Freiheit oder Sicherheit?

Was bevorzugt ihr?

  • Die Freiheit, unglücklich zu sein

    Stimmen: 4 40,0%
  • Die Sicherheit, glücklich zu sein

    Stimmen: 6 60,0%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    10

Benutzer142299 

Verbringt hier viel Zeit
Eines der Hauptthemen des Romans "Brave New World" von Aldous Huxley ist die Frage, was dem Menschen wichtiger sein sollte: Sich die Freiheit zu nehmen, unglücklich zu sein oder lieber die Sicherheit haben, glücklich zu sein. Im Grunde kann man das auf die simple Frage "Freiheit oder Sicherheit" herunterbrechen. Es gibt sicherlich gute Argumente für beides und ich bin gespannt, wie ihr es so seht.

Ich für meinen Teil würde ich als eher unzufrieden bezeichnen. Zum absoluten Unglück fehlt es im Moment, auch wenn ich schon unglücklicher war. Trotzdem würde ich jederzeit die Freiheit zum unglücklichsein wählen. Warum? Zum einen kann Sicherheit einengen und einem nicht viele Räume zur Selbstentfaltung bieten. Stattdessen muss man einen eher vorgegebenen Pfad einschlagen, der nicht zwingend den individuellen Wünschen entspricht. Deswegen bevorzuge ich die Freiheit, auch wenn sie mir nicht immer Zufriedenheit bringt. Trotzdem habe ich immer noch die Freiheit, die Dinge zu tun, die ich machen möchte. Ich bin mein eigener Herr und muss mich auch nur vor mich selber rechtfertigen. Vielleicht kommt rührt meine Meinung daraus, dass ich in meiner Jugend eher ein Einzelgänger war, aber ich gefalle mir durchaus in der Rolle des Einzelkämpfers. Gleichwohl soll das nicht heißen, dass ich andere Menschen nicht zu schätzen weiß, ganz im Gegenteil. Trotzdem möchte ich in erster Linie meine eigenen Kämpfe ausfechten und dies nur für eine Person: mich!

Ich freue mich schon auf eure Antworten und die Diskussionen dazu. :smile:
 

Benutzer34612 

Planet-Liebe Berühmtheit
Redakteur
Momentan ziehe ich Sicherheit vor, weil ich genug Freiheit hatte und jetzt nicht mehr nur für mich selbst agiere, sondern für eine Familie.
Vielleicht ändert sich das wieder, wenn die Familienphase vorbei ist.
 

Benutzer38494 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
ich kenne den roman nicht, daher mein post offtopic:

seit 18 jahren bin ich in einer sehr gut funktionierenden, beiderseits glücklichen beziehung und musste mich NIEMALS zwischen freiheit oder sicherheit entscheiden.

soviel zu geschriebenen romanen und gelebten leben. :smile:

man(n) (und auch frau) muss nicht zwangsläufig irgendwelche freiheiten aufgeben oder sonstwelchen schwachsinn.

der sinn im leben liegt darin glücklich zu sein ohne das glück eines anderen zu belasten. ... fertig!
 

Benutzer142299 

Verbringt hier viel Zeit
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Zitat nervt :tongue: Warum nicht beides ? Ich will Sicherheit und Freiheit.

Kann man aber überhaupt beides haben? Ich sehe das so, dass einen Sicherheit auf einen "geraden Weg" bringt, aber eben ein Weg, der kaum Abzweigungen oder Spontanität beinhaltet, sondern einen in erster Linie führt und ein Stück weit monoton ist. Zumindest würde ich sowas nicht ideal finden.
 
G

Benutzer

Gast
Kann man aber überhaupt beides haben? Ich sehe das so, dass einen Sicherheit auf einen "geraden Weg" bringt, aber eben ein Weg, der kaum Abzweigungen oder Spontanität beinhaltet, sondern einen in erster Linie führt und ein Stück weit monoton ist. Zumindest würde ich sowas nicht ideal finden.

Mich nervt dieses Zitat einfach in Bezug auf die Überwachungsskandale. Bin ich zurecht ein Sklave, wenn ich Geheimdienstarbeit gut heiße ?
 

Benutzer143177 

Sehr bekannt hier
Ich wähle den Weg, bei dem ich glücklich bin. Verstehe nicht, was ich von der Freiheit habe, wenn ich unglücklich bin, wenn ich mit Sicherheit glücklich sein könnte?
Ich schätze und brauche aber auch Sicherheit. Ich fühle mich unwohl, wenn etwas ungewiss ist. Ich habe gerne einen Vorgesetzten, der mir sagt, was zu tun ist. Ich weiß gerne, was am nächsten Tag passiert. Ich mag es, wenn vieles vorhersehbar ist. Ich mag völlig gleiche Tagesabläufe. Für mich ist das wichtig, ich werde sonst sehr schnell unruhig, mache mir Sorgen, kann nicht gut schlafen, habe Angst (vor Ungewissheit), bin unentspannt und anstrengend. Ich bin auch null risikofreudig oder abenteuerlustig. Ich will wissen, was passiert. Ich will planen, so gut es geht. Unvorhersehbares kommt auch so genug, aber mich macht das fertig, wenn ich nicht weiß, wo die Reise hingeht, das muss ich nicht auch noch absichtlich verschlimmern. Ich will ein langweiliges, sicheres, glückliches Leben.

Ist aber sicher nicht jedermanns Sache :grin:
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich glaube, ich würde mich auch für die Freiheit entscheiden. Warum? Weil ich aus schlechten Zeiten auch immer viel Energie und Inspiration geschöpft habe, und die glücklichen Zeiten dann umso besser zu schätzen gewusst habe. Ohne Yin, kein Yang, oder so ähnlich. Beides gehört zu Leben dazu. Ein Leben nur mit Glückseligkeit stelle ich mir langweilig vor, und vor allem glaube ich, dass ich auch dann nicht glücklich wäre, es sei denn, ich wäre dauerhaft zugedröhnt.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Warum immer diese Gegenüberstellung? Für mich ist es ein Optimierungs-Problem. Es ist zu einfach zu sagen: "je mehr Sicherheit, umso weniger Freiheit". Mit gleichem Recht kann man sagen: "Sicherheit gibt Freiheit, Unsicherheit schafft Unfreiheit".

Dann kommt noch die Frage dazu? Wer ist "sicher"? Wer ist "frei"? ist es immer der selbe? Denn oft macht die Freiheit der einen das Leben der anderen unsicher.

Off-Topic:
Die Sicherheit glücklich zu sein gibt es nicht. Eher die Sicherheit unglücklich zu sein. Glück, das sind Momente des Glücks, kein Dauerzustand.
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Eines der Hauptthemen des Romans "Brave New World" von Aldous Huxley ist die Frage, was dem Menschen wichtiger sein sollte: Sich die Freiheit zu nehmen, unglücklich zu sein oder lieber die Sicherheit haben, glücklich zu sein. Im Grunde kann man das auf die simple Frage "Freiheit oder Sicherheit" herunterbrechen.
Diese Formulierung des Dilemmas erlaubt es mir, den Zwiespalt einfach zu überwinden. :zwinker:

Ich wähle die Sicherheit, glücklich zu sein. Davon ausgehend dass mein Glück Freiheit voraussetzt, habe ich also beides.

Viel spannender wird die Fragestellung m.E. wenn man kein "Glück auf Knopfdruck" einbaut und Sicherheit als Verlässlichkeit, Planbarkeit und das Fehlen unmittelbarer Bedrohungen interpretiert.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Eines der Hauptthemen des Romans "Brave New World" von Aldous Huxley ist die Frage, was dem Menschen wichtiger sein sollte: Sich die Freiheit zu nehmen, unglücklich zu sein oder lieber die Sicherheit haben, glücklich zu sein. Im Grunde kann man das auf die simple Frage "Freiheit oder Sicherheit" herunterbrechen. Es gibt sicherlich gute Argumente für beides und ich bin gespannt, wie ihr es so seht.

Ich für meinen Teil würde ich als eher unzufrieden bezeichnen. Zum absoluten Unglück fehlt es im Moment, auch wenn ich schon unglücklicher war. Trotzdem würde ich jederzeit die Freiheit zum unglücklichsein wählen. Warum? Zum einen kann Sicherheit einengen und einem nicht viele Räume zur Selbstentfaltung bieten. Stattdessen muss man einen eher vorgegebenen Pfad einschlagen, der nicht zwingend den individuellen Wünschen entspricht. Deswegen bevorzuge ich die Freiheit, auch wenn sie mir nicht immer Zufriedenheit bringt. Trotzdem habe ich immer noch die Freiheit, die Dinge zu tun, die ich machen möchte. Ich bin mein eigener Herr und muss mich auch nur vor mich selber rechtfertigen. Vielleicht kommt rührt meine Meinung daraus, dass ich in meiner Jugend eher ein Einzelgänger war, aber ich gefalle mir durchaus in der Rolle des Einzelkämpfers. Gleichwohl soll das nicht heißen, dass ich andere Menschen nicht zu schätzen weiß, ganz im Gegenteil. Trotzdem möchte ich in erster Linie meine eigenen Kämpfe ausfechten und dies nur für eine Person: mich!

Ich freue mich schon auf eure Antworten und die Diskussionen dazu. :smile:
Eines der Hauptthemen des Romans "Brave New World" von Aldous Huxley ist die Frage, was dem Menschen wichtiger sein sollte: Sich die Freiheit zu nehmen, unglücklich zu sein oder lieber die Sicherheit haben, glücklich zu sein. Im Grunde kann man das auf die simple Frage "Freiheit oder Sicherheit" herunterbrechen. Es gibt sicherlich gute Argumente für beides und ich bin gespannt, wie ihr es so seht.
Ich halte die Gegenueberstellung fuer nicht sinnvoll. Die Diskussion wird fast immer nur dann gefuehrt, wenn eines von beidem missbraucht werden soll oder wenn Solidaritaetsgefuege an- oder abgeschafft werden sollen. Ausserdem sind Freiheiten und Sicherheiten relativ. Was den einen einschraenkt, bringt einem anderen mehr Freiheiten. Nehmen wir sowas wie Kameras ueberall an oeffentlichen Plaetzen. Die Themen Sicherheit und Freiheit koennen aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden. Tatsache ist, dass alle meine Bewegungen in der Oeffentlichkeit von Kameras aufgezeichnet werden koennen.
Sicherheit und Freiheit:
1. Ich gewinne an Sicherheit, weil ich besser vor kriminellen Uebergriffen geschuetzt bin bzw mindestens Taeter schneller gefasst werden (+). Ich gewinne an Freiheit, weil ich weniger angst in der Oeffentlichkeit haben muss (+)
2. Ich verliere an Informationssicherheit, weil Dritte was auch immer mit den Daten anstellen koennen, ueber die sie verfuegen, weil sie mein Bewegungsprofil kennen (-). Ich verliere entsprechend an Freiheit, mich so bewegen zu koennen, dass ich nicht befuerchten muss, heimlich beobachtet zu werden. Das kann auch insofern gelten, dass ich zB Dinge unbeobachtet tun moechte. Sex in Tiefgaragen waere ein typisches Beispiel. Die Personen koennen zwar von niemandem direkt gesehen werden, aber Sicherheitskameras nehmen sie auf (gibt es im internet ohne Ende).(-)
Wie will man jetzt gewichten und zwischen Freiheit und Sicherheit trennen? Ich zoege erstens vor, weil es einen geringen Nutzen bringt und mir zweitens egal ist.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Eines der Hauptthemen des Romans "Brave New World" von Aldous Huxley ist die Frage, was dem Menschen wichtiger sein sollte: Sich die Freiheit zu nehmen, unglücklich zu sein oder lieber die Sicherheit haben, glücklich zu sein.
Ich habe das Buch nicht gelesen, wie ist das gemeint?
Sozusagen Version A: Freiheit und ungewisser Ausgang und Version B: Vorgefertigte Wege mit keinem schlechten Ausgang?
Ich kann mir dazu gerade nicht wirklich etwas vorstellen und würde es daher eher wie BrooklynBridge BrooklynBridge betrachten: Ich wähle natürlich das, was mich wirklich glücklich macht, und da gehört auch Freiheit dazu.

Wenn man die Frage "Freiheit oder Sicherheit" an sich betrachtet, neigen viele (und ich auch) vermutlich im ersten Moment dazu, die Freiheit zu wählen. Freiheit klingt verheißungsvoll, abenteuerlich, philosophisch, lebenswert, Sicherheit eher langweilig, eingesperrt, spießig.
Fakt ist jedoch, dass ich einen gewissen Grad an Sicherheit definitiv brauche, um glücklich zu sein. Ich möchte bspw. nicht mein Leben lang nicht wissen, wo ich die Nacht verbringe, wie ich etwas zu essen bekomme und ob ich den Tag überlebe. Dann wäre ich zwar sehr frei, aber eher im Sinne von "nichts zu verlieren haben".
Andererseits bin ich aber auch ein Mensch, der sich sehr schnell eingesperrt fühlt und auch, wenn ich viele Dinge nicht tun möchte, möchte ich eben die Freiheit haben, sie tun zu können.
Von daher würde ich für mich persönlich sagen:

So viel Sicherheit wie nötig, so viel Freiheit wie möglich.
 
S

Benutzer

Gast
Ich versteh die Frage nicht. Sicherheit bedingt Freiheit und Freiheit bedingt Sicherheit - nur eines von beiden wäre doch gar nicht möglich. Freiheit ist eine Frage der Sicherheit, denn ohne grundlegende Sicherheit kann ich mich nicht frei fühlen. Genauso wenig kann ich Sicherheit haben ohne das Gefühle der einhergehenden Freiheit. Müsste ich in ständiger Überlebensangst leben, dann wäre ich auch nicht frei. Frei im Sinne von kein Sklave sind wir alle. Frei von Gefühlen und Ängsten kann man nicht sein. Man kann sich nur in Sicherheit fühlen und dafür einen positiven Beitrag zum Freiheitsgefühl schaffen. Denn bin ich mir sicher, dass ich nicht von Tod bedroht bin, dann empfinde ich das als Freiheit und ich bin glücklich die Sicherheit zu haben frei Leben zu dürfen.
 

Benutzer142299 

Verbringt hier viel Zeit
Ich habe das Buch nicht gelesen, wie ist das gemeint?
Sozusagen Version A: Freiheit und ungewisser Ausgang und Version B: Vorgefertigte Wege mit keinem schlechten Ausgang?
Ich kann mir dazu gerade nicht wirklich etwas vorstellen und würde es daher eher wie BrooklynBridge BrooklynBridge betrachten: Ich wähle natürlich das, was mich wirklich glücklich macht, und da gehört auch Freiheit dazu.

Ist schon ein bisschen was her, dass ich das letzte Mal Brave New World gelesen habe, aber ich versuche es mal: Brave New World handelt von einer dystopischen Gesellschaft, in der Menschen künstlich im Labor geschaffen werden und entsprechend von Geburt darauf konditioniert werden, so hedonistisch wie möglich zu leben, weil das nach Ansicht der Weltregierung dahinter die Menschen am ehesten glücklich machen würde. Aber dieses Glück hat nun mal einen Preis, nämlich den der Konformität, der sich die Menschen nur schwer entziehen können. Weicht jemand vom gewünschten Verhalten ab, indem er sich dem verordneten Hedonismus verweigert, macht ihn das gleich verdächtig.
Es gibt aber auch noch Menschen, die "natürlich" geboren werden und die außerhalb der Gesellschaft aufwachsen. Einer von ihnen ist die Figur des John Savage. Dieser wird vom Protagonisten in seine Gesellschaft gebracht, doch John merkt schnell, dass ihn die hedonistische Gesellschaft mit ihrer Sicherheit zum glücklich sein anwidert und er wählt daher die Freiheit, unglücklich zu sein. Passend dazu noch zwei Zitate:

John: "Don't you wish you were free, Lenina?"
Lenina: "I don't know what you mean. I am free. Free to have the most wonderful time. Everybody's happy nowadays."
***********
John: "All right then," said the Savage defiantly, "I'm claiming the right to be unhappy."

"Not to mention the right to grow old and ugly and impotent; the right to have syphilis and cancer; the right to have too little to eat; the right to be lousy; the right to live in constant apprehension of what may happen to-morrow; the right to catch typhoid; the right to be tortured by unspeakable pains of every kind." There was a long silence.

"I claim them all,"
said the Savage at last.

So viel Sicherheit wie nötig, so viel Freiheit wie möglich.

So kann ich es auch sehen.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde die Frage ehrlich gesagt äußerst seltsam.
Wer oder was soll mir denn bitteschön die Sicherheit geben, glücklich zu sein - abgesehen von irgendwelchen seltsamen Psychopharmaka oder irgendwas in dieser Art?

Persönliche Freiheit halte ich für extrem wichtig (siehe auch meine Signatur) und ich bin davon überzeugt, dass Glücksgefühle vor allem dadurch entstehen, dass man dazu fähig ist, seine Freiheit sinnvoll zu nutzen, um sein Leben so zu gestalten, dass man sich darin wohl fühlt.
Von daher finde ich die Behauptung, Einzelgängertum und Single-Dasein wäre eine Form von Freiheit, während Beziehung und Familie so etwas, wie unfreie Sicherheit darstellen, ziemlich absurd.

Ich würde mich nun wirklich als äußerst liberalen und freiheitsliebenden Menschen bezeichnen. Aber trotzdem sehne ich mich mach einer Beziehung, möchte eine Familie gründen, usw. und sehe nicht, in wiefern ich damit an Freiheit einbüße.
Ich übernehme mehr Verantwortung. Aber ist das automatisch weniger Freiheit?

Diese im Gegensatz zur Freiheit stehende Sicherheit wäre für mich viel eher so eine Zwangsbeglückung in Form von arrangierten Zwangshochzeiten, die dazu führen, dass niemand kinderloser Single sein kann, muss oder darf und Jeder zwangsweise das "Ehe- und Familienglück" erleben muss - unabhängig davon, ob er sich dabei tatsächlich glücklich fühlt.

Wenn ich aus freien Stücken heraus eine Beziehung eingehe und eine Familie gründe, dann bin ich nur deshalb nicht weniger frei. Ich habe mich ja selbst aus freien Stücken dazu entschieden, mein Leben mit einer wundervollen Frau zu teilen, auf sie Rücksciht zu nehmen, mit ihr zusammen ein Kind in die Welt zu setzen und die Verantwortung für dieses Kind zu übernehmen.
Ich hatte ja jederzeit die Freiheit, auf diese Schritte zu verzichten, Single zu bleiben, kein Kind zu zeugen, usw.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Es ist wohl schon fast 30 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Insofern kann ich mich auch nicht mehr wirklich daran erinnern.

Aber ist es nicht so, dass man aufpassen muss, dass man da jetzt nicht etwas durcheinander wirft? Die Menschen in "Brave New World" begeben sich ja nicht wirklich freiwillig in "Unfreiheit" zugunsten von "Sicherheit", sondern werden durch ein politisch/gesellschaftliches System manipuliert (konditioniert), indem ihnen alle hedonistische Motive (Sex, Konsum, Drogen usw.) immer befriedigt werden. Damit wird jede Kritik quasi ausgeschaltet. Weil alles so prima ist und alle so "happy" und "positiv" muckt auch keiner mehr auf, nein, keiner denkt mehr richtig nach und sie finden dieses letztlich totalitäre System, das sie voll im Griff hat, letztlich sogar prima und erstrebenswert, weil es immer zu einem hedonistischen Wohlgefühl beiträgt und kein "Leid" mehr zu kennen scheint.

"Freiheit" fängt hier schon damit ein, aus diesem ständigen Wohlgefühl auszubrechen. Sich schlecht zu fühlen oder zu leiden ist hier doch nicht in erster Linie Indiz für eine persönliche Freiheitserfahrung, sondern vor allem der Anfang der Freiheit KRITIK am SYSTEM zu üben und das ist für das System gefährlich und muss bekämpft werden.

Vielleicht habe ich das jetzt auch falsch Erinnerung, aber ich glaube nicht, das man das auf eine rein persönliche Entscheidungsfrage im Sinne von "Sicherheit" (z.B. durch Familiengründung, Kinder, Beruf, Haus ) vs. "Freiheit" (allein bleiben, unabhängig sein, aber vielleicht nicht immer "glücklich") usw.) hinunterbrechen darf. Das ist m.E. etwas völlig anderes. Außerdem ergibt das m.E. auch keinen Sinn. FREIwillig soziale Verpflichtungen und Verantwortung zu nehmen, haben m.E. sowieso nicht wirklich etwas mit "Unfreiheit" zu tun....und "Sicherheit" bringen sie ja auch nicht, teilweise sogar das genaue Gegenteil.

In dem Buch gehts m.E. nicht darum, was ich mir selbst für mein Lebensprojekt "wähle", sondern um Gesellschaftskritik. Das kann zwar zusammenhängen, ist aber m.E. auf keinen Fall gleichzusetzen.

P.S. Wenn jemand z.B. sagt, ich kann mir gar nicht vorstellen eine Familie zu gründen, weil ich sonst ja nicht mehr Sex haben könnte, mit wem ich will, nicht mehr andauernd "auf Piste" sein und auch noch weniger Geld, um meine Konsumwünsche zu erfüllen und außerdem "stresst" es ja, weil man sich um alles mögliche kümmern muss, die Kinder vielleicht auch mal krank sind, Streit vom Zaun brechen...und das stört mich in meinen "positiven Vibes" und es kommt doch drauf an Spaß zu haben...und was juckt mich eine NSA-Bespitzelung, so lange ich weiter meinen Spaß haben kann...da denke ich gar nicht weiter drüber nach, macht nur Stress!.....wäre das wohl eher in Richtung "Brave New World" im Sinne Huxleys. Manche würden das aber durchaus "Freiheit" nennen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer54465 

Meistens hier zu finden
Im Moment bin ich glücklich und sicher. Nächstes Jahr gehe ich ein Jahr auf Weltreise, gebe meinen geliebten Job auf. Aber ich bin mir auch sicher, dass ich danach wieder einen tollen Job finden werde. Glücklichsein hat nichts mit Freiheit oder Sicherheit zu tun bzw. ist Sicherheit in diesem Zusammenhang ein ziemlich weit gefasster Begriff. Ich werde mich nämlich auch ohne Job und weit weg von zu Hause sicher fühlen. Und wenn ich wieder zurück bin, werde ich auch glücklich (und nach der scheinbar allgemeinen Definition sicher) sein.
 
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