Familienangelegenheit frisst mich langsam auf (langer text)

Benutzer150797  (25)

Ist noch neu hier
Ich hoffe mal, dass es hier hinpasst, verschiebt es ansonsten. Ist ein ziemlich langer Text geworden… die Angelegenheit beschäftigt mich schon seit Jahren und zerrt mittlerweile echt an meinen Kräften…


Jedenfalls, bei meinem Problem weiß ich nicht wirklich, wo ich überhaupt anfangen soll. Es geht hierbei um meine Familie.

Das Verhältnis zu meiner Mutter hat sich in den Jahren ziemlich verschlimmert und ich hab auch nicht mal ansatzweise das Gefühl, mit ihr vernünftig darüber reden zu können. Keine Ahnung, wann das genau angefangen hat und wodurch überhaupt. Meine Mutter hackt schon seit Jahren auf meinen schlechten Eigenschaften herum und zwar bei jeder kleinen Gelegenheit. Dazu kommt noch, dass sie Tendenzen zum Kontrollfreak hat und ständig Putzen muss – ihr geht es sehr häufig um Sauberkeit. Unser Haus ist deswegen angenehm sauber, was ich sehr wohl zu schätzen weiß, aber oft wird mir ihr Verhalten diesbezüglich zu viel. So merkwürdig das auch klingt, aber sie ist nicht einverstanden damit, dass ich ihr im Haushalt helfe, weil ich es ihr nicht recht machen kann. Ihren Niveau der Sauberkeit erreicht kaum einer und das hat sogar meine Schwester festgestellt. Das wäre an sich gar nicht so schlimm, wenn meine Mutter mich deswegen nicht ständig als faul bezeichnen würde und sie wäre ja der Trottel, der das ganze Haus putzt, und ich soll auch mal mitanpacken. Wenn ich ihr erkläre, dass ich ihrem Sauberkeitslevel nicht gerecht werden kann (und das ist ihr durch Ausprobieren ebenso aufgefallen), zuckt sie immer aus und schreit mich an. Ich durfte sogar einmal mein eigenes Fenster putzen, allerdings hatte sie mir jede Wischbewegung exakt erklärt, anders darf man es ja nicht machen. Meine Schwester musste sowas auch über sich ergehen lassen. Sie hatte mal das Geschirr abgewaschen und in den Geschirrspüler geräumt, genau so wie es meine Mutter haben will. Als die dann nach Hause kam, hat sie das bemerkt, den Geschirrspüler ausgeräumt, Geschirr abgewaschen und wieder eingeräumt. Meine Schwester hat das mitbekommen und ist sich natürlich verarscht vorgekommen.


Jo, der Putzfimmel ist da aber noch lange nicht zu Ende. Im Dezember wollte ich Silvester bei mir verbringen und nicht bei meinem Freund, weil zum ersten Mal seit langem meine Schwester mit ihrem Freund bei uns feiern wollte. Allerdings hab ich mir das kurz vor dem Feiertag anders überlegt. Im Gästezimmer hat meine Katze ihr Geschäft auf einem Kissen verrichtet, das ich sogleich ins Badezimmer in den Wäschekorb geschmissen habe. Meine Mutter kam heim, sieht mich zum allerersten Mal an diesem Tag und das allererste was sie macht, ist gleich mal Austicken, warum das Kissen im Wäschekorb im Badezimmer ist und warum das die Wäsche von mir auch tut (eine Jeans von meinem Freund war auch dabei, wurde auch vom Geschäft erwischt). Die Wäsche und das Kissen sollen unten im Wäschekorb bei der Waschmaschine landen, „Muss ich mir die Wäsche jetzt auch noch selbst holen?“ Da gab’s keine Begrüßung, sondern diesen Austicker. Ich kann das nicht nachvollziehen, denn bisher fand sie es in Ordnung, wenn ich die Wäsche im Badezimmer ablagere, nur an diesem Tag war das aus irgendeinem Grund völlig inakzeptabel.

Zudem regt sie sich regelmäßig über mein unaufgeräumtes Zimmer auf. Und unaufgeräumt bedeutet für sie schon, wenn nur ein paar Bücher am Boden liegen. Dann kommt auch wieder das volle Programm: ich bin faul, nur schlecht gelaunt und mit mir kann man nicht reden. Dann sagt sie, sie würde mich am liebsten vor die Tür setzen, dann hatte sie mal eine Tochter gehabt, und das Mädchen aus meiner ehemaligen Klasse ist so viel ehrgeiziger als ich, das zweite Mädchen ist so viel vernünftiger als ich (die eine hat sie einmal kurz gesehen, die zweite gar nicht und sie kennt beide nicht mal richtig). Die Vergleiche haben dann schon ziemlich weh getan.


Im November gab’s dann mal nen richtigen Krach. Nach der Uni wollte ich mir Pfannkuchen machen, hab aber festgestellt, dass wir keine Milch hatten. Es war schon alles abgemischt bis auf die Milch, ich hab es einfach mal stehen gelassen und wollte das meiner Mutter erklären, sobald sie nach Hause kommt.

Als das dann geschah, kam es zum Streit. Folgender Dialog in normaler Stimmlage:

Sie begann mit der Frage: „Hast du dir ein Semesterticket gekauft?“
„Ja, hab ich.“

„Nein, hast du nicht. Das sagst du nur, damit ich dich in Ruhe lasse.“

„Wenn du das denkst, wieso fragst du dann überhaupt noch?“

Dann ist sie wieder mal ausgetickt, volle Programm wie oben beschrieben und noch Einiges mehr. Ich musste dann heulen (das verkneif ich mir normalerweise in Gegenwart meiner Familie, aber da ging es einfach nicht) und als sie hinausging, hab ich meine Zimmertür abgesperrt, ich wollte einfach in Ruhe gelassen werden, weil sie mich dann noch mehr zum Flennen bringen würde, wenn sie nochmal hereinkäme. Sobald sie in so einer Laune ist, kapiert die in Worten gar nix mehr und in Taten wohl auch nicht mehr, wie sich gleich herausstellen wird.

Sie hat in der Küche den halbfertigen Teig gesehen, wollte wieder in mein Zimmer, hat aber gemerkt, dass abgesperrt ist. Da ist ihr Zorn-Level nochmal um Einiges gestiegen und hat mich angeschrien, aufzumachen, ja na klar, dass ich da nicht aufmache, wenn sie mich so anschreit. Ich war so schon ziemlich fertig mit den Nerven. Im Endeffekt hat sie dann Verstärkung von meinem Vater geholt (das macht sie immer, wenn ich nicht reden will), der hat anschließend die Tür eingetreten und mich ebenfalls angeschrien. Meine Mutter ebenfalls und nach gewissen Zeitabständen hat sie immer wieder eins drauf gesetzt. Noch eine Eigenschaft von ihr, sie weiß nicht, wann es genug ist. Ich bin dann relativ früh geschlafen gegangen, weil ich so verdammt fertig war mit den Nerven und seither versuche ich Situationen oder Taten zu vermeiden, die sie aufregen könnten, was echt schwierig ist (siehe Silvester).


Noch dazu hab ich seit Dezember beschlossen, mit dem Studium aufzuhören, weil ich gemerkt habe, dass es nichts für mich ist und es mir nicht liegt. Bei dem Studium konnte ich mir übrigens von allen Seiten anhören, dass ich das nur mache, weil es mir meine Mutter eingeredet hat. Vielleicht stimmt es tatsächlich, aber ich hab es eher als Notlösung angesehen. Nachdem ich die beiden Aufnahmeprüfungen nicht bestanden habe, wollte ich Psychologie studieren, jedoch hat sie mir das ausgeredet. Vielleicht zurecht, vielleicht auch nicht. Aber ist jetzt auch eine andere Sache.

Da ich noch unentschlossen bin, was ich nun studieren möchte bzw welchen Beruf ich mal ausüben will (auf mehrere Richtungen hab ich mich schon spezialisiert), suche ich momentan eine vorübergehende Arbeit, um endlich ausziehen zu können. Leicht ist das nicht, weil ich nur einen AHS-Abschluss habe, dennoch gebe ich mir Mühe. Trotzdem gibt mir meine Mutter immer wieder das Gefühl, unfähig dafür zu sein, sie schickt mich wegen Bewerbungsschreiben zu meiner Schwester, die soll mir helfen, die Hilfe hab ich in Anspruch genommen und kann es mittlerweile selbst. Zudem sucht meine Mutter krampfhaft im Internet und Zeitungen nach Stellenangeboten. Ich weiß, sie will mir nur helfen, ich finde es auch in Ordnung, nur in manchen Situationen erweckt es in mir einfach den falschen Eindruck …

Ich war am Abend bei meiner Schwester im Haus, das sie am Nachbargrundstück gebaut hat. Meine Mutter war auch da. Wir haben über Belangloses geredet, das war echt schön, es ging ausnahmsweise nicht um den Studienabbruch und um die Arbeitssuche, oder dass ich so faul bin, etc.

Dann erzählt meine Schwester, dass sie sich für einen Ferialjob beworben hat und sofort genommen wurde, und dann meinte sie noch zu mir, wenn sie an meiner Stelle wäre, würde meine Mutter völlig austicken. Das scheint meine Mutter wohl ermutigt zu haben, schön, dass meine Schwester es so verschrien hat, denn meine Mum hat mich einige Wochen in Ruhe gelassen und man konnte mit ihr reden, ohne dass es in Schreien ausgeartet ist. Und in diesem Moment fing es an:

Die Frage war, wo ich das Wochenende verbringe. Bei meinem Freund. Warum ich das tu. Weil er am Samstag ausnahmsweise arbeiten muss und es ihm daher lieber ist, zuhause zu sein. Was mach ich dann den ganzen Tag, während der arbeitet. Nichts. Mich selbst beschäftigen. Ob ich denn seiner Mutter nicht im Haushalt helfen will, das erwartet man von Mädchen und ist höflich. Mein Freund braucht nicht bei uns im Haushalt zu helfen, er ist ja ein Kerl, bei denen toleriert und akzeptiert man es, wenn sie es nicht anbieten. Ich bin so faul und so.

Als ich gegangen bin, wurde ich angemotzt, ich soll wegen dem bisschen Kritik nicht wieder sauer sein. Das bisschen Kritik ging eine ganze Weile so, bei der meine Mutter und meine Schwester laut auf mich eingeredet haben.

Drüben dann bei mir im Haus kam meine Mutter mit einem Stellenangebot ins Zimmer und befahl mir, das anzusehen. Sobald sie draußen war, hab ich es nach kurzem Überfliegen weggelegt. Zwei Stunden später brachte sie mir noch einen Zettel, den sie mir barsch entgegen brachte. Und das meinte ich damit, dass ihre hilfreiche Art in so einer Situation falsch herüber kommt.


Ich weiß, sie macht sich nur Sorgen um mich und will mir helfen, damit es mir gut geht, aber mit dem Verhalten, mit dem sie es umsetzt, nimmt sie mir die Motivation, mein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, zudem fühle ich mich zuhause nicht mehr wohl, was dadurch kommt, dass sie mich so oft als faul und finanzielle Last bezeichnet.


Ich möchte so bald wie möglich ausziehen. Ich hab sogar mit dem Gedanken gespielt, ein erstbestes Studium im Sommersemester zu beginnen, damit ich das in die Tat umsetzen kann und im Herbst eben das zu beginnen, das ich wirklich möchte, falls es mit der Arbeit ewig nix wird… bis Herbst will ich mit dem Umzug nicht mehr warten, weil mich die Stimmung zuhause echt fertig macht. Mir ist klar, dass das mit dem Studium keine gute Idee ist, aber noch schlechter finde ich die Idee, bis Herbst zuhause zu sitzen und auf Arbeitssuche sein. Das halte ich einfach nicht mehr aus.

Außerdem, ein Umzug löst die Probleme mit meiner Mutter auch nicht. Mit Worten kann ich sie nicht erreichen. Ich spiele mit dem Gedanken, ihr einen Brief zuzuschicken, in dem ich ihr schreibe, wie ich mich eigentlich fühle, sobald ich umgezogen bin. Das wäre meine letzte Hoffnung, den Konflikt lösen zu können, aber ich befürchte, wieder mal als überempfindlich abgestempelt zu werden.


Zumal meine Mutter absolut kein Vertrauen zu mir hat. Sie hat mir schon dreimal vorgeworfen, schwanger zu sein und mir jedes Mal klar gemacht, dass ich in so einem Fall keine Hilfe von ihr erwarten brauche.


Das Schlimme ist, dass ich keinem in meiner Familie von meinen Gefühlen erzählen kann, ohne als überempfindlich oder Memme bezeichnet zu werden. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir meine Familie eine seelische Stütze war und es jetzt immer noch nicht ist. Darum fühle ich mich ziemlich alleine gelassen, wenn irgendwelche anderen Probleme in anderen Bereichen aufkommen. Dazu kommt noch, dass ich unter extremer Prüfungsangst leide, aus Angst, meine Eltern zu enttäuschen und wieder im Schatten meiner erfolgreichen Schwester zu stehen, mit der ich oft verglichen werde.


Was würdet ihr tun? Habt ihr bessere Ideen oder ähnliche Erfahrungen? Ich plag mich damit schon seit sehr vielen Jahren und da ist noch viel viel mehr ….
 

Benutzer133456  (49)

Beiträge füllen Bücher
Du solltest ausziehen. Manche Menschen sind einfach inkompatibel, und das ist auch niemandes Schuld, sondern da kann man einfach nur getrennter Wege gehen. Meine Cousine ist aufgrund so einer Situation sogar nach Australien ausgewandert, um ihre Ruhe zu haben. Die scheint mir da jetzt ganz gluecklich zu sein, seit zwanzig Jahren.
 

Benutzer150418 

Verbringt hier viel Zeit
Ich hatte beim Lesen das Gefühl, du erzählst von meiner Mutter. :dizzy: Ich kann so gut nachfühlen, wie es dir geht.

Sorry, wenn ich das jetzt überlesen habe, aber woher bekommst du denn Geld? Arbeitsamt? Die können einen ja auch beim Umzug unterstützen, so dass du als Arbeitssuchende in eine andere Stadt ziehen kannst. Weiß nicht, ob du dafür ein Attest vom Psychologen brauchst. Aber das geht sicher auch schnell, dafür muss dich ein Psychologe auch nicht sehr gut kennen. Erzähl einfach, was du uns erzählt hast, und schon bekommst du den Attest auf jeden Fall. Ich würde allgemein begleitend eine Therapie empfehlen, damit du das, was dir dort alles widerfahren ist verkraften kannst.

Ich würde auch so schnell wie möglich ausziehen - so weit weg, dass sie dich nicht ständig besuchen können. Mit dem Studium das finde ich gar nicht soooo schlecht. Eine Notlösung eben, und vielleicht gefällt es dir ja dann doch. Deine Mutter hat dir Psychologie ausgeredet. Mach doch das. Nichts x beliebiges. Bei dieser Vergangenheit bist du vielleicht sogar besonders gut als Psychologin geeignet, weil du dich in jeden rein fühlen kannst, der so etwas erlebt.

Und mit dem Brief das würde ich lassen. Danach wird sie wohl eher so viel Drang zur Rechtfertigung haben, dass sie bei Nacht und Nebel zu dir fahren. Ich würde auch die erste Zeit jeglichen Kontakt abbrechen, nicht ans Telefon gehen etc. Bei mir war das sehr wirkungsvoll.
Inzwischen haben wir sogar ein durchaus Gutes Verhältnis und können alle paar Wochen telefonieren, ohne dass es eskaliert. Wir hatten allerdings auch Jahre lang keinen Kontakt. Jetzt wo meine Eltern alt werden, erinnern sie sich halt an ihren Sohn und wollen Frieden schließen.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Oh mann...da stimmt ja nichts bei euch.

Ich bin nicht der Meinung, dass du übertreibst...ich bin der Meinung du untertreibst.
Du schreibst, dass sie dir nur helfen will und das sehe ich leider nicht so. Ihr geht es um etwas ganz anderes.
In meinen Augen ist "Kontrolle" das Wort, dass deine Mutter wie ein Dunstkreis umgibt. Kontrolle von anderen, aber vor Allem Kontrolle über sich selbst. "Putzfimmel" ist viel zu niedlich ausgedrückt. Ich will nicht so weit gehen eine Persönlichkeitsstörung aus ein paar Textzeilen zu diagnostizieren, zumal ich weder die Expertise, noch die Information habe. Trotzdem hat sie mindestens ein wirklich wirklich großes Problem.

Du machst dir wirklich viele Gedanken und das ist gut so. Das zeigt mir, dass du sicherlich nicht doof bist. Das macht es mir etwas einfacher. :zwinker:

Was dir fehlt ist ein ganz wichtiger Gedanke:
Du hast ja schon bemerkt, dass das was deine Mutter sagt, oft absolut keinen Sinn macht. Weder bist du faul noch dumm noch unfähig. Ihre Aktionen und ihre Wut auf ein Semesterticket, dass längst gekauft ist, zu beziehen macht ebenfalls keinen Sinn. Wenn nun ihre gesamten Taten und Aussagen scheinbar nicht mit der Realität konform gehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass sie das auch tatsächlich nicht tun.
Wenn sie folglich nichts mit dir zu tun haben, dann müssen ihre Gefühle irgendwo anders her kommen. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar sehr sehr groß, dass du absolut gar nichts damit zu tun hast.

Wenn man diese Logikkette weiter verfolgt, dann landet man bei einem schweren Problem, dass deine Mutter mit sich selbst hat und mit dem du nichts zu tun hast. Du KANNST dieses Problem nicht lösen, denn es ist ihres. Sie muss es lösen und um das tun zu können, muss sie erstmal selbst verstehen, dass sie eines hat. Das hat sie aber scheinbar über viele Jahre nicht geschafft. Sie schafft es nichteinmal, wenn sie ihre Tochter so offensichtlich zur Verzweiflung treibt, dass gar nichts mehr geht. Sie schafft es nicht zu erkennen, dass in anderen Wohnungen nicht jeden Tag geputzt wird.

Was sie genau für ein Problem hat, kann ich nicht sagen. Manchmal sind es "schmutzige Gedanken", die Menschen "wegputzen" wollen. Manchmal ist es etwas anderes. Fakt ist, du wirst sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ändern können. Fakt ist auch, dass in dir mehr und mehr zerbricht, je länger du mit ihr in einer Wohnung wohnst. Du musst da raus, denn es geht um deine geistige Gesundheit.

Bei so extremen Eltern bilden sich häufig 3 Lager unter den Kindern. Die die mitziehen, die die sich halbwegs anpassen, nicht auffallen und sich rauswinden und die die sich wehren und oft das Gegenteil machen.
Lager 1 und 3 haben wenig Chancen darauf jemals geistig gesund daraus hervorzugehen. Obwohl Lager 1 augenscheinlich am wenigsten gelitten hat, stecken diese Menschen am tiefsten drin. Die gute Nachricht ist, dass ich dich in Lager 2 sehe.

Eine weitere gute Nachricht ist, dass dich deine Mutter deutlich mehr braucht, als du sie. Sie ist diejenige die alleine zu Hause sitzen würde und ihre Wut auf einmal nicht mehr an dir auslassen könnte. Entweder findet sie ein anderes Opfer, oder sie "explodiert" innerlich.

Du kannst ihr natürlich gerne einen Brief schreiben, wenn du ausgezogen bist, ihr wird aber viel wichtiger sein die Wahrheit vor sich selbst zu verstecken. Vielleicht schreibst du auch einen und verbrennst ihn dann, denn mir kommt es aktuell nur auf eine Person an und das sollte dir genau so gehen: Mir geht es um dich. Denn die Person, die du tatsächlich beeinflussen kannst, das bist du selbst.

Schritt 1: Auszug (ruhig weiter weg!!)
1a) Infos sammeln! (wie viel kostet eine Wohnung, wo könnte das Geld her kommen und so weiter und so fort)
1b) Planung (mit Zeiten!)
1c) Umsetzung

Schritt 2: Familiendynamik neu sortieren
Das wird dauern und es wird auch dauern bis du wirklich bemerkst, dass du deine Mutter eigentlich in der Hand hast. Es wird dauern bis sie es akzeptiert. Du brauchst auch erstmal Ruhe...halte sie dir ruhig eine Weile vom Leib. Du sollst den Kontakt nicht abbrechen, aber erstmal wäre es gut ihn zu reduzieren. Sie wird nach wie vor versuchen Kontrolle zu erlangen...

Schritt 3: Die tief eingeschleiften Reaktionen und Trigger, die deine Mutter bei dir eingebaut hat, wieder ausbauen. Das wird dauern.
 

Benutzer150797  (25)

Ist noch neu hier
Also, erstmal, danke, dass ihr euch die Zeit für den langen Text genommen habt [:
Eure Antworten sind ziemlich hilfreich ~

Meine Mutter zahlt mir jeden Monat etwas Geld. Ausziehen könnte ich problemlos jederzeit, hätten sogar schon eine Wohnung. Finanzielle ist eben das Problem, meine Mutter zahlt nur weiter, wenn ich studiere.
Das mit dem Sommersemester hat ein paar Haken.. Meine Eltern zucken wieder aus, wenn ich nochmal ein Studium abbrechen und die Familienbeihilfe wird wohl auch abgeschafft werden. Ich müsste denen nicht sofort erzählen, dass ich wieder ein Studium abgebrochen hab, aber spätestens wenn es rauskommt, muss ich denen erklären, warum ich das getan hab. Wäre kein Problem, wenn ich dann nicht wieder als überempfindlich gälte.

Ich hab ebenfalls schon daran gedacht, dass ich nix damit zu tun habe, sondern dass sie mit sich selbst ein Problem hat.
Wenn ich ausziehe, ist nur noch mein Vater im Haus und der ist kein besonders angenehmer Geselle, weil er oft schlechte Laune hat, wenig redet und sie an andere auslässt.

Der nächste Haken ist, wenn ich den Kontakt zu meiner Mutter eine Weile abbreche oder ich an Wochenenden nicht hin und wieder nach Hause komme, traue ich ihr zu, dass sie mir kein Geld überweist. Anders könnte ich die Miete nicht bezahlen, wenn ich dann studiere <.< Sie würde das als Respektlosigkeit empfinden.

Ich hab schon seit längerem vor, auszuziehen, an Wochenenden komm ich fix nicht nach Hause, unter der Woche sowieso nicht. Sie würde nur oft anrufen und jeden Anruf kann ich auch nicht ignorieren ..
Ausziehen, und dann?
Soll ich doch die Idee mit dem Sommersemester durchziehen?

Ich hab leider kaum Personen, auf die ich mich verlassen könnte. Mein Freund hat so eine wundervolle Familie, die hinter ihm steht und ihn respektiert. Deswegen tut's umso mehr weh, wenn ich da an meine eigene denke oder wieder von ihm nach Hause fahre ..
 

Benutzer150418 

Verbringt hier viel Zeit
Der nächste Haken ist, wenn ich den Kontakt zu meiner Mutter eine Weile abbreche oder ich an Wochenenden nicht hin und wieder nach Hause komme, traue ich ihr zu, dass sie mir kein Geld überweist. Anders könnte ich die Miete nicht bezahlen, wenn ich dann studiere <.< Sie würde das als Respektlosigkeit empfinden.
Das war auch bei mir der Haken damals. Und genau deswegen ja der Vorschlag mit Psychologe + Arbeitsamt. Du darfst unter keinen Umständen von dieser Frau finanziell abhängig sein, da sie dich sonst in der Hand hat und dich weiter quälen wird und eine Gegenleistung für ihr "Wohlwollen" erwarten wird.
Du wirst mit Sicherheit vom Staat finanzielle Hilfe erhalten, weil die Situation bei dir zu Hause unzumutbar ist und deiner Gesundheit schadet. Möglicherweise wirst du dich dann mit der Wohnung einschränken müssen und mit einer Sozialwohnung Vorlieb nehmen, aber das ist immernoch besser als bei deinen Eltern.
Und was das Studium betrifft, man kann auch super in einer WG leben mit Bafög und Studentenjobs. Du darfst dir nicht suggerieren, du würdest die finanzielle Unterstützung deiner Mutter brauchen. Damit hält sie dich nur auf Abhängigkeit.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Das meinte ich mit: Es wird eine Weile dauern bis du wirklich verstehst, dass du am längeren Hebel sitzt. Warum glaubst du, dass sie dich ständig unter Druck setzt um zu kriegen was sie will?
Weil sie es braucht!
Sie kann sich einen Auszug von dir nicht wirklich leisten. Dein Vater vermutlich auch nicht. An wem sollen Vater und Mutter künftig ihre Probleme auslassen? Die werden über sich herfallen und feststellen, dass der jeweils andere das nicht mitmacht..und dann werden sie bemerken, dass sie alleine sind.

Wie gesagt..es wird dauern..und letztlich musst du gucken, dass du ne Weile finanziell unabhängig bist...deswegen sage ich dir auch: Sammel INFOS wie du da raus kommen kannst. Finde heraus wo Geld herkommen kann und wenn sie dir den Geldhahn abbrechen will, weil du sie nicht oft genug besuchen kommst, dann würde ich sie fragen ob sie ihre unsterbliche Liebe für ihre Tochter von Dienstleistungen abhängig macht, denn wenn dem so ist, willst du sicher keine Dienstleistungshure sein...
 

Benutzer78178 

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Definitiv ausziehen!

Zur Finanzierung gibt es doch viele Möglichkeiten. Bafög (auch eltern-unabhängiges!), Nebenjob (mit 450,- kannst du immerhin schon mal die Miete zahlen), zur Not Studienkredit. Ein Studienkredit ist zwar erst einmal nicht so toll, aber in dienem Fall würde ich mir das definitiv überlegen! So kann doch kein Mensch "Leistung" erbringen (und das musst du in deinem Studium).
 
1 Monat(e) später

Benutzer150797  (25)

Ist noch neu hier
Mit Finanzierungen rennt das bei uns in Österreich anders :b Stipendien kriegt bei uns kaum einer, ich musste wegen dem Abbruch beinahe die studienbeihilfe zurück zahlen.. Hat drei Monate gedauert, bis ich endlich eine Arbeit gefunden hab. 50 Bewerbungen abgeschickt, ca 10 Termine zum Vorstellungsgespräch. Zum Vergleich: meine Schwester hat nur 3 abgeschickt und bekam bei 2 eine zusage. Meine Mutter hat mir vorgeworfen, das mit Absicht zu versammeln und mir einen Großteil meines Taschengeld gestrichen, weil ich mich ja nicht bemühe :0

Sorry für die späte Antwort, war die ganze Zeit beschäftigt und werde es immer noch sein, morgen zieh ich um :b
 
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