu sehen, am liebsten alles stehen und liegen lassen und zusammen leben ect).
Das mag sich in ein paar Wochen legen, eventuell aber auch nicht und das ist jetzt DER Typ. Aber dagegen tun kannst du im Grunde nichts, außer ihr zieht näher zusammen.

Da ihr euch aber quasi jede Woche seht, bin ich da bei fraukraehe fraukraehe : Ihr habt's eigentlich ganz gut :zwinker:
 
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