Freund beim Heer - wie damit umgehen?

Benutzer161031  (29)

Sorgt für Gesprächsstoff
Mein Freund und ich sind jetzt seit ca. 1 Jahr ein Paar. Kennen gelernt hatten wir uns damals über Tinder und irgendwie hatte es sofort gefunkt. Er hatte mir dann offenbart, dass er bei der Bundeswehr arbeitet und anfangs fand ich das natürlich spannend und aufregend, obwohl ich auch schon ein bisschen zweifelte, weil ich nicht glaube, dass "normale" Menschen freiwillig zum Heer gehen.

Nun ist es jedenfalls so, dass sicher mal eine Versetzung ansteht. Er möchte noch 20 Jahre bleiben, aufsteigen und dort Karriere machen.
Und er ist eigentlich bei der Reserve, wo ich mir immer dachte die werden schon nicht in den Krieg ziehen.. Tja, falsch gedacht. Gestern bei unserem Skypegespräch dann meinte er, dass er sicher mal in den Krieg müsste. Er hat auch studiert und ist eben jetzt Offizier..

Ich war wirklich geschockt mit wie viel Selbstverständlichkeit er das sagte. Klar, das ist eben was ein Soldat macht. Und auch dass die BW ein Teil von ihm sei schockierte mich.

Ich dachte mir immer, ich, und unsere zukünftige Familie wären alles was für ihn zählt. Für mich wäre dass das Wichtigste im Leben. Aber ich kann mir nicht vorstellen, später (oder in ein paar Monaten, wann immer es so weit ist) mir jeden Tag Sorgen machen zu müssen, ob er noch lebt. Oder wenn es an der Tür klingelt, ob mir nicht vielleicht jemand eine schlechte Nachricht überbringt.

Auch meine Eltern waren von Anfang an ziemlich skeptisch und sagten mir, dass sie sich eigentlich jemanden hier wünschen würden, der hier ist und nicht immer in Extremsituationen.

Tja rein vom Verstand her würde ich es natürlich beenden aber es sind einfach so viele Gefühle. Und ich liebe ihn so sehr. Und selbst wenn wir nicht mehr zusammen wären in ein paar Jahren, so würde ich ihm doch eine sichere Zukunft und Alltag wünschen. :-(

Und da ich gestern nach dem Gespräch so verzweifelt war und die ganze Nacht geweint habe dachte ich, ich schreibe mal hier rein. Vl geht's jemandem ähnlich oder hat tipps. :-:smile:
 

Benutzer136730  (23)

Verbringt hier viel Zeit
Naja du musst halt bedenken, oft sind die Soldaten vorallem nach Kriegseinsätzen geschädigt und können die Bilder nicht vergessen. Viele gehen dahin und denken sie verteidigen ihr Land und sehen dann, das oftmals das andere unschuldige Land angegriffen wurde (Beispiel Irak). Das schädigt natürlich auch extrem. Die Kirsche auf der Sahnetorte ist dann, dass sie nicht mehr aufhören
Können weil sie sich eben verpflichtet haben. Danach ist für viele vorbei.
Es ist natürlich unklar, in welches Land sein Freund gehen wird, aber gerade in den arabischen Ländern wird auf Krankenhäuser und Zivilisten geschossen wie ein Freizeitsport. Es ist halt nicht die Realität, das der tapfere Soldat patriotisch wird und sein Land gegen den bösen Feind verteidigt. Wenn du mal nach Übersee guckst, ist die selbstmordrate bei den ehemaligen Veteranen sehr hoch. So schlimm ist es in Deutschland natürlich nicht, aber auch unsere Bundeswehr hat oft genug mitgemacht.
Vor einiger Zeit hab ich einen deutschen NATO-Soldaten am getroffen der meinte, es wird den Soldaten überhaupt nicht gesagt, dass sie oft der eigentliche Feind sind, bis sie es selber merken und dann müssen sie mit der Schuld leben.

Naja ich will dich jetzt nicht komplett verunsichern aber du musst halt wissen worauf du dich einlässt. Wenn er schon kriegsbereit ist, wird er irgendwann in den Krieg gehen. Ich weiß nicht, ob du mit deinen Kindern glücklich neben einem Mann schlafen kannst, der gerade in Syrien (Amerika wünscht ja unseren Kriegseinsatz) oder in Mali oder wo auch immer Kinder getötet hat/töten musste.

Die Frage, ob er auf Dauer stabil genug sein wird besteht auch. Die Bilder aus dem Krieg sind schwer zu verarbeiten, die meisten tragen das ein Leben lang mt sich und. Zusätzlich wirst du die Frau sein, die eben ständig monatelang auf ihn warten wird. Ob du darauf eine Familie aufbauen willst ..?

Wie gesagt, ich könnte mir jemand kriegsfreudigem nicht zusammen sein. Würde mein Land direkt angegriffen werden, wäre das was anderes. Aber die Realität in der Politik sieht eben so aus, dass unser Land mitunter den Angreifern ist. Und ich möchte nicht mit jemandem zusammen sein, mich freuen dass er nach Hause kommt, ihn vom Flughafen abholen, nachdem er einige Tage vorher den Tod des Freundes eines anderen Mädchens oder ihrer ganzen Familie unterstützt hat.

Wäre er zu Hilfe tätig, Beispiel bei Ärzte ohne Grenzen würde ich gerne ein halbes Jahr auf ihn warten und ihn zu seiner Heldentat beglückwünschen, sein Leben für andere riskiert zu haben. Aber nicht für jemanden, der mit der Absicht zu töten loszieht.
 
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Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Nun ja, die Sicherheitsfrage hast du in jedem anderen Job auch irgendwie - es kann auch jemand klingeln, dass es einen Unfall auf der Autobahn gab.

Und dass Familie und du alles sind was für ihn zählt - da hast du wohl von dir auf ihn geschlossen.

Ich persönlich könnte mir nie vorstellen, dass lediglich Familie mein Lebensinhalt wäre, da würd eich verkümmern. Und ich finde auch die Heereskarriere durchaus ansprechend.

Allerdings zeigt mir das, dass das schon SEHR unterschiedliche Grundeinstellungen zu Prioritäten sind - und das Gefühle halt nicht immer alltagstauglich sind. Ich könnte mit niemandem zusammen sein, der mich zu seiner Welt macht, und da wäre ich auch nicht kompromissbereit in meinen Einstellungen. Du musst halt für dich wissen, welche Kompromisse du bereits bist einzugehen, ohen auf Dauer Schaden zu nehmen und ständig unglücklich zu sein. Ich denke nicht, dass das eine Frage ist, die sich "schon irgendwann einfach mal klärt" - ja ein Soldatenleben ist speziell, und von den Umzügen und Abwesenheiten mal abgesehen sollte es eigentlich auch nicht gegen die persönlichen Werte gehen.

Ich denke, auf Biegen und Brechen Soldatenfrau zu werden, einfach nur wegen der Gefühle für ihn wird sich auf Dauer nicht als gesunde Entscheidung herausstellen.
 
H

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Gast
...obwohl ich auch schon ein bisschen zweifelte, weil ich nicht glaube, dass "normale" Menschen freiwillig zum Heer gehen...
Was ist das denn für eine dreiste Aussage ? Willst Du behaupten, dass nur Gestörte zur Bundeswehr gehen ? Du kannst meinetwegen gern ein Problem mit dem "Beruf" Soldat haben, aber ich vermute stark, dass Dein pazifistisches Denken in die völlig verkehrte Richtung geht. Wenn Du die Einstellung Deines Freundes über Beruf und Berufung nicht verstehst, dann sollte er Eure Beziehung mal grundsätzlich überdenken...
 
H

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Gast
Bislang sind mehr deutsche Soldaten nach dem 2. WK bei Unfällen und Trinkspielen ums Leben gekommen als im Einsatz. Das Risiko ist also recht überschaubar im Einsatz. Derzeit zumindest, wie das in ein paar Jahren aussieht weiß kein Mensch.
Ich wohne auch in der Nähe eines BW-Stützpunktes und muss dir Recht geben, die meisten Berufssoldaten und Soldatinnen, die ich kennengelernt hab, sind schon komisch irgendwie. Auch viele Partnerschaften überstehen das nicht gut. Und wenn der Mann in der Nähe eines französischen Lagers im Einsatz ist, wirds mit der Treue auch eher schwierig werden.
Ich denke man verändert schon ein Stück weit seine Persönlichkeit wenn man da dabei ist.
 
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Benutzer80623 

Verbringt hier viel Zeit
Mein Freund ist auch Soldat und trotz meiner ausgeprägten Fähigkeit das Alleinsein hervorragend und ohne Probleme zu meistern, vermisse ich ihn furchtbar. Jede Woche, jeden Tag an dem er nicht bei mir ist. Mir fehlt mein Partner vor allem im Alltag, das ist das schwierigste Problem dabei für mich. Ich bin froh, dass es bald vorbei ist und ich ihn dauerhaft bei mir haben werde. :love:

20 Jahre könnte ich das nicht. Daher hab ich leider auch keine hilfreichen Tipps für dich - außer einen den du nicht haben willst... manchmal reicht Liebe allein halt nicht aus. :frown:

Ich hab gerade in deinen alten Beiträgen gesehen, dass euch ganze 1000 km trennen? Und er dazu noch ein Arbeitstier ist, selbst wenn du da bist? Vielleicht fragst du ihn mal ganz konkret welche Rolle DU eigentlich in SEINEM Leben spielst und wie er eure Zukunft sieht.
 
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Benutzer152906 

Meistens hier zu finden
Also ich würde mir da gar nicht soviel Sorgen machen. Wieviele Soldaten haben wir und wieviele davon, sind in Krisengebieten ? Und von der Anzahl in Krisengebieten sind große Mengen auch noch in recht sicheren Landesteilen untergebracht. Also die Wahrscheinlichkeit, das er "im Ausland" zu Tode kommt ist wirklich sehr gering.

Viel mehr Sorgen macht mir eher:

Ich dachte mir immer, ich, und unsere zukünftige Familie wären alles was für ihn zählt. Für mich wäre dass das Wichtigste im Leben.

Wieso sollte der Beruf (egal ob jetzt hier Soldat oder was anderes), überhaupt gar nichts zählen ? Und der zweite Satz kann ja trotzdem zutreffen, denn "das Wichtigste" kannst Du ja durchaus sein. Aber das ihm alles andere nicht so wichtig sein sollte, halte ich für bedenklich.
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
Wie gesagt, ich könnte mir jemand kriegsfreudigem nicht zusammen sein.
dito.eine beziehung mit einem soldaten käme für mich niemals in frage als pazifistin.und daher wäre meine antwort:ich würde gar nicht damit umgehen.ich hab ein paar prinzipien,denen ich immer treu bleibe und finde das auch richtig und wichtig so.
 
G

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Gast
Wie gesagt, ich könnte mir jemand kriegsfreudigem nicht zusammen sein.
Aber nicht für jemanden, der mit der Absicht zu töten loszieht.
Das sind schon zwei sehr krude Ansichten. Soldaten müssen weder zwangsläufig kriegsfreudig sein noch ziehen die allerwenigsten mit einer Tötungsabsicht in den Einsatz. Ich denke die allermeisten Soldaten würden einiges dafür geben, wenn sie niemals schießen müssten.
 
G

Benutzer

Gast
Soldaten müssen weder zwangsläufig kriegsfreudig sein noch ziehen die allerwenigsten mit einer Tötungsabsicht in den Einsatz. Ich denke die allermeisten Soldaten würden einiges dafür geben, wenn sie niemals schießen müssten.

und deshalb suchen sie siche einen beruf aus, in dem sie streitkräfte sind, die in kriegerischen einsätzen mit scharfen waffen kämpfen. aber im inneren wollen sie viel lieber bio-kürbisse züchten. ist klar.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
In diesem Thread geht es um den Zwiespalt, in dem die TS steckt und um Erfahrungen, die User in ähnlichen Situationen womöglich gemacht haben und v.A. um mögliche Hilfen und Ratschläge für die TS.
Hier geht es nicht darum, über die Moral/Unmoral von Soldaten zu diskutieren, denn das hilft der TS kein Stück weiter.
 

Benutzer63857  (57)

Sehr bekannt hier
Also so wie es die TS in ihrem Startpost schreibt sehe ich einen jungen Mann der sich augenscheinlich sehr wohl über das was er sich als Beruf ausgesucht hat seine Gedanken gemacht hat. Und sich augenscheinlich auch über die damit verbundenen Konsequenzen bewusst ist und sich dem auch stellen möchte.

Auf der anderen Seite sehe ich eine junge Frau, die sich ganz offensichtlich zu wenige oder keine Gedanken darüber gemacht hat was eine Beziehung zu einem Soldaten so mit sich bringt.

Nun wird sich die TS wohl gründlich überlegen müssen ob sie das tragen kann was diese Beziehung an möglichen Konsequenzen mit sich bringen kann oder ob sie es nicht kann. Kann sie es nicht, dann wird sich ein festhalten an der Beziehung unweigerlich auch auf die Selbstsicherheit ihres Freundes innerhalb seines Berufslebens auswirken. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass er sich in einer entsprechenden Situation nicht so entschlossen und millitärisch richtig entscheidet wie es sein müsste und dies kann im ungünstigsten Fall sein Leben kosten und oder auch das seiner Kammeraden. Wenn die TS sich also nicht zu 100% sicher ist diese Beziehung und was immer damit in letzter Konsequenz verbunden ist auszuhalten dann muss sie diese Beziehung umgehend beenden. Ein Soldat muss zu 100% seinen Kopf für das Einsatzgeschehen frei haben um auf die aktuelle Situation auch möglichst Lebenserhaltend für sich und oder seine Kammeraden entscheiden und reagieren zu können. Er kann sich nicht auch noch damit hinhalten zu überlegen wie sich seine Handlungen im Einsatz auf seine Beziehung und Familie auswirkt. Die Zeit hat er einfach nicht. Und wenn er sie sich nehmen sollte dann könnten ihn die Ereignisse überholen und im schlimmsten Fall bekommt er dann eine Ewigkeit Zeit für seine Überlegungen. Tote brauchen sich ja um nichts mehr weiter zu kümmern. Die liegen ja nur noch so rum. Ob nun im Sarg in heimischer Erde oder im Dreck eines Kampfplatzes.
 

Benutzer43798  (41)

Sehr bekannt hier
Ich glaube dein Problem ist eigentlich nicht seine Berufswahl. In der Bundeswehr zu arbeiten, ist erstmal ein Job wie jeder andere auch. Die wirklich allermeisten Menschen dort sind ganz normale, intelligente, liebende Menschen mit Hobbies, Familie und Zielen für die Zukunft. Unsere Bundeswehr wird heute fast nur in Krisengebieten eignesetzt. Die Aufenthaltsdauert dort ist sehr begrenzt und schließt kämpferische Tätigkeiten allermeistens aus. Sie sind dort ausbidlerisch und schützend aktiv. Vergleiche die Bundeswehr nicht mit der US-Army, die wirklich auszieht um zu kämpfen. Natürlich kann auch einem deutschen Soldaten etwas passieren. Dass sie in ihrem beruf umkommen ist aber eine Seltenheit. Und ebenso ist es eine Seltenheit, dass sie etwas ähnliches wie Freude am Töten empfinden. Im Gegenteil erleiden die meisten Soldaten schwere Traumata, gerade weil sie jemanden getötet haben. Ich kenne mehrere Menschen, die in der Bundeswehr dienen. Sie unterscheidet wirklich nichts, von jemandem mit anderen Beruf. Sogar ein paar Frauen kenne ich. Was Unfälle angeht würde ich da eher auf Polizisten schauen. Ich denke deren Unfallrisiko ist deutlich höher als das von Soldaten.
Ja bei der Bundeswehr können mehrmonatige Auslandseinsätze häufiger vorkommen. Aber das gilt für viele andere Berufe auch (IT, Management, Einkäufer, etc). Du solltest dich also mehr fragen, ob du grundsätzlich ein Problem mit jemandem hast, dessen Beruf Reisen und wechselnde Arbeitsplätze beeinhaltet.

Ich sehe in eurer Beziehung ein grundsätzliches Problem des Verständnisses einer Beziehung. Du scheinst wohl zu erwarten, dass ein Partner seine volle Aufmerksamkeit und Lebensinhalt auf die Familie ausrichtet. Er sieht das offensichtlich anders. Für ihn steht sein Beruf an vorderster Stelle (oder finde heraus ob das so ist). Das sind zwei gänzlich andere Lebenseinstellungen, völlig egal ob er Soldat, Arzt oder Würstchenverkäufer ist. Meins wäre das auch nicht. Ich liebe meine Frau abgöttisch. Aber ich habe definitiv meine Hobbies in die sie nicht reinspricht. Da bin ich auch gerne mal ein paar Tage weg. Und wir genießen beide diese Zeit mal wirklich für sich zu sein.
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
was genau macht dir denn dabei die großen probleme? die entfernung zwischen euch, das seltene sehen, das festlegen auf noch mindestens 20 jahre, das risiko dass er einen auslandseinsatz hat?
manches davon liesse sich mehr oder weniger eindämmen, zum beispiel durch umzüge deinerseits, ggf. auch immer wieder wenn er versetzt wird - ob das etwas für dich wäre musst du wissen - andersherum, wenn ihr eine fernbeziehung über so viele kilometer führt wirst du das ja schon kennen und kannst dich damit scheinbar arrangieren.

empfehlen würde ich dir, mal die PL-suche hier zu verwenden und vielleicht mal mit der ein oder anderen frau zu sprechen, die auch einen soldaten zum partner hat, vielleicht hilft dir das etwas weiter. auf anhieb fiel mir da @rihanna70 ein, sie scheint aber leider nicht mehr aktiv zu sein - z.b. dieser beitrag von ihr: Job oder sie? - sie ist damit offenbar gut klargekommen. ansonsten findest du in diesem thread: Beziehung mit einem Soldaten noch einige - und keine davon klingt, als wäre das ganz fürchterlich.

persönlich hätte ich mit dem punkt, mit dem du dich offenbar schon arrangiert hast - der fernbeziehung - die größten probleme. natürlich können auslandseinsätze gefährlich sein, aber auch auf der autobahn zu fahren ist gefährlich... darum würde ich mir ehrlich gesagt garnicht so die gedanken machen. es ist nur eine ungewohnte art der gefahr, ein angst erregender gedanke, aber letztlich, wenn man mal aufmerksam die nachrichten verfolgt, habe ich nicht den eindruck dass so viel mehr soldaten sterben als "normale menschen" bei arbeitsunfällen, autounfällen oder sonstigem.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Hmm...ich hab mal ein bisschen drüber nachgedacht. Dass dir "Pazifismus" vorgeworfen wird (@Hildesheimer112) finde ich bisher am dreistesten. Das fängt schon damit an, dass der Vorwurf häufig von Menschen kommt, die selbst nicht gedient haben.

Ich persönlich gehöre zu den Menschen, die ebenfalls von der Idee fasziniert sind, dass man ja auch nett zueinander sein könnte..aber wie wir wissen werden solche Menschen häufig an ein Stück Holz genagelt. :zwinker:
Ich erwähne das nur, damit du weißt von dem die Aussage stammt, die jetzt folgt.

Zunächst mal ist es sehr bezeichnend, dass du findest, dass "normale Menschen" nicht freiwillig zum "Heer" gehen. Die Aussage an sich ist natürlich falsch, denn was sind "normale Menschen"? Außerdem sind Menschen nunmal darauf gepolt alle Ressourcen an sich zu reissen und sich zu vermehren und auszubreiten.
Unsere Gesellschaft hat sich in dieser Hinsicht stark gewandelt. Vor 100 Jahren (und so lange ist das echt nicht her) war ein Mann kein Mann, wenn er nicht mehrere Jahre gedient hat. Er hatte kaum sozialen Stand, was verheerend für sein soziales Leben sein konnte. Mittlerweile sieht die Sache im Schnitt eher anders aus, was ich persönlich sehr gut finde.

Damit habt ihr aber eine grundsätzlich unterschiedliche Ansicht.

Die andere Komponente ist das Leben einer "Soldatenfrau". Dabei kann man Streckenweise nicht mal von einer Fernbeziehung reden, weil es schlichtweg nicht möglich ist sich dann zu unterhalten, wenn gerade was passiert ist. Das mag vielleicht aktuell noch zu verwinden sein. Geht man aber ein bisschen in die Zukunft und nimmt mal das klassische Beispiel Kinder, wird es deutlicher: Ich stelle mir z.B. vor, dass unsere Kleine krank wird..ich mir nicht ganz Sicher bin, was ich machen kann. Ich hab einen Termin und meine Mutter kann nicht so schnell da sein..eigentlich wird mir gerade alles zu viel und ich würde gerne wenigstens mit der Person reden, die mir am nächsten steht...die ist dann aber nicht da. Ich bin alleine.
So sehe ich persönlich keine Beziehung, die ich führen könnte. Ich möchte gerne Freud und Leid teilen..jeden Tag.

Diese beiden Punkte bilden das Zentrum deines Dilemmas:
- moralischer Aspekt eines Militärs (welches dazu geschaffen und ausgebildet wird um geziehlt zu töten)
- lange Perioden des getrennt seins in einer Beziehung mit einem Soldaten

Was nicht zum Zentrum des Dilemmas gehört sind deine Gefühle für ihn.
Jup...richtig gelesen...deine Gefühle zählen natürlich..und sind die Grundlage für eine Beziehung. Sie sind aber nicht die einzige Grundlage für eine Beziehung, denn auch Frauen, die jeden Tag von ihrem Mann verprügelt werden, können durchaus noch Gefühle für ihren Mann haben...
Die Frage ist also nicht, ob du Gefühle hast und wie stark die sind. Die Frage ist: Was gehört für DICH zu einer Beziehung dazu?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten und ich habe so einige Jahre gebraucht, um mir mein eigenes Modell zurechtlegen zu können. Es lohnt sich aber sehr, darüber nachzudenken.
Du musst das aber nicht alleine tun...denn was auf JEDEN Fall dazu gehört ist Kommunikation. Deswegen frage ich dich mal ganz provokativ: Wieso legst du dich nach dem Skype Gepspräch auf dein Bett und weinst, um dann anschließend im Internet einen Thread aufzumachen? Wäre es nicht sinnvoller, die beiden Punkte, die das Problem ausmachen, mit IHM zu besprechen?
Versteh mich nicht falsch...mir ist durchaus bewußt, dass er auf die Idee kommen könnte, dass du an der Beziehung an sich zweifelst...das tust du ja auch...aber wäre es nicht sinnvoller das möglichst bei geklärt zu haben..wie er denkt...was er für eine Person ist...ob er zu dir passt? Wenn er dich liebt und versteht, dass ein Austausch zu einer guten Beziehung dazu gehört, wird er auch bereitwillig darüber reden. Er muss ja auch Pläne für die Zukunft haben. Hat er sich das so vorgestellt, dass du dann Monatweise zu Hause bleibst und auf die Kinder aufpasst? Will er so oft es geht nach Hause kommen? Will er die Kaserne um die Ecke haben und zu Hause wohnen? WILL er ins Ausland in den Krieg (wenn ich das richtig verstanden habe, wird man nicht unbedingt dazu gezwungen)?

Es gibt eigentlich nur 2 Möglichkeiten des Ausgangs bei einem Gespräch, dass sich um Zukunftsorstellungen, Moral und die Beziehung an sich dreht: Entweder es bringt einen näher zusammen oder eben weiter auseinander. Man kommt aber auch nicht um diese Gespräche drumrum...sonst kommt man nämlich nie näher zusammen...
 

Benutzer88878 

Verbringt hier viel Zeit
Dann trenne dich....oder aktzeptiere seinen Beruf. Jeder Mensch hat ein eigenes Leben, auch in einer Partnerschaft! Und ich finde es schon egoistisch jemanden dann seine eigene Vorstellung, in dem Fall und BW, aufzudrängen. Das macht den Menschen sicher nicht glücklich und ich finde es auch respektlos. Ich würde es auch nicht wollen das man mir sagt wie ich mein Leben beruflich zu führen haben.

Ich sehe hier aber auch nicht wo dein Problem ist. Die BW ist auch in Kriegsgebieten, aber die Einsätze sind gering und du wirst doch wohl ein paar Monate ohne ihn überleben. Todesfälle sind in der BW auch nicht an der Tagesordnung und genau so gut kann morgens die Polizei klingeln und dir sagen das dein Freund vom Auto überfahren wurde. Wenn du ihn liebst dann aktzeptiere seinen Beruf, den hatte er schon vor dir und scheint sein Traum zu sein. Gibt genug andere Frauen und Männer die damit leben.
 

Benutzer36879 

Benutzer gesperrt
Lass es bleiben, wenn er da noch 20 Jahre lang sein will und sogar Karriere machen will, wird sich an der Situation eh nix ändern. Mag sein, dass man dann später, je höher der Rang ist, gar nicht mehr kämpfen wird, wäre mir aber trotzdem zu doof.
Paare, in denen der Mann dauerhaft Soldat ist halten eh nicht wirklich lange oder machen beide Seiten wirklich glücklich.
Ihr seid doch gerade mal ein Jahr zusammen, lang ist das nicht.
 

Benutzer154123 

Benutzer gesperrt
Und auch dass die BW ein Teil von ihm sei schockierte mich
Das ist ein wichtiger Punkt. Vielleicht weißt du noch nicht, mit wem du zusammen bist? Vielleicht bist du nach nur einem jahr Fernbeziehung noch in der rosa-roten Verliebtheitsphase und siehst deinen Freund dadurch ziemlich illusorisch? Dann könnte man auch erklären, warum du dachtest dass eure zukünfitge Famlie für ihn das Wichtigste wäre. Leider ist die Familie für einen Mann nie das Wichtigste. Biologisch sind die Männer immer auf Leistung, Erfolg, Macht ausgelegt. Da ist die Familie leider nur zweitrangig (dennoch aber sehr wichtig). Von daher würde ich dir raten, deinen Partner mehr zum Thema Bundeswehr zu befragen: warum hat er sich dafür entschieden? Welche Ziele verfolgt er damit? Was sind seine Werte im Leben? (die letzte Frage ist besonders wichtig!) Ich denke, dass du dadurch einen tieferen einblick in seine Persönlichkeit kriegst. Falls eure Werte und Ziele im Leben sich sehr stark unterscheiden, hat eure Beziehung leider keine langfristige Basis und wird fürher oder später zu Grunde gehen.
 
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