Fremdgehen - Erfahrungen?

Benutzer93633  (36)

Meistens hier zu finden
Nein, hab ich noch nie und habe ich auch nicht vor. Ich könnte mir nicht vorstellen, in einer Beziehung einfach so mit jemand anders ins Bett zu springen und dann achselndzuckend daneben zu stehen, sollte der Partner es heraus finden. Ich gehe ja davon aus, dass ich meinen Partner sehr liebe, warum sollte ich versucht sein, so einen wichtigen Menschen in meinem Leben so sehr zu verletzen? Nö, seh ich nicht ein. Von meinem Partner erwarte ich, dass er das, wenn nicht genauso, doch recht ähnlich sieht.
 

Benutzer117428 

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Selten.
Die wenigsten sind Fremdgeher weil es so lustig ist!
Meistens holt man sich etwas, was man zu Hause nicht bekommt und das könnte man durch Reden auch fair lösen.

Nein, also ich glaube, dass zumindest viele Männer auch fremdgehen, auch wenn ansonsten alles gut ist in der Beziehung. Einfach weil sie mal mit jemand anderem Sex haben wollen. Und da kann man noch so viel reden, den Sex mit einer anderen Person kann ein Gespräch nicht ersetzen.
 
S

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Nein, also ich glaube, dass zumindest viele Männer auch fremdgehen, auch wenn ansonsten alles gut ist in der Beziehung. Einfach weil sie mal mit jemand anderem Sex haben wollen. Und da kann man noch so viel reden, den Sex mit einer anderen Person kann ein Gespräch nicht ersetzen.

Sweety schrieb nicht nur von "Reden" sondern auch vom "fair lösen". Natürlich ersetzen Gespräche die Lust auf einen anderen Körper nicht. Aber man kann zu seiner Lust stehen und diese seinem Partner gegenüber offen zugeben. Das mag für manche hart sein, wenn sie erfahren, dass der Partner mal Bock auf andere Haut hat, ist aber allemal besser als wenn er fremd geht.

"Lösung finden" heißt für mich, einen Weg finden, mit dem beide klar kommen. Vielleicht öffnet man die Beziehung etwas. Vielleicht erlaubt man sich den einmaligen Sex mit einer anderen Person. Irgendwas wird man finden. So lange man in der Beziehung offen kommunizieren kann, ohne Angst vor den Reaktionen des Partners haben zu müssen, kann man für jedes Problem einen Weg finden.
 

Benutzer117428 

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Aber man kann zu seiner Lust stehen und diese seinem Partner gegenüber offen zugeben. Das mag für manche hart sein, wenn sie erfahren, dass der Partner mal Bock auf andere Haut hat, ist aber allemal besser als wenn er fremd geht.
Seh ich nicht als allemal besser an.

"Lösung finden" heißt für mich, einen Weg finden, mit dem beide klar kommen. Vielleicht öffnet man die Beziehung etwas. Vielleicht erlaubt man sich den einmaligen Sex mit einer anderen Person. Irgendwas wird man finden. So lange man in der Beziehung offen kommunizieren kann, ohne Angst vor den Reaktionen des Partners haben zu müssen, kann man für jedes Problem einen Weg finden.
Für nicht alles gibt es eine Lösung. Wenn man die Einstellung des Partners kennt, dann halte ich nichts davon so ein Faß aufzumachen obwohl ich weiß, dass es am Ende eh nichts bringt. Manchmal ist weniger (reden) mehr.
 

Benutzer97853 

Planet-Liebe Berühmtheit
Seh ich nicht als allemal besser an.


Für nicht alles gibt es eine Lösung. Wenn man die Einstellung des Partners kennt, dann halte ich nichts davon so ein Faß aufzumachen obwohl ich weiß, dass es am Ende eh nichts bringt. Manchmal ist weniger (reden) mehr.

Na ja, aber DU bist ja eh ein ganz spezieller Fall, nech? :zwinker:
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Für nicht alles gibt es eine Lösung. Wenn man die Einstellung des Partners kennt, dann halte ich nichts davon so ein Faß aufzumachen obwohl ich weiß, dass es am Ende eh nichts bringt. Manchmal ist weniger (reden) mehr.

Auch meine Meinung Ritter. Gerade bei Lust auf fremde Haut gibt es für viele Menschen keine Kompromisse. Haben sie selbst nicht, hat der andere dann auch nicht zu haben. Und schon hat sich das Thema erledigt. Da kann man noch so hartnäckig und fair nachhaken.
Manche Partner WOLLEN betrogen und belogen werden.

So könnte man es nämlich auch betrachten. Schwarz oder weiß - mehr gibt es für viele bei dem Thema nicht.

Manche hier machen gerade so, als ob Gespräche über was immer, auch generell unterschiedliche Bedürfnisse regeln, etwas ändern oder Probleme lösen können. Wenn es so einfach wäre, gäb es weder Betrüger noch Betrogene ... gäbe es keinen Streit, keinen Frust und keine Trennungen.

Idealvorstellungen über das richtige und faire Verhalten haben mit der Realität wenig zu tun - vielleicht mit der eigenen, aber 1:1 übertragbar auf den Partner? Kommt meistens eher weniger hin, dass sich da zwei finden, die aber auch alles mit Bravour meistern.
 

Benutzer29410 

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Das Lustige bei der ganzen Geschichte ist ja, dass sich viele Leute durchaus vorstellen könnten, fremd zu gehen, oder/und den Gedanken oder/und die Ausführung reizvoll finden - das ist nicht das Problem - aber den Gedanken daran, dass IHR PARTNER fremdgehen könnte, unerträglich finden - und das ist das Problem.

Die allermeisten Männer hätten ein RIESENPROBLEM damit, dass ihre Frau von nem anderen durchgeknattert wird. Den meisten Frauen dreht es bei dem Gedanken daran, dass ihr Mann seine Zunge und sonstwas in der Muschi einer anderen Frau hatte, und der danach mit seinem Zeug wieder bei ihnen ankommt, den Magen um.

Betrügen ist lustig (besonders, wenn es nicht herauskommt). Betrogen werden ist eklig.
 

Benutzer133456  (49)

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Ich habe das noch nie getan, und koennte das auch gar nicht. Allerdings sind mir schon zwei Beziehungen in die Brueche gegangen, weil die Partnerin fremdgegangen war. Ich halte mich eigentlich fuer ungewoehnlich tolerant und vergebend, aber da bekomme ich's einfach nicht hin.
 

Benutzer75021 

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Sweety schrieb nicht nur von "Reden" sondern auch vom "fair lösen". Natürlich ersetzen Gespräche die Lust auf einen anderen Körper nicht. Aber man kann zu seiner Lust stehen und diese seinem Partner gegenüber offen zugeben. Das mag für manche hart sein, wenn sie erfahren, dass der Partner mal Bock auf andere Haut hat, ist aber allemal besser als wenn er fremd geht.

"Lösung finden" heißt für mich, einen Weg finden, mit dem beide klar kommen. Vielleicht öffnet man die Beziehung etwas. Vielleicht erlaubt man sich den einmaligen Sex mit einer anderen Person. Irgendwas wird man finden. So lange man in der Beziehung offen kommunizieren kann, ohne Angst vor den Reaktionen des Partners haben zu müssen, kann man für jedes Problem einen Weg finden.
Eben.
Man kann doch einfach sagen auf was man Lust hat und dann entsprechend einen Kompromiss finden.
Wenn der Kompromiss nun wäre, das der Partner einfach unbedingt mit einer anderen Person vögeln will, dann sollte sowas unbedingt vorher abgeklärt werden-allein schon um das Thema Kondome anzusprechen.
Wenn ich sowas hier lese
während einem noch das Sperma vom Lover, der in letzter Sekunde aus dem Blickfeld verschwunden ist, die Innenschenkel runterläuft ...
dann dreht sich mir nämlich der Magen um!
Sorry, aber was denkt man sich dabei?
Fremdgehen schlimm genug, aber dann auch noch meinen Partner in Gefahr bringen, das ist echt unter aller Sau!

Ich persönlich finde am fremdgehen schlimm das man belogen und hintergangen wird. Zusätzlich das die wenigsten dabei an Kondome denken.
Über alles andere kann man reden (auch wenn es für mich gedanklich sowas von meilenweit entfernt ist).
 

Benutzer71335  (53)

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Off-Topic:
Und gerade bei Dir Lollypoppy, kann ich mir vorstellen, dass Dein Mann irgendwann einfach nur resigniert hat, weil er Dir sowieso nicht das bieten kann, was Du Dir wünschst, will Dich aber auch nicht verlieren. Vielleicht spürt er sogar Erleichterung, dass Du ihn mit Deiner extremen Libido auch mal in Ruhe lässt.

Ist das jetzt eine glückliche Beziehung?

Ja, das ist vermutlich so ähnlich. Er genießt es aber auch, die Veränderungen an mir, es macht ihm sogar neue Lust, ja richtig geil (schon so in kleiner cuckold) und auch ein bisschen stolz, unsere Beziehung und unser eheliches Sexleben (das ja sowiso nie so ganz schlecht war, ist ja immer jammern auf hohem Niveau) ist für beide tatsächlich besser und entspannter geworden, daher guckt er da sicher "gerne" weg, er weiß ja auch das er jederzeit die gleiche Freiheit hat (und ich glaube ich hab ihn bald soweit, dass er es auch mal wirklich nutzt) und auch neue Impulse von außen miteinbringen kann und das ich ansonsten emotional treu und loyal zu ihm stehe.
Sehen wir daher nicht so negativ. Wir sind auch beide Vernunftsmenschen.
Wir sind anders glücklich als früher, aber glücklich und wissen was wir aneinander haben.
Klar das sich eine fast 25 jährig Beziehung im stetigen Wandel befindet und das es da völlig unterschiedliche Beziehungsphasen gibt.
Auch ich hatte absolut monogame Jahrzehnte, wo weder er noch ich das je so gewollt hätten.
Im Moment ist es aber möglich, wird sich aber auch sicher mal wieder ändern.
Wenn mein Mann was genaueres wissen will, bekommt er es übrigens gesagt, ehrlich und direkt, da bin ich auch relativ gnadenlos.


Off-Topic:

Ich frage mich ausserdem auch, wie schafft man es zeitlich das Fremdgehen und Familie (oft sind es ja verheiratete Paare mit Kindern, so wie ich es bei Lolly raus lese) unter einen Hut zu bekommen?
Mal abgesehen davon das weder mein Mann, noch ich das Interesse an einer Affäre hätten, wir wüssten nichtmal WANN wir uns dafür Zeit nehmen sollten-die ist nämlich durch Arbeit, Kinder so knapp das man dann froh ist wenn man zu zweit (also wir als Ehepaar) einfach nur für sich ist.
Haben andere Leute mehr Zeit? Arbeiten die weniger, oder kommen die dann einfach erst mitten in der Nacht heim?

Geht natürlich mit kleinen Kindern nicht, zumindest nicht für die Frauen, die meisten Fraun haben da auch überhaupt keinen Anreiz oder Bedarf. Man sagt (also mir hat man das mhrfach gesagt und ich habe damals milde ungläubig darüber gelächelt) das die Hauptfremdgeh- (und Trennungs)phase ist, wenn das erste gemeinsam Kind am Ende der Grundschule ist. Vorher ganz klar überhaupt kein Thema.
Aber für Männer ist aber Heiraten, Familiengründung und Babyphase natürlich sogar eine Top-Phase zum Fremdgehen, keine Frage, denke das ist machen sie weniger wegen dem sexuellen Defizit, sondern um sich nochmal den großen Schein von Freiheit vorzuspielen.

Zeitfenster: zumindest, ich sehe es so das man das niemals von der Beziehungs oder Familienzeit abzweigt (oder eben nur im kleinen Rahmen), aber es gibt immer Freiräum, die man eh nur für sich verwenden würde, für Sport, Wellness Treffen mit Freunden (die selber simultan fremdgehen), freie Tage, Einkäufe, Homeoffice, Dienstreisen, Montagetätigkeiten, getrennte Kurz-Urlaube (Gruppenreisen mit Freunden, die auch fremd gehen), Überstunden, unregelmäßige Arbeitszeiten, Partys wo nur einer hingeht, Klassentreffen..... usw.
Es sind also immer Zeiträume in denen der Partner sowiso keine Zeit für einen hätte oder eben seine Ruhe will, wo man auch gar nicht gefragt wird oder rechtfertigen muss ob man was, wielange gemacht hat.
Leute mit Fernbeziehungen oder die nicht zusammen wohnen haben sowiso alle Chancen und nutzen dies auch erfahrungsgemäß (spannend wird das erst, wenn diese Paare zusammenziehen).

Ist ja auch jetzt nicht soooo irre zeitintensiv (wenn man nicht ständig einen Sexpartnersuchen muss - daher suchen und haben die meisten ja langfristige Affären), wir sprechen da von maximal 1-2 Stunden in der Woche, das ist ja reiner Sex ohne Vorgeplänkel und Rungeeiere, man weiß ja was man will, kenne aber auch ganz viele Affären die sich nur alle paar Wochen für 1-2 Stunden treffen, Einzelseitensprünge sind sicher eh spontan und situationsbedingt.
Gaub mir das geht immer, ohne Ausreden, ohne konstruiertes Alibi (wobei man das manchmal von anderen Fremdgehern direkt aufgezwungen bekommt), ich hätte das auch nie geglaubt.

Gut Kommunikation, telefonieren, chatten usw. und evntplanungn, kosten nochmal ein paar minütchen.
 
S

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Manche hier machen gerade so, als ob Gespräche über was immer, auch generell unterschiedliche Bedürfnisse regeln, etwas ändern oder Probleme lösen können. Wenn es so einfach wäre, gäb es weder Betrüger noch Betrogene ... gäbe es keinen Streit, keinen Frust und keine Trennungen.

Idealvorstellungen über das richtige und faire Verhalten haben mit der Realität wenig zu tun - vielleicht mit der eigenen, aber 1:1 übertragbar auf den Partner? Kommt meistens eher weniger hin, dass sich da zwei finden, die aber auch alles mit Bravour meistern.

Von Bravour und Friede/Freude/Eierkuchen war nie die Rede. Dass der Partner das nicht gerade mit einem Lächeln und einem "Natürlich mein Schatz, wenn du Lust auf andere Haut hast, dann nimm sie dir. Gut, dass du mit mir darüber geredet hast." begrüßt, dürfte klar sein.

Aber lieber erfahre ich das wahre Denken meines Partners als durch einen dummen Zufall dann herausfinden zu müssen, betrogen worden zu sein.

Das Problem vieler Beziehungen ist nicht die Vorstellung vom Idealismus. Das Problem ist die fehlende Toleranz gegenüber menschlichen Bedürfnissen. Natürlich ist die Situation nicht besonders schön, wenn der Partner einem gesteht, dass er auch mal eine andere berühren möchte. Aber wenn dies sein Wunsch ist, warum darf er mir den Wunsch nicht sagen?

Mit 20 habe ich auch nicht so über die Dinge gedacht, wie ich es heute mache. Aber man reift mit der Zeit und versteht manches (gerade beziehungstechnisches) einfach besser.

Es kommt meiner Ansicht nach einfach auf das Miteinander an. Wenn ich meinen Partner für jedes kleine außergewöhnliche Geständnis sofort anfahre und ihm unterstelle, mich nicht mehr zu lieben, bereits eine andere zu haben usw. Dann ist klar, dass er mir nie wieder irgendwas anvertrauen wird.
Wenn man ihm aber mit einer gewissen Ruhe begegnet und so gut es geht versuch rational an die Sache ranzugehen, dann wird man da Lösungen finden.

Alles schon erlebt, und ich bin immernoch glücklich vergeben. :zwinker:

Beziehungen führen, will eben gelernt sein. Das braucht Zeit und Geduld, die haben aber manche nicht und dann endet es zumeist bei Frust, Lügen, Betrügen, Unverständnis usw.
 

Benutzer133474 

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Ja ich bin auch schon mal fremd gegangen und hab meinem Freund davon nichts erzählt! Es war auch öfters wie nur einmal! Eigentlich dachte ich immer das ich das nie machen würde....und dann war ich im Urlaub und es ist passiert. Aber bereut hab ich es damals nicht...jetzt schon eher!
 
G

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Schon einmal fremd gegangen in einer Beziehung?
Ja, vor Jahren mal.

Wenn ja, mehr als einmal?
Zweimal mit dem gleichen Typen, ja.

Habt ihr es eurer Freundin oder Freund gesagt oder einfach vertuscht?
Ich habe mich direkt danach von meinem Freund getrennt, ohne ihm etwas zu sagen. Die Trennung war schon schlimm genug für ihn, da wollte ich ihm nicht nachträglich noch reinwürgen, dass ich mit einem anderen Typen im Bett war. Und ich glaube, ich wäre damals zu feige gewesen, etwas zu sagen.

Und was war eure Motivation/Grund/Auslöser usw. fremdzugehen?
Ganz ehrlich? Ich konnte es.
Die Beziehung zu meinem Exfreund stand nicht zum besten und ich habe zum damaligen Zeitpunkt für mich beschlossen, ihn einfach auszublenden. Das klingt jetzt wahnsinnig gemein und war es auch.

Bereut ihr es?
Direkt danach habe ich es nicht bereut - sonst wäre ich mit dem anderen kein zweites Mal ins Bett gestiegen. Wirklich realisiert, was ich da getan hatte, habe ich erst, als ich das nächste Mal mit meinem Freund gesprochen habe. Da ist mir das volle Ausmaß dessen bewusst geworden, was ich da getan hatte und ich habe mich in Grund und Boden geschämt.
Da die Beziehung für mich eh nicht mehr lief, habe ich mich getrennt.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Auch wenn ich persönlich (so weit ich weiß :zwinker:) bisher weder betrogen wurde, noch eine Partnerin betrogen habe und das auch in Zukunft nicht vorhabe, will ich jetzt doch auch mal hier meine 5 cent zum Thema abgeben. Der große Knackpunkt bei der ganzen Geschichte ist für mich weniger, dass da jemand andere Haut spüren will oder wollte, sondern schlicht und einfach der Vertrauensbruch.

In jüngeren Jahren hätte ich wohl grundsätzlich, sobald eine Partnerin das Bedürfnis nach fremder Haut verspürt, dem nachgehen will oder nachgeht sofort die Beziehung beendet. Heute würde ich das Thema etwas differenzierter sehen. Auch wenn ich selbst innerhalb einer funktionierenden Beziehung nie wirklich das Bedürfnis nach fremder Haut verspürt habe (also ohne dass die Beziehung im Grunde schon in ner tiefen Krise oder ganz hinüber gewesen wäre), könnte ich mir inzwischen unter Umständen durchaus vorstellen, ein gebeichtetes einmaliges Fremdgehen zu verzeihen, wenn z.B. eine nachvollziehbare Schieflage in der Beziehung für den Schritt mitverantwortlich war. Toll fände ich's dann immer noch nicht, und es wäre auch kein Zeichen von Reife - eigentlich sollte man in der Lage sein, Probleme in der Beziehung oder eigene unerfüllte Bedürfnisse zu erkennen und thematisieren, bevor das Kind im Brunnen und man selbst mit ner anderen im Bette liegt - aber Mensch macht halt auch mal Fehler.

Eher nicht verzeihen könnte ich dagegen den kurzen Fremdfick Marke "Just for Fun, ist doch nix dabei", der geheimgehalten wird. Es mag ja sein, dass dieser für den Fremdgeher tatsächlich bedeutungslos war - dieser Vertrauensmissbrauch geht in meinen Augen trotzdem beide Partner etwas an, und da zählt dann eben auch die Bedeutung, die das Ganze für den betrogenen Teil der Beziehung hat. Ein "reg Dich nicht so auf, ist doch nicht so schlimm" fände ich in dem Kontext schon ein gutes Stück daneben und würde dann doch eher von ner ungesunden Portion Egoismus und fehlendem Vermögen, die Gefühlswelt anderer nachzuvollziehen zeugen. Weiß ich, dass Sex bedeutungslos sein kann? Klar, den genieße ich in Single-Zeiten auch. Trotzdem hat es eben ne Bedeutung, wenn man sich diesen Kick einfach mal so rücksichtslos hinter dem Rücken des Partners holt, eine Bedeutung für den Partner - selbst wenn man es selbst für bedeutungslos hält.

Wenn man weiß, dass man das Bedürfnis ab und an mal bedeutungslosen Sex nebenher zu genießen hat, oder Gelüste verspürt, die sich in der Partnerschaft nicht befriedigen lassen, erwarte ich, dass das in der Beziehung thematisiert wird, dass man schaut, ob man dafür gemeinsam eine Lösung findet. Ich halte es ja durchaus für vorstellbar und menschlich, dass das z.B. nach x Beziehungsjahren mal der Fall sein kann, dann womöglich sogar gut tut, um frischen Wind in die Beziehung zu bringen. Ich sehe nur Betrug nicht als gute Lösung für das Problem an, weil Vertrauen für mich nun mal die Basis einer Beziehung ist. Und weil ich genauso wenig davon halte, das eigene Wohl über das des Partners zu stellen, wie ich davon halte, das Wohl des Partners über das eigene zu stellen. Das beliebte "ist doch die perfekte Lösung, ich krieg den Sex, sie/er kriegt's nicht mit, alles fein für alle seiten" setzt genau dieses Vertrauen auf's Spiel und riskiert bewusst, den Partner wesentlich tiefer zu verletzen, als wenn man ehrlich miteinander umgeht. Ehrlich miteinander umgehen - das wäre ein reifer Umgang mit dem Thema. Auch wenn da im schlimmsten Fall eine Trennung dabei herauskommt. Es ist schlicht nicht meine Entscheidung, ob meine Partnerin da mitmachen will. Es ist aber sehr wohl meine Entscheidung, ob ich bewusst ihr Vertrauen missbrauchen will.

Meine Partnerin weiß von dieser "Philosophie", ich thematisiere das schon ziemlich zu Beginn einer Beziehung. Sie weiß dass sie über alles mit mir reden kann, dass ich ihr da komplett vertraue - und nachdem von daher an sich kein Grund besteht, mich zu betrügen, bin ich guter Hoffnung, auch weiterhin halbwegs ungehörnt durch's Leben zu gehen und eine Beziehung zu führen, in der Vertrauen mehr als nur ein Wort ist, das mich nachts ruhiger schlafen lässt.
 
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Benutzer131691  (36)

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Eine kleine Anekdote zum Thema Fremdgehen.

Ich lernte vor vielen Jahren einen jungen Mann kennen. Wir verstanden uns gut. Ich fand ihn sexuell Anziehend. Laut seiner Auffassung war er wohl anfangs Single. Wir trafen uns öfters und irgendwann wo es mal wirklich intim wurde, meinte er, aber nicht das ich mir eine Beziehung erhoffte, er habe eine Freundin. Wums, mein Interesse war hinfort. Ja, ich finde vergebene Männer äußerst unsexy.

Jedenfalls dachte er wohl, ich wollte wirklich mehr von ihm. Ich habe versucht es ihm zu erklären, aber irgendwie verstand er nicht so ganz, und wollte mich halt "überzeugen". Von wegen, vielleicht entscheide er sich ja mal für mich und so. Er hat es nicht kapiert.
Nachdem er mich nicht in Ruhe ließ und sich öfters bei mir meldete, ich war schon genervt davon fragte ich ihn mal - wirklich aus reiner Neugierde, ob seine Freundin auch fremdgeht, oder es machen dürfte. Da wurde er sehr sauer. Von wegen, seine Freundin mache so etwas nicht, sie wäre nicht so, das passe nicht zu ihr und so weiter. Sie sei Anständig, und würde sie es tun, würde er sich trennen, denn er will keine Schlampe zur Freundin haben.
Ich dachte nur so - Oh Gott ein Spinner.

Naja, nach langen Ignorieren, fragte ich in meinem Freundeskreis herum. Vor allem bei denen, die selber fremdgehen. Was ich sehr erschreckend fand, alle diese (meist männlich, da ich kaum Freundinnen habe) gaben an, dass ihre Freundin so etwas nie tun würde. Und das sie sich dann trennen würden. Ich fragte mich halt warum, wer selber nicht besser ist, muss halt damit leben, wenn auch ihm so etwas passiert.
Der Eine ging sogar soweit, dass er von seiner Ex glaubte (beide waren 2 Jahre getrennt), dass sie in dieser Zeit nie Sex gehabt habe. Und er wurde richtig wütend, wenn jemand etwas anderes erzählte. Weil, Frauen machen so was ja nicht. Dabei weiß nicht nur ich, sondern auch ein paar Andere, dass sie sich ordentlich ausgetobt hatte. Als er es dann von ihr erfuhr, trennte er sich wieder von ihr, weil er damit nicht klar kam.

So, zurück zu dem Spinner am Anfang. Auch er wurde betrogen. Nur hat sie es ihm erzählt, und danach Schluss gemacht. Natürlich war sie für ihn eine Schlampe. Aber er ist ewig nicht damit klar gekommen und hatte sehr lange daran zu knappern.
Mittlerweile ist er wieder in einer Beziehung und hat sich vor kurzem wieder bei mir gemeldet - lernen kann er anscheinend nicht.

Naja, vielleicht ist es mal was zum nachdenken.

PS: Ich will nicht sagen, dass alle Männer so sind, ich denke auch Frauen die fremdgehen würden es ungern akzeptieren, dass ihr Partner das auch macht.
 

Benutzer10802 

Planet-Liebe Berühmtheit
Off-Topic:
@TeamBlue: Den Eindruck, den Du da beschreibst, hatte ich auch schon bei einigen Fremdgehern. Und eigentlich ist dieses Verhalten - so doof und unlogisch es auch ist - ziemlich leicht nachvollziehbar: Es ist purer Egoismus. Und genau weil diese Kandidaten nie akzeptieren könnten, dass ihr Partnerin Sex mit anderen hat, halten sie selbst es geheim, stehen nicht zu ihren Gelüsten, sondern leben sie mal kurz hinter ihrem (oder seinem) Rücken aus. Die Bewertung (wenn ich's mach ist's ok, wenn mein Partner es macht, ist's ne Todsünde) dürfte aus purem "Selbstschutz" entstehen. Man (oder besser das eigene Ego) erträgt den Gedanken nicht, dass der Partner fremdvögelt, will aber eben noch in den Spiegel schauen können, wenn man's selbst tut - manch Männe versucht dann gerne mal das mit irgendwelchem Evolutionsgedöhns zu rechtfertigen, Frau hütet die Kinder, Mann streut den Samen, alles Instinkt, Natur der Geschlechter und so.. Das ist schrecklich egoistisch, ne Verdrängungstaktik und wirkt ziemlich unreflektiert - aber es ist leider nicht wirklich ungewöhnlich oder selten.
 

Benutzer36171 

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Wenn man die Einstellung des Partners kennt, dann halte ich nichts davon so ein Faß aufzumachen obwohl ich weiß, dass es am Ende eh nichts bringt.
Nur dass sich viele Menschen lediglich einbilden die Einstellung genau zu kennen, obwohl das gar nicht der Fall ist, schließlich reden die meisten leider nicht offen über das Thema. ... und wenn so viele Menschen fremdgehen, wie Lollypoppy das beschreibt, müssten sich doch eigentlich ständig Paare zusammen finden für die Fremdgehen keine "so große Sache" ist. Eigentlich völlig irrsinnig, sich nicht über das Thema auszutauschen. Denn, wer weiß, vielleicht ist der Partner oder die Partnerin viel durchtriebener als man annimst. :zwinker: ...

Aber wahrscheinlich ist es eben doch nur das "mit zweierlei Maß messen", das Team Blue beschrieben hat.
 
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Benutzer71335  (53)

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Ich glaube untreue Männer übersehen tatsächlich gerne, dass ihre Frauen auch sehr umtriebig sind und das "kalte, libidoarme Lämmchen" nur beim eigenen Mann raushängen lassen, da haben schon so einige ein unsanftes Erwachen gehabt.:zwinker:
Fälle wo beide heimlich fremdgehen und der jeweils andere nichts ahnt, kenne ich auch zu Hauf.:grin:

Auch Männer die mit zweierlei Maß messen, dass machen fremdgehnd Frauen interessanterweise nicht oder zumindest habe ich davon noch nix gehört. Das ist so ein typisches Männerding (Samen streuen und so....).
 

Benutzer117428 

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Man kann doch einfach sagen auf was man Lust hat und dann entsprechend einen Kompromiss finden.
Wenn der Kompromiss nun wäre, das der Partner einfach unbedingt mit einer anderen Person vögeln will, dann sollte sowas unbedingt vorher abgeklärt werden-allein schon um das Thema Kondome anzusprechen.
Wo soll denn der Kompromiss sein wenn ein Partner unbedingt noch Sex mit anderen Personen möchte und der andere Partner unbedingt eine monogame Beziehung führen möchte?

Ich persönlich finde am fremdgehen schlimm das man belogen und hintergangen wird. Zusätzlich das die wenigsten dabei an Kondome denken.
Ich habe immer Kondome benutzt.[DOUBLEPOST=1372443300,1372443040][/DOUBLEPOST]
Nur dass sich viele Menschen lediglich einbilden die Einstellung genau zu kennen, obwohl das gar nicht der Fall ist, schließlich reden die meisten leider nicht offen über das Thema. ... und wenn so viele Menschen fremdgehen, wie Lollypoppy das beschreibt, müssten sich doch eigentlich ständig Paare zusammen finden für die Fremdgehen keine "so große Sache" ist. Eigentlich völlig irrsinnig, sich nicht über das Thema auszutauschen. Denn, wer weiß, vielleicht ist der Partner oder die Partnerin viel durchtriebener als man annimst. :zwinker: ...

Nein, wie hier schon angeklungen ist, finden es zwar viele in Ordnung fremd zu gehen aber möchten nicht, dass es der Partner tut.[DOUBLEPOST=1372443815][/DOUBLEPOST]
Off-Topic:

So, zurück zu dem Spinner am Anfang. Auch er wurde betrogen. Nur hat sie es ihm erzählt, und danach Schluss gemacht. Natürlich war sie für ihn eine Schlampe.

War ja auch Scheiße von ihr. Sich trennen und ihm dann noch eine reinwürgen von wegen "Ach ja, und übrigens - ich hab dich betrogen" ist meiner Meinung nach schlechter Stil. Sowas habe ich nie gemacht.
 
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