Freundinnen mit Essstörung

Benutzer115582 

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Hey PL-Community,

wie man dem Namen entnehmen kann, geht es um zwei Freundinnen von mir, die eine Essstörung haben.
Ich habe sie durch einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik kennengelernt.
Da wir nicht weit voneinander weg wohnen, halten wir den Kontakt noch immer aufrecht. Eine von ihnen war auch übers Wochenende bei mir. Es macht wirklich Spaß etwas mit denen zu unternehmen, jedoch bin ich manchmal schon etwas überfordert mit der ganzen Sache.

Ich komme mir einfach oft so hilflos vor, wenn sie mir von ihrem Tag erzählen oder wie es ihnen gerade geht. Da wir uns sehr vertrauen, erzählen sie auch immer ehrlich wie sie sich fühlen und das macht mir echt zu schaffen.
Mal essen sie gar nichts, dann haben sie längere Zeit mehrmals täglich Fressanfälle (für die, die damit nichts anfangen können: z.B. fressen bis sie vor Schmerzen nicht mehr gehen können und dann absichtlich erbrechen).
Und ich kann einfach nichts dagegen tun. Diese Machtlosigkeit macht mich echt langsam kaputt. Man sieht Menschen, die einem sehr wichtig sind, wie sie sich total kaputt machen und quälen. Die beiden haben auch eine total andere Selbstwahrnehmung, also ist es quasi total egal was ich sage, da ich genauso gut auch mit einem Stein sprechen könnte.
Ja sie sind in Therapie, aber trotzdem läuft es oft täglich so ab.

Nun würde ich gerne wissen, ob jemand einen guten Rat für mich hat? Kontakt abbrechen nach dem Motto "lasst mich mit euren Problemen in Ruhe" möchte ich nicht.
Könnt ihr mein Problem verstehen?

lg
 

Benutzer152013 

Öfters im Forum
Hast du denn jemanden, mit dem du über genau das sprechen kannst? Eltern, andere Freunde (die das von deinen Freundinnen auch wissen) oder ähnliches. Das finde ich sehr wichtig und nimmt auf jeden Fall den Druck etwas raus, dann lastet nicht mehr alles so schwer auf dir sondern du hast jemanden zum reden.
 

Benutzer115582 

Verbringt hier viel Zeit
Nein habe ich nicht, da ich niemals mir anvertraute Geheimnisse (außer wie hier Anonym) ausplaudern würde. Ich würde auch nicht wollen, dass sie anderen Leuten von meiner Psychosomatik erzählen.
 

Benutzer152383 

Sorgt für Gesprächsstoff
Sind die Mädels noch in Behandlung/ Betreuung?
 

Benutzer115582 

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Eine ist noch in der Klinik, die andere wurde am selben Tag wie ich entlassen. Die zweite hat glaube ich auch einen Therapeuten, aber was bringt denn 1x/Woche darüber quatschen?

Als ich noch in der Klinik war, ging es den beiden viel besser. Ich konnte da für sie da sein, aber nun nicht mehr und alles geht bergab. Ich fühle mich irgendwie schuldig. Das bohrt mich total...
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Ich halte es für ziemlich gefährlich, dass jemand, der selbst psychische Probleme hat/hatte, in engem Kontakt mit anderen Betroffenen steht und sich sozusagen noch deren Probleme aufhalst.

Ich verstehe natürlich, dass du für diese beiden Personen da sein willst, weil sie dir etwas bedeuten, aber frag dich dabei bitte auch, ob du damit zurecht kommst oder ob das deine eigene Psyche zu sehr belastet. Du, als reiner Freund, bist nicht dafür da, eine Ergänzung zum Therapeuten darzustellen oder diesen gar ersetzen zu wollen. Das ist nicht deine Aufgabe.
 

Benutzer115582 

Verbringt hier viel Zeit
Hey Maria,

klingt alles sehr nachvollziehbar, aber ich glaube, dass ich es mir selbst total übel nehmen würde, wenn ich den Kontakt abbreche. Dafür bin ich zu selbstlos erzogen worden. Eine Ergänzung zum Therapeuten möchte ich auch gar nicht sein. Ich habe denen auch gesagt, dass ich gerne zuhöre und für sie da bin, jedoch keine guten Tipps geben kann, da ich weder ein Therapeut bin, noch selbst von dieser Krankheit betroffen bin (sodass ich aus Erfahrung sprechen könnte).

Sie helfen mir ja auch irgendwie, indem ich weiß, dass sie mich nicht verurteilen, nur weil ich selbst bisschen einen an der Waffel habe^^ Also tut mir der Kontakt ja auch gut, wenn da nicht dieser bittere Beigeschmack wäre.
 
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