Frauen untereinander

Benutzer91095 

Team-Alumni
Es gibt ja diese zwei Typen von Frauen (mindestens :grin: ) : Die, die gut mit anderen Frauen klar kommen, und die, die es nicht tun. Früher zählte ich mich immer zu zweiterem Typ und war auch selbst schnell dabei vor meinen Kumpels über Frauen abzulästern, wie kompliziert die nicht sind und dass ich mit denen nichts gemein hätte. Das stimmte auch damals, allerdings lag das irgendwo auch an den Frauen, die ich damals kannte, und natürlich an meiner anerzogenen Skepsis gegenüber meinem eigenen Geschlecht (ob das generell so ist oder ob ich das aus meinem Umfeld so gelernt habe, weiß ich nicht. Was meint ihr?). Ich selbst habe mich übrigens immer als eher untypisch weiblich gesehen.

Mittlerweile kenne ich zum Glück auch genug Frauen, die ich zu meinen Freundinnen zähle. Das sind zu einem Großteil Frauen, die selbst eher untypisch weiblich sind, aber es gibt auch welche, die auf den ersten Blick eher typisch weiblich sind (auf den zweiten Blick ist aber wohl jede Frau untypisch, weil es nichts typisches an individuellen Menschen gibt). Und seither gehe ich auch anders mit anderen Frauen um, komme somit dann auch besser mit ihnen generell klar, weil ich ihnen gegenüber eine gewisse Offenheit entgegenbringe, die ich früher nicht hatte (früher: girly=böse).

In einem anderen Thread las ich diese interessante Bemerkung:
Und zu deiner Frauengruppe... meiner Meinung nach bekommt man dort immer die schlechtesten Tipps. Frauen unter sich versuchen bloß einheitlich zu sein. Nie sticht eine heraus, denn dann wird man ausgestoßen, ist die komische usw.

und ich hab auch mal etwas aus einer Studie gelesen, die ähnliches nahezulegen scheint (Mädchengruppen vertreten eine einheitlichere Meinung). Und das war auch immer ein Grund, warum ich früher mit Mädchen/Frauengruppen nicht wirklich was anfangen konnte, bis ich eben auf Mädchen/Frauengruppen gestoßen bin, die auch Kontroverse erlaubt haben und eine Offenheit dafür hatten bzw. bis eine Frau, die ich toll fand und als Ausnahmeerscheinung wahrgenommen habe, mir mal klar gemacht hat, dass es ganz viele Frauen auf der Welt gibt, die toll sind. Ich brauchte da auf jeden Fall eine Hand, die mich geführt hat, sonst wäre ich wohl immer noch auf dem Holzweg.

Jetzt würde mich mal interessieren, wie ihr das wahrnehmt, ob ihr meine Erfahrungen/Gedanken teilt oder nicht. Wie ihr reagiert, wenn eine Frau sagt, sie kann nichts mit anderen Frauen anfangen. Ob ihr das selbst auch sagt. Wie ihr Männer das findet, wenn Frauen nicht mit Frauen klarkommen können. Ob ihr das nachvollziehen könnt und wie ihr mit Frauen klar kommt. Wie ihr Männer mit Männern klarkommt (gibt das Phänomen ja auch unter Männern) und was eure allgemeinen Gedanken dazu sind.

Ich persönlich finde Frauen mittlerweile jedenfalls genauso toll oder scheiße wie ich Männer finde, und ich bin echt froh, dass ich diese Erkenntnis im Laufe der Zeit erworben habe, aber ich frage mich eben auch, wie ich das je anders sehen konnte. Nach wie vor gibt es übrigens ganz viele Frauendynamiken, die ich nicht verstehe und mit denen ich nichts anfangen kann, aber es gibt auch viele Männerdynamiken, die ich ähnlich seltsam finde. Von daher ist das nichts geschlechtstypisches.
 

Benutzer121281  (32)

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Mir geht es wirklich haargenau so wie dir, ich finde mich 1:1 in deinem Text wieder. :zwinker:

Inzwischen reagiere ich daher auch etwas anders, wenn eine Frau sagt, sie könne nicht mit Frauen arbeiten/befreundet sein/usw.
Diese Verurteilung eines Geschlechts nahm ich früher -als Teenager- gar nicht als so krass oder schlimm wahr. Heute frage ich mich, warum ich auch auf diesen Zug aufgesprungen war bzw woher die Skepis und Abneigungen gegen andere Frauen/Mädchen per se kam.
 

Benutzer108566 

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Ich bin immer gleichermaßen gut oder schlecht mit Mädchen/Frauen wie mit Jungen/Männern zurechtgekommen. Aber ich war da auch schon immer gezwungenermaßen wählerisch, weil ich nie wirklich "massenkompatibel" war und auch heute noch nicht bin. Ich pass(t)e vielleicht nie in genug "typische" Klischees um irgendwie gut integriert zu werden?

Also würde ich sagen, dass ich nie in diese Geschlechterdebatte reingeraten bin was Freundschaften angeht - da bin ich extravagant generell Menschen gegenüber.

Wenn mir Frauen sagen, dass sie nicht mit Frauen klarkommen und Männer mir sagen, dass sie nicht mit Männern klarkommen, oder Männer nicht mit Frauen oder Frauen nicht mit Männern (...) glaube ich ehrlich gesagt immer, dass sie sich selbst sehr eng machen und einschränken und so vielleicht eine Menge toller Menschen verpassen. Weil das Geschlecht nicht ausschlaggebend für die Persönlichkeit ist. Mir sind jedenfalls Menschen nicht (un)sympathisch(er), weil sie "typisch" männlich oder weiblich sind, sondern weilmir ihre Charakterzüge gefallen oder eben nicht gefallen.
 

Benutzer153493 

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Nun auch wenn es in eine etwas andere Richtung geht als angefragt, aber ich kann einfach mit deiner Unterteilung nichts Anfangen^^

Aber ich kenne Wohl Gruppen (egal ob Frau oder Mann) wo mehr oder weniger eine dominante Person heraussticht und die anderen Ihre Meinung dieser Person anpassen. Das mag mal deutlich sein und mal weniger deutlich, aber in diesem Fall ja kann ich mit den mutmaßlichem "Mitläufern" nichts anfangen.

Ich durchschaue Sie einfach nicht oder Sie gehen einfach auf meinem Radar unter.

Ich muss dazu sagen, ich bin ein sehr offener Mensch und ich lerne sehr viele Menschen kennen. Zusätzlich vertrete ich gerne meine Meinung und diskutiere auch gerne. Diese "Mitläufer" sind meistens Menschen, die sehr gegensätzlich zu meinem Verhalten auftreten. Diese sind eher Introvertiert unterwegs und stimmen halt der Meinung anderer zu, aber bilden sich keine eigene.

Ich könnte mir vllt vorstellen, dass dieses Verhalten unter Frauen häufiger vorkommt. Männern ist ja doch so ein gewisses Konkurenzdenken angeboren, da wird halt gerne mal Kräfte gemessen ob nun verbal oder körperlich.

Letztendlich muss ich aber sagen: Who cares? Ich bin so wie ich bin und einige finden mich halt gut und andere eben nicht. Dafür hab ich einige wenige Leute mit denen ich mich echt gut verstehe, das ist viel Wert. Sei einfach du selbst und du wirst immer Leute treffen die dir ähnlich sind.

Keine Ahnung ob meine Antwort nun im entferntesten damit zutun hat was du wissen wolltest :grin:
 

Benutzer36171 

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Ich kenne das auch. Ich war früher - in Teenagerjahren - sehr stolz darauf, keine "typische Frau" zu sein und sah auch mit etwas Verächtlichkeit auf eben jene "typischen Frauen" herab. Gründe gibt es dafür vermutlich eine Menge: die Gesellschaft, Vorbilder (ältere Brüder), Anti-Vorbilder (arme Kinder - Mädchen -, die von ihren Eltern dazu erzogen wurden, zu weinen, wenn sie dreckig wurden), mangelndes Selbstbewusstsein als Teenager, der Unwille erwachsen zu werden, und so weiter.

Mittlerweile habe ich diese Sichtweise komplette revidiert und bin ein bisschen beschämt, wie leicht ich dieses feindsinnige Denken verinnerlicht hatte - obwohl ich mich doch für so reif und kritisch hielt ( :grin: ). Seit ich das Stück für Stück entspannter sehen konnte, habe ich mir selbst erlaubt, "typische" Eigenschaften beider Geschlechter zu vertreten ... und damit bin ich endlich ich und nicht mehr so verkrampft.

Inzwischen weiß ich von sehr vielen Frauen, denen dieses Phänomen mehr oder weniger bekannt ist. Ich glaube schon, dass eine gewisse Skepsis oder sogar Abneigung gegenüber Frauen als Gruppe sehr weit verbreitet ist in unserer Gesellschaft und man diese zum Teil übernimmt.
 
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Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich könnte mir vllt vorstellen, dass dieses Verhalten unter Frauen häufiger vorkommt. Männern ist ja doch so ein gewisses Konkurenzdenken angeboren, da wird halt gerne mal Kräfte gemessen ob nun verbal oder körperlich.

Ich glaube, dieses Konkurrenzdenken gibt es unter Frauen auch, aber es spiegelt sich ganz anders im Verhalten wider. Frauen wird ja auch oft Hinterhältigkeit unterstellt, hinter dem Rücken lästern, gespielte Freundlichkeit und Pseudoharmonie. Und tatsächlich gab es in der Schule unter den Mädels dauernd irgendwelche Intrigen. Bei den Jungs hab ich das z.B. nie mitbekommen. Die haben sich dann eben geprügelt oder öffentlich gemobbt.

Letztendlich muss ich aber sagen: Who cares? Ich bin so wie ich bin und einige finden mich halt gut und andere eben nicht. Dafür hab ich einige wenige Leute mit denen ich mich echt gut verstehe, das ist viel Wert. Sei einfach du selbst und du wirst immer Leute treffen die dir ähnlich sind.

Interessant wird es dann, wenn man es gesellschaftlich betrachtet. Ich persönlich kann natürlich nur über meine eigenen Erfahrungen reden, aber diese Eintönigkeit einer Meinung innerhalb einer Gruppe fällt mir bei generischen Frauengruppen (also nicht meinen eigenen!) schon auf, z.B. sogar bei feministischen Gruppierungen, die sich eigentlich davon emanzipiert haben sollten (nicht alle natürlich!), da scheint es auch einen Hang dazu zu geben, das nur eine einzige Meinung akzeptiert wird, und alles abweichende schnell inakzeptabel und verstoßen wird. Man ist wohl einfach sehr schnell ein "female Outcast", wenn man etwas anders sieht. Vielleicht genießen viele Frauen die Macht ihrer Gruppe, und die Gruppe kann nur stark sein, wenn sie sich einig ist? Das ist wohl schon zu viel hineininterpretiert, also nicht allzu ernst nehmen :zwinker: Ich brainstorme hier nur so vor mich hin :smile:
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Mir geht es wirklich haargenau so wie dir, ich finde mich 1:1 in deinem Text wieder. :zwinker:

Lustig :grin:

Inzwischen reagiere ich daher auch etwas anders, wenn eine Frau sagt, sie könne nicht mit Frauen arbeiten/befreundet sein/usw.

Wie reagierst du denn dann? Ich versuche ja dann immer vermittelnd aufzutreten und geschickt Werbung für Frauen zu machen, aber das kann's ja auch nicht sein :grin: Andererseits hat das damals bei mir ja tatsächlich geholfen.
 

Benutzer143177 

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Ich fand Frauen schon immer anstrengend. Aber nicht immer pauschal alle gleich "schlimm". Ich hatte immer weibliche Freundinnen, nur fand ich eben viele viele andre Frauen anstrengend und auch Freundinnen im Vergleich zu Freunden anstrengender. Fing schon im Kindergarten an, da war man die beste Freundin, kam eine, die ein Kleid mehr für die Barbie hatte, wurde man ausgetauscht und die andre war die neue beste Freundin. Für zwei Stunden. Bei Jungs war das nie so. Habe auch einen größeren Wechsel bei weiblichen Freunden, Männer bleiben immer die gleichen. Irgendwann fing es dann allerdings an, dass ich wirklich mit keinem einzigen Mann befreundet sein konnte, ohne dass er irgendwann was von mir wollte :rolleyes:, dann haben sich meine männlichen Freundschaften/Bekanntschaften leider sehr dezimiert. Nur meinen besten Freund hab ich immernoch, das mit der Verliebtheit haben wir überstanden. :zwinker: Allgemein komme ich aber eigentlich besser mit Männern klar. Ich habe aber keine generelle Abneigung gegen Frauen, finde sie aber eben anstrengender, dafür aber auch offener bei Gesprächen (wobei ich nicht so die Quatschliesl bin, daher brauche ich das auch nicht zwingend) und verständnisvoller, Männer können manche Sachen irgendwie immer nicht ganz nachvollziehen. Wie bei allem gibt es auf beiden Seiten Vor- und Nachteile :zwinker:

Ich treffe übrigens fast nur Frauen, die nichts mit "typischen" Frauen anfangen können (auch wenn ich finde, dass sie selber eine sind).
 

Benutzer27534 

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Ich konnte zu Schulzeiten auch nicht sonderlich viel mit Frauen anfangen. Das lag aber sicher unter anderem daran, dass ich mit 2 älteren Brüder aufgewachsen bin und wir auch so etwas wie einen gemeinsamen Freundeskreis hatten, der eben vorwiegend aus Kerlen bestand.
Damals hatte ich eine beste Freundin, die zu der Zeit genauso tickte wie ich und ansonsten nur männliche Freunde.
In der Kollegstufe hat sich das schon etwas gewandelt, dort hab ich mich unter anderem mit meiner auch jetzt immer noch besten Freundin angefreundet.

Richtig geändert habe ich meine Meinung dann im Studium. Nachdem ich - trotz naturwissenschaftlichen Fach - in der Pharmazie fast nur Frauen um mich hatte, musste ich mich wohl oder übel damit abfinde, mit Frauen zurecht zu kommen, da man einfach die komplette Woche von morgens bis abends miteinander verbringt.
Lustigerweise ist meine beste Uni-Freundin auf den ersten Blick schon fast 'tussig' und immer super durchgestylt. Ich habe aber sehr schnell gemerkt, dass sie Null so ist und sie findet es auch etwas lustig, mit dem Klischee zu spielen.
Diese zickigen Damen gab es bei uns auch, aber um mich herum hatte ich auch nur Frauen, die absolut entspannt sind.

Mittlerweile hab ich auch definitiv mehr weibliche als männliche Freunde und es stört mich nicht. Im Endeffekt ist es eben doch eine Charakterfrage, und der ist nun mal unabhängig von dem Geschlecht.

Edit: Das mit der einheitlichen Meinung könnte ich bei mir so nicht bestätigen. Allein weil ich kein Problem damit habe mein Meinung kund zu tun und damit eine Diskussion anzuregen :tongue:
 

Benutzer108566 

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Ich treffe übrigens fast nur Frauen, die nichts mit "typischen" Frauen anfangen können (auch wenn ich finde, dass sie selber eine sind).

Da muss ich dann allerdings auch am allermeisten drüber schmunzeln. Wenn Menschen andere Menschen meiden, weil ihnen Eigenschaften nicht gefallen, die sie meiner Meinung nach bilderbuchmäßig selbst verkörpern. :grin:
 
G

Benutzer

Gast
Irgendwie finde ich, dass ich viel mehr dieser "untypischen" Frauen kenne :grin: Ganz ehrlich, was soll den so untypisch sein ? Diese girly-girls nehme ich absolut nicht wahr. Warum also dennoch das Attribut "untypisch, unweiblich..." ?
 

Benutzer113006 

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Moderator
Irgendwann fing es dann allerdings an, dass ich wirklich mit keinem einzigen Mann befreundet sein konnte, ohne dass er irgendwann was von mir wollte :rolleyes:, dann haben sich meine männlichen Freundschaften/Bekanntschaften leider sehr dezimiert
Das kenne ich auch. Und mit Frauen kann ich nicht befreundet sein, weil sie eifersüchtig auf mich sind. :ratlos: Das ist echt nicht so einfach. :grin:

Während meiner Schulzeit war ich auch mehr von Männern umgeben, wobei das im nicht romantischen und/oder sexuellen Kontext war, sondern wirklich nur auf Freundschaftsniveau. Während der letzten Jahre hat sich das ziemlich ins Sexuelle verschoben und mir geht es wie dir, trombone trombone .

Freundschaften zu Frauen führe ich einige und finde das mittlerweile auch viel entspannter als mit romantisch interessierten Männern. :grin:

Bei Frauen kommt es mir doch oft so vor, dass sie Gift sprühen und verteilen. Meine Launen habe ich auch, aber natürlich mache ich das nicht so krass wie andere Frauen. :whistle: Zumindest ist mir bei Männern das Phänomen noch nicht aufgefallen, dass die Launen so extrem wechseln und man nicht weiß, wie man dran ist. Gerade auf Arbeit sind solche Launen ziemlich störend, finde ich.
 

Benutzer111070 

Team-Alumni
Auch ich finde mich in deinem Beitrag teilweise wieder, Lotusknospe Lotusknospe . :smile:

Ich hab es zwar nie so gesehen, dass ich grundsätzlich nicht mit anderen Frauen klarkomme (und denke mir bei solchen Aussagen auch immer meinen Teil), aber ich hab den Umgang mit Jungs/Männern irgendwie immer als tendenziell einfacher und entspannter empfunden und während der Pubertät teilweise wohl auch nur deshalb den Glauben an mein Geschlecht ( :upsidedown: ) nicht verloren, weil ich mich an die Schwarze Szene gehalten habe und dort - insbesondere online - früh auch auf in meinen Augen vernünftige Mädchen und Frauen gestoßen bin, an denen es in meinem persönlichen Umfeld irgendwie mangelte. :grin:

Gewissen Frauentypen gegenüber hab ich nach wie vor meine Vorbehalte, aber das trifft auch auf Männer zu, von daher wird das nichts mit dem Geschlecht zu tun haben - manchen Menschen sieht man einfach auf drei Meilen Entfernung an, dass sie auf einer anderen Wellenlänge liegen oder glaubt das zumindest, Schubladendenken sei Dank.
 

Benutzer101356 

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Ich war früher nur mit Frauen befreundet, im Studium kamen dann immer mehr männliche Freunde hinzu. Ich hatte nie diese generelle Abneigung gegen Mädchen/Frauen - ich hab da immer schon stark nach Charakteren unterschieden. Manche Menschen mag man, manche halt nicht.

Ich glaube, so eine Wahrnehmung ist natürlich auch stark vom persönlichen Umfeld geprägt. Ich war mehrere Jahre in einer reinen Mädchenklasse (kein Junge wollte ins sprachliche Profil :tongue:) und ich bin auch mit der Erwartung rein "Oh nein, das gibt sicher nur Zickenkrieg, keinen Bock darauf...". Aber am Ende war es toll! Natürlich war nicht jede mit jeder dick befreundet - aber wir sind alle miteinander ausgekommen, es ging nie über ein normales Maß an Streitgkeiten hinaus und wir hatten echt viel Spaß.

Dieses Vorurteil meinerseits ist mir gerade erst wieder eingefallen, hatte ich ganz vergessen. Da spielen sicherlich auch gesellschaftlich vermittelte Vorstellungen mit rein - "Frauengruppen sind zickig, intrigant und hinterhältig" <--> "Jungs prügeln sich und schaffen Streitigkeiten 'wie echte Kerle' offen und ehrlich aus der Welt". Solche Stereotype (natürlich auch umgekehrt, nachteilig für Männer) bekommt man ja nebenbei vermittelt, das prägt sicherlich.

Nehmen wir mal das Vorurteil der Zickigkeit/Stutenbissigkeit, das ja Frauen gerne unterstellt wird:
Wenn ich mir meine Freundinnen anschaue - ich würde davon keine als "nicht typisch weiblich" bezeichnen. Aber keine von ihnen, auch in den verschiedenen Freundeskreisen, würde ich als zickig einstufen. Man hat mal einen schlechten Tag, man streitet sich mal, es läuft auch sicherlich anders ab als mit meinen männlichen Freunden - aber die Stimmung ist in meinen Frauengruppen nicht bissiger als bei den Männern. Und ich habe auch sonst oft auch viele tolle Frauen erlebt, mit denen ich gerne und gut zusammenarbeite, die sich gegenseitig unterstützen und bereichern und bei denen man sich gegenseitig über Erfolge freut. Also nichts mit "Missgunst qua Geschlecht".

Klar sind manche Verhaltensweisen tendenziell typischer für Frauen als für Männer und umgekehrt - sei es, weil sie angeboren oder angezogen sind. Aber die Bewertung bestimmter Verhaltensweisen bei einem Geschlecht unterscheidet sich oftmals von der für das andere Geschlecht - und dadurch werden bestimmte Vorurteile gefördert und bestärkt. Im Großen und Ganzen ist es für mich wirklich eine Frage des Charakters, mit wem man besser auskommt. Und z.B. melodramatische Menschen, die nicht ordentlich kommunizieren können, was ihnen grad nicht passt, vermeide ich bei beiden Geschlechtern. :zwinker:
 

Benutzer107106 

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Als Teeny hatte ich in der Schule einen reinen Mädchen-Freundeskreis + den obligatorischen schwulen Freund :grin:
Allerdings waren wir auch ein gesammelter Haufen aus Menschen, die woanders nicht so gut reinpassten. Außer mir mit Lehramt hat keiner dieser Damen einen Frauen Beruf. Alle studierten Ingenieurwesen, Mathematik, Informatik Bauwesen, etc...
An der Uni habe ich mich mit Frauen so gut wie gar nicht verstanden. Alle meine Unifreunde sind Männer. In den letzten 10 Jahren hab eich eigentlich meinen Freundeskreis fast nur durch Männer und nicht durch Frrauen erweitert, wie mir jetzt gerade so auffällt, oder durch Paare (Kindergarten meiner Tochter)... Mit Absicht war das nicht, es hat sich nur einfach nicht ergeben.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Eine ehemals sehr gute Freundin von mir (mit der ich leider kaum noch Kontakt habe) gehört ganz klar zu den Frauen, die mit Männern deutlich besser zurecht kommen, als mit Frauen.

Mit einigen Männern konnte sie lang anhaltende, intensive Freundschaften führen, während ihre Freundschaften mit Frauen zwar durchaus auch ziemlich eng und intensiv sein konnten, aber nie lange hielten und meistens ein ziemlich unschönes Ende fanden.

Allerdings ist sie auch generell eine etwas "gewöhnungsbedürftige" Person, die sich mit ihrer Art mehr Feinde, als Freunde macht:
Sie ist sehr scharfsinnig, eloquent, konsequent, ehrlich, direkt, geradlinig und undiplomatisch, aber gleichzeitig auch sehr mitfühlend. Sie hat ganz feste, unumstößliche Prinzipien und Überzeugungen, die sie klar vertritt und vor allem misst sie sowohl sich selbst, als auch andere Menschen knallhart und konsequent an ihren Prinzipien.
Dementsprechend hasst sie auch gewisse Eigenschaften und Verhaltensweisen, die als typisch für das Verhältniss von Frauen untereinander, bzw. für Frauen allgemein gelten (also z.B. Zickenkriege, "hintenrum" lästern, Eifersucht, Intrigen, usw.)
Wenn man sie nicht gut kennt, kann man sie auch leicht für ziemlich hart, unnahbar und überheblich halten, obwohl das überhaupt nicht der Fall ist.
 

Benutzer137374  (49)

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und ich hab auch mal etwas aus einer Studie gelesen, die ähnliches nahezulegen scheint (Mädchengruppen vertreten eine einheitlichere Meinung). Und das war auch immer ein Grund, warum ich früher mit Mädchen/Frauengruppen nicht wirklich was anfangen konnte, bis ich eben auf Mädchen/Frauengruppen gestoßen bin, die auch Kontroverse erlaubt haben und eine Offenheit dafür hatten bzw. bis eine Frau, die ich toll fand und als Ausnahmeerscheinung wahrgenommen habe, mir mal klar gemacht hat, dass es ganz viele Frauen auf der Welt gibt, die toll sind. Ich brauchte da auf jeden Fall eine Hand, die mich geführt hat, sonst wäre ich wohl immer noch auf dem Holzweg.
Ein interessantes Thema, fuer das ich vielleicht eine Erklaerung anbieten kann. Erstmal gilt es fuer beide Geschlechter, dass sich Gruppen herausbilden, in denen sich die Personen aehneln. Das kennt ja jeder aus der Schule. Die Nerds, die Coolen, die Anarcho-Kiffer usw. Bei der Geschlechtersache unter Frauen spielt mit rein, dass eine auffaellige Frau eine Gefahr fuer die Gruppe darstellen koennte. Entweder ist sie "scheisse" und wertet die Gruppe nach aussen ab oder positiv anders, dann stellt sie Konkurrenz innerhalb der Gruppe dar. Solche Frauen gehen dann in Maennergruppen, weil sie da extrem willkommen sind (insofern sie nicht einem der Maenner verpartnert ist). Die Frau uebersieht hier aber leicht, dass sie nur so willkommen ist, WEIL sie eine Frau ist (Mann erfreut sich mehr an ihren Titten und dem Wohlgeruch der Haare als an ihrer politischen Meinung). Maennern steht aufgrund des Patriachats dieser Weg nicht offen. Da kann ich sogar persoenlich etwas beisteuern. In der Vorschule habe ich praktisch nur mit Maedchen gespielt (die waren mir schon immer lieber :zwinker: Meine Eltern haben mich dann regelrecht gezwungen, mit Jungen zu spielen, weil es eben nicht dem "anstaendigen Bild" entspricht, wenn ein Junge sich nur mit Maedchen abgibt. Wenn Maedchen hingegen auch "Astronauten" werden wollen, ist das was lobenswertes. So wie Frauen Roecke und Hosen tragen und mit Autos und Puppen spielen. Ballett tanzen und Fussball spielen. Ein Maedchen drueckt aus, wie besonders stark es ist, wenn es sich damit ruehmt, mehr mit Autos als mit Puppen zu spielen. Wenn der Junge, sich damit ruehmen wuerde, wie gerne er mit Puppen spielt, wird er ausgelacht.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Interessantes Thema eigentlich. Ich habe seit der Schulzeit eine mal mehr, mal weniger feste Frauengruppe, war aber auch schon immer gerne mit Männern befreundet.

Als sich meine "Frauengruppe" anfing zu entwickeln, steckten wir alle mitten in der Pubertät. Rückblickend betrachtet war es schon so, dass die Gruppenmeinung relativ einheitlich war. Ich würde das aber weniger der Tatsache zuschreiben, dass wir Frauen sind, sondern eher der, dass wir in der Pubertät waren. Wir haben uns viel über Gott und die Welt, den Sinn des Lebens, Liebe und Beziehungen unterhalten und waren letztendlich schon immer einer Meinung.
Ob das bei den Jungsgruppen damals auch so war? Ich hatte nie das Gefühl, dass diese ähnliche Gesprächsthemen hatten :grin: Aber das weiß ich natürlich nicht.

Nach der Pubertät hat sich die Gruppendynamik bei uns ganz anders entwickelt. Wir sind zu völlig unterschiedlichen Menschen geworden, die ganz verschiedene Vorstellungen vom Leben haben und in vielen Punkten anderer Meinung sind, zum Beispiel bei Religion, Sex, Beziehung ... Trotzdem sind diese Damen meine besten, engsten und längsten Freunde, sodass ich dem Gruppen-Macht-Gedanken eigentlich nicht zustimmen kann.

Die (teilweise auch sehr engen) Freundschaften mit Männern hielten allerdings noch nie so lange an wie meine Frauenfreundschaften – zweimal hörten sie zum Beispiel auf, als die Männer eine Freundin hatten (sie sind aber nie mit Drama und Streit auseinander gegangen, ich habe zu allen immer noch sporadischen Kontakt). Bei manchen Männern hatte ich im Nachhinein doch eher das Gefühl, dass sie mich aufnahmen, eben weil ich eine Frau bin und nicht, weil ich vom Charakter so toll zu ihnen passte (also in etwa das, was H huhngesicht sagte.)

Ich kann aber schon nachvollziehen, was Frauen meinen, wenn sie dieses Bild von einer lästernden, intrigenspinnenden Frauengruppe vor sich haben. So Gruppen kenne ich auch, aber das ist bei Weitem nicht die Regel.
 

Benutzer137374  (49)

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Ob das bei den Jungsgruppen damals auch so war? Ich hatte nie das Gefühl, dass diese ähnliche Gesprächsthemen hatten :grin: Aber das weiß ich natürlich nicht.
Ich vermute, dass thematisch und ueberhaupt mehr wert auf das Vorgeben emotionaler Distanz gelegt wird. Ich erinnere mich, dass ich mal mit meinem aeltesten und besten Freund in einem Doppelbett schlafen musste (zu Pubertaetszeiten). Wir haben zwei Stuehle in die Mitte des Bettes gelegt, weil es ja so schon pervers genug war :zwinker: Darueber hinaus duerfte es bei Maennern nicht wesentlich anders sein. Mir war schon als Heranwachsender "Vereinzugehoerigkeit" unangenehm und bewegte mich daher zwischen allen Interessengruppen. Prinzipiell war das ueberall gleich. Bei Frauen schien mir nur das Thema "Beziehungen" erheblich staerker Bedeutung zu haben.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ein interessantes Thema, fuer das ich vielleicht eine Erklaerung anbieten kann. Erstmal gilt es fuer beide Geschlechter, dass sich Gruppen herausbilden, in denen sich die Personen aehneln. Das kennt ja jeder aus der Schule. Die Nerds, die Coolen, die Anarcho-Kiffer usw. Bei der Geschlechtersache unter Frauen spielt mit rein, dass eine auffaellige Frau eine Gefahr fuer die Gruppe darstellen koennte. Entweder ist sie "scheisse" und wertet die Gruppe nach aussen ab oder positiv anders, dann stellt sie Konkurrenz innerhalb der Gruppe dar. Solche Frauen gehen dann in Maennergruppen, weil sie da extrem willkommen sind (insofern sie nicht einem der Maenner verpartnert ist). Die Frau uebersieht hier aber leicht, dass sie nur so willkommen ist, WEIL sie eine Frau ist (Mann erfreut sich mehr an ihren Titten und dem Wohlgeruch der Haare als an ihrer politischen Meinung).

Das stimmt sicherlich manchmal, aber verallgemeinern möchte ich das nicht, denn ich kenne auch (eher wenig weibliche) Frauen, die gar nicht als Frauen von ihren Kumpels wahrgenommen werden, sondern eben mehr nur Kumpel, und daher auch nicht attraktiv für sie sind. Ich selbst war nie in Männergruppen willkommen, sondern ich hatte "nur" einzelne männliche Freunde, die sich untereinander aber gar nicht kannten. Mag sein, dass der ein oder andere die Möglichkeit wahrgenommen hat, dass mehr draus werden kann, aber letztendlich war das nebensächlich und ist nie ins Gewicht gefallen (z.B. ist dadurch keine Freundschaft zerbrochen).

Maennern steht aufgrund des Patriachats dieser Weg nicht offen. Da kann ich sogar persoenlich etwas beisteuern. In der Vorschule habe ich praktisch nur mit Maedchen gespielt (die waren mir schon immer lieber :zwinker: Meine Eltern haben mich dann regelrecht gezwungen, mit Jungen zu spielen, weil es eben nicht dem "anstaendigen Bild" entspricht, wenn ein Junge sich nur mit Maedchen abgibt. Wenn Maedchen hingegen auch "Astronauten" werden wollen, ist das was lobenswertes. So wie Frauen Roecke und Hosen tragen und mit Autos und Puppen spielen. Ballett tanzen und Fussball spielen. Ein Maedchen drueckt aus, wie besonders stark es ist, wenn es sich damit ruehmt, mehr mit Autos als mit Puppen zu spielen. Wenn der Junge, sich damit ruehmen wuerde, wie gerne er mit Puppen spielt, wird er ausgelacht.

Ich glaube, die Zeiten haben sich mittlerweile geändert und du vermischst hier zwei Dinge. Ich kenne genug Männer, die sich wohler mit Frauen fühlen als mit den typischen Männergruppen, und die daher auch viel Zeit mit Frauen verbringen. Aber wie gesagt, auch umgekehrt wohl eher ein Mann mit mehreren Freundinnen, die er unabhängig voneinander kennt, und nicht ein Mann in einer großen Frauengruppe. Ich hatte übrigens von klein auf über Jahre einen besten Freund, und unsere Freundschaft wurde von dessen Eltern immer sehr unterstützt (aber der durfte auch mit Puppen spielen und keinen hat's gejuckt).
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Irgendwie finde ich, dass ich viel mehr dieser "untypischen" Frauen kenne :grin: Ganz ehrlich, was soll den so untypisch sein ? Diese girly-girls nehme ich absolut nicht wahr. Warum also dennoch das Attribut "untypisch, unweiblich..." ?

Weil man so aufwächst (oder ich zumindest so), dass es der Normalfall ist, wenn Mädchen girly sind :grin: Heutzutage weiß ich natürlich, dass das nicht so ist, aber wenn du als Kind nur mit rosa Glitterzeug beworfen wirst und alle Mädchen zu Fasching als Prinzessin gehen, dann kommst du dir schon etwas atypisch vor, wenn du als Schachfigur gehst :grin:
 

Benutzer137374  (49)

Benutzer gesperrt
Das stimmt sicherlich manchmal, aber verallgemeinern möchte ich das nicht, denn ich kenne auch (eher wenig weibliche) Frauen, die gar nicht als Frauen von ihren Kumpels wahrgenommen werden, sondern eben mehr nur Kumpel, und daher auch nicht attraktiv für sie sind.
An solche Frauen erinnere ich mich auch, aber die mussten dann in anderen Bereichen ueberdurchschnittlich interessant, witzig, intelligent, was auch immer sein. Sie mussten sozusagen ihren Mann stehen :zwinker: Bei Frauen, die um des Frauseiens willen in Maennergruppen auftraten, war das nicht notwendig. Sieht hammer aus, ok dabei. Auch wenn sie ansonsten unertraeglich langweilig war. Selbst als pubertierend notgeiler Zausel war das nie wirklich meins, es sei denn, das Haar roch ganz besonders betoerend :zwinker:
Ich glaube, die Zeiten haben sich mittlerweile geändert und du vermischst hier zwei Dinge. Ich kenne genug Männer, die sich wohler mit Frauen fühlen als mit den typischen Männergruppen, und die daher auch viel Zeit mit Frauen verbringen. Aber wie gesagt, auch umgekehrt wohl eher ein Mann mit mehreren Freundinnen, die er unabhängig voneinander kennt, und nicht ein Mann in einer großen Frauengruppe. Ich hatte übrigens von klein auf über Jahre einen besten Freund, und unsere Freundschaft wurde von dessen Eltern immer sehr unterstützt (aber der durfte auch mit Puppen spielen und keinen hat's gejuckt).
Die Zeiten haben sich erheblich verbessert. Ich habe einen schwulen Cousin, der sich bis heute nicht richtig geoutet hat, weil sowas als "igitt" galt. Ich nehme an, dass meine Eltern tatsaechlich angst hatten, ich koenne schwul werden, wenn ich nicht "Jungssachen" mache.
Heute kriege ich das ja eher aus der Perspektive des Vaters mit. In den Grundzuegen hat sich wenig veraendert (ich bin ueberwiegend von Akademikern also tendenziell eher aufgeklaerten Menschen umgeben). Kein Junge spielt mit Babypuppen oder Barbies. Voellig ohne Zwang durch die Eltern natuerlich, wollen das die Kinder nicht, weil Mitschueler zB vermitteln, dass das schlecht ist. Fuer meine Tochter sind alle Beziehungsformen zwischen Geschlechtern etwas ganz normales, dennoch ist Schwuchtel zB fuer sie ein Schimpfwort.
 
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