Ernährung Fleisch mit Gesicht

Benutzer65532 

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Du bist die einzige Person, die zu einem Nutztier eine persönliche Bindung aufbauen kann.

Hattest du den schon mal intensiveren Kontakt zu diesen sogenannten "Nutztieren"? Schweine sind um einiges schlauer als Hunde und Rinder können wahnsinnig verschmust sein. Wusstest du, dass eine Mutterkuh auch noch Jahre später ihr Kind wiedererkennen kann, dass ihr direkt nach der Geburt weg genommen wurde?

Ich mag die Unterscheidung zwischen "Nutztier" und "Haustier" nicht. Meiner Meinung haben sie alle ein Recht mit Respekt behandelt zu werden.

Ich finde es gut, wenn Menschen die Verbindung zwischen ihrer Wurst und dem Tier bewusst gemacht wird. Ich hatte schon recht früh in meiner Kindheit direkten Kontakt zu Rindern, Schweinen und teilweise auch zu Hühnern. Das waren teilweise beeindruckende Persönlichkeiten. Ich habe auf diesem Hof mit Pferden gearbeitet und mich nach und nach von den anderen Tieren distanziert, weil mich deren Tötung sehr mitgenommen hat. Durchweg alle, die dort auf dem Hof wegen den Pferde waren, sind im Laufe der Zeit Vegetarier geworden. Der intensive Kontakt zu diesen "Nutztieren", das Mitkriegen ihrer Emotionen, sowie die verachtende Art und Weise wie die Tiere auf diesem verhälnismäßig familiären Bauernhof behandelt wurden, hat dazu beigetragen.

Hier ist noch ein Video, das zeigt, dass viele ihre leckere Wurst nicht mit dem Tier, das dafür sterben muss, in Verbindung bringen, Finde ich sehr aufschlussreich.
[ame=http://www.youtube.com/watch?v=5d_y9Hhk2r8&feature=share]O Moedor de Porco | Pegadinha com Ivo Holanda | Programa Silvio Santos - YouTube[/ame]
 
D

Benutzer

Gast
Die Themen "Tierhaltung" und "Umwelt" und sogar "Nachhaltigkeit" hatten wir übrigens auch in evangelischer Religion. Und in Bio. :zwinker:
Evangelischer Unterricht ist ja tendenziell so etwas ähnliches wie Ethik, nur das Ethik umfangreicher, philosophischer und eben konfessionslos unterrichtet wird (der Theorie nach).
In Bio hatten wir das auch, aber es wird meist nur angeschnitten und nicht an philosophischer Ebene behandelt. Aber eigentlich gehören ja ethische Fragen in jedes Fach.

Also ich sage ja, ich würde keine Tiere essen, zu denen ich eine persönliche Bindung aufgebaut habe.
Das macht schon einen Unterschied aus :smile: Ich kann es aber auch verstehen wenn man sie nicht essen will da man sie vorher gesehen hat. Für mich hat das nichts mit Verdrängung zu tun.

Was ist das denn aber sonst als Verdrängung? Man will sich nicht bewusst machen, dass dieses Tier, was man isst, Emotionen, Zuneigung, mütterliche Gefühle etc. hatte. Wenn man das direkt mitbekommt, können es die meisten nicht mehr essen (siehe Spot von Batida). Also verdrängen sie den Vorgang bzw. machen es sich einfach nicht bewusst, was das bedeutet. Sollten sie aber!
 

Benutzer12784  (39)

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Was ist das denn aber sonst als Verdrängung? Man will sich nicht bewusst machen, dass dieses Tier, was man isst, Emotionen, Zuneigung, mütterliche Gefühle etc. hatte. Wenn man das direkt mitbekommt, können es die meisten nicht mehr essen (siehe Spot von Batida). Also verdrängen sie den Vorgang bzw. machen es sich einfach nicht bewusst, was das bedeutet. Sollten sie aber!

Natürlich gibt es Menschen die sich nicht bewusst machen, das ein Tier Gefühle hat, und dann vor der Kamera wenn man ihnen ein schlechtes Gewissen einredet zurückschrecken.
Die Menschen sind nunmal ein unvollkommenes Pack.
Ich frage mich ob andere Raubtiere ein Problem damit haben ihre Beute zu verspeißen. Und nichts anderes als ein Adaptives Raubtier ist der Mensch.

Und dein Einwurf zur Wissenschaft. Die hat nachgewiesen, das Leute mit hohem Einkommen, die nicht rauchen, trinken und dazu Sport machen, gesünder leben als Average Joe.
 
M

Benutzer

Gast
Ich bin quasi auf einem Bauernhof aufgewachsen, dass Tiere geschlachtet werden, die man vorher gehegt und gestreichelt hat, war sozusagen an der Tagesordnung. Ich hab damit auch überhaupt kein Problem.

Allerdings würde ich mir nun nicht extra die Mühe machen, ein Stück Fleisch von einem ganz bestimmten Tier zu kaufen. Ich achte da einfach auf Qualität und Preis, und nicht darauf, ob das Schwein nun Hans oder Horst hiess.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich find den Ansatz deswegen interessant, weil ich genügend Leute kenne, die Fleisch essen, aber nicht sehen wollen, wo es herkommt.

Gerade die Einstellung von "Ich könnte kein Tier schlachten!" oder "Zeig mir das nicht, ich will das nicht sehen" haben doch viele, obwohl es doch in sich total widersprüchlich ist. Für mich kam dann eben irgendwann die Idee, dass ich eben auch kein Fleisch essen möchte, wenn ich nicht sehen möchte, wie das Tier getötet wird und ich selbst nicht schlachten könnte.

Ich weiß eben auch nicht, ob diese Idee insoweit irgendwelche "neuen" Leute anzieht - es werden ja sowieso nur die daran Interesse haben, die auch sonst auf ihre Ernährung achten und keine Massentierhaltung unterstützen wollen. Die die das nicht verkraften oder nicht sehen wollen, werden weiterhin ihr eingeschweißtes Fleisch kaufen, frei nach dem Motto "Was ich nicht sehe, passiert auch nicht".

Dass die Tiere auch noch mit Namen und Gesicht geschlachtet werden, finde ich auch irgendwo etwas geschmacklos - irgendwo widerspricht das meinem Pietätsempfinden. Ist eben ein bisschen so, als wenn ein Spanferkel mit Kopf aufgehangen wird - ich finde das irgendwie "barbarisch". Für mich ist das eher so, dass ich denke: In dem Moment, wo ich dem Schwein ein Gesicht, einen Charakter zuerkenne - in dem Moment kann ich es nicht mehr essen. Weil dann ist es einfach über den Punkt hinaus, wo es für mich Nahrungsmittel darstellt, in dem Moment ist es für mich "Mitgeschöpf" - und da kann ich nicht einfach ein Stück von abbeißen, wenn es mich anguckt.

Das Video auf der Homepage finde ich gruselig.
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Dass die Tiere auch noch mit Namen und Gesicht geschlachtet werden, finde ich auch irgendwo etwas geschmacklos - irgendwo widerspricht das meinem Pietätsempfinden. Ist eben ein bisschen so, als wenn ein Spanferkel mit Kopf aufgehangen wird - ich finde das irgendwie "barbarisch".

Macht ja aber für das Tier keinen Unterschied. Und wenn, dann vermutlich einen Guten - ich vermute, man behandelt Tiere tendenziell besser, wenn man einen engeren Bezug zu ihnen hat.
Auf den Akt der Tötung hat das aber keinen Einfluss, es macht nur bewusst, das ein Tier immer ein Gesicht, einen Charakter, eine Persönlichkeit hat, egal ob ein Mensch ihm einen Namen gibt.

Die Schweine bei "Meine kleine Farm" haben übrigens keine Namen, (Schwein 1, Schwein 2,...) sondern "nur" Gesichter. Und die haben sie immer, man guckt nur meistens nicht hin.

Übrigens denke ich persönlich die Zielgruppe liegt eher bei den Menschen, die sich zwar für das Thema interessieren, aber bisher nicht den Sprung weg von Supermarktfleisch geschafft haben. Menschen die es eigentlich schon wollen, aber mit den ihnen verfügbaren Möglichkeiten nicht zufrieden sind.
In meiner Heimatstadt gibt's zum Beispiel seit einem Jahr im REWE-Supermarkt eine kleine Kühltruhe mit Fleisch, Wurst und Käse von einem kleinen Hof in der Region, bei dem ich sogar schon mal war. Die Sachen dort sind meistens direkt ausverkauft, weil sie nicht so viel produzieren. Seitdem ist auch die Sektion Bio-Fleisch größer geworden - da werden viele Leute dabei sein, die einfach nur noch diesen kleinen Anstoss brauchten.
 

Benutzer37284 

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E
Was ist das denn aber sonst als Verdrängung? Man will sich nicht bewusst machen, dass dieses Tier, was man isst, Emotionen, Zuneigung, mütterliche Gefühle etc. hatte. Wenn man das direkt mitbekommt, können es die meisten nicht mehr essen (siehe Spot von Batida). Also verdrängen sie den Vorgang bzw. machen es sich einfach nicht bewusst, was das bedeutet. Sollten sie aber!

Ich glaube, dass man da einfach egoistisch denkt. Man verdrängt nicht, dass die Tiere Gefühle haben sondern man möchte nicht, dass man selbst aufgrund der Tatsache, dass man das Tier süß findet Gefühle entwickelt.
Wissen tu ich es nicht, mir geht es vor allem darum, dass ich kein Tier essen will zudem ich eine persönliche Bindung habe.

Im Übrigen ein wirklcih guter Beitrag von Batida.
Zwischen Nutztieren und Haustieren zu unterscheiden finde ich auch nicht gut, wieso auch?

Fakt ist, es sollte sich jeder Bürger darüber informieren was in den Betrieben so abläuft.
Nicht selten war der Aufschrei groß nachdem in Medien entsprechende Berichte z.b. über Wiesenhof kam. Da hörte ich auch schon von Bekannten "Das hätte ich ja nie gedacht" und ich dachte nur "Das ist doch schon lange bekannt".
- Sie essen aber weiterhin das Wiesenhofhähnchen und das ist ein weiteres Problem: Vielen ist das einfach egal, hauptsache sie kriegen ihr Fleisch auf den Tisch.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Für mich ist das mittlerweile einfach total schwierig geworden - so lange ich mir Fleisch abstrakt gedacht habe, ohne das dahinterstehende notwendige Schlachten, so lange konnte ich es essen. Seitdem das nicht mehr geht, mag ich es nicht mehr. Aber wie gesagt, ich kann mir denken, dass es Leute gibt, die dazwischen eine für sie vertretbare Einstellung finden. Nur finde ich die Art von "vorher streicheln, dann essen" auch irgendwie komisch. Es wirkt ein bisschen aufgesetzt, so, als wolle man eben verwöhnten Großstadtmenschen das Gefühl geben, ganz nah am ursprünglichen Bauernhofleben zu sein, so, als wäre dann alles total super. Ich kann das nicht ganz genau beschreiben, aber ich finds einfach irgendwo seltsam.
 

Benutzer78484 

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Schluss mit der Veganerdiskussion, das ist inzwischen völlig ab vom Thema. Habe einige Beiträge gelöscht und editiert. Wenn ihr darüber reden wollt, macht ein eigenes Thema auf und nicht dieses kaputt damit.
 

Benutzer84387  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Leute, die bei einer Schlachtung "Iiiihhh :wuerg: :flennen:" brüllen, sollten mMn einfach kein Fleisch essen... :zwinker:

Fleisch zu Essen ist für den Menschen notwendig, und es ist keinesfalls Moralisch verwerflich. Was aber in meinen Augen unmoralish ist, ist wissentlich Massentierhaltung und Tierquälerei zu unterstützen.
Ich hab schon Schlachtungen erlebt und finde daran nichts schlimmes. Wäre es so wäre ich ein Heuchler.

Ganz große Zustimmung meinerseits zu diesen beiden Beiträgen (ausgenommen der Aussage, dass Fleisch zu essen notwendig ist :zwinker: ). Ich bin seit sieben Jahren Vegetarier und hasse nichts mehr als die Tatsache, dass viele Leute erstmal davon ausgehen, ich käme einfach nicht damit klar, dass Tiere getötet werden.

Nein, ich habe kein grundsätzliches Problem damit, dass Tiere geschlachtet werden und ich habe zwar noch keine Schlachtung live mitbekommen aber bei meinen Großeltern hingen auch oft die geschlachteten Stallhasen zum Ausbluten auf dem Balkon. Damit komme ich klar, das ist vielleicht nicht unbedingt schön, aber wenn die Tiere ordentlich gehalten und kurz und schmerzlos getötet wurden dann ist das irgendwie noch in Ordnung. Sollte ich irgendwann einen wahnsinnigen Heißhunger auf Fleisch bekommen, könnte ich mich damit anfreunden Tiere aus guter Haltung zu essen.

Womit ich mich nicht anfreunden kann und will ist Massentierhaltung, respektloser Umgang mit Tieren und Menschen, die nichtmal mit ansehen können wie ein Tier umgebracht wird aber fünf Minuten später bei der nächsten Fast Food Kette nen Burger essen. Da fehlt einfach jeglicher Bezug zur Realität. Ein Bekannter von mir meinte mal "Wer meint er könne kein Tier schlachten, der sollte auch keins essen".

In dem Sinne: Die vorgestellten Angebote finde ich gut :jaa:
 

Benutzer82687 

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Ich finde es gut. Ich bin, wie Kiwi, an sich nicht gegen das Fleischessen. Nur das Ausmaß und die damit verbundene Qual der Tiere, da wird mir schlecht. Wenn die Tiere ein schönes Leben haben und es hilft, dass die Menschen ein besseres Bewusstsein für das Essen von Fleisch bekommen, warum nicht.

Ich befürchte leider nur, dass es nur die erreicht, die sich sowieso schon dafür interessieren/ denen es wichtig ist.
 

Benutzer32843 

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Ich finde das gut, für Leute die absolut keinen Bezug mehr zu Tieren habe. Ich würde das selbst aber nicht in Anspruch nehmen. Ich achte immer darauf dass das Fleisch, das ich kaufe aus guter Tierhaltung stammt. Ich esse aber sehr gerne Fleisch und Tierprodukte und möchte nicht darauf verzichten, aber für mich ist es selbstverständlich, dass die Tiere davor ein schönes Leben gehabt haben sollen.

Selber schlachten würde ich wohl nicht wollen, wenn ich müsste ginge es aber bestimmt. Ich finde nicht, dass es ein Argument ist dagegen Fleisch zu essen, wenn man selbst keine Tiere schlachten kann. Es könnte auch nicht jeder einen Menschen aufschneiden, aber Chirurgen "nutzt" man trotzdem gerne. Es ist nur natürlich dass sich eine Arbeitsteilung eingespielt hat, so dass ich nicht alles können oder wollen muss, das ich auch nutzen möchte.
 

Benutzer89584 

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Was haltet ihr davon?
Findet ihr es eher perfide oder gut?
Sorgt das eurer Meinung nach für mehr Bewusstsein beim Fleischkauf?
Ich find's strange...

Habt ihr schon mal erlebt, wie ein Tier geschlachtet wird?
Würdet ihr Wurst/Fleisch von Meine kleine Farm oder dem Essbaren Tiergarten kaufen bzw. essen?
Zu schlachten war damals bei unserer Familie standard. Als Kind hab ich da immer mitgeholfen. :grin:
Und joar, ich würds wohl auch da kaufen, weil die Tiere ja reht gut aufgezogen wurden.
 

Benutzer18889 

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Ich musste mich schon beim Lesen schütteln.

Ich esse kein Fleisch, aber wenn, dann denke ich immer, würde ich am ehesten welches essen, von dem ich zu 100 % sicher sein kann, dass es ein gutes Leben hatte. Leider denke ich dann andersrum wieder, dass das schöne Leben nur beendet wurde, weil u.a. ich ein Stück Fleisch wollte. Insofern bringt mir das auch nichts. Tiere, die an Altersschwäche sterben, sind laut Oma aber zäh. :tongue:

Selbst die Tiere von meiner Oma kann ich nicht essen, weil ich die ja desöfteren sehe. Ich esse doch nichts, was ich wenige Tage oder Wochen vorher über den Hof habe laufen sehen. :ratlos:

Besonders schlimm fand ich als Kind folgendes: Wir haben immer eine weiße Kuh mit Brot gefüttert, wenn ich zu Besuch war. Die stand auf Omas Koppel, verpachtet. Irgendwann gab es Mittag und Oma sagte: "So, nun essen wir Lisa". Ich hätte mich fast übergeben. Selbst meine Oma, die echt schmerzfrei ist, konnte das Fleisch nicht essen. :wuerg:

Die Schlachtung von Tieren habe ich desöfteren gesehen. Ich fand es als Kind schon eklig und ein Film über einen Schlachthof in der 5. Klasse tat sein übriges.
 

Benutzer114808  (34)

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In meiner Kindheit war es die große Attraktion, in der einem Bauernhof angeschlossenen Metzgerei einkaufen zu gehen. Wir waren immer erst im Schweinestall, haben die kleinen Schweinchen gestreichelt und dann im Laden. Auch bin ich als junges Mädel oft genug in großen Kühlhäusern gewesen, in denen die geschlachteten Tiere am Haken hingen und auf die Verarbeitung warteten. Nur meine Hasen, die ich jahrelang gepflegt hatte etc. konnte ich nicht essen (das Fleisch schmeckt mir genauso wenig wie Wild).
Heute achte ich darauf, wo mein Fleisch her kommt und kaufe fast nur in Metzgereien ein. Supermarkt-Fleisch ist mir meistens suspekt. Ob man mit einer solchen Aktion aber den Otto Normalverbraucher erreicht, bezweifele ich.
 
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