Freund traut sich nicht mehr zu mir nachhause

Benutzer151343  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Bin momentan ein wenig überfragt mit meiner Situation und es wäre toll wenn ich eine außenstehende Meinung dazu bekommen könnte.
Mein Problem zieht sich nun schon seit ein paar Wochen. Es gab einen Konflikt zwischen meinen Eltern (speziell mit meiner Mutter) und meinen Freund. Mittlerweile sind die Gemüter schon etwas beruhigt auf elterlicher Seite. Eigentlich wollten wir das auch alles klären miteinander nur hab ich das Gefühl, dass mein Freund das nicht will oder Angst davor hat.
Wir hätten besprochen, dass er an seinen freien Tag zu mir kommt und sich mit meiner Mutter ausspricht, aber er hat abgesagt weil er krank ist. Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und er verliert kein Wort mehr darüber, dass er vorbeikommt, da es ihm wieder besser geht.
Weiß auch nicht ob das krank sein auch nur eine Ausrede seinerseits war. Will ihm nichts unterstellen, aber bin mir nicht sicher was ich nun tun soll. Verstehe sein Verhalten nicht, da er zu mir sagte ihm sei das auch wichtig, dass er sich mit meinen Eltern verträgt und dass man das klärt, aber irgendwie hab ich das Gefühl er will sich davor drücken.
Warum weiß ich auch nicht. Vor allem ist es auch deswegen ein Problem da er eigentlich immer bei mir zuhause ist und bei mir schläft und das natürlich auch dazu führt, dass er früher oder später irgendwann mal wieder zu mir nachhause kommen muss.
Eigene Wohnung hat von uns noch niemand und da ich nie bei ihm zuhause war, wird das natürlich schwierig. Immerhin will ich mich ja auch nicht ständig auswärts irgendwo treffen und ein paar Stunden mit ihm verbringen und dann fährt jeder separat zu sich nachhause.
Das ich noch nie zuhause war bei ihm liegt daran, dass er nicht so ein gutes Familienverhältnis hat und am liebsten sofort ausziehen würde, wenn er könnte.
Er ist momentan noch in Ausbildung. Er erzählt mir nicht von selber viel über die Gründe warum er unbedingt von zuhause weg will.
Ich hab nur am Rande ein paar Dinge mitbekommen (kenne seine Eltern schon, obwohl ich nie bei ihm zuhause war), die mich selber ein bisschen stutzig machen und auch teilweise verständlich machen, weshalb er sich zuhause nicht wohlfühlt.
Manchmal hab ich das Gefühl, dass noch viel mehr dahinter steckt, aber er nicht darüber reden möchte bzw. so richtig nachgebohrt habe ich bisher auch nicht weil ich mir denke wenn er Probleme hat, muss er damit anfangen. Jemanden zum reden zwingen kann man ja nicht.
Jetzt weiß ich nicht wie ich die Sache am besten angehen sollte. Am Wochenende sehen wir uns wieder, haben uns noch nichts Konkretes ausgemacht. Soll ich ihn einfach direkt fragen ob er am Wochenende zu mir kommen möchte? Und dann abwarten ob er Ja oder Nein sagt.
Ich weiß nicht ob er sich einfach nicht mit meinen Eltern konfrontieren möchte, weil es ihm nicht interessiert und sich vielleicht denkt er hat zuhause schon genug Konflikte, dass er sich das nicht auch noch antun will oder ob er sich einfach wirklich nicht traut und Angst davor hat.
Ich als Freundin weiß nur nicht wie ich ihm die Angst davor nehmen kann, wenn das sein Problem ist. Immerhin habe ich bereits gesagt, dass meine Eltern ihn noch immer mögen und er nicht das Gefühl haben braucht, dass er jetzt von ihnen nicht mehr gemocht wird oder nicht mehr erwünscht ist. Es geht ja nur um eine Aussprache.
Es würde mir wirklich helfen ein paar Meinungen über mein Problem zu bekommen. Da ich ein bisschen ratlos bin. Danke schon mal im Voraus :smile:
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Mir fehlen Eckdaten, um was Sinnvolles zu sagen.

Zusammenfassend:
Es gab einen Konflikt zwischen deinen Eltern und deinem Freund.
Seitdem kommt er nicht mehr zu dir.
Das ist schwierig, weil du auch nicht zu ihm gehst und ihr euch deshalb nur auswärts treffen könnt.
Deine Frage ist jetzt, wie du ihn zum Konfliktgespräch mit deinen Eltern bekommst... richtig?


So, dann meine Fragen:
Was war das Thema beim Konflikt zwischen deinem Freund und deinen Eltern?
Wie verstehen sie sich ansonsten?
Wie alt seid ihr?
Wie lange seid ihr schon zusammen?
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich glaube, ein großer Teil seines Problems lässt sich schon mit zwei Sätzen zusammenfassen:

Mein Problem zieht sich nun schon seit ein paar Wochen. Es gab einen Konflikt zwischen meinen Eltern (speziell mit meiner Mutter) und meinen Freund.
(...)
Das ich noch nie zuhause war bei ihm liegt daran, dass er nicht so ein gutes Familienverhältnis hat und am liebsten sofort ausziehen würde, wenn er könnte.
Jemand, der sein eigenes Zuhause als Belastung empfindet, wird beim Zuhause seines Partners eine gewisse Erleicherung verspüren, ein gewisses Gefühl von Freiheit. In seinem Fall entpuppte sich der Ort, den er sich als befreiend - und konfliktfrei - gewünscht hat, als ebenso belastet. Allerdings: Sein eigenes Zuhause kann er einschätzen, Deine Eltern jedoch nicht. Also geht er in einen Schutzreflex über und meidet Dein Zuhause, da er sich dort emotional bzw. psychisch nicht sicher fühlt. Ich würde das also durchaus als soziales Angstverhalten einordnen.

Manchmal hab ich das Gefühl, dass noch viel mehr dahinter steckt, aber er nicht darüber reden möchte bzw. so richtig nachgebohrt habe ich bisher auch nicht weil ich mir denke wenn er Probleme hat, muss er damit anfangen. Jemanden zum reden zwingen kann man ja nicht.
Sollte er in der Tat durch sein Elternhaus eine soziale Angststörung entwickelt haben, egal in welchem Grad, dann wirst Du ihm allenfalls dabei helfen können, es von sich wegzuschieben, so dass es im Alltag kein Thema ist. Bewältigen wird er es durch Dich ohnehin eher unwahrscheinlich.

Es geht ja nur um eine Aussprache.
Nur: Ihm wird es lieber sein, sich damit gar nicht mehr zu befassen. Denn bei einer Aussprache wird er selbst gezwungen sein, Schwäche zu zeigen - oder sich schwach zu fühlen, weil er nicht in der Lage ist, etwas zu erwidern. Ich schätze, das ist der Grund, warum er dieser Situation aus dem Weg geht.
 

Benutzer151343  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Angefangen hat es eigentlich, dass er bei mir war und über Nacht ziemlich hohes Fieber bekommen hat, war dann auch Verdacht auf Influenza Grippe, weil ein Arzt da war und es ihm ziemlich schlecht ging.
Aufgrund dessen hab ich dann auch seinen Vater angerufen, dass es ihm schlecht geht und jemand von ihnen ihn abholen muss. Sein Vater meinte ja seine Frau ist gerade unterwegs wenn sie fertig ist mit ihren Erledigungen würde er sie anrufen.
Schließlich hat seine Mutter ihn dann nach einer Stunde mal abgeholt und die Reaktion darauf, dass es ihrem Sohn schlecht geht war ihr eher egal.
Eigentlich von beiden Elternteilen war die Reaktion eher gleichgültig.
Daraufhin war das auch für meine Eltern befremdend, dass kein Danke der Eltern seits gekommen ist, dass wir uns um ihn gekümmert haben und ein Arzt angerufen haben.
Und vor allem auch, dass so eine Gleichgültigkeit entgegengekommen ist, als würde ihnen das alles nichts angehen. Habe ich persönlich auch nicht verstanden.
Weiter ist es dann so gekommen, dass ich auch krank geworden bin.
Bin dann im Krankenhaus gelandet weil sich die grippale Geschichte sich auf das Herz geschlagen hat.
Er hat sich dann natürlich Vorwürfe gemacht, weil er mich ja angesteckt hat und krank bei mir war und er ist dann halb krank ins Krankenhaus gekommen.
Meine Mutter hat ihn darauf hinausgeschmissen weil er eben selber krank war und auch angegeben wurde, dass es sich möglicherweise um echte Grippeviren handelt.
Sie war dann eben wütend, weil sie nicht nachvollziehen konnte warum er krank ins Krankenhaus kommt.
Wobei das auch eine Überreaktion von meiner Mutter war, weil sie gestresst war und sich Sorgen gemacht hat.
Danach gab es auch einige Diskussionen verstärkt eigentlich eher um seine familiären Verhältnisse.
Auch um das Thema warum seine Eltern mich noch nie zu sich eingeladen haben.
Es gab dann auch noch einen Gespräch zwischen meiner Mutter und seinem Vater.
Wo auch zur Sprache gekommen ist, dass sein Sohn seit 6 Monaten bei uns willkommen ist und ich kein einziges Mal eingeladen wurde.
Seine Antwort war er hat es uns ja nicht angeschafft, dass sein Sohn bei uns schlafen kann, essen kann usw.
Natürlich würde ich mir auch wünschen, dass seine Eltern mich willkommen heißen würden und ich eine Beziehung zu ihnen aufbauen könnte.
Was denke ich mal normal sein sollte.
Die Frage ist halt natürlich wenn mein Freund und seine Eltern keine besonders innige, harmonische Beziehung haben und er seinen Eltern auch egal ist, ist es ihnen auch egal ob er eine Freundin hat oder nicht.
Meine Eltern mögen ja meinen Freund. Bisher gab es keine Schwierigkeiten.
Aber natürlich haben wir auch Diskussionen darüber geführt, dass sie sich wünschen würden ich hätte Schwiegereltern die herzlicher zu mir wären und dass das natürlich in einer längerfristigen Beziehung auch schwierig werden könnte.
Ich bin 21 und mein Freund 22 und wir sind bald 7 Monate zusammen.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aber natürlich haben wir auch Diskussionen darüber geführt, dass sie sich wünschen würden ich hätte Schwiegereltern die herzlicher zu mir wären und dass das natürlich in einer längerfristigen Beziehung auch schwierig werden könnte.
Ich bin 21 und mein Freund 22 und wir sind bald 7 Monate zusammen.
Nur dazu: du wärest bei Weitem nicht die Erste, die eine glückliche und lange Beziehung auch ohne ein gutes Verhältnis zu den Schwiegereltern führen würde.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Puh. Also erstmal danke für deine Ausführungen.

Was ich mich bei dem Ganzen schon frage... also, nach sieben Monaten Beziehung von "Schwiegermutter" zu sprechen finde ich ein bisschen früh.
Ich finde es auch übergriffig, dass deine Eltern da so versuchen auf seine einzuwirken. Ich meine, ihr seid keine Teenies mehr sondern erwachsene Menschen.

Ich finde das Verhalten seiner Eltern auch nicht okay! Mir tut es aber leid, dass er das jetzt eher ausbaden muss. Es wirkt für mich so, als wären du (und deine Familie) der einzige Anker, auf den er sich verlassen kann. Das einzige Zuhause. Dass er Angst hat, dieses Zuhause durch einen "Fehltritt" wieder zu verlieren, verstehe ich.

Was ich von außen raten und erwarten würde:
Dass du die Rollen klar bekommst - du und dein Freund, IHR müsst einen Weg finden, evtl. ohne deine Eltern, wenn sie sich jetzt quer stellen.
Dass deine Eltern sich da raus halten. Wenn sie ein Problem damit haben, dass er häufig da ist, okay, dann müsst ihr euch anpassen (warum zieht ihr nicht aus?). Aber aus dem Kontakt mit seinen Eltern haben sie sich rauszuhalten.
Dass du dich klar auf der Seite deines Freundes positionierst. Im Moment ist er wirklich in einer schwachen Position. Du hast deine Familie, dein kuschliges Nest, und deinen Freund. Deine Familie wirst du nicht verlieren. Wenn er hingegen dich verliert wird er wmöglich die erste "Familie" seines Lebens verlieren.
 

Benutzer151343  (27)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ja natürlich, das stimmt. Ich versteh natürlich die Aussage meiner Eltern, dass sie sich darüber Gedanken machen, aber ich werde auch nicht die Beziehung davon abhängig machen ob ich mich gut mit meinen potenziellen Schwiegereltern verstehe oder nicht.
Er kann seine Eltern nicht ändern und ich noch viel weniger.
Umso mehr möchte ich ihm eben das Gefühl geben, dass er bei mir zuhause sich wohlfühlen kann und dass meine Eltern ihn mögen.
Wenn er schon selber zuhause sich nicht wohlfühlt würde ich mir wünschen, dass er es wenigstens bei uns kann.
Natürlich stehe ich zu meinem Freund und meine Eltern haben sich auch schon wieder etwas beruhigt und sie wissen auch, dass ich mir nichts reinreden lasse.
Habe ich ihnen auch klar gemacht, aber natürlich belastet das Ganze.
Ausziehen steht auch im Herbst an also bis dorthin wohne ich noch zuhause.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren