Fehler bei der Kriegsdiensverweigerung...

Benutzer81756  (33)

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Das geht nicht, mein Bruder sitzt jeden Samstag in der Fachhochschule.:smile:

Er macht ein duales Studium zum Industriekaufmann.
 

Benutzer21122 

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Als mein Bruder nämlich vor einigen Wochen auf diesem Amt anrief, um denen mitzuteilen, dass er ja eine Ausbildung machen wird und daher gar nicht verweigern muss, haben die ihn direkt sehr sehr blöd angemacht. Der Typ am Telefon meinte wortwörtlich:"Was bildst du dir denn ein? Meinst du für dich gelten Sonderrechte? Neeeiiiiinnnn!!!! Deine Ausbildung kannst du erstmal vergessen...."
Eine solche Umgangsweise finde ich ziemlich heftig und zeugt nicht gerade von Intelligenz und Respekt.

Ich denke mal, dass diese Reaktion vielleicht eher was damit zu tun hat, dass man eigentlich den Wehrdient aus Gewissensgründen verweigert und nicht, weil man eine Ausbildung macht oder etwas studiert, was einem keine Rückstellung beschert...

Bei wem da Intelligenzdefizite und taktische Fehler in der Außendarstellung festzustellen sind, ist sicherlich diskutabel....

Die Sache ist ziemlich simpel: Diese ganzen Dinge sind gesetzlich geregelt, und für das Verfahren gibt es Fristen. Wer die nicht einhält oder sich nicht richtig informeirt, sollte zunächst mal vor seiner eigenen Haustüre kehren und nicht andere als unverschämt, unintelligent etc, beschimpfen.
 

Benutzer81756  (33)

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Nein, ich bleibe bei meiner Meinung.
Fehler können jedem mal passieren und das ist kein Grund jemanden runterzumachen oder anderweitig abschätzig zu behandeln.
Im Übrigen lag zu dem Zeitpukt, als mein Bruder mitteilte, dass er eine Ausbildung mache, ja noch überhaupt kein Fehler von seiner Seite vor.
Aber da wurde er bereits von diesen Leuten am Telefon abgefertigt als sei er irgend ein fauler Kerl, der keine Lust auf Wehrdienst hat.
Das war defintiv nicht in Ordnung. Und es war auch nicht das erste Mal, dass wir eine solche negative Erfahrung mit Ämtern gemacht haben (!).
Es tut mir ja leid, wenn ich einigen hier vor den Kopf stoßen, die glauben, die Welt sei rosarot, alle Menschen täten ihr Bestes und man bekäme nur Probleme mit Ämtern, wenn man sich selbst im Unrecht befindet oder gegen ein Gesetz verstoßen hat.


Ich habe ehrlichgesagt keine Lust mehr auf diesen Threat.
Ich habe nie gesagt, dass alle Leute auf Ämtern Idioten sind und, dass meinem Bruder ein dusseliger Fehler unterlaufen ist, habe ich nie abgestritten.
Fehler passieren manchmal. Und mein Buder ist keiner von der Sorte Mensch, denen alles egal ist, die alles schleifen lassen und die danach andere für ihre eigenen Fehler verantwortlich machen. Er ärgert sich wahnsinnig über sich selbst und könnte sich pausenlos in den Hintern beißen für seine Unachtsamkeit und Blödheit.
Der Fehler ist nun aber passiert. Die Frage ist, was man nun noch tun kann. Es ist schon klar, dass hier rein rechtlich gesehen nicht mehr viel zu machen ist.

Schön wäre es, wenn auf diesem Kreiswehrersatzamt wenigstens mal eine einzige Person wäre, mit der man vernünftig reden kann.
Von intelligenten Menschen erwarte ich schon, dass sie bereit sind zuzuhören und dass sie in der Lage sind, ihren gesunden Menschenverstand einzusetzen, statt sich wie Maschinen zu verhalten und sich keinen Milimeter von ihren Gesetzestexten wegzubewegen. Intelligente Menschen behandeln auch nicht jeden Menschen gleich. Sie sind in der Lage ihr Gegenüber einzuschätzen und können unterscheiden, ob da jemand vor ihnen steht, der eine Scheiß-egal-Haltung an den Tag legt oder jemand, der einen blöden Fehler gemacht hat, der einsichtig ist, dem es leid tut...
Das ist genau das, was mir bei sehr vielen Leuten fehlt.
Aber vielleicht hatten wir bisher einfach Pech. Kann ja sein, dass wir irgendwann an jemanden geraten, mit dem man verhandeln kann.
 

Benutzer18846 

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Ich glaube du hast viele der Beiträge hier einfach nicht verstanden!

Für den gnazen Vorgang gibt es eindeutige Ausführungsbestimmungen, dein Bruder hat seit Beginn seiner Wehrerfassung die Möglichkeit zu verweigern, diese Frist beginnt irgendwann mit ca. 16!

Irgendwann kommt dann die Musterung, und dann irgendwann der Einberufungsbescheid.
Nach diesem Einberufungsbescheid hat man entsprechende 14 Tage Zeit dagegen Widerspruch einzulegen.
Dann ist der Bescheid rechtskräftig, da kann keiner, auch nicht der menschlichste Mitarbeiter eines Keiswehrersatzamtes, etwas machen.
Denn mit Zeitpunkt des Einberufungsbescheides hat das Kreiswehrersatzamt überhaupt nichts mehr damit zu tun.
Für die ist der Vorgang dann praktisch abgeschlossen, irgendwann haben sie dann wieder mit deinem Bruder zu tun, weil er ja anschließend noch weiterhin einer theoretischen Heranziehungsmöglichkeit unterliegt bis er 45 ist.

Dein Bruder hat also was die Verweigerung angeht mehrere Jahre verpennt und dann noch den verpennt dem Einberufungsbescheid zu widersprechen, obwohl er es nur noch unterschreiben musste...

Verweigern kann er jetzt immer noch, nur muss er bis über den Antrag entscheiden worden ist, erstmal notfalls den wehrdienst antreten.

Er könnte noch versuchen mit Hilfe des Anwalts eine Aussetzung des Einberufungsbescheides beantragen, bin mir aber nicht sicher ob es hier Gründe gibt die einen solchen Antrag rechtfertigen, das weiss aber der Anwalt.

Deine Beschimpfungen auf irgendwelche Ämter sind auf jeden Fall fehl am Platze, wer heutzutage unfreiwillig bei der Bundeswehr landet statt Ersatzdienst zu leisten oder ganz von der Dienstpflicht befreit zu werden, der ist dafür voll und ganz alleine verantwortlich.
Ein weiteres Entgegenkommen gegenüber den Wehrpflichtigen wäre überhaupt nicht mehr möglich, dann müsste man nämlich Fragebogen zum ankreuzen verschicken, sinngemäß mit den Möglichkeiten: "Wehrdienst", "Zivildienst" oder "gar kein Dienst"
das lässt aber die Gesetzeslage nicht zu, denn dort ist nunmal der Wehrdienst vorgesehen.


Gruß koyote
 

Benutzer81756  (33)

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Also ist es scheißegal, dass mein Bruder eine Stelle als Zivi hat?
 

Benutzer18846 

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Also ist es scheißegal, dass mein Bruder eine Stelle als Zivi hat?
Ja, das spielt überhaupt keine Rolle!

Entscheidend ist die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer, dann hat er entweder schon eine Zivi-Stelle, oder er bekommt eine zugewiesen.
Aber ohne die Anerkennung ist das völlig egal!
Das vorhandensein einer Zivi-Stelle ersetzt nicht die Verweigerung!

Er hat erstmal grundsätzlich die Pflicht Wehrdienst zu leisten, davon kann dann abgesehen wenn er es aus Gewissensgründen ablehnt.
Wenn er als KDV anerkannt ist, dann muss er Zivi machen, ist er nicht anerkannt, dann leistet er entweder Wehrdienst, oder wird nicht herangezogen, aus gesundheitlichen Gründen, oder weil er eine Ausbildung macht, oder... dort gibt es dann viele Gründe.
 

Benutzer81756  (33)

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Ach, mann..ich sehe das ja alles ein...aber es ist einfach scheiße...
Tja, kann man wohl jetzt nichts mehr machen. Dann muss er jetzt wohl die Zähne zusammenbeißen und zum Bund.
Vielleicht lernt er ja auch etwas positives aus der ganzen Sache...
 

Benutzer18846 

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Ach, mann..ich sehe das ja alles ein...aber es ist einfach scheiße...
Tja, kann man wohl jetzt nichts mehr machen. Dann muss er jetzt wohl die Zähne zusammenbeißen und zum Bund.
Vielleicht lernt er ja auch etwas positives aus der ganzen Sache...
Nein, er muss nicht unbedingt zum Bund!

Er kann jederzeit einen KDV-Antrag stellen, auch vor, während und sogar nach der Dienstzeit!
Er muss den Wehrdienst jetzt allerdings erstmal antreten, es sei denn er hat bis dahin einen positiven Bescheid!
Sobald er den Bescheid hat ist es dann mit dem Wehrdienst vorbei!
Die Bearbeitung eines solchen Antrages dauert allerdings ein paar (mehr) Tage!

Wann soll er denn hin?

Gruß Koyote
 

Benutzer81756  (33)

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Er müsste den Dienst zum ersten Juli antreten.
 

Benutzer80839 

Benutzer gesperrt
Erstmal: Es ist kein Drama wenn man erst ein Jahr später mit der Ausbildung anfangen kann, dadurch ist das Leben nicht plötzlich im Arsch oder sowas.. Zweitens: Verweigern kann man soweit ich weiß immer noch, sogar nach der Einberufung. Jedenfalls gab es damals bei uns im Zug auch einen, der während des Grundwehrdienst erst verweigert hat, der saß dann mehr oder weniger 3 Wochen in der Kaserne rum und hat danach Zivi gemacht.
 

Benutzer81756  (33)

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Ja stimmt, das mit der Ausbildung ist kein Drama. :smile:
Und nach allem, was jetzt hier gesagt wurde, fange ich auch langsam wieder an, mich zu beruhigen.:schuechte

Danke für eure Hilfe!

Shaki
 

Benutzer30855  (35)

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Wenn er im Juli antreten muss sind das lt. Kalender noch gut 2 Monate d.h. wenn er jetzt seinen KDV Antrag abschickt, kann es gut sein, dass er garnicht zum Wehrdienst antreten muss sondern als Zivi anerkannt wird. Nur sollte er es wirklich zügig abschicken, da dieser Entscheidungsprozess seitens des Kreiswehrersatzamtes durchaus länger als 4 Wochen dauern kann (war bei mir zumindest so).

Wenn er dann anerkannt ist, kann er seine vorhandene Zivistelle+den Termin den er mit der abgemacht hat ans Bundesamt für Zivildienst senden (muss glaube ich von der Zivistelle aus geschehen, da sollte er sich mit denen noch einmal in Verbindung setzen). Die prüfen das dann nochmal gegen und bewilligen das im Normalfall dann auch. Soweit mir meine derzeitige Erfahrung das sagt herrscht nämlich (zumindest im Raum Berlin,weiss nicht obs anderswo auch so extrem ist)ein ziemlicher Zivistellenmangel, da ist das Amt froh für jeden, der selbst was findet.

Resignation ist der schlechteste Weg den man da wählen kann. Jetzt in eine "Ach nu kann man eh nixmehr ändern"-Stimmung zu verfallen bringt ihm keinerlei vorteile.
 
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