Feminismus

Benutzer15054 

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was haltet ihr von dieser richtung? ist feminismus überhaupt notwendig?
was haltet ihr von selbsternannten feministinnen wie charlotte roche? denkt ihr, die bewegen was oder ist das eher totales marketing?

nun eure meinung :zwinker:

Von Pseudo-Feministen wie Roche oder Schwarzer halte ich nichts. Die Gleichberechtigung der Frau mit dem Mann ist für mich nicht da erreicht, wo eine Frau endlich auch mal mit dem Gewehr Leute abknallen darf oder 'Sex and the city' guckt. Der Pseudo-Feminismus der letzten Jahrzehnte hat die Frauen lediglich "vermännlicht": Frauen dürfen denselben Scheiss machen, den Männer tagtäglich über sich ergehen lassen müssen. Stress im Job, Gefühlskälte, Aggressivität, Konkurrenzdenken - um nur mal einige "männliche" Qualitäten zu nennen, die auch manche Frauen sich in den letzten Jahrzehnten angeeignet haben.
Ich sage bewusst 'manche', denn die Emanzipation der Frau betrifft quantitativ nur eine Minderheit von Karriere-Weibern, die auch einen auf Macho machen und sich für sowas von emanzipiert halten.

Die Frau ist aus meiner Sicht heute mehr von der Emanzipation entfernt als in der 68er-Bewegung.
Viele Frauen sind heute selbst zu Sexisten geworden, sehen sich selbst als dem Mann biologisch überlegen an, labern aber denselben Müll wie patriarchale Kerle.
Dann gibt es die Sorte Frauen, die wieder freiwillig zurück an den Herd wollen und keine Emanzipation wollen. Eva Hermann lässt grüßen.

Feminismus war mal in den 60ern eine gesellschaftskritische Bewegung, heute ist sie lediglich eine Lebenseinstellung, die man haben kann oder nicht.
Feminismus gilt heute schon fast als Beleidigung, da mit Feminismus auch immer öfter Eigenschaften wie 'zickig' oder 'männerverachtend' in Verbindung gebracht werden.

Der Feminismus der 60er hat den Fehler gemacht, dass er Frauenverachtung nicht als einen essentiellen Bestandteil der modernen Gesellschaft betrachtet hat, sondern als etwas aus dem finsteren Mittelalter, welches man in der Moderne politisch überwinden könne.

Die Konsequenz dieser Inkonsequenz ist, dass der Feminismus heute keine Zähne mehr hat und wachsweich geworden ist. Feminismus hat keine Anziehungskraft mehr. Im Gegenteil: Ich persönlich sehe die Gesellschaft zunehmend zurückfallen in eine neue patriarchale Gesellschaft - was von vielen Frauen sogar hingenommen oder gar befürwortet wird.
Wie sonst ist es zu erklären, dass es viele weibliche Fans gibt, die sich den sexistischen Müll eines Bushido oder 'Frauenarzt' reinziehen und das auch noch geil finden?
Oder dass viele westliche Frauen einer (Pseudo-)Religion beitreten wie dem Islam oder dem Christentum, und sich dabei freiwillig wieder in die Rolle der Mann-Unterwürfigen begeben?
Oder dass leider sehr viele Frauen auf Macho-Arschlöcher stehen, sich von ihnen zusammenschlagen und einsperren lassen - und diesen Typen trotzdem noch hinterherlaufen?

Ich sehe die weitere Entwicklung sehr düster für die Frauen, wenn diese sich nicht wehren. In allen Krisen der modernen Gesellschaft ist auch immer die Frau eines der ersten Opfer männlicher All- und Ohnmachtsphantasien geworden. Man muss immer bedenken: Die Emanzipation des Unterdrückten geht nicht ohne die Emanzipation des Unterdrückers.
Im Klartext heisst das, dass auch die Männer ihre Männlichkeitsphantasien kritisieren und bekämpfen müssen. Denn Konkurrenz, Gewalt, Ehre und Besitzdenken gegenüber Frauen sind keine Perspektiven für den Mann. Der Vernichtungswille des modernen Mannes gegen die Frau läuft auf eine Selbstvernichtung hinaus.

Das ist kein philosophisches Gelaber, sondern lässt sich psychologisch und empirisch zeigen. Eine Frau, die sich von ihrem Mann wie Dreck behandel lässt, geht daran definitiv (wie auch bei Männern) daran kaputt. Auch wenn es viele Frauen gibt, die sich freiwillig ihrem Tyrannen unterwerfen, so wird sich diese männliche Aggressivität gegen die Frau in irgendeiner Weise entladen (Kindesmord, Alkoholabhängigkeit, Selbstmord, Aggressionen gegen andere).
Trotz der Karrierereise einiger weniger Frauen ist die Mehrheit der beschäftigten Frauen immer noch unterbezahlt, ihre Lage verbessert sich aber nicht mehr. Das ist für mich bereits ein Zeichen für eine allgemeine Sinnkrise der bürgerlichen Gesellschaft, die ja auf der Unterwerfung der Frau beruht.

Naja, ich will das hier nicht wieder in einem ellenlangen Text ausarten lassen. Ich selbst kann keine Frau gebrauchen, die sich alles von mir sagen lässt und nur die Beine breit macht, wenn ich allein Sex haben will. Frauen, die nicht wissen, was sie wollen, und immer an die falschen Kerle geraten, dabei noch von einer Karriere als Model träumen, von nix Ahnung haben und jedem Diätplan hinterherhetzen - solche Frauen sind für mich das Resultat eines falsch verstandenen Feminismus der letzten Jahrzehnte.
 

Benutzer11128 

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Ich denke, hier werden Begriffe verwechselt.

Feminismus ist eine (politische) Bewegung.

Emanzipation bedeutet Entwicklung.

Und Gleichberechtigung ist nicht Gleichstellung.

Wie auch schon die "böse" Frau Schwarzer feststellte.

Gleichberechtigt sollte man dann sein, wenn man zwar unterschiedliche Fähigkeiten und Eigenschaften hat, aber die "Wertung" diesbezüglich nicht auf eine Seite kippt.

Gleichstellung ist, wenn man identische Eignungen und Fähigkeiten hat und nicht aufgrund des Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt wird.
 

Benutzer75854 

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Außerdem gefällt mir die Unterscheidung geiler Hengst vs. Schlampe wenn eine Person viele Sexpartner hatte kein bisschen.
ganz ehrlich: das sind doch meistens Frauen, die ihre Geschlechtsgenossinnen als Schlampe bezeichnen!

bishin zur offenen Bevorzugung von Frauen (im Job erlebe ich das oft)

wie darf man sich das vorstellen?

Allerdings kenne ich auch sehr (!) viele Frauen, die genau das wollen.
Dito! Ich denke, in vielen Bereichen stehen sich Frauen einfach selbst im Weg.
Oder warum ist die Wahlbeteiligung bei jungen Frauen niedriger als bei jungen Männern?

Viele Frauen wollen einfach "typisch weiblich" sein und mit "Feminismus" nichts zu tun haben..
 

Benutzer48909 

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Viele Frauen wollen einfach "typisch weiblich" sein und mit "Feminismus" nichts zu tun haben..

Und, ist das verwerflich? Die Frage geht jetzt nicht speziell an dich, sondern grundsätzlich, weil ich es auch im Bekanntenkreis vermehrt feststelle. Und hier passt es ganz gut mal zur Diskussion gestellt.

Ich habe oft das Gefühl, dass es irgendwie als schlecht angesehen wird, wenn man typisch weiblich ist und das nicht versteckt.

Meine Sicht der Dinge ist:
Ich bin eine Frau und ich bin gerne eine Frau und ich bin gerne typisch weiblich. Ich muss nicht stark und aggressiv in der Karrierewelt voranschreiten. Das können Männer viel besser. Ich bin relativ weich und sensibel und das zeige ich zwar im Berufsleben nicht offensiv, aber ich verstecke es auch nicht. Und wenn dann halt mal die Tränen fließen (nur so als Beispiel) dann tun sie das eben. Na und?

Und vor allem, was heute (habe ich zumindest das Gefühl) oft sehr abwertend betrachtet wird. Ich bleibe in ein paar Jahren liebend gerne zuhause und schmeiße den Haushalt und versorge die Kinder. Wenn man das sagt, dann wird man von 90 % der Leute schief angeschaut. Warum? Die Frau ist dafür geschaffen Kinder zu bekommen - der Mann nicht. Ich ernähre das Baby mit meiner Milch, also bleibe ich auch zuhause. Warum sollte ich arbeiten gehen und meinen Mann zuhause lassen, der das Baby mit irgendwelcher Ersatzmilch aufziehen müsste? Für mich ist das total widersinnig.
Klar bin ich dann irgendwie von meinem Mann "abhängig", da er das Geld verdient, aber dafür lieben wir uns doch und haben geheiratet, dass wir auch Kinder bekommen können und einer zuhause bleiben kann. Was soll ich mit Kindern, wenn beide Partner nur ihre Karriere im Kopf haben?

Irgendwie hat man manchmal das Gefühl, es gibt nur noch das eine oder andere Extrem. Wenn man zuhause bleiben will und seinem Mann den Haushalt führen will, dann wird man gleich mit Frauen gleichgesetzt, die sich schlagen und erniedrigen lassen. So ein Quatsch... Ich werde liebend gerne unseren Haushalt führen, wenn Kinder da sind ohne mich unterdrückt zu fühlen oder geschlagen zu werden (was für eine Vorstellung *grins*). Auch die Kindererziehung und die Haushaltsführung sind in meinen Augen wertvolle Arbeiten, die gemacht werden müssen. Was haben die Kinder davon, wenn beide Elternteile arbeiten gehen und dann abends noch den Haushalt schmeißen müssen? In meinen Augen gar nichts. Die Eltern haben dann viel zu wenig Zeit für ihre Kinder...

Vielleicht sollte man mal weniger in Extremen denken.
Gleichberechtigung der Frau schön und gut, und wenn Frauen Karriere machen wollen, auch gut. Aber man sollte es vermeiden, Frauen, die auf diesen Zug nicht aufspringen zu verurteilen. Haushalt und Kinder heißt nicht automatisch Unterdrückung und Erniedrigung, sondern kann für die Frau ein durchaus erfülltes und schönes Leben sein, wenn sie es selber so möchte.

Ich habe halt das Gefühl, dass dieser Aspekt, dass sich nicht jede Frau als Hausfrau unterdrückt fühlt und eigentlich lieber Karriere machen will, heute manchmal vergessen wird, einfach weil das nicht sein darf, dass es noch Frauen gibt, die das gut finden.
 

Benutzer22419 

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wie darf man sich das vorstellen?
Ich bin Beamtin und erlebe es täglich, wie Frauen bevorzugt behandelt werden und ihnen "Extrawürste" genehmigt werden, die ein Mann nach jahrelangem Kampf für sich nicht durchgesetzt bekommt. Typisches Beispiel dafür ist die Teilzeitarbeit - ein Haufen Quotenfrauen, die allesamt ein Recht auf TZ haben, auch wenn es familientechnisch überhaupt nicht nötig wäre. Und nicht nur Teilzeit generell, sondern in wirklich allen nur denkbaren, völlig sinnentleerten Varianten, ganz nach Wunsch. Wäre ja nicht weiter schlimm und es wäre den Damen auch zu gönnen... würde nicht der ganze Laden darunter leiden. Nur mal als Beispiel. Du kannst dir als Frau in vielen Bereichen einiges leisten - kommt dir einer blöd, hat er sofort die Gleichstellungsbeauftragte am Hals. Ich weiß nicht, wie das in der freien Wirtschaft abläuft, klärt mich auf, aber im öffentlichen Dienst haben Frauen Narrenfreiheit.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
ganz ehrlich: das sind doch meistens Frauen, die ihre Geschlechtsgenossinnen als Schlampe bezeichnen!
Ich erlebe generell das Gegenteil, ich höre viel mehr Männer, die eine Frau als Schlampe bezeichnen als umgekehrt. Frauen bezeichnen andere Frauen auch als Schlampen, bloß weil sie sie nicht ausstehen können. Männer aber sagen Schlampe, wenn eine Frau mit (zu)vielen Partner Sex hat(te) ... und darum geht es mir. Nicht um den reinen Gebrauch des Wortes, sondern um gleiche "Anerkennung ("geiler Hengst") oder Verachtung ("Schlampe")" wenn ein Mensch viele Partner hatte.
 

Benutzer48909 

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Ich bin Beamtin und erlebe es täglich, wie Frauen bevorzugt behandelt werden und ihnen "Extrawürste" genehmigt werden, die ein Mann nach jahrelangem Kampf für sich nicht durchgesetzt bekommt. Typisches Beispiel dafür ist die Teilzeitarbeit - ein Haufen Quotenfrauen, die allesamt ein Recht auf TZ haben, auch wenn es familientechnisch überhaupt nicht nötig wäre. Und nicht nur Teilzeit generell, sondern in wirklich allen nur denkbaren, völlig sinnentleerten Varianten, ganz nach Wunsch. Wäre ja nicht weiter schlimm und es wäre den Damen auch zu gönnen... würde nicht der ganze Laden darunter leiden. Nur mal als Beispiel.

Das kann ich so nicht bestätigen. Zumindest bei meinem Dienstherrn ist das anders. Klar gibt es bei uns viele die Teilzeit arbeiten, wegen der Kinder, und mein Dienstherr ist da super flexibel, was die Arbeitszeiten angeht. Der macht eigentlich alles möglich. Ich finde das Klasse. Wo hat man das in der freien Wirtschaft schon?
Aber das wird nicht nur für Frauen gemacht. Wir haben auch 2 Männer, die Teilzeit arbeiten und die Kinder betreuen. Und das war genauso wenig ein Problem, als die angefragt haben. Da wurden nicht mehr oder weniger "Mätzchen" gemacht als bei einer Frau. Das es viel weniger Männer als Frauen sind liegt einfach daran, dass auch heute noch meistens die Frauen zuhause bleiben und nicht die Männer.

Du kannst dir als Frau in vielen Bereichen einiges leisten - kommt dir einer blöd, hat er sofort die Gleichstellungsbeauftragte am Hals. Ich weiß nicht, wie das in der freien Wirtschaft abläuft, klärt mich auf, aber im öffentlichen Dienst haben Frauen Narrenfreiheit.
Und das mit der Gleichstellungsbeauftragten kann ich so auch nicht bestätigen. Ihr müsst da ja einen ganz schönen Drachen als GB haben... Das ist bei uns auf jeden Fall auch anders.
In unserer Verwaltung haben Frauen nicht mehr Rechte als Männer. Das kann ich mit Gewissheit sagen.

Verallgemeinern kannst du das auf jeden Fall nicht auf den gesamten öffentlichen Dienst.
 

Benutzer79932 

Verbringt hier viel Zeit
Schmusekatze, nein, selbstverständlich ist das nicht verwerflich. Aber genau an deinem Post und an meinem, der jetzt folgen wird, sieht man bereits, dass Frauen sich gegenseitig im Weg stehen. Es gibt schlussendlich mehr oder minder drei Kategorien von Frauen:
a) die, die sich fürs Muttersein und Hausfrausein entscheiden und angegriffen werden, weil sie ja überhaupt nicht emanzipiert seien
b) die, die sich für die "Karriere" (was auch immer das heissen mag) entscheiden und angegriffen werden, weil sie ja "keine echten Frauen" seien, da sie keine Kinder möchten
c) die, die sich für eine Kombi aus beidem entscheiden, aber Rabenmütter geschrien werden, weil sie nicht 24/7 zu Hause bleiben wollen, gleichzeitig aber als nicht emanzipiert genug gelten.

Egal wie man's macht, es ist IMMER falsch. Und ich finde, da hapert es mit der Frauensolidarität ganz gewaltig. Und warum sollte ich von Männern Verständnis erwarten, wenn ich das nicht mal meinem eigenen Geschlecht entgegen bringe?

Ich bin eine Mischung aus b) und c) respektive habe mich noch nicht entschieden, welchen Weg ich eingehen werde. Momentan ist es auch nicht relevant. Du würdest nicht glauben, was ICH mir schon alles anhören durfte, von Frauen und Männern gleichermassen, weil ich nicht mit 20 als erklärtes Lebensziel das Kinderkriegen und Muttersein hatte.

Ich bin ein enorm unabhängiger Mensch, habe mich früh von meinen Eltern abgenabelt und allein der Gedanke, v.a. finanziell von jemandem abhängig zu sein, ist für mich der pure Horror. Bin ich jetzt zu wenig Frau, weil ich mein eigenes Geld verdienen möchte? Bin ich ein "karrieregeiles" Weib, weil mir eine berufliche Verwirklichung wichtig ist? Weil ich nicht 20, 25 Jahre zur Schule gehe, um danach nichts damit zu machen? Weil ich nicht möchte, dass mein Mann mich finanziert?

Das sehe ich nicht ein.

Ich bin genauso Frau, wie die meisten anderen auch. Ich weine, ich kann emotional sein, ich bin gerne Seelentröster etc - aber ich bin eben auch ein tough cookie, das ist eine andere Seite von mir. Ich bin eine starke Person und weiss das. Ist das falsch? Nein, ich bin tatsächlich kein Weibchen. Ich kokettiere nicht, ich lasse mich nicht gerne anhimmeln und mag es nicht, wenn Männer für mich zahlen, mich einladen, mir die Tür aufhalten etc. pp. Nicht aus Prinzip, weil ich härter tun will, als ich bin - sondern das bin einfach nicht ich. Ich war nie so, werde nie so sein. Deswegen bin ich aber nicht weniger Frau.

Emanzipation ist doch deutlich mehr als der Entscheid für Karriere. Respektive hat es sogar nur am Rande damit zu tun. Ich finde es schade, dass Feminismus und Emanzipation nur den vermeintlich karrieregeilen Frauen zugeschrieben werden. Geht es nicht primär darum, dass ich als Frau auf dieselben Chancen und Rechte - aber auch auf dieselben Pflichte - poche, die ein Mann erhält? Denn ja, ich gebe zu, es kotzt mich an, dass ich bessere Abschlüsse vorweise und härter gearbeitet habe als viele meiner männlichen Ex-Kommilitonen, aber immer noch deutlich weniger verdiene und mich in einer tieferen Position durchschlagen muss. Es kotzt mich an, wenn männliche Kunden glauben, sie müssten mich in Meetings plump anflirten in der Hoffnung, ich würde die Honorare senken. Ja, ich finde das unfair und ja, ich finde es degradierend. Ich finde es ebenfalls unfair, dass ich mich als Frau dafür rechtfertigen muss, dass ich mich beruflich verwirklichen will. Kein Mann muss das. Ich finde es traurig, dass ich mich als Frau oft dümmer stellen muss, als ich bin, unterordnen muss, und sei dies in belanglosen Kleinigkeiten, damit Männer - und andere Frauen! - sich nicht bedroht fühlen. Und ich finde es schade, dass Frauen sich selbst praktisch immer nur eine "entweder oder"-Wahl geben, eben Karriere oder Hausfrau, es gäbe doch theoretisch so viele Abstufungen dazwischen. Aber wie kann ich erwarten, dass diese von der Gesellschaft insgesamt akzeptiert werden und der Staat udn schlussendlich die freie Wirtschaft entsprechende Anpassungen vornimmt, wenn ich schon jede Frau angreife, die nicht den Weg geht, den ich gehe`?

Ich bin Beamtin und erlebe es täglich, wie Frauen bevorzugt behandelt werden und ihnen "Extrawürste" genehmigt werden, die ein Mann nach jahrelangem Kampf für sich nicht durchgesetzt bekommt. Typisches Beispiel dafür ist die Teilzeitarbeit - ein Haufen Quotenfrauen, die allesamt ein Recht auf TZ haben, auch wenn es familientechnisch überhaupt nicht nötig wäre. Und nicht nur Teilzeit generell, sondern in wirklich allen nur denkbaren, völlig sinnentleerten Varianten, ganz nach Wunsch. Wäre ja nicht weiter schlimm und es wäre den Damen auch zu gönnen... würde nicht der ganze Laden darunter leiden. Nur mal als Beispiel. Du kannst dir als Frau in vielen Bereichen einiges leisten - kommt dir einer blöd, hat er sofort die Gleichstellungsbeauftragte am Hals. Ich weiß nicht, wie das in der freien Wirtschaft abläuft, klärt mich auf, aber im öffentlichen Dienst haben Frauen Narrenfreiheit.

Ich finde das interessant, und erlebe das in der Privatwirtschaft und in einem Land, das von Emanzipation oder tatsächlicher Gleichberechtigung noch nie was gehört hat, wirklich VÖLLIG anders.

Ich glaube, ich werde in den ÖD wechseln :grin:
 

Benutzer48909 

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b) die, die sich für die "Karriere" (was auch immer das heissen mag) entscheiden und angegriffen werden, weil sie ja "keine echten Frauen" seien, da sie keine Kinder möchten
Gegen diese "Sorte" (du weißt, was ich meine, das ist jetzt nicht abwertend gemeint, ich hab nur gerade keinen anderen Begriff) Frauen habe ich rein gar nichts einzuwenden. Ich glaube sogar, dass nicht jede Frau fürs Kinder großziehen geboren ist. Natürlich gibt es immer Frauen mit männlichen Eigenschaften und genauso auch Männer mit weiblichen Eigenschaften. Daran ist ja überhaupt nichts falsches.
Falsch finde ich es nur, wenn man seine "wahren" Eigenschaften verleugnet, weil man meint, dass diese nicht mit dem Bild, dass man in der Gesellschaft darstellen soll im Einklang steht. Und da habe ich halt zur Zeit das Gefühl, dass DIE Eigenschaft, die die Frauen haben sollte halt ist: Ich will Karriere machen. Zumindest in meinem Umfeld wird das immer mehr hochgewertet und das ist es, was ich Schade finde.

c) die, die sich für eine Kombi aus beidem entscheiden, aber Rabenmütter geschrien werden, weil sie nicht 24/7 zu Hause bleiben wollen, gleichzeitig aber als nicht emanzipiert genug gelten.
Gegen diese Mütter habe ich was, aber weniger aus Emanzipationssicht, sondern aus meiner ganz persönlichen Einstellung dazu, dass man Kinder nicht schon mit einem halben Jahr in die Krippe und mit 3 Jahren ganztags in den Kindergarten geben sollte. Wenn nach der Stillzeit der Vater ganztags zuhause bleibt, dann kann die Mutter meinetwegen arbeiten gehen.
Letzten Endes muss das aber auch jeder für sich entscheiden. Wer meint, dass es für sein Kind gut ist schon früh in Betreuung gegeben zu werden, der soll auch das machen und damit glücklich werden. Ich könnte das nicht und heiße es auch nicht gut.

Egal wie man's macht, es ist IMMER falsch. Und ich finde, da hapert es mit der Frauensolidarität ganz gewaltig. Und warum sollte ich von Männern Verständnis erwarten, wenn ich das nicht mal meinem eigenen Geschlecht entgegen bringe?
Da gebe ich dir recht. Da hapert es aber auf beiden Seiten, und ich kann sogar ein bisschen verstehen warum. Ich nehme mich da selbst nicht aus. Gerade im Bereich "Umgang mit den eigenen Kindern" geht es irgendwie an die Grundwerte, die man hat, und die ändert man nicht mal so schnell. Ich habe das schon Öfter mit Kommilitoninnen diskutiert. Ich kann die Argumente zwar anhören, aber ehrlich gesagt nicht wirklich verstehen. Das widerstrebt meinen Grundwerten... Genauso kann ich aber auch verstehen, wenn einige meiner Freundinnen nicht verstehen können, dass ich ein Studium mache, um hinterher nicht mehr zu arbeiten, sondern Kinder großzuziehen.
Ich denke, da wird man nicht auf einen Nenner kommen. Man muss halt tolerant sein. An dieser Toleranz muss ich aber zugegebenermaßen bei mir selbst auch noch richtig hart arbeiten.

Ich bin ein enorm unabhängiger Mensch, habe mich früh von meinen Eltern abgenabelt und allein der Gedanke, v.a. finanziell von jemandem abhängig zu sein, ist für mich der pure Horror. Bin ich jetzt zu wenig Frau, weil ich mein eigenes Geld verdienen möchte? Bin ich ein "karrieregeiles" Weib, weil mir eine berufliche Verwirklichung wichtig ist? Weil ich nicht 20, 25 Jahre zur Schule gehe, um danach nichts damit zu machen? Weil ich nicht möchte, dass mein Mann mich finanziert?

Das sehe ich nicht ein.
Natürlich nicht, aber die andere Seite muss halt auch in Ordnung sein. Das ist eigentlich das einzige, für das ich eintrete. Ich habe absolut kein Problem mit Frauen die Karriere machen.

und mag es nicht, wenn Männer für mich zahlen, mich einladen, mir die Tür aufhalten etc. pp. Nicht aus Prinzip, weil ich härter tun will, als ich bin - sondern das bin einfach nicht ich. Ich war nie so, werde nie so sein. Deswegen bin ich aber nicht weniger Frau.
Das hat für mich nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Höflichkeit. Man hält nun mal anderen Menschen die Tür auf und man wird mal eingeladen und lädt mal ein.
Da muss ich allerdings mal ganz ehrlich sagen, dass so etwas für mich schon nicht mehr was mit "Frau sein" oder "nicht Frau sein" zu tun hat, sondern echt arm ist, wenn man schon ein Problem damit hat, wenn einem der Mann die Tür aufhält.

Geht es nicht primär darum, dass ich als Frau auf dieselben Chancen und Rechte - aber auch auf dieselben Pflichte - poche, die ein Mann erhält?
Wenn du die Pflichten auch nimmst, dann ist ja alles gut. Aber ich kenne viele Frauen, die nur die Rechte und am liebsten immer noch mehr Rechte haben wollen, aber von Pflichten nichts wissen wollen. Was ist zum Beispiel mit der allgemeinen Wehrpflicht. Wer alle Rechte haben will, die die Männer haben, der sollte meines Erachtens nach auch für die Einführung der Wehrpflicht für Frauen sein (oder für die Abschaffung der Wehrpflicht für Männer).

Und ich finde es schade, dass Frauen sich selbst praktisch immer nur eine "entweder oder"-Wahl geben, eben Karriere oder Hausfrau, es gäbe doch theoretisch so viele Abstufungen dazwischen.
Für mich ganz persönlich gibt es diese Abstufungen nicht, da ich nur entweder Karriere oder Kinder gutheiße. Wenn ich Kinder kriege bleibe ich zuhause. Wie gesagt, für mich hat das aber nichts mit Emanzipation oder nicht Emanzipation zu tun, sondern mit der Einstellung zu Kindern. Für mich sind 2 Partner die Karriere machen wollen und Kinder nicht vereinbar. Einer der Partner muss halt zurückstecken. Ob das nun der Mann oder die Frau ist ist mir bei anderen gleich.

Aber wie kann ich erwarten, dass diese von der Gesellschaft akzeptiert werden, wenn ich schon jede Frau angreife, die nicht den Weg geht, den ich gehe`?
Das finde ich wiederum normal und hat in meinen Augen auch wenig mit angreifen zu tun. Das ist doch nicht nur bei diesem Thema so. Bei allen Themen, wo verschiedene Einstellungen aufeinanderprallen, sei es der Milch-Streik, seine Kinder nackig herumlaufen lassen oder nicht, Sex mit Dritten in einer Beziehung oder oder oder... Du wirst nie alle Menschen auf deiner Seite haben und in der Position sein, dass alle Menschen gutheißen was du tust. So ist einfach das Leben.

Ich glaube, ich werde in den ÖD wechseln :grin:

Noch mal gesagt: Es ist im ÖD nicht so. Es mag bei ihrem Dienstherrn so sein, aber nicht bei allen. Das ist einfach Quatsch immer zu sagen DER Öffentliche Dienst. Das wäre als wenn man sagt: Alle Konzerne die Handys produzieren sind so. Jeder Dienstherr handhabt das anders. Genau wie das jedes Unternehmen anders handhabt.
 

Benutzer79932 

Verbringt hier viel Zeit
Gegen diese "Sorte" (du weißt, was ich meine, das ist jetzt nicht abwertend gemeint, ich hab nur gerade keinen anderen Begriff) Frauen habe ich rein gar nichts einzuwenden. Ich glaube sogar, dass nicht jede Frau fürs Kinder großziehen geboren ist. Natürlich gibt es immer Frauen mit männlichen Eigenschaften und genauso auch Männer mit weiblichen Eigenschaften. Daran ist ja überhaupt nichts falsches.
Falsch finde ich es nur, wenn man seine "wahren" Eigenschaften verleugnet, weil man meint, dass diese nicht mit dem Bild, dass man in der Gesellschaft darstellen soll im Einklang steht. Und da habe ich halt zur Zeit das Gefühl, dass DIE Eigenschaft, die die Frauen haben sollte halt ist: Ich will Karriere machen. Zumindest in meinem Umfeld wird das immer mehr hochgewertet und das ist es, was ich Schade finde.

Das finde ich auch schade. Ich weiss von mir einfach, dass ich kein "Muttertier" bin. Ich habe noch nicht einmal einen Kinderwunsch, hatte ich nie, und ich bin ja doch auch "schon" (?) 27. Die meisten meiner Freundinnen waren sich mit 20 schon absolut sicher, irgendwann Kinder zu wollen. Ich glaube nicht, dass bei mir das noch kommt, was nicht heisst, dass ich nie Kinder haben werde. Vielleicht. Aber eben nicht nur. Ich glaube, ich wäre totunglücklich, wenn ich mich ausschliesslich mit Kindererziehung und Haushalt beschäftigen würde. Das heisst aber nicht, dass ich das bei anderen als negativ beurteile. Ich halte auch nichts davon, auf Teufel-komm-raus emanzipiert tun zu wollen. Man soll sich selbst bleiben. Ich finde es nur schade, dass man angegriffen wird, egal wofür man sich entscheidet. Das sollte einfach nicht sein.


schmusekatze05 schrieb:
Gegen diese Mütter habe ich was, aber weniger aus Emanzipationssicht, sondern aus meiner ganz persönlichen Einstellung dazu, dass man Kinder nicht schon mit einem halben Jahr in die Krippe und mit 3 Jahren ganztags in den Kindergarten geben sollte. Wenn nach der Stillzeit der Vater ganztags zuhause bleibt, dann kann die Mutter meinetwegen arbeiten gehen.
Letzten Endes muss das aber auch jeder für sich entscheiden. Wer meint, dass es für sein Kind gut ist schon früh in Betreuung gegeben zu werden, der soll auch das machen und damit glücklich werden. Ich könnte das nicht und heiße es auch nicht gut.

Ich verstehe deine Überlegungen und bin da auch immer hin- und hergerissen - es ist sogar einer der Hauptgründe, warum ich mir nicht sicher bin, ob ich überhaupt Kinder will. Ich weiss, dass ich eingehen würde, wenn ich nur schon drei Jahre daheim bleiben müsste - aber warum sollte ich Kinder kriegen, wenn ich sie dann gleich wieder weggebe? Hm, ich finde das schwierig. Ich denke, da entscheidet sich auch vieles erst, wenn es soweit ist. Ich habe Freundinnen, die NIE Familie wollten, irgendwann halt die 30 deutlich überschritten haben, schwanger wurden, weil es halt "quasi dazugehört" (ihre Aussagen, nicht meine), die ganze Schwangerschaft genervt waren - und nach der Geburt eine Komplettwandlung durchgemacht haben und zu regelrechen Übermüttern mutiert sind -das hat wirklich keiner kommen sehen. So was gibts auch. So gesehen kann ich wohl planen und machen und überhaupt, wie ich will - es kann alles ganz anders kommen...

Was ich aber gut finde und wo ich nicht begreife, warum viele angegriffen werden: Betreuung durch die eigene Mutter respektive dann halt Grossmutter. Meine Mutter ist so eine typische "Mama", sie würde meine Kinder sofort zu sich nehmen, falls ich das denn wollen würde. Das fände ich toll. Aber auch das wird schon angezweifelt - warum denn? Früher war doch das das normalste der Welt, es ist eine Familie, die hört nicht einfach auf. An dieser Art der "Fremd"-Betreuung sehe ich überhaupt nichts Falsches.

schmusekatze05 schrieb:
Ich denke, da wird man nicht auf einen Nenner kommen. Man muss halt tolerant sein. An dieser Toleranz muss ich aber zugegebenermaßen bei mir selbst auch noch richtig hart arbeiten.

Ich manchmal auch ;-)


schmusekatze05 schrieb:
Das hat für mich nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Höflichkeit. Man hält nun mal anderen Menschen die Tür auf und man wird mal eingeladen und lädt mal ein.
Da muss ich allerdings mal ganz ehrlich sagen, dass so etwas für mich schon nicht mehr was mit "Frau sein" oder "nicht Frau sein" zu tun hat, sondern echt arm ist, wenn man schon ein Problem damit hat, wenn einem der Mann die Tür aufhält.

So war das nicht gemeint, also nicht direkt. Ist schwierig zu formulieren, die Grenzen sind da auch nicht so genau zu definieren. Es gibt halt Frauen, die sich gerne in dieser "mein Mann muss mich anhimmeln, für mich zahlen und alles für mich tun"-Art "suhlen". Eben dieses kokettieren. Beleidigt sein, wenn der Mann das Abendessen nicht bezahlen will. Rosen und Schmuck erwarten. Und ihn abschreiben, wenn er das nicht tut oder tun will. So etwas verstehe ich nicht respektive so bin ich nicht. Ich weiss nicht recht, wie ich das umschreiben soll... :confused:

Natürlich knalle ich nicht meinem Begleiter die Tür vor der Nase zu, weil ich so emanzipiert bin :cool1: Das wäre selbstverständlich nur unhöflich und geht nicht.


schmusekatze05 schrieb:
Wenn du die Pflichten auch nimmst, dann ist ja alles gut. Aber ich kenne viele Frauen, die nur die Rechte und am liebsten immer noch mehr Rechte haben wollen, aber von Pflichten nichts wissen wollen. Was ist zum Beispiel mit der allgemeinen Wehrpflicht. Wer alle Rechte haben will, die die Männer haben, der sollte meines Erachtens nach auch für die Einführung der Wehrpflicht für Frauen sein (oder für die Abschaffung der Wehrpflicht für Männer).

Natürlich kann ich nur Rechte erwarten, wenn ich Pflichten auch übernehme. Aber da sind wir bei dem, was ich weiter vorne schrieb: biologische Unterschiede zwischen Frau und Mann kann man nicht von der Hand weisen. Jetzt stellt sich die Frage: soll ich als Frau, die wirklich nicht kräftig oder körperlich stark ist, in den Wehrdienst? Ja, ich würde es tun, wenn es gefordert wäre. Aber nein, ich würde es nicht freiwillig tun (kenne aber welche!). Der Mann wird allerdings auch nicht für mich schwanger ;-) Daher meine ich auch: eine komplette Gleichstellung, die ist nicht möglich.

Jetzt fragt sich: was genau wird als "Rechte" und was als "Pflichten" definiert? Kann man das pauschalisieren? Ich weiss es nicht.

schmusekatze05 schrieb:
Für mich ganz persönlich gibt es diese Abstufungen nicht, da ich nur entweder Karriere oder Kinder gutheiße. Wenn ich Kinder kriege bleibe ich zuhause. Wie gesagt, für mich hat das aber nichts mit Emanzipation oder nicht Emanzipation zu tun, sondern mit der Einstellung zu Kindern. Für mich sind 2 Partner die Karriere machen wollen und Kinder nicht vereinbar. Einer der Partner muss halt zurückstecken. Ob das nun der Mann oder die Frau ist ist mir bei anderen gleich.

Ich empfinde das eben anders. Für mich dürfte es keine Entweder-Oder-Wahl sein. Und ich sehe Kinder halt nicht als MEIN Ding oder MEINE Pflicht an, sondern als UNSERE, die meines Partners und mir gleichermassen (das hast du jetzt nicht gesagt, sondern das war generell gemeint). Ideal fände ich, wenn sich beide beruflich zurücknehmen. Das wäre perfekt.
 

Benutzer48909 

Meistens hier zu finden
Das finde ich auch schade. ... Zitat abgekürzt: Sonst wird das so lang, obwohl ich gar nicht näher darauf eingehen will

Ich glaub, wir verstehen uns. Wir haben zwar verschiedene Einstellungen zum Teil, aber grundsätzlich kommen wir auf einen Nenner.
Leben und Leben lassen :smile:
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Natürlich kann ich nur Rechte erwarten, wenn ich Pflichten auch übernehme. Aber da sind wir bei dem, was ich weiter vorne schrieb: biologische Unterschiede zwischen Frau und Mann kann man nicht von der Hand weisen. Jetzt stellt sich die Frage: soll ich als Frau, die wirklich nicht kräftig oder körperlich stark ist, in den Wehrdienst? Ja, ich würde es tun, wenn es gefordert wäre. Aber nein, ich würde es nicht freiwillig tun (kenne aber welche!). Der Mann wird allerdings auch nicht für mich schwanger ;-) Daher meine ich auch: eine komplette Gleichstellung, die ist nicht möglich.

Das Argument fand ich immer seltsam. Männer müssen zum Bund, aber Frauen können schwanger werden. Wenn wir es so lassen, dann müssten entweder alle Frauen schwanger werden oder Männer dürften sich nur freiwillig zum Bund melden. :zwinker:
 

Benutzer79932 

Verbringt hier viel Zeit
Das Argument fand ich immer seltsam. Männer müssen zum Bund, aber Frauen können schwanger werden. Wenn wir es so lassen, dann müssten entweder alle Frauen schwanger werden oder Männer dürften sich nur freiwillig zum Bund melden. :zwinker:

Glaub mir, den Druck, den Frauen bezüglich des Kinderkriegens dauernd haben, seis von aussen oder von innen, den will kein Mann haben ;-) Und wir haben unser Leben lang mit körperlichen Veränderungen und Zuständen zu kämpfen, von denen ihr keine Ahnung habt :tongue: Das relativiert also alles schon wieder :grin:

Und ich kenne genug Männer, die sich mit fadenscheinigen Ausreden aus der Wehrpflicht rausreden *so* :grin: Ich wär aber sowieso für die Abschaffung der Wehrpflicht, so gesehen... Erst recht, weil ich in der CH lebe. Die kämpfen ja sowieso nie irgendwo mit :grin:
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Glaub mir, den Druck, den Frauen bezüglich des Kinderkriegens dauernd haben, seis von aussen oder von innen, den will kein Mann haben ;-) Und wir haben unser Leben lang mit körperlichen Veränderungen und Zuständen zu kämpfen, von denen ihr keine Ahnung habt :tongue: Das relativiert also alles schon wieder :grin:
Lass mich überlegen, ob ich das gelten lass... uhm... nö! :tongue:

Und ich kenne genug Männer, die sich mit fadenscheinigen Ausreden aus der Wehrpflicht rausreden *so* :grin: Ich wär aber sowieso für die Abschaffung der Wehrpflicht, so gesehen... Erst recht, weil ich in der CH lebe. Die kämpfen ja sowieso nie irgendwo mit :grin:
Klar... aber über Sinn und Unsinn der Wehrpflicht wollen wir hier ja net diskutieren. :zwinker:
 

Benutzer48909 

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Und das von einer Frau. :zwinker:
Ich finde du hast Recht. Alice Schwarzer (und andere Feministinnen) haben sich z.B. noch nie (soweit ich weiss) für eine Quote für weibliche Müllfrauen, Bergarbeiterfrauen, Bäuerinnen und Soldatinnen eingesetzt.

Vor allem dass immer so getan wurde, als hätten die Männer nur ihre Frau unterdrückt und gelebt wie der König. So ist das ja auch nicht richtig. Klar gab es Defizite, aber die Männer früher hatten es auch nicht leicht. Im Zeitalter der Industrialisierung mussten die unter unmenschlichen Bedingungen von morgens bis abends schuften, wurden finanziell und gesundheitlich gnadenlos ausgebeutet, später im ersten und zweiten Weltkrieg mussten sie sich abknallen lassen. Und auch danach hatten sie ständig den Druck, die Familie ernähren zu müssen.
Also es ist etwas einseitig zu sagen, nur Frauen hatten es immer schwer.

Das unterschreib ich.

Off-Topic:
*grins* Ich stell mir richtig vor, wie Frauen wie Alice Schwarzer mit Schildern auf der Straße rumlaufen und demonstrieren: "Mehr Frauen als Müllfau." "Nieder mit den Müllmännern." :tongue:
 

Benutzer79932 

Verbringt hier viel Zeit
z.B. noch nie (soweit ich weiss) für eine Quote für weibliche Müllfrauen, Bergarbeiterfrauen, Bäuerinnen und Soldatinnen eingesetzt.

Da wären wir aber wieder beim Thema biologisch-körperliche Unterschiede... Wie gesagt, ich kann von mir aus auch Maurerin werden, aber bis ich ein Haus fertig hätte, hätte ein Mann schon fünf gebaut :grin:

Ausserdem finde ich Alice Schwarzer nicht unbedingt das ideale Beispiel für Emanzipation. Das ist ne aggressive Feministin und Extreme sind selten gut.

carbo84 schrieb:
Zum Thema Schwangerschaft kann ich nur sagen, das machen Frauen ja nicht als Gesellschaftsdienst, sondern für sich selbst. Klar kommt es auch der Gesellschaft zugute und ist essentiell für das Überleben der Menschheit. Trotzdem machen sie es vor allem aus Egoismus für sich selbst.

Nun, wie mans nimmt. Die meisten haben doch Kinder, weil sie Kinder als Paar möchten. Warum also muss die Frau nachher alles aufgeben, obwohl sie das vielleicht gar nicht will respektive warum werden keine Alternativen geboten und warum kommt kaum ein Mann auf die Idee, sich auch zurückzunehmen? Klar, die Frau ist ne Weile "ausser Gefecht" gesetzt, aber normalerweise nicht lange und was ist mit den 20, 25, 30 Jahren danach?

Was ich oft höre: das bekackte Argument, Frauen sollten keinen Mutterschaftsurlaub kriegen (den gibt es in der CH seit 2005!! - eine Schande) respektive gefälligst spätestens nach 12 Wochen wieder auf Arbeit antraben, das sei sonst nicht tragbar respektive die entsprechende Person unbrauchbar. Ähm ja, ich weiss nicht, wie es in D ist, aber JEDER männliche CH-er Bürger fehlt während seines beruflichen Werdegangs 1, 2 Jahre insgesamt wegen Wehrpflicht. Unter Umständen noch deutlich mehr. Was soll die Scheisse? Aber klar, die tun ja was fürs Vaterland. Nun, Frauen können gerne aufhören, Kinder zu produzieren - mal sehen, wer dann in 50 Jahren die Rente bezahlt... Klar ist Kinderkriegen primär eine persönliche oder - wenn man so will - egoistische Entscheidung eines Paars oder eine Person allein, aber wenn es keine mehr gäbe, ja dann Hallelujah.

Meine Eltern waren vor einer Weile mal in Schweden, was ja in puncto Emanzipation deutlich fortgeschrittener ist. Sie meinten, sie hätten noch nie so viele Kinder auf einmal gesehen, das sei wirklich krass aufgefallen. Sagt mir, was ihr wollt, aber selbstverständlich spielen äussere Umstände da auch eine Rolle respektive haben da einen Einfluss. Die Kinderquoten sind, insbesondere in der CH, nicht umsonst sehr rückläufig. Die äusseren Bedingungen stimmen einfach nicht mehr. Da redet man immer davon, wie toll ausgebildet doch angeblich die Nation ist (was so nicht stimmt, aber das ist ein anderes Thema) und wundert sich dann, dass sich viele Akademikerinnen nunmal nicht (mehr) damit zufrieden geben wollen, Vollzeit-Hausfrau und -Mutter zu sein. Oder sich alternativ - imho zu recht - nicht unter Wert verkaufen wollen und bei Aldi sicher nicht Regale auffüllen werden. Die Bedürfnisse haben sich verschoben, nicht bei allen, aber bei vielen, und die Rahmenbedingungen wurden nicht optimiert. Kein Wunder, gibts da Probleme und Unzufriedenheiten und entsprechende Reaktionen.

carbo84 schrieb:
Und es gibt ja auch mit 18 keine Musterung, bei der Frauen auf Gebährfähigkeit geprüft werden. Und falls sie gebährfähig sind müssen sie dann zum Schwängerungstermin antreten oder was ?!

Dann überleg dir mal, was passiert, wenn eine Frau keine Kinder haben will oder kann, und zwar aus persönlicher Sicht, wie auch auf einer gesellschaftlichen Ebene...
 

Benutzer22419 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Das kann ich so nicht bestätigen. Zumindest bei meinem Dienstherrn ist das anders. (...)Verallgemeinern kannst du das auf jeden Fall nicht auf den gesamten öffentlichen Dienst.
Okay, dann schränke ich meine Aussage ein, bei uns hier ist das so. Aber ich arbeite auch in einem Bereich, in dem jahrelang -sorry, zu viele Frauen eingestellt werden und das nimmt kein Ende.
 

Benutzer75854 

Verbringt hier viel Zeit
Haushalt und Kinder heißt nicht automatisch Unterdrückung und Erniedrigung, sondern kann für die Frau ein durchaus erfülltes und schönes Leben sein, wenn sie es selber so möchte.

ich stelle mir ein leben als "hausfrau und mutter" ehrlich gesagt sehr trist vor... und die frauen, die ich kenne und die schon seit 30 jahren so leben wirken auf mich auch nicht sonderlcih erfüllt, und das einzige, was sie zu erzählen haben, sind irgendwelche tratschgeschichten aus der nachbarschaft^^ naja, muss ja bei dir nicht so sein :smile:

Ich empfinde das eben anders. Für mich dürfte es keine Entweder-Oder-Wahl sein. Und ich sehe Kinder halt nicht als MEIN Ding oder MEINE Pflicht an, sondern als UNSERE, die meines Partners und mir gleichermassen (das hast du jetzt nicht gesagt, sondern das war generell gemeint).
so sehe ich das auch! diese Mutterglorifizierung finde ich schrecklich.
aber wie man ja sieht wollen es viele frauen gar nicht anders.
 
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