Funktioniert Psychotherapie?

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Dass Psychotherapien (unter bestimmten Unständen) wirksam sind (bei unterschiedlichen Störungen unterschiedlich stark) ist inzwischen wohl in tausenden Studien nachgewiesen. Da gibts jede Menge Forschung dazu.

Das Problem ist eher, dass der "Psycho-Markt" ziemlich unübersichtlich ist und es viele sehr unterschiedliche Formen von Psychotherapien gibt, von denen dann noch viele wissenschaftlich überhaupt nicht geprüft sind, bzw. deren Wirksamkeit nie nachgewiesen wurde. Als Laie kann man da eigentlich kaum durchblicken. Außerdem kommt es natürlich auch auf die Qualifikation des Therapeuten an.

Es gibt z.B. Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, kognitive Verhaltenstherapie, klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie, systemische Therapie. Das sind die gängigsten. Es gibt aber auch viele zweifelhafte Sachen wie z.B. NLP, Hypnotherapie, Kunst- und Musiktherapie (die beiden letzten haben nur "unterstützenden Charakter") ....außerdem noch den ganzen Esoterik-Kram (Urschrei-Therapie, Re-Birthing usw.).

Je nachdem, welche Ausbildung der Therapeut hat, wird er sehr unterschiedliche Dinge tun. Da muss man sich vorher gut informieren und evtl. beraten lassen.

Außerdem sind verschiedene Therapieformen bei unterschiedlichen Störungsbildern ganz unterschiedlich wirksam:
z.B. bringen bekanntermaßen Langzeit-Psychoanalysen bei bestimmten Angststörungen (z.B. Phobien) relativ wenig, während Verhaltenstherapie hier gut abschneidet.

Ich bin auch nicht gerade ein Experte auf dem Gebiet, aber das ist alles ziemlich komplex.

Die Frage "Funktioniert Psychotherapie" ist definitiv zu einfach gestellt und kann eigentlich nicht wirklich beantwortet werden.
 

Benutzer42447 

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du hast dich überhaupt nicht mit dem Inhalt meiner Beiträge auseinandergesetzt. Ich habe nicht behauptet, dass Schlaf allein als Heilmittel ausreichend ist. Es ist nur eine von vielen Empfehlungen.
Aus Sicht der TCM ist Schlafmangel kontraproduktiv und kann mitverantwortlich dafür sein, dass in Zukunft neue Krankheiten auftreten.

Gab es aber nicht gerade zum thema schlafmangel und depression einige studien? Und war das ergebnis der studien nicht sogar in die richtung weisend, dass schlafmangel die symptome der depression abmildet? Leider habe ich selbst zu dem thema keine entsprechenden wissenschaftlichen studien gelesen, aber es fand ein paar mal erwähnung in den medien.

Darüber hinaus kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ellenlanges "rumhängen" eine besserung bringen kann. Vielleicht bei sehr wenigen personen..bei depressionen versucht man doch gerade diese auftretende unlust und dieses "ausgepowert" und "leer" sein zu bekämpfen.
 

Benutzer53338 

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Ich versteh jetzt nicht so ganz, warum hier immer nur von Depressionen gesprochen wird... meines Wissens nach ist eine Psychotherapie gegen alle möglichen psychologischen Probleme?

Eben. Man kann einen Traumapatienten nicht derselben Behandlung unterziehen, wie jemanden der an Depressionen leidet - da muessen zwei voellig unterschiedliche Therapiekonzepte heran.

In vielen Faellen ist eine kombinierte Therapieform noetig, dass heisst medikamentoes (Psychater), als auch Psycho-Therapie. Und bei der Psycho-Therapie gibt es so viele Formen, dass es schwer ist die richtige zu finden - das kann durchaus lange Zeit in Anspruch nehmen, bis man beim richtigen Therapeuten gelandet ist, genau so wie es dauern kann, bis man auf das richtige Medikament eingestellt ist.

Ich kenne Leute, die jahrelang in falscher Behandlung waren und damit wertvolle Zeit verloren haben - aber es gibt nun auch die Faelle, wo es so viel Zeit braucht, bis eine endgueltige Diagnose getroffen und danach letztendlich behandelt werden kann. Ich denke dabei gerade an eine Frau die ich kenne, bei der es 5 Jahre in Anspruch genommen hat, bis sie endlich richtig therapiert werden konnte.


Wenn mir jemand sagt, dass ihm Therapie nichts bringt, dann frage ich immer erst nach, welche Form der Therapie er hatte, wie lange diese ging und was dort gemacht wurde (also ob auch Medikamente genommen wurden). Ich wuerde trotzdem immer wieder zur Therapie raten, nur dann vielleicht mal eine andere Form oder doch eine stationaere Therapie.


Ich denke das jedem Menschen mit der richtigen Therapieform auch geholfen werden kann - es ist immer nur die Frage, ob man auch Hilfe will.

My 2 cents.
 
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