Freund ist recht geizig

Benutzer110367 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo alle,

ich würde gerne mal eure Meinung wissen, ob mein Freund zu geizig ist oder was ihr allgemein davon haltet.
Er spart wirklich so gut wie überall. Er verrät mir auch nicht wie seine Finanzen aussehen. Ich weiß also nie wieviel er nun wirklich ausgibt und was er auf dem Konto hat. Es muss aber ziemlich viel sein, da er sogut wie nichts ausgibt. Er sagt dazu immer nur: Einer muss ja sparen und er ist eben extrem auf Sicherheit bedacht. Wer weiß schon wie sicher das Geld bei der Bank ist? Auf jeden Fall hat er im Monat einen Betrag den er sich errechnet und der Rest wird gespart und wenn er über seine errechneten Ausgaben kommt, ärgert er sich extrem, obowhl er noch genug Geld hätte. Versteh ich überhaupt nicht. Wenn man wenig Geld hat und kommt damit gerade so über die Runden muss man rechnen, aber doch nicht, wenns locker reicht. Wenn wir ins Kino gehen und ich will einen Film sehen, den er nicht sehen will, muss ich ihn einladen, sonst geht er nicht mit und fahren muss ich auch. Das nur mal als Beispiel.
Was sagt ihr nun dazu?
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
So ganz grob sag ich dazu, jeder wie es gerne hätte - für mich wär ein Partner mit so kleinlichen Einstellungen nichts auf Dauer...
 

Benutzer114120  (29)

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Sehe es, wie Caotica, wobei ich auch mit solchen Leuten auch nicht befreundet sein wollte.
 

Benutzer107106 

Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
einfach als Gegenfrage, bist du ir sicher, dass er Geld spart und nicht anderweitig ausgibt? Es muss ja nicht gleich Spiel- oder Drogensucht sein, aber vielleicht gibt er viel Geld für Technik aus, oder so?
Vielleicht hat er auch mal schlechte Erfahrung gemacht mit jemandem, er das Geld immer zum Fenster rausgeworfen hat und hat Angst ohne Kontrolle genauso zu werden?
Schreibt er dir denn vor, wie du mit Geld umzugehen hast?
Hat er vllt konkrete Pläne wie Hausbau oder reisen, die es Sinn machen viel Geld zu haben?
 

Benutzer110367 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich bin mir mehr als sicher, dass er es spart. Wir wohnen zusammen und er kauft sich wirklich nichts. Rein garnichts. Bis eben das was er zum Leben braucht. Also Nahrung usw. und selbst da kauft er auch nur die billigen Sachen.
Er schreibts mir nicht vor wie ich mit meinem Geld umgehen soll, aber er findet es meist ziemlich schlimm wie ich mit meinem Geld umgehe. Das wäre auch wirklich zuviel des guten, wenn er mir das vorschreiben würde. Ich weiß auch nicht, wieviel Geld er hat, wieviel er verdient, geschweige denn, was er damit vor hat.
 

Benutzer78109 

Sehr bekannt hier
Das wäre auch nichts für mich. Ich finde, ein gesundes Mittelmaß zwiechen Geiz und Verschwendung sollte da schon herrschen. So eine Einstellung kenne ich nur von Schülern oder äußerst armen Studenten, aber wenn das Geld reicht, wieso dann so kleinlich sein? Fänd ich sehr befremdlich.
 

Benutzer42813 

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Vielleicht war er früher mal arm - oder er kommt aus einer armen Familie oder die Eltern waren als Kinder mal arm. Solches "Sparen für Notzeiten" kann teilweise über mehrere Generationen weiteregeben werden, wenn jemand mal extreme Not erlebt hat oder lange Zeit sehr, sehr arm war, so dass es wirklich kaum noch fürs Essen reichte.

Ich find es allerdings normal, dass man den anderen für einen Film einladen muss, wenn dieser den eigentlich gar nicht sehen will und nur aus Freundschaft oder Liebe mitkommt! Ich zahl doch nicht für einen Film, der mir sann nachher gar nicht gefällt...
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Wenn man zusammen lebt, sollte es eigentlich normal sein, das man miteinander bespricht, wie viel Geld man im Monat zur Verfügung hat, was für Freizeitunternehmungen drin sind und welche nicht, und ob man für gemeinsame Urlaube usw. spart oder das Geld "einfach so" zur Verfügung hat, weil man es schon angespart hat. :hmm: Finde ich zumindest.
Wir leben seit zwei Jahren zusammen und ich fände es doch arg merkwürdig, wenn er seine eigenen Lebensmittel einkaufen würde und wir quasi komplett getrennte Kassen hätten, weil einer knauserig ist.

Lehnt er es auch kategorisch ab, mit dir über das Thema überhaupt zu sprechen? Sicher, das da keine Leichen im Keller sind?
 

Benutzer42813 

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Ich hab noch mal drüber nachgedacht... Mein Freund ist auch "geiziger" und ich "verschwenderischer".

Mit ein bisschen gegenseitiger Annäherung führt das dann dazu, dass er sich von der besseren Qualität des Gemüses im Feinkostladen überzeugen ließ und seitdem auch dort einkauft, und dass ich ihn modisch berate, da er sich in billiger und schlecht geschnittener Kleidung auch nicht wohl fühlt, so dass ich ihn in den Arsch trete, damit er mehr für Qualität ausgibt, in der er sich dann im Endeffekt viele Jahre wohl fühlen kann.

Umgekehrt bremst er mich aus, wenn ich online frustshoppe, indem er mich ins Schlafzimmer zieht und den Kleiderschrank öffnet und mir unter die Nase reibt, wie viele Kleider ich schon besitze. Und er plinkert mich an, wenn ich im Restaurant überlege, ob ich heute Cola oder lieber Cocktail trinken will.

***

Gegensätze müssen nicht zwangsläufig unvereinbar sein. Mit ein biesschen gegenseitigem Respekt vor der Einstellung des anderen und ein bisschen Entgegenkommen können scharfe Fronten auch verwischen und man findet einen guten Weg der Mitte. Keine Ahnung, ob das bei euch auch so gelingen kann - aber ich wünsche es euch.
 

Benutzer65590 

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Wie lange seid und wohnt ihr denn schon zusammen? Man redet ja nicht nach 2 Monaten schon über die gegenseitigen Kontostände...

Im Übrigen: vielleicht hat der Mann ganz einfach Pläne für sein Geld? Ein Ziel, auf das er hin spart? Haus, Auto, Altersvorsorge? Vielleicht hat er auch laufende Ausgaben, Kredit, Lebensversicherung, Investition anderer Art?

Vielleicht hat er auch einfach eine andere Definition von "wenn`s locker reicht" als du, liebe TS (warum bist du dir btw so sicher, dass er so viel mehr Geld verdient, als er ausgibt?). Vielleicht ist er sich eben nicht so sicher, dass immer Geld genug da ist, und legt lieber zurück, wenn er zurück legen kann - spare in der Zeit, dann hast du in der Not.

Oder vielleicht ist er auch einfach ein Typ, der mit wenig auskommt und nicht auf den verschwenderischen Lebensstil steht? Warum soll er seine Kohle dann rausblasen, wenn er sie auch sinnvoller anlegen könnte?

Long story short: es soll auch Menschen geben, die schon in jungen Jahren ihre Vermögenssituation genau kontrollieren. Ich kann das verstehen; ich neige auch dazu, meine Ausgaben sehr genau zu steuern und nicht über ein gewisses Limit zu gehen - der Rest wird gespart. Natürlich macht es mehr Spaß, sein Geld für schöne Dinge auszugeben; aber man muss auch an das Morgen denken, und wenn man es sich leisten kann, vielleicht auch an das Übermorgen.

Natürlich ist die Einstellung zu Geld so eine Sache, wo es schnell beziehungsinkompatibel werden kann. Wenn der eine extrem so ist und der andere so, passt es nicht so gut. Man kann dann mal versuchen, über Dinge zu reden; vielleicht könntest du deinem Freund mitteilen, dass du seine Sparsamkeit komisch findest, und ihn einfach mal bitten, seinen Standtpunkt zu erläutern.
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Ich finde es im Gegensatz zu den Vorrednern nicht so schlimm. Gut, das mit dem Kino ist ziemlich rüde, aber wer weiß, wie oft er schon Filme sehen mußte, die ihn ankacken. Und daß er Dir keinen Einblick in seine Konten gewährt finde ich auch nicht schlimm. Ich habe zwar formal Einblick in die Vermögenswerte meines Freundes, aber wichtig ist mir das nicht, das gibt mir keinen Kick. Solange er nicht schlimm verschuldet ist (was er definitiv NICHT ist) - geschenkt!

Ach und ja, mein Freund kommt übrigens aus Verhältnissen, die ihm auch das Sparen anerzogen haben. Für ihn galt z.B. in seiner Kindheit nur schon Weißbrot als unerhörter Luxus den es nur einmal im Jahr - an Ostern - gab. Er mußte sich schon früh jeden müden cent selbst verdienen und wurde als kleiner Bub zur Kinderarbeit auf den Feldern verdonnert; den Verdienst daraus mußte er seinem Vater abliefern. Und so weiter.
In der Folge ist er gegen sich extrem hart, was Geldausgeben angeht; er schwelgt manchmal fast schon masochistisch darin, sich etwas nicht geleistet zu haben. Nur schon sich einen Marsriegel mal eben spontan für ihn selbst zu kaufen geht für ihn einfach nicht - er hätte da Gewissensbisse. Klingt vielleicht ungewohnt - aber ich habe da volles Verständnis. Und mir gegenüber ist er auch nicht soooo geizig wie sich selbst gegenüber.

Ich komme aus ganz anderen Verhältnissen, ich habe zu Geld keinen Bezug, solange ich ein bißchen was auf der Seite habe, haue ich die Asche raus wie sie reinkommt, wenn ich etwas partout haben will. Und er hat da auch Verständnis für mich. Und wenn er mal sich selber was nicht leisten können will, dann kauf es eben ich ihm. Ätsch, ausgetrickst.

Und trotz unserer Unterschiede ist das überhaupt kein Problem für uns. Gut, sind wir halt hier mal unterschiedlich, geschenkt!
Ich regiere ihm nicht drein, er mir nicht.
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Vielleicht war er früher mal arm - oder er kommt aus einer armen Familie oder die Eltern waren als Kinder mal arm. Solches "Sparen für Notzeiten" kann teilweise über mehrere Generationen weiteregeben werden, wenn jemand mal extreme Not erlebt hat oder lange Zeit sehr, sehr arm war, so dass es wirklich kaum noch fürs Essen reichte.
...
Off-Topic:

Das muss nicht zwangsläufig zu großer Sparsamkeit führen, kann auch das Gegenteil sein... weil man dann weiß wie vergänlich alles ist.
Meine Erfahrung ist einen Gegenteilige - wenn man weiß, was Geld wert sein kann gibt man es bewusster aus, eben weil es da ist, und wer weiß was morgen ist..


Ganz generell finde ich, das ist grundlegend Erziehungssache, wie man mit Geld umgeht. Und es gibt keinen besseren oder schlechteren Weg, aber wenn man in einer Beziehung ist, noch dazu in einer mit Zukunftsaussichten, dann kann da ganz schnell ein Problempunkt auftauchen, wenn beide grundlegend unterschiedliche einstellungen zum Geld ausgeben haben.
Wäre für mich auch ein Ausschlußkriterium muss ich sagen, weil das gewissen werte zu Grunde legt. Jemand der sparsam um jeden Preis ist, kann dem Lebensgenuss keinen so hohen Wert einrumen wie ich und da würden wir uns auf dieses Grundlage dauernd bei allen Möglichen Themen in die Haare kriegen.

Lange Rede kurzer Sinn, du musst wissen, was für dich akzeptabel ist, in der Beziehung, auch in Hinblick auf spätere Familiengründung. Ein richtig oder Falsch wirst du kaum aus einem Mehrheitsbeschluss ziehen können.
 

Benutzer107327 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich würde gerne mal eure Meinung wissen, ob mein Freund zu geizig ist oder was ihr allgemein davon haltet.

Ist das wichtig? Es geht doch darum, was DU davon hälst. Hier kriegst du jetzt ein gemischtes Echo, manche sagen er ist zu geizig, andere nein ist er nicht.
Wie du siehst spielen für die Einschätzung deines Freundes bei den usern auch persönliche Erfahrungen und Einstellungen eine Rolle.

Ich persönlich würde sagen:
Nur aufgrund was da steht würde ich ihn jetzt nicht als extremen Geizhals bezeichnen. Das mit dem Kino fände ich z.B. nicht schlimm.
Aber Geld ist halt ein heikles Thema..
 

Benutzer42813 

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Off-Topic:
Off-Topic:

Das muss nicht zwangsläufig zu großer Sparsamkeit führen, kann auch das Gegenteil sein... weil man dann weiß wie vergänlich alles ist.
Meine Erfahrung ist einen Gegenteilige - wenn man weiß, was Geld wert sein kann gibt man es bewusster aus, eben weil es da ist, und wer weiß was morgen ist..

Bei mir war es auch diese Entwicklung - ich war ein Dreivierteljahr mal so arm, dass nicht nur Weißbrot Luxus war, sondern Vollmilch statt fettreduzierter und mit Wasser verdünnter Milch über die Haferflocken. Müsli statt Haferflocken? Richtiges Brot statt Billig-Toast oder Billig-Knackebrot? No Chance - und selbst Toast war teilweise überflüssiger Luxus, weil er nicht satt machte. Versorgungslücke am Ende des Studiums, kein Bafög mehr, Mutter seit kurzem arbeitslos, kein ALG, keine Zeit für Studienkreditbeantragung wegen Schlag auf Schlag niederrasselnder Prüfungen, Firma im Nebenjob meldete Konkurs an und blieb über 1000 Euro schuldig...

Ich gebe mein Geld immer aus, als ob es der letzte Tag wäre. Das kommt wohl daher, dass ich es damals eben so erlebt hatte... Hunger tut immer jetzt weh, nicht erst in zwei Wochen oder zwei Jahren. Also muss man jetzt was gegen den Hunger tun - auch wenn es inzwischen eher der Hunger nach Glück, nach Freizeit, nach Tanzen, Musik oder Schönheit ist ^^.

Aber die Erfahrung "extremer" (bzw. im Vergleich zum Umfeld sich so darstellender) Not führt eben nicht bei jedem Menschen zum gleichen Verhalten. Bei meiner Oma hatte es auch zu extremer Sparsamkeit geführt. Liegt vielleicht auch daran, ob man noch für andere Menschen sorgen muss oder selbst am Monatsende notfalls auch von Knäckebrot lebt.
 
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