Freundin verliebt in einen Arbeitskollegen (plötzlich nach fast 7 Jahren Beziehung)

Benutzer152219  (32)

Ist noch neu hier
Liebes Forum,

war ich bisher nur stiller Mitleser, habe ich jetzt ein großes Problem in der Beziehung und brauche einfach hilfreiche Worte, da ich aktuell niemanden zum Reden habe.


Meine Freundin und ich (beide 26) sind jetzt seit fast sieben Jahren ein Paar. Bisher lief eigentlich alles wunderbar. Wir haben uns zwar, besonders wenn einer von uns hungrig und total gestresst war, gelegentlich mal gestritten. Das ging aber dann um Nichtigkeiten wie den Einkauf fürs Abendessen oder wohin der nächste Urlaub gehen sollte. Bei den wichtigen Dingen waren wir eigentlich immer sehr harmonisch. Vor allem waren wir bei Problemen immer für einander da und konnten uns in allen Lebenslagen vertrauen. Eigentlich hatten wir beide immer den Wunsch und die Hoffnung, dass es für immer hält.


Jetzt hat mir meine Freundin (für mich völlig unerwartet) gestern gestanden, dass sie sich vor zwei Wochen in einen Arbeitskollegen verliebt hat. Den hat sie zwar nur einmal während einer Betriebsfeier gesehen und sich dann auch nur für ein paar Stunden mit ihm (in einer Gesprächsrunde mit noch anderen) unterhalten, aber emotional hat sie das wohl sehr durcheinander gebracht. Obwohl zunächst direkt eine Trennung im Raum stand, haben wir uns lange unterhalten und auch gemeinsam geweint. Schließlich haben wir uns, was von ihr ausging, darauf geeinigt, uns eine Woche nicht zu sehen, sodass sie sich über Ihre Gefühle klar werden kann. Denn sie sagt, dass sie immer noch ganz viele Gefühle für mich hat.


Mir hat diese Nachricht den Boden unter den Füßen weg gezogen, da sie für mich total aus dem Nichts kam. Im Nachhinein gab es dann doch vielleicht ein paar Dinge, dir mir doch noch an Problemen in der Beziehung aufgefallen sind. In den letzten Monaten hatte ich aufgrund des Staatsexamens und dem Antritt einer (ziemlich anstrengenden und Zeit konsumierenden) Arbeitsstelle, einfach weil ich abends immer total kaputt war, nicht mehr die Kraft, meine Gefühle so häufig körperlich (im Sinne von Sex) oder mit besonderen Gesten wie Blumen oder Geschenken zu zeigen und war oft auch nicht mehr so gesprächig, weil ich noch Vorbereitungen für den nächsten Tag treffen musste. Auch hatte ich ein mal, als sie mich in einem ungünstigen Moment nach meinem größten Wunsch für die Zukunft befragt hat, einfach aus in der Nachsicht total unsinniger Sturheit gesagt, dass alles so bleiben könne wie es ist, obwohl sie, was eigentlich auch mein größter Wunsch ist, gerne gehört hätte, dass ich mir eine gemeinsame Familie und eine Heirat wünsche. In all dieser Zeit habe ich ihr trotzdem aber immer bei allen Problemen beigestanden und war immer für sie da. Auch sind wir in unserer gemeinsamen Freizeitgestaltung wohl häufiger meinen Interessen nachgegangen, was mir erst im Nachhinein auffällt und mir jetzt total leid tut.


Jetzt gehe ich mit großer Trauer in die nächste Woche und habe die immense Sorge, dass sie sich letztlich gegen unsere Beziehung entscheidet. Dabei haben wir uns doch soviel Vertrauen, Liebe und Nähe in den fast 7 Jahren aufgebaut. Das kann man doch alles nicht wegwerfen? Im Moment fühle ich mich kraftlos und leer. Im Alltag in unserer heute oft sehr harten Welt hatte es mir damals fürs Studium und jetzt für die Arbeit egal welche Probleme mir begegnet sind, immer enorm viel Kraft gegeben, am Abend in unsere heile Beziehungswelt zurückzukehren, in der man sich immer sicher und geborgen fühlte. In einigen Monaten hatte ich geplant, ihr einen Heiratsantrag zu machen.


Aktuell verzweifle ich gerade. Mir liegt einfach so viel an ihr und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das wir zusammen bleiben. Sie ist meine große Liebe und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, nochmal einen so wunderbaren Menschen kennen zu lernen wie sie.


Da wir nach all der Zeit nur noch gemeinsame Freunde haben, fehlt mir im Moment aber ein neutraler und distanzierter Gesprächspartner. Was würdet ihr in meiner Situation machen? Hat unsere Beziehung Eurer Meinung noch irgend eine Chance? Hat jemand Erfahrungen aus ähnlichen Situationen?


Für all Eure Gedanken und Beiträge vielen Dank.
 

Benutzer151496 

Meistens hier zu finden
In den letzten Monaten hatte ich aufgrund des Staatsexamens und dem Antritt einer (ziemlich anstrengenden und Zeit konsumierenden) Arbeitsstelle, einfach weil ich abends immer total kaputt war, nicht mehr die Kraft, meine Gefühle so häufig körperlich (im Sinne von Sex) oder mit besonderen Gesten wie Blumen oder Geschenken zu zeigen und war oft auch nicht mehr so gesprächig, weil ich noch Vorbereitungen für den nächsten Tag treffen musste.
Also eine Durststrecke sollte eine gute Beziehung verkraften können - allerdings sollte es dann auch beiden klar sein, daß es sich um eine solche handelt. Sie hat vielleicht den Eindruck, daß Du grundsätzlich das Interesse verlierst?
Daß man (frau) während einer solchen Durststrecke "potentielle Partner" eher wahrnimmt als sonst, halte ich auch für normal. Eine solche Verliebtheit kann aber auch wieder vergehen. Wichtig ist, daß man klar den Wunsch kommuniziert, mit dem Partner weiter gemeinsam durchs Leben zu gehen.

dass alles so bleiben könne wie es ist, obwohl sie, was eigentlich auch mein größter Wunsch ist, gerne gehört hätte, dass ich mir eine gemeinsame Familie und eine Heirat wünsche.
Vielleicht ist sie gerade in der Phase, daß sie findet, daß es langsam "an der Zeit" ist und durch Deinen Kommentar sieht sie Dich in dieser Beziehung jetzt als "lost case" und ist dadurch eher bereit, sich anderweitig zu orientieren?

Ich bin mir nicht sicher, wie "günstig" diese Trennungswoche ist. Zum einen finde ich ihren Wunsch nachvollziehbar, zum anderen könnte es sein, daß, wenn Du Dich in dieser Woche fernhälst, sie in dem Gedanken bestärkt wird, daß Du vielleicht nicht mehr ausreichend Interesse hast?
 

Benutzer148906  (28)

Öfters im Forum
Aus meiner Sicht hat die Beziehung noch eine Chance, wenn sich deine Freundin über ihre Gefühle klar wird, wie sie ja auch schon selber ganz richtig festgestellt hat. Daher finde ich eine kleine Beziehungspause sinnvoll. Du solltest nur darauf achten, dass dies kein Dauerzustand wird, bei dem sie dich permanent hinhält und ihr keinen Schritt vorwärts kommt.

Dass es innerhalb einer Beziehung Zeiten gibt, in denen Einer etwas mehr gestresst ist und dem Anderen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken kann, wie sonst, ist normal und kommt auch immer wieder vor. Mir ist das auch schon passiert. Es wäre traurig, wenn eine Beziehung - die auch noch über einen so langen Zeitraum geht, wie eure - das nicht aushält und es wäre für mich ein Zeichen, dass eine Zukunft mit diesem Partner zumindest noch einmal überdacht werden sollte. Mach dir also nicht allzu viele Vorwürfe, dass dies der Grund sein könnte, weshalb sie sich in ihren Arbeitskollegen verliebt hat.

Es ist in langen Beziehungen schon öfter vorgekommen, dass sich Einer fremdverliebt hat. Man muss dann einfach herausfinden, weshalb man sich fremdverliebt hat und ob es einfach nur eine Schwärmerei ist, die vorübergeht und die Liebe zum Partner nicht erschüttert. Das muss deine Freundin nun für sich selber herausfinden! Ich wünsche Dir viel Kraft!
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Hi!

manche Leute sagen ja, dass das 7. Jahr bei Beziehungen besonders schwierig ist. So ist das jetzt wohl auch gerade eine Krise, wo man mal auf den Prüfstand bringen muss, was einem so als Paar ausmacht. Vielleicht war dieser Kerl, in den sie sich etwas verliebt hat da einfach nur ein Auslöser für Emotionen, die sie lange nicht mehr gespürt hat und jetzt einfach stark vermisst?

Von daher würde ich mir um den anderen Kerl nicht viele Gedanken machen. Es ist auch nicht so selten, dass sich diese Geschichten in Beziehungen ereignen und es hätte dir eventuell selbst passieren können. Sei daher nicht anklagend zu ihr - sie hatte wohl nicht vor, sich in jemand anderen zu verlieben und das ist in dem Moment dann auch nicht schön.

Du hast bereits gut drüber reflektiert, dass du vielleicht nicht der beste Partner für sie gewesen bist und ihre Wünsche und Bedürfnisse womöglich nicht mit der nötigen Priorität bedacht hast. Nachdem du dir selbst im Klaren drüber geworden bist, ob du diese Beziehung noch magst (wovon ich ausgehe) solltest du an deinem eigenen Verhalten ansetzen und Bewegung schaffen. So eine Krise in der Beziehung ist dafür eine gute Gelegenheit, denn sonst sieht man meist wenig notwendig darin, zu handeln.

Nach allem was du schreibst, stelle ich mir eure Beziehung nämlich sehr statisch und festgefahren vor. Als ein Ort, wo du dich zu gemütlich drin eingeigelt hast. Sogar so sehr, dass du jetzt kaum noch jemanden hast, mit dem du sonst sprechen kannst. Das raubt so einer Beziehung leider stark die Dynamik. Es wäre daher tatsächlich besser gewesen, du wärst früher mal einen Schritt weiter gegangen und hättest Familienplanung, Hochzeit etc. in Angriff genommen, zumal du von ihrem Wunsch in der Hinsicht wusstest.

In der derzeitigen Situation würde ich da aber sehr vorsichtig mit sein, denn nun steht die Welt deiner Partnerin ja auch Kopf. Nimm dir ein wenig Zeit für dich selbst, mache dir deine Gedanken, aber sei auch nicht zu hart zu dir. Ihr werdet früher oder später sicher noch einmal reden und die Gelegenheit nutzt du dann, um dich ihr wieder anzunähern.

Sich so auszusprechen erfordert Kraft und eine Menge Mut. Wenn ihr gegenseitig fair miteinander umgeht und merkt, wie ihr euch eure Gefühle erzählen könnt, selbst wenn sie sehr verletzend sein können, wird dir das die besten Chancen dafür geben, dass es zwischen euch wieder wärmer wird.

Viel Erfolg!
 
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